Verfahren zur Herstellung eines Siloxanpolymers
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Siloxanpolymers.
Die Entdeckung einer neuen Klasse von Organopo lyslloxanzwischenprodukten hat die Herstellung eines neuen Einkomponentensilikonsystems, das bei Zim mertemperatur härtet, ermöglicht. Die Eigenschaften des gehärteten Endproduktes können durch Änderung der Zusammensetzung und der Struktur des verwendeten Zwischenproduktes in weitem Masse variiert werden.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, das eine Verbesserung oder Abänderung des Verfahrens gemäss Patent Nr. 449 606 darstellt, zur Herstellung eines Siloxanpolymers mit mindestens einer Siloxaneinheit der Formel
EMI1.1
wobei alle anderen Siloxaneinheiten in dem Siloxanpolymer die Formel
EMI1.2
haben, wobei X einen Rest der Formel R2C= oder
EMI1.3
darstellt, worin R" einen zweiwertigen Halogenkohlenwasserstoff- oder Kohlenwasserstoffrest bedeutet, jedes R einen einwertigen Kohienwasserstoffrest oder Halogenkohlenwasserstoffrest, jedes R' einen einwertigen Kohlenwasserstoff- oder Halogenkohlenwasserstoffrest, einen Cyanalkylrest oder ein Wasserstoffatom, R"' einen zweiwertigen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest, a die Zahl 1, 2 oder 3 und b und c je die Zahl 0, 1 oder 2 bedeuten,
welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man (a) ein Silan der Formel: (X=NO)YSiR'3 -ci worin Y einen Alkylenrest darstellt, mit (b) einem Siloxanpolymer mit mindestens einem an Silicium gebundenen Wasserstoffatom im Molekül umsetzt, wodurch sich der Substituent Y in (a) an das H in (b) addiert, so dass eine Gruppe (X=NO)aR1(3--a)SiR#Si# gebildet wird.
Die als Ausgangsmaterial verwendeten Silane werden am besten durch Mischen eines Oxims X = NOH mit einem Halogensilan, vorzugsweise einem Chlorsilan
EMI1.4
in Gegenwart eines Säureakzeptors, wie z. B. Pyridin oder a-Picolin, und Destillieren der flüssigen Produkte hergestellt. Die Reaktion geht im allgemeinen folgendermassen vor sich:
EMI2.1
Die Reaktion wird am besten praktisch in Abwesenheit von Feuchtigkeit ausgeführt, da die letztere in die Reaktion eingreift. Jedoch sind Spuren Feuchtigkeit nicht schädlich, insbesondere wenn ein Überschuss des Oxims verwendet wird. Die Reaktion kann bei jeder zweckmässigen Temperatur ausgeführt werden, obgleich im allgemeinen Temperaturen im Bereich von 20-100" C ausreichend sind.
Gewünschtenfalls kann die Reaktion in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels ausgeführt werden, d. h.
in Gegenwart eines Lösungsmittels, das mit den Oxim- gruppen an dem Silicium nicht reagiert. Zu den geeig- neten Lösungsmitteln gehören Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Benzol, Toluol, Xylol oder Petroläther, halogenierte Lösungsmittel, wie z. B. Perchloräthylen oder Chlorbenzol, und organische Äther, wie z. B. Diiäthyl- äther und Dibutyläther, Ketone, wie z. B. Methylisobutylketon, und flüssige von Hydroxylgruppen freie Siloxane.
Das Vorhandensein von Lösungsmitteln ist besonders erwünscht, wenn das Oxim wie weiter unten beschrieben mit chlorhaltigen Siloxanen umgesetzt wird, insbesondere wenn das Siloxan in Form eines Gummis mit hohem Molekulargewicht vorliegt. In diesen Fällen setzt das Vorhandensein des Lösungsmittels die Gesamtviskosität des Gemisches herab und erleich- tert die Umsetzung. Gewünschtenfalls kann das Material in dem Lösungsmittel gehalten werden, bis es verwendet wird. Dies ist besonders wertvoll, wenn ein gummiartiges Produkt für Überzugs anwendungen verwendet werden soll.
