Anordnung zur Abfrage von Verbrauchsmessern, z. B. für Elektrizität, Gas oder Wasser Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Abfrage einer Vielzahl von der Ermittlung des Verbrauchs von Energie oder eines materiellen Stoffes, wie Elektrizität, Gas oder Wasser, dienenden Verbrauchsmessern von einer Zentrale aus, bei der die Informationen zwischen der Zentrale und den Verbrauchsmessern über ein Fernsprechnetz, das zusätzlich für die Übermittlung von Drahtfunksendungen ausgerüstet ist, übertragen werden und wobei die Abfrage eines Verbrauchsmessers ohne Anruf eines Teilnehmers erfolgt.
Die bekannten Zählerfernablesesysteme, die mit dem Fernsprechnetz zusammenarbeiten, verwenden in der Regel den Fernsprechautomaten. Hierdurch ergibt sich auf sehr einfache Weise eine Identifikation des abgefrag ten Zählers. Bei diesen Systemen tritt jedoch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen auf. So sind beispiels weise Mittel zur Rufunterdrückung bei einer Abfrage erforderlich. Auch besteht ein ungünstiges Verhältnis zwischen den Zeiten für einen Verbindungsaufbau und für die Vbermittlung einer Information.
Weiterhin kann jedem Fernsprechanschluss nur ein Zähler zugeordnet werden; sollen mehrere Zählerabstände über eine An- schlussleitung übertragen werden, dann ist eine zusätz liche Identifikation notwendig. Die Abfrage eines Zäh lerstandes bedeutet eine Belegung des zugeordneten An schlusses; es sind daher Benutzungsgebühren zu zahlen. Schliesslich muss vor einer Abfrage geprüft werden, ob der Anschluss bereits belegt ist. Ist dies der Fall, dann muss die Abfrage zu einem späteren Zeitpunkt vorge nommen werden.
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist es bekannt, Zählerstandsinformationen über ein Fernsprechnetz zu übertragen, ohne dabei jedoch von den Vermittlungs einrichtungen oder dem Fernsprechautomat Gebrauch zu machen. Dieses wird dadurch erreicht, dass die In formationssignale vor den entsprechenden Stellen im Fernsprechnetz ausgekoppelt werden. Die einzelnen Zähler erhalten eigene Adressen, mit deren Hilfe sie von der Zentrale aufgerufen werden können. Die übertra- gungsfrequenz für die Informationssignale liegt etwas oberhalb der in einem Fernsprechnetz auftretenden üblichen Frequenzen, d. h. im Mittelfrequenzbereich.
Es bestehen zahlreiche Fernsprechnetze, die mit Ein richtungen für die Übertragung von Drahtfunksendun- gen ausgerüstet sind. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den bei der bekannten Anordnung für die Zählerstandsabfraae erforderlichen Aufwand bei Fern sprechnetzen, die in der Lage sind, Drahtfunksendungen zu übermitteln, herabzusetzen. Diese Aufgabe wird da durch gelöst, dass die übertragenen Informationen aus hochfrequenten Signalen gebildet und für ihre Über tragung die Einrichtungen zur Übermittlung von Draht funksendungen vorgesehen sind.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Figur dargestellten Ausführunasbeispieles näher er läutert. wobei 'eitere Massnahmen beschrieben werden.
Die Figur zeigt eine verbraucherseitige Anordnun; 1 und eine zentralenseitilge Anordnung 2, die durch ein Fernsprechadernpaar 3 verbunden sind, Für die Über tragung von Telefongesprächen ist ein Fernsprechappa rat 4 über das Adernpaar 3 an einen Hauptverteiler und Vermittlungseinrichtungen 5 in der Zentrale angeschlos sen. In gleicher Weise sind eine Vielzahl von Fern sprechapparaten je""":eils über ein eigenes Adernpaar mit dem Hauptverteiler und den Vermittlungseinrichtungen 5 verbunden.
Von einer Sendestation erhält ein in der Zentrale untergebrachter Breitbandverstärker 6 über eine Fern leitung 7 sechs modulierte Trägerfrequenzen, die 175, 208, 241, 274, 307 und 340 kHz betragen. Diese ent sprechen sechs verschiedenen, zur Auswahl stehenden Drahtfunkprogrammen. Der Ausgang des Breitbandver- stärkers wird über einen Zwischenübertrager 8 mit einer Sammelschiene 9 verbunden. Diese ist iiber sog. Amts weichen an die einzelnen Fernsprechadernpaare 3 ange schlossen.
