CH495152A - Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar - Google Patents

Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar

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CH495152A CH1203567A CH1203567A CH495152A CH 495152 A CH495152 A CH 495152A CH 1203567 A CH1203567 A CH 1203567A CH 1203567 A CH1203567 A CH 1203567A CH 495152 A CH495152 A CH 495152A
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Description


  
 



  Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar und ein wässriges Kaltformmittel zur Ausführung des Verfahrens. Durch die Erfindung wird eine Zerstörung des Haars, die normalerweise bei herkömmlichen Kaltwellverfahren eintritt, auf ein Minimum herabgesetzt.



   Das Kaltwellen besteht im allgemeinen darin, die Kaltwell-Lotion entweder vor oder nach dem Aufwikkeln des Haars auf Lockenwickler auf dieses aufzubringen. Die Well-Lotion wird eine gewisse Zeitspanne lang in Kontakt mit dem Haar gelassen, um eine  Erweichung  des Haars zu bewirken. Durch die Aufbringung eines sogenannten  Neutralisierungsmittels  wird das Haar gewöhnlich anschliessend  gehärtet .



   Man nimmt allgemein an, dass die Wirkung der Well-Lotion, deren Wirkstoff ein Reduktionsmittel ist, darin besteht, dass die Disulfidbindung zwischen benachbarten Haar-Keratinmolekülen aufgebrochen wird. Dies ist eine zerstörende Einwirkung, die, falls sie in einer nichtgesteuerten Weise fortgesetzt wird, zur Folge hat, dass sich ein Teil des Haars auflöst. Die Wirkung des  Neutralisierungsmittels , dessen Wirkstoff im allgemeinen ein Oxydationsmittel ist, besteht, wie man annimmt, darin, dass eine erneute Wiederherstellung der Disulfidbindung bewirkt wird und die Wirkung der Well-Lotion abgestoppt wird.



   Die Wirkung des  Neutralisierungsmittels  hinsichtlich der erneuten Wiederherstellung der Disulfidbindungen ist in schwankendem Ausmass unvollständig. Daher bleibt auch nach der Wirkung des  Neutralisierungsmittels  ein bestimmter Zerstörungsgrad bestehen. Es hat sich nun herausgestellt, dass die offensichtliche Haarzerstörung dadurch auf ein Minimum herabgesetzt oder wesentlich reduziert werden kann, dass das Haar gleichzeitig kaltgewellt und in dem Haar ein wasserlösliches polymerisierbares Vinylmonomeres mit säurebildenden Gruppen polymerisiert wird.



   Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar und ein Mittel zur Ausführung des Verfahrens, bei deren Anwendung nur eine minimale Haarschädigung feststellbar ist.



   Das Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar unter Verwendung eines Kaltformmittels, das ein Reduktionsmittel enthält, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Haar geformt und gleichzeitig in dem Haar ein wasserlösliches Monomeres der Formel
EMI1.1     
 worin R1, Ro und   R3    Wasserstoff, Halogen, eine Alkyloder Arylgruppe, R3 ausserdem die Gruppe -CH2COOH oder deren Salz und X eine Säuregruppe oder deren Salz bedeuten, unter Bildung eines langkettigen Polymerisats polymerisiert wird. Das Mittel zur Ausführung des Verfahrens in Form eines wässrigen Kaltformmittels ist dadurch gekennzeichnet, dass es ein Reduktionsmittel, welches in der Lage ist, das Haar weich zu machen, und ein wasserlösliches Monomeres der obigen Formel enthält.



