CH493632A - Verfahren zur Vermehrung von Milchsäurebakterien - Google Patents

Verfahren zur Vermehrung von Milchsäurebakterien

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CH493632A
CH493632A CH727767A CH727767A CH493632A CH 493632 A CH493632 A CH 493632A CH 727767 A CH727767 A CH 727767A CH 727767 A CH727767 A CH 727767A CH 493632 A CH493632 A CH 493632A
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lactic acid
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bacteria
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sep
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CH727767A
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Naito Ryoichi
Oguro Yoshigoro
Hayakawa Kiyoshi
Miyauchi Masahiro
Noda Hideo
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Green Cross Corp
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Description


  
 



  Verfahren zur Vermehrung von Milchsäurebakterien
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermehrung von Milchsäurebakterien, die für die Herstellung von Milchsäurebakterienmedikamenten für die innerliche Anwendung, die   durch    den Magensaft nicht zerstört werden und   gegen    Antibiotika sehr beständig sind, geeignet   sind.    Insbesondere können Milchsäurebakterienmedikamente   hergestellt    wenden, die im Magen nicht inaktiviert werden und die Superinfektion (vgl.  Pharmacology in Medicine ,   herausgegeben    von V.A.Drill, 2,Auflage, Mac Graw-Hill, NewYork 1958, S.

   1162) mit Darmbakterien   im    Falle von einfachem Durchfall, Durchfall infolge von anormaler Fermentierung unid Durchfall infolge   Ider    Einnahme von Antibiotilka hemmen. Zu   Idiesem      Zweck    züchtet man   aus    gewählte   Milchsäurebakterien    mit grosser Beständigkeit gegen   Antibiotika      in industriellem    Massstab, gewinnt sie in vorteilhafter Weise und   überzieht    Kapseln, die die lebendigen Bakterien enthalten, mit einem in Darmsaft   löslichen    Film,   ruder    aus   hochmolekularen    Verbindungen besteht, um die Zerstörung durch ,den Magensaft im Magen nach der Einnahme zu verhindern.



   Es ist   bereits    bekannt, dass   gewisse    Arten von Milchsäurebakterien, die im Darm als normale Darmmikroorganismen wachsen und sich fortpflanzen,   idas    Wachstum von   pathogenen    Darmmikroorganismen   und    die   anormale    Fermentierung im Darm hemmen und ausserdem zur Vorbeugung   gegen    infektiöse   Darmkrankheiten    und für die Behandlung von Durchfall brauchbar sind.



     Überdies    sind   verschiedene    Arten von gezüchteten Milchsäurebakterien in grossem Umfang als   Mefdika-    menge oder schmackhafte   Getränke      verwendet    worden.



   Jedoch konnten mit den bisher   verwendeten    Milchsäurebakterienmedikamenten nicht so   befriedigende    Er   gebisse    erzielt   werden    wie mit ,den innerlich anwendbaren Milchsäurebakterienmedikamenten,   Idie    im folgenden beschrieben werden.



     Das    erste Problem   besteht      Idlarin,    dass die Milchsäurebakterien gegen Antibiotika beständig sein sollen.



  Insbesondere werden   heutzutage      verschiedene    Arten von Antibiotika, wie   beispielsweise    Penicillin, Streptomycin, Chloramphenicol, Tetracyclin und   dergleichen,    häufig verwendet, und Idaher ist es   notwendig,    dass   Idie    ver   wendeten    Milchsäurebakterien   gegen      Idile    gewöhnlich verwendeten Antibiotika   resistent sind,    damit sie die erstrebte Wirkung zeigen. Jedoch haben viele Arten von gewöhnlich verwendeten Milchsäurebakterien im   Gegen-    teil   eine    nur schwache oder gar keine Beständigkeit.

  Um dies nachzuweisen,   wurden    auf Indem Markt   erhältliche    Milchsäurebakterien oder Milchsäurebakteriengetränke zwei Tage bei 37  C auf   leinem    Nährboden bebrütet, der ,durch Zugabe von gewissen Antibiotika in verschiedenen Konzentrationen zu einem aus 2% Glucose, 10% frischem Tomatensaft, 1,5% Pepton und 1,2% Agar bestehenden Nährboden mit dem pH 6,8 herge-   stellt    wurde, und das Wachstum der Bakterien wurde beobachtet. Die Mindestkonzentration ,der Antibiotika, die das   Wachstum      der    Bakterien   hemmte,    ist in der folgenden Tabelle angegeben.  



   Mindesthemmkonzentration für das Wachstum von isolierten Bakterien Milchsäurebakte   rienmedikamente    oder -getränke Y-1 Y-2 B-1 B-2 Isolierte Bakterien Y.A Y.B B.A B.B BacillusoderCoccus Coccus Coccus Bacillus Bacillus
EMI2.1     


<tb>  <SEP> Gramfärbung <SEP> Positiv <SEP> Positiv <SEP> Positiv <SEP> Positiv
<tb>  <SEP> Penicillium
<tb>  <SEP> G-Kalium
<tb>  <SEP> (Einheiten) <SEP> 6,25 <SEP> 6,25 <SEP> 12,5 <SEP> 12,5
<tb> 0 <SEP> Streptomycin <SEP> (y) <SEP> 10 <SEP> 10 <SEP> 25 <SEP> 50
<tb> g <SEP> Tetracyclin(7) <SEP> 50 <SEP> 50 <SEP> 70 <SEP> 70
<tb>  <SEP> Chloramphenicol
<tb>  <SEP> (y) <SEP> 2,5 <SEP> 2,5 <SEP> 2,5 <SEP> 2,5
<tb>  <SEP> Colistin <SEP> (y) <SEP> 40 <SEP> 40 <SEP> 120 <SEP> 120
<tb>  <SEP> Kanamycin <SEP> (y) <SEP> 60 <SEP> 40 <SEP> 40 <SEP> 40
<tb>  Bemerkungen:

  :
Die Zahlen geben die Konzentration der Antibiotika in y pro cm3 Nährboden, bei Penicillin und Colistin in Einheiten pro cm3, an.



