Verfahren und Einrichtung zur Behandlung von Bahnen aus faserhaltigen Material zwecks Herstellung eines Filterstrange Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein ver bessertes Verfahren und eine wirksamere Einrichtung für die Behandlung von endlosen Bahnen aus faserhal- tigem Material, insbesondere Papier, um es für die Zu mcnraffung in Querrichtung und Umhüllung geeig net zu machen, zwecks Herstellung eines endlosen, in Filterstäbe unterteilbaren Filterstrangs.
Die allgemein bekannte Zusammenraffung und Umhüllung der längs- gkreppten Papierbahn kann in unmittelbarem Anschluss an die Herstellung dieser Papierbahn erfolgen, oder die längsgkreppten Papierbahnen können zu Bobinen auf- gewickeit, gelagert und anschliessend den üblichen Strang maschinen zur Erzeugung eines umhüllten Filterstrangs und Unterteilung desselben in Filterstäbe zugeführt wer den.
Normalerweise wird als gekrepptes Papier ein "."laterial bezeichnet, das bei seiner Herstellung auf Pa- pi _rmaschinen in seiner Laufrichtung gestaucht wird, so dass es unregelmässige Querrippen aufweist und ein höheres Gewicht besitzt, als entsprechende, nicht zu sammengestauchte Papierbahnen.
Solche gekreppte Pa piere wurden früher zur Herstellung von Zigarettenfil tern in grossem Umfange verwendet, sind aber schwie rig zu verarbeiten, da die Kreppung quer zur Laufrich tung der Papierbahnen verläuft und besitzen ausserdem nur eine relativ geringe Abscheidungswirkung auf die aus d-,m Tabakrauch durch Verwendung solcher Filter abzuscheidenden festen und flüssigen Partikeln.
Es sind bereits längsgekreppte Papierbahnen bekannt und im schweizerischen Patent Nr. 331 545 beschrieben, bei denen die Krepprillen parallel zur Laufrichtung der endlosen Bahnen verlaufen. Bei der Herstellung dies r längsgekappten Bahnen wird das Papier durch zwei in- cinandergreifend2, mit Ringrippen versehene Metallwal zen hindurchgeführt und dafür gesorgt, dass die Längs- rillung der Papierbahn mindestens zum Teil auf Kosten der Papierdicke erfolgt.
Zweckmässigerweise wird bei diesem Vorgang das Papier vor der Längsrillung nach- giebig gemacht, damit auch bei stärkerer QUCrreCkling der Querzusammenhang der Papierbahn nicht zerstört wird, obwohl diese Querreckung bis zum Auftreten un zusammenhängender, kurzer Längsrisse im Papier ge steigert werden kann. Solche längsgekrcpptcn Papierbah nen haben sich für die Herstellung von Filterstöpseln für Zigaretten bewährt und werden in grossem Umfange kommerziell verwendet.
Das vorliegende erfindungsgemässe verbesserte Ver fahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die befeuchtete, praktisch unelastische Materialbahn kontinuierlich durch den Spalt zwischen rotierenden geheizten Rillungs- und Reckwalzen hindurchgeleitet wird, die mit engen, inein- andergreifenden, einander aber nicht berührenden Ring rippen versehen sind, wodurch die Mat ri albahn ',ängs- gekreppt und quergereckt wird bis zur Lockerung und Freilegung von Fasern ohne vollständige Zerstörung des Querzusammenhangs der Bahn,
die nach dem Austritt aus dem Spalt längs eines bestimmten Umschlingungs- winkels auf einer der Walzen liegen bleibt, dab; i teil weise getrocknet, versteift und die gelockerte Struktur fixiert wird.
Ferner betrifft die Erfindung eine Einrichtung zur Durchführung dieses verbesserten Verfahrens, die ge kennzeichnet ist durch mindestens zwei Riilungs- und Reckwalzen mit ineinandergreifenden, einander nicht berührenden, eng nebeneinander angeordneten Ringrip pen, durch eine Heizung zur Aufrechterhaltung einer Temperatur der Walzen von 100-500 C während d--s Durchlaufs einer angefeuchteten faserhaltigen Material bahn durch den Spalt zwischen den angetriebenen und rotierenden Walzen, und durch Umlenkorgane,
um die aus dem Spalt austretende längskreppte und querge reckte Materialbahn während eines bestimmten Um schlingungswinkels auf einer der Walzen zu belassen.
Die Erfindung ist nachstehend in einigen Ausfüh rungsbeispielen anhand der Fig. 1 bis<B>15</B> niih-r criäutert. Diese zeigen: Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Aus führungsbeispiels der erfindungsgemässen Einrichtung, Fig. 2 einen vergrösserten Ausschnitt der ineinan- dergreifenden Rillungs- und Reckwalzen der Einrich tung nach Fig. 1, in Richtung der durchlaufenden Ma terialbahn -eschen,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Rillungs- und Reck walzen von Fig. 2 in Richtung der Schnittlinie 3-3 ge sehen, Fig. 4 einen Querschnitt durch die Rillungs- und Reckwalzen der Fig. 3 längs der Schnitteb;
ne 4-4, Fig. 5 bis 12 schematische Ansichten anderer Aus führungsbeispiele der in Fig. 1 angegebenen Rillungs- und Reckwalzen, Fig. 13 eine photographische Reproduktion eines Stücks des für das vorliegende Verfahren vorzugsweise verwendeten Rohpapiers, vergrössert, Fig. 14 eine photographische Reproduktion einer l;
ingsgerilltcn und qttergercckten Papierbahn, vergrössert, nach Behandlung einer Rohpapicrbahn entsprechend Fig. 13 in einer Apparatur der in Fig. 1 angedeuteten Bauart, Fig. 15 eine photographische Reproduktion eines Querschnitts durch eine Papierbahn nach Fig. 14, ver grössert.
Für das vorliegende Verfalir,-n ist es wescntliclr, dass die zu behandelnde flache und glatte faserhaltige Ma terialbahn, beispielsweise eine Papierbahn, zuerst nach giebig gemacht und dann durch einen Rillungs- und Reckprozess in Längsrichtung -:.kreppt und dabei in Querrichtung gereckt wird. Eine derart behandelte liinc,sgekreppte Papierbahn hat dann kein grösseres Ge wicht pro Flächeneinheit als die glatte Rohpapierbahn, aber die Fasern sind gelockert und freigelegt zwecks Erhöhung der Filterwirksamkeit.
