Verfahren zur Veredelung von textilem Behandlungsgut Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veredelung von textilem Behandlungsgut unter Verwendung min destens einer Lösung, welche in feiner Verteilung auf das Behandlungsgut aufgebracht wird.
Bekannt ist in diesem Zusammenhang das Ver fahren zum Besprühen, Trocknen und Fixieren synthe tischer textiler Flächengebilde mit Dispersionsfarbstof- fen, das in der österreichischen Patentschrift Num mer 239 410 veröffentlicht ist. Dabei wird eine hoch konzentrierte Farbstoffdispersion in feiner Verteilung auf vorgequollene textile Flächengebilde aufgesprüht und dann in einem Arbeitsgang getrocknet und fixiert.
Dieses Verfahren ist auf die Behandlung von syn thetischen Textilien mit Farbstoffdispersionen be schränkt, und der Veredelungsprozess erfolgt in verschie denen Behandlungsstationen.
Dieses Verfahren eignet sich nicht für Textilver edelungen, bei denen das Behandlungsmittel während einiger Zeit bei Siedetemperatur in flüssigem Zustand auf dem Behandlungsgut verbleiben muss.
Bekannt ist auch das Verfahren gemäss der britischen Patentschrift Nr. 236 539 zum Färben von textilen Flä chengebilden. Dieses Verfahren bezweckt einen be schleunigten Färbeprozess, wobei die aus diesem Zweck resultierende Aufgabe in der Aufzeigung eines Färbe verfahrens besteht, bei dem das aufgebrachte Färbe mittel unmittelbar nach seiner Aufbringung trocknet.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die zu färbende Oberfläche einer aus Färbemitteln bestehenden Wolke zeitweilig ausgesetzt wird, während das Flächengebilde von unten her in dem Grade erwärmt wird, dass das Färbemittel getrocknet ist, bevor das Flächengebilde die Wolke verlassen hat, so dass das Flächengebilde prak tisch gleichzeitig gefärbt und getrocknet wird. Zu diesem Zweck hat in der Färbekammer eine überhitzte Dampf atmosphäre zu herrschen, und es erübrigt sich natur- gemäss eine nachfolgende Trocknung in einer separaten Trockenkammer.
Anschliessend wird das Textilgut in allen Beziehun gen nach den üblichen Verfahren behandelt und in üblicher Weise zur Fixierung des Färbemittels einer nachträglichen Dampfbehandlung ausgesetzt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun ein Textil veredelungsverfahren, das eine vollständige Veredelung mit einer Lösung ohne jegliches Kochen, Quetschen, Pressen oder Zentrifugieren ermöglicht.
Die Aufgabe, die zu diesem Zweck zu lösen ist, be steht in der Aufzeigung eines Verfahrens, bei dem die Behandlungslösung in feiner Verteilung auf das Behand lungsgut aufgebracht wird, wobei diese Lösung die Siedetemperatur erreicht, ohne dass sie verdampft bzw. trocknet, so dass die für die gewünschte Veredelung not wendigen chemischen Reaktionen auf dem Textilgut ab laufen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Lösung in einer Sattdampfatmosphäre auf das Behandlungsgut aufgesprüht wird, wobei die auf dem Behandlungsgut niedergeschlagene Behandlungslösung ihre Siedetempe ratur erreicht.
Während also beim Verfahren gemäss der britischen Patentschrift Nr. 236 539 das Färbemittel in einer über hitzten Dampfatmosphäre aufgebracht wird, so dass das aufgesprühte Mittel sofort verdampft bzw. trocknet, wird beim vorliegenden erfinderischen Verfahren in einer gesättigten Dampfatmosphäre gearbeitet, wobei Lösungsmittel aus der Umgebung auf dem Behandlungs gut auskondensiert. Durch die frei gewordene Konden sationswärme wird die aufgesprühte Lösung zum Sieden gebracht, so dass die gewünschten chemischen Reaktio nen ablaufen, und es wird gleichzeitig ein Austrocknen des Lösungsmittels verhindert.
