CH495302A - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung eines streufähigen Düngemittels aus bei der Intensivtierhaltung anfallendem Kot - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung eines streufähigen Düngemittels aus bei der Intensivtierhaltung anfallendem KotInfo
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Description
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung eines streufähigen Düngemittels aus bei der Intensivtierhaltung anfallendem Kot Die Erfindung betrifft in erster Linie ein Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Düngemittels aus bei der Intensivtierhaltung anfallendem Kot, insbesondere aus Hühnerkot aus Batteriehaltungen. Die bei der Grössenordnung der modernen Intensivtierhaltungen, insbesondere den Batteriehaltungen von Geflügel anfallenden Kotmengen lassen sich nicht einfach beseitigen. Der Kot muss vielmehr - auch im Interesse einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung durch Verarbeitung ihrer Nebenprodukte - in ein hochwertiges, streufähiges Düngemittel umgewandelt werden. Da insbesondere Grossgeflügelfarmen wegen des Absatzes ihrer Haupterzeugnissebei Hühnerfarmen des Absatzes der Eier - ihren Standort im Hinblick auf kurze Absatzwege in unmittelbarer Nähe dicht besiedelter Räume wählen müssen, muss andererseits die Verarbei tung des Kotes ohne nennenswerte Geruchsbelästigung der Umgebung wirtschaftlich durchgeführt werden. Es ist bekannt, den bei der Batteriehaltung von Geflügel anfallenden Kot mit Hilfe von Heissluft zu trocknen. Bei diesem Trocknungsprozess tritt eine unzumutbare Geruchbelästigung wegen der hohen Trocknungstemperaturen von in der Grössenordnung 300 bis 5000C auf. Daneben ergeben sich unerwünschte thermische Einwirkungen der Trocknungsluft auf den Kot, die insbesondere in der Vernichtung wertvoller biologischer Bestandteile bestehen. Dies führt zu erheblichen Qualitäts minderungen des aus dem Kot hergestellten Düngemittels. Schiesslich ist die Energiebilanz des Verfahrens ungünstig und lässt seine Witschaftlichkeit selbst dort fraglich werden, wo es trotz seiner Geruchsbelästigung durchführbar erscheint. Bei einem noch nicht zum Stande der Technik gehörigen Verfahren werden die bei der Trocknung des Kotes auftretenden Abgase abgekühlt. Aus dem dann anfallenden Kondensat lässt sich ein flüssiger Dünger gewinnen und die Geruchsbelästigung wird herabgemindert, wenn nicht völlig beseitigt. Dieses Verfahren gestattet indessen nicht, den nach ihm hergestellten Dünger im Hinblick auf die unerwünschte Zerstörung organischer Bestandteile in seiner Qualität zu steigern. Ein weiteres und ebenfalls noch nicht zum Stande der Technik gehöriges Verfahren sieht eine milde indirekte Trocknung des anfallenden Kotes unter Temperaturen vor, die nicht höher als 100 C, insbesondere aber in der Grössenordnung von 800C liegen, nachdem der Kot zuvor einer sauerstoffreichen Atmosphäre ausgesetzt war. Bei diesem Verfahren lässt sich die Qualitätsminderung durch thermische Umwandlung des Kotes und die in ihrem Gefolge auftretende unerwünschte Zerstörung von Wuchsstoffen in dem auf diese Weise hergestellten organischen Dünger vermeiden. Ausserdem kann die Intensität der Geruchsbelästigung vermindert werden. Die Sauerstoffbehandlung des Kotes erfordert einen erheblichen technischen Aufwand und einen entsprechend komplizierten Betrieb. Die technische Aufgabe der Erfindung besteht darin, die bisher bei der Verarbeitung des Tierkotes auftretenden Nachteile, insbesondere die der unerträglichen Geruchsbelästigung zu beseitigen und darüber hinaus die Qualität des gewonnenen Düngemittels zu steigern. Gemäss dem Grundgedanken der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Kot einer unter geregelter Temperatur und unter von Enzymen erfolgenden basischen Gärung unterworfen und der derart einer biologischen Verrottung ausgesetzte Kot nachfolgend getrocknet wird. In der Regel dauert der nach dem neuen Verfahren vorgesehene, gegebenenfalls unter Hinzugabe von Chemikalien, z.B. der zur Regelung des PH-Wertes