CH493430A - Verfahren zur Reinigung von Abwasser - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Abwasser

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CH493430A
CH493430A CH375968A CH375968A CH493430A CH 493430 A CH493430 A CH 493430A CH 375968 A CH375968 A CH 375968A CH 375968 A CH375968 A CH 375968A CH 493430 A CH493430 A CH 493430A
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Gene Hager Donald
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Description


  
 



  Verfahren zur Reinigung von Abwasser
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Abwasser mit Aktivkohle, welches sich insbesondere für Haushalts- und Industrieabfälle enthaltende Abwässer eignet.



   Mit dem raschen Anwachsen der Bevölkerung und der Industrialisierung der Städte fällt ein immer grösser werdendes Volumen an Abwasser an, das behandelt und abgeleitet werden muss. Die bisher zur Ableitung des Abwassers oder des aus Abwasserbehandlungsanlagen abströmenden Wassers dienenden Flüsse und Ströme sind durch die Zunahme des Abwasseranfalles überlastet und vielfach erheblich verunreinigt.



   Die zur Zeit verbreitetste Methode zur Abwasserbehandlung besteht aus einem Absitzenlassen, wobei ein grosser Teil der Feststoffe des Rohabwassers mit oder ohne Zuhilfenahme von Flockungsmitteln entfernt wird.



  Bei einer erheblichen Anzahl von   Abwasserbehandlungs    anlagen wird noch eine weitere biologische   Behandlungs    stufe, beispielsweise eine Belüftung durchgeführt, um die Feststoffe durch Bakterieneinwirkung weiter abzubauen.



  Das aus der biologischen Behandlungsstufe abströmende Wasser wird dann mit oder ohne weitere Reinigung in die Flüsse und Ströme geleitet.



   In neuerer Zeit ist vorgeschlagen worden, das aus der biologischen Behandlungsstufe abströmende Wasser zur abschliessenden Reinigung mit Aktivkohle zu behandeln.



  Es sind natürlich zahlreiche Variationen derartiger Vorschläge möglich.



   Es ist klar, dass jedes Verfahren zur Behandlung von städtischen Haushalts- und Industrieabwässern geeignet sein muss, mit geringen Unkosten einen grossen und wechselnden Zustrom zu behandeln. Dabei stellt eine weitere Reinigungsbehandlung von ausgeflocktem und belüftetem Abwasser beispielsweise durch Aktivkohle eine Erhöhung der Unkosten der Abwasserbehandlung dar. Aktivkohle ist ferner ein zur Abwasserbehandlung relativ teures Material und muss daher zur praktischen Anwendbarkeit wiedergewonnen und regeneriert werden.



   Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Abwasserbehandlung vorzuschlagen, bei welchem Aktivkohle in einer für die Abwasserbehandlung wirtschaftlichen Weise benutzt wird und das abströmende Wasser nur einen geringen Gehalt an Verunreinigungen aufweist, so dass es hinreichend rein ist zur Behandlung in den herkömmlichen städtischen Wasseraufbereitungsanlagen und für den menschlichen Verbrauch nicht verloren geht.



   Dementsprechend wird erfindungsgemäss ein Verfahren zur Reinigung von Abwasser durch Sieben und Klären und nachfolgendes Abtrennen der suspendierten Feststoffe vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man das gesiebte Rohabwasser mit einem Flockungsmittel behandelt, das überstehende Wasser von der gebildeten Ausflockung abtrennt und durch ein oder mehrere Aktivkohlebetten leitet und diese periodisch rückspült und regeneriert.



   Im folgenden werden zunächst einige hierin benutzte Bezeichnungen definiert. Die Bezeichnung  Rohabwas   ser     wird für eine verdünnte wässrige Mischung von Abfällen, hauptsächlich aus Haushaltungen und bestimmten Leichtindustrien verwendet, welche durch das Wasser bequem und wirtschaftlich abgeführt werden und zahlreiche verschiedene Materialien, beispielsweise menschliche Abfälle, Seifen, Detergentien, Schmutz, Papier, Speiseabfälle, Chemikalien, Fäden usw. enthalten.



