CH498774A - Verfahren zur Herstellung von Kupfer (1)-oxyd - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kupfer (1)-oxyd

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CH498774A
CH498774A CH1534868A CH1534868A CH498774A CH 498774 A CH498774 A CH 498774A CH 1534868 A CH1534868 A CH 1534868A CH 1534868 A CH1534868 A CH 1534868A CH 498774 A CH498774 A CH 498774A
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Edward Cech Robert
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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von   Kupfer (1)-oxyd   
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kupfer(I)-oxyd durch Reduktion von Kupfer(II)oxyd.



   Kupfer aus Erz oder Schrott enthält in fast allen Fällen andere mit dem Kupfer legierte Metalle, die aus dem Kupfer entfernt werden müssen, entweder weil die   Legierungsmetalle    wertvoll sind oder weil sie das Kupfer für die gewünschte Verwendung ungeeignet machen.



  In Kupfererzen werden unter anderem folgende Metalle gefunden:
Eisen, Nickel, Silber, Gold, Platin, Palladium, Osmium, Iridium, Ruthenium, Rhodium, Molybdän, Kobalt, Blei, Zink und Arsen. Zur Entfernung dieser und anderer Verunreinigungen aus Kupfer werden im Laufe der Zeit Verfahren mit unterschiedlicher Brauchbarkeit entwickelt.



   Kupferschrott enthält wegen der heterogenen Herkunft seiner Komponenten viele legierte Metalle, die vor einem erneuten Auflegieren des Kupfers mit ausgewählten Metallen oder vor seiner Verwendung in reiner Form entfernt werden müssen. Die Entfernung von Verunreinigungen sowohl aus Erz als auch aus Schrott stellt einen wesentlichen Teil der Aufbereitung von Kupfer dar und wirkt sich dementsprechend auf die Kosten aus.



   Es ist ein Ziel der Erfindung, Kupfer   dadurch    zu reinigen, dass neue chemische Reduktionen von Kupferverbindungen für die Verringerung des Gehaltes an   V;erunreinigungenZangewendet    werden. In den beiliegenden Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 die allgemeinen Schritte des erfindungsgemä   ssen    Verfahrens,
Fig. 2 ein schematisches Fliessbild für die zur Herstellung von Kupferoxyd verwendete Auslaugebehandlung,
Fig. 3 eine graphische Darstellung des Grades der Kupferoxydreduktion, der bei verschiedenen Temperaturen unter Verwendung von   FeS2.    als Reduktionsmittel erzielt wird,
Fig. 4 eine graphische Darstellung des Kupferoxydreduktionsgrades bei verschiedenen Temperaturen unter Verwendung von   FeS1,17    als Reduktionsmittel,
Fig.

   5 eine graphische Darstellung des Kupferoxydreduktionsgrades bei verschiedenen Temperaturen mit   FeSl l7    und   Fell 05    als Reduktionsmittel unter Veränderung des   Kupferoxyd-Eisensulfid-Verhältnisses,   
Fig. 6 eine graphische Darstellung des Kupferoxydreduktionsgrades bei verschiedenen Temperaturen mit ZnS als Reduktionsmittel,
Fig. 7 eine graphische Darstellung der pro Mol Sulfid reduzierten   Mole    Kupfer in Reaktionskomponenten unter Verwendung von Zinksulfid-Reduktionsmittel und unter Veränderung der anderen Komponenten der Reaktionsmischung,
Fig.

  S eine graphische Darstellung des Kupferreduktionsgrades mit elementarem Schwefel als Reduktionsmittel,
Fig. 9 eine graphische Darstellung der   Wirkung    von inertem Material bei einer Reduktion mit elementarem Schwefel,
Fig. 10 eine graphische Darstellung des Reduktionsgrades unter Verwendung von elementarem Schwefel   für    die Reduktion von   Kupfer(II) oxyd    zu metallischem Kupfer,
Fig. 11 eine graphische Darstellung der Wirkung von   Kupfer(II)- & lfid    auf die Reduktion von Kupfer(II)oxyd zu   Kupfer(I)oxyd    bei verschiedenen Temperaturen,
Fig. 12 eine graphische Darstellung des Reduktionsgrades mit   Kupfer(I1)-sulfid    für die Reduktion von Kup   fer (1) -oxyd    zu metallischem Kupfer,
Fig.

   13 eine graphische   Darstellung    des Reduktionsgrades bei Verwendung von Kupfer(I)-sulfid für die Reduktion von   Kupfer (1)-oxyd    zu metallischem Kupfer,
Fig. 14 eine graphische Darstellung der Wirkung der Veränderung der   Alkaiimetallchloridmenge    auf das   Mass    der Reduktion in einer Reaktionsmischung, welche   Kupfera)-sulfid    und   Kupfer(I)-oxyd    enthält,  
Fig. 15 eine graphische Darstellung des unter Verwendung eines gemischten Sulfid-Reduktionsmittels und Veränderung der zur Reaktionsmischung zugesetzten Salzmenge erzielten   Kpfer(1)oxyd-Reduktionsgrades,   
Fig. 16 eine graphische Darstellung des bei Ver änderung des Sauerstoffgehaltes der Reaktionsmischung erzielten Reduktionsgrades,
Fig.

   17 eine graphische Darstellung des bei Zusatz verschiedener Mengen   Kupfer(I)-chlorid      zur    ursprünglichen Reaktionsmischung erzielten Reduktionsgrades,
Fig. 18 eine graphische Darstellung des Grades der Reduktion von   Kupfer (1) -oxyd    zu metallischem Kupfer in Abhängigkeit von der Temperatur bei einer Reaktionsmischung mit einem   Kupfer-Natfiumsulfid-Reduk-    tionsmittel,
Fig. 19 eine graphische Darstellung der relativen Reduktionsgrade bei Verwendung von Natrium- und Kaliumchlorid als Chloridisierungsmittel,
Fig. 20 eine graphische Darstellung für die Vollständigkeit der Umsetzungen von Fig. 19 erforderlichen Zeit in Abhängigkeit von der Reaktionstemperatur,
Fig.

   21 eine graphische Darstellung des mit Natrium- oder   Kaliumchlofid    als   Chioridisierungsmittel    in Gegenwart von Zinkoxyd als Verunreinigung erzielten Reduktionsgrades,
Fig. 22 eine graphische Darstellung der mit Natrium- oder Kaliumchlorid als   Chioridisierungsmittel    in Gegenwart von Bleioxyd als Verunreinigung erhaltenen Menge an reduziertem Kupfer,
Fig. 23 ein halbschematisches Fliessbild, weiches eine Anordnung für die Herstellung von Kupfer(I)-sulfid zur Verwendung im vorliegenden Verfahren darstellt, und
Fig. 24 ein halbschematisches Fliessbild,   welches    die Art erläutert, in welcher die Reaktionskomponenten umgesetzt und die   Kupfefanteile    erhalten werden.



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Reduktion von Kupfer(II)-oxyd zu   Kupfer (1)-oxyd    ist dadurch gekennzeichnet, dass man   Kupfer(II)-oxyd    zusammen mit einem Reduktionsmittel und einem Chloridisierungsmittel auf eine für die Reduktion des   Kupfer(II)-oxyds    genügend hohe Temperatur erhitzt, wobei als Reduktionsmittel mindestens einer der Stoffe Schwefel, Kupfersulfid, Eisensulfid, Zinksulfid, Zinnsulfid oder Bleisulfid und als   Chloridisierungsmfttel    ein Alkali- oder Erdalkalimetallchlorid verwendet wird, wobei das Verhältnis der Anzahl Sauerstoffatome zu der Anzahl Schwe   lelatome    in der genannten Mischung   4:1    bis   4,5:1    beträgt.

  Vorzugsweise wird unter einer   Schutzatmosphäre    gearbeitet.



   Für die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignetes Ausgangsmaterial kann vorzugsweise durch Anwendung eines Auslaugeverfahrens gewonnen werden.