Vorteile dieses Verfahrens bestehen darin, dass der ganze Veredelungsprozess mit einer Lösung ausgeführt werden kann, wobei insbesondere ein nachträgliches Fixieren überflüssig wird.
Ein weiterer Vorteil besteht infolge des Aufsprühens der Lösung darin, dass man die aufzubringende Lö sungsmenge verhältnismässig niedrig wählen kann, wo durch die Trockenzeit sowie die Trockenkosten einge spart werden. Ausserdem können Gewebe, die durch Pressen und Quetschen in ihrem Aussehen nachteilig verändert werden, mit Vorteil nach dem erfindungs gemässen Verfahren behandelt werden. Während man bei den bisher üblichen Verfahren 70-100 % Lösung auf das textile Behandlungsgut aufbringt, kann man sich bei dem erfindungsgemässen Verfahren mit 30-4.0 % auf gebrachter Lösung begnügen, wenn man die Konzen tration der aufzubringenden Flüssigkeiten entsprechend hoch wählt.
Ausserdem ist bei dem vorgeschlagenen Ver fahren die zu verdampfende Wassermenge erheblich ge ringer als bei den bisher üblichen Methoden. Die erhal tenen Effekte entsprechen dabei durchaus denjenigen, wie sie mit den bekannten Massnahmen erzielt werden.
Im folgenden wird das Verfahren anhand eines Bei spiels einer Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens erklärt, wobei Fig. 1-5 aufeinanderfolgende Teilansichten der genannten Vorrichtung darstellen.
Die Textilbahn 1, die veredelt werden soll, wird von der Kaule 2 (Fig. 1) abgerollt und durch einen Dämpf- kanal 3 geleitet. Dieser Dämpfkanal 3 ist waagrecht ge führt und dient zum Vorquellen und Fixieren des Be handlungsgutes. Das Ende des Dämpfkanals 3 ist mit dem Sprühtrog 4 verbunden. Zwischen dem Sprühtrog 4 und einer Vortrockenkammer 6 besteht ein Kanal 5. Im Kanal 5 befinden sich Infrathermreflektoren 31 zur Vortrocknung und Vorfixieren des Behandlungsgutes.
Nach dem Besprühen des Behandlungsgutes wird dieses an Infrathermreflektoren vorbei in je zwei Vortrocken- kammern 6 (Fig. 2) geleitet, die mit dem Gegenstrom prinzip arbeiten. Die die Vortrockenkammern 6 verlas sende Luft ist stark mit Feuchtigkeit gesättigt, wobei die Trocknungstemperatur 90-100 C beträgt. Nach dem Verlassen der beiden Vortrockenkammern 6 wird die Textilbahn unmittelbar in eine Fixierkammer 7 einge führt.
Nach dem Fixieren des Behandlungsgutes wird dieses durch einen weiteren Sprühtrog 4' (Fig. 2) und durch einen weiteren Dämpfkanal 3' (Fig. 3) geführt. Dieser Dämpfkanal ist erhöht gelagert, um auch das Behandlungsgut, das nicht geseift oder gespült werden muss, unmittelbar in die vier Waschkästen 8 (Fig. 3 und 4) über Rollen hindurchzuführen. Es kann wahl weise über einen Luftgang in die Waschkästen einfahren oder über den Sprühtrog in die Waschkästen eingefah ren werden. Nach dem Durchgang durch zwei Wasch kästen 8 wird die Textilbahn über ein Absaugorgan 9 geführt.
Entsprechend dem anzuwendenden Verfahren kann nun beim Färbeprozess oder Bleichprozess im Sprüh trog 4" (Fig. 4) mit Appretur- oder Hochveredlungs- lösungen besprüht werden, in den Vortrockenkammern 6' getrocknet und in der Fixierkammer 7' (Fig. 5) fi xiert werden. Beispielsweise kann auf der Anlage Baum wolle in einem Arbeitsgang entschlichtet, gebeucht und gebleicht, appretiert und hochveredelt oder gefärbt und appretiert bzw. hochveredelt werden.