Für die Zwecke dieser Erfindung kann R" jeden beliebigen zweiwertigen Kohlenwasserstoffrest oder zweiwertigen Halogenkohlenwas serstoffrest bedeuten, in dem die beiden Valenzen an das C-Atom der C = NO-Gruppe gebunden sind. So kann R" beispielsweise sein: ##
CH2(CH2)3CH2, CH2(CH2) 4CH2 H
EMI2.2
EMI2.3
CF2(CF2)3CF2 F CF2(CF2)2CF2 und
EMI2.4
In den erfindungsgemäss hergestellten Verbindungen kann jedes R und jedes R' einen beliebigen einwertigen Kohlenwass erstoffrest oder einen beliebigen halogenierten einwertigen Kohlenwasserstoffrest bedeuten.
Insbesondere können R und R' beispielsweise jeden beliebigen Alkylrest, wie z. B. den Methyl-, Xaithyl-, Isopropyl-, tert.-Butyl-, 2-Athylhexyl-, Dodecyl-, 1 -Isobutyl-3,5-dimethylhexyl-, Octadecyl- und Myricylrest, jeden beliebigen Alkenylrest, wie z. B. den Vinyl-, Allyl-, Decenyl- und Hexadienylrest, jeden beliebigen Cycloalkylrest, wie z. B. den Cyclopentyl- und Cyclohexylrest, jeden beliebigen lzycloallçenylrest, wie z. 13. den Cyclopentenyl-, Cyclohexenyl- und Cyclo-2,4-hexadienylrest, jeden beliebigen Arylrest, wie z. B. den Phenyl-, Naphthyl- und Xenylrest, jeden beliebigen Aralkylrest, wie z.
B. den B enzyl-, Phenyläffiyl und Xylylrest, und jeden beliebigen Alkarylrest, wie z. B. den Tolyl- und Dimethylphenylrest, bedeuten. Diese einwertigen Kohlenwasserstoffreste können halogeniert werden, wobei derartige Reste wie der Chlormethyl-, 3,3,3-Trifluorpropyl-, 3,3,4,4,5,5 ,5-Heptafluorpentyl-, Perchlorphenyl-, 3 ,4-Dibromcyclohexyl-, α,α,α-Trifluortolyl-, 2,4-Dibromben:zyl-, Difluormonochlorvinyl-, ass,ss-Trifluor-a-chlorcyclobutyl- und 2-Jodcyclopenten-3-ylrest erhalten werden, die alle wirksam sind.
Darüber hinaus kann R' einen beliebigen Cyanalkylrest bedeuten, wie z. B.
den ss-Cyanäthyl-, γ-Cyanpropyl-, #-Cyanbutyl-, ss-Cyanpropyl-, γ-Cyanbutyl- und co-Cyanoctadecylrest.
Wenn Cyanalkylreste vorhanden sind, wird es bevorzugt, dass sie in den erfindungsgemäss hergestellten Verbindungen an mindestens ein Mol- /o der Siliciumatome gebunden sind.
Die bei der Herstellung der erfindungsgemässen Silane verwendeten Halogensilane sind dem Fachmann wohlbekannt.
Die Oxime, die bei der Herstellung der erfindungs- gemässen Silane verwendet werden können, umfassen beispielsweise Acetophenonoxim.
Acetonoxim, Benzophenonoxim, 2-Butanonoxim, 3-Methyl-2-butanonoxim d-Campheroxim.
a-d-Carvonoxim, 2-Nonanonoxim, 5-Methyl-2-hexanonoxim 2-Pentanonoxim, Diisopropylketonoxim, Cydopentanonoxim, Cyclohexanonoxim, Acrylophenonoxim, 1-Acetonaphthonoxim, 1-Phenyl-2-butanonoxim, Chlorcyclohexanonoxim, Perfluorcyclobutanonoxim, 4-Phenyl-2-butanonoxim, 5-Isopropyl-2-methylacetophenonoxim, 1 2-Tricos anonoxim, α-Brom-2,4,6-trimethylisobutyrophenonoxim, a-Bromacetophenonoxim, Anthronoxim, p-Chloracetophenonoxim und p,α-Dibromacetophenonoxim.
