CH471439A - Giessharzisolation mit einem Schutzüberzug gegen äussere Einflüsse, insbesondere für Hochspannungsgeräte, und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Giessharzisolation mit einem Schutzüberzug gegen äussere Einflüsse, insbesondere für Hochspannungsgeräte, und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Giessharzisolafion mit einem Schutzüberzug gegen äussere Einflüsse, insbesondere für Hochspannungsgeräte, und Verfahren zu ihrer Herstellung Die Erfindung betrifft eine Giessharzisolation mit einem Schutzüberzug gegen äussere Einflüsse, insbe sondere für Hochspannungsgeräte und ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
Hochspannungsgeräte und andere elektrische Anla genteile, wie Stützer und Hochspannungsisolierstücke, mit Giessharzisolation werden vorwiegend unter Innen raumbedingungen eingesetzt, weil die Giessharzoberflä- che gegen atmosphärische Einflüsse nur eine geringe Beständigkeit aufweist. Als schädliche, die Giessharz- isolierungen zerstörende Einwirkungen sind hauptsäch lich die Einflüsse des ultravioletten Strahlungsanteiles des Sonnenlichtes und der im Regenwasser gelösten Salze zu nennen.
Beim Einsatz als Isolationsmaterial für elektrische Geräte ist die geringe elektrische Oberflächenfestigkeit, insbesondere die geringe Kriechstromfestigkeit des Giessharzes, ein wesentlicher Nachteil.
Man hat bereits versucht, diese Nachteile durch Einlagerung von Füllstoffen, wie Tonerdehydrat, Titandioxyd oder Glimmerpulver zu beseitigen. Einla gerungen von Füllstoffen in das Giessharz haben jedoch nur teilweise zu Verbesserungen einzelner Eigenschaften geführt. So wird beispielsweise durch die Anwendung von Titandioxyd zwar die Kriechstromfe- stigkeit erheblich verbessert, doch nimmt die Bestän digkeit gegen atmosphärische Einflüsse nicht wesent lich zu.
Der Abbau der Makromoleküle des Giesshar- zes durch die UV-Strahlung und den chemischen An griff der im Regenwasser gelösten Salze auf das Harz wird nicht verhindert.
Es ist auch bekannt, die Giessharzisolation von elektrischen Geräten mittels eines Überzugs aus hoch- fluorierten Kohlenstoffverbindungen gegen die Ver schlechterung ihres elektrischen Oberflächenwiderstan des durch Witterungseinflüsse zu schützen. Derartige Überzüge werden z. B. als Emulsion auf die Giessharz- isolation aufgebracht, die bei verhältnismässig hohen Temperaturen gesintert wird.
Die hohen Temperaturen wirken sich jedoch sehr schädlich aus, weil eine Zerset- zung des Giessharzes eintritt und die infolge der Erhit zung aus dem Giessharz abgegebenen Gase eine feste Verbindung des Überzugs mit dem Giessharz verhindern. Auch wenn man, wie bei einem weiteren bekannten Verfahren, den als Emulsion oder Lösung auf die Oberfläche aufgebrachten und bei in der Nähe des Sie depunktes des Emulsions- bzw.
Lösungsmittels liegen den Temperaturen getrockneten Schutzüberzug an- schliessend durch kurzzeitige, die Giessharzisolation nur durch Bildung einer dünnen Diffusionsschicht zwi schen Überzug und Giessharz verändernde Einwirkung eines Gas- oder Flüssigkeitsstromen erhöhter Tempera tur auf Sintertemperatur bringt und sintert, erzielt man kein befriedigendes Ergebnis, weil keine geschlossene Deckschicht gegen äussere Einflüsse entsteht und die schädliche Gasabgabe nicht restlos beseitigt ist.
Es ist bei Stützisolation aus Kunststoff weiterhin bekannt, auf den Kunststoffkörper Kunststoffolien hoher Wetterbeständigkeit spiralförmig aufzuwickeln und diese mittels ebenfalls schraubenförmig auf dem Kunststoffkörper angeordneter Kunststoffprofilstränge zu befestigen. Die Realisierung dieses Verfahrens ist in der Praxis mit einem erheblichen Arbeitsaufwand ver bunden und führt weder in mechanischer noch in elek trischer Hinsicht zu einem hochwertigen Schutz gegen äussere Einflüsse, zumal die Kunststoffolien nach län gerem Witterungseinfluss kaum einen besseren Schutz als das Giessharz selbst bieten.