   Die allgemeine Art und das gegenseitige Verhältnis der Schritte   zur    erfindungsgemässen Herstellung von Kupfer(I)-oxyd sind am besten unter Bezugnahme auf Fig. 1 zu erkennen. Der Block 20 stellt das schwefelenthaltende Reduktionsmittel dar, das dem Reaktionsgefäss 21 zugeführt wird. Block 22 und 23 stellen Kup   fer(11)-oxyd    und Alkalimetall und/oder Erdalkalimetall dar, die ebenfalls in das Reaktionsgefäss 21 eingeführt werden. Diese Grundkomponenten werden im Reaktionsgefäss 21 durch Erwärmen auf eine erhöhte Temperatur, vorzugsweise   250-7500C,    umgesetzt, wobei diese Temperatur von den jeweils zugesetzten speziellen Stoffen und den gewünschten Ergebnissen abhängt. Die Umsetzung bewirkt eine Reduktion des Kupfer(II)zum   Kupfer(I)oxyd.    Nach der Reaktion wird z. B.



  bei 24 eine Trennung   zur    Gewinnung des gewünschten   EQupfer(I)-oxyds    bei 25 durchgeführt, während die als Nebenprodukte anfallenden Salze bei 26 gewonnen werden können.



   Das   Auslaugeverfahfen    der Erfindung ist deswegen bedeutsam, weil es Mittel zur Herstellung von hochreinem   Kupfer(II)-oxyd    für die folgende reinigende Reduktion liefert. Diese Auslaugung benützt mindestens eine wichtige Eigenschaft von Kupfer, die bisher wissentlich oder unwissentlich bei der Reinigung von Kupfer niemals   zur    Anwendung gekommen ist. Diese Eigenschaft ist die Unfähigkeit von   Kupfer(I)-oxyd    (Cu2O) oder   Kiupfer(II)-oxyd    (CuO), das aus einer flüssigen Phase oder einer wässrigen Lösung ausgefällt worden ist, mehr als höchstens minimale Spuren an   Veiiunremi-      gingen    aus der Lösung aufzunehmen, und zwar ohne Rücksicht auf die Konzentration der Verunreinigungen in der Umgebung der ausfallenden Oxyde.

  Der Ausschluss von Verunreinigungen ist wahrscheinlich durch die Tatsache bedingt, dass die Kupferoxyde als genau stöchiometrische Verbindungen ausfallen. Die in Gegenwart von Verunreinigungen auskristallisierten oder ausgefällten Kupferoxyde sind daher sofort einer Reinigung durch selektives Auslaugen der Verunreinigungen zulänglich, die   zwangiäufig    nur von aussen auf den Oxyden niedergeschlagen sind.



  1. Auslaugen kupferhaltiger Stoffe    Kupferoxydlierstellung   
Obwohl die vorliegende Erfindung sowohl auf kupferhaltige Erze als auch auf metallischen Kupferschrott anwendbar ist, sollten Erze aus Gründen der Wirtschaftlichkeit meist angereichert werden, um das Verhältnis von Kupferanteil zu Abfall zu erhöhen. Das Verfahren ist auch bei Erzen mit niedrigem Kupfergehalt anwendbar, doch wären die Kosten der Chemikalien   zur    Aufarbeitung der in Frage stehenden Tonnenmengen gewöhnlich prohibitiv.



   Die   Auslaugelösung    setzt sich aus einer wässrigen Lösung von   Kupferammoniumkarbonat    und Ammoniak zusammen, wobei die Komponenten im ionisierter Form vorliegen:    [Cu (NH3)4] + +     (4 +   d)      (NHl)aq,r.   

 

   2   (HCO5)-    wobei   d    ein unbekannter   Überschuss    an gelöstem Ammoniak ist.



   Die angegebenen   lonenformen    stellen idealisierte Bedingungen dar und sind in Wirklichkeit wahrscheinlich erheblich komplexer. Die idealisierten Formen sind jedoch zur Erläuterung ausreichend.



   Die unabhängigen Variablen der Auslaugelösung umfassen:
1. den Ammoniakgehalt,
2. den   Kohlendioxydgehalt,   
3. den Kupfergehalt,
4. den Valenzzustand des Kupferkomplexes und
5. die Auslaugetemperatur.



   Die Reaktion zwischen Kupfereingabe und der Auslaugelösung kann wie folgt dargestellt werden:    (1) [Cu + Cu (NH3)4] + + + 2 (HCO8)- +       + (4 + 8 I)3 aqu. + [Cu2 (NH3)4] + +    +    + 2 (HCOa)- + (4 + b) (NH3) aqu.     



  wobei 8 eine unbekannte Überschussmenge an gelöstem Ammoniak ist.



   Aus dieser Reaktionsgleichung sind zwei Gegebenheiten zu bemerken, nämlich erstens, dass der Wertigkeits- oder Valenzzustand des Kupfers im Kupferamminkomplex von zwei auf eins reduziert wird, und dass zweitens der gelöste Ammoniak und das saure Carbonation   unverändert-bleiben.    Dementsprechend ist das für die Auflösung von Kupfer verantwortliche Merkmal die Fähigkeit des   Kupfer(II)amminkompiexes,    zusätzliches Kupfer   Zaufzunehmen    und dadurch das Amin aus dem Kupfer(II)- in den   Kupfer(I) -Zustand    umzuwandeln.



   Nachdem der   Auslaugeqlösung    anfangs eine geringe   Menge      Kupferammoniumcarbonat    zugegeben ist, können weitere Mengen des   Komplexes    einfach durch Zugabe von Ammoniak (NH8) und Kohlendioxyd   (COe)    zur Lösung gebildet werden, bevor diese mit der Kupferquelle in Berührung gebracht wird. Für eine optimale Auslaugekapazität kann mit Vorteil ein   NH3 :      CO-Ver-      hältnis    von etwa 3 bis 4:1 angewendet werden, wobei ein Molverhältnis von 3,4:1 am günstigsten zu sein scheint. Die Auslaugefähigkeit oder -kapazität der Kupferammoniumcarbonatlösungen ist direkt proportional zur Reagenzkonzentration.



   In der Darstellung von Fig. 2 wird die Auslaugung in einem   Ausiaugetank    30 dadurch ausgeführt, dass die   Kupferammoniumcabonat-Auslaugelösung    durch das darin befindliche kupferhaltige Material fliesst. Die Lösung kann wiederholt mit der Pumpe 34 durch den   Tank    30 und die Verbindungsrohre 31, 32 und 33 zirkuliert werden, um den Kupfergehalt der Lösung auf einen für die Weiterverarbeitung geeigneten Wert zu bringen.



     Mittels    der Pumpe 34 wird ein Teil der Lösung abgezogen und in zwei annähernd gleiche Mengen geteilt. Die eine Hälfte der abgezogenen Flüssigkeit wird filtriert und zur Dissoziation des   Kupfer(I)ammin-Ions    erhitzt und die andere Hälfte zur Umwandlung des gesamten Kupfers in den   Kupfer(II)-Zustsand    oxydiert.



   In der   I)arstellung    von Fig. 2 wird die Pumpe 34 zur Abnahme einer Teilmenge   kupferhaltiger    Auslaugelösung verwendet, wobei die Hälfte der abgezogenen Menge über Rohr 32 und Rohr 35 zum Druckfilter 40 geführt wird, das ein übliches Füllkörperschichtfilter sein kann. Das Filter 40 entfernt Feststoffe, die vom Flüssigkeitsstrom getragen werden. Die Feststoffe sind hauptsächlich andere Metalle und Gangart, welche durch die   Auslauglösung    nicht   aufgelöst    werden, aber in derart feinzerteiltem Zustand vorliegen, dass sie von dem fliessenden Medium mitgeführt werden. Die filtrierte Lösung enthält nun als metallische Komponenten lediglich Kupfer, Zink und einen ausserordentlich geringen prozentualen Anteil an Blei.

  Vom Filter 40 fliesst die Lösung durch das Rohr 41 zu einem Turm 45, wo sie zur Dissoziation des   Kupferamminkomplexes    erhitzt wird. Die während der   Erhitzung    auftretende allgemeine Reaktion kann wie folgt dargestellt werden:    (2) (Cu2 (NH3)4] + + .2(HCO0)- + (4 + b)       (NHa-) (aqu.)      4      Cu2O (ds.      +    (8   +       < 3)       (NH5)    (Gas) + 2   (com)    (Gas)   ¯      H2O.   



  wobei   8    eine unbekannte Überschussmenge an gelöstem Ammoniak ist. Gleichzeitig laufen andere ver   wandte    Reaktionen mit Stoffen ab, die nicht in stöchiometrischen Anteilen vorhanden sind. So ist z. B. ohne Zweifel etwas lbupfefaI)-ammin-Ion vorhanden, so dass mit dem   Kupfer (1)-oxyd    etwas Kupferoxyd ausgefällt wird. Kupfer(I)-oxyd ist das bevorzugte Produkt des Verfahrens, weil dann insgesamt mehr metallisches Kupfer pro Mengeneinheit des eingegebenen Materials erhalten wird.



