Druckeinrichtung zur Bewertung von Fahrscheinen
Die Tarifgestaltung in Nahverkehrsbetrieben erfolgt üblicherweise nach zwei Richtungen, und zwar einmal nach der Leistung, d. h. der Entfernung nach km oder Entfernungszonen, und landererseits nach Fahrgastkategorien, wie Wagenklasse, Erwachsene, Kinder und son stige von den Grundpreisen abweichende Kategorien (Sozialklassifizierung). Es ergibt sich hieraus ein recht kompliziertes Tarifsystem mit einer Vielzahl von Fahrkartensorten, die dem Bestreben, für alle im Tarif möglichen Variationen eine einzige Fahrscheintype ver wenden zu können, entgegensteht.
Es sind bereits mehrfach Vorschläge gemacht wor den, Fahrscheine mit einem einheitlichen Vordruck in verschiedenen Fahrscheinspalten je nach den individuellen Fahrscheinsortenwünschen zu bewerten, um auf diese Weise mitfeinem einheitlichen Fahrschein eine grössere Anzahl von Fahrscheinsorten zu realisieren, jedoch ist hierbei stets nur eine der beiden genannten Richtungen, in der Regel die Leistung, berücksichtigt, während für die Fahrgastkategorien unterschiedliche Fahrscheinvordrucke verwendet werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Systematisierung derartiger Einzelvorschläge eine Druckeinrichtung zur Bewertung von Fahrscheinen zu schaffen, die es ermöglicht, mit einfachen Mitteln zwei verschieden, variable Kennzeichnungsarten auf einem Fahrscheinlaufzuzeichnen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dassldie beiden Kennzeich nungsartenkoordinatenmässig geordnet sind und dass die Druckeinrichtung lediglich die der einen Kennzeichnungsart zugeordneten Merkmale aufweist, während die der zweiten Kennzeichnungsart zugeordneten Merkmale auf verschiedenen Feldern des Fahrscheines vorgedruckt sind, wobei das Druckwerk der Druckeinrichtung so einstellbar ist,
dass das ausgewählte Merkmal für die erste Kennzeichnungsart in Gestalt einer Drucktype gegenüber dem ebenfalls ausgewählten Merkmal der zweiten Kenuzeichnungsart, dargestellt durch ein bestimmtes Feld auf dem Fahrschein, zu liegen kommt und darauf zum Abdruck gebracht wird.
Hierdurch ist nicht nur erreicht, dass der Fahrschein verhältnismässig geringe Abmessungen erhalten kann und für alle im Tarif gegebenen Möglichkeiten derselbe ist, sondern gleichzeitig, dass das Druckwerk einen ausserordentlich einfachen Aufbau besitzen kann.
Selbstverständlich kann die Zuordnung der beiden Angab en arten zum Fahrschein bzw. zum Drucker auch umgekehrt werden, falls der Tarif Idliese andere Zuordnung als zweckmässiger erscheinen lässt.
Die Druckeinrichtung gemäss der Erfindung soll im folgenden anhand der Abbildungen der Zeichnung näher erläutert werden. Fig. 1 und 2 zeigen schematisch zwei verschiedene Lösungsmöglichkeiten, Fig. 3 ist ein Beispiel eines bewerteten Fahrscheines. Für die konstruktive Gestaltung des Bewerters, insbesondere für die Ausbildung und Einstellung des Druckwerkes können durchweg bekannte Lösungen verwendet werden.
Zur Durchführung der Bewertung eines Fahrscheines geht man davon aus, dass auf einem Papierband der feste Fahrscheintext fortlaufend vorgedmckt list. Auf leder Rückseite des Bandes könnten dabei neben allgemeinen Beförderungsbedingungen auch Netzbilder und Hinweise für Iden Fahrgast vorgedruckt sein. Auf Ider Vordersei teldes Bandes sind in Längsrichtung desselben auf jedem Fahrscheinabschnitt soviele Spalten vorgedruckt, als im Tarif Entfemungszonen vorgesehen sind. In dem ange nommenen Beispiel also 6 Zonen.
Neben diesen Feldern wird üblicherweise noch ein Feld für den Druck einer Entwerterzeile vorgesehen sein, welche weitere notwendige Angaben wie Linie, Datum und Uhrzeit des Fahrtbeginns enthält. Daneben können jedem der zu- nächst leeren Zonenfelder die Fahrpreise für die verschiedenen Fahrgastkategorien je Entfernungszone vorgedruckt sein. Fahrscheine dieser Art sind insoweit nichts als ein vorgedrucktes Papier und stellen noch keinen Wert dar. Um sie zum Wertzeichen im juristischen Sinne zu machen, müssen sie erst einen Bewertungsaufdruck erhalten, Ider wahlweise in seines der 6 Zonenfelder zu setzen ist. Dieser Aufdruck besteht im wesentlichen aus einem die Fahrgastkategorie kennzeichnenden Kurzmerkmal, z.
