Möbel mit Tonwiedergabeanlage Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Mö bel mit Tonwiedergabeanlage. Es ist allgemein üblich, Tonwiedergabeanlagen, die z. B. ausser einem Steuer gerät und einer Lautsprecheranlage, einen Radioteil, und/oder einen Plattenspieler, und/oder ein Bandgerät (im folgenden Tonerzeuger genannt) umfasst, in truhen- artige Möbelstücke einzubauen. Mit dem Aufkommen sogenannter Stereo-Anlagen wurde im allgemeinen da von abgesehen, die ganze Anlage in ein einziges Möbel einzubauen, d. h. man baute die beiden notwendigen Lautsprecher bzw.
Lautsprechergruppen in je ein sepa rates Gehäuse ein, um sie zur Erzielung des gewünsch ten Stereo-Effektes separat im Raum aufstellen zu können. Diese bekannten Anlagen zeigten folgenden Grundaufbau: Steuergerät und Tonerzeuger werden in ein Möbel eingebaut, das in Bedienungsreichweite vom Sitzplatz des Hörers angeordnet ist; die beiden Laut sprecher sind je in ein separates Gehäuse eingebaut und diese Gehäuse sind im gegenseitigen Abstand und im Abstand vom Hörerplatz so angeordnet, dass die direkte Abstrahlung von diesen Gehäusen am Hörerplatz den gewünschten Stereo-Effekt ergibt.
Die Nachteile dieses üblichen Grundaufbaus sind offensichtlich; abgesehen davon, dass zur Unterbringung der Gesamtanlage drei separate (kaum für andere als Abstelizwecke weiterver wendbare) Möbelstücke erforderlich sind, die nur in wenigen, möglichen Relativlagen den optimalen Effekt ergeben und somit die Möblierungsmöglichkeiten eines Raumes sehr stark einschränken, sind relativ viele offene Kabel zu verlegen; meist müssen bezüglich Aufstellung der einzelnen, Anlageteile enthaltenden Möbelstücke un günstige Kompromisse eingegangen werden;
insbeson dere wird der Hörerplatz oft in relativ grossem Abstand von dem den Bedienungsteil der Anlage enthaltenden Möbel gewählt, um ihn in den Bereich eines Tisches bringen zu können, d. h. die Anlage selbst zwingt den Hörer nicht an einen bestimmten Ort bezüglich der einzelnen die Anlage enthaltenden Möbelstücke. Die vorliegende Erfindung bezweckt demgegenüber die Schaffung eines Möbels mit Tonwied'ergabeanlage, bei dem die genannten Nachteile vermieden sind.
Zu diesem Zweck ist das erfindungsgemässe Möbel dadurch gekennzeichnet, dass es als frei im Raum aufstellbares Möbel ausgebildet ist, wobei alle zu einer Stereo-Anlage gehörenden Geräte wenigstens annähernd horizontal liegend angeordnet sind und die Lautsprecher den Ton in um einen Winkel zwischen 90 und 180 C vonein ander verschiedenen Richtungen abstrahlen.
Dank dieser Ausbildung ist es nicht nur möglich, die ganze Anlage in einem einzigen Möbel zusammenzu fassen, sondern der Hörer wird durch dieses z. B. als Salon- oder Clubtisch ausgebildete Möbel dazu ver leitet, d. h. praktisch dazu gezwungen, denjenigen Platz einzunehmen, der einerseits der zweckmässigste Bedie nungsplatz für die Anlage und anderseits gleichzeitig der ideale Hörerplatz zur Aufnahme des Stereo-Effektes ist. Es ist zu beachten, dass hier nicht wie bisher üblich ein mehr oder weniger direktes Bestrahlen des Hörerplatzes mittels im Abstand von diesem aufgestellten Lautspre cher, sondern ein indirektes Bestrahlen unter Zwischen schaltung der Raumwände als Reflektoren mittels der im Möbel zusammengefassten Lautsprecher vorgesehen ist.
In der beiliegenden Zeichnung ist der Erfindungs gegenstand beispielsweise und schematisch dargestellt; es zeigt: Fig. 1 schaubildlich einen Clubtisch mit im Tisch blatt eingebauter Stereo-Anlage und Fig. 2 in Draufsicht einen Tisch analog Fig. 1, eine Variante der Anordnung der verschiedenen Anlageteile zeigend.
In Fig. 1 ist ein sogenannter Clubtisch dargestellt, dessen auf den Füssen 1 abgestützte Tischplatte 2 Rechteckform aufweist. Die Dicke der Tischplatte be trägt etwa 15 cm, könnte aber auch nur 10 cm oder weniger betragen, je nach der Bauhöhe der zur Ver- fügung stehenden Einbauteile der Stereoanlage. Bekannt lich lassen sich gewisse Anlageteile, einschliesslich der Lautsprecher, schon heute in Bauhöhen von 5-6 cm herstellen.