   Das Erhitzen der filtrierten Lösung zur Dissoziation des Kupferamminkomplexes kann in beliebiger Weise erfolgen. Der Turm 45 kann z. B. mit einem Heizofen umgeben sein, der in der Lage ist, die filtrierte Lösung auf ihre Siedetemperatur zu bringen. Es wurde jedoch gefunden, dass optimale Bedingungen dann erzielt werden, wenn die Lösung mittels Dampf erhitzt wird, der innerhalb des Turmes 45 direkt in die Lösung eingeführt wird, etwa durch den in Fig. 2 gezeigten Infu   sor    46. Diese Art der Heizung ist besonders zweckmässig, weil sich das ausfallende   Kupfer (1)    und Kupfer   (II)-oxyd    am Boden des Turmes absetzt und nicht an den Wänden des Turmes plattenartig niederschlägt, wie dies bei Verwendung einer Heizung von aussen der Fall ist.



   Die bei der Dissoziation des Kupferamminkomplexes frei werdenden Kohlendioxyd- und Ammoniakgase steigen zur Oberseite des Turmes 45, werden abgezogen und über das Rohr 48 in einen Rückflusskondensator 47 eingespeist. Das Kondensat, hauptsächlich Wasser, kann entweder in den Turm 45 zurückgeführt oder über das Rohr 49 abgelassen werden.



   Durch die Entfernung von Wasser im Rückflusskühler 46 wird ein starkes Ammoniumcarbonatgas zur   Verflüssigung    durch das   Rohr    51 in den Gesamtkondensator 50 eingeführt. Die Flüssigkeit wird dann durch das Rohr 52 in einen Lagertank 55 gebracht, wo es mit der übrigbleibenden Hälfte der abgezogenen Auslaugelösung vereinigt wird, worauf die letztere, wie im folgenden beschrieben, aufgearbeitet wird. Alle im Kondensator 50 nicht verflüssigten Gase werden in eine mit   Wasser    arbeitende   Waschaniage    56 geführt und dann verworfen.



   Die andere Hälfte der ursprünglich vom Auslaugetank 30 abgezogenen kupferhaltigen Lösung wird durch das Rohr 32 in einen mit Füllkörpern versehenen Oxydationsturm 60 geführt und mit Luft vermischt, die durch Rohr 61 eingeführt wird, um das vorhandene   Kupfer(I)-ammin    zum   Kupfer (11) -Zustand    zu oxydieren. Die oxydierte   Kupferammoniumcarbonatlösnng    wird dann an der Unterseite des Turmes 60 abgezogen, durch das Rohr 62 in den Tank 55 gebracht und dort mit dem aus dem Kondensator 50   anfallenden    Ammoniumcarbonat vermischt. Diese ian Ammoniumcarbonat reiche Lösung kann dann zur Ergänzung der Versorgung für die Auflösung von Kupfer im Auslaugetank 30 verwendet werden, da sie weiteren   Kupferammonium-      komplex    bildet. 

  Im   Oxydationsturm    60 vorhandene überschüssige Luft wird durch das Rohr 63 in die   Wasserwaschaniage    56 abgelassen.



   Der gesamte Zweck der beschriebenen Auslaugeoperation besteht darin, Kupfer aus den kupferhaltigen Stoffen bevorzugt herauszulösen. Wie bereits angegeben, wird jedoch der grösste Teil des im kupferhaltigen Ausgangsmaterial vorhandenen Zinks zusammen mit geringen Bleimengen mit dem Kupfer abgeführt. Dementsprechend enthält das gewonnene   Cu2O    oder CuO eine gewisse Menge an Hydroxyden und basischen Carbonaten, wobei Zink die Hauptverunreinigung ist.



  Die Reinigung dieses Materials kann nun durch Vermischen mit   I(upfer(I)-chlorid    und Erhitzen der entstehenden Aufschlämmung erfolgen. Beim Erhitzen der   Aufschlämmung zum Siedepunkt hydrolysiert Kupferchlorid in Kupferoxyd und   Chlorwasserstoff,    und die erzeugte Säure löst den Verunreinigungsniederschlag.



  Die stöchiometrische Nettoreaktion der Auflösung von Zinkcarbonat, der Hauptverunreinigung,   kann    wie folgt ausgedrückt werden:  (3)   2 CuCl (Nds.l    +   ZnCO3 (Nds.) Cu2O    (Nds.)    + ZnCls nLsg.) + CO (Gas)    Die Reaktionsprodukte können dann filtriert und die Kupferoxyde gewonnen werden, wobei das Zinkchlorid mit der Lösung entfernt wird.



  II.   Die Reduktionsstufr   
Wie oben angegeben, wird das erfindungsgemässe Verfahren durch Erhitzen von   Kupfer(II)-oxyd    mit einem schwefelhaltigen Reduktionsmittel (einschliesslich von elementarem Schwefel) und einem Alkali- oder   Erdalkalimetallchlofid    durchgeführt. Vorzugsweise wird das Verfahren bei einer Temperatur von mindestens 2500 C in einer Schutzatmosphäre durchgeführt.



   Dampf ist eine geeignete Schutzatmosphäre, doch kann jede Atmosphäre verwendet werden, die mit dem sich bildenden Kupfer nicht reagiert. Geeignete Schwefel enthaltende Stoffe, die zum Bewirken der Reduktion von Kupfer(I)- oder Kupfer(II)-oxyd gemeinsam mit einem geeigneten Chlorid durch Erhitzen verwendet werden können, sind insbesondere elementarer Schwefel,   Kupfersuifid,      Eisensulfid,    Zinksulfid, Zinnsulfid oder Bleisulfid. Es ist zu bemerken, dass die schwefelhaltigen Stoffe mit unterschiedlicher Wirksamkeit auf die Kupferoxyde einwirken. Das wirksamste Reduktionsmittel ist Kupfer(I)-sulfid.

  Diese Stufe des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst daher verschiedene   miteinander    in Beziehung stehende Variablen, die mindestens für die Bedeutung des Verfahrens als ein effektiver Fortschritt in den wissenschaftlichen Grundlagen und der Technologie der Kupfermetallurgie, wenn nicht für theoretische Operativität des Verfahrens bestimmend sind.



   Die Hauptvariablen bezüglich der Zusammensetzung sind:
1. die Wahl des schwefelhaltigen Reduktionsmittels und
2. die Wahl eines Alkali- und/oder Erdalkalimetallchlorides.



   Zusätzlich sollen für eine möglichst   vorteilhafte    Gestaltung der Reduktionsstufe weitere Variablen berücksichtigt werden, wie die relativen Anteile der verschiedenen gewählten obigen aktiven Komponenten sowie die Reaktionszeiten, -temperaturen und   Xatmosphären.   



   Die Liste   def    thermodynamisch zur   Reduktion    von Kupferoxyden geeigneten   Metallsulfide,    die als billige hochwertige Mineralkonzentrate erhältlich sind, umfasst Eisenpyrit oder Markasit   (FeS,),    reduzierten Pyrit oder Markasit   (FeS1.17),    Sphalerit oder   Wuttzit    (ZnS) und Bleiglanz (PbS). Metallsulfide von Eisen, Kupfer, Zink, Blei oder Zinn können   ausserdem    durch Behandeln von Schrottmetall mit Schwefel hergestellt werden.



   Beispiel 1 Reduktion von Kupfer(II)- zu Kupfer(l)-oxyd unter Verwendung von elementarem Schwefel
Es wurden stöchiometrische Mengen der Reaktionskomponenten sowohl nach nassen als auch nach trockenen Methoden gemäss der folgenden Gleichung gemischt:  (13) S +   2NaCl      +    7   ICuV      +      Na2SO4      +   
CuCl2 + 3 Cu2O
Bei der folgenden Weiterverarbeitung dieser Reaktionskomponenten wurde bezüglich des Verhaltens der nass bzw. trocken gemischten Chargen kaum   Unter    schiene bemerkt, so dass dieser Faktor auf das Resultat der Reduktion keine Wirkung ausübt.



   In einem wässrigen Mischmedium löst sich jedoch   Natriumchlorid    in   erheblichem    Masse, und dieses gelöste Salz kann während des   Trocknens      erhebliche    Schwierigkeiten bedingen. Zur Durchführung weiterer Untersuchungen wurden daher aus diesem Grund trockene Mischverfahren angewendet.