  Als  primäres Ablaufwasser  wird das von einer vorhergehenden Behandlung des Rohabwassers abströmende Wasser bezeichnet, in welchem ein wesentlicher Teil der suspendierten und/oder gelösten Feststoffe entfernt oder auf andere Weise teilweise gereinigt wurden. Als    sekun-    däres Ablaufwasser  wird hierin das aus einer zweiten Abwasserbehandlung abströmende Wasser bezeichnet, in welchem ein wesentlicher Teil der suspendierten und/oder gelösten Feststoffe durch eine Reinigungsstufe entfernt wurden. Die Bezeichnung  Flockungsmittel  wird für solche Materialien verwendet, die bei der Zugabe zum Abwasser eine Ausflockung erzeugen und eine raschere Abtrennung der Feststoffe bewirken. Als  biochemischer Sauerstoffbedarf  wird diejenige Sauerstoffmenge bezeichnet, welche bei der biochemischen Oxidation organischer Stoffe innerhalb von fünf Tagen bei 200C verbraucht wird.

  Als  Aktivkohle  werden solche Kohlenstoffmaterialien bezeichnet, die kleine Po  ren und eine grosse innere Oberfläche besitzen. Die Bezeichnung   echemischer    Sauerstoffbedarf  bezeichnet diejenige Sauerstoffmenge, ausgedrückt in ppm und korrigiert für den Einfluss von Chloriden, welche unter speziellen Bedingungen für die Oxidation der organs schen und der oxidierbaren anorganischen Stoffe   im    Wasser oder Abwasser verbraucht wird   (vgl.       Methode    for the Examination of Water and Waste   Mater ,      12.   



  Auflage, Public Health Assoc., New York, N.Y.,   1965,    Seiten 510 bis 514).



   Für die Durchführung des erfindungsgemässen   Ver-    fahrens sind alle herkömmlichen organischen und   anor-    ganischen Flockungsmittel geeignet. So können beispiels weise anionische, kationische oder nichtionogene   Poly-    elektrolyte   Verwendung    finden. Geeignete polymere Flockungsmittel sind:
1. Cellulosederivate, wie Hydroxyalkylcellulose,   Carb-    oxyalkylcellulose,   Sulfoalkylcellulose,    Alkylcellulose und deren Salze.



   2. die durch Umsetzung von Butylbromid mit   Polyvi    nylpyridin oder Vinylpyridin-Copolymeren mit anderen Stoffen, beispielsweise Styrol erhaltenen, wasserlöslichen quaternären Ammoniumsalze,
3. die durch Umsetzung eines primären Diamins,   wie    Propylendiamin, eines Alkylhalogenids wie   1,4-Dichlor-    butan und einer halogenierten Alkylverbindung wie   Bu-    tylbromid erhaltenen, wasserlöslichen quaternären Am moniumsalze,
4.   Polyvinylamidsalze,wiePolyvinylamid-acetat,   
5. die wasserlöslichen Reaktionsprodukte aus   Form-    aldehyd und   Guanidincarbonat    oder bestimmten   substi-    tuierten Guanidinsalzen, wie   Aminoguanidincarbonat,   
6.

  Polyäthylenimin-Salze, beispielsweise das Acetat oder Sulfat,
7. Salze langkettiger Polymerer sekundärer   Amine,    beispeilsweise die durch Umsetzung von   1,4-Dibrombu-    tan und   1,6-Hexamethylendiamin    gebildeten Produkte,
8. Salze, beispielsweise Chloride oder Acetate,   ge-    mischter primärer und sekundärer Amine, wie   Triäthy-    lentetramin oder Tetraäthylenpentamin,
9. sulfonierte lineare Polymere aus Styrol und   substi-    tuiertem Styrol oder Copolymere derselben mit   Acrylmo    nomeren,
10.   Polyäthylenoxide,   
11. Polyacrylatsalze,
12.

  Dialkylaminoalkylacrylate und deren quaternäre Verbindungen,
13. quaternäre   Vinyl-benzyl-ammoniumverbindungen    und deren Copolymere mit Acrylaten,
14. mit Olefinen copolymerisierte Halbamide   olefins¯    scher Anhydride,
15. Polyalkylenimine und polymere Kondensate von   Polyalkylen-polyaminen    und vicinalen Dihaloalkanen,
16. Homopolymere und Interpolymere von in   Zei    chen-Stellung äthylenisch ungesättigten Sulfinen,
17. mit starken Basen behandelte Polyacroleine,    18. polymerisierte    Produkte aus   Polysacchariden    oder deren Derivate und Harnstoff- oder   Melaminhar    zen,
19. natürliche Gummis,
20.

