CH492660A - Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren Verwendung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren VerwendungInfo
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- C04B20/10—Coating or impregnating
- C04B20/1018—Coating or impregnating with organic materials
- C04B20/1029—Macromolecular compounds
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- C04B2111/00—Mortars, concrete or artificial stone or mixtures to prepare them, characterised by specific function, property or use
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Description
Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren Verwendung Mineralisches Körnermaterial, wie es in der Bauindu strie verwendet wird, zum Beispiel Sand, Granit, Porphyr und dgl., besitzt ein mattes Aussehen und liegt meistens nur in grauen bis braunroten Schattierungen vor. Gele gentlich ist es jedoch erwünscht, Bauelementen oder Fassadenteilen ein brillantes, metallisches Aussehen zu verleihen. Zu diesem Zweck wurden bisher kompakte Schichten, zum Beispiel aus Silber- oder Goldbronze aufgetragen, die meist ein befriedigendes Aussehen ergeben, jedoch zu Rissbildungen neigen.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist nunmehr ein Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten, insbeson dere Metallpulvern, umhüllten körnigen Mineralstoffen sowie ferner deren Verwendung zur Beschichtung von Fassadenteilen, bei welcher Verwendung die obigen Nachteile nicht mehr auftreten.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass man ein trockenes Granulat des Mineralstoffs, dessen einzelne Körner einen Durchmes ser von mindestens 0,5 mm besitzen, mit einer zum Überziehen der Granulatteilchen ausreichenden Menge eines Gemisches aus kalthärtendem Kunstharzlack und feinteiligen Pigmenten mischt und den Kunstharzlack trocknen oder härten lässt.
Als Ausgangsmaterial des erfindungsgemässen Ver fahrens kann zum Beispiel Quarzsand in der Körnung von 0,5 bis 3,0 mm dienen. Generell lassen sich poröse und unporöse mineralische Ausgangsmaterialien verwen den, zum Beispiel Granit, Gneis, Porphyr, Basalt und dgl. Die Einzelteilchen des Granulats sind bevorzugt rund, können jedoch auch eine beliebige geometrische Form haben.
Das mineralische Material wird zweckmässig zu nächst gewaschen, d.h. von Staubpartikeln bzw. den unterhalb 0,5 mm Durchmesser liegenden Fraktionen befreit und anschliessend getrocknet. Nach dem Trock nen wird das Granulat in einen Zwangsmischer eingefüllt, beispielsweise in eine mit einem wirkungsvollen Rühr werk versehene Mischtrommel oder in eine Trommel von der Art eines Dragierkessels. In einem gesonderten Gefäss werden ein Kunstharz lack und Metallpulver gemischt. Als Pigmente dienen vor allem Metallpulver in fein verteilter Form, welche übli cherweise als Bronzen bezeichnet werden und als Pasten oder Pulver in den Handel kommen.
3e nach gewünschtem Farbton stehen verschiedene Typen zur Verfügung, z.B. Neusilber, Pulver aus rostfrei em Stahl, Dukatengold, Grün-, Bleich-, Tief- oder Reich gold, Naturkupfer und Aluminium-Lackbronzen, Chrom- und Nickelpulver.
Als Kunstharzlack kommen Lösungen von Kunsthar zen in leicht flüchtigen Lösungsmitteln oder Kunstharz- Härtergemische sowie oxydativ oder physikalisch trock nende Lacke in Frage.
Geeignete Lackkunstharze sind zum Beispiel Nitrocellulose, chlorierter Kautschuk, Poly- vinylchlorid und dessen Mischpolymerisate, Polyvinyl- idenchlorid, Polyacryl- und Polymethacrylester, Polyester harze wie Alkydharze, Phenolformaldehydharze, Harn stofforinaldehydharze, Melaminharze, Aldehyd- und Ketonharze, Polyurethane und Epoxydharze.
Falls es sich bei dem Kunstharzlack nicht um einfa che Lösungen von Kunstharzen handelt, bei welchen während des Mischvorganges das Lösungsmittel durch Verdunsten entfernt wird, werden die Kunstharze und Härter vor der Verwendung miteinander vermischt und es erfolgt eine Vorhärtung vor Zugabe zu dem minerali schen Körnermaterial. Die Dauer der Vorhärtung hängt von der Tropfzeit des jeweiligen Harz-Härtergemisches ab. Vor Beginn der Härtung wird das Pigment beigege ben.
