CH495839A - Brandhemmende Zusätze enthaltender Holzwerkstoff-Formkörper - Google Patents

Brandhemmende Zusätze enthaltender Holzwerkstoff-Formkörper

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CH495839A
CH495839A CH100470A CH100470A CH495839A CH 495839 A CH495839 A CH 495839A CH 100470 A CH100470 A CH 100470A CH 100470 A CH100470 A CH 100470A CH 495839 A CH495839 A CH 495839A
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CH100470A
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Groessner Richard
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August Moralt Fa
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Description


  Brandhemmende Zusätze enthaltender Holzwerkstoff-Formkörper    Bei allen Vorteilen stehen den Holzwerkstoff-Form  körpern ihrer universellen Verwendung immer noch  gewisse Nachteile entgegen. Diese Nachteile und die  Versuche zu deren     Beseitigung    sind im Hauptpatent  ausführlich erläutert.  



  Die Erfindung gemäss Hauptpatent bezweckt, einen  Holzwerkstoff-Formkörper zu schaffen, welcher ohne  nachteilige     Beeinflussung    der mechanischen Eigenschaf  ten schwer entflammbar ist und zudem herstellungs  technisch leicht zugänglich ist.  



  Ein solcher, brandhemmende Zusätze enthaltender  Holzwerkstoff-Formkörper, wie Platte, insbesondere  Spanplatte, mit ein- oder mehrschichtigem Kern und     ein-          oder    beidseits angeordneten Deckschichten, ist nach dem  Hauptpatent durch die Kombination folgender Merk  male gekennzeichnet:  a) die Deckschicht ist aus Feingut ausgebildet,  b) die Feingut-Deckschicht enthält     Flammschutz-          mittel    in einer Menge von mindestens 15 Gew.%, be  zogen auf die darrtrockene Deckschicht-Holzmasse.  



  Das Hauptpatent betrifft auch ein     Verfahren    zur  Herstellung von solchen Holzwerkstoff-Formkörpern,  das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Deckschicht  unter     Verwendung    von Feingut eines     Flammschutz-          mittel    enthaltenden Formkörpers, insbesondere von  Schleifstaub, hergestellt wird.  



  Es wurde nunmehr überraschenderweise gefunden,  dass die brandhemmenden Eigenschaften des Formkör  pers des Hauptpatents wesentlich dadurch verbessert  werden können, wenn die     Deckschicht,    neben dem  Flammschutzmittel enthaltenden Feingut, Asbest, vor  zugsweise in     feinteiliger        Form,    enthält. Bemerkenswert  ist hierbei, dass eine wesentliche Verminderung des  Gehalts an Flammschutzmitteln vorgenommen werden  kann, ohne nachteilige Beeinflussung der brandhem  menden Eigenschaften. Es hat sich sogar gezeigt, dass  z.

   B. bei einem Gehalt von 50 Gew.% Asbest, bezogen  auf das Gesamtgewicht der Deckschicht (in wesentli  chem aus Feingut und Asbest), selbst bei einer Ver-    ringerung des Gehalts an Flammschutzmittel auf die  Hälfte, der Formkörper noch eine wesentlich bessere  Hammhemmende Wirkung aufweist als ein keinen  Asbest, aber die doppelte Menge Flammschutzmittel  enthaltender Formkörper.  



  Von neutraler Seite wurden Brandversuche nach  den baubehördlichen     Bedingungen    DIN 4102 Blatt 10  Ausgabe Oktober 1966 für das Brandverhalten von  brennbaren Baustoffen im Bradschacht durchgeführt.  Diese Prüfung ist in Punkt 4 Klasse B 1 genau be  schrieben.  