Die längsgekreppt Papierbahn wird dann wider versteift, um die gelok- kerte Struktur zu fixieren.
Eine nach diesem Verfahren behandelte Bahn aus faserhaltigem Material, etwa Papier, weist eine zerfaserte Struktur auf und besitzt angenähert parallele Längszo nen oder Streifen von jeweils grösserer bzw. geringerer Materialdicke. Dic Zonen mit grösserer Materialdicke sind notwendig, um die erwünschte mechanische Fe stigkeit der Materialbahn in Längsrichtung zu gewähr l_isten, so dass beim Durchlauf der behandelten Ma terialbahn durch eine Strangmaschine zur Herstellung eines endlosen, in Filterstäbe unterteilbaren Filterstrangs kein Abreissen zu befürchten ist.
Die ganze faserhaltig;: Materialbahn, vorzugsweise aber die Zonen mit gerin- (Terer Materialdicke, weisen gelockerte und freigelegte Fasern auf, die einem Filterstöpsel, der eine solche in Querrichtung zusammengeraffte Materialbahn enthält, eine hohe Filterwirksamkeit verleihen.
Die Längskrcp- pung einer solchen Materialbahn erleichtert nicht nur die Zusammenraffung in Querrichturug zu einem end- sondern losen Strang gewährleistet beim Durchlauf auch eine durch erwünschte die Strang' Gleichmä-
ssigkeit der Füllung eines solchen Filterstrangs in Quer richtung. Mit einer längsgekreppten Papierbahn der an gegeb: nen Struktur tritt auch keine unerwünschte Er weichung des Filterinhalts beim Gebrauch auf, und die Elastizität der Filterstöpsel in Querrichtung ist auch während des Rauchens ausreichend.
Vor der Durchführung der Uingsrillung und Quer- reckung, die beim vorliegenden Verfahren gleichzeitig erfol,t, muss die Materialbahn, also beispielsweise eine Rohpapicrbahn aus nur wenig gemalilencn Fasern, aber g:nügender Nassreissfestigkeit, zunächst nachgiebig ge macht werden. Dies erfolgt durch Befeuchtung der Ma terialbahn mit einer Flüssigkeit, beispielsweise durch Aufsprühen, oder durch andere, in der papierverarbei tenden Industrie bekannte Methoden, also auch durch Verwendung von Nass- oder Heissdampf.
Es muss aber ein kontinuierlich arbeitendes Verfahren zum Nachgie- bigmachen der Materialbahn verwendet werden, da der Rillungs- und Reckprozess mit hohen Geschwindigkeiten durchgeführt werd n soll.
Der Rillungs- und Reckprozess des nachgiebig ge machten Materials erfolgt während des kontinuierlichen Durchlaufs der Materialbahn durch Rillungs- und Reck walzen, die weiter unten noch näher beschrieben wer den.
Es wird angenommen, dass beim Durchlauf einer a n.,efeuchteten c Papierbahn durch solche Rillungs- und Reckwalzen das Papier an einer Vielzahl nebcneinander- liegender Stellen mehr oder weniger festliegt und in den dazwischen befindlichen Bereichen in Querrichtung gereckt und ausgedehnt wird, denn die längsgekreppte Papierbahn zeigt tatsächlich parallele Längszonen, die grössere Papierdicken aufweisen als die dazwischen lie genden, stärker verdünnten Zonen.
Jedenfalls wird durch die Rillungs- und Reckbehandlung die Oberfläche des Materials auf Kosten der Materialdicke stark vergrö ssert, was zur Erhöhung der Filterwirksamkeit von Be- d-,utung ist. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, den Rillungs- und Reckvorgang so durchzuführen, dass die längsgekreppte Papierbahn praktisch die gleiche Breite aufweist wie die Rohpapicrbahn, also eine Schrumpfung in Querrichtung vermieden ist.
Wird eine solche längs- gekreppte Papierbahn anschliessend flach ausgebügelt, so besitzt sie eine wesentlich grössere Breite als die un- bchandelte Rohpapierbahn.
Natürlich hängt das Ausmass der Querreckung von angef:=uchteten Papierbahnen von der Tiefe der einzelnen Krepprinnen ab. Bei Verwendung geeigneter Papiersor ten können relativ tiefe Krepprinnen erzeugt werden, was zur Entstehung sehr dünner Stellen in der Papier bahn führt, die über die ganze Bahn willkürlich ver teilt sind. Eine solche sehr tiefe Kreppung der Papier bahn wird zweckmässi5crweise in mehreren Stufen, also nicht in einem Rillungs- und Reckprozess durchgeführt, was weiter unten noch näher erläutert wird.
Dabei er gibt sich aber eine sehr starke Querrcckung des Pa piers auf Kosten der Materialdicke, so dass eine grössere Anzahl von Fasern gelockert und freigelegt wird und die Filterwirksamkeit steigt. Falls erwünscht, kann die Querreckung so weit getrieben werden, dass willkürlich verteilte Öffnungen und Löch:r in der längsgekreppten Papierbahn entstehen, aber ohne dass der Querzusam menhang vollständig zerstört ist.
Nach der Rillungs- und Reckbehandlung der nach giebig gemachten Material- oder Papierbahn ist eine Nachbehandlung erforderlich, und zwar eine Trocknung, um die längsgekreppte Bahn wieder zu versteifen und die -:lockerte Struktur zu fixieren. Nach erfolgter Ver steifung und Trocknung weist die längsgekreppte und quergereckte Bahn eine Vielzahl von Längsrinnen auf und besitzt eine hohe Elastizität in Querrichtung.
Die oben beschriebene Rillungs-, Reck- und Nachbehand lung kann an beliebig breiten Rohpapierbahnen durch geführt werden, und nach erfolgter Nachbehandlung kann die dann längsgekreppte Papierbahn in mehrere parallele Bahnen geringerer Breite unterteilt und zu Bobinen aufgewickelt werden, die gelagert werden und später den Strangmaschinen zur Herstellung endloser Filterstränge zugeführt werden können. Falls erwünscht, können solche längsgekreppten Bahnen entsprechender Breite auch unmittelbar im Anschluss an die Nachbe handlung einer Sirangmaschine zur Herstellung des end losen, in Filterstäbe unterteilbaren Filterstranges zu geführt werden.