   Ampullen aus schwerschmelzbarem Glas, die jeweils 10 bis 20 g Pulver fassten, wurden nach Zusatz von genügend Wasser für eine   100%ige    Dampfatmosphäre in den erhitzten Ampullen locker gefüllt. Die Ampullen wurden   zur    Entfernung von überschüssigem Dampf auf 1800 C vorerwärmt und dann während Zeitspannen von 1-1000 Minuten in ein Bleibad mit Temperaturen von   250-4400    C gebracht. Die Ampullen wurden während der Wärmebehandlung mit einem Einwegventil geschlossen, das den Austritt von entwickeltem Gas gestattete, aber keine Luft eintreten liess. Nach der Wärmebehandlung wurden die Ampullen zur Bestimmung des Ausmasses der gewünschten Reaktion auf   Sulfat-Ion      ana-    lysiert.



   In der Fig. 8 zeigen die Kurven 80, 81 und 82 jeweils den   prozentualen    Anteil des theoretischen maximalen Gehaltes an   Sulfat-Ion    in den bei 250, 305 und 3600 C während der angegebenen Zeitspannen umgesetzten Proben. Die Ergebnisse der bei Temperaturen von über 3600 C behandelten Proben sind nicht aufgetragen, da diese Proben bei Reaktionszeiten von nur 1 Minute vollständig umgesetzt waren. Es ist leicht zu erkennen, dass die bei 3600 C behandelten Proben in 10 Minuten zu mehr als   90%    vollständig (Kurve 82) und nach 100 Minuten vollständig umgesetzt   waren    Durch Erniedrigung der Temperatur auf 3050 C wurden die Mischungen in 10 Minuten zu 70 % umgesetzt (Kurve 81). Die Vollständigkeit der Reaktion nahm nach Ende des Zeitraumes von 1000 Minuten stetig gegen etwa 95 % zu.

  Die bei 2500 C behandelten Proben waren jedoch in 10 Minuten etwa zu 85 % vollständig umgesetzt (Kurve 80) und wurden bei Verlängerung der Wärmebehandlung zunehmend weniger vollständig umgesetzt.



   Ein Versuch zur Messung des Masses der Erwärmung der Mischungen zeigte, dass die auf 3600 C oder weniger erwärmten Proben die Badtemperatur in etwa 1 Minute erreichten. Wenn die Badtemperatur höher als 3600 C lag, stieg die Temperatur der Charge innerhalb von 2 Sekunden nach der Einführung der Ampulle in das Bad auf 6000 C. Der Erwärmungseffekt war offensichtlich die Folge einer ausserordentlich hohen   Reaktionsges chwindigkeit.   

 

   Da viele kupferhaltige Stoffe einen messbaren Anteil an inertem Material enthalten können, wurden Untersuchungen angestellt, ob die Anwesenheit grosser Mengen derartiger inerter Stoffe die Reaktionskinetik in irgendeiner Weise beeinflusst oder nicht. Dazu wurden die isothermen   Reaktionswerte    bei Temperaturen in der Nähe des Siedepunktes von Schwefel von Proben bestimmt, die mit einem grossen Überschuss von Siliciumdioxyd-Pulver zur   Aufaahmet    der Reaktionswärme gestreckt waren. Pro Mol Schwefel wurden 12 Mol Siliciumdioxyd zugesetzt. Die Reaktionsumsätze der verdünnten Mischungen bei Temperaturen von 360, 380,  400, 420, und 4400 C sind durch die Kurven 83-87 in Fig. 9 dargestellt. Es ist zu bemerken, dass die Reduktion bei 3600 C annähernd im gleichen Masse verläuft wie die der auf 3600 C gemäss Fig. 8 der Zeichnung erwärmten Stoffe.

  Dies zeigt, dass die Reaktion durch inertes Material, welches die Teilchen der   Reaktion    komponenten trennt, nicht inhibiert wird. Die Kurven von Fig. 9 zeigen auch, dass der   Reaktionsumsatz    bei Temperaturen über 4400 C weiterhin ansteigt.



   Beispiel 2 Reduktion von Kupfer(ll)- zu Kupfer(l)-oxyd unter Verwendung von Kupfer(ll)-sulfid
Die Reaktion für die Reduktion von Kupfer(II)oxyd zum Kupfer(I)-Zustand unter Verwendung von   Kupfer(II)-sulfid    verläuft wie folgt:    (15) CuS + 2NaCl + 8-CuO - >  Na2SO4     +   CuC12      +    Cu2O
Das in diesem Beispiel verwendete Kupfer(II)-sulfid wurde durch Fällung aus   KupfersulEatlösung    mit Schwefelwasserstoff hergestellt. Der Niederschlag wurde zur Entfernung von Säure gewaschen und dann im Vakuum bei Raumtemperatur getrocknet.

  Stöchiometrische Mengen der   Reaktionskomponenten    für Gleichung 15   wur-    den trocken in einer Kugelmühle gemischt und Proben der Mischung durch lockeres Füllen von Ampullen aus schwerschmelzbarem Glas bereitet, die einige Tropfen Wasser   enthielten .   



   Diese Proben wurden zur Entfernung von überschüssigem Dampf auf 1800 C vorerwärmt und dann in einem Bleibad in gleicher Weise einer Wärmebehandlung unterzogen, wie die Proben der vorangehenden Beispiele. Nach Wärmebehandlung bei 400, 500, 550 und 6000 C wurden die Reaktionsprodukte auf   Sulfat-Ion    analysiert, um ein Mass für den Umsatz der gewünschten   Reaktion    zu erhalten. Fig. 11 zeigt, dass die Reaktion bei Temperaturen von 5000 C und darüber innerhalb von 5 Minuten praktisch vollständig ist, während sie bei den niedrigeren Temperaturen zum Erreichen eines im wesentlichen gleichen   Vollständigkeitsgrades    30-40 Minuten benötigen. Die Kurve 90 zeigt die Art der Reaktion bei 4000 C, Kurve 91 bei 5000 C, Kurve 92 bei 5500 C und Kurve 93 bei 6000 C.

  Es wurde gefunden, dass die   Chlorid-Ionen    in den Reaktionsprodukten als Mischung von Kupfer(I)- und   Kupfer(II)-chlori-    den und nicht vollständig als   Kupfer(II)-chlofid    vorliegen, wie dies in Gleichung (15) dargestellt ist.



   Beispiel 3 Wirkung von Natriumchlorid im Überschuss
Fig. 14 zeigt die Wirkung der Veränderung des   Natriumchloridgehaltes    einer Mischung, die 1 Mol Kupfer(I)-sulfid und 4,1 Mol Kupfer(I)-oxyd enthält. Die Kurve 110 zeigt den Grad der Reduktion bei Systemen, die nur die stöchiometrisch   erforderliche    Menge, nämlich 2 Mol Natriumchlorid,   enthalten,    während Kurve 111 den Reduktionsgrad bei Systemen zeigt, die einen   ueberschuss    von 1 und 2 Mol Natriumchlorid aufweisen.



  Ein Überschuss an Natriumchlorid neigt dazu, den schliesslich erzielten Gleichgewichtszustand nach rechts, das heisst in Richtung zu einer 100 % igen Reduktion hin, zu verschieben.



   Fig. 15 zeigt die Wirkung der Veränderung des   Natriumchloridgehaltes    einer Mischung, die 1 Mol Kupfer-natriummischsulfid, 4,4 Mol   Kupfer(I)-oxyd    und 0,5 Mol   Kupfer(I)-chlorid    enthält. In dieser Mischung ist Natriumchlorid nur für die Kupfersulfid-Komponente des gemischten Sulfides erforderlich, d. h. in einer Menge von 1,5 Mol.



   Tabelle 111 Mischung Kurve Zusammensetzung der Reaktionskomponenten
A 112   (Cuo.z5Nao25)2S      +    4,4   CuzO    + 0,5   CuCl      +    1,6 NaCl
B 113   +        +   + 1,8 NaCI
C 114     +        +      + 2,0 NaCl
D 115     +      +     +    2,2 NaCl
E 116     +    4,1 Cu2O   +    4,0 NaCl
Mit dem gemischten Sulfid wird die anfängliche Reaktionsgeschwindigkeit durch überschüssiges Natriumchlorid beschleunigt, die letzte Stufe der Reduktion aber verzögert.

  Das schliesslich sich einstellende Gleichgewicht wird bei einem   Überschuss    von 0,5-0,7 Mol Natriumchlorid am weitesten in Richtung   zur    Vollständigkeit hin verschoben.