Zweck der Erfindung ist es, die Oberfläche von Giessharzisolierungen gegen atmosphärische Einflüsse beständig zu machen und ihre mechanischen und elek trischen Oberflächeneigenschaften zu verbessern. Der Anwendungsbereich giessharzisolierter Hochspan nungsgeräte und sonstiger elektrischer Anlagenteile wird damit wesentlich erweitert. Nicht zuletzt soll durch die Erfindung auch deren Einsatz in Tropenge bieten mit extremen klimatischen Bedingungen, z. B. bei Pilz- und Insektenbefall, ermöglicht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Auffindung eines brauchbaren Materials für den Schutzüberzug und Entwicklung eines geeigneten Ver fahrens zum Aufbringen des Schutzüberzuges auf die Giessharzisolation zu verhindern, dass Giessharzisola- tionen durch länger andauernden direkten Witterungsein- fluss bei ungeschützter Aufstellung im Freien zerstört oder so geschädigt werden, dass sie für den Anwen dungszweck eine nicht ausreichende Lebensdauer besit zen. Es gilt dabei, mehrere Teilaufgaben zu lösen.
Die Intensität des kurzwelligen Teiles der Sonnenstrahlung ist vor dem Auftreffen auf die Harzmoleküle stark zu dämpfen. Die in der feuchten Luft und im Regenwas ser gelösten Salze, die in der Lage sind, bei länger dauernder Einwirkung die Giessharzstruktur zu zerstö ren bzw. aufzulockern, müssen von einem direkten Kon takt mit der Giessharzoberfläche abgehalten werden.
Das Eindringen von Feuchtigkeit in das Giessharz und von korrosiv wirkenden oder elektrisch leitenden Teil chen in eventuelle Haarrisse und Spalte an den Grenz- flächen zwischen Giessharz- und Füllstoffteilchen muss verhindert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch ge löst, dass auf der Giessharzisolation mindestens eine Glimmerschicht in Form eines fest mit ihr verbunde nen Schutzüberzuges aufgebracht ist. Die Glimmer schichten können aus Glimmerfolien oder überlappt geschichteten Glimmerplättchen bestehen. Glimmer ist besonders geeignet, weil er gegen atmosphärische Ein- flüsse aller Art beständig ist und damit dem Giessharz eine wetterbeständige Oberfläche gibt.
Zur Erzielung einer langen Lebensdauer der Erzeugnisse unter un günstigen Bedingungen können zweckmässigerweise mehrere Schichten aufgetragen sein. Das erfindungsge- mässe Verfahren zur Herstellung einer Giessharzisola- tion mit mehreren Glimmerschichten ist dadurch ge kennzeichnet, dass zumindest die inneren Glimmer schichten des Schutzüberzuges angegossen und zuvor so ausgebildet oder durchbrochen werden, dass sie giessharzdurchlässig sind,
sich jedoch von Glimmer schicht zu Glimmerschicht längere Wege längs einer Glimmerschicht bis zum nächsten Harzdurchlass erge ben.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausfüh rungsbeispiel näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung ist ein Teil eines Giessharzzylinders 1, der als Stützzylinder für den Aufbau von Hochspannungs- prüfanlagen dient, dargestellt.
Der Giessharzzylinder 1 ist mit einem Schutzüber zug 2, bestehend aus drei einzelnen Glimmerschichten 2a, 2b, 2c versehen. In Ausbildung der Erfindung er folgt das Aufbringen des Schutzüberzuges 2 durch An- giessen, wobei für das Angiessen vorzugsweise das Schleudergussverfahren Anwendung findet. Vor dem Vergiessen werden jedoch die beiden inneren Glimmer schichten 2b, 2c mit feinen, in den einzelnen Schichten gegeneinander versetzten Löchern 3 versehen, durch die das Harz bis an die äussere Schicht dringt und auch diese bindet.
