Auftragsmasse für Bauzwecke und Verfahren zu deren Herstellung
Die Erfindung betrifft eine zur unmittelbaren Verwendung geeignete Auftragsmasse für Bauzwecke, welche Sand sowie Wasser und ein wasserlösliches Zellulosederivat enthält, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
Es sind bereits vom Erfinder selbst anfangs der 50er Jahre entwickelte Putz- odier Spachtelmassen bekannt, die vielfach auch als Sandspachtelmassen, Sandfarbe oder Kabeteck -Massen bezeichnet werden.
Durch diese wurde die wesentliche Voraussetzung für die heutige Betonbauweise mit fertiggegossenen glatten Wandflächen geschaffen. Mit ihnen lassen sich hinreichend starke und haltbare Putzschichten herstellen, die wesentlich dünner sein können als bei Verwendung der traditionellen Putzmassen, bei denen das Bindemittel aus Kalk und/oder Zement und/oder Gips besteht. Die Putzoder Sandspachtelmassen trocknen und erhärten auch in wesentlich kürzerer Zeit als die aus traditionellem Mörtelputz hergestellten Putzschichten. Mörtelputzschichten können bekanntlich erst 10 bis 14 Tage nach Beendigung des Verputzens tapeziert oder angestrichen werden, da andernfalls die fertige Oberfläche durch Feuchtigkeit, Schimmel oder Freiwerden von nichtkarbonisiertem Kalk unansehnlich wird.
Dagegen kann man auf Putzschichten, die mit den eingangs erwähnten Massen hergestellt sind, schon nach 10 bis 12 Stunden Tapeten aufkleben oder Malerfarbe auftragen.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, diese Auftrags massen noch weiter zu verbessern und ihre Anwendungsbereiche zu erweitern, insbesondere auch ihr spezifisches Gewicht zu verkleinern und ihre Feuef- festigkeit und ihre wärmeisolierenden und schalldämmenden Eigenschaften zu steigen.
Die erfindungsgemässe Auftragsmasse ist gekennzeichnet durch einen Gehalt an feinkörnigem, porösem mineralischem Material. Als feinkörniges, poröses mineralisches Material eignet sich Perlit, Vermiculit oder ein anderes, durch Wärmebehandlung expandiertes Material und!oder pulverisierter Leichtbeton. Vorzugsweise beträgt dabei die Summe des Gehalts an feinkörnigem, porösem mineralischem Material mindestens 3 Gewichtsprozent, gerechnet auf das Gesamtgewicht der Auftragsmasse.
Es wurde gefunden, dass eine solche Putz- oder Spachtelmasse eine hervorragende Wärme- und Schalldämmung gewährleistet. Ihr spezifisches Gewicht kann etwa zwischen 0 75 und 1,35 liegen. Es empfiehlt sich, den Zusatz an feinverteiltem Material dementsprechend zu dotieren.
Da eine normale Sandspachtelmasse ein spezifisches Gewicht von zwischen 1,5 und 2,0 hat, ist ohne weiteres ersichtlich, dass eine derartige Putzmasse in vielen Beziehungen andere Eigenschaften als die oben erwähnten, bekannten Spachtelmassen aufweist.
Durch die Erfindung wird insbesondere erreicht, dass die Masse auch als sehr dünne Schicht brennbare und wärmeempfindliche Unterlagen wirksam gegen Feuer und Hitze zu schützen vermag. Die genannten Zusätze verleihen der Masse gemäss der Erfindung ein besonders niedriges spezifisches Gewicht und eine sehr hohe Porosität. Eine daraus hergestellte Putzschicht vermag beispielsweise, auch wenn sie nur etwa 1 bis 2 mm dick ist, Unterlagen wie Bauplatten aus Holzfaser, Styrolschaumstoff oder dergleichen gegen Feuer und Hitze wirksam zu schützen.
Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung kann auch die Beimischung einer Wasserlösung oder einer Wasserdispersion eines Polymerisates von Akrylsäure oder Metakrylsäure insbesondere in solcher Menge von Vorteil sein, dass die Putzmasse höchstens etwa 1 % oder vorzugsweise 0,3 bis 0,1 S des erwähnten Polymerisates enthält. Beispielsweise kann das unter der Handelsbezeichnung Rohagit SD 15 (R) bekannte Polymerisat (Hersteller: Röhm & Haas, Darmstadt) verwendet werden.