In manchen Fällen ist es erwünscht, in einer solchen längsgekreppten Materialbahn auch Perforationen vor zusehen. Vorzugsweise erfolgt eine solche Perforierung bereits beim Rohpapier, und zwar bevor dasselbe nach giebig gemacht wurde, oder bei längsgekreppten Papier bahnen nach deren Versteifung durch eine Nachbehand lung. Dann liefert eine solche Perforierung nämlich öff- nungen willkürlicher Gestalt mit stark zerfaserten Rän dern, und die hierbei aus der Papierbahn verdrängten Tjile bilden die Ränder der Öffnungen, wie dies bei spielsweise im schweizerischen Patent Nr. 316 721 be schrieben ist.
Es kann auch erwünscht sein, die regelmässige Längs struktur einer längsgekreppten Papierbahn derart nach zubehandeln, dass durchgehende Längsrinnen vermieden werden. Dies lässt sich beispielsweise erreichen durch eine weitere Rillung, die nicht parallel zu den Längs rinnen, sondern schräg dazu erfolgt. Auch eine teilweise Zusammenpressung der längsgekreppten Papierbahn zur Abflachung der Längsrippen ist möglich, etwa durch Aufpressen eines Musters oder durch gleichmässige Komprimierung.
Ein Ausführungsbeispiel einer Einrich tung zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens ist in Fig. 1 schematisch wiedergegeben, eingerichtet für den kontinuierlichen Durchlauf einer Papierbahn 1, die von einer Rohpapierrolle 2 abgewickelt wird. Die Pa pierbahn muss ausreichende Nassreissfestigkeit besitzen und zweckmässigerweise aus wenig oder gar nicht ge mahlenen Fasern bestehen. Im vorliegenden Ausfüh rungsbeispiel läuft die Papierbahn 1 zunächst unter einer Perforationswalze 3 vorbei, die mit einer geeigneten Gegenwalze 4 zusammenarbeitet; zweckmässigerweise ist eine der beiden Walzen 3, 4 angetrieben.
Natürlich kön nen anstelle der schematisch gezeigten Perforiereinrich tung 3, 4 auch andere geeignete Perforationsmittel be nützt werden, um in der Rohpapierbahn 1 Perforationen zu erzeugen, die durch Verdrängung von Teilen des Papiers entstehen und bei denen die verdrängten Papier teile haften bleiben, die Ränder der Perforationsöffnun gen bilden und stark zerfaserte Kanten aufweisen. Je nach Ausgestaltung der Perforierorgane auf der Walze 3 können Perforationsöffnungen verschiedener unregelmä ssiger Gestalt und Grösse erzeugt werden.
Falls er wünscht, kann unmittelbar hinter djr Perforations;in- richtung aus den Walzen 3, 4 eine identische Perfora tionseinrichtung vorgesehen werden, bei denen ab-r die cntspr-chende Walze 3 unterhalb und die Gegenwalze 4 oberhalb der Papierbahn 1 angeordnet ist, so dass die verdrängten Papierteile in entgegengesetzter Richtung von der Papierbahn 1 abstehen, wie bei der zuerst be- schr;:ibenen Perforicr inrichtung.
Die mit Perforationen versehene Papierbahn 1 läuft dann durch eine Apparatur, in der es nachgiebig ge macht wird, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einer rotierenden Walze 5 besteht, die in ein Wasser bad 6 eintaucht und auf seiner Oberfläche einen Was serfilm aufweist, der die durchlaufende Papierbahn 1 auf ihrer Unterseite befeuchtet. Die beispielsweise aus elastischem Material bestehende Gegenwalze 7 drückt die Papierbahn gegen die rotierende Walze 5.
Durch mehr oder wcnigcr tiefes Tauchen der Walze 5 in das Wasserbad 6 und durch Regulierung des Anpressdruckes der Walze 7 kann innerhalb gewisser Grenzen die An feuchtung der durchlaufenden Papierbahn reguliert wer den. Zweckmässigerweise wird der Grad der Anfeuch tung so gewählt, dass das Papier noch eine genügende Reissfestigkeit in Längsrichtung aufweist, um ohne Ab zureissen die nachfolgenden Stationen der in Fig. 1 wie dergegebenen Einrichtung durchlaufen zu können.
An derseits muss aber die Papierbahn nachgiebig genug sein, um für den gewünschten Grad der Längskreppung eine entsprechende Querreckung zu erlauben.
Nach dem Verlassen der Befeuchtungsapparatur ge langt die nachgiebige Materialbahn in eine Rillungs- und Reckapparatur und läuft dort zunächst in den Spalt zwi schen den Rillungs- und Reckwalzen 8 und 9 ein. Jede dieser beiden Walzen ist mit einer Vielzahl eng benach barter Ringrippen versehen, die ohne sich zu berühren, um einen einstellbaren Betrag ineinandergreifen.
Die Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, die Rillungs- und Reckwalzen 8, 9 und ebenfalls die später noch zu beschreibende Rillungs- und Reckwalze 10, auf eine Temperatur im Bereich von 100-500 C zu erhitzen. Hierzu können die Walzen mit geeigneten elektrischen Heizelementen im Inneren versehen werden, die entwe der stillstehen und dann über die hohlen Achsen dieser Walzen gespeist werden, oder aber mit den Walzen mit rotieren, so dass die Stromzuführung über äussere Schleif ringe erfolgen muss. Natürlich kann eine Heizung auch mit anderen geeigneten Mitteln erfolgen, beispielsweise durch Verwendung von Heissdampf, der durch die hoh len Walzen strömt.
Es ist dabei wichtig, dass genügend Heizen--rgie zugeführt werden kann, um auch bei einer Durchlaufgeschwindigkeit der angefeuchteten Papierbahn bis zu mehreren Metern pro Sekunde die Rillungs- und Reckwalzen auf der gewünschten Temperatur zu halten, die beispielsweise bei einer Papierbahn von etwa 35 Gramm pro m' und relativ starker Anfeuchtung im Bereich von 300-450 C gelegen sein soll.
Beim Durch laufen der angefeuchteten Papierbahn durch den Spalt zwischen den Rillungs- und Krepprollen 8 und 9 wird an den diese Rippen berührenden Teilen der Papierbahn ein Bügeleffekt bewirkt, der diese Stellen anscheinend etwas versteift, so dass die Querreckung besonders stark in den zwischen diesen versteiften Längszonen des Pa piers erfolgt. Jedenfalls weist das durch den Spalt zwi schen den Walzen 8 und 9 laufende Papier dann par allele streifenartige Längszonen unterschiedlicher Ma terialdicke auf.