   Die vorliegende Erfindung macht sich den durch die Tatsache gegebenen Vorteil zunutze, dass das Reduktionsmittel der Kaltwell-Lösung entweder allein oder zusammen mit dem Oxydationsmittel der  Neutralisierungslösung  eine Polymerisation eines Monomeren unter Bildung langkettiger Polymerisate in den Haarfasern verursacht. Die auf diese Weise gebildeten langkettigen Polymerisate sind im allgemeinen wasserunlöslich und stellen eine Verstärkung dar, welche die Haarfasern festigt. Um das gebildete Polymerisat weiter unlöslich zu machen, kann ein Brückenbildner verwendet werden, und zwar im allgemeinen in der Neutralisierungslösung, welches dazu dient, benachbarte polymere Ketten in einer Weise zu überbrücken, auf die nachstehend noch näher eingegangen wird.

  Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das was  serlösliche polymerisierbare Monomere ein Teil der   Haarwell-Lotion.   



   Ohne sich auf eine bestimmte Theorie hinsichtlich der Wirkung festlegen zu wollen, kann man annehmen, dass die Bildung des Polymerisats per se keine erneute Verknüpfung der auseinandergebrochenen Disulfidbindungen zwischen den Keratinmolekülen bewirkt. Jedoch kompensiert die Verfestigung des Haars als Ergebnis der Polymerisatbildung die auseinandergebrochenen Disulfidbindungen, welche nicht wieder zusammengefügt werden. Das Endergebnis ist eine sichtliche Verminderung der Haarzerstörung, welche durch die Wirkung der Kaltwell-Lotion verursacht wird.



   Wie vorstehend erwähnt, enthält das polymerisierbare Monomere Säuregruppen oder deren Salze. Diese Gruppen sind insofern erfindungsgemäss in einer Hinsicht von Bedeutung, als sie Stellen schaffen, an welchen benachbarte Polymerisatketten durch Brückenbildner überbrückt werden können, so dass das Polymerisat weniger wasserlöslich wird.



   Zweckmässigerweise kommen für das erfindungsge   mässe    Verfahren als polymerisierbare Monomere folgende Verbindungen in Frage: Acrylsäure, Natriumacrylat, Monoäthanolaminacrylat, Kaliumacrylat, Calciumacrylat, Methacrylsäure, Natriummethacrylat, Monolithanolaminmethacrylat, Kaliummethacrylat, Calciummethacrylat, Itaconsäure sowie Salze der Itaconsäure.



   Die Menge des polymerisierbaren Monomeren, welche in die Well-Lotion eingemengt wird, kann beträchtlich schwanken. Im allgemeinen liegt sie jedoch zwischen 2 und 20   Gew.%,    bezogen auf die Well-Lotion.



   Eine andere übliche Komponente der Well-Lotion, die erfindungsgemäss eingesetzt wird, ist ein Reduktionsmittel. Es kommt jedes Reduktionsmitel in Frage, welches die Disulfidbindungen zwischen den Keratinmolekülen zu sprengen vermag und, entweder allein oder in Verbindung mit einem Oxydationsmittel, das dazu in der Lage ist, die Polymerisation des Monomeren zu verursachen. Von den verwendbaren Reduktionsmitteln seien Ammoniumglycollat, Natriumbisulfit, Ammoniumbisulfit, Monoäthanolaminbisulfit, Monoäthanolaminthioglycollat oder irgendeines der wasserlöslichen Bisulfit- oder Thioglycollatsalze, die dem Fachmann geläufig sind, erwähnt.



   Die Konzentration des Reduktionsmittels in der Well-Lotion kann ebenfalls beträchtlich schwanken. Wesentlich ist nur, dass es in einer Konzentration vorliegt, die dazu ausreicht, dass eine  Erweichung  des Haars bei dem Wellen erfolgt und die Polymerisation des Monomeren bewerkstelligt wird. Im allgemeinen wird das Reduktionsmittel jedoch in Mengen zwischen 1,5 und 10   Gew.%,    bezogen auf die Well-Lotion, verwendet.