  Alkali- und   Ammonium-lignosulfonate    und
21. hydrolysierte und unhydrolysierte   Polyacrylami    de.



   Es können auch anorganische Materialien wie   Alumi-      niumsulfat,    Kupfersulfat,   Eisen-(E)-chlorid,      Eisen-(III)-    sulfat, Eisen-(II)-sulfat und Kalk   verwendet    werden.



   Es kann ferner   erwünscht    sein,   Flockungshilfsmittel    wie Montmorillonite, Attapulgit,   Wyoming-Bentonit,    Calciumbentonit, Bentone und Bauxit zu   verwenden.   



   Wie bereits erwähnt, kann erfindungsgemäss jedes bekannte Flockungsmittel und Flockungshilfsmittel   ver-    wendet werden. Die Wahl der jeweils im   Einzelfall    benutzten Flockungsmittel und   Flockungshilfsmittel    hängt von der Art des zu behandelnden Abwassers   ab.   



  Da die Zusammensetzung von Abwasser von Ort zu Ort und selbst am gleichen Ort mit der Tageszeit und den Wochentagen verschieden ist, wird die Wahl der jeweils geeigneten Flockungsmittel und Flockungshilfsmittel   ent-    sprechend variiert. Das jeweils im Einzelfall verwendete Flockungsmittel und Flockungshilfsmittel kann jedoch vom Fachmann je nach den Anforderungen   zweckent-    sprechend ausgewählt werden.



   Im folgenden wird die Erfindung unter   Bezugnahme    auf die   beigefügte    Zeichnung näher erläutert, welche ein schematisches Fliessbild einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens   geeigneten      Anlage    zeigt.



   Bei der in der Zeichnung dargestellten Anlage wird das Rohabwasser 1 zur Entfernung grober Feststoffe durch eine   herkömmliche      Gittersiebvorrichtung    2 in einen Ausflockungsbehälter 3 eingeführt. Durch   eine    Leitung 4 werden geeignete Flockungsmittel und   gewebe    nenfalls   Flockungshilfsmittel    zugeführt. Der   Ausflok-    kungsbehälter 3 ist mit einem Bodenablass   S      zum    periodischen Abziehen der ausgeflockten Feststoffe   ver-    sehen.

  Das geklärte, überstehende Ablaufwasser   wird    durch eine Leitung 6 einer Adsorbersäule 7, von dieser   durch    eine Leitung 8 einer Adsorbersäule 9 und von dieser durch eine Leitung 10 einer Adsorbersäule 11 zugeführt und dann über eine Leitung 12 abgezogen.   Die    Adsorbersäulen   7,    9 und 11 sind mit Aktivkohle be   schickt.    Anstelle der in der Zeichnung   dargestellten    Anlage mit drei Adsorbersäulen kann auch mit nur einer oder mit vier oder mehr Adsorbersäulen gearbeitet werden, jedoch sollen   vorzugsweise    mindestens   zwei    Adsorbersäulen vorgesehen werden, so dass mindestens eine derselben während des Betriebes der anderen rück gespült und/oder regeneriert werden kann.

  Bei einer Schaltung der Adsorbersäulen in Serie sind die Ventile   16,      17,      23,      22,    28 und 29 offen und die übrigen   Ventile    geschlossen. In der Praxis wird jedoch gewöhnlich   min-    destens eine Adsorbersäule nicht in Betrieb sein. Wenn zum Beispiel die Adsorbersäule 7 ausser Betrieb ist würden die Ventile 16 und 17 geschlossen und das   Ventil    18 geöffnet sein, während die Stellung der   übrigen    Ventile den vorstehenden Ausführungen   entsprechen    würde.