Die dick--ren Längszonen, die durch den genannten < :Bügeleffekt erzeugt werden, sind insbeson dere deshalb vorteilhaft, weil sie die Festigkeit der über die ganze Breite nachgiebig gemachten Papierbahn in Längsrichtung erhöhen und dadurch ein Abreissen der selben bei den nachfolgenden Behandlungen verhüten.
Zur Regulierung der Eingriffstiefe der beiden Ril- lungs- und Reckwalzen 8 und 9 ist es vorteilhaft, wenn die Drehachse der Walze 8 relativ zu der Drehachse der Walze 9 verstellt werden kann. Diese Verstellung muss aber beispielsweise durch zwei gemeinsam angetrie bene und die Drehachse der Walze 8 am vorderen und rückwärtigen Ende tragende Schraubenspindeln erfolgen, damit gewährleistet ist, dass bei einer Höhenverstellung der Drehachse der Walze 8 diese Drehachse genau par allel zur Drehachse der Walze 9 bleibt.
Die Höhenver stellung selbst muss so fein einstellbar sein, dass es mög lich ist, den Eingriff der gegenseitigen Ringrippen, etwa im Bereich zwischen 0 und 1 mm Eingriffstiefe, auf Bruchteile eines Zehntelmillimeters genau und reprodu- zierbar einzujustieren. Zweckmässigerweise ist die Ver steileinrichtung mit einer geeichten Skala und einer Mar kierung versehen, um gewährleisten zu können, dass eine gewünschte Eingriffstiefe jederzeit wieder eingestellt werden kann, wenn aus irgendwelchen Gründen der Ein griff verändert wurde. Ausserdem ist vorgesehen, dass die Rillungs- und Reckwalze 8 auf ihrer Drehachse in axialer Richtung justiert werden kann,
um die Ring rippen der Walze 9 genau in die Mitte zwischen die Ringrippen der Walze 8 zu stellen. Es hat sich auch gezeigt, dass anscheinend durch geringfügige axiale Ver schiebung der Walze 8 relativ zur Walze 9 der Cha rakter der Längskreppung in der Papierbahn verändert werden kann, indem entweder die Flanken der Längs rinnen eine geringere Materialdicke aufweisen als der Rippenkopf, oder umgekehrt diese Flanken steifer und dicker sind als die Rippenoberteile.
Die den Spalt zwischen den Rillungs- und Reckwal zen 8 und 9 durchlaufende Papierbahn bleibt nach dem Verlassen dieses Spaltes, der eine Rillungs- und Reck zone der Einrichtung darstellt, auf der Oberfläche der Walze 9 liegen, im vorliegenden Ausführungsbeispiel längs eines Umschlingungswinkels von etwa 180 und gelangt dann in den Spalt zwischen diesem Spalt 9 und einer dritten Rillungs- und Reckwalze 10.
Während des Verweilens der bereits längsgerillten und quergereckten Papierbahn auf der Oberfläche der Walze 9 werden die in Kontakt mit den Ringrippen dieser Walze befindli chen Teile der Papierbahn etwas getrocknet und ver steift, wodurch die in der ersten Rillungs- und Reck zone erzeugte gelockerte Struktur das Papier fixiert wird, also keine Gefahr mehr besteht, dass durch die Weich heit und Nachgiebigkeit des Papiers diese Struktur nach teilig beeinflusst werden kann.
Die Rillungs- und Reckwalze 10 ist identisch wie die Walze 9 aufgebaut, besitzt entsprechende Ringrippen und rotiert um eine Drehachse parallel zu derjenigen der Walze 9. Auch diese Drehachse der Walze 10 ist relativ zur Drehachse der Walze 9 höhenverstellbar, und ausserdem ist eine geringfügige axiale Verstellung der Walze 10 auf ihrer Drehachse vorgesehen, in gleicher Weise wie dies bereits oben für die Rillungs- und Reck walze 8 beschrieben ist.
Beim Durchlauf der bereits längsgerillten und in gewissem Umfange quergereckten Papierbahn durch die zweite Rillungs- und Reckzone, wie durch den Spalt zwischen den ineinandergreifenden Walzen 9 und 10 gebildet wird, kann eine weitere Ver tiefung der Längskreppung und Steigerung der Quer- reckung erzeugt werden, wobei gewährleistet ist, dass die Lage der Papierbahn in der Rillungs- und Reckzone zwischen den Walzen 9 und<B>10</B> die gleiche ist wie zwi schen den Walzen 8 und 9.
Nach dem Verlassen des Spaltes zwischen den Walzen 9 und 10 bleibt die nun in zwei Stufen längsgekreppte und quergereckte Papier bahn längs eines Umschlingungswinkels von 180 C auf der Walze 10 liegen und wird von dort über eine Um lenk-rolle 11 in horizontaler Richtung abgezogen. Es ist von Wichtigkeit, dass während der Verweilzeit der Pa pierbahn auf der Walze 10 jene Teile die erhitzten Ringrippen berühren, die sich beim Durchlaufen des Umschlingungswinkels der Walze 9 jeweils zwischen be nachbarten Rippen befanden, also die Ringrippen der Walze 9 nicht berührt haben. Auf diese Weise ist ge währleistet, dass die von der Walze 10 abgezogene Pa pierbahn auf ihrer Ober- und Unterseite in gleicher Wise vorgetrocknet und versteift ist.
Die so in zwei Stufen längsgekreppte und querge reckte Papierbahn ist durch den Kontakt mit den Wal zen 9 bzw. 10 von einem Teil der enthaltenen über schüssigen Feuchtigkeit bereits befreit. Je nach dem Feuchtigkeitsgrad der Papierbahn kann dieselbe über die Umlenkrollen 11 und 12 noch einer weiteren Trock- nungseinrichtung 13 zugeführt werden, die in bekannter Weise, also etwa durch elektrische Heizung oder durch Heissluft, einen weiteren Teil der Papierfeuchtigkeit aus der durchlaufenden längsgekreppten Papierbahn elimi niert.
1n vielen Fällen ist es aber möglich, auf eine solche zusätzliche Trocknungseinrichtung 13 zu verzich ten, da der Trocknungseffekt der erhitzten Walzen 9 und 10 ausreicht, um die längsgekreppte Papierbahn so weit vorzutrocknen, dass die eventuell gewünscht-, Nach behandlung stattfinden kann.