Die Glimmerschichten 2a, 2b, 2c werden als Glimmerfolienband mit nichtausgehärtetem Giessharz bzw. Silikonbindemittel in die Schleuderform eingelegt und können in dieser plastischen Form leicht so eingefügt werden, dass die Stirnseiten mit bedeckt werden.
Zur Erhöhung des UV-Anteiles der Sonnenstrah lung werden die äussersten Schichten mit einem zusätz lichen Schutzmittel, z. B. Lack, gegen UV-Strahlen verklebt oder es wird lediglich die äusserste Schicht mit einem Anstrich eines derartigen Schutzmittels ver- sehen. Zur weiteren Verbesserung der mechanischen Festigkeit, der elektrischen Leitfähigkeit oder anderer Oberflächeneigenschaften ist es zweckmässig, den Schutzüberzug mit auf den jeweiligen Verwendungs zweck zugeschnittenen Deckschichten zu versehen, z. B. mit einer Leitsüberschicht, um ein einheitliches elektrisches Oberflächenpotential zu erhalten.
Die Erfindung führt auf einfache Weise zu einem hervorragenden Schutz von Giessharzisolationen und ermöglicht den Einsatz von giessharzisolierten Hoch spannungsgeräten, Stützisolatoren und sonstigen Hoch spannungsisolierstücken unter schwierigsten Bedingun gen im Freien. Die Verwendung von Glimmer als Bau stoff für den Schutzüberzug schafft ausserdem eine gute Haftgrundlage zum dauerhaften und technisch ein fachen Auftragen von halbleitenden Steuerbelägen, z. B. zur Herabsetzung des Ionisationspegels.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Giessharzisolation mit einem Schutzüberzug ge gen äussere Einflüsse, insbesondere für Hochspan nungsgeräte, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Giessharzisolation mindestens eine Glimmerschicht (2) in Form eines fest mit ihr verbundenen Schutzüberzuges aufgebracht ist.1I. Verfahren zur Herstellung einer Giessharzisola- tion nach Patentanspruch I mit mehreren Glimmer schichten, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die inneren Glimmerschichten (2b, 2c) des Schutzüberzu ges angegossen und zuvor so ausgebildet oder durch brochen werden, dass sie giessharzdurchlässig sind, sich jedoch von Glimmerschicht zu Glimmerschicht lange Wege längs einer Glimmerschicht bis zum näch sten Harzdurchlass ergeben.UNTERANSPRÜCHE 1. Giessharzisolation nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Glimmerschichten aus Glimmerfolien bestehen. 2. Giessharzisolation nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Glimmerschichten aus überlappt geschichteten Glimmerplättchen beste hen. 3. Giessharzisolation nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich net, dass der Schutzüberzug mit einer Deckschicht zur weiteren Verbesserung der Oberflächeneigenschaften, versehen ist.4. Giessharzisolation nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht aus einer Silberschicht zur Erzielung eines einheitlichen elektrischen Oberflächenpotentials besteht. 5. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass die Glimmerschichten vor dem Ver- giessen als Glimmerfolie mit einem unausgehärteten Bindemittel, z.B. einem Silikonbindemittel, in die Giessform eingebracht werden, und dass als Bindemit tel das benutzte Giessharz oder ein aushärtbarer Stoff höherer Temperaturbeständigkeit als Giessharz ver wendet wird. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, dadurch ge kennzeichnet, dass die Glimmerschichten durch Schleu- dergussverfahren angegossen werden. 7.Verfahren nach Patentanspruch II und Unteran spruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die äussere Glimmerschicht mit einem Anstrich, z. B. als zusätz liches Schutzmittel versehen wird. B. Verfahren nach Patentanspruch Il und Unteran spruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die äussersten Glimmerschichten mit einem Schutzmittel gegen UV- Strahlen verklebt werden.
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| CH471439A true CH471439A (de) | 1969-04-15 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0196493A3 (de) * | 1985-04-04 | 1989-04-12 | BBC Brown Boveri AG | Verfahren zur Herabsetzung der Wasserdampfdiffusion in einem aus mehreren Schichten bestehenden Kunststoff-Verbundisolator |
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1966
- 1966-08-05 AT AT751566A patent/AT264634B/de active
- 1966-11-23 CH CH1683266A patent/CH471439A/de not_active IP Right Cessation
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| AT264634B (de) | 1968-09-10 |
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