ablaufende Verrottungsprozess, des zumeist frisch aus der Tierhaltung kommenden Kotes, mehrere Tage. Dabei tritt eine Aufspaltung der Kotsubstanz auf. Die Zersetzungsprodukte sind teilweise gasförmig und bestehen überwiegend, nämlich bis zu 60% aus Methan u. zu etwa einem Drittel aus Kohlensäure. Deshalb haben diese Gase einen verhältnismässig hohen Heizwert und sind praktisch geruchlos. Eine weitere Folge der biologischen Verrottung des Kotes besteht darin, dass der Kotsubstanz ein erheblicher Anteil ihres Wassergehaltes entzogen wird. Infolgedessen ist eine Nachtrocknung nur in dem Masse erforderlich, das sich aus den Anforderungen an die Streufähigkeit des Düngemittels ergibt. In jedem Fall kann diese Nachtrocknung mit sehr niedrigen Temperaturen in der Grössenordnung von 80 bis 1000C erfolgen. Dabei tritt dann praktisch keine Geruchsbelästigung auf. Die als Nebenprodukte bei dem nach der Erfindung vorgeschlagenen Verfahren auftretenden Gase lassen sich wirtschaftlich verwerten. Diese kann in der Verwendung der Gase als Unterfeuerung im Kesselbetrieb zur Erzeugung von Dampf erfolgen, der seinerseits zu der indirekten milden Trocknung des Kotes nach dessen biologischer Verrottung benutzt werden kann. Der als Ergebnis des neuen Verfahrens anfallende Kot gerät zu einem streufähigen, organischen Düngemittel von ausserordentlicher Qualität. Dieses Düngemittel zeichnet sich nicht nur durch einen hohen Gehalt an Phosphor, Stickstoff und Kali, wie bei den mineralischen Düngern aus, sondern enthält auch alle organischen Wuchsstoffe des frischen Kotes, weil diese für die Düngung entscheidenden Substanzen durch das neue Verfahren unberührt bleiben. Im Ergebnis entspricht das so hergestellte Düngemittel qualitätsmässig dem natürlichen Cuano. Die Erfindung betrifft auch eine Einrichtung zur Durchführung des beschriebnen Verfahrens. Die Einrichtung besteht ihrem Aufbau nach in einem Reaktionsraum oder in mehreren hintereinandergeschalteten Reaktionsräumen zur Durchführung der basischen Gärung des Kotes zwischen 300 bis 600C unter Mitwirkung von Enzymen. Dieser Reaktionsraum oder die mehreren Reaktionsräume sind bei einer zweckmässigen Ausführungsform der Erfindung geschlossen ausgebildet, damit sich die anfellenden Gase sammeln können. Werden diese Gase nicht in der oben beschriebenen Weise zur Deckung des Wärmebedarfs der Einrichtung, insbesondere zur Durchführung des Trocknungsprozesses verwendet, können sie abgefackelt werden. Durch die Verbrennung dieser Gase, sei es im Rahmen einer Unterfeuerung oder eines blossen Abfackelns werden auch die letzten Reste der darin sich befindlichen Geruchsstoffe beseitigt. Die Trocknung kann als natürliche Trocknung unter atmosphärischen Bedingungen, z.B. auf Trockenbeeten vorgenommen werden. In der Regel wird sich allerdings eine künstliche Trocknung auf indirektem Wege unter Durchrühren des aus dem biologischen Verrottungsprozess entlassenen Kotes empfehlen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHEI. Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Düngemittels aus bei der Intensivtierhaltung anfallendem Kot, insbesondere aus Hühnerkot aus Batteriehaltungen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kot einer unter geregelter Temperatur und unter Mitwirkung von Enzymen erfolgenden basischen Gärung unterworfen und der derart einer biologischen Verrottung ausgesetzte Kot nachgetrocknet wird.II. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen oder mehrere hintereinandergeschaltete Reaktionsräume zur Durchführung der basischen Gärung bei Temperaturen zwischen 30 und 600C.UNTERANSPRUCH Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der oder bzw. die Reaktionsräume geschlossen ausgebildet und die bei der Gärung anfallenden Gase aus ihnen ableitbar sind.
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| AT382862B (de) * | 1985-02-01 | 1987-04-27 | Erich Eigner | Verfahren und vorrichtung zum trocknen und konditionieren von huehnermist oder aehnlichen pastoesen stoffen |
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