   Beispiel 4 Wirkung eines   Überschusses    an Kupferoxyd
Fig. 16 zeigt die Schlussphase einer Reduktionsreaktion von Mischungen, welche die stöchiometrische Sauerstoffmenge, d. h. 4 Mol, sowie   Überschussmengen    von 0,2 bzw. 0,4 Mol Sauerstoff als   Kupfer(I)-oxyd    enthalten.



   Tabelle IV Mischung Kurve Zusammensetzung der Reaktionskomponenten    120      (Cu0,75Na0,25)S    + 2,0 NaCl + 0,5 CuCl + 4,0   lCugO   
G 121     +        +      + 4,2 Cu2O
H 122   +     +      + 4,4 Cu2O  
Ein geringer Sauerstoffüberschuss bewirkt einen geringen Anstieg des Gesamtreduktionsmasses, verändert jedoch das schliesslich erreichte Gleichgewicht nicht in merklichem Umfang. Solange daher der Kupfer(I)oxyd-Gehalt innerhalb eines vernünftigen Bereiches   um    die stöchiometrischen Anteile liegt, erfolgt die Reaktion in der gewünschten Weise.



   Beispiel 5 Die Wirkung von zusätzlichem Kupferchlorid
Fig. 17 zeigt die Wirkung von zusätzlichem Kupferchlorid auf die Reduktionskinetik. Die Beziehung zwischen Zusammensetzung und den Kurven ist in der Tabelle V angegeben.



   Tabelle V Mischung Kurve Zusammensetzung der Reaktionskomponenten
I 123   (Cu075Na02a)2S      +      1,6 NaCl    + 4,4 Cu2O
J 124     -F      +   + 0,5 CuCl
K 125     +        +      + 1,0 CuCl
Die Proben, welche kein zugesetztes   Knpferchlorid    enthielten (Kurve 123), zeigten eine Kinetik, die sich merklich von der Reduktionskinetik mit feinem Kupfersulfid unterschied.

  Dieser Unterschied könnte dem als   Komponente    vorhandenen Natriumsulfid zugeschrieben werden, das unter Entfernung von Kupferchlorid aus dem System gemäss der folgenden Reaktion wirken kann:  (18) Na2S +   2CuC1e      2Cu2S    + 2NaCl
Die Mischung J (Tabelle V) enthält gerade genügend Kupferchlorid zur Umsetzung mit dem gesamten Natriumsulfid im   Reduktionsmittel.    Das   Reduktionsmass      wird    durch einen   Kupferchloridzusatz    von 0,5 Mol über die zur Umsetzung mit Natriumsulfid erforderliche Menge noch weiter erhöht.



   Beispiel 6 Die Wirkung der Reaktionstemperatur
Die oben diskutierten Untersuchungen der chemischen Variablen wurden stets bei 7000 C durchgeführt.



  Es wurde nun eine   Reaktionsmischnng    entsprechend der in der folgenden Tabelle VI angegebenen   Znsam-    mensetzung bereitet.



   Tabelle   Vl   
Mischung L    Temperatur Kurve oC Zusammensetzung   
130 740   (Cu075Na025)oS      +    2,0 NaCl   +      4,2 CuoO    + 0,5 CuCl
131 720   +   +   +  
132 700   +        +     +     
133 660   a    +   +     +          
Aus dieser Mischung wurden Proben bereitet, mit einigen Tropfen Wasser zur Bildung der Schutzdampfatmosphäre dicht in Ampullen verschlossen und dann nach einer Vorbehandlung bei 1800 C entsprechend dem Zusammenhang von   Tabelle    VI und Fig. 18 während der angegebenen verschiedenen Zeitspannen   anf    660, 700, 720, und 7400 C erwärmt.

  Der   Reaktion    umsatz steigt mit zunehmender Temperatur, und die Reaktion ist bei allen Temperaturen von 7000 C und darüber in weniger als 20 Minuten praktisch vollständig.



     Ila)    Das Chloridisierungsmittel
Es ist bekannt, dass Verfahren zum chlorierenden Rösten eine Beimischung von Salz zu den Metallsulfiden und folgendes Rösten der Mischung in überschüssiger Luft umfassen. Das Salz   reagiert    mit dem durch die Verbrennung von Schwefel gebildeten Schwefeltrioxyd und setzt Chlor frei, das Metallanteile, insbesondere Kupfer und Silber, in lösliche Chloride umwandelt. Die bei diesen Verfahren ablaufende Grundreaktion kann wie folgt dargestellt werden:     (19) S03 + 1,/2 O2 + 2MCl  + M2SO4 M2SO4 + C12    wobei MC1 ein Alkali- oder Erdalkalimetallchlorid ist.



  Die negative Änderung der freien Energie bei dieser Reaktion ist so gross, dass mit gleicher   Wirksamkeit    jedes Alkali- oder Erdalkalimetallchlorid verwendet werden kann.



   Die   Sulfid-Salz-Reduktionsreaktion    gemäss der   Er-    findung erfordert jedoch im Gegensatz dazu keinen Sauerstoff ausser dem mit dem   Metalloxyd    verbundenen Sauerstoff, wenngleich einige der Chemikalien des er   findungsgemässien    Verfahrens auch beim chlorierenden Rösten verwendet werden. Der   Untefschied    bezüglich des Sauerstoffanteils bedingt eine vollständige Anderung der Reaktionsart im Vergleich zum chlorierenden Rösten. Kupfer- und Silberoxyde werden zum Metall reduziert, wobei nur ein geringerer Bruchteil der Gesamtmenge in Chlorid umgewandelt wird und eine Chlorierung im üblichen Sinne nicht erfolgt. 

  Die   Ande-    rung der freien Energie ist bei der Reduktionsreaktion nur in den Fällen negativ, in denen ein Alkali- oder   Erdalkalimetallchlorid    das Chloridisierungsmittel ist.



   Das Alkalimetallchlorid übt in der Sulfid-Salz Reduktionsreaktion eine doppelte Funktion aus, indem es sowohl die zur Bildung des Sulfatsalzes erforderlichen Natrium- oder Kalium-Ionen als auch die Chlorid   Ionen für die Bildtmg des gemischten   Kupfer-Nsatrium-    oder   Kupfef-Kaliumchlorid-FIlussmittels    liefert, in welchem die   Reduktionsreaktion    abläuft.

  Es kann wenig Zweifel darüber herrschen, dass sowohl die Reaktionskinetik   als    auch die Eigenschaften des als Reaktionsprodukt entstehenden Metalles sich unterscheiden, je nach dem, ob Natriumchlorid oder Kaliumchlorid oder eines der anderen Alkali- oder   Erdalkalimetalle      als      Chloridisierungsmittei    verwendet wird, da sowohl die Veränderung der freien Energie für die Reaktion als auch der Flux aus geschmolzenem Satz jeweils unterschiedlich ist.



   Die bei der Durchführung der in den folgenden Beispielen verwendeten Hauptkomponenten bestanden aus chemisch reinem   Kupfer(I)-oxyd,    reinem, durch Umsetzung von Kupfer ( OFHC-Kupfer ) mit Schwefel bei erhöhter   Temperatur    in einer Wasserstoff-Schwefel   wasserstoff-Atmosphäre    hergestelltem   Kupfer(I)-su3fid    und chemisch reinem Natrium- und Kaliumchloriden.



  Das Kupfersulfid und die   Chlofidsalze    wurden jeweils unter Toluol in der Kugelmühle auf geschätzte Partikelgrössen entsprechend Siebzahlen von mehr als 79 Maschen/cm gebracht. Die Proben wurden durch Mischen   abgewogener    Mengen der Komponenten in einer Mischanlage unter Verwendung von Toluol als Dispergierflüssigkeit, folgendem Filtrieren, Trocknen und Einführen in Ampullen bereitet.



   Die Wärmebehandlung wurde so durchgeführt, dass die Probenampullen in ein Bad aus geschmolzenem Aluminium gebracht wurden, dessen Temperatur mit einer Abweichung von   +    10 C auf der angegebenen Temperatur gehalten wurde. Nach der Wärmebehandlung wurden die Proben zur Bestimmung des Ausmasses der   Reduktion & eaktion      auf    ihren Gehalt an Sulfat Ionen analysiert. In einigen Fällen wurde das reduzierte   Kupfer    direkt durch Auslaugen der ionischen Salze und Wiegen des Kupfers   analysiert.   