Diese Nachbehandlung dient im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 zur Verringerung oder Vermeidung durch gehender Längskanäle in der längsgekreppten Papier bahn, beispielsweise durch die Einwirkung der beiden Walzen 14 und 15, die eine grob oder fein gerändelte Oberfläche besitzen und einen einstellbaren Spalt bilden, durch den die Papierbahn hindurchläuft. Falls erwünscht, können diese Walzen 14 und 15 aber auch mit einstell barem Druck gegeneinander gepresst werden, um eine maximale Veränderung der längsg kreppten Papierbahn zu erhalten.
Falls erwünscht, können die Walzen 14 und 15 auch mit einer ganz glatten polierten Oberflä che ausgestattet werden, damit beim Durchlauf der längsgekreppten Papierbahn die Höhe der Kreppung um ;:inen einstellbaren Betrag vermindert wird.
Falls erforderlich, kann die Papierbahn nach dieser Nachbehandlung nochmals getrocknet wzrden, falls sie noch unerwünschte überschüssige Feuchtigkeit aufweist. Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 kann die Trocknung mittels einer umlaufenden Trockentrommel 16 erfolgen, die einen luftdurchlässigen Mantel besitzt und im Innenraum geeignete Heizelemente aufweist, so wie im Bedarfsfalle einen Luftstrom über die hohle Drehachse zugeführt erhält.
Schliesslich kann die gänzlich getrocknete Papierbahn noch einer Nachbehandlung durch eine Perforation er halten, beispielsweise mittels einer mit messerartigen Fortsätzen versehenen Perforationswalze 17 und einer damit zusammenwirkenden Gegenwalze 18. Diese Nach perforation muss nicht über die gesamte Breite der durch laufenden Papierbahn gleichmässig erfolgen, sondern kann sich auf einige parallele Längsbereiche beschrän ken, falls dies gewünscht wird.
Bei der Durchführung des Rillungs- und Reckpro zesses in der oben beschriebenen Art ergibt sich mei stens eine Verringerung der Bahnbreite, insbesondere beim Durchlauf der Trockeneinrichtungen 13 bzw. 16. Diese seitliche Schrumpfung hängt natürlich auch von der Art der verwendeten faserhaltigen Bahnen, also bei spielsweise von der Art des verwendeten Rohpapiers, ab und von den im Papier durch die Querreckung er zeugten dünneren Stellen, die ihrerseits von der Tiefe der Längsrinnen im Papier abhängen.
Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zur Durchführung des vorliegenden verbes serten Verfahrens für die Herstellung von l5ngsgekrepp- ten und quergereckten faserhaltigen Materialbahnen kann natürlich, je nach Bedarf, auch vereinfacht werden.
Bei spielsweise kann die Vorperforation durch die Walzen 3 und 4 sowie die Nachperforation durch die Walzen 17 und 18 wegfallen, insbesondere dann, wenn die Quer- rcckung beim zweistufigen Rillungs- und Reckprozess in den Walzen 8, 9 und 10 derart weit getrieben wird, dass willkürlich verteilte schmale, langgestreckte öffnun- gen entstehen, die aber unzusammenhängend sind.
Na türlich wird durch eine derart weit getriebene Quer- reckung der Papierbahn eine starke Zerfaserung dersel ben erzielt und eine Vielzahl von Fasern, besonders in der Umgebung der Längsöffnungen, freigelegt. Je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der nachgiebig gemachten Roh papierbahn kann auch auf die Trocknungseinrichtungen 13 und 16 verzichtet werden, wenn die überschüssige Feuchtigkeit während der Verweilzeit der Bahn auf den geheizten Walzen 9 und 10 in genügendem Umfange eliminiert wird.
Auch die Nachbehandlung der längs gekreppten und quergereckten Papierbahn durch das Walzenpaar 14, 15 kann unterbleiben, falls das Vorhan densein durchgehender Längsrinnen in der längsgekrepp ten Papierbahn nicht stört. Insbesondere besteht die Möglichkeit, eine Einrichtung nach Fig. 1 dann @L@cit- gehend zu vereinfachen, wenn die hergestellte länasge- kreppte und quergereckte Papierbahn direkt in die Zu sammenraffeinrichtuna einer Strangmaschine bekannter Bauart geleitet wird, denn hierbei ist es geleg:
ntlich von Vorteil, wznn die Papierbahn nicht vollständig getrock net ist, sondern nach erfolgter Umfüllung und Untertei lung in Filterstäbe nachtrocknen kann. Falls besonders schnellaufende Strangmaschinen unmittelbar mit einer solchen Papierbahn beschickt werden sollten, ist es even tuell zweckmässig, unmittelbar hinter den Umlenkrollen 11, 12 eine rotierende Trocknungstrommel 16 vorzuse hen.
Anstelle der mit drei ineinandergreifenden Walzen 8, 9 und 10 ausgestatteten Rillungs- und Reckstation der Einrichtung nach Fig. 1 können auch Stationen anderer Bauart verwendet werden, wie sie beispielsweise in den Fig. 5-12 schematisch dargestellt sind. W sentlich ist, dass entweder vor oder nach dem Passieren einer ersten Rillungs- und Kreppzone die durchlaufende faserhaltige Materialbahn während eines bestimmten Umschlingungs- \vinkels auf einer der Walzen bzw. deren Ringrippen liegen bleibt.
Die Einzelheiten solcher anders aufgebau ten Rillungs- und Reckstationen werden weiter unten noch erläutert.
Die für den vorliegenden Rillungs- und Reckprozess vcrwendetcn Walzen besitzen Ringrippen mit ebenen senkrecht zur Walzenachse verlaufenden Flanken und angenähert rechteckiger Querschnittsform mit zylindri schen Stirnseiten, die vorzugsweise scharfkantig an die Flanken gr nzen. Beispielsweise haben sich Ringrippen bewährt, die einen gegenseitigen Abstand von 0,7 mm und eine Dicke von 0,3 mm besitzen, bei einer radialen Flankenhöhe von etwa 1,0 bis 1,5 mm.
Da der Ril- lungs- und Reckprozess vorzugsweise, aber nicht aus schliesslich, mit faserhaltigem Flachmaterial einer Dicke unterhalb von 0,1 mm durchgeführt wird, beispielsweise an Rohpapieren mit einer mittleren Dicke von etwa 0,07 mm, verläuft die Papierbahn im Spalt zwischen zwei Walzen mit derartigen Ringrippen, wenn dieselben beispielsweise 0,5 mm tief ineinandergreifen, ohne die Seitenflanken der Rippen zu berühren, wenn die Rippen der einen Walze jeweils genau in die Mitte der Rinne zwischen den beiden g,-genüberliegenden Walzen hinein ragen.