  In gewissen Abständen ist es erforderlich,   die      Adsorbersäulen    rückzuspülen, um die aus dem   vom      Flockungsbe ] iälter    3 kommenden Ablaufwasser   ausgefil    terten Feststoffe zu entfernen. Wenn beispielsweise die Adsorbersäule 7 rückgespült werden soll, wird sie in der   vorstehend    beschriebenen Weise stillgelegt und nach öffnen der Ventile 13 und 14 Wasser durch das Ventil 14, die Adsorbersäule 7 und das Ventil 13 geleitet, bis die   Aktivkohle    in der Adsorbersäule 7 genügend gespült   ist.   



   Wenn die Aktivkohle in einer Adsorbersäule zur   Entfer-    nung der adsorbierten Feststoffe regeneriert   werden    muss, wird die Adsorbersäule in ähnlicher Weise   stillge-    legt. Zur Regenerierung beispielsweise der Adsorbersäule 7 wird diese stillgelegt, die darin enthaltene Aktivkohle durch Einleiten von Wasser durch das geöffnete Ventil 13 aufgeschlämmt und durch das geöffnete Ventil   15    abgezogen. Die aufgeschlämmte Aktivkohle wird dann in  einem nicht dargestellten, herkömmlichen Regenerierungsofen regeneriert und dann zur weiteren Verwendung in das Verfahren zurückgeführt.



   Die Adsorbersäule kann vor dem Entfernen der Aktivkohle zur Regenerierung in der vorstehend beschriebenen Weise rückgespült werden. Die Adsorbersäulen 9 und 11 werden in der gleichen Weise rückgespült oder regeneriert, wie die Adsorbersäule 7. Obgleich die Erfindung vorstehend unter Bezugnahme auf die in der Zeichnung dargestellte Anlage erläutert wurde, kann das erfindungsgemässe Verfahren natürlich gleichermassen auch in anderen Anlagen durchgeführt werden.



   Im folgenden wird nun das erfindungsgemässe Verfahren im einzelnen erläutert. Zur Entfernung grober
Feststoffe ist   ein ,herkömmliches    Gittersieb geeignet. Das Rohabwasser weist normalerweise einen durch Filtration bestimmten Feststoffgehalt zwischen 50 und   1000 ppm,    einen biologischen Sauerstoffbedarf zwischen 50 und 800 und einen chemischen Sauerstoffbedarf zwischen 50 und 2000 auf. Unabhängig davon können jedoch auch Rohabwässer mit ausserhalb dieser Zahlenbereiche liegenden Werten nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelt werden. Die zur Klärung des Rohabwassers erforderliche Menge an Flockungsmittel hängt vom   Feststoffge-    halt des Abwassers ab, liegt jedoch im allgemeinen zwischen 0,01 und 600ppm.

  Da die Aktivkohle sowohl als Filter, als auch als Adsorbens zur Reinigung des Ablaufwassers der Klärstufe wirkt, soll der Anteil der durch die Aktivkohle zu entfernenden Feststoffe   inner-    halb der praktischen Möglichkeiten möglichst niedrig gehalten werden. In jedem Falle sollte der Gehalt an suspendierten Feststoffen jedoch unter   100 ppm    liegen, da bei einem diesen Wert wesentlich übersteigenden Feststoffgehalt die Aktivkohle rasch unwirksam wird.



  Die zur Behandlung des jeweiligen Rohabwassers verwendeten Flockungsmittel und Flockungshilfsmittel müssen daher in der Lage sein, den Feststoffgehalt auf unter 100 ppm zu verringern.



   Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass die Aktivkohle im erfindungsgemässen Verfahren eine doppelte Funktion besitzt. Sie wirkt einerseits als Filter zur Entfernung suspendierter Feststoffe und andererseits als Adsorbens zur Entfernung gelöster Feststoffe.



  Es ist daher wesentlich, die Aktivkohle zur Entfernung der ausgefilterten Feststoffe periodisch zurückzuspülen.