  Y-1 und Y-2 bedeuten  Biofermine  (hergestellt von   Biofermin    Pharmaceutical Co.



   Ltd.)    Zusammensetzung: Jede Tablette von 1 g enthält:
Streptococcus faecalis 0,3 mg   
Bacillus subtilis 0,2 mg B-1 und B-2 bedeuten  Yakuruto  Zusammensetzung: 108 Lactobacillus sind in 1   cms    Ma    germilch    enthalten Y.A und Y.B bedeuten Streptococcus   faecalis    B.A und B.B bedeuten Lactobacillus acidophilus
Wie in der obigen Tabelle gezeigt, sind die auf dem Markt befindlichen Milchsäurebakterienmedikamente bzw. die in den Getränken enthaltenen   Milchsäunebak-    terien in bezug auf   Idie    für   die    medizinische Behandlung verwendeten Antibiotika sehr empfindlich, und ihr Wachstum wind   durch    eine kleine Menge der Antibiotika gehemmt.

  Es ist bekannt,   dass    bei   Verwendung    von Antibiotika für die medizinische   Behandlung    die normale Darmbakterienflora erheblich abnimmt und Moni   list,    Candida oder andere Eumycetes,   deren    übermässige Vermehrung in Darm von gesunden Personen nicht zulässig ist, sich fortpflanzen, wodurch neue Krankheiten verursacht werden. Candidasis und dergleichen können durch die   Einnahme    von Milchsäurebakterien unter diesen Bedingungen nicht verhindert werden.



   Das zweite Problem besteht darin, dass   bekanntlich    bei Anwendung von Zentrifugen zur Gewinnung der in   dem    flüssigen Nährboden suspendierten Bakterien weni- ger als 80 % der Bakterien gewonnen werden und ausserdem die Bakterienzellen infolge Ides   Zentrifugierens    sich zusammenballen, so dass ihre Existenzbedingungen schlechter werden.

  Ausserdem ist ein Verfahren bekannt, bei   Idem    Milch oder   Kaseinlösung    zugesetzt wird, um Kasein oder die hauptsächlichen lebenswichtigen Proteine   Idurch    Säure zu koagulieren rund auszufällen, wobei die Bakterien in   dem      Niederschlag      gebunden werden.    Jedoch ist dieses Verfahren zur Gewinnung der   lebenden    Bakterien nicht geeignet, weil   wider    isoelektrische Punkt, bei dem der maximale Proteinniederschlag erhalten wird, pH 2 bis 3 hat, wodurch natürlich die Lebensdauer verkürzt wird.



   Das ,dritte   Problem    ist, ob ,die Milchsäurebakterien bei oraler Einnahme in der starken Säure {Salzsäure) im Magen überleben, wenn sie im Magen verbleiben.



     Arzneimittel, die die      Schleimhaut    des Magens   schädigen,    sich in Berührung mit (Magensaft im Magen verändern oder im Darm in hoher Konzentration reagieren sollen, werden   Ibei      oraler      Einnahme    gewöhnlich auf der Oberfläche des Mutterkernes von Tabletten, Pillen oder Körnern mit feinem im   Darmsaft    löslichen Film   überzogen,    so   dass    sie durch den Magensaft nicht verändert werden,   laber    im Darm zerfallen,   aufgelöst    und resorbiert werden.

  Jedoch denaturiert die Wirksubstanz von gewissen Arzneimitteln,   die    als im Darm lösliche Medikamente   verabreicht    werden, und   verliert    ihre Wirkung infolge des Pressschocks bei der Tablettenherstel   lung      oder    Ides   Wärmeeinflusses    bei der Trockenbehand- lung. Diese   Arzneimittel    können   Idaher    nicht zu Tabletten, Pillen oder   Körner    geformt werden.   Daher    werden sie in harte Kapseln gefüllt,   die    aus Gelatine geformt sind, und als im Darmsaft lösliche Kapseln verabreicht.



  Für ,die Herstellung derartiger   Arzneimittel    entwickelten Hausmann und Weyland die sogenannte  Glutoidkap   sel ,    die im Darmsaft löslich ist und gegen Magensaft beständig ist, indem sie die Gelatinekapsel mit Formalin   behandelten, um    sie im Magensaft unlöslich zu machen.



     Jedoch    werden   diese    im Darmsaft löslichen Kapseln im Verlauf !der Zeit im   Darmsaft    unlöslich. Daher sollen die auf diese Weise hergestellten Arzneimittel   innerhalb      einer      zi!emlioh    kurzen Zeit   eingenommen    werden.

  Dieses Verfahren ist daher nicht praktisch   anwendbar.    Danach wurde   Idem    Gelatineausgangsmaterial ein Alkalimetallsalz von Celluloseacetatphthalat im Verhältnis von 5 bis    10 0/o    zugesetzt, oder das Gelatineausgangsmaterial wurde mit Chromsäure oder Tannin behandelt, um die Gelatine im Darmsaft   löslich    zu   machen.    Jedoch haben sich   diese    Verfahren ebenfalls als nicht zufriedenstellend erwiesen.

 

   Auf dem Markt erhältliche Arzneimittel oder Getränke,   ldie      angeblich    lebende Milchsäurebakterien enthalten, wurden in   Iden    in Ider japanischen Pharmakopoe beschriebenen künstlichen Magensaft, der zur Entfernung von Michsäurebakterien   steril    filtriert war, gemischt   und    die Mischungen auf 37        C   gehalten.    Im Verlauf der Zeit werden Proben entnommen, und dann wird die Züchtung ausgeführt. Wie   Idie      folgende    Tabelle zeigt, werden die Milchsäurebakterien offenbar in kurzer Zeit getötet und können gewöhnlich nicht nachgewiesen werden.  