Diese Oxime sind wohlbekannt und können mittels beliebiger Standardoximsynthes en hergestellt werden.
Die oben dargestellten, durch Oximgruppen substituierten Silane können durch partielle Hydrolyse und Kondensation polymerisiert werden, wobei durch Oximgruppen substituierte Polysiloxane gebildet werden, die aus Einheiten der allgemeinen Formel:
EMI4.1
in denen jedes R und R' die obige Bedeutung besitzt, jedes b 0, 1 oder 2, jedes a 1, 2 oder 3 bedeuten und die Summe von b und a 3 nicht übersteig, aufgebaut sind.
Die durch Oximgruppen substituierten erfindungsgemässen Silane können auch verwendet werden, um in Siloxanpolymere in gesteuerter Weise funktionelle Gruppen einzuführen.
Die Silane werden verwendet, um die erfindungsge- mässen Produkte, die die SiR"' Bindung enthalten, herzustellen. Derartige Verbindungen lassen sich am besten herstellen, indem man (1) Silane der Formel:
EMI4.2
worin Y einen Alkenylrest bedeutet, R' die obige Bedeutung hat und a 1, 2 oder 3 bedeutet, mit (2) Silanen der Formel
EMI4.3
und/oder mit Siloxanen, die mindestens ein an Silicium gebundenes Wasserstoffatom im Molekül enthalten, umsetzt. Die Reaktion führt zur Addition eines Teiles der oder aller an Silicium gebundenen Wasserstoffotame an C=C-Bindungen in den Alkenylresten, wobei die SiR"' Si=Bindung gebildet wird. Diese Reaktion lässt sich am besten in Gegenwart von Katalysatoren, wie z. B.
Platin, Platinsalze, Chloroplatinsäure, oder unter dem Einfluss von ultraviolettem Licht oder mittels anderer, dem Fach- mann bekannter Verfahren zur Addition von SiH an CC ausführen.
Wenn der Reaktionspartner (2) ein Silan ist, hat das Reaktionsprodukt die Formel:
EMI4.4
worin X und R' die obige Bedeutung besitzen, n 1, 2 oder 3, d 1, 2, 3 oder 4, m 0, 1, 2 oder 3 bedeuten und die Summe von dtm nicht grösser als 4 ist und einen zweiwertigen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest, wie z. B.
--(CH2)2--, --(CH2)3-
EMI4.5
bedeutet.
Wenn der Reaktionspartner (2) ein Siloxan ist, ist das Produkt ein Siloxan, das mindestens eine Siloxaneinheit der Formel:
EMI4.6
enthält.
Die Reaktion vermag entweder Silane oder Siloxane mit mindestens einer Gruppe (X=N( > ) pro Molekül zu liefern. Jedes dieser Produkte kann mittels Standardverfahren partiell hydrolysiert werden, um einige der Gruppen (X=NO) zu entfernen.
Die Siloxane, die die SiR"'Si-Bindung enthalten, können beliebige Siloxane mit mindestens einer Siloxan einheit der Formel
EMI4.7
der oben definierten Art sein, und alle restlichen Siloxaneinheiten in dem genannten Siloxan haben die Formel:
EMI4.8
worin c 0, 1, 2 oder 3 bedeutet.
Die erfindungsgemässen Siloxane können beispielsweise beliebige der folgenden Siloxaneinheiten: R'3S,iOo5, R'2SiO, R'SiO1,5 SiO2 in Kombination mit beliebigen der folgenden Siloxaneinheiten enthalten:
EMI5.1
Diese Einheiten können zu einer Vielzahl von Polymeren kombiniert werden, wobei jede beliebige Kombination der obigen Einheiten verwendet werden kann, solange das resultierende Siloxan mindestens eine X NO-Gruppe enthält, die an ein Siliciumatom gebunden ist, das seinerseits durch die -R"'-Gruppe an ein anderes Siliciumatom gebunden ist.
Es können Gemische von Verbindungen verwendet werden, die molekulare Arten mit verschiedenem Molekulargewicht enthalten. In jedem beliebigen Molekül oder in jedem beliebigen molekularen Gemisch können verschiedene Oxinireste und R-Rest auftreten.
