CH488807A - Verwendung von AlZnMgAg-Legierungen für hochbeanspruchte Werkstücke - Google Patents
Verwendung von AlZnMgAg-Legierungen für hochbeanspruchte WerkstückeInfo
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Description
Verwendung von Al Zn Mg Ag-Legierungen für hochbeanspruchte Werkstücke Aus Gründen der Gewichtsersparnis und des Kor rosionsverhaltens versucht man in steigendem Masse, auch für hochbeanspruchte Werkstücke AI-Legierun- gen einzusetzen. Von den hochfesten AI-Legierungen gibt es zwei Gruppen mit hoher Festigkeit, die Legie rungen des Typs AICuMg und A1ZnMg. Erstere sind wenig korrosionsbeständig, während die A1ZnN1g- und A1ZnhI-Cu-Legierungen zwar ausreichend korrosions beständig, aber gleichzeitig relativ spröde und vor allem kerbeempfindlich sind.
Ausserdem neigen sie zu Spannungsrisskorrosion.
Für zahlreiche Anwendungsgebiete ist es jedoch er forderlich, zugleich hochfeste und zähe Werkstoffe zu verwenden. So dürfen auf dem Sektor der Industriehy draulik eingesetzte Werkstoffe nicht spröde reissen, da es bei möglichen Überlastungen leicht zu Unfällen kommen kann, wenn unter hohem Druck stehende Rohre oder Behälter schlagartig zu Bruch gehen. Dies gilt beispielsweise auch für Rohre von hydraulischen Bergbaustempeln, die unter einem Innendruck von 400 kp/cm"- stehen und darüber hinaus durch Gestein schläge einer starken Stossbeanspruchung ausgesetzt sind. Ein anderes Anwendungsgebiet, bei dem es auf hohe Festigkeit in Verbindung mit geringer Kerbemp- findlichkeit ankommt, sind Schrauben und Muttern.
Sie stehen unter ständiger hoher Zugbeanspruchung, so dass es bei kerbempfindlichen Werkstoffen leicht zur Rissbildung in den Gewindegängen kommt.
Auch Panzerplatten für Militärfahrzeuge, für die man aus Gewichtsgründen Aluminiumlegierungen vor geschlagen hat; müssen gleichzeitig hohe Festigkeit und Zähigkeit aufweisen. So haben Beschussversuche an der hochfesten Legierung 3.4365 nach DIN 1725, die in den amerikanischen Normen als Legierung 7075 be zeichnet wird, gezeigt, dass die Geschosse die Platten zwar nicht durchschlagen, auf der Rückseite jedoch Splitter abplatzten, die zu Verletzungen führen können.
Bei Verwendung für Leitplanken im Strassenbau, die die Aufgabe haben, aufprallende Fahrzeuge abzu fangen und auf die Fahrbahn zurückzuleiten, muss der Werkstoff bei hoher Festigkeit gleichzeitig eine gute Schlagbiegezähigkeit aufweisen. Hier ist ein grosses plastisches Arbeitsvermögen Voraussetzung, da die kinetische Energie des Fahrzeuges von der Planke auf- cenommen werden muss.
Innerhalb der Gruppe der hochfesten Legierungen des Typs AIZriMg und A1ZnNlgCu sind nach DIN l725 (Ausgabe Mai 1961) folgende Werkstoffe ge normt: A1ZmMg3 mit 4,2 - 5,3 0 o Zn; 2,0 - 3,5 0,'o Mg; 0,1 - 0,6 "<B>0</B> Mn; 0,1 - 0,3 'o Cr; max. 0,7 0.o Fe; max. 0,7 0.'o Si.
A1ZnMgCu 0,5 mit 3,8 - 5,2 0 o Zn; 2,4 - 3,8 Ol,@ Mg; 0,4 - 1,0 0,'o Cu; 0,1 - 0,6 ^@'o Mn; 0, I - 0,3 0-'o Cr; max. 0,5 0;'o Fe; max. 0,5 ",o Si.
A1ZnMgCu 1,5 mit 5,1 -6,1 0:'o Zn; 2,1 - 2,9 0i o Mg; 1,2 - 2,0 0; 0 Cu; 0.18 - 0,4 l', 'o Cr; 0 - 0,5 0;'o Si; 0-0,30oMn; max. 0,7 "'o Fe. Diese Legierungen sind alle durch relativ weiten Bereich im Zn- und Mg-Gehalt gekennzeichnet. Bildet man das Verhältnis
EMI0002.0001
so beträgt dies im Mittel bei AIZnMg3 1,73 bei A1ZnMgCu0,5 1,45 und bei AIZnMg Cu1,5 2,24.
Die Gehalte an zulässigen Beimengungen, insbesondere Fe und Si, sind mit 0,5 bzw. 0,7 nach oben begrenzt.
