Stahlhalterspannkopf für Drehbänke Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stahlhalter spannkopf für Drehbänke.
Es ist ein Spannkopf für Schnellwechselstahlhalter für Drehbänke bekannt, bei dem auf zwei einen Winkel bildenden Seiten für die Anbringung von Werkzeugträ gern ein gemeinsames Spannorgan vorgesehen ist, das gegen die Winkelkante zu verschiebbar ist und zum Festmachen eines Werkzeugträgers mit seinen Halte klauen, die eine schwalbenschwanzförmige Haltenut bilden, auf der einen oder der anderen Seite dient.
Der Nachteil dieses Spannkopfes besteht darin, dass der Werkzeughalter dadurch festgespannt wird, dass er von der schmalen, als Anlegefläche dienenden Führungs seite des Spannorgans in Richtung zu dem Berührungs punkt zwischen Werkzeug und Werkstück, also gegen die Winkelkante, gezogen wird, während die andere Halteklaue an einer breiten Fläche des Halteblocks des Spannkopfes selber anliegt.
Dadurch, dass die vordere Halteklaue des Werkzeugträgers gegen die schmale Anliegefläche des Spannorgans gedrückt ist, wird der zwischen Werkstück und Werkzeug entstehende Druck samt seinen Schwankungen über den Werkzeugträger auf das Spannorgan übertragen, was eine Lockerung des Spannorgans oder zumindest eine geringere Festigkeit und Stabilität der Werkzeugabstützung bewirkt. Ausser- dem kann dieser Spannkopf jeweils nur einen Werkzeug träger aufnehmen.
Es ist ein weiterer Spannkopf für Wechselstahlhalter für Drehbänke bekannt, bei dem zwei Spannorgane gleichzeitig durch einen einzigen Bedienungshebel mit Exzenter betätigbar sind. Doch ist es kaum möglich, zwei Werkzeugträger, die auch bei grösster Genauigkeit ge wisse Unterschiede aufweisen, mit einem einzigen Hebel gleichzeitig genau und gleich fest aufzuspannen. Die Befestigung mindestens eines von ihnen muss unweiger lich ungenügend sein.
Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, einen Stahlhalterspannkopf für Drehbänke zu schaffen, der die vorgenannten Mängel vermeidet. Dabei sollen an dem neuen Spannkopf gleichzeitig zwei Werkzeugträger befe- stigbar sein.
Dieser Stahlhalterspannkopf für Drehbänke besitzt zwei in einem Winkel zueinander angeordnete Seitenflä chen, deren jede mindestens eine Schwalbenschwanz führung zur Befestigung abnehmbarer und auswechsel barer Stahlhalter aufweist, sowie je einen in einer Nut angeordneten Spannriegel, dessen eine Seitenfläche an der Grundfläche der Nut anliegt, während die andere Seitenfläche der mit den Schwalbenschwanzführungen versehenen Seitenfläche des Spannkopfes entspricht.
Gekennzeichnet ist der Stahlhalterspannkopf nach dieser Erfindung dadurch, dass jedem Spannriegel ein separates Betätigungsorgan zugeordnet ist, durch das er in der Nut unabhängig von dem andern Spannriegel längsverschiebbar und feststellbar ist. Der Winkel, in dem sich die beiden Seitenflächen schneiden, beträgt zweckmässig 90 , 75 oder 60 .
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht. Es zeigt: Fig. 1 den Grundriss eines Stahlhalterspannkopfes und strichpunktiert angedeutet ein Werkstück und zwei gleichzeitig an dem Spannkopf befestigte Stahlhalter mit Werkzeugen, Fig. 2 einen Spannriegel ebenfalls im Grundriss und Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch einen Teil des Spannkopfes längs der Linie III-III in Fig.1.
In den Fig. 1 bis 3 ist 10 der Spannkopf und 11 und 12 sind seine obere bzw. untere Fläche. Zwischen diesen Flächen 11, 12 erstrecken sich die beiden Seitenflächen 13 und 14, die am vorderen Ende des Spannkopfes 10 einen Winkel von 75\ bilden, und die Rückfläche 15, die zylindrisch ausgebildet ist. Auf den Seitenflächen 13, 14 verlaufen in senkrechter Richtung Erhöhungen 16 und 17, zwischen denen sich Aussparungen 18 befinden.
über einen Teil jeder Seitenfläche ist in Seitenlängsrich tung auf halber Höhe (Fig. 3) je eine rechteckige Nut 19 bzw. 20 vorgesehen, die an der Vorderkante der Aussen fläche 21 der Erhöhung 16 beginnt und in der zylindri schen Rückfläche 15 endigt. 22 ist eine durch den Spannkopf hindurchgehende, bei 23 abgesetzte Befesti gungsöffnung.
In jeder Nut 19 bzw. 20 ist ein Spannriegel 24 bzw. 25 untergebracht, dessen Grundriss aus Fig. 2 her vorgeht und der im Vertikalschnitt rechteckig ist. Der Spannriegel 24 gleicht dem Spannriegel 25 spiegelbild lich.
Jeder der beiden Spannriegel 24, 25 ist in seiner Nut in Längsrichtung verschiebbar und so ausgebildet, dass sein Umriss dem Umriss der zugehörigen Nut 19 bzw. 20 entspricht.
Wenn die Spannriegel 24, 25 so in den Nuten 19, 20 liegen, dass ihre Aussenflächen mit denen der Seitenflä chen 13, 14 fluchten, befinden sich die Spannriegel in neutraler Stellung, in der die beiden Stahlhalter 26 und 27 von denen der Stahlhalter 27 kürzer ausgebildet ist, auf die Schwalbenschwanzführungen 16, bzw. 16, 17 aufgeschoben werden können. Durch Verschieben des Spannriegels 25 in Richtung zur zylindrischen Rückfläche 15 wird der kürzere Stahlhalter 27 zwischen der Füh rungsfläche 28 der Erhöhung 16 am Spannkopf und der Führungsfläche 29 des Spannriegels 25 festgespannt.