In diese Tischplatte 2 ist auf der einen Längs seite eine Schublade 3 eingesetzt, welche einen Toner zeuger (Radioteil und/oder Plattenspieler und/oder Bandgerät) mit zugerodnetem Steuerteil einer Stereo- Tonwiedergabeanlage enthält. Die Schublade 3 reicht höchstens bis zur Längsmittelachse der Tischplatte 2. Die der Schublade 3 gegenüberliegende Hälfte der als Hohlkasten ausgebildeten Tischplatte 2 ist durch eine schallisolierende Querwand 2a hälftig unterteilt.
Von dieser Querwand 2a aus erstrecken sich gegen die beiden Schmalseiten der Tischplatte 2 hin zwei Schallführungs- schächte 4; diese Schächte 4 besitzen im Bereich der Schmalseiten der Tischplatte 2 Schallaustrittsöffnungen 4a, während an den durch die Querwand 2a gebildeten Endflächen der Schächte je ein Lautsprecher 5 der Stereoanlage angeordnet ist. Es hat sich gezeigt, dass aus akustischen Gründen die Minimallänge der Schächte 4 etwa 40 cm, ihre Minimalbreite etwa 15 cm und ihre Minimalhöhe etwa 5 cm betragen sollten. Dies Abmes sungen lassen sich aber wie ersichtlich bei den üblichen Grössen von Clubtischen ohne weiteres einhalten.
Dank dieser Anordnung der Anlageteile in der Tischplatte wird bei der üblichen Aufstellung des Tisches im Ab stand und parallel zu den Raumwänden der von beiden Lautsprechern 5 in entgegengesetzte Richtungen abge strahlte Schall von den entsprechenden Raumwänden in den Bereich des Tisches zurückreflektiert, so dass ein Hörer im Bereich des Tisches den Stereoeffekt wahr nimmt. Unterschiedliche Abstände der beiden Schmal seiten des Tisches von den Raumwänden bzw. unter schiedliches Reflexionsvermögen dieser Wände können durch entsprechende Einstellung der Lautsprecher-Ba- lance kompensiert werden.
Da der Tisch als solcher die Lage der Sitzplätze und damit der Hörer praktisch fest legt, befinden sich die um die Längsseiten des Tisches gruppierten Hörer zwangläufig im Bereich des Stereo- Effekt-Bereiches.
Selbstverständlich lässt sich auch eine Stereo-Anlage mit paarweise angeordneten Lautsprechern in einen Tisch einbauen. Eine solche Ausführungsform ist sche matisch in Fig. 2 dargestellt. Die als Hohlkasten ausge bildete, rechteckförmige Tischplatte 12 ist in drei Kastenabschnitte 12b, 12c unterteilt. Im Mittelabschnitt 12c sind, von einer Längsseite her zugänglich, das Steuergerät 13a und der bzw. die Tonerzeuger 13b (zweckmässig in Schubladen) angeordnet.
Den durch schallisolierende Wände 12a vom Mittelabschnitt 12e getrennten Endabschnitten 12b ist je ein Paar von zueinander parallelen Schallführungsschächten 14 vor gesehen, an deren durch die Wände 12a gebildeten Boden je ein horizontal nach aussen strahlender Laut- Sprecher 15 angeordnet ist. Diese Anordnung der gegen die entsprechenden, als Reflektoren wirkenden Raum wände strahlenden Lautsprecher 5 bewirken analog dem erstbeschriebenen Beispiel im Bereich des Tisches und damit im Bereich der um den Tisch gruppierten Sitz plätze den gewünschten Stereo-Effekt.
Um ausser durch Balance-Einstellung eine Möglichkeit zur Anpassung der Anlage an die akustischen Verhältnisse des Raumes bzw. der als Reflektoren herangezogenen Wände zu schaffen, sind die Schallführungsschächte mit ihren Lautsprechern zweckmässig derart verstellbar angeord net, dass ihre Längsachse etwas nach unten und/oder nach der Seite hin schräg zur Längsachse des Tisch blattes 12 eingestellt werden kann.
Es versteht sich, dass die Stereo-Anlage auch in einen Tisch mit quadratischer oder mit runder Tischplatte, insbesondere auch in einen Tisch mit Säulenfuss einge baut werden kann. Die Hauptvorteile der beschriebenen Ausführungen liegen in jedem Fall darin, dass alle Teile der Stereo-Anlage in einem einzigen Möbelstück unter gebracht sind, das einerseits seine übliche Tischfunktion beibehält und das anderseits praktisch zwangläufig den für Stereo-Hören zweckmässigen Hörerplatz festlegt, ohne dass dies dem Benützer als seinen normalen Wohn- gepflogenheiten widersprechender Zwang empfunden wird.