Bei den oben genannten Abmessungen weist jede der ineinand:rgreifenden Ringrippen einen Seitlichen Ab stand von 0,2 mm auf, und eine durch diesen Spalt laufende Papierbahn berührt die Ringrippen sämtlich nur an ihren zylindrischen Stirnseiten. Wird der Eingriff der einander gegenüberstehenden Ringrippen so weit gestei gert, dass die flache Stirnseite der einen Rippe jeweils den Boden der Rinne zwischen zwei gegenüberliegenden benachbarten Ringrippen nahezu bzrührt, dann würde eine durchlaufende Papierbahn in schmale Längsstreifen geschnitten, also für den vorliegenden Zweck unbrauch bar.
Selbst wenn die radial: Höhe der Rippen beispicls- wcise nur 0,6-0,8 mm betragen würde, ist es unzulässig, den gegenseitigen Eingriff so weit zu steigern, dass die S;irnflä ehe der Rippen der einen Walze nahezu den Boden der anderen Walze berühren. Um eine solche Berührung zu vermeiden, ist es vorteilhaft, eine genü gende radiale Höhe der Ringrippen vorzusehen.
Der Eingriff zwischen den Ringrippen gegenüberliegender Walzen richtet sich einerseits nach der gewünschten Tiefe der Längsrillung der durchlaufenden Papierbahn, muss aber anders its mindestens so gross sein, dass sich die Papierbahn nicht in axialer Richtung, also seitlich zusammenziehen kann, da in diesem Falle keine oder eine ungcl:üge!:de Querreckung erfolgen würde.
Ein Rillungs- und Reckprozess kann auch, wie bc- reits bekannt, mit nur zwei ineinandergreifenden, mit Ringrippen verselicnen Walzen durchgeführt werden, je doch tritt hierbei eine so kurzzeitige und heftige Be anspruchung der Papierbahn statt, dass die einzelnen Fasern brechen oder zerreissen.
Wird nämlich bei Ril- lungs- und Reckwalzen mit den oben angegebenen Di- m:nsiencn der Rin-rippen b ispicisu,eise ein Durchmes ser von 191 nim, entsprechend einem Umfange von 560 mm verwendet, wie dies bei kommerziellen Ma schinen bekannter Bauart der Fall ist, und läuft die Papierbahn mit einer Geschwindigkeit von 125 cm pro Sekunde durch den Spalt zwischen derartigen zwei in- cinandcrgreifenden Walzen, so findet zwischen der Pa pierbahn und den Ringrippen jeweils nur auf eine Länge von etwa 12,7 bis 25,
4 mm eine Berührung statt. Bei der oben genannten Bahngeschwindigkeit von<B>125</B> cm pro Sekunde bedeutet dies, dass die einzeln: n Stellen des Papiers lediglich für eine Zeit von 0,01-0,02 Sekun den von den Ringrippen berührt werden. Diese kurze Kontaktzeit wirkt auf das Papier wie ein heftiger Schlag und hat zur Folge, dass eine sehr plötzliche Querreckung stattfindet, wobei die Fasern leicht abbrechen oder zer reissen können.
Bei der Durchführung des Rillungs- und Reckver fahrens mit einer Geschwindigkeit der Papierbahn bis zu etwa 150 cm pro Sekunde, wie sie kommerziell in grossem Umfange angewendet wird, zeigt sich bereits die Tendenz, dass in der l@ingsgekrzppten und queroe- r,-ckten Papierbahn eine Vielzahl von Längsrissen auf tritt, die zwar unzusammenhängend sind und eine will kürliche Verteilung zeigen, aber eine Vielzahl zerrisse ner und abgebrochener Fasern aufweisen.
Es ist er wünscht, die Geschwindigkeit des Rillungs- und Reck prozesses zu steigern, insbesondere wenn die längsge- kreppte Papierbahn unmittelbar einer Strangmaschinc zur Herstellung eines endlosen Filterstrangs zugeführt wird, denn es existieren Strangmaschinen, die mit we sentlich grösseren Einlaufgeschwindigkeiten arbeiten.
Beim Versuch, eine Papierbahn mit grösserer Geschwin digkeit durch den Spalt zwischen zwei Rillungs- und Kreppwalzen hindurchlaufen zu lassen, hat sich gezeigt, dass es schwierig ist, in diesem Falle längere Risse in der Papierbahn zu vermeiden und deren Qu,-rzusammen- hang zu gewährleisten.
Ausserdem ist der sehr kurze Schlag, den das Papier an jeder Stelle beim Durchlauf durch die ineinandergreifenden Ringrippen erhält, häu- fig die Ursache für eine zu starke Zerstörung der Pa pierstruktur, so dass die erwünschte Papierqualität in bezug auf Festigkeit und Absch.idungswirkungsgrad nicht gewährleistet werden kann.
Gemäss dem vorli.geriden verbesserten Rillungs- und R("ckverfahren werden die genannten Nachteile sämt lich beseitigt, und es besteht die Möglichkeit, eine Pa pierbahn mit einem Mehrfachen der oben genannten Geschwindigkeit in Längsrichtung zu kreppen und gleich zeitig in Querrichtung zu recken, ohne dass die Papi.r- struktur nachteilig b::cinflusst wird.
Ein b::vorzug!es Ausführungsbeispiel der auch beim verbesserten Verfahren verwend.ten Rillungs- und Reck walzen ist in Fig. 2 bis 4 vergrössert dargestellt, wobei aber der Einfachheit halber der Durchmesser der Wa!- zen k!:iner als in Wirklichkeit ist. Die drei ineinander greifenden Rillungs- und Reckwalzen 8, 9 und 10 sind bezüglich ihrer Ringrippen 21 und der dazwischen sich bildenden Ringkanäle 20 identisch. Die Ringrippen 21 der Walzen 8 und 10 greifen in die entsprechenden Ringrippen 21 der Walze 9 ein.
Wie in den Fig. 2 und 3 angedeutet, läuft die Papierbahn 1 durch den gewundenen Spalt zwischen den ineinandergreifenden Ringrippen. Vorzugsweise wird (in der Zeichnung nicht angegeben) der Eingriff zwischen der unteren Walze 8 und der mittleren Walze 9 geringer eingestellt als der Eingriff zwischen den Ringrippen der oberen Walze 10 und der mittleren Walze 9, so dass die untre Rillungs- und Reckzone einen geringeren Eingriff und die obere Rillungs- und Reckzone einen grösseren Eingriff auf weist.