Eine Amtsweiche besteht aus einem Hoch frequenzübertrager 10, der sekundärseitig mittels eines Kondensators 11 einen Gleichstrom zwischen den beiden Adern des Fernsprechadernpaares 3 blockiert. Zur Amtsweiche gehören weiterhin Hochfrequenzdrosseln 12, die einen Abfluss der Hochfrequenzenergie zum Hauptverteiler hin unterbinden.
Auf der Verbraucherseite wird die hochfrequente Energie über einen weiteren Hochfrequenzübertrager 13, der ebenfalls einen Kondensator 14 zur Gleich stromunterdrückung besitzt, ausgekoppelt und auf einen normalen Rundfunkempfänger 15 gegeben.
Die geschilderte Anordnung erlaubt die gleichzeitige Übertragung von tonfrequenten Telepliongesprächen und von hochfrequenten Radioprogrammen über das Adernpaar 3. Bei der Hochfrequenzübermittlung ist zu beachten, dass wegen der Amplitudenmodulation der Störabstand sehr hoch liegen und dadurch die Sende leistung des Breitbandverstärkers 6 entsprechend gross sein muss.
Für eine Zählerfernablesung können wesentliche Elemente der beschriebenen Drahtfunkanlage mitver- wendet werden. Dies sind die Sammelschiene 9, die aus den Kondensatoren 11, den Hochfrequenzübertragern 10 und -drosseln 12 bestehenden Amtsweichen, die Hochfrequenzübertrager 13 und die Kondensatoren 14. Ausserdem kann eine der Drahtfunk-Trägerfrequenzen für die Abfrage der Zähler von der Zentrale aus benutzt werden.
In der Zentrale befindet sich eine Datenverarbei tungsanlage 16, an die eine Sendeeinrichtung 17 ange schlossen ist. Diese Sendeeinrichtung tastet ausgangs- seitig über einen Schalter 18 einen Resonanzkreis 19, der mit der Sekundärseite des Zwischenübertragers 8 gekoppelt und auf eine der Drahtfunk-Trägerfrequen- zen, z. B. 175 kHz, abgestimmt ist. Während der Über tragung von Drahtfunkprogrammen ist keine Zählerfern- ablesung vorgesehen. In dieser Zeit ist der Resonanz kreis 19 durch den Schalter 18 kurzgeschlossen, wo durch eine unnötige Signaldämpfung vermieden wird.
Die Zählerfernablesung soll während der Nachtstunden erfolgen, wenn keine Dralitfunkprogramme übertragen erden, jedoch die Trägerfrequenzen unmoduliert weiter vorhanden sind.
In der Datenverarbeitungsanlage 16 sind die Adres sen sämtlicher abzufragenden Zähler als mehrdekadige Ziffern in binärdezimaler Form gespeichert. Zur Ein leitung der Abfrage eines Zählers wird dessen Adresse über die Sendeeinrichtung 17 getastet, indem der Schal ter 18 im Rhythmus des der Adresse entsprechenden Impuistelegrammis betätigt wird. Dadurch wird die Trägerspannung, auf deren Frequenz der Resonanzkreis 19 abgestimmt ist, in gewünschter Weise getastet und über die einzelnen, mit der Sammelschiene 9 verbun denen Amtsweichen, die Adernpaare 3 und die über- tra2er 13 sämtlichen Verbrauchern zugeführt.
Die ge tastete Trägerspannung gelangt auf einen programmier ten Empfänger 20, der parallel zum Rundfunkempfän ger 15 an die Sekundärwicklung des Übertragers 13 an geschlossen ist. Jeder der Empfänger 20 ist auf die Adresse des ihm zugeordneten Zählers eingestellt und spricht nur dann an, wein diese Adresse übertragen wird. In diesem Fall betätigt er einen Umschalter 21, der einen Verbrauchersender 22 mit der Sekundärseite des Übertragers 13 verbindet. Der Verbrauchersender wird von einem Zähler 23 über eine Kodiervorrichtung 2-1 gesteuert. Der Zähler dient zur Messung des Ver brauchs von Elektrizität, Gas, Wasser oder dgl.
