Stuhl
Die Erfindung betrifft einen Stuhl, der eine Verbesserung hinsichtlich seiner mehrfachen Verwendbarkeit sowohl als Bürostuhl als auch als bequemeres Sitzmöbel aufweisen soll.
Im täglichen Leben nimmt man gewöhnlich zwei verschiedene Haltungen ein, nämlich einmal während der Büroarbeit und ein anderes Mal während Ruhepausen, und entsprechend unterscheidet man auch für diese beiden Notwendigkeiten verschiedene Stühle, die für die entsprechenden Haltungen geeignet sind.
Aus den genannten Gründen besteht daher der Wunsch nach einem Stuhl, der beide genannten Erfordernisse zugleich erfüllt. Diese Anforderungen sind jedoch sehr verschiedener Natur, insbesondere ist beim Arbeiten im Büro die Einstellung eines Stuhlsitzes mit einer Neigung von 3 bis 5 zur Horizontalebene, d. h.
nahezu in der Waagerechten, für den genannten Zweck wirkungsvoller, während für eine Ruhehaltung eine geneigtere Einstellung des Stuhlsitzes, etwa mit einer Neigung von 10 bis 150 zur Horizontalebene vorzuziehen ist.
Bei einem bekannten Stuhl dieser Art ist der Sitz kippbar, so dass er geneigt eingestellt werden kann. Die Achse der Wippbewegung befindet sich jedoch bei diesem bekannten Stuhl in der Mitte des Sitzes, was folglich den Nachteil mit sich bringt, dass bei Schrägstellung des Stuhlsitzes die Vorderkante desselben angehoben wird, was im Ergebnis zu einer veränderten Höhe des Stuhles führt.
Unter Berücksichtigung dieser aufgezeigten Nachteile verfolgt daher die vorliegende Erfindung das Ziel, einen verbesserten Stuhl für beide Verwendungszwecke, nämlich als Bürostuhl wie auch als bequemeres Sitzmöbel zu schaffen, der diesen Nachteil nicht besitzt. Dabei wird ausserdem das Ziel verfolgt, dass die Einstellung der verschiedenen Neigungen des Stuhlsitzes in einfachster Weise durchgeführt werden kann. Dabei soll der Forderung Rechnung getragen werden, dass bei einem schräg gestellten Stuhlsitz die in der Vertikalen gemessene Höhe der Vorderkante des Stuhlsitues sich nicht verändert und dieser dabei eine für die Ruhestellung bevorzugte Lage einnimmt. Ferner soll es möglich sein, dass der Stuhlsitz selbsttätig aus dier stärker geneigten Stellung für eine Ruhehaltung in jene weniger geneigte für die Büroarbeit zurückkehrt.
Um die vorgenannten Ziele zu erreichen, ist der Stuhl gemäss der Erfindung gekennzeichnet durch einen von einem Stützbein gehaltenen Tragarm, dessen vorderer Endabschnitt sich schräg aufwärts erstreckt, und durch einen mittels seiner vordleren Endpartie schwenkbar an dem genannten Endabschnitt befestigten Stuhlsitz, sowie durch zwischen Stuhlsitz und Tragarm angeordnete Federungsmittel, ferner durch eine unterhalb des Stuhlsitzes quer verlaufende und drehbar gelagerte Achse, an d!er ein Betätigungshandgriff sowie eine mit einem hakenförmig ausgebildeten Schlitz versehene Ver stelischeibe befestigt sind, in welchem Schlitz ein durch diesen sich hindurcherstreckender Bolzen geführt ist,
der quer im Tragarm verankert ist und der in der einen Normalstellung in den hakenförmig abgebogenen Endbereich des Schlitzes eingerückt ist und dabei den Stuhlsitz in einer im wesentlichen horizontalen Lage blockiert, und welcher Bolzen bei einer Schwenkbewegung des Betätigungshandgriffes und damit der Verstellscheibe aus dem hakenförmig abgebogenen Schlitzende ausgerückt werden kann, wodurch der an dem vorderen Endrabschnitt des Tragarmes schwenkbar befestigte Stuhlsitz um den Anlenkpunkt kippbar ist.
Bei der nahezu waagrechten Einstellung des Stuhlsitzes für die Büroarbeit ist der quer im Tragarm des Stuhlsitzes befestigte Bolzen in dem hakenförmig ausgebildeten Endabschnitt des Schlitzes in der Verstellscheibe eingerückt, welche Verstellscheibe an der drehbar gelagerten Achse befestigt ist, die wiederum quer angeordnet am Stuhlsitz gelagert ist, und in dieser Stellung ist der Stuhlsitz in einer im wesentlichen horizontalen Lage blockiert.
Beim Einnehmen der Ruhestellung kann nun die Drehachse durch Betätigung des Handgriffes gedreht werden, welcher Handgriff an der Drehachse befestigt ist, und zwar während der Benutzer auf dem Stuhl sitzt, und dabei gelangt der Bolzen aus dem hakenförmigen Endabschnitt des Schlitzes in der Verstellscheibe heraus, welche ihrerseits an der Drehachse befestigt ist. Daraufhin kann der Stuhlsitz schwingen, um sich dabei um die Drehachse an dem Tragarm zu neigen, und infolge der zwischen Sitz und Tragarm angeordneten Federungsmittel ist der Sitz sodann in einer schrägen, für eine Ruhepause geeigneten Stellung federnd unterstützt.