  Im allgemeinen werden jeweils mehrere Rückspülungen durchgeführt, bevor eine Regenerierung der Aktivkohle erforderlich ist. Eine Rückspülung ist jeweils dann erforderlich, wenn das Druckgefälle über die Aktivkohle stark anzusteigen beginnt und dadurch anzeigt, dass die ausfiltrierten Feststoffe den Flüssigkeitsstrom durch die Adsorbersäule erheblich behindern. Eine Regenerierung der Aktivkohle ist natürlich erforderlich, wenn die Mengen der darauf adsorbierten gelösten Feststoffe soweit angewachsen ist, dass die Wirksamkeit der Aktivkohle erheblich verringert wird. Zur Regenerierung von Aktivkohle sind zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die auch im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens verwendet werden können.



   Obgleich erfindungsgemäss jede Aktivkohle verwendet werden kann, wurde gefunden, dass bestimmte Aktivkohletypen eine überlegene Wirksamkeit besitzen und zu einer besseren Reinigung des behandelten Ablaufwassers führen. Die Aktivkohle soll daher vorzugsweise eine nach der Brumauer-Emmett-Teller-Methode ( Journal of the American Society , Band 60, 1938, Seite 309) bestimmte innere Oberfläche zwischen etwa 300 und 1500 m2/g besitzen. Obwohl erfindungsgemäss auch pulverisierte Aktivkohle benutzt werden kann, wird vorzugsweise granulierte Aktivkohle, insbesondere mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse von mindestens 0,3 mm eingesetzt.



   Der in der Klärstufe verwendete Ausflockungsbehälter kann mit Rührvorrichtungen versehen sein, jedoch ist dies nicht entscheidend. Es wurde jedoch gefunden, dass durch anfängliches Rühren des Abwassers und des Flockungsmittels bis zum Einsetzen der Fällung und nachfolgendes Absitzenlassen ohne Rühren eine raschere Klärung bewirkt werden kann.



   Obgleich die zu einer hinreichenden Verringerung des Gehaltes an gelösten Feststoffen erforderliche Menge an Aktivkohle von der Art des behandelten Abwassers abhängt, sind zur Behandlung von 1 m3 Abwasser im allgemeinen etwa 12 bis 360g Aktivkohle erforderlich Die benötigte Aktivkohlemenge kann jedoch auch ausserhalb dieses Bereiches liegen und durch einfache Versuche leicht bestimmt werden.



   Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen weiter erläutert.



   Beispiel I
Ein aus einer Kläranlage für Haushalts- und Leichtindustrie-Abwasser stammendes Rohabwasser wurde unter Rühren mit   400 ppm    Kalk (CaO) und 0,25ppm eines anionischen synthetischen hydrolysierten Polyacrylamids (Flockungshilfsmittel 230, Calgon Corp.) versetzt. Nach dem Beginn des raschen Ausflockens der Feststoffe wurde das Rühren beendet und die Ausflockung absitzen gelassen. Das überstehende Wasser wurde von der Ausflockung abgetrennt und durch eine mit Aktivkohle beschickte Adsorbersäule geleitet. Die Adsorbersäule hatte einen Durchmesser von 25 mm und eine Länge von 685 mm und war mit 150 g einer granulierten Aktivkohle (Calgon Filtrasorb 300) mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse von etwa 0,6 mm und einer inneren Oberfläche zwischen 950 und 1100m2/g beschickt.

  Bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 2   mllmin    besass das in die Adsorbersäule eintretende Klärwasser einen chemischen Sauerstoffbedarf von 84 und das aus der Adsorbersäule austretende Wasser einen chemischen Sauerstoffbedarf von 2,8.



   Beispiel 2
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedoch ein anderes Abwasser verwendet wurde. Das Ablaufwasser trat in die Adsorbersäule mit einem chemischen Sauerstoffbedarf von 108 ein und verliess diese mit einem chemischen Sauerstoffbedarf von 25.



   Beispiel 3
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedoch jetzt wiederum ein anderes Abwasser verwendet wurde. Das Wasser trat in die Adsorbersäule mit einem chemischen Sauerstoffbedarf von 90 ein und verliess diese mit einem chemischen Sauerstoffbedarf von 1,5.



   Beispiel 4
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedoch das Durchströmen der Adsorbersäule fortgesetzt wurde, bis der chemische Sauerstoffbedarf des aus der Adsorbersäule austretenden Wasser scharf anzusteigen begann. Nach der Entfernung der beladenen Aktivkohle aus der Adsorbersäule wurde bestimmt, dass die Aktivkohle einen   Gehalt von 40 Gewichtsprozent an adsorbierten gelösten Feststoffen enthielt.