Bei Färbe-, Appre tur- sowie Hochveredelungsprozessen kann anstelle von Wasser Alkohol, z. B. Butylalkohol, oder ein anderes organisches Lösungsmittel verwendet werden. Für die sen Fall muss nach dem Trocknen und Fixieren nicht mehr gewaschen werden. Analog kann beim Bleich-, Appretur- und ,Hochveredelungsprozess verfahren wer den. Andere Färbe- oder Ausrüstungsverfahren können ohne weiteres auf die Anlage abgestimmt werden. Am Auslauf 10 werden die Textilien entweder aufgerollt oder abgelegt. Das Behandlungsgut wird durch die An lage spannungslos geführt.
Im folgenden werden die einzelnen Organe näher beschrieben: Die Textilbahn 1 tritt durch den Schlitz 11 in den luftfreien, waagrechten Dämpfkanal 3. Der aus dem Schlitz 11 austretende Dampf wirkt als Sperrdampf, so dass keine Luft in den Dämpfkanal eintreten kann, wobei das Gebläse 18, das durch den Motor 19 ange trieben ist, den Sperrdampf absaugt.
Eine Deckenisolation 14 gewährleistet die Wärme isolation des Dämpfkanals 3, um den ein Gehäuse 12 einen Luftmantel 13 bildet. Durch Klappen 15 und 15a saugt ein Ventilator 16 in ein Rohr 17 Luft an. Ein Rohr 21, das mit dem Dampfrohr 20 verbunden ist, weist Bohrungen auf, durch die Dampf in den Dämpf- kanal 3 gelangt. Die Kanaldecke 22 ist mittels Heizroh ren 23 beheizt, um jegliche Tropfenbildung zu vermei den. Das Behandlungsgut wird einseitig über Leitwalzen 24 geführt. Der Dampfstrom weist eine Sattdarnpftem- peratur bis 140 C auf. Ein Dampfüberschuss muss stets vorhanden sein.
Am Grund des Dämpfkanals 3 besteht ein Sumpf 47, um mit organischem Lösungsmittel, z. B. Alkohol, vorzuquellen.
Nachdem die Textilbahn den Dämpfkanal 3 durch laufen hat, erfolgt im Sprühtrog 4 die Besprühung mit einer entsprechenden Lösung. Der Dämpfer ist mit dem Sprühtrog 4 so verbunden, dass keine Luft eintreten kann. Der Sprühtrog 4 ist mit einer Haube 25 versehen, die beheizt ist, wodurch eine Tropfenbildung vermieden wird. Der Sprühtrog ist somit luftfrei und wird mit einer konstanten Temperatur beheizt. Das Behandlungsgut wird mit einem Düsensatz 26, der aus Rohren 27, die gegeneinander hin und her rotieren, und aus einzelnen Düsen, die einzeln in sich wieder schwenkbar sind, be steht, ein- oder beidseitig besprüht.
Die Düsenvorrich tung ist gestaffelt mit Lücken angeordnet. überschüssige Lösung wird durch Rohre in einen Behälter 28, der aus rostfreiem Stahl oder Kunststoff besteht, wieder zurückgeführt, wobei der Behälter indirekt oder direkt heizbar ist. Aus dem Behälter wird die Lösung unter Druck zu den Düsen gefördert, von wo sie auf die darunter vorbeilaufenden Bahnen gesprüht wird.
Die Lösung wird, wenn sie in den Behälter 28 durch die Rohre oder durch den Behälterboden zurückgeflos sen ist, immer wieder auf die Ausgangstemperatur auf geheizt und erneut versprüht. Die Rohre werden vom Behälter bis zur Düse beheizt. Die Temperatur des Be hälters wird mittels eines Thermostates konstant gehal ten. Im Behälter 28 befindet sich auf dem Boden ein Filter oder ein Sieb, um die Lösung von Verunreini gungen freizuhalten, damit die Düsen nicht verstopfen. An den Rohröffnungen befinden sich ebenfalls Siebe.
Der Behälter ist mit einer Zirkulationspumpe 29, Mo tor 30, Saug- und Druckleitungen sowie einem Rührwerk mit einem rotierenden Flügelpropeller versehen, der keine Rotation der Lösung bewirkt, wodurch eine Tren nung nach spezifisch schwereren und leichteren Kompo nenten vermieden wird.