Andererseits kann eine reine Verbindung verwendet werden.
Die erfindungsgemässen Materialien sind in Abwesenheit von Feuchtigkeit beständig. Demzufolge können sie während längerer Zeiträume ohne irgendwelche schädliche Wirkung gelagert werden. Während dieser Lagerungszeit tritt in den physikalischen Eigenschaften der Materialien wenig oder keine Änderung auf. Dies ist vom wirtschaftlichen Standpunkt aus von besonders rer Bedeutung, da es sicherstellt, dass, wenn man em- mal ein Material mit einer gewissen. Konsistenz und Härtungsdauer hergestellt hat, keine dieser Eigenschaften sich bei der Lagerung merklich verändern wird.
Diese Beständigkeit bei der Lagerung ist die Eigenschaft, die die erfindungsgemässen Materialien als Ein komponentensysteme, die bei Zimmertemperatur vulkanisieren, besonders brauchbar macht.
Die erfindungsgemässen Verbindungen können lediglich koreagieren wenn man sie mit oder ohne zusätzlichen Wasserdampf der atmosphärischen Feuchtig keit aussetzt. Die Geschwindigkeit der Koreaktion hängt von dem Typ des Oximrestes in den Reaktionspartnern, der Anzahl der Oximreste an jedem beliebigen Siliciumatom, der Grösse der Reste R in der Oximgruppe und der Grösse irgendwelcher Reste R', wie an durch Oximgruppen substituierten Siliciumatomen haften, ab. Im allgemeinen verringert eine Zunahme des Molekuliargewichtes irgend eines Typs von Resten R oder R" in den Oximresten oder von Resten R' an den durch Oximgruppen substituierten Siliciumatomen die Koreaktionsgeschwindigkeit.
Diese Verbindungen können gewünschtenfalls bei erhöhten Temperaturen oder in Gegenwart von Kondlensationskatalysa- toren koreagieren gelassen werden.
Typische Klassen derartiger Kondensationskataly- satoren umfassen beispielsweise gewisse organische Amine, Phosphorsäuresalze beliebiger basischer Aminoverbindungen, Carbonsäuresalze beliebiger basischer Aminoverbindungen, Carbonsäuresalze beliebiger quaternärer Anunoniumhydroxyde und Carbonsäuresalze beliebiger Metalle, die in der Spannungsreihe der Metalle von Blei bis einschliesslich Mangan eingeord- net sind, wie z. B. Bleioctoat, Dibutylzinndiacetat, Stannooctoat oder Dibutylzinndilaurat.
Wo eine erfindungsgemässe Verbindung nur zwei Oximreste pro Molekül enthält, liegt die wichtigste An wendungsmöglichkeit eines derartigen Materials in der Verwendung als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Blockcopolymeren. Diese difunktionellen Verbindungen können auch in Gemischen mit polyfunktionellen Materialien, z. B.
Si(ON=X)4 oder
EMI6.1
für tZberzugs- und Dichtungszwecke verwendet werden.
Wenn ein derartiges Gemisch in Form eines' dünnen Filmes gegossen wird, härtet es in Luft bei Zimmertemperatur, da die polyfunktionellen Silane oder Siloxane mit den difunktionellen Verbindungen reagieren, wodurch sie sogleich polyfunktionell werden.
Wo eine erfindungsgemässe Verbindung durchschnittlich mehr als zwei Oximreste pro Molekül enthält, ist diese Verbindung als Zwischenprodukt in Ein komponentensystemen, die bei Zimmertemper.atur härten, für Überzugszwecke und Dichtungszwecke brauchbar.
Die erfindungsgemässen Verbindungen sind beson ders geeignet für Dichtungszwecke bei Gebäuden, Flugzeugen, Automobil- und Motoreneinrichtungen und dergl. Eines der erwünschten Merkmale der Materialien besteht in der Tatsache, dass sie innerhalb von 30 Minuten oder weniger, nachdem sie der Atmosphäre ausgesetzt worden sind, eine Oberflächenhärtung ergeben, aber während Jahren praktisch weich bleiben. Ferner haften die erfindungsgemässen Verbindungen zäh an einer grossen Vielzahl von Materialien, wie z. B. Glas, Porzellan, Holz, Metalle und organische Kunststoffe. Aus cliesem Grunde sind sie besonders geeignet für praktisch alle Arten von Dichtungszwecken.
