Verfahren zum Herstellen eines nahtlosen, elastisch dehnbaren Damenstrumpfes
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines nahtlosen, elastisch dehnbaren Damenstrumpfes, bei welchem in fertigem Zustand des Knöchelabschnittes höchstens 1/, der Länge des Beinabschnittes beträgt, während der Fussabschnitt mindestens 1 1/ mal so lang ist als die Weite des Knöchelabschnittes.
Aus der USA-Patentschrift Nr. 2714757 ist ein Verfahren zur Herstellung von elastisch dehnbaren nahtlosen Damenstrümpfen bekannt. Die Maschenreihen dieser Strümpfe enthalten abwechselnd in S- und Z-Richtung hochgedrehte, dann fixierte und über den Nullpunkt hinaus zurückgedrehte einfädige Nylongarne, die mit einem nicht gedrehten Faden vereinigt wurden.
Somit sind die fertigen Strümpfe zweifädig.
Bei einem anderen, aus der belgischen Patentschrift Nr. 620143 bekannten Verfahren sind zur Strumpfherstellung falschgezwirnte Nylon-6-Filamente in Form von Multifilamenten verwendet worden.
Eine Weiterentwicklung des erstgenannten Verfahrens ist in der französischen Patentschrift Nr. 1120 302 beschrieben. Bei diesem Verfahren werden die in S- und Z-Richtung hochgedrehten, in diesem Zustand fixierten und danach über den Nullpunkt zurückgedrehten einfädigen Nylongarne zusammen mit einem vorübergehenden Hilfsfaden, der nach dem Verwirken der vereinigten Fäden durch eine besondere Behandlung aus den Rohstrümpfen wieder herausgelöst wird, verwendet. Die auf diese Weise hergestellten Damenstrümpfe sind einfädig.
Durch die vorliegende Erfindung können die Beschränkungen der bisherigen Herstellungsvorgänge vermieden werden, und es kann ein einfädiger attraktiver, einen schmalen Knöchel- und Fussabschnitt aufweisender, nahtloser, elastisch dehnbarer Strumpf erhalten werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Herstellen eines solchen Strumpfes ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Bein- und Fussabschnitte des Strumpfes aus einem falschgezwirnten, thermoplastischen, einfädigen Nylon-6-Garn gewirkt werden und dass der Strumpf nach dem Wirken auf eine Formschablone aufgezogen und anschliessend erwärmt wird, um die Knöchel- und Fuss abschnitte des Strumpfes auf die genannten Abmessungen zusammenschrumpfen zu lassen und den Strumpf in dieser Form warm zu fixieren.
Die Nylonart, die gemäss der vorliegenden Erfindnug verwendet wird, ist als Nylon 6 bekannt. Die Behandlung dieses Garnes, d. h. Wärmebehandlung und Verdrillen, wird auf einer sogenannten Falschzwirnmaschine durchgeführt. Das Nylon 6 ist eine faserbildende Substanz eines langkettigen synthetischen Polyamides mit periodisch wiederkehrenden Amidgruppen, die einen integrierenden Bestandteil der Polymerkette bilden. Dieses Nylon 6 ist chemisch ähnlich dem herkömmlichen Nylon 66 , weist aber ein grösseres Schrumpfmass auf als das Nylon 66 .
Eine geeignete Falschzwirnmaschine wird von der Firma Lessona Corporation of Cranston, Rhode Island, hergestellt und ist als 553 Kräuselgarn-Maschine bekannt. Eine solche Maschine ist in der - US-Patentschrift Nr. 3 152436 beschrieben. Das Nylon-6-Garn wird, während es erwärmt und falschgezwirnt wird, unter Spannung gehalten, so dass dieses nur einen geringen Teil seines Schrumpfvermögens verliert. Dieser Falschzwirnmaschinentyp wird üblicherweise zur Herstellung von mehrfädigen Garnen verwendet, welche Garne für Pullover, gestrickte Hemden und Kleider oder für Damenstrümpfe benützt werden. Anderseits wird das einfädige Garn für Wirkwaren, welches üblicherweise zur Herstellung von herkömmlichen dehnbaren Strümpfen verwendet wird, üblicherweise auf einer Etagen zwirnmaschine hergestellt.