Der Sprüheffekt ist von der Lösungsmenge, die pro Flächen- und Zeiteinheit auf die Textilbahn gelangt, ab hängig, und je weiter die Düsen vom Gewebe entfernt sind, um so kleiner ist diese Menge und um so kleiner ist die zur Textilbahn senkrechte Geschwindigkeitskom ponente. Bei dichtem Gewebe kann Druck und die Dü senanzahl erhöht und die Fördergeschwindigkeit des Behandlungsgutes verlangsamt werden.
Die Sprühflüssigkeit wird mit einer bestimmten Temperatur, die von Gewebeart und Verfahren abhängt, versprüht. Das Behandlungsgut soll derart mit Lösung besprüht werden, dass es sich absolut gleichmässig feucht anfühlt. Es ist wesentlich, dass vorerst keine Befeuch tung feststellbar ist und dass infolge von Kondensation schlagartig der Feuchtigkeitsgrad der Sättigung der Tex tilbahn erreicht wird. Die Lösungen sollen in das Faser innere eingedrungen sein.
Vorzugsweise wird die zu versprühende Lösung auf eine Temperatur von über 100 C gebracht, und die Lösung, die mittels Düsen auf das Behandlungsgut auf gesprüht wird, durch eine Einrichtung mit einer Heiz- vorrichtung und einem Gebläse, dessen Ansaugöffnung innerhalb des Troges mündet, in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Im Sprühtrog herrscht gegenüber der Atmosphäre ein leichter Überdruck, wodurch das Ein treten von Luft in den Sprühtrog verhindert wird.
Der Dampf im Sprühtrog wird auf eine über 100 C lie gende Temperatur gebracht und ist in gesättigtem Zu stand, wodurch er bei der Berührung mit dem mit einer Temperatur von 90 C eintretenden Gewebe infolge Teilkondensation Kondensationswärme abgeben kann und die Sprühflüssigkeit schnell auf Siedetemperatur ge bracht wird. Die Sprühflüssigkeit kann intensiver ein dringen, während gleichzeitig die gewünschte chemische Reaktion unter der Einwirkung der Wärme stattfindet. Beim erfindungsgemässen Verfahren, das eine Beschleu nigung des Vorgangs erzielt, ist es somit wesentlich, dass die Siedetemperatur der Sprühflüssigkeit sowohl an der Oberfläche wie auch im Innern des Behandlungs gutes erreicht wird.
Das wird dadurch erreicht, dass die Lösung in einer Sattdampfatmosphäre aufgesprüht wird, wobei die Teilkondensation des Saftdampfes bei seiner Berührung mit dem Gewebe eine augenblickliche Wärmezufuhr bewirkt. Zur Ausübung dieses Verfahrens genügt es somit, die Menge, die Art und die Temperatur der Sprühflüssigkeit, die Geschwindigkeit des Gewebes und die von der betreffenden Kondensation entwickelte Wärmemenge sowie die Heizleistung der betreffenden Vorrichtung und dadurch die zur Verfügung stehenden Dampfmengen zu kennen.
Vor Einführung des Gewebes wird die Luft zweckmässigerweise aus Dämpfer und Sprühtrog verdrängt. Nach dem Besprühen kann das Textilgut sofort getrocknet und fixiert werden. Während man bei den bisher üblichen Verfahren 300 % Lösung und beim Foulard 70-100 % aufbringt, kann man sich bei dem Verfahren mit 40 % angebrachter Lösung be gnügen, wenn man die Konzentration der Komponenten entsprechend hoch wählt. Die zu verdampfende Wasser menge ist daher bei dem neuen Verfahren erheblich ge ringer.
Nachdem das Behandlungsgut im Sprühtrog 4 be sprüht wurde, wird es durch einen Kanal 5 in je zwei 2,5 m lange Vortrockenkammern 6 geleitet. Der Kanal 5 ist unmittelbar an den Sprühtrog angeschlossen, damit keine Luft eintritt, und ist 1/2 m hoch und 2 m lang. In dem Kanal sind Infrathermreflektoren 31 oben und unten angebracht. Diese sind mit einer reflektierenden Schicht versehen.