   Beispiel 5
Zur Untersuchung der Wirksamkeit des erfindungsgemässen Verfahrens unter Praxisbedingungen wurde in einer herkömmlichen Kläranlage eine kleine Versuchsanlage errichtet und durch diese ein abgezweigter Seitenstrom von 3,8   1/min    Abwasser geleitet, welcher aus dem Nassbehälter zugepumpt wurde und vor diesem durch einen herkömmlichen Zerkleinerer und ein Gittersieb geführt worden war. Dieser abgezweigte Strom wurde kontinuierlich mit 20 bis 50ppm Alaun und 10 bis 14ppm eines Homopolymeren aus Dimethyldiallyl-ammoniumchlorid behandelt Die Chemikalien wurden dem Abwasser in einem Strahlmischer zugemischt, in welchem die Verweilzeit etwa fünfundfünfzig Minuten betrug. In diesem Behälter lief ferner ein Blattrührer mit einer Geschwindigkeit von 14 U/min um.

  Das die Ausflockung enthaltende Abwasser wurde in einen Absetzbehälter überführt, in welchem die Verweilzeit neunzig Minuten betrug. Obgleich in der Versuchsanlage zur bequemeren Durchführung des Experiments getrennte Misch-, Flokkungs- und Absetzbehälter vorgesehen waren, kann das erfindungsgemässe Verfahren in einer normal dimensionierten Anlage ohne getrennte Behälter durchgeführt werden.



   Ein aus dem Absetzbehälter abfliessender Teilstrom wurde dann mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 380 ml/min (entsprechend einem Durchsatz von 193 I/m2/min) durch eine Reihe von  Pyrex -Rohren mit einem Innendurchmesser von 51 mm gepumpt, welche mit Aktivkohle ( Filtrasorb   300 )    mit einer inneren Oberfläche von etwa 950 bis   1100m2/g    beschickt war.



  Die Gesamttiefe der Aktivkohlenbetten betrug 6,12 m. In regelmässigen Abständen wurden Proben des in die verschiedenen Stufen ein- bzw. ausströmenden Wassers aufgefangen und auf den Gehalt an suspendierten Feststoffen sowie den biologischen und den chemischen Sauerstoffbedarf untersucht. Der Versuch wurde über mehrere Monate fortgeführt und durch die Aktivkohlebetten dabei insgesamt etwa 41,8   m5    Klärwasser geleitet.



   Die Ergebnisse dieses Versuches sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
Tabelle
Roh   nach Aus- nach    Aktiv wasser   nockung    und    ppm Absitzen Behandlung ppm    Suspendierte
Feststoffe 50-700 25-75 
Durchschnittswert 250 45  Biologischer
Sauerstoffbedarf 63-287 15-75 1-7
Durchschnittswert 127 25 4 Chemischer
Sauerstoffbedarf 90-800 40-180 4-20
Durchschnittswert 400 110 13
Wie die vorstehenden Beispiele zeigen, ermöglicht das erfindungsgemässe Verfahren eine einfache und wirksame Methode zum Klären und Reinigen von Abwasser mit einem Minimum an Ausrüstung und einfachem Betrieb. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Reinigung von Abwasser durch Aussieben, Klären und Abtrennen der suspendierten Feststoffe, dadurch gekennzeichnet, dass man das gesiebte Rohabwasser mit einem Flockungsmittel behandelt, das überstehende Wasser von der gebildeten Ausflockung abtrennt und durch ein oder mehrere Aktivkohlebetten leitet und diese periodisch rückspült und regeneriert.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Feststoffgehalt des überstehenden Ablaufwassers auf unter 100 ppm hält.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man granulierte Aktivkohle, vorzugsweise mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse von über 0,3 mm verwendet.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Aktivkohle mit einer inneren Oberfläche zwischen 300 und 1500 m2/g verwendet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Aktivkohle nach Erreichen einer Beladung mit 40 Gewichtsprozent adsorbierten Feststoffen regeneriert.
CH375968A 1967-05-05 1968-03-14 Verfahren zur Reinigung von Abwasser CH493430A (de)

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