   Zur Erleichterung der Eindringung der Wirkstoffe in die Haarfasern ist es vorteilhaft, der Well-Lotion ein   Quellungsmittel    zuzusetzen. Zu diesem Zweck kann jedes bekannte Quellmittel eingesetzt werden. Beispielsweis seien folgende Quellmittel erwähnt: Harnstoff,   NH4OH,    Monoäthanolamin, NaOH, KOH, Triäthanolamin, Guanidin oder Thioharnstoff.



   Der pH der Well-Lotion kann je nach dem verwendeten Reduktionsmittel schwanken. Im allgemeinen liegt jedoch der pH bei einer Thioglykolat-Lotion zwischen ungefähr 7 und   9, g    und bei einer Bisulfit-Lotion zwischen 4 und 7. Gegebenenfalls kann die Well-Lotion auf einen geeigneten pH gepuffert sein. Es kommt eine Vielzahl von Puffer-Systemen, die für einen derartigen Zweck geeignet sind, in Frage. Ein typisches verwendbares Puffer-System ist ein Natriumacetat/Essigsäure Puffersystem.



   Vorzugsweise ist ferner ein  Neutralisierungsmittel  vorgesehen, welches aus einer wässrigen Zusammensetzung besteht, die dazu dient, die Wirkung des Reduktionsmittels in der Well-Lotion abzustoppen und die Disulfidbindungen des Haarkeratins, welche von dem Reduktionsmittel gesprengt werden, wieder zusammenzuknüpfen. Der Hauptwirkstoff in dem  Neutralisierungsmittel , der ausserdem ein Oxydationsmittel ist, kann eine doppelte Funktion ausüben. Wird ein solches System eingesetzt, welches ein Redox-Katalysatorsystem für die Polymerisation des Vinylmonomeren erfordert, dann kann das Oxydationsmittel des Neutralisierungsmittels den Oxydationsmittel-Anteil des Redox-Systems stellen. Dieses Oxydationsmittel stellt zusammen mit dem Reduktionsmittel der Well-Lotion das Redox-Paar dar.

  Ist jedoch nur das Reduktionsmittel der Well Lotion zur Bewirkung der Polymerisation des Monomeren erforderlich, dann dient das Oxydationsmittel des  Neutralisierungsmittels   hauptsächlich zur Wiederverknüpfung der Disulfidbindungen und zum Abstoppen der Wirkung des Reduktionsmittels der Well-Lotion.



   In dem eingesetzten    Neutra}isierungsmittel     kann eine Vielzahl von Oxydationsmitteln verwendet werden.



  Die einzigen Beschränkungen, denen die Oxydationsmittel unterliegen, bestehen darin, dass sie in der Lage sein müssen, die Wirkung des Reduktionsmittels in der Well-Lotion zu  neutralisieren  und erforderlichenfalls dazu fähig sein müssen, mit diesem Reduktionsmittel ein Redox-System zu bilden, welches die Polymerisation des Monomeren zu erleichtern vermag. Beispielsweise seien folgende Oxydationsmittel erwähnt: Ammoniumsulfat, Natriumbromat, andere lösliche Persulfate, Wasserstoffperoxyd, Natriumpyrophosphat oder Natriumcarbonatperoxyd.



   Die Konzentration des Oxydationsmittels in dem  Neutralisierungsmittel  kann ebenfalls erheblich schwanken. Wiederum besteht die einzige Begrenzung darin, dass die Konzentration wenigstens dazu ausreicht, die Wirkung des Reduktionsmittels abzustoppen und möglichst viele der Disulfidbindungen wieder zu verknüpfen und, falls erforderlich, in ausreichenden Mengen vorzuliegen, um als ein Teil des Redox-Katalysatorsystems für die Polymerisation des Monomeren zu wirken. Im allgemeinen liegt jedoch das Oxydationsmittel in Mengen von ungefähr 2 bis 15   Gew.%,    bezogen auf das Neutralisierungsmittel, vor.



   Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das  Neutralisierungsmittel , wie oben erwähnt, einen Brückenbildner, der dazu verwendet wird, um die gebildete polymerisierte Verbindung weiter unlöslich zu machen.