   Überlebenstest für Milchsäurebakterien in künstlichem Magensaft
Milchsäurebakterien- Einwirkungsdauer medikamente oder Vor dem Mischen  -getränke 30 Min. 3 Std.



   Y-1   2 X 108    12 0
Y-2 2,7 x 108 23 0
B-l 2,8 X   105    31 0
B-2 1,3 x 108 12 0 Bemerkung: Die Zahlen geben die Anzahl Bakterien in 1 cm3 künstlichem Magensaft an.



   Bei Einnahme von Milchsäurebakterien kann das Verhalten derselben im menschlichen Magen etwas von demjenigen im künstlichen Magensaft in   einer    Glasflasche verschieden sein. Jedoch weisen die obigen Ergebnisse   darauf    hin, dass die Milchsäurebakterienmedi- kamente oder -getränke im Magen eine starke Abnahme der Wirksamkeit zeigen.



   Die Erfindung ermöglicht nun die Herstellung von Milchsäurebakterienmedikamenten, die den Darm er   reichen    können, ohne im Magen vom Magensaft oder von Antibiotika beeinflusst zu werden.



   Das Verfahren gemäss   der    Erfindung zur Vermehrung von   Milchsäurebakterien    oder Mischungen derselben, die gegen verschiedene Arten von Antibiotika, die gegebenenfalls im Darm   vorhanden    sein können, resistent   sind,    ist   Idadurch      Igekenazeichn,et,    dass man entsprechende Milchsäurebakterien in einem flüssigen Nährboden unter   optimalen    Bedingungen züchtet.

  Diese Bakterien können in   seinem    während langer Zeit   lebens-    fähigen Zustand gewonnen werden, indem man die Bakterien   durch    Zugabe von Stärke zu dem flüssigen Nährboden lauf den Stärkekörnern adsorbiert und auf harten Kapseln,   welche    die   die      Bakterien    tragenden   Stärkokör-    ner enthalten, einen im Darmsaft löslichen Film bildet, der sich nur im Darmsaft löst und   durch      jeden    Magensaft nicht geschädigt wird.



   Die erfindungsgemäss verwendeten Milchsäurebaktierien sind unter den Bezeichnungen
Lactobacillus lactis ATCC 21051
Lactobacillus acidophilus ATCC 21052
Streptococcus   slactis    ATCC 21053 bei der American Type Culture   Collection,    Georgetown University, School of Medicine, Washington, D.C., USA hinterlegt.



   1. Untersuchungen hinsichtlich der optimalen
Milchsäurebakterien
Es wurden   Nährboden    hergestellt, indem man die folgenden   Antibiotika    einzeln einem Peton, Tomatensaft, Glucose und Lactose enthaltenden   Agarmedlum    zusetzte, und   durch      labsichtliches    Stehenlassen angesäuerte und   koaguiierte    natürliche   Kuhmilch    oder die Exkremente von gesunden Menschen wurden   kultiviert,    um Bakterien zu isolieren, die in dem   Nährboden    trotz des Vorhandenseins von Antibiotika wachsen. Danach wurde ein Teil der Kolonien bei 37  C 2 Tage in dem Milchkulturmedium gezüchtet.

  Die   Bakterien haften    sich erheblich vermehrt und bildeten Säure, ,die Milch koagulierte. Die Anzahl der Bakterien wurde berechnet. Die Antibiotika   wunden    in den folgenden Mengen zugesetzt: Penicillium 100 Einheiten/cm3 des Nährbodens
EMI3.1     


<tb> Streptomycin
<tb> Aureomycin
<tb> Oleandomycin
<tb> Chloramphenicol <SEP> je <SEP> 500 <SEP>    &gamma;

  ;/cm3 <SEP>    
<tb> Tetracyclin
<tb> Kanamycin
<tb> Polymyxin
<tb> Colimycin
<tb> 
Durch   Idauernde    Sichtung von Kulturen aus etwa 20 000 natürlichen Materialien, einschliesslich menschlichen   Exkrementen,    wurden fünf Stämme von Milchsäurebakterien erhalten, die in Kulturmedien, die die oben genannten Konzentrationen mindestens eines der oben genannten   Antibiotika    enthielten, wuchsen und dagegen beständig waren.



   Die bakteriologischen   Eigenschaften    dieser Milchsäurebakterien wurden mit Hilfe von Berges  Manual of Determinative   Baoteriology > ,    7. Auflage, bestimmt und sind in der Tabelle I dargestellt.  



   Tabelle I
Bakteriologische Eigenschaften von Milchsäurebakterien
Nr. des Stammes 1 2 3 4 5 Bacillus oder Coccus Bacillus Bacillus Coccus Bacillus Bacillus Gramfärbung Positiv Positiv Positiv Positiv Positiv Grösse des Zellkörpers 1,5-3,0 1,5-3,5 0,5-1,0 1,0-3,0 1,0-3,0 (Mikron) Wachstum auf neutraler Gutes Gutes Durchsichtig Gutes Gutes Bouillon Wachstum, Wachstum, auf der oberen Wachstum, Wachstum, gleich gleich Schicht der gleich gleich trübe trübe Lösung,

   trübe trübe
Bakterien werden gefällt Milchnährboden + + +   +    +
Maltose   +    +   +    + +
Glucose + + +   +    +
Mannit - - + -    
Galactose + + + + + Zucker-    zersetzungs- Arabinose + + +   #    + vermögen Lactose   +    +   +    +   +   
Saccharose   f    + +
Dextrin   +      +      +      +   
Solicin   - #      +    
Rhamnose + +   +      +      +   
Mikrobiologische Iden- Lactobacillus Lactobacillus Streptococcus Lactobacillus Lactobacillus tifizierung der Bakterien lactis acidophilus 

   lactis acidophilus acidophilus
Um die Beständigkeit dieser Stämme gegen Antibiotika zu erhöhen, wurde die aufeinanderfolgende Züchtung in einem Nährboden   ausgeführt,    ,der durch Zugabe einer kleinen Menge der oben genannten Antibiotika hergestellt worden war. Die Beständigkeit wurde erheblich erhöht, obgleich die Wirkung bei den verschiedenen Stämmen nicht gleich war. Der nach wiedenholter Züchtung bei den 55. Generationen erhaltene Grad der Beständigkeit ist in der Tabelle II angegeben.