Der so vorgehärtete, pigmentierte Kunstharzlack oder die pigmentierte Kunstharzlösung wird sodann in einer Menge von etwa 0,5 bis 5 Gew.- /o, bezogen auf das mineralische Granulat, diesem zugesetzt. Während der Zugabe und bis zur vollständigen Härtung des Kunst harzlacks muss ununterbrochen gerührt werden, damit Zusammenballungen der einzelnen Körner vermieden werden. Um die Trocknung und Härtung zu beschleuni gen, kann während des Mischvorgangs Warmluft, bei spielsweise von ca. 70 C, eingeblasen werden. Durch diese Massnahme kann die gesamte Mischzeit erheblich redu ziert werden.
Die so hergestellten, metallisierten Mineralkörner können nun zum Beschichten von Fassadenteilen, bei spielsweise von Beton-, Leichtbau-, Holz- oder Metall platten verwendet werden. Hierzu kann wie folgt vorge gangen werden: Die Oberfläche der zu überziehenden Platten wird vorbehandelt, d.h. Beton- und Leichtbauplatten werden mit einem Betonreinigungsmittel (z.B. Gemisch von Phosphorsäure, nichtionogenem Netzmittel und Wasser) abgebürstet und nach genügender Trocknung mit einem Karborundumstein oder Schleifpapier leicht angeschlif fen.
Holzplatten können mit Schleifpapier leicht ange- rauht werden, Metallplatten können sandgestrahlt wer den.
Nach dieser Vorbehandlung wird auf die Plattenober fläche ein selbstnivellierendes gefülltes thermo- oder duroplastisches Kunstharz, z.B. in einer Schichtstärke von ca. 1 mm aufgetragen. Für Aussenfassadenplatten werden hierzu mit Vorteil Epoxy-, Polyurethan- oder Polyesterharze verwendet.
Durch diese selbstnivellierende Kunstharzschicht (z.B. Epoxyharz) von ca. 1 mm Schichtstärke wird der direkte Kontakt zwischen dem Beton und dem aluminiummetal lisierten Granulat eliminiert. Alkalische Reaktionen kön nen dadurch weitgehend ausgeschaltet werden.
Nach dem Aufbringen der Kunstharzschicht wird diese mit den metallisierten Mineralstoffen abgesandet, d.h. die Körner werden in diese Trägerschicht einge streut, bis die Kunstharzschicht nicht mehr sichtbar, respektiv vollständig zugedeckt ist. Nach dem einwand freien Abbinden der Kunstharzträgerschicht wird die abgesandete Plattenoberfläche abgebürstet, wobei die nichthaftenden Körner entfernt werden. Die Platte erhält auf diese Art eine regelmässige, leicht rauhe, metallische, witterungsbeständige und visuell sehr ansprechende Oberfläche.
Im obigen Verfahren kann die Pigmentierung des Kunstharzlacks auch durch geeignete, vorzugsweise anorganische, Pigmente anstelle der Verwendung von Metall- oder Legierungspulvern erfolgen. Geeignete Pig mente sind zum Beispiel: Titandioxyd, Oxydgelb, Cadmiumrot, Eisenoxydrot, Eisencyanblau, Chromoxydgrün oder Gasruss.
<I>Beispiel</I> Als Material wurde sauber gewaschener Quarzsand in einer Körnung von 1 bis 1,5 mm verwendet. 200 kg dieses Quarzsandes wurden in einen Zwangsmischer gegeben und anschliessend der Kunstharzlack beigemischt.
Als Kunstharzlack kam ein Nitrocellulose-Alkydharz folgender Rezeptur zur Anwendung:
EMI0002.0036
Alkydharz <SEP> 14,50/,
<tb> Nitrocellulose <SEP> <B>9100/0</B>
<tb> Weichmacher <SEP> (Dioctylphthalat) <SEP> <B>3,50/,</B>
<tb> Aluminiumpulver <SEP> 8,0
<tb> 35,0 /p
<tb> Lösungsmittel <SEP> 65,0
<tb> 100,0 Auf die obgenannten 200 kg Quarzsand entfielen 6 kg des beschriebenen Nitrocellulose-Alkydharzlacks. Zuerst wurde das Mischgut in die Mischtrommel eingefüllt und anschliessend der Kunstharzlack beigege ben. Die beiden Komponenten wurden im Trommel zwangsmischer ununterbrochen gerührt.