Da die erfindungsgemässen Verbindungen die Eigenschaften einer Härtung bei niedriger Temperatur und einer guten Wetterbeständigkeit vereinigen, sind sie besonders für Schutzüberzüge auf Holz und anderen wärmeempfindlichen Materialien geeignet. Demzufolge dehnen sie den Bereich der Verwendbarkeit von Organosiloxanüberzügen in Gebiete aus, die derartigen Materialien bisher nicht offen standen.
Die physikalischen Eigenschaften der erfindungsgemässen Verbindungen können durch Beimischung anderer Arten von Siloxanen und/oder von Füllstoffen abgeändert werden. Beispielsweise kann es erwünscht sein, die Kiebstoffeigenschaften der erfindungsgemäs- sen Verbindungen durch Beimischung harzartiger Siloxane zu erhöhen. Diese harzartigen Siloxane modifizie- ren auch die elastischen Eigenschaften der vulkanisierten Endprodukte, indem sie sie teigähnlicher und weniger federnd bzw. elastisch machen. Derartige Eigenschaften sind bei gewissen Dichtungsanwendungen äus- serst erwünscht.
Es kann auch erwünscht sein, die erfindungsgemässen vulkanisierten Materialien weichzumachen, indem man ihnen gewisse von Hydroxylgruppen freie Siloxane, die nicht zu reagieren vermögen, als Weichmacher einverleibt, wie z. B. Dimethylsiloxane mit Trimethylsiloxyendblöcken, oder indem man Diorganosiloxane, die SiOH-Gruppen und Triorganosilylgruppen im gleichen Molekül aufweisen, verwendet.
Die erfindungsgemässen Verbindungen können auch modifiziert werden, indem man ihnen beliebige der wohlbekannten verstärkenden Füllstoffe einverleibt, wie z. B. das sehr feine Siliciumdioxydpulver, !das durch Hitzezersetzung von Äthylsilikat gewonnen wird, Siliciumdioxyd-aerogele und gefällte Siliciumdioxyde mit grosser Oberfläche. Diese Füllstoffe können gewünschtenfalls Organosilylgruppen aufweisen, die an die Oberfläche der Füllstoffe gebunden sind. Die hier verwendeten Füllstoffe können auch nicht verstärkende Füllstoffe sein, wie z.B. grobe Siliciumdioxyde, wie beispielsweise Diatomeenerde, zerkleinerter Quarz, oder Metalloxyde, wie beispielsweise Titandioxyd, Ferrioxyd, Zinkoxyd und dergl. Gewünschtenfalls können auch faserige Füllstoffe, wie z. B.
Asbest oder Glas, verwendet werden, Kurz, es können alle Füllstoffe, die gewöhnlich in Silikongummis verwendet werden, in den erfindungsgemässen Materialien verwendet werden. In allen Fällen ist es erwünscht, dass der Füllstoff praktisch trocken ist, ehe er mit dem Material gemischt wird, obgleich etwas Was.ser geduldet werden kann, wenn ein Überschuss des Oximgruppen enthaltenden Silans verwendet wird. Es ist am besten, den Füllstoff mit dem hydroxylierten Siloxan zu mischen und dann einen Überschuss derJdurch Oximgruppen substituierten Silane hineinzumischen.
Dadurch wird die Möglichkeit, dass das Gemisch während der Herstellung von gemäss einem Rezept angesetzten Produkten, die Füllstoffe -enthalten, geliert, auf ein Minimum herabgesetzt.
Die Füllstoffe werden gewöhnlich verwendet, um die Festigkeit der elastomeren Materialien zu erhöhen und auch die Fliesseigenschaften des. ungehärteten Materials zu modifizieren. Das Letztere ist besonders bei Dichtungsanwendungen wichtig, wo es unerwünscht ist, dass zwischen der Zeit, zu der das Material in die Fuge gebracht wird, und der Zeit, zu der die Härtung eintritt, irgend ein merkliches Fliessen stattfindet.