 

   Es wurde ein Nährboden folgender Zusammensetzung verwendet:
Hefeextrakt 0,25%
Polypepton 1 %
Glucose 1 %   Tween 80  0,01%
Natriumchlorid 0,25%
Agar 1,5%
Die bei Lactobacillus lactis und Lactobacillus acidophilus angewendeten Antibiotikakonzentrationen sind:
Streptomycin 45- 450   &gamma;/cm3   
Oleandomycin 90- 900   y/cm3   
Polymyxin 90- 900   y/cm3   
Erythromycin 180-1800   &gamma;/cm3   
Kanamycin 3- 30   &gamma;/cm3   
Fradiomycin 45- 450   y/cm3   
Colistin 45- 450 Einheiten pro cm3  
Die bei Streptococcus lactis angewandten Antibiotikakonzentrationen sind:

  :
Tetracyclin 0,3 - 3   &gamma;/cm3   
Aureomycin 0,3 - 3   &gamma;/cm3   
Chloramphenicol 0,006- 0,06   y/cm3   
Pencillin   0,00S    0,06 Einheiten pro cm3
Kanamycin 0,3 - 3   y/cma   
Colistin 4,5 -45   Einheiten/cm3   
Es wurde bei 37 C während 48 Stunden kultiviert, und zwar im Schrägkulturverfahren.



   Tabelle II
Grad der Beständigkeit von   Milchsäotrebakterien   
Nr. des Stammes 1 2 3 4 5 Penicillium 20 Einheiten 125 500 125 250   G-Kalium    Streptomycin 15 000 15 000 15 000 15 000 15 000 Tetracyclin 300 300 300 150 150 Chlortetracyclin 30 50 300 300 30 Hydroxytetracyclin 30 30 100 1000 1000 Oleandomycin 3 000 3 000 1000 3 000 3 000 Polymyxin B. 3 000 3 000 1000 3 000 3 000 Chloramphenicol 300 100 20 200 200 Kanamycin 300 100 300 100 50 Fradiomycin 5 000 1 500 500 1 500 1 500 Colistin 1 500 Einheiten 1 500 1 500 1 500 1 500 Erythromycin 6 000 6000 2000 6 000 6 000 Mikrobiologische Klassi- Lactobacillus Lactobacillus Streptococcus Lactobacillus Lactobacillus fixierung der Bakterien lactis acidophilus lactis acidophilus acidophilus Bemerkung:

  : Die Zahlen geben die Mindestwachstumskonzentration pro cm3 Nährboden an, und zwar bei Penicillin und Colistin in Einheiten pro cm3, bei den anderen Antibiotika in y pro cm3.



   Es w.ird daher   angenommen,    dass diese Milchsäurebakterien im Darm wachsen, wenn man sie mischt und die gewöhnlich für die medizinische Behandlung angewandten Antibiotika einnimmt oder injiziert.



   2. Industrielle Züchtung von Milchsäurebakterien
Bei Untersuchungen hinsichtlich   der      Kulturbedin-    gungen von Milchsäurebakterien in grossen Mengen bei geringen Unkosten wurden die in der folgenden Tabelle dargestellten Ergebnisse erhalten.



   Jedes der in der Tabelle angegebenen Ergebnisse war das beste von   zellen    ausgeführten   Versuchen.   



   Nr. des pH des Nährbodens Zugabe von Zuzusetzende Menge Zuzusetzende Menge Höchste Dauer der
Stammes zu Anfang Phosphorsäurepuffer Lactose frischer Tomatensaft Züchtung bei 37 C  (Tage)
1 6,3 Erforderlich 0,3 % 0 2
2 6,3 Erforderlich 0,3 % 5   O/o    2
3 6,8 Erforderlich 0,3   e/o    2,5 % 2
4 6,3 Erforderlich 0,3 % 0 2
5 6,3 Erforderlich 0,3    /o    0 2 Bemerkung: Bei jedem Stamm wurden dem Nährboden 2,5 % Pepton zugesetzt.  



  Es wurde ein Nährboden folgender Zusammensetzung verwendet:
Zusammensetzung des Nährbodens (%)
Nr. des Dinatriumhydrogen- Kaliumhydrogen Stammes Pepton Lactose phosphat phosphat phosphat (KH2PO4) Frischer Tomatensaft  (Na2HPO4.12H2O)
1 2,5 0,3 0,12 0,182 0
2 2,5 0,3 0,12 0,182 5
3 2,5 0,3 0,143 0,36 2,5
4 2,5 0,3 0,12 0,182 0
5 2,5 0,3 0,12 0,182 0
Wenn die Züchtung in den oben genannten Nährböden bei 37 C ausgeführt wurde, erreichte die Anzahl der von jedem Stamm gebildeten Milchsäurebakterien nach 48 Stunden ein Maximum, und die Anzahl der lebenden Bakterien pro cm3 des flüssigen Nährmediums betrug etwa 109.



   3. Gewinnung von Milchsäurebakterien
Es wurde die statische   lelektrische    Ladung der oben genannten Milchsäurebakterien während des Schwebens in dem Kulturmedium untersucht, und es wurde gefunden, dass es sich um eine negative Ladung handelte. Diese konnte direkt mikroskopisch beobachtet werden, wenn man eine schwache Gleichstromspannung an den flüssigen Nährboden anlegte. Überdies zeigte es sich, dass die Stärke eine positive Ladung hatte, als man die Ladung von in Wasser schwebenden Körnern von Diatomeenerde, Töpferton, Stärke usw. untersuchte.



