CH478238A - Verfahren und Einrichtung zur Vergärung von Gärgut - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Vergärung von GärgutInfo
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Description
Verfuhren und Einrichtung zur Vergärung von Gärgut Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Gärständers und eine Einrichtung desselben.
Es sind Gärständer bekannt, innerhalb welcher die Trester mit Most befeuchtet werden. Im allgemeinen werden Pumpen verwendet, welche den Most unterhalb der Trester ansaugen und damit die Trester überfluten. Bei einer anderen Konstruktion werden die Trester mittels eines Siebes unter den Mostspiegel gedrückt, und die Pumpe saugt den Most über den Trester ab und drückt ihn unter denselben wieder in den Gärständer. Ebenso sind Gärständer bekannt, welche die Trester mit dem Most nach Art eines Rührwerkes ständig oder in gewissen Zeitintervallen mischen.
Diese Einrichtun gen haben den Nachteil, dass ständig beträchtliche Energiemengen für Rührwerke und Pumpen benötigt werden, und dass durch die mechanische Bewegung Trester zerrieben werden und dadurch der Gerbstoff im Most erhöht wird.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einigen Ausführungsformen beispielsweise darge stellt. Die Zeichnungen sind schematisch gehalten.
Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform.
Aus den Fig. 2 und 3 sind Einzelheiten dieser er sten Ausführungsform zu erkennen. In Fig.4 ist eine andere Konstruktion dargestellt. Fig.5 zeigt eine dies bezügliche Einzelheit in anderer Bauart.
In Fig. 1 ist 1 ein Gärständer, welcher an seiner Oberseite einen Überflutraum 2 trägt. Im Gärraum 3 des Gärständers 1 befindet sich der Most 4, auf wel chem der Tresterhut 5 schwimmt. Bei der Gärung ent weicht Kohlensäure, welche den Raum 6 über den Tre- sterhut 5 erfüllt. Durch die Gärung erhöht sich der Druck im Gärständer 1. Der Most 4 wird unter dem Druck der Kohlensäure teilweise durch das Steigrohr 7 vom Gärraum 3 in den überflutraum 2 geleitet.
Im Überflutraum 2 steigt der Mostspiegel und hebt einen Schwimmer 8, welcher in seiner höchsten Stellung einen Schalter 9 betätigt. Durch diesen Schalter 9 wird das Entspannungsventil 10 und das Rückflussventil 11 geöffnet. Beide Ventile sind vorzugsweise mechanische Ventile, welche die Vorteile der präzisen Funktion und der Ausschaltung von Verunreinigungen vereinen; ins besondere werden Mostverfälschungen durch Wasser beimengungen vermieden, die bei der Verwendung von Wasserverschlüssen auftreten können. Die Kohlen säure, welche in einem Gasdom 18 angesammelt ist, entweicht bei Betätigung des Schalters 9 durch das Entspannungsventil 10.
Der Most wird aus dem Über flutraum 2 durch das Rückflussventil 11 über eine Verteileinrichtung 12 in den Gärraum 3 zurückgeführt. Die Verteilvorrichtung 12 ist in Fig. 1 als Sieb darge stellt. Dieses Sieb ermöglicht eine gute Durchfeuchtung des Tresterhutes 5 und eine bessere Ausnützung (Aus- laugung) des Farbstoffes. Dadurch erhält die ganze Einrichtung ihren besonderen Wert für die Rotwein herstellung.
Das Überfluten der Trester erzeugt einen Kühleffekt innerhalb des Gärständers, wodurch die Spontanerwärmung der Maische geringer wird und die Gefahr von Essig- und Milchsäurestich für das Gärgut vermieden wird. Zur Anzeige des Überdruckes im Gär- raum 3 dient ein U-Rohrmanometer 13, welches auch als Überdruckventil Verwendung finden kann. Als Sperrflüssigkeit wird vorteilhaft gereinigter Most oder Wein verwendet. Die Betätigung der Ventile ist durch einen Stromkreislauf 15 beispielsweise symbolisiert.
Anstelle des Stromkreislaufes kann auch eine pneuma tisch oder hydraulische Steuerung Verwendung finden, welche ihre Steuerenergie dem Gärraum 3 entnimmt.
