Hubkipp-Vorrichtung, insbesondere für Müllgefässe
Die Erfindung bezieht sich auf eine Hubkipp-Vorrichtung zum Entleeren von Gefässen, insbesondere Müllgefässen. Die Erfindung bezieht sich dabei auf solche Hubkipp-Vorrichtungen, die aus einem mittels eines Auges auf einer Schwenkwelle angebrachten Schwenkarm mit Kippvorrichtung und einem zum Heben und Senken mittels Hubzylinders entlang des Schwenkarmes geführten Hubwagen zur Aufnahme des zu entleerenden Gefässes bestehen, wobei das Druckmittel zum Hubzylinder durch eine axiale Bohrung in der Schwenkwelle geführt wird.
Es ist für derartige Hubkipp-Vorrichtungen bereits vorgeschlagen worden, die Druckmittelleitung über eine Bohrung in der Schwenkwelle des Schwenkaimes und durch einen Kanal in der Wandung des Hubzylinders an dessen unteres Ende zu führen (Deutsches Patent 1 218 936), um dadurch die im Betrieb gegebenenfalls störenden und starkem Verschleiss unterliegenden Druckmittelleitungen zum Hubzylinder zu vermeiden. Die praktisch ausschliessliche Führung des Druckmittels durch Kanäle bedingt aber, dass der Hubzylinder verhältnismässig starr mit dem Schwenkarm verbunden sein muss.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, den Hubzylinder leicht zugänglich und auswechselbar am Schwenkarm anzubringen. Der Hubzylinder sollte ausserdem eine gewisse Beweglichkeit bezüglich des Schwenkarmes haben, damit der Hubwagen sicher und leicht laufend am Schwenkarm gelagert werden kann und ausserdem die am Schwenkarm bei Anschwenken und Anheben des Müllgefässes auftretenden Kräfte, Drehmomente und elastischen Verformungen nicht auf den Hubzylinder, sondern nur auf den Schwenkarm übertragen werden.
Durch die Erfindung sollen die Vorteile der friiher vorgeschlagenen Führung des Druckmittels zum Hubzylinder durch eine axiale Bohrung in der Schwenkwelle mit den Vorteilen der oben erläuterten gegebenenfalls beweglichen Anbrin gungsweise des Hubzylinders am Schwenkarm vereint werden, ohne die bisher unvermeidlichen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Dies wird durch die Erfindung dadurch erreicht, dass zwischen der axial durch die Schwenkwelle geführten Druckmittelbohrung und dem Druckmittelanschluss des Hubzylinders ein Leitungsstück eingesetzt ist und die Druckmittelbohrung der Schwenkwelle dazu über eine radiale Bohrung mit einem am Auge des Schwenkarmes angebrachten Anschluss für das Leitungsstück in Verbindung steht.
Auf diese Weise kann der Hubzylinder trotz der Druckmittelzufuhr über eine axiale Bohrung in der Schwenkwelle wieder als selbständiges Element auswechselbar und in günstiger Weise an dem Schwenkarm angebracht werden. Durch die Erfindung ergibt sich ein Aufbau der Hubkippvorrichtung in einzelnen, leicht austauschbaren Baugruppen.
In besonders vorteilhafter Ausführungsform der Erfindung wird von einem Schwenkarm ausgegangen, der als unmittelbare Führung des Hubwagens mit I-Profil ausgebildet ist, in dessen seitlich angeordneten Führungsnuten die Laufrollen des Hubwagens von beiden Seiten her eingreifen. Im Rahmen der Erfindung ist hierbei der an der Rückseite des Schwenkarmes angeordnete Hubzylinder mit Spiel oben am Schwenkarm gelagert und mit seiner Kolbenstange ebenfalls mit Spiel mit dem Hubwagen verschraubt, während die Druckmittelleitung zwischen der radialen Bohrung am Schwenkarmauge und dem Druckmfttelanschluss des Hubzylinders ein flexibles Schlauchstück enthält.
Diese obere und untere Anbringung des Hubzylinders mit Spiel ergibt zusammen mit dem in die Druckmittelleitung eingesetzten flexiblen Schlauchstück eine bisher unerreichte Leichtgängigkeit des Hubwagens, und eine bisher unerreichte Schonung des Hubzylinders, insbesondere an dessen Führung und Dichtung des Kolbens und der Kolbenstange.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Hubkipp-Vorrichtung nach der Erfindung für Müllgefässe in rückwärtiger Ansicht;
Fig. 2 die Hubkipp-Vorrichtung nach Fig. 1 von der Seite gesehen und
Fig. 3 einen Schnitt durch das Schwenkarmauge und den Schwenkarm.
