Gas- oder Gasgemischkissenlager für einen Gegenstand Die Erfindung bezieht sich auf ein Gas- oder Gas gemischkissenlager für einen Gegenstand zum prak tisch reibungslosen Bewegen desselben auf einer ebe nen Oberfläche einer Unterlage, mit wenigstens einer Aussparung zum Bilden des Gas- oder Gasgemischkis sens und einem Zuführkanal für das Gas- oder Gasge misch.
Die bekannten Gaskissenlager setzen die Reibung zwischen den sich bewegenden Teilen sehr stark herab. Sie weisen jedoch den Nachteil auf, dass ihnen insbe sondere, wenn der Druck mit dem die beiden Teile ge geneinander gepresst werden, klein ist, eine relativ grosse Menge Gas zugeführt werden muss, was den Be trieb solcher Lager kostspielig macht.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Gaskissenlager zu schaffen, welchem dieser erwähnte Nachteil nicht anhaftet.
Das erfindungsgemässe Gas- oder Gasgemischkis senlager ist dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der genannten Aussparung des Lagers eine gasdurchlässige, poröse Platte angeordnet ist, wobei ein Teil dieser Platte über den die Aussparung umgebenden Rand vorsteht, und dass zum gleichmässigen Verteilen des Gases oder Gasgemisches in der Aussparung, mit dem Zuführkanal verbundene Nuten vorgesehen sind.
Der Erfindungsgegenstand ist nachstehend mit Be zug auf die beiliegenden Zeichnungen beispielsweise näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein Messgerät in schaubildlicher Darstellung, an welchem Gerät einige Teile mit Gas-Gasgemisch luftkissenlager versehen sind, Fig.2 eine Draufsicht auf ein Messgerät gemäss. der Fig. 1, wobei zusätzliche Einzelheiten über die An ordnung der Gaskissenlager ersichtlich sind, Fig. 3 eine Draufsicht auf das Gehäuse eines Gas kissenlagers und Fig. 4 eine Seitenansicht, des Gehäuses des Gaskis senlagers mit einer eingesetzten porösen Platte, teil weise im Schnitt.
Die Fig. 1 zeigt lediglich beispielsweise ein Messge- rät, das mit nachstehend beschriebenen Gaskissenla gern ausgerüstet ist. Dieses Messgerät dient zum Be stimmen der Abmessungen eines Werkstückes mit Hilfe eines Messorganes 2, das einen Tastkopf 4 auf weist, der einen Endteil 6 besitzt. Der Endteil 6 wird mit verschiedenen Teilen des auszumessenden, nur durch einen gestrichelt gezeichneten Kreis angedeute ten Gegenstandes 8, in Berührung gebracht. Eine rela tive Verschiebebewegung zwischen dem Messorgan 2 einerseits und dem Gegenstand 8 andererseits erfolgt längs der Achsen X, Y oder Z.
Die Basis des Messgerätes bildet ein Granitblock 10 mit einer oberen, horizontalen Oberfläche 12, wel che geschliffen und poliert ist. Die Fläche 12 ist äus- serst genau bearbeitet und bildet eine ebene Bezugs- oder Tragfläche. Der auszumessende Gegenstand 8 liegt nur aufgrund seiner Schwerkraft auf der oberen Oberfläche 14 des Granitkörpers 16. Der Granitkörper 1.6 ist mittels eines Gaskissenlagers auf der Bezugsflä che 12 in Richtung der Z-Achse verschiebbar gelagert. Die Anordnung der Luftkissen 15 ist in der Fig.2 strichpunktiert eingezeichnet.
Der Granitkörper 16 ist längs der Z-Achse mittels Elementen 18 geführt, welche an diesem befestigt sind. Die Bügel 18 sind längs der Führungsbahn 20 geführt. Wie aus der Fig. 2 hervorgeht, sind die Bügel 18 durch weitere Gaskissenlager 22 und 24 gegen Verschleiss geschützt.