Das Behandlungsgut wird hier von oben und unten gleichmässig bestrahlt, um einerseits eine Vortrocknung zu erreichen und um anderseits das Behandlungsgut vorzufixieren. Vor Eintritt in die Vortrockenkammern 6 werden die textilen Gebilde mit Warmluft gleichmässig beblasen. In den Vortrockenkammern wird das Prinzip der Gegen stromtrocknung angewendet. Die die Vortrockenkam- mern verlassende Luft ist praktisch mit Feuchtigkeit ge sättigt. Diese Luft wird abgesaugt. Es ist wichtig, dass das Behandlungsgut durch die Vortrockenkammern ge führt wird.
Die Luft wird durch Düsen auf das Be handlungsgut geblasen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Lufttemperaturen immer konstant sind. Die Trockenluft wird von einem Ventilator durch Heiz register geblasen und über einen Einblasekanal durch Düsen gleichmässig verteilt. Die Absaugung der gesättig ten Luft erfolgt durch einen entgegengesetzten Ventila tor, der mit einem Schlitz versehen ist.
Anschliessend wird das Behandlungsgut in die an grenzende Fixierkammer 7 eingefahren. Die Fixier kammer ist eine Kombination aus einer Heissluftfixier- kammer und einem Dämpfer. Sie ist 6 m lang, entspricht in der Höhe den Vortrockenkammern und ist wie ein Heissluftfixierfeld gebaut, jedoch in der Mitte so kon struiert, dass man durch Herausziehen von isolierten Platten ein Heissluftfixierfeld oder durch Einschieben von Platten einen Dämpfer erhält. Die Deckplatte 32 ist beheizbar, damit sich während des Dämpfens keine Tropfen auf dem Behandlungsgut absetzen. Auf dem Boden ist ein Sumpf 33, der durch Rohre heizbar ist.
Über dem Sumpf befindet sich ein Siebboden 39, der eine gleichmässige Dampfverteilung bewirkt. Temperatur und Dampf sind während des Dämpfens aufeinander ab gestimmt und konstant zu halten. Der Dämpfer muss luftfrei sein und einen gewissen Dampfüberschuss be sitzen. Es ist möglich, wahlweise neutral und sauer zu dämpfen, indem am Ende des Dämpfers ein Rohr 35 vorgesehen ist, durch das die Säure in den Sumpf ge leitet werden kann. Wird nicht gedämpft, sondern heiss luftfixiert, so werden links, rechts und oben die Platten herausgezogen und der Sumpf, d. h. in diesem Fall das Wasserbad, geht in den Kanal, Temperatur der Heiss luftfixierung bis 220 C. Das Behandlungsgut wird auch hier durch Rollen hindurchgeführt.
Bei der Heissluft fixierung kann man mit Gas oder öl oder elektrisch heizen.
Bei einer Heissluftfixierung kann eine stufenförmige perforierte Platte eingeschoben werden, so dass das Be handlungsgut auch von unten mit Warmluft beblasen werden kann. Die Heissluftfixierung erfolgt im Gegen strom. Die Luft wird von vorn her auf die Waren bahnen geblasen. Die gesättigte Luft wird auf der Gegen seite wieder abgesaugt. Auf dem Weg zu den Düsen muss der Druckverlust gering gehalten werden, um die von den Ventilatoren erzeugte Arbeit möglichst voll kommen für die Trocknung auszunutzen. Da der Druck verlust dem Quadrat der Geschwindigkeit proportional ist, muss die Luft der Düsen mit kleiner Geschwindigkeit zugeführt werden.
Oberhalb der Düsen 48 ist ein Dü senkasten 49 angeordnet, den die Luft infolge des gro ssen Querschnitts mit kleiner Geschwindigkeit durch strömt.