   Beispiel 7 Vergleich der Reaktionskinetik
Unter identischen Bedingungen wurden zwei Mischungen bereitet, die gleiche molare   Zusammensetzun-    gen aufwiesen und sich lediglich dadurch unterschieden, dass die eine Mischung Natriumchlorid, die andere Kaliumchlorid enthielt (siehe Tabelle VII).



   Tabelle   VII    Mischung Kurve Reaktionstemperatur Zusammensetzung
M 135   7000 C      Cu      +    2,5 KCl + 4,2   Cu2O   
M 136   6700C    Cu2S   +      2,5KC1    + 4,2   Cu2O   
N 137 7000 C Cu2S +   2,5 NaCl    + 4,2 Cu2O
N 138   670PC    Cu2S   +    2,5NaCl   +    4,2   CuO   
Die in Fig. 19 aufgetragenen Ergebnisse zeigen, dass die Reduktion in der Probe mit Kaliumchlorid als Chloridisierungsmittel rascher voranschreitet. Fig. 20 zeigt die zur Vollständigkeit der   ReduktionsEreaktion    erforderliche Zeit als Funktion der Reaktionstemperatur.



  Dabei zeigt Kurve 139 die für die Kaliumchlorid Mischung erforderliche Reaktionszeit, Kurve 140 die Reaktionszeit für die Natriumchlorid-Mischung. Aus den Kurven ist zu erkennen, dass mit Kaliumchlorid als   Chloridisierungsmittel    äquivalente Reaktionswerte bei um 200 C niedrigeren Temperaturen erzielt werden.



  Die Kurve 141 von Fig. 19 zeigt die   Reduktionszeit    für die Mischung  L , die oben in Tabelle VI   angegeben    ist.



     Ilb)    Die Wirkung von Verunreinigungen
Bei Betrachtung einiger Reaktionen, die in Verbindung mit Zink- und Bleioxyd-Verunreinignngen in Kupferoxyd auftreten können, ist als erster Fall der zu nennen, in weichem Zinkoxyd während der Reduktionsreaktion inert bleibt.



   Untersuchungen haben gezeigt, dass bei hohen   Wer    ten der Verunreinigung   durch tLink    dieses hauptsächlich als Oxyd oder unter Umständen vereinigt mit dem Sulfatsalz gefunden wird.



   Zur Betrachtung der Umwandlung von Zinkoxyd zu im Kupfer(I)-chlorid gelöstem Chlorid ist die Reaktion wie folgt darzustellen:  (20)   Cu      +      2NaCl    +   6CuCl    +   4ZnO       + Na2SO4 + 8Cu + 4ZnCl2   
Die   Änderung    der freien Energie bei der Reaktion (20) beträgt, auf 10000 K bezogen, + 53 Kcal. Wenn das NaCl durch Kol ersetzt wird, beträgt die freie Bildungsenergie + 49 Kcal. In Anbetracht dieser Tatsache ist es sehr   unwahrscheinlich,    dass irgendeine Menge Zinkoxyd in das Chlorid umgewandelt wird. Dieser Schluss wurde durch Versuche bestätigt.



   Es wurde gefunden, dass sich eine erhebliche Menge an Zinkoxyd in die Sulfatform umwandelt. Die   Optimal    reaktion zur Prüfung dieser Umsetzung ist wie folgt darzustellen:  (21)   Cu    + 3 Cu2O   +      ZnO       +    ZnSO4 + 8 Cu
Es ist jedoch bekannt, dass bei Wegfall des Alkali   metallhalogenides    keine Reaktion erfolgt, und es wurde daher ein Kompromiss zwischen der Reaktion (21) und der Mischung aus den Reaktionskomponenten, Cu2S + 2   NaCl      4      Cu2O    geschlossen. 

  Dementsprechend kann die Reaktion nun wie folgt formuliert werden:  (22)   Cu    + 1,1 NaCl   +    3,5   Cu2O    + 0,5 ZnO  -- >  0,5 Na2SO4 + 0,5 ZnSO4 +
0,1 NaCl* + CuCl + 8Cu
0,1 Mol NaCl ist die geschätzte Menge, die im Gleichgewichtszustand nicht umgesetzt verbleibt.



   Es wurde eine Mischung bereitet, welche molare Anteile der in der Reaktion (22) angegebenen Komponenten enthielt, sowie eine zweite Mischung, die abgesehen vom Ersatz des   Natriumchlorides    durch Kaliumchlorid in jeder Hinsicht gleich war. Proben der beiden Mischungen wurden auf 7000 C erwärmt und dann auf ihren Gehalt an   Sulfat-Ion    analysiert. In Fig. 21 zeigt die Kurve 145 den Grad der Sulfatbildung bei verschie  denen Zeitspannen unter Verwendung von Kaliumchloridsalz. Die Kurve 146 zeigt anderseits den   Grad    der Sulfatbildung bei der Mischung mit Natriumchlorid.



  Wenn sich das Zinkoxyd nicht an der Reaktion beteiligt hätte, würden nur   50 %    des Gehaltes an   Suifid-Ionen    zum Sulfat oxydiert. Da die Reaktion tatsächlich aber 72 % der Sulfid-Ionen verbrauchte, folgt, dass   22%    der gebildeten   Sulfat-Ionen    sich mit Zink-Ionen unter Bildung von Zinksulfat vereinigt haben mussten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass in einem bezüglich Alkalihalogenid defizitären System eine starke Tendenz zur Bildung von Zinksulfat besteht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass selbst in einem System mit einem geringen   Überschuss    an Alkalimetallhalogenid ein erheblicher Anteil des Zinks aus dem Oxyd in das Sulfat umgewandelt wird.



   Eine weitere in Betracht zu ziehende mögliche Reaktion bezüglich Zinkoxyd-Verunreinigung ist die, bei welcher das Oxyd in den metallischen Zustand reduziert wird. Die Reaktion ist in diesem Fall wie folgt zu formulieren:  (23) Cu2S   +    2NaCl + 4ZnO    -t NaeSOe      +      2CuCl    +   4Zn   
Die Veränderung der freien Energie für diese Reaktion beträgt bei   10000 K+ 137    Kcal mit Natriumchlorid und + 133 Kcal mit Kaliumchlorid als Chloridisierungsmittel. Diese Zahlen zeigen, dass Zink nicht zum metallischen Zustand als merkliche Verunreinigung in Kupfer reduziert würde.



   Bezüglich Bleioxyd als   Verunreinigung    im Kupferoxyd könnte das Blei entweder als Oxyd verbleiben oder in ein Chlorid, ein Sulfat oder zu Metall umgewandelt werden. Die Reaktion bezüglich der Umwandlung von Bleioxyd in Bleichlorid kann wie folgt formuliert werden:  (24)   Cii    + 2NaCl   +      6CuCl +    4PbO    + Na2SO4    + 8   Cu    +   4 PbC12   
Die Änderung der freien Energie für die Reaktion (24) bei 10000 K mit   NaCl    als   Chlofidisierungsmittel    beträgt -20 Kcal, bei Verwendung von   KCl    als   Chlorid      disiernngsmittel    -24 Kcal.

  In Anbetracht der grossen negativen Veränderung der freien Energie besteht wenig Zweifel, dass Bleioxyd leicht in Chlorid umgewandelt würde.



   Bleioxyd wird in   Bleisulfat    umgewandelt, vereinigt mit oder gelöst in Kalium- oder Natriumsulfat. Die theoretische   Reaktion    für die Prüfung dieser Reaktion ist wie folgt zu formulieren:  (25)   Cu2S      +    3   Cu2O    + PbO   +    PbSO4 + 8 Cu
Hier besteht jedoch das gleiche Problem wie im Zusammenhang mit den Zinkreaktionen (21) und (22).



  Wiederum ist es zur Überprüfung der Reaktion   erfor-    derlich, weitere Komponenten zu verwenden. Es wurde die folgende Reaktion untersucht:  (26)   Cu2S -'    1,1 NaCl   +    3,5 Cu2O    +0,5    PbO   +    0,5   Na2SO4    +
0,5 PbSO4   +    0,1 NaCl + CuCl + 8 Cu
Die Veränderung der freien Energie für die obige Reaktion beträgt bei 10000 K -8 Kcal, so dass zu erwarten ist, dass die   Umwandlung    von Bleioxyd in Bleisulfat   auftritt.   