Die relative Verschiebung zwischen dem Messor- gan 2 einerseits und dem Gegenstand 8 andererseits in Richtung der Y-Z-Achsen erfolgt durch eine Verschie bung des Messorganes 2. Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, wird das Messorgan 2 von einer Stütze 26 getra gen, welche an einem verschiebbaren Schlitten 28 be festigt ist und diesen nach oben überragt. Der Schlitten. 28 ist vertikal verschiebbar und auf einem zweiten Schlitten 30 in Richtung der Y-Achse verschiebbar ge lagert. Der Schlitten 30 besteht aus Granit.
Der Schlit ten 30 ist im Granitblock 10 in entsprechenden Füh rungsnuten in Richtung der X-Achse verschiebbar ge lagert, siehe Pfeil 32.
Die in der Fig. 1 dargestellten Grundelemente ge statten eine Relativbewegung zwischen dem Messorgan 2 und dem Gegenstand 8 in Richtung der X-, Y- und Z-Achsen. Alle beweglichen Teile sind mit Gaskissen lagern versehen, wodurch ein Verschleiss der Granit flächen verhindert wird. Die Lager erzeugen einen Luftfilm von gleichmässiger Dicke und gestatten eine genaue Justierung des Gerätes.
Die Fig. 3 und 4 zeigen den Aufbau von derartigen Luftkissenlagern. Ein solches Lager weist ein Gehäuse 31 auf, das eine Aussparung umschliesst, und eine ebene innere Begrenzungsfläche aufweist. In der Flä che sind miteinander verbundene Nuten 33 angeord net. Durch einen Zuführkanal 35 tritt Gas in die Nuten 33 ein. Im Inneren des Gehäuses 31 ist eine Platte 37 angeordnet. Diese Platte 37 ist porös und gasdurchläs sig. Sie kann aus porösem Kupfer oder poröser Bronze nach einem herkömmlichen Elektro-Polier- oder einem umgekehrten Platierverfahren hergestellt sein. Sie weist eine ebene Oberfläche 39 auf, die zum Anliegen an den ebenen Granitgleitflächen dient.
Durch die poröse Platte 37 wird das in das Gaskis senlager eingeführte Gas oder Gasgemisch gleichmässig auf der Oberfläche 39 verteilt und gelangt, da die letz tere auf der Oberfläche der Gegenstücke aufliegt, zwi schen diese beiden Oberflächen um daselbst ein dünnes Gas- oder Gasgemischkissen zu bilden, dank welchem dann die relativ zueinander beweglichen Teile prak tisch ohne Reibung gegenübereinander verschoben werden können.
Da kein Reibungskontakt besteht, hat eine Ver schiebung der Messorgane keinen Verschleiss des Gra nits zur Folge. Dadurch behält der Granit seine hohe Massgenauigkeit auch bei häufigem Gebrauch des Messgerätes. Weil das Gaskissenlager eine flächenför- mige Auflage besitzt, wird seine Lage durch kleine Kratzer in der Granitfläche nicht beeinflusst. Es folgt vielmehr der äussersten Kontur der polierten Oberflä che des Granitblockes.
Ein besonderer Vorteil der oben beschriebenen Gaskissenlager besteht darin, dass das Messgerät äus- serst genau einstellbar ist. Die feine Einstellbarkeit be- dingt einen zu jedem Gaskissenlager steuerbaren Gas strom. Eine Veränderung des Gasstromes bewirkt eine Änderung der Dicke des Gasfilmes im Lager und beein- flusst die Lage des Messorganes mit Bezug auf die Auflagefläche. Ist die Gaszufuhr eingestellt, so bleibt die Dicke des Gasfilmes. ungewöhnlich stabil. Sie schwankt 8-12,5 X 10-ä mm um die mittlere gewünschte Dicke.
Die Steuerung des Gasstromes kann im ein gangs erwähnten Messgerät zur Einstellung der Win kellage des Messorganes, sowie seiner verschiebbaren Träger verwendet werden, wobei eine ungewöhnlich hohe Genauigkeit erzielt wird. Bevor das Gasgemisch, im vorliegenden Fall Luft, dem Gaskissenlager zuge führt wird, wird diese vorzugsweise gereinigt und ge trocknet. Günstige Ergebnisse werden erzielt, wenn die Feuchtigkeit soweit reduziert wird, dass der Taupunkt ungefähr bei -6 C liegt. In vorteilhafter Weise wird die Luft danach noch durch ein Ölfilter geleitet.