Da die vordere Endpartie des Stuhlsitzes am vorab ren Endabschnitt des Tragarmes, der sich schräg aufwärts erstreckt, schwenkbar gelagert ist, verändert sich die Lage der vorderen Endpartie auch nicht bei Schrägstellung des Sitzes, wie oben beschrieben, womit sich auch die effektive Höhe des Stuhles nicht verändert, was ihn angenehm im Gebrauch macht.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in welchen ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstan- des rein beispielsweise dargestellt ist. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 eine Vorder- bzw. eine Seitenansicht des Stuhles gemäss der Erfindung in der Stellung für Büroarbeit,
Fig. 3 und 4 Längsschnitte des wesentlichen Teiles des Stuhles in vergrössertem Massstab, und zwar in der Stellung für Büroarbeit (Fig. 3) und in der Stellung für Ruhehaltung (Fig. 4),
Fig. 5 einen Querschnitt durch den wesentlichen Teil der Einstellvorrichtung für die Neigung des Stuhlsitzes.
Gemäss den Fig. 1 bis 5 ist am oberen Ende eines Stützbeines 1 ein Tragarm 2 drehbar befestigt, welcher einen U-förmigen Querschnitt aufweist. Der vordere End- abschnitt des Tragarmes 2 erstreckt sich schräg aufwärts, und in diesem Abschnitt ist eine Lagerkonsole 4 befestigt, die an der Unterseite der vorderen Endpartie des Stuhlsitzes 3 vorgesehen ist, welche in einer vertikalen Ebene um die Schwenkachse 5 bewegbar ist.
Eine Schraubendruckfeder 6 befindet sich zwischen dem Sitz 3 und der Bodenfläche des U-förmigen Tragarmes 2, wobei das Ende dieser Feder über einen Vorsprung 7 greift, der von der Unterseite des Sitzes vorsteht, und das entgegengesetzte Ende der Feder durch eine schalenförmige Federhalterung 8 gehalten ist.
Durch eine im Boden dieser Halterung 8 vorgesehene Bohrung greift das Ende einer Einstellschraube 10 mit einem im Durchmesser kleineren Abschnitt hindurch, und diese Schraube ist in eine Mutter 9 eingeschraubt, welche wiederum an der Bodenfläche des Tragarmes 2 angeschweisst ist, so dass die Federhalterung 8 auf der Schulter der abgesetzten Einstellschraube 10 aufliegt.
Die Federkraft der Schraubendruckfeder 6 kann durch Betätigung der Einstellschraube 10 unterschiedlich eingestellt werden.
Eine Achse 12 ist drehbar in einer Konsole 11 gelagert, welche an der Unterseite des Stuhisitzes hinter dem Vorsprung 7 angeordnet ist, und ein Betätigungshandgriff 13, der an dieser Achse 12 befestigt ist, erstreckt sich entlang der Seite des Stuhlsitzes, so dass sein Ende sich nahe der Sitzvorderkante befindet.
An der Achse 12 ist ferner das obere Ende einer Verstellscheibe 14 befestigt, und in dieser befindet sich ein L-förmig ausgebildeter Schlitz 15, von dem das untere Ende hakenförmig nach vorne gerichtet ist. Ein Bolzen 16 ist gleitend in diesem Schlitz geführt und ist an den einander gegenüberliegenden Schenkein des U-förmigen Tragarmes quer verlaufend befestigt. In der Stellung des Stuhles für die Büroarbeit ist der Bolzen 16 in den hakenförmigen Endabschnitt des Schlitzes 15 eingerückt, wodurch der Stuhlsitz 3 in einer im wesentlichen horizontalen Lage festgehalten ist (Fig. 3). Der Stuhl besitzt an einem rückwärtigen Rahmen 18 eine Rückenlehne 17 und ist mittels Laufrollen 19 fahrbar.
Wenn der Benutzer des Stuhles eine Ruhelage einzunehmen wünscht, sofern der Stuhl sich in der zuvor geschilderten Stellung befindet, so betätigt er den Handgriff 13 in einer Aufwärtsrichtung, während er auf dem Stuhl sitzt. Die Verstellscheibe 14 dreht sich sodann mit der mit ihr verbundenen Achse 12 im Uhrzeigersinn, wobei der Bolzen 16 aus dem hakenförmigen Endabschnitt des Schlitzes 15 austritt, wenn die Verstellscheibe von dem feststehenden Bolzen wegbewegt wird, und infolge des Körpergewichtes des Benutzers des Stuhles schwenkt der Stuhlsitz um die Schwenkachse 5 am vorderen Ende des Tragarmes 2 im Uhrzeigersinn, wobei der Sitz durch den geraden Abschnitt des Schlitzes 15 und den Bolzen 16 geführt ist, und gelangt in die geneigte Stellung gemäss Fig. 4.
Durch vorheriges Einstellen der Federkraft der SchraubendruckfedCer 6 auf einen der Belastung angemessenen Wert kann der Stuhlsitz unter einem Neit,ungs- winkel von 10 bis 150, der für eine Ruhestellung geeignet ist, dadurch die Feder 6 federnd unterstützt werden. Da die Schwenkachse 5 sich nahe der Vorderkante des Stuhlsitzes befindet, wird die Höhe der Vorderkante des Sitzes nicht verändert, wenn der Stuhlsitz in der beschriebenen Weise geneigt wird.
Um den Stuhlsitz 3 von der Ruhestellung wieder in die eingangs genannte Stellung für Büroarbeit zurückzubringen, braucht der Benutzer sich nur etwas zu erheben oder aufzustehen, dabei gelangt die drehbare Achse 12 infolge des Gewichtes des an ihr befestigten Handgriffes 13 in die ursprüngliche Stellung zurück, in welcher der Bolzen 16 in den hakenförmigen Endabschnitt des Schlitzes 15 in der Verstellscheibe 14 eingerückt ist, und in dieser Weise gelangt der Stuhlsitz selbsttätig in die Ausgangsstellung, d. h. jene, die für Büroarbeit geeignet ist.