Ausserdem wird durch die Windkesselwirkung des Düsenkastens eine gleichmässige Beaufschlagung der Dü sen über ihre Länge erzielt. Die Anordnung des Ge bläses direkt an diesem Düsenkasten bringt infolge des kurzen Luftweges eine weitere Verringerung des Druck verlustes mit sich. Es ist allerdings dabei zu beachten, dass die Umwandlung der im Gebläse erzeugten kineti schen Strömungsenergie (dyn. Druck) in statischen Druck beim Eintritt in den Düsenkasten möglichst ver lustfrei vor sich geht.
Das wird durch Einbau eines Diffusors 50 erreicht. Die Luft wird den Düsenaggregaten 48 durch Doppel ventilatoren zugeführt, die sich unterhalb der Düsen aggregate befinden und mit diesen durch Kanäle ver bunden sind. Der Antrieb der Ventilatorgruppe erfolgt durch Einzelmotore. Die Lufterhitzer sind an beiden Seiten der Düsenaggregate angeordnet und können nach Bedarf teilweise ab- oder zugeschaltet werden. Die zwi schen den Düsen seitlich von der Ware abziehende Luft wird durch die Ventilatoren der Ware zum Teil wieder zugeführt. Die Abluft wird durch einen besonderen Ventilator ins Freie befördert.
Die Düsen sind in einem Düsenkasten vereinigt, der mit den Ventilatoren eine Einheit bildet und als geschlossenes Aggregat aus der Maschine, ohne Lösen von Befestigungsschrauben, her ausgehoben werden kann. Der Düsenkasten enthält Leit- bleche zur gleichmässigen Verteilung der Luft auf die gesamte Warenbreite. Die Düsen der ober- und unter halb der Warenbahn angeordneten Düsenkästen stehen sich genau gegenüber. Die von den Ventilatoren umge wälzte Umluft wird vor ihrer Wiedererwärmung in dem seitlichen Heizkörper durch vorgeschaltete Doppelsiebe gereinigt. Durch kleine Luftmengen und grosse Quer schnitte der Heizkörper und der Siebe wird der Lei stungsbedarf niedrig gehalten.
Bei dieser Fixierung kön nen Temperaturen bis 220 erreicht werden.
Wenn mit Sattdampf fixiert wird, werden die Düsen durch Klappen geschlossen und links und rechts sowie oben eine Platte eingeschoben. Durch die doppelwan dige Deckplatte 32 laufen Heizrohre 36. Diese Rohre 36 werden von aussen angeschlossen. Unten auf dem Boden befindet sich eine Wanne 34. Durch ein Wasser leitungsrohr 37 kann Wasser in die Wanne geführt wer den. Weiterhin ist links unten ein weiteres Rohr mit Trichter angebracht, um Säurezusätze oder andere Che mikalienzusätze zu dem Wasserbad oder dem so ge nannten Sumpf zu geben.
Innerhalb der Wanne sind perforierte Dampfrohre 38 vorgesehen, um das Wasser bad oder den Sumpf zu heizen. Über dem Wasser be findet sich ein Sieb 39, um den direkten Dampf von dem Behandlungsgut abzuhalten. Dieser Dämpfer kann bis zu einer Temperatur bis zu etwa 220 erhitzt wer den. Bei der Heissdampffixierung wird das Wasser aus der Wanne abgelassen und überhitzter Dampf durch die Dampfrohre eingebracht. Die Bleche oder Platten werden herausgezogen. Der Dämpfer muss auch hier luftfrei sein. Die so geschaffene Dampfatmosphäre bil det einen Schutz gegen Gewebeschäden, da der schädi gende Einfluss des Luftsauerstoffs praktisch ausgeschal tet ist.
Die Gebläse sind wahlweise einstellbar für Höchst leistung und Sparschaltung. Der durch die laufende Ver dampfung entstehende Dampfüberschuss wird durch die Warenein- und -auslassöffnungen des Trockners heraus gedrückt. Anstelle dieses kombinierten Dämpfers mit Heissluftfixierung kann eine Infrathermkammer mit zwei Strahlerkästen oder einem Strahler verwendet werden. Die Strahlerkästen werden wieder in zwei Kammern un terteilt.
Jede Kammer hat links und rechts je drei Reihen, die je vierzehn Reflektoren aufweisen.