Es wurde gefunden, dass durch solche Zusätze sowohl die Haftfähigkeit der Masse auf die Unterlage als auch ihre Geschmeidigkeit und Bearbeitbarkeit we & nt- lich verbessert werden, insbesondere wenn in der Masse ausser anderen gradierten mineralischen Füllstoffen auch ein hoher Gehalt an Perlit und/oder Vermiculit vor- handen ist. Die genannten Dispersionen verhalten sich gewissermassen wie Schmiermittel; sie wirken der Rauheit bzw. der inneren Reibung entgegen, welche die in dem hochporösen Füllmaterial eingeschlossene Luft mit sich bringt.
Geeignete Zusätze von Rohagit können zur Folge haben, dass auch Massen, die sehr grosse Zusätze von Perlit und/oder Vermiculit enthalten, mit dem Pinsel aufgetragen werden können. Ausserdem wirkt ein Zusatz der vorgeschlagenen Dispersionen auch als Verdickungsmittel und Stabilisierungsmittel, so dass die Haltbarkeit der noch nicht verarbeiteten Masse, also ihre Lagerfähigkeit, verbessert wird. Bei Verwendung von Dispersionen, die ein Verbindungspolymerisat von Metakrylsäure oder Polymetakrylsäure und anderen polymerisierbaren Stoffen enthalten, ist es wichtig, den pH-Wert der Masse durch Zusatz von Ammoniak oder anderer Alkalien etwas oberhalb des neutralen Punktes einzustellen, beispielsweise auf eine Alkalität, die einen pH-Wert 7-8 oder höchstens 9 aufweist. Hierdurch wird die beste Wirkung erzielt.
Die Polymerisate quellen merklich in Wasser - unter gleichzeitiger Steigerung der Viskosität - bei Zusatz kleiner Mengen von Alkalien.
Ein Verdickungsmittel wie Bentonit kann die Verarbeitbarkeit der Masse weiterhin günstig beeinflussen.
Auch durch einen hohen Gehalt an Gips lassen sich Putzmassen gemäss der Erfindung noch weiter verbessern. Ein hoher Gipsgehalt ist sowohl zwecks Feuerfestigkeit der Putzmasse als auch zwecks Erzielung heller, freundlicher Pastellfarben oder einer besonders fei- nen weissen Farbe der Putzschicht von Vorteil.
Die Verbesserung der Feuerschutzwirkung durch einen hohen Gipsgehalt der Masse beruht auf dem hohen Gehalt des Gips es an Kristallwasser (CaSO4 .2 H-,O), das zum grössten Teil ausgetrieben wird, wenn die Putzschicht durch Feuer oder grosse Hitze beansprucht wird. Da die Dampfbildung grosse Wärmemengen verbraucht und der Dampf ausserdem den Luftzutritt versperrt, steigert ein hoher Gipsgehait die Feuerbeständigkeit einer Oberflächenschicht bedeutend, auch wenn die Wärmeleitfähigkeit der Oberflächenschicht grösser ist als die der hochporösen Putzschicht mit hohem Gehalt an Perlit.
Dass die Farbe einer Putzschicht durch Erhöhen des Gipsgehaltes heller gemacht werden kann, ist zwar an sich bekannt. Durch die Erfindung wird jedoch überraschenderweise erreicht, dass auch aus Putzmassen, die sehr grosse Mengen eines relativ dunkel gefärbten gradierten Sandes enthalten, nahezu vollkommen weisse Putzschichten hergestellt werden können.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung der Auftragsmasse ist dadurch gekennzeichnet, dass Wasser, Sand und eine das wasserlösliche Zellulosederivat enthaltende Bindemittellösung mechanisch gernischt, dabei mit dem porösen mineralischen Material versetzt und das Mischen ununterbrochen fortgesetzt wird, bis die Masse ihre Erstarrungsfähigkeit verloren hat, und dass danach die Masse gegen die Aussenluft dicht abgeschlossen wird, so dass kein Wasser aus ihr verdunsten kann.