  Kartoffelstärke oder Maistärke wurde zubereitet, indem man sie auf Platten ausbreitete, in einen Sterilisiertank brachte, unter Absaugen von Luft Äthylendioxidgas darauf leitete und dann die Sterilisierung mit Gas während 4 Stunden bei 55 C ausführte, um die Bakterien zu töten. Ein Volumenteil der so hergestellten Stärke wurde in 10 Volumenteile des flüssigen Nährbodens, in welchen die Milchsäruebakterien 48 Stunden bebrütet worden waren, geschüttet, gerührt und stehen gelassen.



  Die Stärke mit   einem      grossen    spezifischen Gewicht setzte sich innerhalb kurzer Zeit am Boden der Mischflasche ab, wobei mehr als 80% der Medien in dem Nährboden adsorbiert wurden. Der Niederschlag wurde auf die Glasplatte aufgebracht und   getrocknet.    Die   Blefestigung    von einem bis mehreren Zellkörpern von   Milchsäure-    bakterien auf der Oberfläche der Stärkekörner wurde mikroskopisch durch Färbung mit Methylenblau nachgewiesen. Wie oben erwähnt, können die Bakterien im lebenden Zustand gewonnen werden, indem man bei niedriger Temperatur mit Gas sterilisierten Stärkestaub zu den Nährböden gibt. Dieses Verfahren lässt sich leicht für die praktische Herstellung anwenden.

  Beispielsweise werden etwa 80% der gezüchteten Bakterien auf der Stärke adsorbiert, wenn man 2 Voulumenteile mit Gas sterilisierte Kartoffelstärke zu 10 Volumenteilen flüssigem Nährboden gibt, rührt und dann die Stärke durch Stehenlassen ausfallen lässt. Etwa 100% der Bakterien werden in lebendem Zustand gewonnen, wenn man die durch Abtrennen des Niederschlages erhaltene Lösung auf einen Volumenteil Stärke, die auf Filterpapier ausgebreitet ist, giesst, um die Lösung zu filtrieren und gleichzeitig die Bakterien in der Stärke auf dem Filterpapier zu adsorbieren.



   Die so erhaltene Stärke ist schlammig, weil sie eine grosse Menge Wasser enthält. Man setzt einen Volumenteil Stärke zu derselben zu und mischt unter Rühren. Dadurch wird eine scheinbar trockene Stärkestaubmasse erzeugt. Jedoch enthält der trocken erscheinende Stärkestaub soviel Wasser, dass er beim Trocknen über Phosphorpentoxid eine Gewichtsabnahme von 40% zeigt.



   Je 1 g der so erhaltenen Stärke, die auf den Oberflächen der Körner Milchsäurebakterien adsorbiert enthält, wird steril in kleine Reagenzgläser verteilt, auf einer Temparatur von 25 C gehalten und dann gezüchtet.



  Die Anzahl der lebenden Milchsäurebakterien wird anhand der Berechnung der gezüchteten Kolonien be stimmt. Nach einer Woche hat sich die Anzahl etwa auf das Doppelte vermehrt, ändent sich nach den folgenden 25 Wochen nicht erheblich und nimmt dann nach 50 Wochen auf die Hälfte der Bakterienanzahl am Beginn ab. Es wurde bisher als unvermeidlich angesehen, dass die Anzahl der lebenden Bakterien wegen der durch dieselben erzeugten Stoffwechselprodukte in einer Woche auf die Hälfte abnimmt, wenn man die Kulturflüssigkeit auf   einer    Temperatur von 25        C belässt.



   Es wurde daher   ein    besseres   Ergebnis als    erwartet erhalten, indem   die    Bakterien   lange    Zeit am Leben blie   ben.    Es wird   angenommen,      Idass    dies   idadurch    verursacht wird, dass ,die   für,das    Leben ,der Bakterien schädlichen Substanzen aus   Ider      Umgebung      der    Bakterienzelle durch die Adsorption der durch die Milchsäurebakterien erzeugten organischen Säuren und anderen Abfallprodukte entfernt und die Polysaccharide, aus denen die Stärke besteht, durch die Milchsäurebakterien als Nährstoffquelle ausgenützt werden. 

  Die Milchsäurebakterien   wurden    in einer   Lösung    gezüchtet, die durch Zugabe von 1 Gew.-Teil Stärke zu 100 Gew.-Teilen Wasser und Erhitzen während 30 Minuten auf 121  C erhalten wurde, und die Anzahl der lebenden Bakterien wurde berechnet. Die Anzahl nahm während der ersten 24 Stunden auf etwa das Doppelte zu. Diese Tatsache bestätigt die oben erwähnte Annahme. Weiter wurde erkannt, dass die Menge der Milchsäure erheblich abnahm, wenn man einen Gew.-Teil Stärkestaub zu 3 Gew.-Teilen verdünner Milchsäurelösung (n/100) gab, rührte, die   Stärke ausfällte und die Menge   der    Milchsäure in der überstehenden Flüssigkeit bestimmte.



   4. Herstellung eines Medikamentes aus Milchsäure bakterien
Die Milchsäurebakterien überleben in Idem   durch    Mischen von Milchsäurebakterien und   Stärke    erhaltenen Staub während einer langen   Zeit.    Jedoch überleben die Milchsäurebakterien nicht, falls man diesen Staub   mit    dem in der japanischen Pharmakopoe beschriebenen künstlichen Magensaft mischt, bei 37  C 6 Stunden un   unterbrochen    rührt und züchtet. Es muss   Idaher    ein Arzneimittel entwickelt werden, das durch den Magensaft nicht beeinflusst wird,   wenn    es oral eingenommen wird.