Beispielsweise kann der Eingriff für die untere Rillungs- und Reckzone etwa 0,3 mm betragen, wäh rend die obere Rillungs- und Reckzone einen Eingriff von etwa 0,6 mm zeigt, Der Eingriff ist dabei jeweils längs der Verbindungslinie zwischen den Achsen der Walze 8 und 9 bzw. der Walze 9 und 10 angegeben.
Dic durchlaufende Papierbahn wird also in zwei auf- cinanderfolgcnden Stufen in Längsrichtung gekreppt und dabei quergereckt, wobei jene Zonen der Papierbahn, welche beim Durchlauf des Spaltes zwischen den Wal zen 8 und 9 die zylindrischen Stirnflächen der Rippen 21 der Walze 9 berühren, nach dem Verlassen dieses Spaltes auf dicscn Rippen liegen bleiben, bis sie in den Spalt zwischen den Walzen 9 und 10 einlaufen. Di#z Papierbahn verweilt dabei eine dem Umschlingungswin- kel von etwa 180 entsprechende Zeit auf der Walze 9.
Nach dem Durchlauf durch den Spalt zwischen der Walze 9 und der Walze 10 bleibt die dann tiefer ge rillte und stärker gereckte Papi.rbahn während eines Umschlingungswinkels von ebenfalls etwa 180<B>'</B> auf der Walze 10 liegen, und zwar berühren jetzt jene Längs zonen die flachen Stirnseiten der Ringrippen 21 der Walze 10, die beim Verweilen auf der Walze 9 die dortigen Ringrippen nicht berührt hatten.
Der zweistufige Rillungs- und Reckprozess mit den Walzen gemäss Fig. 2 bis 4 erlaubt auch bei gesteiger ter Bahngeschwindigkeit eine zuverlässige Längsrillung und Querreckung des Papiers, ohne das Papier zu stark zu beanspruchen.
Da die Walzen 8, 9 und 10 auf eine Temperatur im Bereich von 100 bis 500"C, vorzugs- wcise im Bereich von 300 bis 450 C, erhitzt sind, wird jeweils jener Längsstreifen des Papiers der die Stirnsei ten der erhitzten Ringrippen berührt, in einem gewissen Ausmass getrocknet und versteift, was dazu führt, dass beim nächstfolgenden Rillungs- und Reckvorgang das Papier den Anforderungen gewachsen ist.
Durch ent sprechende Einjustierung der Eingriffstiefe der gegensei- tigzn Ringrippen in der ersten bzw. zweiten Rillungs- und Reckzone kann eine längsgekreppte und querg.- r,ckte Papierbahn erzeugt werden, die einer Vielzahl von Anforderungen #.recht wird, ohne dass die Papier struktur in nachteiliger Weise becinflusst wird.
Es sei auch dararaf hingewiesen, dass eine Papierbahn, die während eines vorbestimmten Umschlingungswin- kels auf einer der Rillungs- und Kreppwalzen liegen bleibt, eine Biegung erfährt, die für die Lockerung und Freilegung von Einzelfasern vorteilhaft ist. Bei ein r Rillungs-@und Kreppstation aus den drei Walzen 8, 9 und 10 erfolgt die Biegung der längsgekreppten Ma terialbahn zuerst in der einen und dann in der anderen Richtung, was die Freilegung von Einzelfasern noch erleichtert.
Die Fig. 14 zeigt eine Mikrophotographie ein.r Pa- picrbalin aus einem Rohpapier entsprechend d:r Fig. 13 nach dem Durchlauf durch eine gegenüber dem Ausfüh rungsbeispiel nach Fig. 1 vcrcinfachten Einrichtung, ohne Vorperforation durch die Walzen 3 und 4, ohne Trocknungseinrichtung 13, ohne die Nachbehandlung mit dem Walzenpaar 14, 15 und ohne Nachperforation durch di: Walzen 17, 18.
Die Rohpapierbahn ist also nach entsprechender Anf.uchtung lediglich in der aus drei Walzen 8, 9 und 10 bestehenden Rillungs- und Kreppstation behandelt und anschliessend von der über schüssigen Feuchtigkeit befreit und getrocknet worden. Die Durchlaufgeschwindigkeit war dabei etwa 200 m pro Sekunde. Eine Prüfung der längsgekreppten Papier bahn gemäss Fig. 14 zeigt, dass nur sehr wenige der einzelnen Fasern gebrochen oder zerrissen sind, trotz dem die Struktur des Papiers sehr stark gelockert und eine Vielzahl von einzelnen Fasern freigelegt wurde. An den stark verdünnten Stellen der Bahn sind die.
einzelnen Fasern auseinandergezogen, und selbst sehr offene Stellen zeigen mindestens noch einen ganz dün nen, sie bedeckenden Faserschleier. Vollständig offene Löcher oder Risse sind offensichtlich nicht vorhanden.
Obwohl die verdünnten Teile der Papierbahn gemäss Fig. 14 über deren Fläche willkürlich verteilt sind, ent sprechen sie doch gewissen Teilen der Rohpapierbahn gemäss Fig. 13. Wird nämlich eine Rohpapierbahn mit einem Gewicht im Bereich von etwa 20-40 Gramm, vorzugsweise 32 bis 35 Gramm pro m', verwendet, die eine mittlere Papierdicke von etwa 0,07 mm aufweist, so zeigt sich, was auch Fig. 13 erkennen lässt, dass das Rohpapier b:,reits dickere und dünnere Stellen auf weist, also eine wolkige Struktur besitzt.
Die in Fig. 13 heller erscheinenden Stellen entsprechen einer grösseren Dicke des Papiers. Bei der Durchführung des vorliegenden Rillungs- und Reckprozesses mit einem derartigen Rohpapier erfolgt vorzugsweise an den dün neren Stellen eine stärkere Querreckung und eine wei tere Verdünnung der Papierbahn.
Die Lockerung und Freilegung von Einzelfasern durch die Behandlung eines Rohpapiers der in Fig. 13 wiedergegebenen Art zeigt die Fig. 15, die einen Quer schnitt durch eine längsgekreppte und quergereckte Pa pierbahn nach Fig. 14 darstellt. Hierbei ist in zwei Stufen das Papier mit etwa 0,46 mm tiefen Längskrepp rinnen versehen worden und weist eine Gesamtdicke von etwa 0,60 mm auf.