An der Seite der Fixierkammer befinden sich links und rechts zwei Randstrahler. Die Strahlerkästen sind nicht schwenkbar, aber auseinander- und zusammen fahrbar. Die textilen Flächengebilde werden mit Nadel kettengliedern über eine Walze, die nicht beheizt ist, in die Fixierzone eingeführt und dort fixiert. Unmittel bar unter der Fixierzone befindet sich die Kühlzone, wo die textilen Flächengebilde sofort gekühlt werden. Die in der Fixierkammer eingebauten Elemente sind leicht auswechselbar.
In der Fixierkammer wird die für die Fixierung notwendige Energie in Form von Strahlungs energie zugeführt. Die Neuorientierung findet unter Ein fluss dieser Strahlen statt, ohne dass die unerwünschten höheren Temperaturen an der Faseroberfläche auftre ten, da das Innere des textilen Gebildes kühl ist und durch Ableitung der Wärme nach innen eine zu hohe Oberflächentemperatur verhindert wird. Daraus erge ben sich eine Reihe von Vorteilen, die vollkommen neue Gesichtspunkte bei der Ausrüstung von Geweben brin gen. Die Farbumschläge sind, wenn überhaupt vorhan den, sehr gering.
Eine Sublimierung der Farbstoffe tritt nicht mehr nur in geringem Umfange auf, ebenso keine Veränderungen an der Warenoberfläche, und man er hält einen vollen angenehmen Griff.
Die Farbstoffaufnahmefähigkeit wird nicht verän dert. Bei der Fixiergeschwindigkeit werden sehr gute Restkrumpfwerte erzielt. Bei sehr empfindlichen Farb stoffen kann während des Fixierens gekühlt werden.
Es werden Stahl-Reflektoren verwendet, die mit einer Chrom-Nickel-Legierung überzogen sind. Diese Legierung bewirkt eine bessere Reflexion. Die Wärme abgabe des Strahles hängt von der Wellenlänge der In frarotstrahlen ab. Das Strahlungsspektrum muss mög lichst mit dem Absorptionsspektrum des Trockengutes, das bei den verschiedenen Textilien unterschiedlich ist, übereinstimmen. Mit höherer Strahlungstemperatur nimmt die Wellenlänge der Strahlung ab.
Die Wellen länge liegt bei 2,8 my. Ferner kann anstelle des Dämp fers oder der Infrathermfixierung eine Sattdampf/ Infrathermfixierung treten oder eine Heissluftfixierung allein.
Nachdem die textilen Flächengebilde den Fixierungs- kasten verlassen haben, werden sie im anschliessenden Sprühtrog 4' nochmals besprüht. Das Behandlungsgut kann hier mit Seifen-, Oxydations-, Reduktions-, Ent- wicklungs-, Nachbehandlungs- oder sonstigen Lösungen besprüht werden und wird nun in den höher gelegten Dämpfkanal 3' eingefahren. Der Dämpfkanal 3' ist ab sichtlich höher gelegt, damit die Gewebe, die nicht ge seift oder oxydiert oder gespült werden müssen, gleich vom Sprühtrog 4' in die Waschkästen 8 eingefahren werden können.
Für das Behandlungsgut, das noch eines Luftganges bedarf, wie z. B. Naphtol, Indigosol usw., ist vor dem Dämpfer eine entsprechende Vorrich tung 46 vorgesehen. Der Dämpfkanal 3' verfolgt hier den Zweck, dass z. B. die Seifen-, Oxydations-, Ent- wicklungs- oder Nachbehandlungslösungen beim Dämp fen sehr intensiv gestaltet werden können. Ebenso kann im Sprühtrog 4' auch kalt oder mit einer vorgeschriebe nen erhöhten Temperatur besprüht werden.
Nachdem das textile Behandlungsgut den Dämpfka- nal verlassen hat, wird es in vier Waschkästen 8 im Ge genstromprinzip über Rollen 40 hindurchgeführt. In den Waschkästen sind die entsprechenden Temperaturen durch Thermostate einstellbar. Die Waschkästen sind aus nichtrostendem Stahl oder Kunststoff hergestellt. Sie werden indirekt mit Dampf beheizt. Zwischen den einzelnen Waschkästen sind Trennwände 51 eingefügt.
