Vorrichtung zum Innenbeschichten von Rohren mit unterschiedlicher Schichtstärke Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Innenbeschichtung mit unterschiedlicher Schichtstärke von Rohren, insbesondere Betonrohren, mit viskosen, aushärtenden Stoffen.
Die an sich hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemi sche und mechanische Aggressionen der in der Ab wassertechnik verwendeten Betonrohre kann durch In nenbeschichtung mit geeigneten Mitteln wesentlich er höht werden. Der Anteil betonschädlicher Substanzen in Industrie- und Haushaltabwässern nimmt ständig zu. Den technischen und wirtschaftlichen Vorzügen des Betonrohres können neue Anwendungsgebiete erschlos sen werden, wenn eine entsprechende Haltbarkeit des Rohres gewährleistet ist. Diese Haltbarkeit ist über die Innenbeschichtung zu erreichen. Dabei muss insbeson dere das Sohlendrittel des Rohres gegen mechanische und chemische Angriffe geschützt werden.
Der obere Teil des Rohres benötigt, da er keinen mechanischen Angriffen durch mitgeführtes Geschiebe ausgesetzt ist, nur einen Schutzfilm gegen die chemische Aggression. Eine Innenbeschichtung unterschiedlicher Schichtstärke ist also die wirtschaftlichste Lösung.
Es ist bekannt, Rohre mittels Bürsten manuell oder mittels rotierender Sprühdüsen oder Ringdüsen mit einem Schutzfilm zu versehen. Unterschiedliche Schicht stärken in gleichmässiger Verteilung durch die Zugabe von Füllstoffen zu dem Beschichtungsmittel lassen sich jedoch nur in mehreren Arbeitsgängen erreichen. Es ist weiter bekannt, Rohre mittels Vorrichtungen zu beschichten; unterschiedliche Schichtstärken im Rohr querschnitt aber lassen sich dabei in einem Arbeits gang nicht erzielen. Siehe dazu Patentschriften Deutsch land Nr. 1 157 987 und USA Nr. 3 233 580.
Diese Nachteile werden mit der erfindungsgemässen Vorrichtung, die aus einer zentrisch in das zu be schichtende Rohr einzuführenden, auf eine rotierende Verteilerscheibe gerichteten Sprühdüse besteht, dadurch behoben, dass neben dem Sprühkopf ein justierbares Dosierrohr für die Zufuhr pulverförmiger Füllstoffe in solchem Abstand von dem Mittelpunkt der Achse an- geordnet ist, dass eine einseitige stärkere Beschichtung des Rohres erfolgt.
Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel des Er findungsgegenstandes anhand einer dasselbe darstellen den Zeichnung näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 die Darstellung der Vorrichtung mit einer Sprühmithelkammer, Dosierrohr und Verteilerscheibe und Fig. 2 die Darstellung der Vorrichtung mit zwei Sprühmittelkammern.
Die Vorrichtung besteht aus einem Sprühkopf I, der eine oder mehrere separate Sprühmittelkammern 1 enthält, die durch Bohrungen 2 mit Düsen 3 verbun den sind. Die kalibrierten Düsenöffnungen 4 weisen auf eine vor dem Sprühkopf rotierende Verteilerscheibe II, die in ihrem Mittelteil kegelstumpf- oder ellipsoid- förmig gewölbt und deren abgeflachter, äusserer Rand 5 mit Leitschaufeln 6 versehen ist.
Die Antriebsachse 7 für die Verteilerscheibe führt längs durch die Mitte des Sprühkopfes und ist mehrfach, zweckmässig zweifach, gelagert, über einen oder mehrere Anschlüsse 8 werden die Sprühmittelkammem 1 kontinuierlich über Zuleitungen mit den Sprühmitteln versorgt. Die Sprühmittelkammern sind durch einen abgedichteten überwurf 9 verschlossen.
Dem Sprühkopf beigeordnet ist ein Rohr III zur gezielten und quantitativ regulierbaren Aufgabe von Füllstoffen in einen bestimmbaren Bereich der Ver teilerscheibe. Der Rohrdurchmesser ist zur Regulierung der Durchflussmenge in einem bestimmten Bereich variierbar, die Rohrrichtung zur Fixierung des Streu bereiches einstellbar.
Es ergibt sich folgende Arbeitsweise: Der Sprühkopf und die rotierende Scheibe befinden sich am Ende des Rohres. Während des Beschichtungs- vorganges werden sie mit konstanter Geschwindigkeit in Richtung der gedachten Rohrachse bewegt. Das Rohr ist unbewegt. Ein Ventil gibt den Fluss des viskosen Be- schichtungsmittels frei. Gleichzeitig beginnt auch der Fluss des pulverförmigen Füllstoffes. Beide Substanzen treffen auf der Scheibeninnenseite aufeinander. Die Scheibe ist mit dem viskosen Sprühmittel benetzt.