Abgesehen von den erfindungsgemässen Merkmalen, d. h. schmale Knöchel- und Fussabschnitte, entspricht der Strumpf in übrigem einem dehnbaren Strumpf aus einfädigem, elastisch verdrilltem Garn, welches so gewirkt ist, dass die abwechselnden Maschenreihen aus in entgegengesetzten Richtungen gedrehten Garnen bestehen, in welchen Reihen die Maschen in entgegengesetzten Richtungen geneigt sind, um die dehnbaren Eigenschaften des Strumpfes zu erzielen. Weitere Einzelheiten eines dehnbaren Strumpfes dieser Art, die nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung bilden, sind in der US-Patentschrift Nr. 2771 759 beschrieben.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes anhand der beiliegenden Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Ansicht eines bisherigen nahtlosen, elastisch dehnbaren Damenstrumpfes, die den dicken Knöchelabschnitt und den kurzen Bein- und Fuss abschnitt, welcher als Klumpfussform bekannt ist, darstellt, und
Fig. 2 eine Ansicht eines nahtlosen, elastisch dehnbaren Damenstrumpfes nach der vorliegenden Erfindung, welcher einen verhältnismässig langen Beinabschnitt, einen schmalen Knöchel abschnitt und einen schmalen und langen Fuss abschnitt aufweist und dessen Form gleich als diejenige eines herkömmlichen, nichtdehnbaren Strumpfes ist.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, hat der herkömmliche, dehnbare Strumpf eine Klumpfussform und weist einen umgeschlagenen oberen Randteil 10, einen einfachen Randteil 11, einen kurzen Beinabschnitt 12 und einen aus einer Fersenkappe 13, einem Spannteil 14 und aus einer Zehenkappe 15 bestehenden Fussabschnitt auf.
Der in Fig. 1 gezeigte Strumpf ist in entlastetem, flach ausgebreitetem Zustand dargestellt, wie er in fertigem Zustand nach Beendigung des Formungsvorganges und nach dem Abziehen von der breiten Formschablone erscheinen würde. Die beiden Randteile 10 und 11 sind auf herkömmliche Weise aus irgendeinem gewünschten Garn gewirkt. Der Beinabschnitt 12 und der Spannteil 14 des Fussabschnittes sind auf herkömmliche Weise mit abwechselndem Muster aus lebendigen, einfädigen Nylon 66-Garnen von 15 Denier gewirkt, welche Garne entgegengesetzte Dralle genügender Stärke aufweisen, um die Maschen zusammenzuziehen und um eine elastische Dehnbarkeit dieser Abschnitte des Strumpfes zu bewirken. Der Drall wird dem Garn durch Wärmebehandlung und anschliessendes Verdrillen desselben auf einer Etagenzwirnmaschine verliehen.
Der erfindungsgemässe Strumpf (Fig. 2) weist einen umgeschlagenen oberen Randteil 20, einen einfachen Randteil 21, einen Beinabschnitt 22 und einen aus einer Fersenkappe 23, einem Spannteil 24 und aus einer Zehenkappe 25 bestehenden Fussabschnitt auf. Der Beinabschnitt 22 und der Spannteil 24 sind aus in entgegengesetzten Richtungen falschgezwirnten, einfädigen Nylon 6-Garnen von 15 Denier, die ein Schrumpfvermögen von wenigstens 13 bis 15 % vor dem Falschzwirnvorgang aufweisen, gewirkt. Für die Herstellung des erfindungsgemässen Strumpfes wird vorteilhaft ein Nylon 6-Garn verwendet, das vor dem Falschzwirnvorgang eine Streckbarkeit von etwa 32-34 % aufweist.