Zwischen den Seitenwänden 1 des Schüttungsgehäuses ist die mit einer Verschlussklappe ausgerüstete Frontplatte 2 koaxial zu einem Schwenkarm 4 auf der Schwenkwelle 3 gelagert. Der Schwenkarm 4 ist aus einem I-Profileisen gebildet, in dessen Ausnehmungen die Rollen eines Hubwagens 6 seitlich eingreifen. Der Schwenkarm 4 ist mit einem Lagerauge 5 in einer Ausnehmung der Frontplatte auf der Schwenkwelle 3 gelagert. Auf der einen Seite des Schüttungsgehäuses 1 ist ein Kippzylinder 9 angeordnet, der über eine Zahnstange und ein Ritzel auf die Schwenkwelle 3 einwirkt.
Auf der anderen Seite des Schüttungsgehäuses 1 ist eine Rückholvorrichtung 10 für die Frontplatte angeordnet, die ebenfalls mit der Schwenkwelle 3 in Verbindung steht.
Zwischen der Druckmittelzuleitung und einer Rohrleitung 15 zum Kippzylinder 9 und einer axial in der Schwenkwelle 3 angeordneten Bohrung 16 für den an der Rückseite des Schwenkarmes 4 vorgesehenen Hubzylinder 11 ist ein mit einer Rückstellvorrichtung und einem Schalthebel 14 ausgerüstetes Absperrventil 13 vorgesehen. Das Absperrventil 13 öffnet einerseits oder schliesst andererseits die Bohrungen für den Durchfluss des Druckmittels sowohl zum Kippzylinder 9 als auch zum Hubzylinder 11 gleichzeitig. Durch die ses gleichzeitige zu : Öffnen und Schliessen wird erreicht, dass die Hub- und Schwenkbewegungen synchron verlaufen, wodurch ein bedeutend schnellerer Ablauf des gesamten Entleerungsvorganges erreicht wird.
Die in der Schwenkwelle 3 vorgesehene axiale Bohrung 16 ist mit einer radialen Bohrung 17 verbunden. In diese Bohrung 17 ist ein Dichtungsring 18 eingelegt, auf den ein mit einem Rohr 19 fest verbundenes Druckstück 20 einwirkt. Eine im Schwenkarmauge 5 vorgesehene, mit der Bohrung 17 fluchtende Bohrung weist ein Innengewinde auf zur Aufnahme einer mit Aussengewinde ausgerüsteten Druckmutter 21.
Durch Anziehen dieser Druckmutter 21 wird das Druckstück 20 auf den Dichtungsring 18 gedrückt, so dass eine absolute Abdichtung auch gegen hohe Drükke gewährleistet ist.
Sowohl der Hubzylinder 11 ist mit Spiel oben am Schwenkarm 4 gelagert als auch die Kolbenstange 12 mit Spiel mit dem Hubwagen 6 verschraubt. Zwischen dem Rohr 19 und dem Einlassnippel am unteren Ende des Hubzylinders 11 ist ein Schlauchstück vorgesehen, so dass keine starre, sondern eine leicht einstellbare Verbindung besteht.
Für hydraulische Systeme ist am Absperrventil 13 noch ein Anschluss für die gemeinsame Druckmittelrückleitung und für pneumatische Systeme eine gemeinsame Entlüftungsöffnung vorzusehen, die aber in der Zeichnung nicht dargestellt sind.
Sobald der Schalthebel 14 des Absperrventiles 13 betätigt wird, wird dem Druckmittel der Durchfluss durch die Rohrleitung 15 zum Kippzylinder 9 und gleichzeitig durch die Bohrung 16 in der Schwenkwelle 3 über das Rohr 19 zum Halbzylinder 11 geöffnet.
Hierdurch erfolgt das Anheben des in den Anhängehaken 7 des Hubwagens 6 hängenden Müllgefässes als auch die Kippbewegung von Schwenkarm 4, Hubwagen 6 und lvlüllgefäss gleichzeitig. Diese synchronen Bewegungen gewährleisten ein schnelles Einkippen in die Entleerungslage, da die Bewegungsabläufe in einem Schwung erfolgen. Die Praxis hat ausserdem ergeben, dass weniger Druckmittel verbraucht und damit Energie eingespart wird.
Je umfangreicher die Hubvorrichtung ausgebildet ist, desto leichter ereignen sich wegen des grossen Platzbedarfes Unfälle, ebenso wie bei der Anwendung von schwingenden Schläuchen. Die Anordnung des Hubzylinders 11 hinter dem Schwenkarm 4 verhindert ebenso Unfälle wie die Anordnung der Bohrung 16 in der Schwenkwelle 3. Die sich selbst einstellende Lagerung des Hubzylinders 11 und seiner Kolbenstange 12 zusammen mit der Anordnung eines Schlauchstückes zwischen dem Einlassnippel am Hubzylinder 11 und dem Rohr 19 ermöglichen einen einfachen und schnellen Einbau.