  Es wurden bereits zahlreiche Verfahren zur   Her-      stellung      leines    in Magensaft   unlöslichen    und in Darmsaft leicht löslichen   Filmes      vorgeschlagen.    Die oben erwähnte Stärke, auf   der      Milchsäurebakterien    adsorbiert sind, lässt sich wegen ihres   grossen      Wassergehaltes    nur schwer zu Tabletten formen. Ferner werden mehr als 70 % der Milchsäurebakterien durch die im Inneren der Tabletten durch den mechanischen Schock beim Formen der Tablette momentan   lerzeug,te    hohe Temperatur getötet. Daher ist dieses Verfahren für den vorliegenden Zweck nicht geeignet.



   Es wurde nun   gefunden,    dass   die    feuchte Stärke, an der   Milchsäurebakterien    absorbiert sind, vorsichtig in   Gel,atinekapselln    gefüllt und   die    Kapsel dann ohne Denaturierung Ider Gelatine selbst mit dem im Darmsaft löslichen Film   überzogen    werden kann, wodurch die Tötung bzw. die Abnahme   Ider    lebenden Bakterien bei der Tablettenherstellung vermieden wird.



   Als Grundüberzugsmittel wird dabei eine hochpolymere Verbindung verwendet. Der im Darmsaft lösliche Film wind nämlich durch   Behandlung      wider    Oberfläche der harten Kapsel mit einer Überzugslösung, die durch Auflösen der hochpolymeren Verbindung in organischen Lösungsmitteln   hergestellt    ist, gemäss   dem      Befilmungs-    verfahren gebildet. Als hochpolymere   Substanzen    können Celluloseacetatphthalat (CAP),   tPolyvinylalkohol-    monophthalsäureester (PVP), Polyäthylenglycol und dgl.



  als Überzugsmittel verwendet werden. Die   Überzugs-    lösung wird hergestellt, indem man mindestens eine dieser Verbindungen in organischen Lösungsmitteln mit niedrigem Siedepunkt, beispielsweise Methanol,    tha-    nol, Isopropanol,   Aoeton,      Methyläthylketon    und dgl., löst. Harte Kapseln, die vorher mit dem Arzneimittel gefüllt worden sind, werden in den Dragierkessel ge   geben    und   dieser    in Drehung versetzt, und dann wird die Oberfläche   Ider    harten Kapseln mit der zugesetzten Überzugslösung überzogen. Diese   Behandlung    wird mehrere   Male    wiederholt. Danach werden die Kapseln an der Luft getrocknet.

  Alle Kapseln in dem Dragierkessel weisen   einen    gleichmässigen, steifen, im   Darmsaft    löslichen Film auf. Bei Verwendung von Celluloseacetatphthalat als Hauptbestandteil   Ider      Überzugslösung    ist es erwünscht, Idass harte   Kapseln    zuerst mit   einer      100/eigen    Lösung von Polyvinylpyrrolidon in   Athanol    überzogen werden,   ehe      die      Oberfläche,der    harten Kapseln indirekt mit ,der   Überzugslösung      überzogen    wird.

  Dadurch wird die Loch- oder   Rissbiilidung    in   Ndem    Film   verhindert, und    der gebildete Film wird steifer ohne Löcher oder Risse.



  Die in Iden Kapseln enthaltenen, auf den Stärkekörnern adsorbierten Milchsäurebakterien werden durch   Iden    Magensaft im Magen nicht beeinflusst und im   Darm    aus ,den Kapseln freigesetzt und können sich überdies in   leiner    geeigneten Umgebung vermehren.



   5. Untersuchung der Wirkung
Es wird durch   Blestilmmung      wider    Milchsäurebakterien in den Exkrementen 24 Stunden nach Einnahme der Arzneimittel bestimmt, ob die wie oben beschrieben hergestellten Milchsäurebakterien die erwartete Wirkung   haben    oder nicht. Zu diesem Zweck wird ein Agar   plattenmedium    hergestellt, indem man Streptomycin und Colistin in einer   Konzentratiion,    gegen die die Milchsäurebakterien Resistenz zeigen, Lactose und einen pH Farbindikator, wie   beispielsweise    Bromkresolpurpur, zur Anzeige der   Milchsäureerzeugung    und Pepton und Hefeextrakt als Nährstoffquellen zusetzt und den pH Wert auf ca. 6,5 einstellt.

  Man verwendet ein Agarplattenmedium, das   0,3 0/0    Lactose,   1  /o    Pepton, 0,25% Hefeextrakt, 0,006% Bromkresolpurpur und 1,5% Agar enthält; es werden Antibiotikakonzentrationen von 150   &gamma;/cm3    Streptomycin und 1500 Einhei   ten/cm5    Colistin angewendet.

  In einem so hergestellten   Medium    wachsen Bakterien, wie   beispielsweise    natürliche   Escherichia    coli, die gegen Antibiotika   empfindlich    sind, und   die    andere   Dlarmflora    nicht, während   lediglich    die   Milchsäurebakterilen    aus den eingenommenen Medikamenten   wachsen    und   überdies      die    Farbe um die Kolonien herum durch Zersetzung von Lactose verändert wird. Daher ist eine Unterscheidung leicht.



   Stärke mit adsorbierten Milchsäurebakterien, die nicht in überzogene Kapseln eingeschlossen ist, wird der Testperson auf nüchternen Magen   oral      verabreicht,    und nach 24   Stunden    werden !die Exkremente in dem oben erwähnten Nährboden gezüchtet.   Sporadisch    werden einige wenige   Milchsäur,ebakterien    gefunden, aber in den meisten Fällen wird kein Abgang von Milchsäurebakterien festgestellt.

  Wenn jedoch mit einem im Darmsaft löslichen   Film      überzogene    Kapseln,   die    Stärke mit adsorbierten Milchsäurebakterien enthalten, nüchtern eingenommen werden, wird gewöhnlich eine grosse Anzahl Milchsäurebakterien in ,den Exkrementen   gefunden,    und obgleich die Anzahl der   Bakterien    manchmal gross oder verhältnismässig klein ist, gibt es keinen Fall, in welchem sie überhaupt nicht festgestellt werden. Diese Tatsache beweist, dass die in der oben   beschriebenen    Form eingenommenen Milchsäurebakterien in   lebende    Zustand in den Darm   freigesetzt      werden.   