Nach dem zweiten und vierten Waschkasten ist je ein Absaugorgan 9 bzw. 9' von 25 cm Breite angeordnet, um das Gewebe von den Chemikalien oder der Spül flüssigkeit zu befreien. Die Absaugung besitzt den gro- ssen Vorteil, dass die textilen Flächengebilde sehr scho nend behandelt werden und vollkommen gleichmässig entwässert werden. Für die Entwässerung knitteremp findlicher sowie solcher Gewebe, die nicht gepresst wer den dürfen, wie z. B. Plüsch, Kunstseiden-Zellwoll- gewebe oder Stoffe mit Ripsbildung, bei denen die Bin dung gut sichtbar bleiben soll, z.
B. Rips, Popeline, Drell, Cord, Pique und ähnliche Gewebe, ist das be kannte Abquetschen mit Walzen nicht geeignet.
Die Öffnung des Saugkörpers besteht aus einem fein perforierten nichtrostenden Mundstück 41. Unterhalb des Saugkörpers befindet sich ein Vakuumkessel 42, in dem die abgesaugte Flüssigkeit gesammelt und über ein automatisches Ventil 43 abgelassen wird. Zur Er zeugung des Vakuums dient eine Wasserringpumpe 44. Es kann auch eine Pressluft- oder Druckluftpumpe Ver wendung finden, wobei der Druck 0,75 at beträgt. Die Wasserringpumpe ist unempfindlich gegen eingedrun gene Verunreinigungen, so dass sich ein Sieb im Saug körper erübrigt, das eine periodische Reinigung erfor derlich machen würde.
Die Höhe des Vakuums wird durch einen Vakuummeter angezeigt und durch ein Sicherheitsventil begrenzt, so dass Überlastungen der Pumpe vermieden werden. Der Unterdruck darf nicht beliebig gross sein, da die Gewebe durch den Sog an den Absaugorganen in der Länge gedehnt werden und reissen können. Nach Stillstand der Maschine würde bei weiterer Einwirkung des Vakuums auf der Textilbahn ein Saugstreifen entstehen. Aus diesem Grund öffnet sich automatisch mit dem Abschalten der Maschine ein Ventil 45 in der Saugleitung, durch das Luft einströmen kann und das sich beim Anfahren der Maschine wieder schliesst.
Die Leistungsaufnahme der Pumpe beträgt 8 KW und der Leistungsbedarf pro Waschkasten 11 KW.
Nachdem das Behandlungsgut die vier Waschkästen und die beiden Saugkörper passiert hat, wird es getrock net und abgelegt oder der anschliessenden Appretur und Hochveredelungsprozedur unterworfen. Zu diesem Zweck wird es nach der Absaugung durch einen schon be schriebenen Sprühtrog 4" hindurchgeführt, wo es mit Appretur-, Hochveredelungs-, Flammschutz-, wasserab stossenden oder sonstigen Komponenten besprüht wird. Es wird dann in den Trockenkammern 6' mit Heissluft getrocknet und in der Fixierkammer 7' entweder mit Heissluft oder Infratherm fixiert und im Auslauf 10 aufgerollt oder abgelegt.
Die gesamte Anlage ist auch für Flocke und Garn anwendbar, für Flocke muss ein endloses Band, z. B. ein feines Siebband, und für Garn müssen mehrere Rollen eingebaut werden. Das Garn muss ganz eng zusammen gelegt werden, d. h. Strang an Strang.
Bei Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die Behandlungszeiten erheblich gekürzt; Kohle, Elektrizität, Wasser und Chemikalien werden eingespart. Ausserdem wird eine weitergehende Personaleinsparung bei gleichzeitiger Produktionssteigerung und eine weit gehende Schonung des Textilgutes erzielt, und eine Ab wasserverunreinigung wird vermieden.
Im Rahmen dieser Erfindung können anstelle der Waschkästen auch Sprühtröge eingesetzt werden. Ferner ist es möglich, die erforderlichen Lösungen mit Ver dickung aufzusprühen.