Durch intensives Umrühren wird der Stuckgips daran gehindert, in gewohnter Weise Wasser aufzunehmen und sich in reinen kristallinen Gips, d. h. in grosse Kristalle aus reinem Gips (CaSO4. 2 H2O), umzuwandeln. Stattdessen haften die Stuckgipskörner zunächst stark an den Sandkörnern und/oder an den übrigen in der Masse vorkommenden, häufig dunkel gefärbten Körner; erst dann nehmen die Stuckgipskörner Wasser auf und gehen in die kristalline Form über, d. h. in reinen Gips (CaSOt .2 2 H2O).
Hierdurch werden die dunkelfarbigen Teilchen mit einem äusserst dünnen Belag von sehr kleinen Gipskristallen überzogen, die die dunklen Körner vollständig bedecken. Über- raschenderweise lässt sich also mit sehr kleinen Zusätzen von Stuckgips eine Putz- oder Spachtelmasse herstellen, die nahezu ebenso weiss ist wie reiner Gips.
Natürlich ist es auch möglich, einer solchen Masse durch Zusatz verschiedener Farbstoffe helle und freundliche Farben, insbesondere Pastellfarben, zu verleihen.
Eine Steigerung der Helligkeit nach weiss hin ist auch bei den eingangs erwähnten, früheren Sandspachtelmassen, allerdings nur mit Hilfe sehr grosser Gipszusätze möglich. In seinen früheren Veröffentlichungen empfahl der Erfinder einen Zusatz grosser Mengen Gips auf dem Bauplatz unmittelbar vor Beginn der Putzarbeiten, teils, um dadurch eine sehr weisse Putzschicht und eine be besonders gleichmässige Oberflächenstruktur zu erzielen, teils um die Geschmeidigkeit und Handlichkeit der Putzmasse zu verbessern. Es hat sich jedoch gezeigte, dass eine solche Mischung von Gips und einer entsprechend grossen Menge Wasser am Bauplatz häufig nicht mit hinreichender Sorgfalt ausgeführt und dadurch die Putzschicht unnötig verschlechtert wird.
Durch die Erfindung wird es nun möglich, bereits in der Fabrik, in der die Putzmasse hergestellt wird, hinreichend grosse Mengen Stuckgips einzumischen, ohne dass die Masse innerhalb kurzer Zeit sich in feste Klumpen verwandelt, die sich dann nicht mehr - oder nur durch eine mechanische Bearbeitung mit sehr sehr grossem Arbeitsaufwand - in eine geschmeidige, leicht verstreichbare Putzmasse zurück- verwandeln lässt. Durch die Erfindung lässt sich also der grosse Sorgfalt erfordernde Vorgang der Beimischung von Gips zu der Masse vom Bauplatz weg in die Fabrik für die Herstellung der Putzmasse verlegen, was eine grössere Wirtschaftlichkeit und auch eine erhöhte Sicherheit für die Gewährleistung einer sorgfältigen Dosierung bedeutet.
Dabei hindert der Gipszusatz bereits in der Fabrik bei der Herstellung der Putzmasse keineswegs die Anwendung eines Zusatzes von Portlandzement auf dem Bauplatz unmittelbar vor Verwendung der Masse (etwa
2 bis 3 Stunden vorher).
In der Tabelle I sind Ausführungsbeispiele für die Zusammensetzung von Putz- oder Spachtelmassen nach der Erfindung angegeben. Dabei sind die Mengen des porösen Materials wie Perlit bzw. Vermiculit in Litern angegeben, während die Mengen der übrigen Bestand- teile in kg angegeben sind.
Tabelle I
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Beispiel kg kg kg kg kg kg kg kg kg kg Wasser 25 25 30 28 30 25 30 25 21 44 Wasserlösliches Zellulosederivat (Trockensubstanz) wie Methyl oder Äthylcellulose oder
Zelluloseglykolat 1,0 0,3 1,0 1,0 1,0 1,0 1,2 1,0 1,0 1,5 Alkyd (Trockensubstanz) in Lösung oder in Dispersion - 2,0 0,5 1,0 - 0,4 0,75 1,0 1,0 1,0 In Rohagit SD 15 (Trocken substanz) 1,0 - 1,5 1,0 1,0 0,1 0,05 - 1,0 Polyvinylacetat (Trockensubstanz) in Emulsion - 1,0 - 1,0 2,0 0,5 - 0,5 1,0 Gestuftes Sandmaterial und/oder zerquetschter Marmor, Korn grösse höchstens 0,5 mm 30 35 25 - 25 35 30 30 45
Gips, als CaSO4. 1/2 H2O gerechnet - - 7 2,0 5 23 20 20 16 Schlämmkreide 12,5 16,7 - 30 6 10 5 - 12 20 Bimsstein,
pulverisiert - - - - - - 3 2 - Bentonit 0,5 - - - - 2 - - 1,0 Leichtbeton, pulverisiert - - - - - - - 20 -
Lit. Lit. Lit. Lit. Lit. Lit. Lit. Lit. Lit. Lit.
