Vorrichtung zum Abheben oder Aufsetzen eines in den obern Rand eines Hochdruckbehälters einsetzbaren verriegelbaren Deckels Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abheben oder Aufsetzen eines in den oberen Rand eines Hochdruckbehälters dicht einsetzbaren, mittels eines Sicherheitsverschlusses verriegelbaren Deckels.
Diese Vorrichtung kann vorteilhaft an Behältern in Form von Rohren, Druckbehältern für Filter, Reak tionsbehältern für chemische Zwecke und an Speichern oder Druckbehältern für andere Zwecke verwendet werden.
Bekanntlich können auf diesen Anwendungsgebie ten sehr hohe Innendrücke entweder normalerweise er forderlich sein, oder ausnahmsweise oder unerwünscht entstehen; so können Überdrücke von einigen Atmo sphären bis zu einigen hundert Atmosphären auftreten. Das Druckmittel im Behälter kann gasförmig oder eine Flüssigkeit sein. Insbesondere wird auch bei Flüssig- keits- oder Gasfiltern häufig mit Filterbehältern mit hohen Innendrücken gearbeitet.
In diesen Fällen müssen die Deckel der Druckbe hälter häufig zum Einbringen oder zur Entnahme einer Füllung oder zu deren Kontrolle oder Ergänzung geöff net werden. Es besteht dann grosse Gefahr für die Be dienungsperson, wenn der Behälterdeckel geöffnet wer den kann, solange noch erheblicher Überdruck im Be hälterinnern herrscht. Man hat deshalb die bekannten Behälterdeckel oder die Druckbehälter selbst mit einem Druckentlastungsventil versehen, um den Behälterin nendruck sich erst durch Öffnen des Ventiles mit dem Aussendruck der Atmosphäre ausgleichen zu lassen, bevor der Behälterverschluss geöffnet wird. Die be kannten Verschlüsse gewährleisten aber nicht, dass die Druckentlastung wirklich vorgenommen wurde, ehe der Behälterverschluss geöffnet wird.
Hierdurch entstehen Gefahren beim Öffnen des Behälters nicht nur für die Bedienungsperson, sondern auch eine Gefahr, dass der Verschluss beim Öffnen durch den inneren Überdruck beschädigt wird, wenn er zunächst teilweise geöffnet wurde. Zudem ist das Befestigen des Deckels am Be hälter und das Abnehmen des Deckels vom Behälter umständlich, und das Abnehmen ist für den Verschluss bei innerem Überdruck gefährlich.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Vor richtung zum leichten und sicheren Abheben oder Auf setzen des Behälterdeckels eines Druckbehälters, der durch einen Sicherheitsverschluss verriegelbar ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist dadurch ge kennzeichnet, dass eine Gewindespindel in einer Spin- delmutter und diese drehbar und axial uriverschiebbar in einer Bohrung eines an dem oberen Behälterrand abstützbaren Auflagergliedes gelagert ist, dass das Ge windeende der Spindel in eine Gewindebohrung des Behälterdeckels einschraubbar ist und dass die Spindel durch Drehen der Spindelmutter zum Abheben oder Aufsetzen des Deckels relativ zum Behälter axial ver stellbar ist.
Zum Einpressen des Deckels samt Dichtring in die Bohrung seines Sitzes am Behälter können am oberen Rand des Halterahmens des Behälters Halteglieder, z. B. Haken, vorgesehen sein, in die oder an denen das Auflagerglied vorübergehend eingerastet bzw. nach oben abgestützt werden kann.
In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungs form der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Abhe ben oder Aufsetzen des Deckels eines Druckbehälters beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch eine Vorrichtung zum Abheben oder Aufsetzen des gelösten Deckels in der Stellung, in der die Vorrichtung zum Abheben des Deckels bereit ist; und Fig.2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 3.
Gemäss Fig.l ist der abgebrochen dargestellte Druckbehälter 3 an seiner Innenseite mit einer Ringnut 33 versehen, in welche bei geschlossenem und verrie geltem Deckel nicht dargestellte Verriegelungsglieder eingreifen. Die Vorrichtung zum Aufheben oder Auf setzen des Deckels ist mit 1 bezeichnet.
Der Behälter weist an seiner Innenseite unterhalb der Ringnut 33 eine zylindrische Dichtfläche 4 für die Aufnahme des gebrochen dargestellten Behälterdeckels 5 auf, dessen Aussendurchmesser zweckmässig etwas kleiner ist als der Innendurchmesser der Behälterbohrung. Ferner schafft ein vorspringender Bund (nicht dargestellt) am unteren Ende der Dichtfläche 4 eine schmale, ringför mige Auflagefläche, auf der sich der Deckel 5 in seiner Schliesstellung aufsetzt.
In dieser Stellung ist der Dek- kel 5 mittels eines in eine Umfangsnut eingepressten O-Ringes (nicht dargestellt), gegen die Dichtfläche 4 abgedichtet, die einen kleinen Toleranzspielraum zur Umfangsfläche des Deckels 5 freilässt.
Der im einzelnen nicht gezeichnete Druckbehälter kann je nach Bedarf mit Einlass- und Auslasstutzen, Ventilen und druckdicht verschliessbaren Öffnungen für die Zuführung und Abführung von strömenden Medien, wie Gas oder Flüssigkeit, versehen sein, die keinen Gegenstand der Erfindung bilden. Insbesondere enthält er regelmässig einen (nicht dargestellten) ver- schliessbaren Entlastungsstutzen.