In den Fig.2 und 3 sind verschiedene Stellungen der Einrichtung dargestellt, die in Fig. 1 strichpunktiert umrandet und mit dem Bezugszeichen 20 versehen ist. Fig.2 zeigt die tiefste Stellung des Gärgutspiegels 21 im überflutraum 2. Steigt der Spiegel 21, so nimmt er den Schwimmer 8 mit und mit ihm die Stange 22, auf der Anschläge 23 und 24 angeordnet sind. Nach einem entsprechenden Aufwärtsweg stösst der Anschlag 23 an den Kippschalter 9 an und schliesst den Stromkreis 15, wodurch die Ventile 10 und 11 geöffnet werden. Die geschlossene Stellung des Schalters 9 lässt Fig. 3 erkennen.
Durch das geöffnete Rückflussventil 11 kann der Most aus dem überflutraum 2 in den Gär- raum 3 zurückfliessen, wodurch der Gärgutspiegel 21 im überflutgefäss 2 absinkt. Wenn der Spiegel 21 des Gärgutes im tberflutraum 2 auf den tiefsten Stand ab gesunken ist, öffnet der Anschlag 24 den Kippschalter 9, wodurch die Ventile 10 und 11 wieder geschlossen werden.
Fig.4 zeigt eine Konstruktionsvariante des Gär- ständers. Der überflutraum 2 des Gärständers 1 er streckt sich über den ganzen Deckel des Gärständers. Der Überflutraum 2 weist einen gewölbten Boden auf, an dessen tiefster Stelle ein kombiniertes mechanisches Entspannungs- und Rücklaufventil 1 angeordnet ist. Das Ventil 14 wird auch in diesem Falle vom Stand des Mostspiegels im Überflutungsraum 2 durch einen Schwimmer 8 über einen Stromkreislauf 15 gesteuert.
Die Kohlensäure wird über den Innenraum 16 des Ven- tiles 14 aus dem Gärraum 3 abgeleitet, während der Most aus dem überflutraum 2 über einen ringförmigen Spalt 17 wieder dem Gärraum 3 zugeführt wird. Ober halb des Tresterhutes 5, jedoch unterhalb des Ventiles 14 befindet sieh eine Verteileinrichtung 12, welche für eine gleichmässige Durchfeuchtung und Auslaugung des Tresterhutes 5 sorgt.
Fig.5 veranschaulicht eine andere Ausführungs form der in Fig. 4 strichpunktiert umrandeten Einrich tung, die dort mit 25 bezeichnet ist und die die Ausbil dung des kombinierten Entspannungs- und Rücklauf- ventiles 14 betrifft. Gemäss Fig. 5 sind zwei Ventiltel ler 26, 27 konzentrisch zueinander angeordnet. Der zentrale Ventilteller 26 wirkt als Entspannungsventil, der dazu konzentrische ringförmige Ventilteller 27 als Rücklaufventil. Wird der Stromkreis 15 angeschlossen, so wird zunächst der Ventilteller 26 über die Stange 28 angehoben, so dass die Kohlensäure entweichen kann.
Der Ventilteller 27 ist mit einem zylindrischen Teil 29 verbunden, der über den höchsten Gärgutspiegel hin ausragt, so dass ein Eindringen des Gärgutes in den In nenraum 30 des Zylinders 29 auf alle Fälle vermieden ist und dass Kohlensäure durch diesen Innenraum und Bohrungen 1 an der Stirnfläche des Zylinders 29 und durch Bohrungen 32 im Gehäuse 33 ungehindert ent weichen kann. Das Ventil 27 wird in dieser Bewe gungsphase des Ventiltellers 26 beziehungsweise der Stange 28 durch den Flüssigkeitsdruck des Gärgutes Geschlossen gehalten. Wenn der Ventilteller 26 den Hub 34 zurückgelegt hat, stösst er an den Anschlag 36, der mit dem Zylinder 29 fest verbunden ist.
Dadurch wird nun auch das Ventil 27 angehoben, so dass das Gärgut durch die Öffnungen 37, die sich im Gehäuse 33 unterhalb des tiefsten Gärgutspiegels 21 befinden, und durch das geöffnete Ventil 27 in den Gärraum zurückfliessen kann. Die Rückstellung der beiden Ventilteller in die geschlossene Stellung erfolgt nach Unterbrechen des Stromkreises 15 durch die Feder 38, die in der höchsten Stellung der Stange 28 um die Summe der Hübe 34 und 35 zusammenge drückt wurde.