Durch Verschieben des Spannriegels 24 wird der längere Stahlhalter 26 zwischen der Führungsfläche 30 der Erhö hung 16 am Spannkopf und der Führungsfläche 31 des Spannriegels 24 festgespannt.
Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, beträgt die notwendige Verschiebung der Spannriegel 24, 25 zwi schen der neutralen Stellung und der Spannstellung, in der Stahlhalter 26, 27 festgespannt sind, nur etwa 1 bis 2 mm Der Schnitt in Fig. 3 veranschaulicht das eine Betätigungsorgan 32 zum Betätigen des Spannriegels 24. Das Organ 32 sitzt in der in den Fig. 1 und 3 angedeuteten Weise in einer durch den Spannkopf 10 und durch den Spannriegel 24 hindurchgehenden Öff nung.
Das Betätigungsorgan 32 besteht aus einem Schaft, der im oberen Bereich 33 mit einem Gewinde, daran anschliessend mit einem sich vom Gewinde weg verjün genden Keelstumpf 34 und, an den kleinsten Quer schnitt des' Kegelstumpfes bei 35 anschliessend, mit einem zylindrisch ausgebildeten Zapfen 36 versehen ist.
Entsprechend dem Betätigungsorgan 32 ist die Öff nung 37 im oberen Teil des Spannkopfes 10 mit einem Gewinde versehen und die Öffnung 38 im unteren Teil des Spannkopfes 10 passend zu dem Zapfen 36 des Organs 32 ausgebildet. Der Spannriegel 24 besitzt an der für die Öffnung vorgesehenen Stelle im oberen Teil eine zylindrische Bohrung 39, die sich nach unten konisch verjüngt. Der zylindrische und der konische Teil der Öffnung im Spannriegel 24 sind so gewählt, dass sie einen grösseren Durchmesser aufweisen als dem entspre chenden Querschnitt durch den Teil 33 bzw. 34 des Betätigungsorgans 32, den sie umfassen, entspricht.
Um den Spannriegel 24 mittels des Betätigungsor gans 32 aus der neutralen Stellung in die Spannstellung zu bringen, ist die Öffnung für das Betätigungsorgan 32 im Spannriegel 24 so angeordnet, dass der Kegelstumpf 34 des Betätigungsorgans 32 beim Einschrauben in das Gewinde der Öffnung 37 des Spannkopfes 10 an die in Fig. 3 rechts gelegene Kegelstumpfwand im Spannkopf 10 gerade zum Anliegen kommt, wenn des Spannorgan sich in neutraler Stellung befindet, und dass durch weiteres Hineinschrauben des Befestigungsorgans 32 in den Spannkopf 10 der Spannriegel solange nach rechts verschoben wird, bis das Festspannen eines Stahlhalters 26 erreicht ist.
Sobald zum Lösen des festgespannten Stahlhalters 26 das Betätigungsorgan 32 wieder soweit aus dem Spann kopf 10 herausgeschraubt ist, dass der Spannriegel wieder frei ist, kann er von Hand oder mit Hilfe einer in Fig. 3 veranschaulichten Einrastvorrichtung 40 wieder in die neutrale Stellung zurückgebracht werden.
Die Einrastvorrichtung 40 besteht aus einer Maden schraube 41, einer zylindrischen Feder 42 und einer Kugel 43. In einer durchgehenden Gewindebohrung 44, die im oberen Teil des Spannkopfes 10 angeordnet ist, und unter der im Spannriegel 24 eine kegelförmige Ausnehmung 45 vorgesehen ist, wird zuerst die Kugel 43 und darüber die Feder 42 angeordnet und schliesslich die Madenschraube 41 in die Bohrung 44 einge schraubt.
Wenn die Kugel 43 in der Ausnehmung 45 liegt, befindet sich der Spannriegel 24 in seiner neutralen Stellung. Wenn er in die Spannstellung verschoben wird, wird die Kugel 43 gegen den Rand der Ausnehmung 45 gehoben. Die Spannung der Feder 42 kann so gewählt werden, dass sie über die Kugel 43 den Spannriegel 24 in die neutrale Stellung zurückdrückt, wenn er nicht mehr in der Spannstellung zurückgehalten wird.
Die Einrastvorrichtung 40 ist vorgesehen, um zu verhindern, dass der ungespannte Spannriegel 24 aus der Nut 19 des Spannkopfes 10 herausfällt. In Fig. 3 ist der Spannriegel 24 in Spannstellung gezeichnet, jedoch die Einrastvorrichtung gleichwohl aus Gründen der Verein fachung so dargestellt, als wenn der Spannriegel in neutraler Stellung wäre.
Die Öffnung für das Betätigungsorgan 32 im Spann riegel 24 muss nicht kreisrund, sondern kann auch oval ausgebildet sein, wobei ihr kleinster Durchmesser etwas grösser sein muss als der Durchmesser des kleinsten Querschnittes des Kegelstumpfes 34 am Betätigungs organ 32.
Was vorstehend für den Spannriegel 24 und das Betätigungsorgan 32 gesagt, wurde, gilt sinngemäss auch für den Spannriegel 25 und das Betätigungsorgan 32.
Die Wahl eines Winkels von 90 , 75 oder 60 zwischen den Seitenflächen 13, 14 des Spannkopfes ermöglicht es, diesen als drehbaren Aussenteil des Revolverkopfes einer Drehbank mit dem Teilrad dessel ben in Winkelstellung zu arretieren, die jeweils um 15 auseinander liegen.