   In einem System unter Verwendung von   Kalium-    chlorid als   Chloridisierungsmfttel    ist das Bild   etXvas    komplexer weil   komplexe    Sulfatverbindungen, insbesonderte   K2SO4    PbSO4 und   K2SOw-      2PbSO4,    vorliegen können. Da mit der Bildung einer stabilen Verbindung aus ihren Komponenten zwangläufig eine negative   2inde-    rung der freien Energie verbunden ist, folgt, dass die   Gesamtabnahme    der freien Energie für eine Mischung wie in der Reaktion (26), aber bei Verwendung von Kaliumchlorid anstelle von Natriumchlorid als Chloridisierungsmittel, grösser ist.



   Es wurde eine Mischung von Reaktionskomponenten entsprechend der Reaktion (26) und eine ähnliche Mischung bereitet, die jedoch Kaliumchlorid und nicht Natriumchlorid als Chloridisierungsmittel enthielt. Proben dieser beiden Mischungen wurden während verschiedener Zeitspannen einer   Wärmebehandlung    bei 7000 C unterzogen und dann zur Bestimmung der prozentualen Vollständigkeit der   Reduktionsreaktion    chemisch analysiert. Wegen der Unlöslichkeit von Bleisulfid war es in diesen Versuchen zweckmässig, die ionischen Salze auszulaugen und das Gewicht des reduzierten Kupfers direkt zu bestimmen. Fig. 22 zeigt die prozentuale Vollständigkeit der   Reaktion    (26) von Proben, die während der angegebenen Zeiten einer Wärmebehandlung bei 7000 C unterzogen wurden.

  Die Kurve 147 zeigt den unter Verwendung von   Natriumchlorid    als   Chloridisierungsmittel    erzielten Vollständigkeitsgrad, während die Kurve 148 den bei Verwendung von   Faliumchlorid    erzielten   Vollständiglceftsgrad    angibt.



  Durch Vergleich der   Kurven    147 und 148 mit den Kurven 133 und 136 von Fig. 16 ist zu   erkennen,    dass die Anwesenheit von   Bleioxid    eine merkliche   Beschleu-    nigung der Reduktionsreaktion bewirkt.



   Die schliesslich mit Bezug auf Bleioxyd als Verunreinigung zu betrachtende Reaktion ist diejenige, bei der das Oxyd in metallisches Blei umgewandelt würde.



  Es ist nicht wahrscheinlich, dass Bleioxyd zu einer bleireichen metallischen Phase reduziert werden kann. Da gezeigt wurde, dass Blei aus der Reduktion leicht als Sulfat entfernt wird, sollte die Bleikonzentration in den Zonen, in welchen die Reduktion erfolgt, geringer als die Durchschnittskonzentration in der Mischung sein.



   Es ist anzunehmen, dass die Maximalkonzentration der zulässigen   Bleiverunfeinigung    im Reduktionsverfahren durch die Menge Bleisulfat bestimmt ist, die nach   Vollständigloeit    der Reduktionsreaktion durch Auslaugen von Kupfer entfernt werden kann.



   Die Entwicklung eines brauchbaren   Kupierreini-    gungsverfahrens nach der   Sulfid-SalzwReduktion    macht es erforderlich, dass die beiden Hauptziele   optimal    erreicht werden, nämlich   (1)    die Reduktion von Kupfer zum metallischen Zustand, wobei die Verunreinigungen in einem oxydierten Zustand entweder als Oxyd, Chlorid oder Sulfat verbleiben, und   (11)    dass die Reaktion in einer solchen Weise   ausgefiihrt    werden muss, dass die Verunreinigungen nicht physikalisch in den Kupferpartikeln eingeschlossen werden. 

  Die Reaktionsmischung muss einer Auslaugebehandlung relativ einfacher Art zugänglich sein, welche die Verunreinigungen auflöst, die Kupferanteile jedoch nicht angreift.   Das    Alkalimetallsulfat spielt eine wesentliche Rolle für den Einschluss von Verunreinigungen, indem es die   Kupferpaf-    tikeln während der   ReduktionsbehFandlung    voneinander getrennt hält.  



   Die Abstände zwischen Kupferpartikeln in der umgesetzten Mischung werden mit   Kaliumsulfat    wegen des grösseren Molarvolumens des Kaliumsalzes grösser. Die   Molarvoiumina    betragen für   Na2SO4    52,7   cm3/gMol,      für      KITS04    65,5   cm3/gMol.    Die Grundmischung,   d. h.   



     Cu.2S    + 1 MC1   4      Cu2O,    würde nach vollständiger Umsetzung mit   Natriutnchlorid    als   Chloridisierungsmittel    34,4 Volumprozent   Kupfer    und mit Kaliumchlorid als   Chioridisierungsmittel    31,9   Voiumprozent    Kupfer enthalten. Obwohl dieser Unterschied scheinbar klein ist, könnte er eine erhebliche Wirkung auf die Mengen   ein    geschlossener Verunreinigungen ausüben. Der Unterschied der spezifischen Volumina der   Suifatsalze    be   günstigt    die Verwendung von Kaliumchlorid.



   Bezüglich der Bedeutung der Schmelzpunkte der hauptsächlichen ionischen Salze, d. h. der   N;atrium-    und Kaliumsalze oder ihrer Mischungen, verläuft die Reaktion so lange nicht rasch, als sich nicht eine erhebliche Menge von   Kupfer-Aikalnnetall-Chloridflux    gebildet hat.



  Dieses Stadium wird mit Kaliumchlorid eher als mit Natriumchlorid als Chloridisierungsmittel erreicht, da das erstere einen niedrigeren Schmelzpunkt aufweist, nämlich 7760 C für Kaliumchlorid und 8010 C für   Natriumchlorid.   



   Auch der Schmelzpunkt des Sulfatsalzes ist von Bedeutung. Für den Fall einer erheblichen   Überliitzung    des umgesetzten Materials würde das   Sulfat    schmelzen und die   Kupferpartikeln    zu einem schwammartigen Gebilde unter Einschluss von Verunreinigungen kondensieren. Der höhere Schmelzpunkt von   Kaliumsulfiat    (10760 C) gegenüber Natriumsulfat (8840 C) würde die Verwendung von Kaliumsalz zur Sicherung gegen Schwierigkeiten durch Sulfatschmelzen begünstigen.



   Ein Vergleich der Wirkung von Verunreinigungen führt zur wichtigen Erkenntnis, dass die Verunreinigungselemente Blei und Zink in dem   Sulfatsalz    in erheblichem Masse ausfallen. Der Reduktionsprozess verläuft daher   gemeinsam    mit einem   inneren Reinigungs-    prozess, der die Verunreinigungen in Oxydationsprodukte überführt. Alle Elemente, die stabile Sulfate bilden, d. h. Wismut, Cadmium, Kobalt, Mangan, Nickel, Blei und Zink,   verhalten    sich ähnlich.



  III. Herstellung von Kupfersulfid-Reduktionsmittel
Fig. 23 zeigt, wie das bevorzugte Reduktionsmittel   Kupfer(I)-sulfid    hergestellt werden kann. Die Bezugszahl 150 bezeichnet einen Kupolofen, der mit Koks (Kohlenstoff), Kupfer, Schwefel und   Natriumsifat    beschickt wird.   Durch    die   Blasenlage    151, die mit den Luftdüsen 152 verbunden ist, wird Luft nach oben durch die Charge geblasen.



   Der Ofen wird z. B. mit Naturgas erhitzt, bis sich der Koks entzündet und die Verbrennung des Kokses die Wärme liefert. Der Schwefel reagiert mit Kupfer unter Bildung von Kupfer(II)-sulfid, das in Gegenwart von Kohlenstoff zu   Kupfer(I)-sulfid    reduziert wird. Der Kohlenstoff reduziert auch das Natriumsulfat zu Natriumsulfid. Diese beiden Reaktionen, die gleichzeitig im Kupolofen 150 ablaufen, sind durch die folgenden beiden   Reaktionsformeln ausgedrückt:       (27) 2Cu + S + C +  24 - Cu2S + CO     (28)   Na2SO4      e    Na2S +   2 com   
Die gemischten Sulfide, d. h. Kupfer(I)-sulfid und Natriumsulfid, besitzen einen niedrigeren Schmelzpunkt als   Kupfer(I)-sulfid    allein.

  Dieses geschmolzene Sulfid wird von dem Kupolofen 150 in eine Pfanne 155   aab-    gestochen und dann zur Verfestigung in Barrenformen 156 gegossen. Nach vollständiger Verfestigung werden die Barren einem kleinen Backenbrecher 157 zugeführt und dann zur   Zerldeinefung    auf noch geringere Partikelgrössen in eine Hammermühle 158 gebracht. Das entstehende Produkt ist dann zur Verwendung für die Grundreaktion gemäss der Erfindung zur Herstellung von metallischem Kupfer oder Kupferoxyd mit geringem Verunreinigungsgehalt geeignet. Das zermahlene Pulver kann zur Entfernung von Natriumsulfid mit Wasser   ausgolaugt    werden, doch ist dies für das Verfahren nicht wesentlich.