 

   Eine der bevorzugten Klassen von   Brückenbildnern    besteht aus wasserlöslichen Verbindungen (beispielsweise Salzen, Hydroxyden, Oxyden oder dergleichen) von Elementen der Gruppe II oder III des Periodischen Systems, die dazu in der Lage sind, mehrwertige Kationen (zweiwertige, dreiwertige oder dergleichen Kationen) zu liefern. Man nimmt an, dass diese als Brückenbildner durch die Bildung einer salzähnlichen Struktur zwischen den Säuregruppen benachbarter Polymerisatketten und den Kationen der Brückenbildner dienen. Diese Brücken können für den Fall, dass die polymerisierbare Verbindung aus einer Carbonsäureverbindung und der Brükkenbildner aus einem Calciumsalz oder einer anderen   Calciumverbindung besteht, wie folgt veranschaulicht werden:
EMI3.1     
 worin A eine polymere Kette bedeutet.

  Obwohl in der Formel (2) nur eine Brücke zwischen Polymerisatketten gezeigt wird, ist dennoch darauf hinzuweisen, dass viele dieser Brücken vorliegen können. Beispielsweise können folgende Verbindungen als Überbrückungsmittel dienen, welche eine Brücke des Kationen-Typus ergeben:   CaCl2,      ZnCl2,    BaCl2,   Al(SO)3    sowie difunktionelle quaternäre Ammoniumverbindungen, wie z. B.:   N-Talg-N,N-Dimethyí-N',N',Nt-trimethyl-    1,3 propylendiammoniumchlorid (Aliquate 726) oder N-Talg-1,3-propylen-diamindioleat (Diam 26 Dioleat).



   Eine andere verwendbare Klasse von Brückenbildnern kann als Klasse von Mitteln beschrieben werden, die in der Lage sind, langkettige organische einwertige Kationen zu liefern. Der Mechanismus, nach welchem diese langkettigen Kationen zur Herstellung einer Brücke zwischen benachbarten Polymerisatketten wirken, ist noch nicht restlos aufgeklärt. Man nimmt jedoch an, dass wahrscheinlich eine Kettenverschlingung erfolgt.



  Beispiele für diese Klasse von Brückenbildnern sind die monofunktionellen quaternären Alkylammoniumverbindungen oder primären Alkylamine, beispielsweise Cetylpyridiniumchlorid, Cetyltrimethylammoniumchlorid oder Stearylamin.



   Die Konzentration des Brückenbildners in dem  Neutralisierungsmittel   kann beträchtlich schwanken.



  Im allgemeinen liegt er jedoch in Mengen zwischen ungefähr 0,1 und 5   Gew.%    vor.



   Die Wirkstoffe können in jeder geeigneten Form aufgebracht werden, beispielsweise in Form von Lösungen, Gelen, Cremen, Schäumen, Lotions oder gergleichen.



   Zusätzlich zu den vorstehend beschriebenen Hauptwirkstoffen können die erfindungsgemässen Mittel ferner andere Bestandteile enthalten, insbesondere solche, welche die Aufbringung der Wirkstoffe auf das Haar erleichtern. Beispielsweise kann ein grenzflächenaktives Mittel zugesetzt werden, um die Benetzungseigenschaft der verwendeten Wirkstoffe zu erhöhen.



   Wenn auch der Brückenbildner, wie vorstehend beschrieben, im allgemeinen in dem Neutralisierungsmittel vorliegt, so kann es statt dessen auch in die Well-Lotion eingemengt werden. Vorzugsweise werden jedoch die Brückenbildner in dem Neutralisierungsmittel verwendet.



  Weiterhin kann das polymerisierbare Monomere in das  Neutralisierungsmittel  zusammen mit dem Brückenbildner eingemengt werden, wobei jedoch diese Einmengung nicht bevorzugt wird.