Poröses Material, wie Perlit oder
Vermiculit 15 25 35 30 30 15 10 0,5 1 45
Das Raumgewicht des porösen Materials darf zwischen 35 und 800 g/l schwanken. Bei Perlit-Materialien kann trotz gleicher Herkunft und gleicher Qualitätsbezeichnung das Raumgewicht von Lieferung zu Liefe rung erheblich schwanken. Insbesondere kann bei schweren Qualitäten das Raumgewicht im oberen Teil ein und derselben Verpackung niedriger und im unteren Teil der Verpackung höher sein. Für die Herstellung einer Putzschicht mit besonders harter Oberfläche empfiehlt es sich, ein Perlit mit relativ hohem Raumgewicht zu verwenden. Wo die Oberflächenhärte von geringerer Bedeutung ist, wie beispielsweise bei einem Akustikputz an Zimmerdecken, kann ein Perlit mit sehr niedrigem Raumgewicht verwendet werden.
Tatsächlich gibt dabei jede der zehn senkrechten Spalten der Tabelle I nicht ein einzelnes Ausführungsbeispiel einer Masse nach der Erfindung an, sondern eine ganze Gruppe von Ausfüh rungsbeispielen, und zwar Beispiele sowohl sehr leichter Mischungen, in denen ein Teil des zur Mischung gehörigen porösen Materials aus hochporösem, durch Erhitzung stark expandiertem Material mit einem Raumgewicht von etwa 35 g/l besteht, als auch Beispiele schwerer Mischungen, d. h. solcher, in denen das zur Mischung gehörige poröse Material ein grösseres Raumgewicht bis zu 800 g/l hat. Durch Verwendung relativ grosser Mengen hochporöser, durch Erhitzen stark expandierender Materialien erhält man Mischungen, die bei der Verwendung ausserordentlich gut wärmeisolie- rende und geräuschisolierende Putzschichten ergeben.
Mischungen, in denen das zur Mischung gehörige Perlit bzw. Vermiculit ein Raumgewicht von etwa 800 g/l hat, ergeben äusserlich ähnliche Putzschichten wie die eingangs erwähnten Sandspachtelmassen. Die Putzmassen nach der vorliegenden Erfindung ergeben jedoch Putzschichten, die erheblich bessere Geräusch- und Wärmeisolierung aufweisen als die aus den früheren Sandspachtelmassen. Wenn es sich um die Wahl einer für einen gewissen Zweck zweckmässiger Putzmischung handelt, darf nicht vergessen werden, dass auch die Korngrösse der festen Bestandteile einen grossen Einfluss auf die Eigenschaften sowohl der Putzmasse als auch der fertigen Putzschicht hat. Daher soll das verwendete Sandmaterial oder der gemahlene Marmor einen sehr grossen Anteil (z.
B. 50 %) von Teilchen mit einem Durchmesser zwischen 0,3 und 0,5 mm enthalten, wenn besonders starke und harte Putzschichten hergestellt werden sollen. Zur Herstellung von gegen Feuer und Hitze stark isolierende Putzschichten empfiehlt es sich, nicht nur eine Qualität von Perlit bzw. von Vermiculit mit niedrigem Raumgewicht (z. B. 35 bis 100 g/l) zu wählen, sondern auch eine solche, die einen ziemlich grossen Anteil (z. B. 50 %) relativ grober Teilchen enthält (z. B. Teilchen mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 1 mm). Für Putzmassen, die durch Spritzen mit einer Luftpistole an Mauerflächen aufgebracht werden sollen, ist jedoch die Verwendung von allzu groben Teilchen nicht zweckmässig.
