CH499863A - Verfahren zur Herstellung eines imprägnierten elektrischen Kondensators mit Kunststoffolien als Dielektrikum - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines imprägnierten elektrischen Kondensators mit Kunststoffolien als DielektrikumInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung eines imprägnierten elektrischen Kondensators mit Kunststoffolien als Dielektrikum Das Hauptpatent bezieht sich auf einen imprägnier ten elektrischen Kondensator; dessen Dielektrikum na hezu vollständig aus Kunststoffolien besteht, insbeson dere auf einen Wechselstromkondensator, sowie auf ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen elektrischen Kondensators.
Elektrische Kondensatoren, insbesondere solche für Wechselspannungsbetrieb, werden bekanntlich imprä gniert, um Hohlräume im Kondensatorkörper, die zu Sprühentladungen führen, auszufüllen. Hohlräume be finden sich z. B. zwischen den Oberflächen der Dielek trikumsfolien und den Belegungen, da diese Oberflächen nie völlig glatt sind. Ausserdem befinden sich im Dielek trikum Poren - bei porösem Papier sehr viele, bei Kunst stoffolien verhältnismässig wenige -, die genau wie der Luftspalt zwischen Belegung und Dielektrikumsfolie mit Imprägniermittel ausgefüllt werden müssen.
Die Durchschlagsfestigkeit der Imprägniermittel ist gegenüber derjenigen von Kunststoffolien gering. Wird darum eine gewisse Feldstärke im Kondensator über schritten, so finden in der Imprägniermasse, besonders im Spalt -zwischen Belegung 'und Dielektrikumsfolie, Teildurchschläge statt. Von der Imprägniermasse (z. B. Isolieröl) wird dabei das Gas abgespalten. Es entstehen gasgefüllte Hohlräume, in denen Sprühentladungen zu weiterer Gasbildung und schliesslich zur Zerstörung des Kondensators führen.
Die im elektrischen Feld befindliche und als Dielek trikum wirkende Imprägniermasse ist also bezüglich der Durchschlagsfestigkeit die schwächste Stelle im Konden satordielektrikum.
Zur Behebung dieser Schwierigkeiten wird für den Kondensator im Patentanspruch I des Hauptpatentes vorgeschlagen, dass wenigstens ein Teil des Dielektri kums aus einer durch ein Imprägniermittel angequol lenen Kunstoffolie besteht. Das hier besonders inter essierende und weiterzubildende Verfahren gemäss dem Patentanspruch II des Hauptpatentes zur Herstellung eines derartigen elektrischen Kondensators ist dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur während der Im- prägnierung des Kondensatorkörpers und/oder der die Härte des fertigen Wickels bestimmende mechanische Zug beim Wickeln so gesteuert werden, dass die Quel lung im Vergleich zur Fliessgeschwindigkeit des Imprä gniermittels langsam verläuft.
Das Imprägniermittel, welches sich im Spalt zwi schen den Folien befindet, diffundiert dabei in die Fo lien, die infolgedessen zu quellen beginnen und den Spalt mehr und mehr ausfüllen. Die aus der Oberfläche her ausragenden Spitzen und Kuppen werden dabei zum grossen Teil durch das Aufeinanderpressen der Ober flächen flachgedrückt.
Beim Imprägniervorgang dringt das Imprägniermit tel von den Stirnseiten her in den Kondensatorwickel ein. Die Quellung der Dielektrikumsfolien setzt daher an den Stirnseiten zuerst ein. Es muss verhindert werden, dass die Quellung während des Imprägniervorganges so stark wird, dass die Zwischenräume zwischen den Fo lienlagen an den Stirnflächen zuquellen und so das Nachströmen des Imprägniermittels in das Wickelin nere verhindern. Ein vollständiges Imprägnieren des Wickelkörpers wird sonst unmöglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, während des Imprä gniervorganges eine zu starke Quellung der den Stirn flächen benachbarten Wickelbereiche zu vermeiden. Sie betrifft ein Verfahren gemäss dem Patentanspruch II des Hauptpatentes zur Herstellung des imprägnierten elektrischen Kondensators gemäss dem Patentanspruch I desselben, und das Vermeiden der genannten Quellung wird nach ihr erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Kunststoffolien vor dem Imprägnieren getempert werden.
Es. hat sich nämlich gezeigt, dass durch die dem Imprägnieren vorausgehende Temperung die Quellung verringert wird. Weiterhin lässt sich die Quellfähigkeit dabei durch die Höhe der Temperatur und die Dauer der Temperung steuern. Die Quellfähigkeit der Folien wird um so mehr vermindert, je länger getempert wird.