   Bei der erfindungsgemässen Behandlung des Haars können die entsprechenden Mittel nach irgendeiner der bekannten Methoden aufgebracht werden. Eine bevorzugte Methode besteht darin, dass das zu wellende Haar um einen Lockenwickler gewickelt wird. Das Haar wird dann mit einer Well-Lotion befeuchtet, welche das Reduktionsmittel und das wasserlösliche polymerisierbare Monomere enthält. Das auf diese Weise befeuchtete Haar wird ungefähr 5 bis 30 Minuten lang in Kontakt mit der Well-Lotion belassen.



   Anschliessend wird das Haar mit Wasser gespült, worauf das Neutralisierungsmittel aufgetragen wird. Das Neutralisierungsmittel wird ungefähr 2 bis 15 Minuten lang mit dem Haar in Kontakt gelassen, worauf nach dieser Zeit das Haar erneut mit Wasser gespült wird.



   Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie zu beschränken.



   Beispiel 1
Es wird folgende Methode auf ein gebleichtes Haar angewendet, dessen Zugfestigkeitsmodul-Index 5,1 beträgt.



   Ein Haarstreifen wird um einen Lockenwickler gelegt, wie er bei der Methode von Kirby [D. H. Kirby, Proc. Scientific Section TGA, Seite 12, Nr. 26 (Dezember 1956)] verwendet wird. Der Streifen wird dann mit einer Lösung benetzt, die folgende Bestandteile enthält:
7,5 g Harnstoff
7,5 g   NaHSOn   
5,0 g Natriumacrylat
50,0 ml   H20   
Nach 15 Minuten wird das Haar mit Wasser gespült und 10 Minuten lang mit einer Lösung benetzt, die folgende Bestandteile enthält:
1,0 g   (NH4)2S2Os   
2,0 g   CaC12   
10,0 g Natriumacetat
40,0 ml   H20   
Die Nasswellwirksamkeit beträgt 59 %, während der Zugfestigkeitsmodul-Index zu 4,1 ermittelt wird.

  Eine Probe des gleichen Ausgangshaars wird in der gleichen Weise behandelt, mit der Ausnahme, dass in der ersten Lösung das Natriumacrylat durch Natriumacetat ersetzt wird. Bei dieser Behandlung beträgt die Nasswellwirk   samkeit    63 %, wobei jedoch der Zugfestigkeitsmodul Index nur zu 3,3 ermittelt wird.



   Beispiel 2
A. Well-Lotion, die ein Monomeres enthält
21,6 g 60   9tiges    wässriges Ammoniumthioglykolat
8,0 ml 28   Siges    wässriges NH40H
20,0 g Natriumacrylat
3,0 ml Eisessig, Menge, die dazu ausreicht, mit
200 g destilliertem Wasser einen pH von
8,0 zu ergeben.



   B. Vergleichs-Well-Lotion
21,6 g   60%ges    Ammoniumthioglykolat
8,0 ml   28 %ges    NH40H
20,0 g Natriumacetat
3,0 ml Eisessig, Menge, die dazu ausreicht, mit
200 g destilliertem Wasser einen pH von
8,0 zu ergeben.



   Neutralisierungsmittel
2,0 g Ammoniumpersulfat
2,0 g   CaC12   
10,0 g Natriumacetat
40,0 ml destilliertes Wasser
Zu Vergleichszwecken werden die 2 Well-Lotions A und B 5 Minuten lang auf dasselbe gebleichte Haar (Modulindex 4,5) auf Lockenwicklern aufgebracht. Die Well-Lotion A ist für die vorliegende Erfindung repräsentativ. Ohne Spülen wird das Neutralisierungsmittel auf die 2 Haarchargen aufgebracht. Nach 15 Minuten dauernder Neutralisation wird das Haar mit Wasser gespült, worauf die Nass- und Trockenwellwirksamkeiten  gemessen werden. Der Zugfestigkeitsmodul-Index des auf diese Weise behandelten Haars wird ebenfalls ermittelt.