Alle in der Tabelle I angegebenen Mischungen ergeben, wie die Erfahrung bestätigt, einwandfreie, sehr feste, gegen Hitze und Geräusche gut isolierende und gegen Feuer ausserordentlich widerstandsfähige Putzschichten. Gestützt auf entsprechende Untersuchungen und weitere Versuche, bei denen der Gehalt eines der Bestandteile der obigen Mischungen innerhalb ziemlich enger Grenzen verändert wurde, wurde gefunden, dass die Anteilverhältnisse zwischen den wichtigsten Bestand teilen sich vorzugsweise innerhalb von Grenzwerten hai- ten sollen, wie sie aus der folgenden Tabelle II ersichtlich sind.
Tabelle II Wasser 15-30 kg (vorzugsweise 25 kg) Gradierter Sand oder andere, gradierte, zerkleinerte Mineralien . . . . . 20-50 kg (vorzugsweise 30 kg) Schlämmkreide . . . . . . . . . 5-20 kg (vorzugsweise 10 kg) Wasserlösliches Zellstoffderivat . . . 0,3-2 kg (vorzugsweise 0,7 kg) Gradiertes Perlit oder andere, durch
Wärmebehandlung expandierte minera lische Stoffe . . . . . 545 1 (vorzugsweise 25 1)
Das Raumgewicht der letztgenanaten Stoffe darf, wie oben erwähnt, zwischen 35 g und 800 g/i schwanken.
Es wurden auch gründliche Versuche durchgeführt zur Untersuchung nicht nur der Güte der aus den Putzmassen hergestellten Putzschichten, sondern auch zur Feststellung der Einflüsse verschiedener Bestandteile auf die Eigenschaften, die von Bedeutung für die Verarbeitbarkeit der Massen und insbesondere für ihre Spritzbarkeit beim Verputzen sowie für ihr Verhalten beim Trocknen der Wandfläche unmittelbar nach Beendigung des Verputzens sind. Diese Versuche haben ergeben, dass die Zusammensetzung der gipshaitigen Putzmischungen zwischen Grenzwerten liegen soll, die sich auf Grund der Angaben in der folgenden Tabelle III übersehen lassen.
Tabelle III Wasser 10-30 kg (vorzugsweise 20 kg) Gradierter Sand und/oder zerkleinerte gradierte Mineralien . . . . . . 20-45 kg (vorzugsweise 25 kg) Gips (Stuckgips) CaSO4- ¸ H2O) . . . 3-20 kg (vorzugsweise 10 kg) Wasserlösliches Zellstoffderivat . . . 0,4-2 kg (vorzugsweise 0,5 kg Gradiertes Perlit oder andere, durch
Wärmebehandlung expandierte minera lische Stoffe 5-45 1 (vorzugsweise 30 1)
Das Raumgewicht der letztgenannten Stoffe darf zwischen 35 gel und 800 g/l schwanken.
Nachstehend noch zwei weitere Ausführungsbeispiele einer Putz- und Spachtelmasse gemäss der Erfindung.
Tabelle IV
Beispiel 11 Beispiel 12 Wasser 20 kg 25 kg Gradierter Sand 25 kg 20 kg Gips 10 kg 10 kg
Beispiel 11 Beispiel 12 Schlämmkreide 10 kg 10 kg Bimsstein oder zerkleinerter
Leichtbeton 8 kg 10 kg Wasserlösliches Zellstoff derivat 0,6 kg 0,8 kg Alkyd in Emulsion 0,5-2,5 kg 0,5 kg Polymerisat von Akrylsäure oder Metakrylsäure - 0,01-0,2 kg Perlit 25 1 25 1
Ein weiteres Beispiel einer besonders harten, leicht hantierbaren Putzmasse mit sehr geringem Raumgewicht, sehr geringer Schrumpfung und sehr unbeden- wender Rissbildung ist folgendes:
Tabelle V
0,30-0,60 kg wasserlösliches Zellstoffderivat (z. B.
Modocoll E 600 und/oder E 1200 )
0,5-1 kg Faserstoffe, feinverteilt und in breiiger
Konsistenz oder synthetischer oder mineralischer Asbest
18-25 kg Wasser
0,5-1,5 kg Bentonit
0,3-2,0 kg Kunstharz wasserlöslich oder dispergiert
25-40 kg Sand und/oder andere mineralische
Stoffe mit zweckmässiger Korngrössen verteilung
0,1-0,5 kg Alkyd in Emulsion
5-12 kg Gips
5-8 kg Kreide und/oder mineralische, fein pulverisierte Stoffe
0-0,1 kg konsistenzverbessernde Stoffe
Konservierungsmittel
10-25 1 expandierte, gradierte Stoffe (Raum gewicht 0,26-0,7) z. B. Perlit.