       Demnach    werden in den Brandschacht der Prüf  vorrichtung 4 Proben mit der Flächenabmessung  190 x 1000 mm im Quadrat und einem     gewissen    Ab  stand voneinander aufrecht eingebracht. Am unteren  Ende werden die Proben mit einem Ringbrenner     be-          flammt.    Beflammungszeit ist 10 Minuten. Die entschei  dende Bedingung ist dabei die unzerstörte Restlänge  am oberen Ende. Zur Erfüllung der Bedingung  schwer       entflammbar     muss sie mindestens 15 cm     betragen.     



  Übliche     Spanplatten        haben    keine unzerstörte Rest  länge aufzuweisen. Die mit Flammschutzmitteln in üb  licher Weise imprägnierten Spanplatten genügen eben  falls nicht diesen Bedingungen. Die erfindungsgemässen  Platten weisen eine Restlänge von etwa 32 cm auf.  



  Die erfindungsgemässen Erzeugnisse genügen somit  bei weitem den gestellten Anforderungen.  



  Als Feingut können die     Deckschichten    entsprechend  dem Hauptpatent beispielsweise beleimtes     Spanplatten-          Feingut,    insbesondere Schleifstaub, enthalten. Es kann  aber auch anderes Feingut, beispielsweise Schleifstaub  von Sperrholzplatten, nachzerkleinerte Sägespäne, geeig  net zerkleinerte Besäumabfälle aus der Spanplatten  herstellung sowie Gemische hiervon, z. B. Gemische  von beleimtem und unbeleimtem Schleifstaub, Verwen  dung finden. Auch weitere Bestandteile, beispielsweise  fasriges Material oder     Armierungsmaterialien,    z. B.  Späne,     Deckschichtspäne    üblicher Dimensionen usw.,  können enthalten sein, ohne dass damit eine Deckschicht  im erfindungsgemässen Sinne verlassen würde.

   Mit Vor-      teil wird Schleifstaub und zerkleinerte Besäumabfälle  von erfindungsgemässen     Spanplatten    verwendet, da die  ser Schleifstaub bereits Anteile an Flammschutzmittel  und Asbest enthält. Da hierdurch häufig nur ein Teil  des benötigten Deckschichtmaterials zur Verfügung ge  stellt werden kann, wird erforderlichenfalls ersterem  Feingut und/oder Armierungsmaterial zugefügt. Bei den       in.    den erfindungsgemässen     Spanplatten    enthaltenen  Flammschutzmitteln handelt es sich um an sich be  kannte Flammschutzmittel, insbesondere um solche, wie  sie für die Flammfestmachung von Spanplatten bereits  verwendet wurden, wie Antimonoxyd und insbesondere  Boroxyd.

   Die Flammschutzmittel liegen im allgemeinen  in einer Menge von mindestens 5 Gew.% in der Deck  schicht, bezogen     auf    das Gewicht der Asbest enthal  tenden Deckschicht, vor. Bevorzugt sind die Bereiche  um etwa 10 Gew.% Flammschutzmittelgehalt.  



  Asbestgehalte von 40 bis 60 Gew.%, bezogen auf  das Gesamtgewicht der Deckschicht, sind ohne wei  teres möglich und im bevorzugten Bereich. So treten  beispielsweise bei Asbest-Gehalten von 50 Gew.% sehr  günstige Ergebnisse auf. Im allgemeinen werden Be  reiche von etwa 20 Gew.% Asbest nicht unterschritten,  wenn auch die Zugabe von geringen Mengen bis hin  unter zu etwa 8-12 Gew.% durchaus möglich und auch  noch wirksam ist.  



  Neben dem Vorteil der schweren     Entflammbarkeit     und der einwandfreien mechanischen Eigenschaften be  sitzen die erfindungsgemässen Holzwerkstoff-Formkör  per den beachtlichen Vorzug der leichten Herstellbar  keit.  



