CH476528A - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von kunstlederartigen nicht textilen Materialien durch Beschichten von bewegten Trägerbahnen mit Kunststoffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von kunstlederartigen nicht textilen Materialien durch Beschichten von bewegten Trägerbahnen mit KunststoffenInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von kunstlederartigen nicht textilen Materialien durch Beschichten von bewegten Trägerbahnen mit Kunststoffen Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur kontinuierlichen Herstellung von kunstleder- artigen nicht textilen Materialien durch Beschichten von bewegten Trägerbahnen mit plastischen, vorzugsweise emulgierten Kunststoffen, wobei der Kunststoff vor einem feststehenden Streichmesser auf die Trägerbahn aufgebracht und von dieser in einer dem Durchgangs spalt unter dem Streichmesser entsprechenden Schicht dicke mitgeführt wird.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Schaf fung einer Vorrichtung zur Ausführung dieses Ver fahrens.
Das Aufstreichen plastischer oder flüssiger Kunst stoff-Reaktionsgemische auf Gewebe oder andere be wegte Trägerbahnen zur Herstellung von beispielsweise Kunstleder, Wachstuch und dergleichen wird stark be hindert durch das Austreten von Luftblasen aus der Oberfläche der aufgestrichenen, noch plastischen Kunst stoffschicht.
Die Luftteilchen werden im Verlauf des intensiven Rührvorganges bei der Anfertigung der Aus gangsemulsion mit eingemischt und suchen nach dem Verteilen des Gemisches in vergleichsweise dünner Schichtung auf der Trägerbahn wieder herauszudiffun- dieren. Da jede einzelne Luftblase eine Fehlstelle in der Oberfläche der Deckschicht hinterlässt, beeinträch tigt ihr gehäuftes Auftreten das optische Erscheinungs bild der fertigen Ware und führt in schwereren Fällen zu nicht weiter verwertbarem Ausschuss.
Es wäre zwar denkbar, das Reaktiosgemisch unter gleichzeitiger Ein wirkung von Unterdruck auf die Trägerbahn aufzu bringen, und damit die Entgasung in die einleitenden Verfahrensschritte vorzuverlegen und so weit zu fördern, dass sie nach dem Durchgang durch den Spalt unter dem Streichmesser im wesentlichen abgeschlossen ist. Eine solche Unterdruckbehandlung ist jedoch mit ver gleichsweise hohem technischem Aufwand verbunden und bringt dazu nur schwer beherrschbare Abdichtungs probleme mit sich.
Es ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, welches die beschriebenen Nach teile nicht aufweist.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der Kunststoff in Form einer gegenüber der Trägerbahn mit wesentlich höherer linearer Geschwindigkeit beweg ten Warenbahn von einem Bruchteil der Schichtdicke entsprechender Dicke auf die Trägerbahn aufgebracht wird.
Dies kann beispielsweise so erfolgen, dass der Kunst stoff zunächst auf eine mit wesentlich höherer Geschwin digkeit als die Trägerbahn bewegte Unterlage aufge bracht, auf dieser zu einer Warenbahn von einem Bruch teil der endgültigen Schichtdicke entsprechender Dicke ausgezogen und anschliessend der Trägerbahn zugeführt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ergibt über raschenderweise einen vollständig oder nahezu vollstän dig blasenfreien Aufstrich. Offenbar wird den Luft blasen durch das vorhergehende Ausziehen der Streich masse auf eine vergleichsweise geringe Schichtdicke und die als unmittelbare Folge davon mehrfache Vergrö sserung der Berührungsfläche mit der Aussenluft das Aus diffundieren wesentlich erleichtert, so dass mit dem Ein setzen des eigentlichen Streichvorganges die Entgasung abgeschlossen ist. Der erforderliche Massefluss zu dem Streichmesser wird dabei durch eine entsprechende Er höhung der Zuführungsgeschwindigkeit aufrechterhalten.