Eine Putzmasse nach der Erfindung, die aufgrund hohen Gipsgehaltes einen hohen Gehalt an Weiss besitzt und sich vorteilhaft in freundlichen, hellen Farben streichen lässt, kann wie folgt hergestellt werden: Ein wasserlösliches Zellstoffderivat in Form von Methyl- oder Äthylzellulose wird unter langsamem Umrühren reinem Wasser in solcher Menge zugesetzt, dass der Gehalt von Zellstoffderivat zwischen 0,2-2 Gewichtsprozent des Gesamtgewichtes der Mischung beträgt. Die so erhaltene Mischung lässt man hierauf stehen und etwa 2 Stunden lang reifen. Dann setzt man unter intensivem Umrühren die mineralischen Bestandteile mit Ausnahme des Stuckgipses (CaSO4. 1/2 HO) zu.
Die Reihenfolge, in der diese Bestandteile zugesetzt werden, scheint gleichgültig zu sein, sofern ein zweckmässiges Mischgerät verwendet und für ununterbrochenes Urnriihfen gesorgt wird. Im allgemeinen hat es sich als zweckmässig erwiesen, den Sand zuerst zuzusetzen. Seine Korngrösse soll bei gipshaltigen Putzmassen zwischen etwa 0,3-0,15 mm liegen.
Nach dem Sand wird zweckmässig Perlit oder ein anderer expandierter, mineralischer, zerkleinerter Stoff, Schlämmkreide und Bentonit in der genannten Reihen folge zugesetzt. Hierauf wird Stuckgips zweckmässig in solcher Menge zugesetzt, dass der Gipsgehalt, als reiner kristallisierter Gips (CaSO4 - 2 H2O) gerechnet, zwischen 5-30 Gewichtsprozent beträgt, berechnet auf das Gesamtgewicht der fertigen Masse. Während des Zusetzens des Gips es darf die Stärke des Umrührens nicht abnehmen, sie soll eher in eine noch kräftigere mechanische Bearbeitung übergehen. Diese Bearbeitung ist fortzusetzen, bis die Mischung ihr Erstarrungsvermögen verloren hat. Erstarrung erfolgt nur, wenn das Wasser Gelegenheit hat, aus der Masse zu verdunsten, bzw.
bei ihrer Verwendung zar Herstellung von Putzschichten auf Wand- und Deckenflächen. Wenn der zugesetzte Gips durch das Umrühren sein Bindevermögen verloren hat, wird die mechanische Bearbeitung beendet, worauf die Masse in Behältern aus für Wasser und Wasserdampf undurchlässigem Werkstoff, beispielsweise aus Blech oder einer biegsamen, undurchlässigen Kunststofffolie verpackt wird.
Da die erfindungsgemässen Putz- und Spachtelmassen stark porös sind und grosse Mengen Luft oder anderes
Gas enthalten, und da sie zur Herstellung von schützenden und/oder dekorativen Belägen auf Wand- oder Dek kenflächen oder für andere Zwecke verwendet werden sollen, für die der Rauminhalt, dagegen nicht das Gewicht, eine entscheidende Rolle spielt, werden diese Massen zweckmässig nach Volumeinheiten und nicht nach Gewichtseinheiten zugemessen und verkauft. Ein bestimmtes Volumen (z. B. ein Sack) der Masse reicht jeweils zur Deckung oder zur Ausfüllung einer bestimmten Wand- oder Deckenfläche. Beim Verpacken der Masse soll daher jede Verpackungseinheit mit einem bestimmten, genau gemessenen Volumen der Masse gefüllt werden.
Beim Auftragen der Masse auf Gebäudeflächen wird mit Vorteil eine Spritzvorrichtung verwendet, bei der Druckluft zur Feinverteilung der Spachtelmasse benutzt wird. Hierbei wird die Luft von der Masse zum Teil aufgenommen, und dies bewirkt, dass die Porosität des Putzes mindestens dort, wo die Masse in dickeren Schichten aufgetragen wird, grösser wird. Diese Wirkung lässt sich durch Zusatz eines geeigneten, bekannten Schaummittels zur Spachtelmasse nach der Fertigmischung und unmittelbar vor der maschinellen Verpackung verstärken.