  Im allgemeinen wird so vorgegangen, dass die pulver  bis puderfeinen Flammschutzmittel dem zur Beleimung  des     Feingutes        und    des Asbests     bzw.    des Gemisches  benötigten Leim zugesetzt oder mit dem Feingut und  Asbest nach, vorzugsweise während oder vor der     Be-          leimung    vermischt werden. Noch einfacher ist die Her  stellung bei Verwendung von leimöslichen     Flammschutz-          mitteln.    Es ist allerdings auch möglich und sogar be  vorzugt, das Flammschutzmittel nur dem Holzfeingut  vor, während oder nach der Beleimung zuzusetzen.       Herstellungstechnisch    liegen also beachtliche Vorteile  vor.

   Das Feingut und der Asbest lassen eine äusserst  innige Mischung mit dem Leim, der selbst möglichst  unbrennbar sein soll, wie z. B. Harnstoff-Formaldehyd,  und dem Flammschutzmittel zu. Es wird eine ausge  zeichnete Schutzwirkung erzielt. Auch bei einer Zu  mischung des Flammschutzmittels in Form von mög  lichst puderfein gemahlenem Pulver tritt keine Ent  mischung auf.  



  Besonders günstig ist, wie bereits     angedeutet,    die  Verwendung des Feingutes, insbesondere Schleifstaubs,  von schwer     entflammbaren    Spanplatten der erfindungs  gemässen Art, da dann bereits ein wesentlicher Teil  des erforderlichen Flammschutzmittels in dem Feingut,  z. B.     1/3    der notwendigen Gesamtmenge, und des     As-          bests    enthalten ist, so dass nur noch eine Ausgleichs  menge hinzugesetzt werden muss. Diese Ausgleichs  menge kann Feingut und/oder Späne üblicher Art     und     Grössenordnung sein.  



  Ein Deckschichtmaterial aus Feingut und Asbest  kann eine erheblich grössere Menge auch eines Pulvers,  z. B. auch gegen     Pilzbefall    usw., enthalten als den  Spänen grösserer Dimensionen. Diese Erscheinung ist  wahrscheinlich auf die wesentlich grössere Oberfläche  des Materials je Gewichtseinheit     zurückzuführen.    Tat-    sächlich können die erfindungsgemässen Formkörper  neben oder anstelle der Flammschutzmittel andere die  Eigenschaften der Formkörper     beeinflussende    Zusätze  in der Feingut-Deckschicht enthalten.

   Hierzu gehören  beispielsweise     Insektizide,        Fungizide    und     dergleichen.     Besonders     günstige    Ergebnisse werden erzielt,     wenn          mehrfunktionelle    Zusätze enthalten sind, die beispiels  weise brandhemmende und fungizide Eigenschaften auf  weisen, wie z. B. Borsäure oder Gemische aus Bor  säure und Antimontrioxyd.  



  Auch hier können die     unterhalb    der Deckschichten       angeordneten    (Span-) Schichten, Kernschichten     und    der  gleichen Zusatzstoffe, wie Flammschutzmittel und der  gleichen in üblichen Mengen enthalten.  



  Nach einer     bevorzugten        Ausführungsform    wird     für     die Aussenschicht oder -schichten der beim Schleifen  der erfindungsgemässen Platten anfallende Schleifstaub  wieder verwendet. Es können auch die Besäumabfälle       aufbereitet    und für die Aussenschichten verwendet wer  den. Sie fallen in einer Menge von etwa 15 % der für  die Aussenschichten benötigten Menge     an.    Bei einer  Spanplattenherstellung herkömmlicher Art kann also  mit .einem zur Wiederverwendung kommenden Aussen  schichtanteil aus dem     Abfallmaterial    (Schleifstaub     und     Besäumgut) von etwa 40 bis 50 % gerechnet werden.

    Dieses     Abfallmaterial    hat als     wiederverwendbarer    Roh  stoff aber gegenüber dem aus.     anderem    Holzmaterial  erzeugten Span-     oder    Faserstoff wesentliche Vorteile,  nämlich einen Gehalt     an    ausgehärtetem Leim,     einen     Gehalt an Flammschutzmittel und einen Gehalt an  Asbest, jeweils im notwendigen Anteil. Frisches Ma  terial braucht demnach nur noch zu einem Anteil von  etwa 50 bis 60 % aufgewendet zu werden. Mit Vorteil  werden auch hier Flammschutzmittel verwendet, durch  die der Härter für den Leim ersetzt werden kann.

