Kalenderuhr
Die Erfindung betrifft eine Kalenderuhr mit Datumrad und ausziehbarer Stellwelle, auf der ein mit dem Datumrad in Wirkungsverbindung stehender Stelltrieb, der an einer Stirnfläche eine Breguetverzahnung aufweist, drehbar gelagert und ein Schiebetrieb, der an der dem Stelltrieb zugewandten Stirnfläche eine komplementäre Breguetverzahnung aufweist, axial verschiebbar, aber drehfest angeordnet ist, wobei ein Stellhebel- Mechanismus den Schiebetrieb mit der Stellwelle bezüglich axialer Verschiebung kinetisch verbindet und in einer Stellung der Stellwelle der Schiebetrieb mit dem Stelltrieb über die Breguetverzahnungen in Verbindung bringt und in einer anderen Stellung den Schiebetrieb in Eingriff mit dem Zeigerstellrad des Zeigerwerks der Uhr hält.
In den meisten Kalenderuhren weist die Stellvorrichtung zum Richten der Zeiger und zum Weiterschalten des Datumrads ein Getriebe mit Wechselrädern auf.
Dies erfordert allerdings viel Platz und stellt eine verhältnismässig aufwendige Konstruktion dar.
Eine Kalenderuhr der angegebenen Art ist bereits vorgeschlagen worden (CH-Patent Nr. 489 046). Bei der vorgeschlagenen Uhr steht allerdings der Stelltrieb ständig mit einer Aussenverzahnung des Datumrads in Verbindung. Eine kleine Drehung des Stelltriebs genügt also zum Weiterschalten des Datumrads. Insbesondere wenn für eine Kalenderuhr eine Stellwelle vorgesehen ist, die nur eine Ruhestellung und eine Auszugsstellung einnehmen kann, sollten in der Ruhestellung nicht die Zeiger der Uhr gerichtet werden können. Da nämlich im Interesse einer möglichst genauen Einstellung der Zeiger diese in beiden Drehrichtungen unmittelbar an die Stellwelle angekoppelt sein müssen, würden die Zeiger ständig durch unkontrollierte Bewegungen verstellt werden, wenn sie in der Ruhestellung der Stellwelle an diese gekoppelt wären.
In der Ruhestellung sollte also beim gegebenen Fall das Datumrad in einer Richtung weitergeschaltet werden können. Bei der vorgeschlagenen Uhr würde allerdings auch das Datumrad ständig durch unkontrollierte Bewegungen an der Krone der Stellwelle verstellt werden, so dass die Datumsanzeige unzuverlässig wäre.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu überwinden und eine Kalenderuhr zu schaffen, bei der in der Ruhestellung der Stellwelle jedenfalls kleine Drehungen an derselben noch keine Änderung der Datumsanzeige herbeiführen.
An der anfangs beschriebenen Kalenderuhr ist die genannte Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Stelltrieb mit einer Nockenscheibe gekoppelt ist, deren Ruhestellungen durch eine Positionsfeder bestimmt sind und deren Nocken in den Ruhestellungen ausser Eingriff mit einer Verzahnung des Datumrads stehen. Eine vorzugsweise Ausführungsform des Erfindungsgedankens ist durch vier Nocken am Umfang der Nockenscheibe und durch ein Untersetzungsverhältnis von etwa 1,3 bis 2,0 zwischen Drehzahl des Stelltriebs und Drehzahl der Nockenscheibe gekennzeichnet.
Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, dass bei ihrer bevorzugten Ausführungsform die Stellwelle um etwa ein Drittel einer vollen Drehung in einer Richtung ohne Folgen gedreht werden kann. Das Drehen in der anderen Richtung hat keinen Einfluss auf die Datumsanzeige. Die Positionsfeder bietet einen verhältnismässig hohen Widerstand, was ebenfalls dazu beiträgt, dass die Datumsscheibe in der Ruhestellung der Stellwelle nicht ungewollt durch unkontrollierte Bewegungen verstellt wird.
Die durch die Erfindung erzielbaren Vorteile sind jedoch nicht auf Kalenderuhren beschränkt, deren Stellwelle nur zwei Stellungen einnehmen kann. Vielmehr kommt die Erfindung auch vorteilhaft bei Kalender uhren zur Geltung, deren Stellwelle in drei verschiedene Stellungen gebracht werden kann.
Weitere Einzelheiten werden im folgenden durch Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes mit Hilfe der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen stellen dar:
Fig. 1 die Ansicht auf einen Teil einer Kalenderuhr,
Fig. 2 einen Teilquerschnitt durch die Kalenderuhr nach Fig. 1 entlang der strichpunktierten Linie A-B,
Fig. 3 einen Teilquerschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Kalenderuhr und
Fig. 4 eine Ansicht auf einen Teil der Kalenderuhr nach Fig. 3.
Gleiche Teile sind in allen Figuren durch gleiche Bezugsziffern gekennzeichnet.
Bei der Kalenderuhr nach den Fig. 1 und 2 liegt ein Datumrad 1 dehbar in einer Nut 2 einer Grundplatte 3 und wird darin durch eine Deckplatte 4 gehalten. Eine Feder 5 drückt einen Schnapphebel 6 in eine Verzahnung 7 des Datumrads, dessen Position damit gesichert ist.
Eine einfach ausziehbare Stellwelle 9 ist einerseits in einer Bohrung 10 und anderseits in einer Bohrung 11 der Grundplatte 3 gelagert.