Der pulverförmige Füllstoff umhüllt sich zwangweise mit dem Sprühmittel, da beide Stoffe durch die Fliehkraft über den Rand der Scheibe gedrängt werden. Die Form der Scheibe erzwingt ein relativ langsames Steigen der Substanzen entlang der vorgegebenen Scheibenform. Da durch erfolgt eine innige Vermischung. Die diesem Ge misch mitgeteilte Bewegungsenergie wird erst- an der Rohrwandung vernichtet. Das Gemisch bildet so eine fest haftende Schicht an der Rohrinnenwand.
Wird der Füllstoff nur an einem Punkt der rotieren den Scheibe aufgegeben, so wird er auch einseitig ab geschleudert. Dadurch entsteht der gewünschte Effekt der einseitig dickeren Schichtstärke. Der Bereich der grösseren Schichtstärke ist genau lokalisierbar. Er ist abhängig von Durchmesser, Form, Steigung und Dreh zahl der Scheibe sowie Aufgabemenge der Beschich- tungssubstanzen. Durch die Justierung des Füllstoffauf- gabepunktes kann die Zone grösserer Schichtstärke be stimmt werden, wenn die anderen Daten gleich bleiben.
Je näher der Aufgabepunkt des Dosierrohres zum Mit telpunkt der Verteilerscheibe eingerichtet wird, umso grösser wird der Bereich der grösseren Schichtstärke. Die Schichtstärke wird dabei geringer. Je weiter das Dosier rohr zum Rande der rotierenden Verteilerscheibe ein gerichtet wird, umso enger wird der Beschichtungsbe- reich bei gleichzeitiger Zunahme der Schichtstärke. Die Bewegungsgeschwindigkeit entlang der Rohrachse be stimmt die Gesamtschichtdicke.
Bei einer gewünschten Beschichtung ohne Füllstoff erhält man mit der gleichen Sprühvorrichtung eine gleichmässige Rundumbeschichtung.
Für die Beschichtung von Rohren mit einer Nenn weite von 30-50 cm hat sich eine kegelförmige Scheibe mit den folgenden Ausmassen als besonders zweckmässig erwiesen: Gesamtdurchmesser obere Aussenkante 110 mm Oberer Durchmesser des kegelförmigen Teiles 72,4 mm Steigungswinkel des Kegels 16 Anzahl der Leitschaufeln am Scheiben rand 12 Umdrehungen pro Minute 650 Die Anordnung eines Dosierrohres neben dem Sprühkopf ermöglicht es, pulverförmige Füllstoffe, wie z. B. Quarzmehl, so auf die Innenfläche des Rohres auf zubringen, dass ein Teil des Rohres - und zwar die Sohle - stärker beschichtet und auf diese Weise zu sätzlich ein Schutzfilm gegen mechanischen Abreib er zielt wird. Bei der Verwendung kalt aushärtender Kunst stoffe, wie z.
B. Epoxyharze, hat es sich als zweck- mässig erwiesen, die einzelnen Komponenten des Kunst stoffes erst in oder kurz vor der Sprühdüse zu ver mischen, um eine vorzeitige Aushärtung des Materials zu vermeiden. Zu diesem Zweck enthält der Sprühkopf eine oder mehrere separate Sprühmittelkammern, wobei Bohrungen zu den Düsenöffnungen so angeordnet sind, dass sich die Sprühstrahlen zwischen Sprühkopf und rotierender Scheibe vermischen. Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass die Zuführungs leitungen und Vorratsbehälter nicht nach jedem Ge brauch von vorzeitig ausgehärtetem Material gereinigt werden müssen.
Die genaue Dosierung der Komponenten erfolgt durch die Wahl unterschiedlicher Fördermengen und -Drücke sowie entsprechender Düsenquerschnitte.
Zur Beschichtung werden die Rohre, z. B. Beton rohre, zweckmässig vertikal gestellt. Auf diese Weise kann die Zufuhr des pulverförmigen Füllstoffes von oben in einfacher Weise ohne zusätzliche Druckan wendung erfolgen.
Die mit der erfindungsgemässen Vorrichtung erziel baren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass in einem Arbeitsgang auf einfache Weise rohrförmige Hohlkörper innenbeschichtet werden können, wobei eine variable Schichtstärke in zwei Schnittebenen fixiert wer den kann bzw. wobei die aufgebrachte Schicht an ge wünschten Bereichen, vorzugsweise an der Sohle, stär ker gewählt werden kann.