Die Erfindung ist auf die dargestellten Ausfüh rungsbeispiele nicht beschränkt. Selbstverständlich müssen die Behälter Einfüllöffnungen aufweisen. Aus- serdem können Mannlöcher vorgesehen sein. Der er- findungsgemässe Gegenstand ist zur Behandlung von Gärgut aller Art geeignet, insbesondere zur Herstellung von Rotweinen und Obstweinen, wie Beerenweine usw. Beim Gärständer nach Fig. 1 wird zur Steuerung des Entspannungsventiles 10 und des Rückflussventiles 11 ein elektrischer Stromkreis 15 verwendet.
Das Rück laufventil 11 soll vorteilhaft nach Öffnen des Entspan- nungs-Ventiles 10 öffnen. Aus diesem Grunde kann in der Zuleitung ein Verzögerungsglied 19, z. B. ein Zeit relais, geschaltet werden. Dieses Verzögerungsglied 19 schliesst nach einer gewissen Zeitspanne den Strom kreislauf 15, welcher das Rücklaufventil 11 mit der nötigen Schaltenergie versorgt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Vergärung von Gärgut, insbeson dere von Most innerhalb eines Gärständers, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Gärgutes vom entste henden Gas über ein Steigrohr in ein über dem Gär- raum liegendes Gefäss gedrückt wird und dieser Teil nach Erreichen einer bestimmten Spiegelhöhe in dem Gefäss eine Steuervorrichtung betätigt, welche den Überdruck des Gases im Gärständer abbaut und den Rückfluss des Gärgutes aus dem Gefäss in den Gär- ständer ermöglicht.1I. Gärständer zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Gärständer (1) zwei Räume, nämlich den Gärraum (3) und den überflutraum (2) aufweist, welche durch mindestens ein Steigrohr (7) und ein Ventil (11, 14) miteinander verbunden sind. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass das Gärgut beim Rückfluss über eine Verteilvorrichtung geführt wird, welche den Tre- sterhut, der auf dem Spiegel des Gärgutes im Gärstän- der schwimmt, überspült bzw. befeuchtet, und dass der Tresterhut durch das überspülen ausgelaugt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Steuervorrichtung zuerst den überdruck des Gases abbaut und dann den Rückfluss des Gärgutes ermöglicht. 3.Gärständer nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass im überflutraum (2) Einrichtungen (8) vorhanden sind, welche bei Erreichung eines gewis sen Standes des Gärgutspiegels im überflutraum (2) das Verbindungsventil (11, 14) zum Gärungsraum (3) und ein Ventil (10, 14) zum Abbau des Gasdruckes öff nen. 4.Gärständer nach Patentanspruch 1I und Unter anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrich tungen im Oberflutraum (2) zum Schliessen eines Hilfs- energiekreislaufes (15) dienen, welcher das Verbin dungsventil (11, 14) und das Ventil (10, 14) zum Ab bau des Gasdruckes betätigt. 5. Gärständer nach Patentanspruch 1I und Unter ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass für den Rückfluss des Gärgutes Ventile (11) und für das Entweichen des Gases getrennte Ventile (10) vorgese hen sind.6. Gärständer nach Patentanspruch II und Unter ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass für den Rückfluss des Gärgutes und für das Entweichen des Gases ein kombiniertes Ventil (14) Verwendung findet, in dessen Innerem das Gas entweicht und an dessen Aussenseite das Gärgut auf den Tresterhut ge leitet wird. 7. Gärständer nach Patentanspruch II und Unter ansprüchen 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verteilervorrichtung (12), unterhalb des Rückflussven- tiles (11, 14) angeordnet ist.ä. Gärständer nach Patentanspruch II und Unter ansprüchen 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Betätigungsleitung (15) des Rückflussventiles (11) ein Verzögerungsglied (19) eingebaut ist, welches ein Öffnen des Rückflussventiles (11) erst nach dem Öffnen des Entspannungsventiles (10) bewirkt.<I>Anmerkung des</I> Eidg. <I>Amtes für geistiges Eigentum:</I> Sollten Teile der Beschreibung mit der im Patentanspruch gegebenen Definition der Erfindung nicht in Einklang stehen, so sei daran erinnert, dass gemäss Art. 51 des Patentgesetzes der Patentanspruch für den sachlichen Geltungsbereich des Patentes massgebend ist.
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Also Published As
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