Die Wärmebehandlung dieser Legierungen wird in der Regel in der Weise durchgeführt, dass die Halb zeuge bei 460-480 C lösungsgeglüht, in Wasser abge schreckt und bei 120-130 C warm ausgehärtet wer den. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, die Wärmehärtetemperatur auf 140-180 C zu erhöhen, da hierdurch eine höhere Beständigkeit gegen Spannungs- risskorrosion erzielt wird.
Die neben hoher Festigkeit für die angegebenen Verwendungszwecke notwendigen Eigenschaften sind somit grosse Zähigkeit, geringe Kerbempfindlichkeit und gutes plastisches Arbeitsvermögen bei Schlag- oder Stossbeanspruchung. Sie sind bei der Werkstoffprüfung durch hohe Werte für Dehnung, Einschnürung und Schlagbiegezähigkeit gekennzeichnet.
Im Schweizer Patent Nr. 476 848 ist die Verwen dung von A1ZnMb und AIZnMgCu-Legierungen für hochbeanspruchte Werkstücke der genannten Verwen dungszwecke beschrieben, wobei diese Legierungen den daran gestellten Anforderungen weitgehend gerecht werden. Es handelt sich dabei um Legierungen, in de nen das Gewichtsverhältnis von Zink zu Magnesium gleich oder grösser als 2,5 zu 1 ist, die Summe von Zink und Magnesium nicht über 10 0,'o liegt und die bei 120e C und anschliessend bis 180 C stufenausgelagert sind. Gegebenenfalls können diese Legierungen zusätz lich noch bis zu 2 0; o Kupfer enthalten.
Es hat sich nun gezeigt, dass sich für in gleicher 'Weise hochbeanspruchte Werkstücke AlZriMgAg- Legierungen eignen, die gegenüber den Legierungen der vorgenannten Art den Vorteil einer einfacheren Wärmebehandlung aufweisen.
Dementsprechend betrifft die vorgenannte Erfin dung die Verwendung von Aluminiumlegierungen mit Gehalten an Zink, Magnesium und Silber, bei denen das Gewichtsverhältnis von Zink zu Magnesium gleich oder grösser als 2.5 zu 1 ist, die Summe an Zink und Magnesium nicht über 10 0/'o liegt und der Silbergehalt 0,2 bis 0,5 -'o, vorzugsweise etwa 0,3 %, beträgt,
wobei die Legierungen nach dem Lösungsglühen bei 170 bis 180 C ausgehärtet sind, zur Herstellung von Gegen ständen, die neben hoher Festigkeit und Dehnung gleichzeitig auch eine grosse Zähigkeit, hohe Werte für Einschnürung und Schlagbiebezähigkeit und geringe Kerbempfindlichkeit aufweisen sollen.
Es wurde nämlich festgestellt, dass Dehnung, Ein schnürung und Schlagbiegezähigkeit bei A1ZnMg- und AIZnN4gCu-Werkstoffen in hohem Masse vom Ver hältnis
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abhängen. Je grösser das Verhältnis
EMI0002.0041
bei gleicher Summe der beiden Komponenten und sonst gleicher Zusammensetzung ist, umso günstigere Eigenschaften lassen sich erzielen. Streckgrenze und Festigkeit sind dagegen in erster Linie von der Summe Zn + Mg abhängig.
Durch systematische Versuche wurde ermittelt, dass zur Erzielung guter Dehnung, Einschnürung und Schlagbiegezähigkeit ein Verhältnis
EMI0002.0044
gleich oder grösser als 2.5 gewählt werden muss. Nach oben ist dieses Verhältnis dadurch begrenzt, dass die Summe Zn + Mg nicht über 10 0,"o liegt, während Legierungen mit zu geringem MB-Gehalt nicht mehr genügend akshärten. Das günstigere Verhältnis
EMI0002.0048
liegt somit zwischen 2,5 und 4.
Weiterhin wurde gefunden, dass ein im oberen Be reich der zulässigen Grenzen liegender Si-Gehalt bei AlZriMgAg-Legierungen eine Versprödung hervorruft. Der Si-Gehalt in diesen Legierungen wird daher günsti- gerweise auf maximal 0,15 01o, vorzugsweise 0,10 0;'o be grenzt. Die chädliche Wirkung des Si-Gehaltes, die offenbar auf einer Bildung der intermetallischen Phase MgzSi beruht, macht sich vor allem bei Schmiedteilen bemerkbar.