   Auch  ein solches Flammschutzmittel kann sowohl dem Leim  als auch getrennt als Pulver dem beleimten oder     unbe-          leimten    Deckschichtmaterial bzw. Feingut zugesetzt wer  den. Der erst spätere Zusatz als Pulver     kann    dabei  Vorteile aufweisen, wie z. B. geringere Viskosität und  längere Topfzeit des Leims.  



  Beachtlich ist, dass auch bei hohen Asbestgehalten  von z. B. 50 Gew.% oder mehr bei sauer härtenden       Bindemitteln    keine nachteilige Beeinflussung der me  chanischen Eigenschaften ersichtlich ist, wenn die     Alka-          lität    des Asbests durch erhöhten Härteanteil ausge  glichen wird. Besonders bewährt hat sich die Härter  und Flammschutz-Funktion aufweisende Borsäure. Die       erfindungsgemässen    Formkörper können selbstverständ  lich, abgesehen von den besonders ausgestalteten Deck  schichten, auch in ihrem     Inneren    Asbest- und/oder  Flammschutzmittelzusätze enthalten.  



  Ein Deckschichtgemisch kann z. B. so hergestellt  werden, dass zunächst 50 %     Holzspäne,    50     %    Asbest  fasern und 15 %     Flammschutzmittel    auf trockene     Holz-          späne    bezogen     miteinander    vermischt werden. Diese  Masse wird im Verhältnis von<B>60:</B> 40 mit einem zur       Wiederverwendung    aufbereiteten     Feinb        tmaterial,    das  von einem     erfindungsgemässen    Formkörper     stammt,    ver  mischt. Es sind natürlich auch andere Reihenfolgen der       Zusammenbringung    möglich.

   So können alle Bestand  teile z. B. auch gleichzeitig zusammengegeben und in  einem Arbeitsgang vermischt werden.  



  Dieses Gemisch wird anschliessend in bekannter  Weise mit Leim, z. B. einem Harnstoff-Formaldehyd-      Kondensationsprodukt, besprüht. Der Leim kann z. B.  12 %, auf das trockene Gesamtgemisch bezogen, betra  gen.  



  Auch die Mittelschicht kann Flammschutzmittel ent  halten. Der Leimanteil kann dort z. B. 10 % auf das  trockene Gemisch betragen. Zur Erreichung eines     noch     höheren Widerstandes gegen angreifendes Feuer     kann     aber auch diese Schicht Asbest enthalten.  



  Die wie zur Bildung der Deck- und Mittelschicht  vorbereiteten Gemische werden in bekannter Weise zu  einer dreischichtigen Spanplatte geformt und in üblicher  Weise bei z. B. 140  C und 8 Minuten Presszeit zu  einem festen Körper verpresst.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Brandhemmende Zusätze enthaltender Holzwerk stoff-Formkörper nach Patentanspruch I des Haupt patentes, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht bzw. die Deckschichten zusätzlich Asbest enthalten. UNTERANSPRÜCHE 1. Holzwerkstoff-Formkörper nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Asbest feinteilig ist. 2. Holzwerkstoff-Formkörper nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Asbest in Mengen von 40 bis 60 GewA, bezogen auf das Gesamtgewicht der Deckschicht, enthalten ist.
CH100470A 1967-08-10 1970-01-22 Brandhemmende Zusätze enthaltender Holzwerkstoff-Formkörper CH495839A (de)

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DE1653254 1967-08-10
DE19691903936 DE1903936A1 (de) 1969-01-27 1969-01-27 Holzwerkstoff-Formkoerper

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CH495839A true CH495839A (de) 1970-09-15

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