  Dabei werden folgende Ergebnisse erhalten:
Monomeren- Vergleichs lotion A lotion B Nasswellwirksamkeit   62 %    57 % Trockenwellwirksamkeit 43 %   41%    Zugfestigkeitsmodul-Index 3,6 2,5
Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass die Monomerenlotion eine bessere Wellung ergibt und die Bildung eines festeren Haars zur Folge hat.



   Beispiel 3
C. Well-Lotion, die ein Monomeres enthält
7,5 g Harnstoff
7,5 g Natriumbisulfit
5,0 g Natriummethacrylat
50,0 ml   H90   
D. Vergleichslotion
7,5 g Harnstoff
7,5 g Natriumbisulfit
5,0 g Natriumacetat
50,0 ml   HG   
Neutralisierungsmittel
1,0 g Ammoniumpersulfat
2,0 g   CaClO   
10,0 g Natriumacetat
40,0 ml   H20   
Etwas gebleichtes Haar (Modulindex 4,6) wird auf Lockenwickler aufgewickelt und mit den 2 Well-Lotions C und D benetzt. In diesem Falle ist die Well-Lotion C repräsentativ für die vorliegende Erfindung. Die Lotions werden 15 Minuten lang auf dem Haar gelassen und anschliessend mit Wasser abgespült. Darauf erfolgt während einer Zeitspanne von 15 Minuten eine Neutralisation. Nach der Neutralisation wird das Haar erneut mit Wasser gespült und getrocknet.

  Dabei werden folgende Ergebnisse erzielt:    Monomeren    Vergleichs lotion C lotion D Nasswellwirksamkeit 67 % 49 % Trockenwellwirksamkeit 67 %   41 %    Zugfestigkeitsmodul-Index 4,0 2,9
Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass die Monomerenlotion eine erheblich bessere Wellung ergibt, wobei ein wesentlich festeres Haar erzielt wird.



   Beispiel 4
E. Well-Lotion, die ein Monomeres enthält
8,4 g Ammoniumthioglykolat
10,0 g Methacrylsäure
13,2 g 28 %iges Ammoniumhydroxyd, Menge, die dazu ausreicht, mit 100 g Wasser einen pH von 9,3 zu ergeben.



   F. Vergleichslotion
8,4 g Ammoniumthioglykolat
6,9 g Eisessig
15,2 g 28   Siges    Ammoniumhydroxyd, Menge, die dazu ausreicht, mit 100 g Wasser einen pH von 9,3 zu ergeben.



   Neutralisierungsmittel
1,0 g Ammoniumpersulfat
2,0 g   CaCl2   
0,2 g Essigsäure zusammen mit
100 g Wasser
2 Streifen eines normalen braunen europäischen Haars (Modulindex 11,0), die auf Lockenwicklern aufgewickelt sind, werden mit der Vergleichslotion F und der ein Monomeres enthaltenden Well-Lotion E jeweils 10 Minuten behandelt. Die Well-Lotion E ist repräsentativ für die vorliegende Erfindung. Die Streifen werden mit Wasser gespült und 5 Minuten lang mit dem Neutralisierungsmittel behandelt.



   Der mit der Monomerenlotion behandelte Streifen besitzt eine Nasswellwirksamkeit von   50 %    und einen Zugfestigkeitsmodul-Index von 6,9, während der mit der Kontroll-Lotion behandelte Streifen eine Nasswellwirksamkeit von 46   %    und einen Zugfestigkeitsmodul Index von 5,3 aufweist.