Wie oben erwähnt, liegt der besondere Vorteil der silberhaltigen A1ZnMg-Legierungen in ihrer einfache ren "'ärmebehandlung. Wird eine solche Legierung nach dem Lösungsglühen z. B. 4 Stunden lang bei 180- C ausselagert, so weist sie nachher die gleichen mechanischen Eigenschaften auf, wie eine silberfreie AIZriMe- oder A]ZnMQCu-Legierung der obengenann- ten Art, die stufenaus(,elagert wurde.
Die Wärmebe handlung lässt sich somit durch einen Ag-Zusatz einfa cher gestalten; wirtschaftlich steht dem allerdings der hohe Preis des Silbers entgegen. Die vorteilhafte Wir kung des Silberzusatzes kommt aber auch nur in Ver bindung mit einer Auslagerung von 170-180 C zur Geltung.
Die beschriebenen Regeln gelten für alle hochfe sten Legierungen der Gattung AlZriMgAg mit Nvech- selnden Gehalten an Zn, Mg, Cu, Ntc, Cr und Zusät zen von AIZnMgAg, Ti, Be, Zr und andere. Je nach Venvenduneszwecke, d. h. entsprechend den geforder ten Festigkeitswerten, kann bei der Legierungszusam mensetzung die Summe Zn + Mg unterschiedlich sein, wenn im übrigen die vorstehenden Regeln eingehalten werden.
Durch eine Kombination der AlZriMgAg beschrie benen legierungstechnischen und Wärmebehandlungs- massnahmen gelingt es, hochfeste und zugleich zähe Werkstoffe auf Basis AIZnMgAg herzustellen, die für die beschriebenen Anwendungsgebiete hervorragend geeignet sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass gleichzeitig die Spannungskorrosionsempfindlichkeit beseitigt und die Dauerfestigkeit erhöht wird.
<I>Beispiel</I> Für die Herstellung von Schrauben wurde eine Legierung folgender Zusammensetzung entwickelt:
EMI0003.0002
EMI0003.0003
Für diesen Anwendungszweck wurde ein Ag-halti- ger Werkstoff verwendet, da die Legierung beim Kun den ausgehörtet wird, für den eine Stufenauslagerung schwierig durchzuführen ist.
Es wurden Rundstangen in üblicher Weise ge- presst, abgezogen, 1h bei 480 C lösungsgeglüht und in Wasser abgeschreckt. Sodann wurden sie 4h bei 180 C ausgelagert. Die mechanischen Werte betrugen:
EMI0003.0010
00,2 <SEP> ss <SEP> B <SEP> Dehnung <SEP> Gleichmass- <SEP> Einschnürung <SEP> Schlagbiege kp/mm= <SEP> kp/mm - <SEP> <B><I>0501,</I></B> <SEP> dehnung <SEP> 4 <SEP> 0/0 <SEP> zähigkeit
<tb> ah
<tb> ss <SEP> GI <SEP> 0/0
<tb> mkp/cmz
<tb> 43,4 <SEP> 49,3 <SEP> 14,2 <SEP> <B>6,2</B> <SEP> 40,2 <SEP> 14,6
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verwendung von Aluminiumlegierungen mit Ge halten an Zink, Magnesium und Silber, bei denen das Gewichtsverhältnis von Zink zu Magnesium gleich oder grösser als 2,5 zu 1 ist, die Summe an Zink und Magnesium nicht über 10 0,/o liegt und der Silbergehalt 0,2 bis 0,5 0,'o beträgt, wobei die Legierungen nach dem Lösungsglühen bei 170 bis 180 C ausgehärtet sind, zur Herstellung von Gegenständen, die neben hoher Festigkeit und Dehnung gleichzeitig auch eine grosse Zähigkeit, hohe Werte für Einschnürung und Schlag biegezähigkeit und geringe Kerbempfindlichkeit aufwei sen sollen. UNTERANSPRÜCHE 1.Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Silbergehalt etwa 0.3 0.'o beträgt. 2. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Siliciumge- halt maximal 0,15 %, vorzugsweise höchstens 0,10 0l0 beträgt. 3. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Gewichtsver hältnis von Zink zu Magnesium im Bereich von 2,5 bis 4,0 zu 1 liegt.4. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch oder einem der Unteransprüche 1 bis 3 zur Herstellung von Schrauben. 5. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Gewichtsver hältnis von Zink zu Magnesium im Bereich von 2,5 bis 4,0 zu 1 liegt, zur Herstellung von innerlich auf Druck beanspruchte Behälter, wie hydraulische Bergbaustem pel. 6. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Gewichtsver hältnis von Zink zu Magnesium im Bereich von 2,5 bis 4,0 zu 1 liegt, zur Herstellung von Panzerplatten. 7. Verwendung von Legierungen nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Gewichtsver hältnis von Zink zu Magnesium im Bereich von 2,5 bis 4,0 zu 1 liegt, zur Herstellung von Strassenleitplanken.
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