Zusätzlich zu den obigen Bestandteilen können die erfindungsgemässen Materialien beliebige andere erwünschte Zusätze enthalten, wie z. B. Pigmente, Sonnenabschirmungsmittel, Oxydationsinhibitoren und dielektrische Materialien, wie beispielsweise Graphit und Russ.
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung und sollen die vorliegende Erfindung nicht beschränken. Alle quantitativen Messungen sind in Gewichtsteilen ausgedrückt. Alle Viskositäten wurden bei 250 C gemessen. In diesen Beispielen bedeuten die Symbole Et, Me, Vi und Ph den i6Xthyl-, Methyl-, Vinyl- bzw.
Phenylrest.
Beispiel 1
48,5 g Vinyltrichlorsilan, 79,1 g Pyridin und 400cm Heptan wurden gemischet. 152m6 g Äthylmethylketoxim wurde in kleinem Portionen unter Schütteln und Kühlen zugegeben. Das Pyridinhydrochlorid wurde abfiltriert und das Lösungsmittel entfernt und der Rückstand destilliert, wobei er die Verbindung
EMI7.1
mit dem Siedepunkt 1150 C bei 0,12 mm lieferte.
100 g eines flüssigen Siloxans mit der durchschnittlichen Formel:
EMI7.2
wurden nut 3 g des
H2C=CHSi [ON=C(CH3)(C2H5)]3 200 cm Xylol und einem Tropfen einer 1%-igen Platinlösung in Form einer Lösung von Chloropiatinsäure in Dimethylphthalat gemischt. Das: Gemisch wurde 24 Stunden lang am Rückfluss erhitzt. Das Lösungsmittel wurde entfernt, wobei sich ein flüssiges Produkt mit der durchschnittlichen Formel:
EMI7.3
ergab. Dieses Material härtete in ca. 2 Stunden, wenn es der atmosphärischen Feuchtigkeit ausgesetzt wurde.
Einer anderen Probe wurde eine kleine Menge Di n-hexylamin zugesletzt, und die Probe härtete in ca. 45 Minuten, wenn sie der Atmosphäre ausgesetzt wurde.
Beispiel 2
100 Teile eines flüssigen Dimethyisiloxanpolymers mit Hydroxylendblöcken von 10 000 cs wurden mit 40 Teilen eines flüssigen Dimethylpolysiloxans mit Trimethylsiloxyendblöcken von 1000 cs, 4 Teilen eines Phenylmethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken und 15 Teilen eines sehr feinen Siliciumdioxydpulvers, das z. B. durch Hitzezersetzung von Athylsilikat gewonnen wurde, gemischt. Das Gemisch wurde gemahlen, um eine gleischmässige Mischung zu ergeben.
9 Teile des Silans
CH2==CHSi[ON==C(C2H5)(CH3)]3 wurden in einem luftfreien Mischtopf zu dem obigen Material gegeben und während 20 Hüben gemischt.
Das resultierende Produkt wurde in Aluminiumtuben verpackt. Es war in Abwesenheit von Feuchtigkeit beständig, aber wenn eine Probe der Atmosphäre ausgesetzt wurde, wurde die folgende Härtungsgeschwindigkeit erhalten.
Die Probe bekam in 8 Minuten eine Haut, war in weniger als einer Stunde nicht klebrig, und in 7 Tagen war die Probe zu einem Gummi mit den folgenden Eigenschaften gehärtet: Durometerhärte 20
Zugfestigkeit beim Bruch 9,8 kg'cm2
Bruchdehnung 380%
Das gehärtete Material haftete gut an Metallen und Glas und zeigte ein befriedigendes Gebrauchsverhalten als Isoliergrund bzw. Dichtungsmittel für Bauzwecke.