Durch das Umleen des Umschalters 21 wird der Verbraucher sender 22' in Betrieb gesetzt und er sendet ein Impuls- tele,ratnm in die Zentrale, dessen Inhalt dem kodierten Zählerstand entspricht und dessen Signalfrequenz vor- zugsweise zwischen zwei Drahtfunk-Trägerfrequenzen, z. B. bei 191,5 kHz liegt. In der Zentrale wird dieses Impulstelegramm von einem Resonanzkreis 25 aufge nommen, der auf die Signalfrequenz des Verbraucher senders abgestimmt ist.
Parallel zu diesem Resonanz kreis liegen ein Schalter 26 und eine Empfangseinrich tung 27. Mit dieser ist die Datenverarbeitungsanlage 16 verbunden, die die empfangenen Informationen regi striert und verarbeitet.
Während der Aussendung der Zähleradresse über den Resonanzkreis 19 ist der Schalter 26 geschlossen und damit der Empfänger 17 blockiert. Nach der Durch gabe des Adresstelegrammes bleibt der Schalter 18 ge schlossen und der Schalter 26 wird geöffnet, so dass die anschliessend eintreffende Zählerstandsinformation der Datenverarbeitungsanlage 16 zugeführt werden kann. Vorzugsweise wird hierbei vom Verbrauchersender 22 die Zähleradresse wiederholt, wodurch die Sicherheit der Identifikation gewährleistet ist.
Nacheinander wer den alle Zähler in gleicher Weise entsprechend der Adressenprogrammierung in der Datenverarbeitungsan lage aufgerufen. Durch die individuelle Adressierung der Zähler könnet an jedem Adernpaar 3 beliebig viele Zähler angeschlossen sein. Es ist auch nicht erforderlich, dass der Fernsprechapparat, der Radioempfänger und die Zähler, die mit einem Adernpaar verbunden sind, einem Abnehmer zugeordnet sind. Jedes dieser Geräte kann einem anderen Abnehmer gehören. Es muss ledig lich ein örtlicher Zusammenhang bestehen.
Da der Verbrauchersender 22 nur Impulstelegram me abgibt, kann hierbei der notwendige Störabstand viel niedriger sein als bei der Drahtfunkübertragung. Damit wird auch die erforderliche Sendeleistung erheblich ge ringer. Der Leistungspegel ist dabei so tief, dass der Einsatz von elektronischen Geräten ratsam erscheint. Durch die grosse verfügbare Bandbreite kann die Tele- graphiegeschwindigkeit sehr hoch gewählt werden, was das Arbeiten mit grosser Redundanz ermöglicht und kurze Übermittlungszeiten ergibt.
In dem beschriebenen Beispiel wird der Zählerstand oder ein Teil davon in kodierter Form übertragen. Es kann jedoch auch eine Festmengenabfrage stattfinden, wobei die KodiervorrichtunQ 24 lediglich aus einem jeweils nach \Verbrauch einer Festmenge betätigten Um schalter besteht. Diese Festmenge muss jedoch relativ gross gewählt werden, da nur während der Sendepausen des Drahtfunkprogrammes, d. h. nur einmal pro Tag, die Zählerfernablesung durchgeführt werden kann und zwi schen zwei Ablesungen auch im ungünstigsten Fall nicht mehr als eine Festmenge verbraucht werden darf.
Es ist jedoch auch möglich, die Zählerfernablesung während der Sendung von Drahtfunkprogrammen statt finden zu lassen. Die Frequenz der Aufrufsignale muss dann jedoch verschieden von den Drahtfunk-Träger- frequenzen sein. Hierzu ist ein eigener Sender erforder lich, dessen Ausgang z. B. parallel zum Ausgang des Breitbandverstärkers 6 liegt. Der Resonanzkreis 19 muss auf die Frequenz dieses Senders abgestimmt sein. Die Leistung des Senders kann wie die der Verbraucher sender 22 sehr gering sein. Die Frequenzen dieser beiden Sender liegen vorzugsweise ausserhalb des von den Drahtfunk-Frequenzen beanspruchten Bandes, z.
B. bei 140 und 150 kHz. Hierdurch ist eine ständige Abfrage möglich. Da die Telegraphiegeschwindigkeit sehr hoch ist, ist die Zeitspanne zwischen zwei Abfragen eines Zählers sehr klein. Die gewählte Festmenge kann ent sprechend klein gehalten werden. Auf diese Weise kann eine Tarifierung in der Zentrale vorgenommen werden, wodurch etwaige Mehrfachtarifzähler und die zugehö rige Umschaltvorrichtungen bei den Verbrauchern fort fallen.