Es ist damit auch möglich, Ungleichmässigkeiten in der Masseförderung durch Änderung der Zuführgeschwin- digkeit auszugleichen oder umgekehrt durch Ändern der bestehenden Geschwindigkeitsdifferenz die Schichtbil- dung zu beeinflussen.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist mit verhältnis mässig einfachen Mitteln realisierbar. Eine hierzu ge eignete Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine in Bewegungsrichtung vor dem Streichmesser der Träger bahn angeordnete, mit wesentlich höherer Geschwindig keit als die Trägerbahn angetriebene Unterlage zum Zuführen des Kunststoffes zu der Trägerbahn und Mit- tel zum Verteilen des Kunststoffes auf der Oberfläche der Unterlage.
Die zur vorübergehenden Aufnahme der Kunststoff streichmasse bestimmte Unterlage kann ein endloses Förderband oder eine beliebige andere Transporteinrich tung sein. Vorteilhaft ist sie als in Drehrichtung ange triebene Trommel ausgebildet und mit in bezug auf den Trommelmantel feststehenden Mitteln zum Vertei len des Kunststoffes, beispielsweise in Form eines über die wirksame axiale Breite des Trommelmantels geführ ten, auf einen einem Bruchteil der Schichtdicke auf der Trägerbahn entsprechenden Abstand vom Trommelman tel einstellbaren Streichmessers, versehen. Die Lagerung und Beschickung einer solchen einfachen Trommel er fordern im Vergleich zu mehrteiligen Förder- und Auf gabeeinrichtungen den geringsten Aufwand.
Wenn die Trommel so angebracht ist, dass ihr Umfang sich wenig stens zum Teil auf einem Niveau oberhalb der Träger bahn befindet, kann die Streichmasse leicht unter Schwerkrafteinwirkung mit Hilfe eines Umlenkbleches auf die nachgeschaltete Trägerbahn aufgegeben werden.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, die schematisch ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung darstellt, beispielsweise erläutert.
Die gezeichnete Streichvorrichtung enthält als we sentlichen Bestandteil einen Bandförderer 1 mit einem feststehenden Streichmesser 2. Der Bandförderer wird von der Umlenkrolle 3 in Pfeilrichtung angetrieben und führt die von einem Wickel 4 ablaufende Gewebebahn 5 als eigentliche Trägerbahn mit sich unter dem Streich messer 2 hindurch. im Bereiche des Streichmessers ist unterhalb des Förderbandes ein festes Widerlager 12 beispielsweise in Form einer Blechplatte vorgesehen. Vor dem Streichmesser staut sich die aufgegebene Streichmasse in Form eines Wulstes 6 auf, um nach Passieren der Messerkante eine gleichmässige Deck schicht auf der Gewebebahn 5 zu bilden.
Die chemische Zusammensetzung und die physika lische Beschaffenheit der Streichmasse richten sich nach dem vorgesehenen Verwendungszweck. Im allgemeinen handelt es sich um polymerisierbare Kunststoffe in Form von Wasser-in-Öl-Emulsionen, beispielsweise Vinylver- bindungen wie Styrol, Vinylacetat oder dergleichen, Acryl- und Methacrylsäure-Ester, Vinylidenchlorid, Acrylnitril oder Gemische dieser Verbindungen,
wobei der Emulsion zur Erhöhung der Wasseraufnahmefähig keit auch polymerisierbare ungesättigte Polyester zu gegeben werden können. Die fertig beschichtete Gewebe bahn läuft als Rohling 7 in Pfeilrichtung zu den nicht weiter dargestellten Behandlungsstellen, an denen unter Wärmeeinwirkung das Wasser aus der Emulsion ver dampft und der Kunststoff polymerisiert und ausgehär tet wird.
Der Aufgabestelle A des Bandförderers 1 ist eine Trommel 8 mit einem zugeordneten Streichmesser 9 und angebautem Massebehälter 10 vorgeschaltet. Die Trommel 8 ist in feststehenden Lagern drehbar gelagert und wird über ein nicht gezeichnetes stufenlos verstell bares Regelgetriebe in Pfeilrichtung angetrieben. Das in dem Behälter 10 befindliche und im Verlauf des Ar beitsverfahrens ständig nachgefüllte - symbolisch durch das Bechergefäss 11 angedeutet - in flüssiger Phase vor liegende Reaktionsgemisch wird von dem eine Begren zungswand des Behälters 10 bildenden Trommelmantel geschöpft und zunächst als unregelmässiger Oberflächen belag mitgerissen.