 

   Beispiel 5
Bei einem anderen Versuch werden 2 Streifen der gleichen Charge aus einem normalen braunen Haar mit den gleichen Monomeren- und Vergleichs-Lotions wie in Beispiel 4 jeweils 10 Minuten lang behandelt, mit Wasser gespült und anschliessend mit folgendem Neutralisierungsmittel 5 Minuten lang neutralisiert:
Neutralisierungsmittel
2,0 g Natriumbromat
0,5 g Natriumpyrophosphat
0,5 g Natriumtripolyphosphat mit
100 g Wasser
Monomeren- Vergleichs lotion E lotion F Nasswellwirksamkeit 57 % 47 % Trockenwellwirksamkeit   46 %      38 %    Zugfestigkeitsmodul-Index 6,9 5,8
Aus der vorstehenden Tabelle ist zu ersehen, dass die Monomerenlotion eine bessere Wellung ergibt und die Bildung eines festeren Haars zur Folge hat. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE
    I. Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar unter Verwendung eines Kaltformmittels, das ein Reduktionsmittel enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar geformt und gleichzeitig in dem Haar ein wasserlösliches Monomeres der Formel EMI4.1 worin Rt, R2 und 1R3 Wasserstoff, Halogen, eine Alkyloder Arylgruppe, Rs ausserdem die Gruppe -CH2COOH oder deren Salz und X eine Säuregruppe oder deren Salz bedeuten, unter Bildung eines langkettigen Polymerisats polymerisiert wird.
    II. Wässriges Kaltformmittel zur Ausführung des Verfahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Reduktionsmittel, welches in der Lage ist, das Haar weich zu machen, und ein wasserlösliches Monomeres der Formel EMI5.1 worin R1, R2 und R3 Wasserstoff, Halogen, eine Alkyloder Arylgruppe, R3 ausserdem die Gruppe -CHaCOOH oder deren Salz und X eine Säuregruppe oder deren Salz bedeuten, enthält.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerisation durch Einwirkung des Reduktionsmittels erfolgt.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkung des Reduktionsmittels mit einem Oxydationsmittel neutralisiert wird.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerisation durch Einwirkung des Redox-Paars erfolgt, welches aus dem Reduktionsmittel und dem Oxydationsmittel gebildet wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der Polymerisation gebildeten polymeren Ketten durch einen Brückenbildner zur Herabsetzung der Wasserlöslichkeit der polymeren Ketten überbrückt werden.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Brückenbildner eine wasserlösliche Verbindung eines Elements der Gruppe II oder III des Periodischen Systems ist und mehrwertige Kationen zu liefern vermag.
    6. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Brückenbildner eine Verbindung verwendet wird, die langkettige organische einwertige Kationen zu liefern vermag.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar mit einem ersten Mittel behandelt wird, welches das Reduktionsmittel und das wasserlösliche Monomere enthält, wobei das Mittel für eine solche Zeitspanne in Kontakt mit dem Haar gehalten wird, dass das Haar weichgemacht wird, worauf das Haar mit einem zweiten Mittel behandelt wird, welches das Oxydationsmittel, das in der Lage ist, das Haar erneut zu härten, und den Brückenbildner enthält, wobei langkettige Polymerisate aus dem Monomeren, die durch den Brückenbildner überbrückt werden, in dem Haar gebildet werden.
    8. Verfahren nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel 1,5 bis 10 Gew.% Reduktionsmittel und 2 bis 20 Gew.% Monomeres und das zweite Mittel 2 bis 15 Gew.% Oxydationsmittel und 0,1 bis 5 Gew.% Brückenbildner enthält.
    9. Verfahren nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Reduktionsmittel Natriumbisulfit oder Ammoniumthioglykolat, als Monomeres Natriumacrylat, als Oxydationsmittel Ammoniumpersulfat und als Brückenbildner Calciumchlorid verwendet wird.
    10. Mittel nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass es 1,5 bis 10 Gew. eines Reduktionsmittels, das aus Natriumbisulfit oder Ammoniumthioglykolat besteht, und 2 bis 20 Gew.% Natriumacrylat enthält.
CH1203567A 1966-08-29 1967-08-28 Verfahren zur dauerhaften Formung von Haar CH495152A (de)

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