Am einfachsten lässt sich eine Temperung der Fo lien dadurch erreichen, dass die Folien als Wickelkör- per getempert werden. Die Wickelkörper können Vor ratsrollen sein oder fertige Kondensatorwickel. Durch die Temperung fertiger Kondensatorwickel ergibt sich der Vorteil, dass die Kondensatoren gleichzeitig ge trocknet werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Papierfolien mitverwickelt werden.
Durch die Vortemperung wird eine Verzögerung der Quellung der Dielektrikumsfolien erreicht. Um nun die noch offenen Spalte in den Bereichen nahe den Stirnflächen zu schliessen, können die Kondensatoren bei Zimmertemperatur gelagert werden. Eine beschleu nigte Quellung lässt sich durch eine dem Imprägniervor gang angeschlossene Temperung erreichen. Etwa ab 70 C lässt sich die Quellung wesentlich steigern.
Es er weist sich deshalb als vorteilhaft, die Dielektrikumsfo lien vor der Imprägnierung zu tempern, um die Quell- fähigkeit zu verzögern, die Imprägnierung der Konden satorwickel etwa bei Zimmertemperatur durchzuführen und anschliessend die imprägnierten Wickelkörper nach- zutempern, vorzugsweise bei Temperaturen über 70 C, um die noch offenen Spalte in den stirnseitigen Wickel bereichen zu schliessen. Durch Anwendung höherer Temperaturen lässt sich die Dickenzunahme steigern. Die Temperatur lässt sich natürlich nur so hoch steigern, wie es die Dielektrikumsfolie verträgt.
Bei Kondensatoren, deren Dielektrikumsfolien aus Polypropylen bestehen und bei denen das Imprägnier mittel ein Isolieröl ist, das 10 bis 20 % aromatische An teile, 30 % naphtenische Anteile und zwischen 50 und 60 % paraffinische Anteile enthält, wird die Dicken zunahme der Polypropylenfolie bei Zimmertemperatur nach einer Temperung von acht Stunden bei 120 C kleiner als 2 % und kann durch längeres Tempern noch vermindert werden.
Die nachfolgenden Darlegungen gelten als Ausfüh rungsbeispiele der Erfindung.
Ein geeignetes Imprägniermittel ist im Handel unter der Bezeichnung Shell K8 erhältlich.
Durch die Vortemperung wird die Quellfähigkeit der Dielektrikumsfolien herabgesetzt. So erhält man bei spielsweise an einer Polypropylenfolie, die mit 120 C/8 Stunden vorgetempert wurde, in Shell K8 nur noch eine Quellung von weniger als 4 % bei 50 C Imprägnier temperatur und ca. 8 % bei 90 C. Bei weiterer Steige rung der Imprägniertemperatur, die natürlich nur bis zur Grenze der Temperaturbeständigkeit des Dielektrikums möglich ist, nimmt auch die Quellung weiter zu.
Da durch die Vortemperung die Quellfähigkeit nur vermin dert, nicht aber beseitigt wird, kann nach dem Imprä- gnieren durch eine weitere Wärmebehandlung die Folie derart gequollen werden, dass die Ölspalte zwischen. den Folien gemäss der Forderung des Hauptpatentes be seitigt werden.
Das beschriebene Verfahren findet bevorzugt bei Kondensatoren Anwendung, deren Dielektrikum aus selbständigen Kunststoffolien besteht und bei denen eine beidseitige metallisierte Isolierstoffeinlage, insbesondere aus Papier, als Belegung dient. Das Papier liegt während des Betriebes im feldfreien Raum. Als Dielektrikum kommt bei derartigen Kondensatoren in vorteilhafter Weise Polypropylen zur Anwendung.
Das beschriebene Verfahren ist insbesondere auch dann von Vorteil, wenn eine Quellung der Folien unter bunden werden soll. Es wird dann die gesamte Folie entsprechend lang bei erhöhter Temperatur behandelt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren nach dem Patentanspruch II des Haupt patentes zur Herstellung eines imprägnierten elektri schen Kondensators nach dem Patentanspruch I des selben, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoff- folien vor dem Imprägnieren getempert werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch .ge kennzeichnet, dass die Kunststoffolien nach dem Ver wickeln zum Kondensator getempert werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch oder Unteran spruch 1, ausgebildet für ein Polypropylendielektrikum und ein Imprägniermittelgemisch, welches sich aus 10 bis 20 % aromatischen Anteilen, 30 % naphtenischen Anteilen und zwischen 50 und 60 % paraffinischen Anteilen zusammensetzt, dadurch gekennzeichnet, dass bei 100-150 C mindestens fünf Stunden lang getempert wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Imprägnierung bei Zimmertem peratur durchgeführt wird und die Wickelkörper nach der Imprägnierung nachgetempert werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass die Nachtemperung bei 70 C und darüber durchgeführt wird.
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