Beim Durchgang unter dem Streich messer 9, das auf einen gegenüber der Schichtdicke des fertigen Rohlings 7 sehr schmalen Spalt über dem Trom melmantel eingestellt ist, wird der Oberflächenbelag zu einer dünnen Schicht ausgezogen, die in Form einer auf der Trommel 8 aufliegenden Warenbahn 13 weiterge fördert und über ein Ablenkblech 14 der Aufgabe stelle A des Bandförderers 1 zugeführt wird.
Die filmartig dünne Warenbahn 13 läuft in konti nuierlichem Fluss von der Trommel 8 ab. Da diese mit. einer im Vergleich zu der Transportgeschwindigkeit des Bandförderers 1 wesentlich höheren Umfangsgeschwin digkeit umläuft, ist stets eine ausreichende blasenfreie Gemischmenge zum Aufbau des Wulstes 6 vor dem Streichmesser 2 vorhanden. Auftretende Unregelmässig keiten können durch Verstellen der Trommeldrehzahl ausgeglichen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von kunstlederartigen nicht textilen Materialien durch Be schichten von bewegten Trägerbahnen mit plastischen, vorzugsweise emulgierten Kunststoffen, wobei der Kunststoff vor einem feststehenden Streichmesser auf die Trägerbahn aufgebracht und von dieser in einer dem Durchgangsspalt unter dem Streichmesser entspre chenden Schichtdicke mitgeführt wird, dadurch gekenn zeichnet, dass der Kunststoff in Form einer gegenüber der Trägerbahn mit wesentlich höherer linearer Ge schwindigkeit bewegten Warenbahn von einem Bruch teil der Schichtdicke entsprechender Dicke auf die Trä gerhahn aufgebracht wird. Il.Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Patentanspruch I, gekennzeichnet durch eine in Bewegungsrichtung vor dem Streichmesser (2) der Trä gerbahn (5) angeordnete, mit wesentlich höherer Ge schwindigkeit als die Trägerbahn angetriebene Unter lage zum Zuführen des Kunststoffes zu der Trägerbahn und Mittel zum Verteilen des Kunststoffes auf der Ober fläche der Unterlage. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass der Kunststoff zunächst auf eine mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als die Trägerbahn bewegte Unterlage aufgebracht, auf dieser zu einer Wa renbahn von einem Bruchteil der vorgesehenen Schicht dicke entsprechender Dicke ausgezogen und anschlie ssend der Trägerbahn zugeführt wird. 2.Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage als in Drehrichtung angetriebene Trommel (8) ausgebildet und mit in bezug auf den Trommelmantel feststehenden Mitteln zum Ver teilen des Kunststoffes versehen ist. 3. Vorrichtung gemäss Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die Trommel mit einem über ihre wirksame axiale Breite geführten, auf einen einem Bruchteil der Schichtdicke auf der Trägerbahn entspre chenden Abstand vom Trommelmantel einstellbaren Streichmesser (9) versehen ist. 4. Vorrichtung gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Trommelumfang sich wenig stens zum Teil oberhalb der Trägerbahn befindet. 5.Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeitsdifferenz zwi schen Trägerbahn und Unterlage bzw. Trommel änder bar ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC0037499 | 1965-11-23 | ||
| CH1670366A CH472916A (de) | 1965-11-23 | 1966-11-22 | Verfahren zum Beschichten von bewegten Textilbahnen mit Kunststoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH476528A true CH476528A (de) | 1969-08-15 |
Family
ID=25718379
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH62868A CH476528A (de) | 1965-11-23 | 1966-11-22 | Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von kunstlederartigen nicht textilen Materialien durch Beschichten von bewegten Trägerbahnen mit Kunststoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH476528A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN114277520A (zh) * | 2021-12-21 | 2022-04-05 | 河南艺龙实业有限公司 | 一种人造革生产用上浆辅助装置 |
-
1966
- 1966-11-22 CH CH62868A patent/CH476528A/de not_active IP Right Cessation
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN114277520A (zh) * | 2021-12-21 | 2022-04-05 | 河南艺龙实业有限公司 | 一种人造革生产用上浆辅助装置 |
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Legal Events
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