Beim Durchlauf einer Papierbahn durch die Ril- lungs- und Reckapparatur aus den Walzen 8, 9 und 10 im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bewirkt das Ver weilen der Papierbahn auf den Walzen 9 und 10 wäh rend des jeweiligen Umschlingungswinkels, dass nur die auf den heissen Stirnflächen der Ringrippen aufliegen den Papierzonen partiell getrocknet und etwas versteift werden, während die jeweils dazwischenliegenden Längs zonen nachgiebiger und feuchter bleiben. Hierdurch wird natürlich auch die Reissfestigkeit der Papierbahn in Längsrichtung erhöht, was für den störungsfreien Durchlauf derselben durch die gesamte Apparatur trotz der erhöhten Geschwindigkeit von Wichtigkeit ist.
Au sserdem wird natürlich der Gehalt an überschüssiger Feuchtigkeit vermindert, also der Aufwand für die nach folgende völlige Trocknung entsprechend verringert.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Rillungs- und Reck apparatur kann der Durchlauf der Papierbahn durch entsprechende Umlenkrollen auch anders als gezeichnet vorgesehen werden. Es besteht beispielsweise die Mög lichkeit, die angefeuchtete Rohpapierbahn nach oben umzulenken und zuerst über die Oberfläche der obersten Walze 10 längs eines Umschlingungswinkels von etwa 180 zii führen, dann durch den Spalt zwischen den Walzen 10 und 9,
dann während eines Umschlingungs- winkels von etwa 180^ auf der Walze 9 zu belassen und anschliessend durch den Spalt zwischen den Wal zen 9 und 8 hindurchzuführen. Dieser Durchlauf der Papierbahn wird gelegentlich bevorzugt, da beim Ver weilen der ang:feuchteten Rohpapierbahn längs eines Umschlingungswinkels von 180 auf der Oberfläche der erhitzten Walze 10 eine gewisse Dampfentwic#-lung er folgt und die Papierbahn gleichmässiger angefeuchtet wird.
Ausserdem besteht bei der in Fig. 1 gezeichneten Durchlaufrichtung der Nachteil, dass der von der Walze 9 ausgehende Wasserdampf aufsteigt und die bereits stär ker getrocknete, fertig längsgerillte Bahn auf ihrem Wege zwischen der Walze 10 und der Umlenkrolle l l erneut anfeuchten kann.
Die in Fig. 1 dargestellte, mit drei ineinander9rei- fenden Walzen arbeitende Rillungs- und Reckapparatur bewirkt eine Behandlung der durchlaufenden Papierbahn gemäss folgenden V _rfahrensschritten: erste R illung - Trocknung + zweite Rillung Trocknung.
Wird der Durchlauf der Papierbahn wie oben ge schrieben durch entsprechende Umlenkrollen geändert, so ergeben sich die Verfahrensschritte: Trocknung - erste Rillung + Trocknung + zweite Rillung.
Die gleichen Behandlungsschritte für die durchlau fende Papierbahn lassen sich auch mit einer Rillungs- und Reckapparatur entsprechend Fig. 8 erzielen. Da gegen liefert eine Rillungs- und Reckapparatur nach Fig. 7 beim gezeichneten Durchlauf der Papierbahn die Verfahrensschritte: erste Rillung - Trocknung -- zweite Rillung.
Bei den bekannten, oben bereits erwähnten Rillungs- und Reckapparaturen mit nur zwei ineinandergreifenden Walzen ist, wie oben bereits erläutert, die sehr kurze Behandlungszeit der Papierbahn beim Durchlauf durch den Spalt zwischen den beiden Walzen von Nachteil. Eine gewisse Verbesserung lässt sich durch eine Anord nung gemäss den Fig. 5 und 6 erzielen, in welchen die Papierbahn jeweils mit einem der beiden Walzen längs eines Umschlingungswinkels von etwa 180 in Kontakt bleibt.
In der Rillungs- und Reckapparatur gemäss Fig. 5 ergeben sich die Behandlungsschritte: Rillun(_T + Trocknung, während bei der Fig. 6 die Verfahrensschritte umgekehrt verlaufen: Trocknung - Rillung. Die partielle Trocknung der Papierbahn bei der Be handlung in einer solchen, nur zwei Walzen aufweisen den Rillungs- und Reckapparatur ermöglicht eine höhere Durchlaufgeschwindigkeit, da sich eine stellenweise Ver steifung der Papierbahn ergibt, die eine höhere Reiss festigkeit in Längsrichtung aufweist.
Es können natürlich auch Rillungs- und Reckappa raturen mit vier übereinander angeordneten Walzen ver wendet werden. Beispielsweise ergeben die in den Fig. <B>9-11</B> angedeuteten Rillungs- und Reckstationen die folgenden Verfahrensschritte: Fig. 9 - erste Rillung + Trocknung + zweite Rillung + Trocknung + dritte Rillung; FiQ. 10 - erste Rillung + Trocknung + zweite Rillung + Trocknung + dritte Rillung + Trocknung;
Fig. <B>11</B> - Trocknung , erste Rillung + Trocknung + zweite Rillung -. Trocknung + dritte Rillung.
Mit vier ineinander-reifenden Rollen kann aber auch ein Rillungs- und Reckvorgang in vier Stufen durch geführt werden, beispielsweise in einer Anordnung nach Fig. 12. Hierbei sind die Drehachsen aller vier Walzen an den Ecken eines Quadrates so angeordnet, dass jede Walze mit zwei anderen Walzen in Eingriff steht. Bei dieser Anordnung erfolgt die Behandlung der Papier bahn gemäss folgenden Verfahrensschritten: erste Rillung + Trocknung + zweite Rillung + Trocknung + dritte Rillung + Trocknung + vierte Rillung.
Es ist ersichtlich, dass bei dieser Anordnung teils grössere, teils kleinere Umschlingungswinkel für die durchlaufende Papierbahn auf den Rollen erzielbar sind, so dass ausser dem Rillungs- und Reckvorgang in vier Stufen auch eine stärkere Trocknung möglich ist.
Die in den Fig. 1 bis 12 schematisch angegebenen Einrichtungen zur Durchführung des vorliegenden ver besserten Rillungs- und Reckverfahrens stellen natürlich nur Ausführungsbeispiele dar, und eine grössere Anzahl anderer Ausführungsbeispiele lassen sich leicht angeben.