CH466817A - Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger wässeriger Lösungen, insbesondere Abwässer - Google Patents

Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger wässeriger Lösungen, insbesondere Abwässer

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CH466817A
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hydrogen cyanide
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Daester Henri H Ing Chem Dr
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J41/00Anion exchange; Use of material as anion exchangers; Treatment of material for improving the anion exchange properties
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description


  
 



  Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger   wässeriger    Lösungen, insbesondere Abwässer
Bisher wurde   z. B.    cyanidhaltiges Abwasser vorwiegend durch Oxydation mit Chlor oder Hypochlorit in stark alkalischer Lösung entgiftet. Dieses Verfahren hat aber schwerwiegende Nachteile. Die Dosierung des Oxydationsmittels muss genau erfolgen, ein   tYberschuss    von Chlor ist für die Gewässer mindestens so gefährlich wie Cyanwasserstoff. Die   Oxydation      verläuft    relativ langsam, d. h. es werden grosse Standbecken benötigt.

   Die   Kontrolle      erfolgt    mit   teuren    und   empfindlichen      Geräten    wie   Redoxpotentialmessern.    Die Oxydation erfolgt nur bis   zum    ebenfalls noch giftigen   Cyanat.    Als   weitere    Oxydationsmittel wurden auch Wasserstoffsuperoxyd und Ozon vorgeschlagen. Die Reaktion verläuft auch langsam und diese   Oxydationsmittel    sind noch teurer. Ferner wurde bereits vorgeschlagen, Cyanidionen aus verdünnten Lösungen mit Ionenaustauschern konzentrieren und das Eluat wie oben   beschrieben    zu oxydieren.



  Ferner werden die Cyanide in schwerlösliche Komplexverbindungen übergeführt z. B. in   Eisencyanverbindun-    gen. Dabei entstehen voluminöse Schlämme, die zum Teil nur   schwer    entfernt werden können. Sämtliche vorgeschlagenen Verfahren befriedigen nicht, sei es aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen.



   Die vorliegende Erfindung löst auf wirtschaftliche und überraschend einfache Weise das Problem der Entgiftung cyanidhaltiger wässriger Lösungen, insbesondere Abwässer, und ist dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert von cyanidhaltigen wässrigen   Lösun-    gen derart eingestellt wird, dass der Cyanwasserstoff frei wird, dieser unter Austreiben mit einem Gas,   vor-    zugsweise Luft, aus der Lösung entfernt und der ausgetriebene   Cyanwasserstoff    anschliessend in der Dampfphase katalytisch zu Wasser, Kohlensäure und Stickstoff oxydiert wird. Das erfindungsgemässe Verfahren bietet gegenüber dem bisher bekannten folgende Vor  teile :   
Die Endprodukte sind ungiftige und   harrnlose    Gase, die in die Atmosphäre gelangen.

   Somit   unter    bleibt eine weitere Belastung der Gewässer mit mehr oder weniger giftigen, partiell oxydierten Nebenprodukten bzw. Reaktionsmitteln und Salzen.



   Zur Vernichtung von Cyanwasserstoff wird lediglich Sauerstoff resp. Luft benötigt. Dadurch werden gegenüber Verfahren, die   Hypochlorit,    Chlor oder Wasserstoffsuperoxyd   verwenden, grosse    Einsparungen erzielt.



   Das Austreiben des Cyanwasserstoffes aus den Lösungen sowie die katalytische Oxydation verlaufen rasch. Der Aufenthalt der Lösungen in den Apparaturen ist   kurz-daher    können letztere klein dimensioniert werden. Das   eRindungsgemässe    Verfahren ist ganz besonders für kontinuierliche Arbeitsweise geeignet.



   Aus verdünnten cyanidhaltigen Lösungen kann das Cyanid-Ion an einen Anionenaustauscher gebunden und danach das Eluat   d. h.    die Regenerierflüssigkeit nach der oben erwähnten Arbeitsweise aufgearbeitet werden. Der Austauscher ermöglicht eine Aufkonzentration der Cyanid-Ionen, um die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens, insbesonders für verdünnte Lösungen wesentlich zu erhöhen. Besonders geeignet sind stark basisch wirkende organische Austauscherharze auf Basis aminierter   Styrol-Divinylbenzol-Copolymeren.   



  Die Regeneration dieser Harze kann in bekannter Weise erfolgen
Durch Einstellen des pH-Wertes   z. B.    auf ca. 7 oder weniger, liegt Cyanwasserstoff in der Lösung frei vor und kann durch Luft oder ein anderes Gas ausgetrieben werden. Der Dampfdruck von Cyanwasserstoff über der Flüssigkeit ist stark temperaturabhängig. Deshalb ist es vorteilhaft, die Austreibung bei Temperaturen von vorzugsweise   40-80  C    vorzunehmen. Je nach der Flüssigkeitstemperatur genügt eine 20-100 fache Luftmenge, bezogen auf die durchgesetzte Flüssigkeit.