Beispiel 3
Wenn die folgenden Silane mit den folgenden Verbindungen gemäss dem Verfahren von Beispiel 1 umgesetzt werden, werden die folgenden Produkte erhalten: Silan Verbindung Produkt
EMI8.1
Silan Verbindung Produkt
EMI9.1
<SEP> CN
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> Vi <SEP> Ph <SEP> Ph <SEP> Ph <SEP> CH2 <SEP> Ph <SEP> Ph <SEP> Ph
<tb> <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> NCCH2CH2Si(ON==CMe2)2 <SEP> HSi--[--OSi--]20--OSiH <SEP> (Me2C==NO)2Si(CH2)2SiO(SiO)20Si(CH2)2- <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> Me <SEP> Me <SEP> Me <SEP> Me <SEP> Me <SEP> Me
<tb> <SEP> --Si(ON==CMe2)2
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> CH2
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> CH2
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> CN
<tb> ViSi(ON==CMeEt)3 <SEP> Copolymer <SEP> aus <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> % <SEP> Copolymer <SEP> aus <SEP>
1 <SEP> Mol <SEP> %
<tb> <SEP> HSiO1,5 <SEP> und <SEP> 99 <SEP> Mol <SEP> % <SEP> (EtMeC==NO)3Si(CH2)SiO1,5 <SEP> und
<tb> <SEP> PhSiO1,5 <SEP> 99 <SEP> Mol <SEP> % <SEP> PhSiO1,5
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> H-C--Me <SEP> H-C--Me
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> Me <SEP> CH2 <SEP> Me <SEP> Me <SEP> CH2
<tb> <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> CiSi(ON==CMeEt)3 <SEP> HSiO-[--SiO--]30--SiH <SEP> (EtMeC==NO)3Si(CH2)2SiO--[--SiO--]30- <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> Me <SEP> Et <SEP> Me <SEP> Me <SEP> Et
<tb> <SEP> Me
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> -Si(CH2)2Si(ON==CEtMe)3
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> Me
<tb> Silan Verbindung Produkt
EMI10.1
<SEP> Me <SEP> Me
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> ViSi(ON==CMe2)3 <SEP> HSi(OSiC18H37)3 <SEP> (Me2C==NO2)3Si(CH2)2Si(OSiC18H37)3
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> Me
<SEP> Me
<tb> ViSi(ON==CMe2)3 <SEP> SiH4 <SEP> [(Me2C==NO)3SiCH2CH2]4Si
<tb> <SEP> Me
<tb> <SEP> #
<tb> ViSi(ON==CMe2)3. <SEP> Me2SiH2 <SEP> (Me2C==NO)SiCH2CH2SiH
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> Me
<tb> <SEP> Ph <SEP> Ph <SEP> Ph
<tb> <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> ViSi(ON==CMe2)2 <SEP> HSi(Ph)2(C18H97) <SEP> (Me2C==NO)2Si(CH2)2SiC18H37
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> Ph
<tb> <SEP> C6H4Cl <SEP> C6H4Cl
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> ViSi(ON==CMe2)2 <SEP> HSi(CH2CH2CF3)3 <SEP> (Me2C==NO)2Si(CH2)2Si(CH2CH2CF3)3
<tb> <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> #
<tb> ViSiON==CMe2 <SEP> HSi(ON==CMe2)2 <SEP> Me2C==NOSiCH2CH2Si(OH==CMe2)2
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> <SEP> Me <SEP> Me
<tb> <SEP> Vi
<tb> <SEP> #
<tb> Vi2Si(ON==CMe2)2 <SEP> HSiMe3 <SEP> (Me2C==NO)2Si(CH2)2SiMe3
<tb> * <SEP> 4 <SEP> Mol <SEP> H2SiMe2 <SEP> pro <SEP> Mol <SEP> Silan
<tb> ** <SEP> 4 <SEP> Mol <SEP>
Silan <SEP> pro <SEP> Mol <SEP> HSiMe3
<tb> Silan Verbindung Produkt
EMI11.1
ViSi(ON==CMe2)3 <SEP> HSi(ON=CMe2)3 <SEP> (Me2C==NO)3Si(CH2)Si(ON==CMe2)3
<tb> <SEP> H <SEP> ON==CMe
<tb> <SEP> # <SEP> #
<tb> ViSi(ON==CMe2)3 <SEP> Me3SiOSi(ON==CMe2)2 <SEP> (Me2C==NO)3SiCH2CH2SiOSiMe3
<tb> <SEP> #
<tb> <SEP> ON==CMe
<tb>