   Die Reduktionsreaktion und die folgende Entfernung von Kupferpulver aus den umgesetzten Produkten soll anhand von Fig. 24 erläutert werden.



   Die durch Auslaugen mit Ammoniumcarbonat anfallenden Kupfer(I)- und   Kupfer(II)-oxyde,    die aber auch aus einer anderen geeigneten Quelle stammen können, werden mit dem   Kupfer(I)-s.ulfid    und mit einem ausgewählten Alkali- oder Erdalkali-metall-chlorid vereinigt. Die bevorzugten Komponenten sind, wie oben erläutert, Kupfer(I)-oxyd, Kupfer(I)-sulfid und Kaliumchlorid oder Natriumchlorid. Die gemischten Kupferoxyd-Kupfersulfide sollten zur Prüfung des Verhältnisses von Sauerstoff zu Schwefel in den Schwefelverbindungen analysiert werden. Dieses Verhältnis sollte für eine optimale Arbeitsweise auf einem Wert von annähernd   4,1 : 1    +   1%    gehalten werden, obwohl auch ein   Verhältniswert    im Bereich von 4:1 bis   4,5 :1    annehmbar ist.

  Eine Feineinstellung des Schwefel-Sauerstoffverhältnisses kann gegebenenfalls dadurch erfolgen, dass in der Mischung zunächst eine kleine Menge Kupferchlorid enthalten ist oder vorgelegt wird und dass dann Ammoniumhydroxyd- oder Natriumsulfidlösung in die Mischung eingeführt wird, um entweder den Oxyd- oder Sulfid-Ionengehalt des   Niederschlages    zu erhöhen. Diese Mischung wird z. B. in den Mischer 160 gemäss Fig. 23 mit Natrium- oder Kaliumchlorid ver   einigt    und zum Brennen bei vorbestimmten Temperaturen im Ofen 162 in die Pfannen 161 gegossen. Die Brenntemperatur kann   250-7750 C    oder mehr betragen, je nach dem eingeführten Material. Die obere Temperaturgrenze ist nur durch sekundäre Gegebenheiten bedingt, z.

  B. die Möglichkeit einer Verdampfung der Reaktionskomponenten oder umgesetzten Produkte oder das Auftreten von Rückreaktionen, welche das Ausmass, in welchem die Reaktion gegen   Vo31ständig-    keit hin verläuft, verringern. Im allgemeinen sind aus wirtschaftlichen Gründen niedrigere Temperaturen zweckmässig.   Das      allgemein    angegebene Kupfersulfid-, Kupferoxyd-, Kalium- bzw.   Natriumchloridmatefial    ist für eine Arbeitstemperatur von   600-7750    C besonders geeignet, so dass dies die bevorzugte   Reaktionstempera-      tur    für dieses Material ist. 

  Nach der Umsetzung wird das Material durch eine Kühlzone 163 geschickt und dann bis zu seiner Verwendung entweder gelagert oder zerkleinert und für eine weitere Aufarbeitung zur Gewinnung der Kupferanteile verwendet.



   Der im Ofen 162 ablaufende Reduktionsprozess führt zu einem Schwamm, der Kupfer,   Natriumsulfat    und Kupferchlorid enthält. Zur Trennung der gemischten Pulver können Sichtungs- oder   Schlämmverfahren    mit trockener Luft oder mit Wasser oder   TrennveHah-    ren mit schweren Medien angewendet werden. Das Elutieren mit trockener Luft bietet die beste Möglichkeit zur selektiven Entfernung von Kupfer   aus    der Mischung,  wobei der Vorteil ausgenützt werden kann, dass Kupferpulver duktil ist, während all anderen Komponenten relativ spröde sind.

  Die umgesetzte Mischung kann daher so weit gemahlen werden, bis die Teilchen aus konischem   S'alz    kleiner als die Kupferpartikeln sind, wodurch eine Trennung durch die verschiedenen Absetzgeschwindigkeiten kleiner Teilchen in einem gasförmigen Medium ermöglicht wird.



   Eine zweite Eigenschaft der Mischung, die eine trockene Trennung erleichtert, ist natürlich der grosse Unterschied zwischen den Dichten von   metallischem    Kupfer und den damit gemischten ionischen Salzen.



  Kupfer besitzt eine Dichte von 8,92, während Natriumsulfat und Kupferchlorid Dichten von 2,698 bzw. 3,53 aufweisen. Auch die teilchenförmigen Verunreinigungen, wie Siliciumdioxyd   usw.,    besitzen Dichten, die im   all-    gemeinen niedriger liegen als die Dichte von Kupfer.



   In der Ausführungsform entsprechend Fig. 24 werden die Reaktionsprodukte   aus    der Kühlzone 163 des Ofens 162 durch die   Einfühföffnung    166 in eine Strahlmühle 165 eingeführt. Gleichzeitig wird Luft durch die   Lufteinlassöffnungen    167 in das Innere der Mühle 165 eingeführt und über das   AusgangsProhr    168 abgeleitet.



  Die durch das Rohr 168 austretende Luft führt das teilchenförmige Material mit sich, so dass sich das relativ schwere Kupferpulver am Boden des   Zyklonabschei-    ders 169 absetzt und periodisch abgezogen werden kann. Die Luft verlässt den Zyklon 169 durch das Rohr 170 und führt die   Reaktionssalze    in einen zweiten Zyklon 171. In diesem Zyklon wird Natriumsulfat und allenfalls vorhandenes Kupferchlorid für die Wiederverwendung abgefangen. Der Rest der Luft und allenfalls vorhandene ultrafeine Teilchen werden in einen Sackfilter 172 geführt.



   Obwohl eine völlige Trennung des Salzes vom metaltischen Kupfer angestrebt wird, ist dies durch Windsichten allein meist nicht möglich. Das Kupferpulver wird daher in einen Waschtank 175 gebracht, der eine schwach saure wässrige Lösung, z. B. eine   10% ige    Salzsäurelösung, enthält. Nach gründlicher Bewegung des Pulvers im Bad 175 wird die Lösung entfernt und durch entionisiertes Wasser zur Entfernung von Säurespuren, die an den Partikeln haften können, ersetzt.

 

  Diese Mischung wird dann in ein   Vakuumfilter    176 gepumpt, wo das Wasser entfernt wird, so dass das Kupferpulver zum Trocknen und Agglomerieren in einen Temperierofen 177 gebracht werden kann. Da die Oberflächen der Partikeln wahrscheinlich kleinere Mengen Sauerstoff aufnehmen, sollte die   Tempefatur-    behandlung in einer schwach reduzierenden Atmosphäre, die Wasserstoff oder   gecracktes    Ammoniak zur Reduktion von gegebenenfalls gebildetem Kupferoxyd enthält, durchgeführt werden. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Herstellung von Kupfef(I)-oxyd, dadurch gekennzeichnet, dass man Kupfer(II)-oxyd zusammen mit einem Reduktions- und einem Chlorid sierungsmittel lauf eine für die Reduktion des Kupfer(II)oxyds genügend hohe Temperatur erhitzt, wobei als Reduktionsmittel mindestens einer der Stoffe Schwefel, Kupfersulfid, Eisensulfid, Zinksulfid, Zinnsulfid oder Bjeisulfid und als Chl'oridisiernngsmittei ein Alkalioder Erdalkalimetallchlorid verwendet wird, wobei das Verhältnis der Anzahl Sauerstoffatome zu der Anzahl Schwefelatome in der Mischung 4:1 bis 4,5 1 beträgt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduktion so lange fortgesetzt wird, bis mindestens 90 % des Kupter(II)oxyds zu Kupfer(I)-oxyd reduziert ist, 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduktion in einer Schutzatmosphäre bei einer Temperatur von mindestens 2500 C durchgeführt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduktion bei einer Temperatur von mindestens 6000 C mit Kupfer(I)-sulfid als Reduktionsmittel und Natrium- oder Kaliumchlorid als Chloridisierungsmittel durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung auf 700 bis 7750 C erhitzt wird.
CH1534868A 1963-01-02 1963-12-30 Verfahren zur Herstellung von Kupfer (1)-oxyd CH498774A (de)

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