Lebendigkeit und Torsionsmoment wird dem Nylon 6-Garn durch Falschzwirnverfahren verliehen. Bei diesem Falschzwirnverfahren bewegt sich ein Garn durch eine in einer ersten Richtung rotierende, hohle Spindel aufwärts, wobei das Garn unterhalb der Spindel wärmebehandelt wird, wodurch ein Drall in einer ersten Richtung erzeugt wird, z. B. ein Z-Drall. Ein anderes Garn bewegt sich durch eine in die entgegengesetzte Richtung rotierende Spindel aufwärts; wobei auch dieses Garn unterhalb der Spindel wärmebehandelt wird, so dass dieses zweite Garn einen Drall in der entgegengesetzten Richtung, z. B. einen S-Drall, aufweist.
Nach dem Wirken wird der Strumpf auf herkömmliche Weise gefertigt, indem die Zehenkappe eingesäumt oder gekettelt und der Strumpf gefärbt und geformt wird. Durch das Wirken des Strumpfes aus einem falschgezwirnten Nylon 6-Garn ist es nun möglich, diesen neuen, elastisch dehnbaren, nahtlosen Strumpf auf einer schmalen Formschablone zu formen, so dass dieser Strumpf die gleiche Form aufweist als ein herkömmlicher nichtdehnbarer Strumpf mit verhältnismässig lang erscheinendem Bein abschnitt, schmalem Knöchelabschnitt und mit verhältnismässig langem, schlankem Fuss, wie es aus Fig. 2 ersichtlich ist.
Die Unterschiede zwischen dem herkömmlichen elastisch dehnbaren Strumpf (Fig. 1) und dem erfindungsgemässen elastisch dehnbaren Strumpf (Fig. 2) sind durch Vergleichen der entsprechenden Abmessungen der beiden Strümpfe besser ersichtlich. Die Breite A des Knöchelabschnittes des herkömmlichen, dehnbaren Strumpfes beträgt 9,2 cm, während der erfindungsgemässe dehnbare Strumpf über die Breite A' des Knöchelabschnittes 7,6 cm misst, d. h. sie ist etwa 19 % schmaler.
Der Fussabschnitt des herkömmlichen dehnbaren Strumpfes misst über den Abstand B von der Fersen Keillinie bis zur Keillinie der Zehenkappe 10,2 cm, während der entsprechende Abstand B' des erfindungsgemässen Strumpfes 11,7 cm beträgt, d. h. er ist etwa 17 S länger. Die Länge C des Beinabschnittes des herkömmlichen Strumpfes, gemessen von dem unteren Rand des einfachen Randteiles 11 bis zum Oberteil der Fersenkeillinie, beträgt 40 cm, während die entsprechende Länge C' des erfindungsgemässen Strumpfes 43 cm beträgt, d. h. sie ist etwa 8 % länger.
Damit ist es durch den Vergleich der Abmessungen der beiden in Fig. 1 und 2 dargestellten Strümpfe ersichtlich, dass der erfindungsgemässe Strumpf einen schmaleren Knöchelabschnitt, einen schmaleren und längeren Fussabschnitt und einen längeren Beinabschnitt aufweist, so dass die Form desselben im wesentlichen gleich ist wie diejenige des herkömmlicherweise gefertigten nichtdehnbaren Strumpfes, während der herkömmliche dehnbare Strumpf eine unattraktive Klumpfussform aufweist.
Die Dehnungsvermögen des erfindungsgemässen dehnbaren Strumpfes wurden mit einem aus üblicherweise gezwirntem Nylon 66-Garn gewirkten herkömmlichen dehnbaren Strumpf verglichen. Es wurde festgestellt, dass der erfindungsgemässe dehnbare Strumpf ein erhöhtes Dehnungsvermögen aufweist.