PATENTANSPRUCH 1
Zur unmittelbaren Verwendung geeignete Auftragsmasse für Bauzwecke, welche Sand sowie Wasser und ein wasserlösliches Zellulosederivat enthält, gekennzeichnet durch einen Gehalt an feinkörnigem, porösem mine- ralischem Material.
UNTERANSPRÜCHE
1. Auftragsmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe des Gehalts an feinkörnigem, porösem mineralischem Material mindestens drei Gewichtsprozent, auf das Gesamtgewicht der Auftragsmasse gerechnet, beträgt.
2. Auftragsmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Wassergehalt zwischen
15 und 30 Gewichtsprozent, einen Gehalt an Sand zwischen 20 und 50 Gewichtsprozent, einen Gehalt an
Schlämmkreide zwischen 2 und 25 Gewichtsprozent, einen Gehalt an feinkörnigem, porösem mineralischem Material zwischen 5 und 45 Gewichtsprozent und einen Gehalt an wasserlöslichem Zellulosederivat zwischen 0,3 und 2,0 Gewichtsprozent aufweist.
3. Auftragsmasse nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen Wassergehalt von zwischen 10 und 30 Gewichtsprozent, einen Gehalt an Sand zwischen 20 und 45 Gewichtsprozent, einen Gehalt an Gips, gerechnet als Stuckgips (CaSO4 - 1/2 H2O) zwischen 2 und 25 Gewichtsprozent, einen Gehalt an feinkomi- gem, porösem mineralischem Material zwischen 5 und 45 Gewichtsprozent und einen Gehalt an wasserlöslichem Zellulosederivat zwischen 0,5 und 2 Gewichtsprozent.
4. Auftragsmasse nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Gehalt an einem wasserunlöslichen Bindemittel, zum Beispiel einer Poly akfylsäure.
5. Auftragsmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem beutelförmigen Behälter aus einem wasser-, wasserdampf- und luftundurchlässigen Material dicht abgeschlossen verpackt ist.
PATENTANSPRUCH II
Verfahren zur Herstellung einer Auftragsmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser, Sand und eine das wasserlösliche Zellulosederivat enthaltende Bindemittellösung mechanisch gemischt, dabei mit dem porösen mineralischen Material versetzt und das Mischen ununterbrochen fortgesetzt wird, bis die Masse ihre Erstarrungsfähigkeit verloren hat, und dass danach die Masse gegen die Aussenluft dicht abgeschlossen wird, so dass kein Wasser aus ihr verdunsten kann.
UNTERANSPRÜCHE
6. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass einer Mischung aus Sand, Wasser und wasserlöslichem Zellulosederivat Stuckgips (CaSO4. 1/2 H2O) in solcher Menge zugesetzt wird, dass der Gipsgehalt, gekennzeichnet als CaSO4 2 H2O in der fertigen Mischung, zwischen 10 und 40 Gewichtsprozent beträgt.
7. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass einer aus Wasser und wasserlöslichem Zellulosederivat bestehenden B indemitteliösung Sand mit Korngrössen zwischen 0,1 bis 0,5 mm, als feinkörniges poröses Material Perlit und Stuckgips in solcher Menge beigemischt wird, dass der Gehalt an Sand in der fertigen Mischung etwa 25 Gewichtsprozent und der Gehalt an Perlit etwa 25 Gewichtsprozent der fertigen Mischung beträgt.
8. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass einer Bindemittellösung, die Wasser und wasserlösliches Zellulosederivat enthält, Sand mit Körnern von 0,1 bis 0,5 mm und Stuckgips (CaSOo 1/2 H2O) sowie als feinkörniges poröses Material Perlit, ferner Schlämmkreide, Bimsstein und Betonit beigemischt werden, wobei die Mengen der ver schiedenen Zusätze so gewählt werden, dass der Gipsgehalt, gerechnet als CaSO4 - 2 H2O, in der fertigen Mischung, zwischen 15 und 30 Gewichtsprozent beträgt.
9. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass in die Bindemittellösung vor dem Zusatz von Stuckgips ein Verzögerer eingearbeitet wird, der die Fähigkeit des Stuckgipses, Wasser zu binden und in kristallisierten Gips überzugehen, hemmt, worauf die übrigen Bestandteile zugesetzt werden.
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.