Der Hauptteil der Vorrichtung ist eine Abziehspin del 37, die gemäss Fig. 1 am oberen Ende mit einem Mehrkantkopf 38 versehen ist. Der Gewindeschaft 39 der Spindel 37 besitzt an seinem unteren Ende einen. vorzugsweise verdickten Gewindeteil 40, dessen Ge winderichtung zweckmässig die gleiche ist wie diejenige des oberen Teils des Schaftes 39, z. B. Rechtsgewinde. Der Gewindeteil 40 passt in die Gewindebohrung 13 des in Fig. 1 nur abgebrochen dargestellten Behälter deckels 5.
Auf dem Gewindeteil 39 ist eine Spindelmutter 41 drehbar und längs verschiebbar geführt. Ein im Durch messer dünnerer Teil 42, der Spindelmutter 41 ist axial unverschieblich, aber drehbar in einer Bohrung eines Auflagergliedes 43, z. B. eines hochkantgestellten Flacheisens, gelagert, das genügende Länge besitzt, um sich mit seinen äusseren Enden 44 auf den oberen Rand 34 des Druckbehälters 3 auflegen zu können.
Das untere Ende des Teils 42 der Spindelmutter 41 be sitzt einen fest mit ihm verbundenen Bund oder Ring 45, der sich gegen die Unterseite des Auflagergliedes 43 anlegt. Nahe dem oberen Ende der Spindelmutter 41 besitzt das Auflagerglied 43 einen verdickten Teil 46, der mit seiner Unterseite gegen die Oberseite des Bundes oder Ringes 45 anliegt, so dass die Spindel mutter 41 gegen Axialverschiebung relativ zum Aufla- gerglied 43 in beiden Richtungen gesichert ist,
sich aber gleichwohl im Auflagerglied 43 drehen und bei Verdrehung gegenüber dem Gewindeschaft 39 axial verschieben kann.
Benachbart dem verdickten Gewindeteil 40 ist mit dem Gewindeschaft 39 eine Mehrkantmutter 47 entwe der fest verbunden oder mit Gewinde auf das Gewinde des Schaftes 39 aufgesetzt.
Zum Abheben des Deckels 5 aus seiner Schliesstel- lang wird zunächst der Gewindeschaft 39, wie in. Fig. 1 dargestellt, so weit nach oben geschraubt, dass der Auflagerteil 43 mit seinen Enden 44 auf das obere Ende 34 des Druckbehälters aufgelegt werden kann.
Die Gewindespindel 37 wird dann in umgekehrter Richtung nach unten geschraubt, bis der Gewindeteil 40 fest in die Gewindebohrung 13 des Deckels 5 einge schraubt ist, wobei sich die Mutter 47 entweder von selbst fest an die Oberseite des Deckels 5 anlegt oder, wenn die Mutter auf dem Schaft 39 drehbar ist, nöti genfalls nachträglich mittels eines Mutternschlüssels fest gegen die Oberseite des Deckels 5 geschraubt wird. Um nun den Deckel 5 aus der Bohrung 4 heraus zuziehen, wird die Spindelmutter 41 in gleichem Dreh sinn auf den Gewindeschaft 39 derart gedreht, dass dieser sich nach oben bewegt und den Deckel 5 ab hebt.
Zu diesem Zweck ist die Spindelmutter als Dreh griff mit Griffen 48 versehen; sie kann auch mit Mehr kant versehen sein, um mit einem Mutternschlüssel be tätigt werden zu können.
Zum Einsetzen des Deckels in seine in Fig.1 ge zeichnete Schliesstellung wird er zusammen mit der in vorstehender Weise an seine Gewindebohrung 13 ange schraubten Vorrichtung passend in die Bohrung 4 ein gesetzt, nachdem zuvor die Spindel 37 wieder so weit herabgeschraubt ist, dass die Enden 44 des Auflager gliedes 43 auf dem oberen Rand 34 des Behälters 3 bündig aufliegen. Um nun den Deckel 5 weiter in seine Bohrung 4 einpressen zu können, sind am oberen Rand 34 des Behälters 3 Halteglieder 49 in Form von Haken vorgesehen, z.
B. in den Rand eingeschraubt, und sind die äusseren Enden 44 des Auflagergliedes soweit abgesetzt, dass sie unter dem Kopf der Halte glieder 49 eingeschoben werden können. Wird nach diesem Einschieben nunmehr die Spindelmutter im Sinne eines Senkens der Spindel 37 gedreht, so übt die Spindel 37 den erforderlichen Pressdruck auf den Dek- kel 5 aus, durch den dieser in diese Bohrung 4 einge führt wird, wobei sich die Vorsprünge 44 an den Köp fen der Halteglieder 49 abstützen.
Nach Beendigung dieses Einpress- und Schliessvor- ganges wird die Vorrichtung durch entsprechendes Drehen am Kopf 38 der Spindel 37 vom Deckel 5 ge löst und die nicht dargestellte Sicherheitsvorrichtung auf den Deckel 5 aufgesetzt und in die Sperrstellung gebracht; in dieser Stellung ist anstelle des Gewinde teils 40 ein nicht dargestelltes Ventilglied in die Gewin debohrung 13 des Deckels bis zum dichten Verschlies- sen der Bohrung 9 bei 15 eingeschraubt.
Nunmehr kann der Innenraum des Behälters 3, der zuvor je nach seinem Verwendungszweck gefüllt wurde, unter Druck gesetzt und in Betrieb genommen werden.