   Als   wirksamer      Beweis    wurde ein Versuch mit Hunden ausgeführt. Jedem Hund wurden 10 Tage lang täglich 0,3 g Streptomycin, in eine Scheibe Rindfleisch gemischt, verabreicht. Nach einer Woche hatten die hefeähnlichen Mikroorganismen in den Exkrementen von drei Hunden merklich zugenommen, und in den Exkrementen eines Hundes hatten die Schimmelpilze zugenommen. Diese   Tatsache    zeigt offensichtlich eine Veränderung der Darmbakterienflora.

  Diese Hunde zeigten den gleichen Befund, nachdem die Einnahme von Streptomycin unterbrochen worden   war,    und die Exkremente von 6 anderen Hunden hatten einen sehr schlechten Geruch. 10 anderen Hunden wurde in einer   Scheibe      Rindfleisch    die gleiche   Menge    Streptomycin wie oben sowie mit   einem    im Darmsaft löslichen Film überzogene Kapseln, die auf Stärke adsorbierte Milchsäure   bakterien      enthielten,    verabreicht. 

  Durch Kultivierung   wider      Exkremente    aller für diesen Versuch verwendeten Hunde konnte in jedem   Falle      das    Vorhandensein einer grossen Menge von   Milchsäurebakterien    bewiesen wer   den.    Die Mikroorganismen des   Hefie-    oder Schimmel   pilztyps    hatten nicht zugenommen, und Ider Geruch der Exkremente wurde weniger schlecht.



   Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.  



   Beispiel 1
Milchsäurebakterien mit einer grossen Resistenz gegen mindestens ein Antibiotikum für die medizinische Behandlung, wie beispielsweise Penicillin, Streptomycin,
Aureomycin, Oleandomycin, chloramphenicol, Tetracyclin, Kanamycin, Polymyxin, Colimycin und dgl., wurden aus den Exkrementen von Menschen sowie aus saurer Milch abgetrennt und aufeinanderfolgenden  Übertragungskulturen unterworfen.



   Gemäss der biologischen Untersuchung wurden fünf Stämme als Lactobacillus lactis, Lactobacillus acidophilus und Streptococcus lactis identifiziert. Jeder Stamm wurde bei 37 C während 48 Stunden in einem flüssigen Nährboden kultiviert, der durch Zugabe von   2,5 0/0    Pepton und 0,3% Lactose und Einstellen des pH-Wertes auf 6,3 bis 6,8 hergestellt worden war. Die Nährböden wurden mit bei niedriger Temperatur mit Äthylendioxid sterilisierter Kartoffelstärke versetzt und gerührt, um die Stärke auszufällen. Dann wurde die überstehende Flüssigkeit durch Giessen auf ein sterilisiertes Filterpapier, auf dem Stärke ausgebreitet war, filtriert.



  Die ausgebreitete Stärke und die Stärke in dem Niederschlag wurden gesammelt und mit weiterer neuer Stärke versetzt, um eine äusserlich trocken erscheinende Stärkestaubmasse zu erzeugen. Die Anzahl der lebenden Bakterien in der Kulturflüssigkeit wurde in diesem Falle gleichzeitig bestimmt und die zugesetzte Stärkemenge so eingestellt, dass die Anzahl der lebenden Bakterien pro g Stärkestaub etwa 107 betrug. Die so erhaltene Stärkestaubmasse wurde in ein rotierendes Sterilisierungsgefäss gefüllt und vollständig gemischt. Dann wurde sie unterteilt und in Gelatinekapseln gefüllt. Die Kapseln wurden in einen Dragierkessel gegeben und dieser in Drehung versetzt.

  Zuerst wurden die Kapseln mit einer 10%igen Lösung von Polyvinylpyrrolidon in Äthanol   lüberzogen,      und    dann   wurde    auf oder Oberfläche der Kapsel mit einer 100/oigen Lösung von Celluloseacetatphthalat in Methylätylketon ein Film gebildet, so dass im Darmsaft lösliche Kapseln erzeugt wurden. Die Wirkung der resultierenden   Milchsäurebakterienmedi-    kamente wurde bestimmt, indem man diese in dem in der japanischen Pharmakopoe beschriebenen künstlichen Darmsaft löste und züchtete, wonach die Anzahl der Milchsäurebakterien bestimmt wurde.



   Die Milchsäurebakterienmedikamente sind wirksam gegen einfachen Durchfall oder Durchfall infolge   abnormalen    Darmfermentierung und hemmen die Supermtektion mit der normalen Darmbakterienflora bei Einnahme von Antibiotika, auch durch Injektion.



   Das so erhaltene Milchsäuremedikament wurde am Menschen erprobt. Je zwei Kapseln dieses Milchsäurebakterienmedikamentes wurden 10 gesunden Versuchspersonen (im Alter von 19 bis 47 Jahren) einmal am frühen Morgen auf nüchternen Magen verabreicht, und die Versuchspersonen wurden in zwei   Gruppen    von je fünf Personen verteilt. Danach wurde der ersten Gruppe während einer Woche täglich   das    Äquivalent von 1 g Streptomycin verabreicht, während   Ider    zweiten Gruppe keinerlei   Antibiotikum    gegeben   wurde.

  Die    Milchsäurebakterien in den Exkrementen wurden nachgewiesen, indem man ca, 1 g der Exkremente bei jedem Stuhlgang nach der Verabreichung der Kapseln auf die Anzahl der Milchsäurebakterien untersuchte, wobei man einen Nährboden zum Nachweis von Milchsäurebakterien anwendete, worin bei 37 C 48 bis 60 Stunden gezüchtet wurde. Um das Wachstum von Colitiskeimen und anderen normalen Darmmikroorganismen in dem zum Nachweis der Milchsäurebakterien verwendeten Nährboden zu hemmen, wurde ein Plattenmedium verwendet, das durch Zugabe von mehreren Arten von Antibiotika zu einem Grundmedium hergestellt war, das aus 1% Pepton, 1% Hefeextrakt, 1% Glucose, 0,15%  Tween 80 , 1,5% gefälltem Calciumcarbonat und 1,5 bis 1,8% Agar bestand.