In eine Ringnut 12 greift ein in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellter Stellhebel ein. Dieser Stellhebel gehört zu einem Getriebe, von dem ein Schaltfinger 13 geschnitten in Fig. 2 erkennbar ist. Der Schaltfinger greift in eine Ringnut 14 des Schiebetriebes 15 ein, der axial verschiebbar auf einem Vierkant 16 der Stellwelle 9 geführt ist.
Im eingerückten Zustand der Stellwelle 9 steht der Schiebetrieb 15 über eine Breguetverzahnung 17 mit dem Stelltrieb 18 in Verbindung, der seinerseits auf der Stellwelle drehbar gelagert ist. Da sich der Schiebetrieb mit der Stellwelle dreht, lässt sich im eingerückten Zustand der Stellwelle auch der Stelltrieb 18 in einer Richtung drehen, während die Breguetverzahnung 17 zusammen mit einer elastischen Nachgiebigkeit des Fingers 13 für eine Gegendrehung eine Rutschkupplung darstellt.
Die Aussenverzahnung des Stelltriebs 18 greift in die Aussenverzahnung eines rechtwinklig zur Stellwelle 9 angeordneten Stellrads 20 ein. Zwischen dem Stellrad und dem Stelltrieb herrscht ein Untersetzungsverhältnis von etwa 1,3. Das Stellrad 20 ist einerseits in einer Zwischenbrücke 21 und anderseits in der Deckplatte 4 gelagert.
Eine koaxial zum Stellrad 20 angeordnete Nockenscheibe 22 steht mit dem Stellrad 20 drehfest in Verbindung. Die Nockenscheibe weist vier Nocken auf, zwischen die eine Positionsfeder 23 eingreift und die Ruhestellung der Nockenscheibe sowie des Stellrads bestimmen kann. Die Drehbereiche der Verzahnung 7, des Datumrads 1 einerseits und der Nocken der Nockenscheibe 22 anderseits überschneiden sich. Allerdings stehen die Nocken der Nockenscheibe 22 in der durch die Positionsfeder 23 bestimmten Ruhestellung nicht in Eingriff mit der Verzahnung 7 des Datumrads. In eingerückter Stellung lässt sich durch Drehen der Stellwelle 9 auch die Nockenscheibe 22 drehen und somit das Datumrad 1 verstellen.
Bei gegebenem Untersetzungsverhältnis zwischen Stelltrieb 18 und Stellrad 20 und bei vier Nocken an der Nockenscheibe 22 wird das Datumrad 1 durch Drehen an der Stellwelle 9 um etwa ein Drittel einer vollen Umdrehung um einen Zahn weitergeschaltet.
Wenn die Stellwelle 9 ausgezogen wird, bringt der nicht dargestellte Stellhebelmechanismus mit dem Finger 13 den Schiebetrieb 15 in Eingriff mit dem Zeigerstellrad 24, das seinerseits mit einem Wechselrad 25 in Verbindung steht. Die dabei vom Schiebetrieb eingenommene Stellung ist durch strichpunktierte Linien 26 angedeutet. In ausgezogener Stellung der Stellwelle lassen sich also in bekannter Weise die Uhrzeiger einstellen.
Die Fig. 3 stellt einen der Fig. 2 entsprechenden Querschnitt durch eine abgewandelte Kalenderuhr dar.
Demnach ist eine Stellwelle 30 so bemessen und angeordnet, dass sie ebenso wie der bereits bekannte Schiebetrieb 15 drei Stellungen einnehmen kann. Die drei Stellungen des Schiebetriebs 15 werden von einem Schaltfinger 31 bestimmt, der zu einem in Fig. 4 dargestellten Stellhebel-Mechanismus gehört. Die mittlere Stellung ist gleichzeitig die Ruhestellung, weil dabei mit der Stellwelle kein Teil in direkter Wirkverbindung steht.
In der ausgezogenen Stellung der Stellwelle lässt sich ebenso wie bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 der Kalenderuhr auch bei der abgewandelten Ausführungsform das Zeigerwerk verstellen. Die dritte Stellung wird dadurch erreicht, dass man auf die Stellwelle 30 axial drückt, und zwar gegen eine Biegefeder 32. In der sogenannten Druckstellung kommt der Schiebetrieb 15 über die Breguetverzahnung 17 mit dem Stelltrieb 18 in Eingriff, so dass sich der Schiebetrieb durch Drehen an der Stellwelle verstellen lässt.
Der Stellhebel-Mechanismus der abgewandelten Ausführungsform der Kalenderuhr nach Fig. 4 weist als wesentliche Bauteile einen Stellhebel 33, eine Rastenfeder 34, den bereits erwähnten Schaltfinger 31 und eine Federlamelle 35 auf. Der Stellhebel 33 greift einerseits in eine Ringnut 36 der Stellwelle 30 und betätigt anderseits die Wippe 31, die einseitig schwenkbar gelagert ist. Zwei Rasten 37 und 37' der Rastenfeder 34 bestimmen zusammen mit einem Zapfen 38 des Stellhebels 33 zwei der drei Stellungen der Stellwelle. Da die wesentlichen Merkmale des Stellhebel-Mechanismus nach Fig. 4 zum Stand der Technik gehören, erübrigt sich eine weitere Erklärung seiner Funktion, zumal diese ohne weiteres aus der Zeichnung erkennbar ist.
Alle nicht beschriebenen Einzelteile der abgewandelten Ausführungsform der Kalenderuhr nach den Fig. 3 und 4 sind weitgehend gleich den Einzelteilen der Kalenderuhr nach den Fig. 1 und 2.
Bei herkömmlichen mechanischen Uhren ist die Stellwelle die Aufzugswelle.