  Die Austreibung erfolgt vorteilhaft in an sich bekannten   Boden-oder    Füllkörperkolonnen im Gegenstrom.



  Aus wirtschaftlichen Gründen ist es vorteilhaft, den Cyanwasserstoff nicht vollständig auszutreiben, sondern den Restgehalt, der ca.   O,l-lmg    pro   lt    betragen  kann, nötigenfalls mit Hilfe eines Anionenaustauschers aufzukonzentrieren. Die zu behandelnde Lösung sollte vorzugsweise eine Konzentration von wenigstens 10 mg Cyanwasserstoff p. lt. enthalten.



   Nach der Austreibapparatur wird das Cyanwasserstoff-Luftgemisch wenn nötig soweit vorgewärmt, dass am Katalysator die Zündtemperatur erreicht wird. Die Vorheizung kann elektrisch, mit Gas- oder Ölbrenner vorgenommen werden. Die Zündtemperatur beträgt beispielsweise für einen besonders geeigneten Katalysator auf Edelmetallbasis   3000 C.    Die Durchströmungsge  schwindigkeit    der Gase durch den Katalysator beträgt beispielsweise ca.   lm/sec.    Cyanwasserstoff wird auf dem Katalysator verbrannt unter Abgabe der Verbrennungswärme von 159 kcal/Mol. Die Wärmeenergie der heissen Gase kann z. B. ausgenützt werden zur Vorwärmung der Lösung oder des frischen Cyanwasserstoffgemisches. Dies kann in Wärmeaustauschern erfolgen oder dadurch, dass ein Teil der heissen Verbrennungsgase der Frischluft beigemischt wird.



   Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt durch die Kombination der einzelnen Schritte ein überraschend wirtschaftliches und betriebssicheres Entgiften cyanidhaltiger Lösungen.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger wässeriger Lösungen, insbesondere Abwässer, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der Lösung so eingestellt wird, dass der Cyanwasserstoff frei wird, dieser unter Austreiben mit einem Gas aus der Lösung entfernt und der ausgetriebene Cyanwasserstoff in der Dampfphase katalytisch zu Wasser, Kohlensäure und Stickstoff oxydiert wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass aus verdünnten Lösungen das Cyanid zuerst an einen Anionenaustauscher gebunden wird und danach aus dem wässrigen Eluat Cyanwasserstoff ausgetrieben wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Cyanwasserstoff bei höheren Temperaturen, vorzugsweise bei 40-80 C, durch Luft aus der Lösung ausgetrieben wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator ein Ganzmetallkatalysator, vorzugsweise auf Edelmetallbasis verwendet wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die heissen Abgase in einem Wärmeaustauscher die Lösung aufheizen.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die heissen Abgase teilweise durch die wässerige Lösung rückgeführt werden und den Abgasen nur soviel frische Luft zugeführt wird, als zur Oxydation des Cyanwasserstoffes notwendig ist.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das HCN nicht vollständig ausgetrieben wird, der Restgehalt an einen Anionenaustauscher gebunden und anschliessend aus dem wässrigen Eluat ausgetrieben wird.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zu behandelnde Lösung wenigstens eine Konzentration von 10 mg Cyanwasserstoff pro Liter enthält.
    8. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Austreibung nur bis zu einer Endkonzentration von 0,1 mg Cyanwasserstoff pro Liter getrieben wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Cyanwasserstoff in einer kontinuierlich arbeitenden Säule im Durchflussystem im Gegenstrom aus der Lösung ausgetrieben wird.
    10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die heissen Abgase die aus der Flüssigkeit austretenden Gase vorheizen.
CH396665A 1965-03-19 1965-03-19 Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger wässeriger Lösungen, insbesondere Abwässer CH466817A (de)

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AT251366A AT272215B (de) 1965-03-19 1966-03-16 Verfahren zur Entgiftung verdünnter, cyanidhaltiger wässeriger Lösungen
DE1546498A DE1546498C3 (de) 1965-03-19 1966-03-17 Verfahren zum Entgiften cyanhaltiger Abwässer
ES0324389A ES324389A1 (es) 1965-03-19 1966-03-18 Procedimiento para la desintoxicacion de soluciones acuosas y aguas residuarias cianuradas.
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FI62040C (fi) * 1979-02-06 1982-11-10 Outokumpu Oy Foerfarande foer tvaettning av cyanidhaltiga ugnsgaser som uppstaor i metallurgisk industri
DE3924100A1 (de) * 1989-07-20 1991-01-24 Didier Werke Ag Verfahren zur entfernung von schwermetallen aus abwaessern

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