  Bei Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus lactis wurden als Antibiotika 20   &gamma;    Polymyxin B pro cm3, 10   &gamma;    Kanamycinsulfat pro cm3 bzw.



  10 bis 15   &gamma;    Dihydrostreptomycin pro cm3 verwendet, und bei Streptococcus lactis wurden 20   &gamma;    Polymyxin pro cm3 und 20   &gamma;    Kanamycinsulfat pro cm3 verwendet.



   Die Ergebnisse des Versuches sind in der folgenden   Tabelle    dargestellt. Aus   diesier    Tabelle ist ersichtlich, dass sowohl bei der Gruppe, der Streptomycin verabreicht wunde, als auch bei der Gruppe, der kein Antibiotikum verabreicht wurde, in den Exkrementen nach der Verabreichung der Milchsäurebakterienmedikamente eine Anzahl Milchsäurebakterien beobachtet wurden, wobei sich die Milchsäurebakterien innerhalb des Darmes festsetzten und wuchsen, ohne äusserlich durch den Magensaft und das Streptomycin beeinflusst zu werden.



     1.    Testgruppe, der Streptomycin verabreicht wurde
Anzahl
Bakterien im Vor der    Anzahl Tage nach der Verabreichung    Testperson Milchsäure- Ver bakterien- abreichung medikament 2 4 6 8 10 12 14
1 0 6x105 7,3x107 1,9x108 108 108 3x108 108
2 0 4,7 X 105 2,7 X 106 9 X 107 2,3 X 108 3 x108 1,3 X 108 2,3 X 108
3 2 x 107 0 4,3 X 105 8,3 X 107 3 X 108 3,3 X 108 2,7 x 108 2 X 108 2 x108    4 0 2,7 x 104 6 x 107 7 x 107 3,7 x @ 108 3,3 x 108 2,3 x 10s 1,7 X 108   
5 0 3 X 105 6,3 X   106    5,7 X 107 2,7 X 108 2,3 X 108 2,7 X 108   108     
2.

  Testgruppe, der kein Antibiotikum verabreicht wurde
Anzahl    Bakterien im Vor der
Anzahl Tage nach der Verabreichung Testperson Milchsäure- Ver-    bakterien- abreichung medikament 2 4 6 8 10 12 14
6 0 6,3x105 4,3x107 1,7x108 1,7x108 1,7x108 2,3x108 1,7x108
7 0 2,7x104 2,3x108 2,7x108 2,3x108 3,5x108 4,3x108 8,7x107
8 2 X 107 0 5,7 X 104 2,7 X 107   2,7   X 107   2,3x108      4,7x108    2,7 X 108 2x108
9 0 104 4,3x107 3,5x108 4,7x108 4x108 6,7x107 1,7x108
10 0 3,3x105 7,3x106 2,7x107 3,7x108 2,7x108 9,3x107 1,7x108
Beispiel 2
Im vorliegenden Beispiel wird ein Verfahen zur Bildung des im Darmsaft unlöslichen Filmes auf den Kapseln erläutert. 1000 harte Kapseln Nr.

   0 gemäss der japanischen Pharmakopoe, die mit 0,4 g Maisstärke gefüllt waren, wurden in einen Dragierkessel mit 25 cm Durchmesser gefüllt, Ider   mit    45   Umdrehungen    pro Minute rotieren gelassen wurde. In diesem Kessel wurden zweimal 10 cm3 einer Lösung von Polyvinylpyrrolidon in Äthanol gegeben, um den ersten Überzug herzustellen. Dann wurden 17mal je 10 cm3 10%ige Lösung von   Celluloseacetatphthalat    in Aceton   zugesetzt,    um auf der Oberfläche der harten Kapsel den im Darmsaft löslichen Film zu bilden. In diesem Falle war die Raumtemperatur 25 C, und die relative Feuchtigkeit wurde unter 35% gehalten.



   Nach der Fertigstellung des Überzugs wurde ca.



  38 Stunden bei 37 bis 49 C unter Belüften getrocknet, und das in dem Film verbleibende Lösungsmittel wurde durch   Verdampfen      beseitigt.    Auf diese Weise wurde das   Produkt    erhalten.

 

   6 dieser im Darmsaft löslichen Kapseln wurden gemäss der in der japanischen Pharmakopoe beschriebenen Methode untersucht. Sie veränderten sich beim Tauchen und   Schütteln    während   6 Stunden    in künstlichem Magensaft nicht und   lösten    sich durch Tauchen   und Schütteln    während 10 bis 15 Minuten im künst   zeichen      Daunsaft.    Ferner wurde keinerlei Veränderung intoige schlechter Behandlung festgestellt, wenn man die Kapseln offen bei einer Raumtemperatur von 37 C und einer relativen Feuchtigkeit von 75% fünf Monate lagerte. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Vermehrung von Milchsäurebakterien, die gegen Antibiotika hochresistent sind, dadurch gekennzeichnet, dass man entsprechende Milchsäurebakterien in einem flüssigen Nährboden züchtet.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Milchsäurebakterien verwendet, die durch aufeinanderfolgende Kulturen in einem Nährboden, der eine kleine Menge mindestens eines der folgenden Antibiotika: Penicllin, Streptomycin, Chlortetracyclin, Oleandomycin, Chloramphenicol, Tetracyclin, Kanamycin, Polymyxin und Colimycin, enthält, gegen Antibiotika resistenter gemacht worden sind.
    2. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Züchtung in dem Nährboden bei einem Anfangs-pH von 6,3 bis 6,8 während 48 Stunden bei 36 bis 39 C ausführt.
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