B. einem Buchstaben, dem gegebenenfalls noch ein Siegelstempel des betreffenden Verkehrsbetriebes beigefügt sein kann.
Diese Kurzmerkmale, z. B. E für Erwachsene, K für Kind, A für Arbeitsiose, S für Schüler usw. sind nun im Druckwerk auf einstellbaren Typenrädern angebracht.
Zur Bewertung eines Fahrscheines müssen demnach zwei Einstellvorgänge !durchgeführt werden, durch die einmal die gewünschte Zone und zum anderen die Kategorie des Fahrgastes gekennzeichnet ist. Als Einstellmittel sind die verschiedenen bekannten Mittel wie Hebel, Taste, Stellräder anwendbar.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist angenommen, dass für die Kennzeichnung der Fahrgastgattung nur ein die entsprechenden Kennzeichen tragendes Typenrad vorhanden ist. Die koordinatenmässige Anordnung ist dadurch gewährleistet, dass dieses Rad axial verschiebbar und Idrehbar ist. Durch das Einstellglied für die Entfernungszone wird dieses Typenrad so weit axial verschoben, dass es über dem zugeordneten Zonenfeld des Fahrscheines zu liegen kommt, durch das Wählglied für die Fahrgastkategorie wird es dann verdreht, bis das entsprechende Kurzmerkmal für dieses Kennzeichen in der Druckebene liegt.
Anschliessend wird der Druckvorgang ausgelöst.
Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 ist für jede Zone ein Kategorietypenrad vorgesehen. Alle Typenräder sitzen lose auf der Achse und können je für sich gedreht werden. Durch die Zonen auswahl wird das dieser Zone zugeordnete Kategorie-Typenrad mit einem Antrieb gekuppelt bzw. der individuelle Antrieb wird betriebsbereit gemacht und darauf wird dieses Typenrad durch das Kategorie-Wählglied entsprechend verstellt.
Alle übrigen Typenräder bleiben in der Ruhelage, in der sie entweder ein Leerfeid haben oder, wie der Fahrschein in Fig. 3 zeigt, ein Symbol des Verkehrsbetriebes, z. B. ein Stadtwappen, aufweisen. Dieser in Fig. 3 dargestellte Fahrschein weist sechs Zonenfelder auf. Der
Fahrschein ist durch Aufdruck eines E in Feld 3 als Fahrschein für einen Erwachsenen, gültig für eine
Station in der Zone 3 bewertet. Die Bewertung ist weiter dadurch gekennzeichnet, dass auf alle anderen Felder das genannte Symbol des Verkehrsbetriebes aufgedruckt ist.
Wird beispielsweise in das Feld 3 ein Wertsiegel mit dem Buchstaben K -gedruckt, dann bedeutet Idas, dass der Fahrschein zum Wertzeichen geworden ist, und zwar für die Entfernungszone 3 in der Fahrgastkategorie K .
Den hierfür entrichteten Fahrpreis gibt beispielsweise ein auf dem Fahrschein vorgedruckter Text in Spalte 3 an, oder er kann einer Hinweistafel am Fahrscheinautomaten entnommen werden.
Die technische Lösung der Druckwerks ausbildung und seiner Einstellung ist nicht auf Idie beiden in Fig. 1 und 2 dargestellten Lösungsmöglichkeiten beschränkt, vielmehr sind im Rahmen der Erfindung weitere Lösun gen denkbar. Die Zahl der Typen auf den Typenrädern hängt sowohl vom Durchmesser des Typenrades als auch von der Typengrösse und den technischen Ab standbedingungen ab. In der Praxis wird man mit 12 bis
24 Typenkategorien auskommen. Man kann damit also bis zu 24 Fahrgastkategorien je Spalte einführen, bei sechs Zonen also 144 verschiedene Fahrscheine realisieren, ohne dass der Fahrschein zu gross und unübersichtlich wird und bei durchaus einfachem Aufbau des Druckwerkes.
Wie bereits oben erwähnt, kann man bei Anwendung einer Druckeinrichtung gemäss der Erfindung ohne weiteres die Spalten und die Zeilenbedeutungen vertauschen, d. h. in gleicher Weise für sechs Fahrgastkategorien bis zu 24 Entfernungszonen vorsehen. Die Einrichtung ist demnach sehr leicht erden unterschiedlichsten Tarifgestaltungen anzupassen.