Als Mischer diente eine Maschine, deren Mischaggregat feststeht, während die Mischtrommel mit dem Mischgut rotiert bzw. angetrieben wird. Selbstverständlich kann auch eine Maschine benützt werden, deren Mischschaufeln ange trieben werden, während die Trommel mit dem Mischgut fixiert ist.
Von grösster Wichtigkeit war, dass während des ganzen Prozesses das Mischgut in ununterbrochener Bewegung gehalten wurde, um das Zusammenballen der Körner zu vermeiden.
Um die Trocknungszeit abzukürzen, wurde während des Mischvorgangs Warmluft in das Mischgut gebla sen.
Durch die während des Mischvorgangs erzeugte Rei bungswärme und durch das gleichzeitige Einblasen von Warmluft betrug die Mischzeit pro Charge ca. 20 Minu ten. Nach Ablauf dieser Zeit hatte das Material den erforderlichen Trocknungsgrad erreicht und konnte abge sackt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten, insbesondere Metallpulvern, umhüllten körnigen Mine ralstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man ein trocke nes Granulat des Mineralstoffs, dessen einzelne Körner einen Durchmesser von mindestens 0,5 mm besitzen, mit einer zum Überziehen der Granulatteilchen ausreichen den Menge eines Gemisches aus Kunstharzlack und feinteiligen Pigmenten mischt und den Kunstharzlack trocknen oder härten lässt. II. Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellte körnige Mineralstoffe. III. Verwendung der nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellten körnigen Mineralstoffe zur Beschichtung von Fassadenteilen.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Körner des Granulats einen Durchmesser von 0,5 bis 3,0 mm aufweisen. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass während des Mischvorgangs Warm luft in den Mischer eingeblasen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteran spruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunstharz lack Aluminium-, Kupfer-, Neusilber-, Nickel-, Chrom- oder korrosionsbeständiges Stahlpulver enthält. 4.Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteran spruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Kunstharz lack oxydativ trocknende Lacke, physikalisch trocknende Lacke, Einbrennlacke oder Mehrkomponenten-Reak- tionslacke verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass dem Kunstharzlack anorganische Pig mente wie Titandioxyd, Oxydgelb, Cadmiumrot, Eisen- oxydrot, Eisencyanblau, Chromoxydgrün oder Gasruss beigemischt werden. 6.Verwendung nach Patentanspruch III, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu beschichtende Fläche anrauht, mit einem härtbaren Kunstharz grundiert, mit dem Körnermaterial bestreut und nach Aushärtung des Kunstharzes überschüssiges Körnermaterial entfernt. <I>Anmerkung des</I> Eidg. <I>Amtes für geistiges Eigentum:</I> Sollten Teile der Beschreibung mit der im Patentan spruch gegebenen Definition der Erfindung nicht in Einklang stehen, so sei daran erinnert, dass gemäss Art.<B>51</B> des Patentgesetzes der Patentanspruch für den sachlichen Geltungsbereich des Patentes massgebend ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH292067A CH492660A (de) | 1967-02-28 | 1967-02-28 | Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren Verwendung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH292067A CH492660A (de) | 1967-02-28 | 1967-02-28 | Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren Verwendung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH492660A true CH492660A (de) | 1970-06-30 |
Family
ID=4244581
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH292067A CH492660A (de) | 1967-02-28 | 1967-02-28 | Verfahren zur Herstellung von mit Pigmenten umhüllten körnigen Mineralstoffen und deren Verwendung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH492660A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1996002595A1 (en) * | 1994-07-13 | 1996-02-01 | Minnesota Mining And Manufacturing Company | Inorganic particles coated with organic polymeric binders and pigment, composite sheets including same, and methods of making said coated particles |
| DE19701420A1 (de) * | 1996-12-27 | 1998-07-09 | Quarz Color Steidle Baustoff G | Außenbelag mit wasserdurchlässigen Eigenschaften |
-
1967
- 1967-02-28 CH CH292067A patent/CH492660A/de not_active IP Right Cessation
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1996002595A1 (en) * | 1994-07-13 | 1996-02-01 | Minnesota Mining And Manufacturing Company | Inorganic particles coated with organic polymeric binders and pigment, composite sheets including same, and methods of making said coated particles |
| DE19701420A1 (de) * | 1996-12-27 | 1998-07-09 | Quarz Color Steidle Baustoff G | Außenbelag mit wasserdurchlässigen Eigenschaften |
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