Klosettpapierspender
Es ist in öffentlichen Toiletten üblich, neben einem eine Klosettpapierrolle enthaltenden einfachen Klosett papierspender eine oder mehrere weitere Klosettpapierrollen als Reserve bereitzustellen. Wenn die Rolle im Spender aufgebraucht ist, ist damit stets noch Klosettpapier vorhanden, obwohl das Bedienungspersonal in der Regel nicht in der Lage ist, die Rolle im Spender sofort nach dem Aufbrauchen zu ersetzen.
Es hat sich gezeigt, dass offen aufgestellte Reserverollen häufig entwendet werden.
Um dem zu begegnen, sind schon verschiedene Klosettpapierspender bekanntgeworden, die mindestens zwei Klosettpapierrollen enthalten, nämlich eine in Gebrauch stehende Rolle und eine Reserverolle. Um ein Entwenden der Rollen unmöglich zu machen, ist dabei die Anordnung so getroffen, dass die Reserve rolle erst nach Aufbrauchen der Gebrauchsrolle, wenn der Kern der letzteren entfernt wird, zugänglich gemacht werden kann, und dass der genannte Kern erst dann entfernt werden kann, wenn die Gebrauchsrolle praktisch leer ist.
Die bekannten Klosettpapierspender dieser Art sind kompliziert aufgebaut und arbeiten nicht zuverlässig, wenn die Abmessungen der Klosettpapierrollen nicht genau den Sollmassen entsprechen, z. B. bei Rollen von verschiedenen Fabrikanten oder bei (auf dem Transport) zerdrückten Rollen.
Mit diesen Problemen befasst sich schon die Schweizer Patentschrift Nr 488 444. Diese Patentschrift beschreibt unter anderem einen Klosettpapierspender, in welchem eine Gebrauchsroile und eine Reserverolle koaxial zueinander auf einen in seiner Mitte gehalterten, stabförmigen Träger aufgeschoben sind. Die Reserverolle liegt hinter einer verschiebbaren Abdeckwand, die jedoch erst dann zum Freigeben der Reserverolle verschoben werden kann, wenn der Kern der Gebrauchsrolle entfernt wird. Dieser Kern kann seinerseits erst dann von dem Träger abgeschoben oder abgezogen werden, wenn er praktisch leer ist. Bei einem solchen Klosettpapierspender muss noch die Tatsache als Nachteil betrachtet werden, dass das Nachfüllen des Spenders relativ umständlich ist.
Für das Nachfüllen muss nämlich nach Öffnen des Gehäuses die in Gebrauch stehende Re servenolle vom Träger abgenommen und - nach Zurückschieben der Abdeckwand - an den Platz der Ge brauchsroile gebracht werden. Die einzusetzende neue Rolle wird am Platz für die Reserverolle eingesetzt.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, allen geschilderten Mängeln abzuhelfen und zu diesem Zweck ein Klosettpapierspender zu schaffen, der dem zuletzt geschilderten Klosettpapierspender in mancher Hinsicht ähnlich ist, bei dem jedoch jeweils nach Aufbrauchen einer Rolle, während die andere Rolle in Gebrauch steht, eine neue Rolle einfach am Platz der aufgebrauchten Rolle eingesetzt werden kann, ohne die Lage der in Ge- brauch stehenden Rolle oder der Abdeckwand zu ver ändern.
Gegenstand der Erfindung ist ein Klosettpapierspender mit einem Gehäuse zur Aufnahme von zwei Klosettpapierrollen derart, dass von einer ersten der beiden Rollen Klosettpapier durch eine Gehäuseöffnung hindurch abgezogen werden kann, während die andere Rolle im Gehäuse verdeckt angeordnet ist, und mit Mitteln zum Zugänglichmachen der genannten anderen Rolle nach Aufbrauchaen der ersten Rolle und Entfernen des Kernes derselben, wobei das Gehäuse so ausgebildet ist, dass das Entfernen des Keines der ersten Rolle erst dann möglich ist, wenn dieser Kern praktisch leer ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gehäuse ein stabförmiger Träger angeordnet ist, der in seiner Mitte gehaltert und auf beiden Seiten freitragend ist, so dass auf ihn nach Öffnen eines Gehäusedeckels die Klosettpapierrollen von den beiden Seiten her koaxial nebeneinander aufsteckbar sind;
dass Seitenwände des Gehäusedeckels bis auf einen solchen radialen Abstand an die freien Enden des Trägers heranreichen, dass von die sen Enden nur ein praktisch leerer Rollenkern, nicht aber eine volle Rolle axial abgezogen oder abgeschoben werden kann; dass das Gehäuse ferner eine parallel zum Träger verschiebbare Abdeckwand aufweist, welche jeweils eine Seite des Trägers bzw. eine der beiden Kslo- settpapierrollen abdeckt;
und dass in oder an dem Träger ein Anschlagfinger axial verschiebbar gelagert ist, der mit einem Anschlag an der Abdeckwand zusammen- wirkt, um ein Verschieben der Abdeckwand zum Freigeben der von dieser abgedeckten Rolle zu verhindern, solange der Anschlagfinger selbst durch die nicht abgedeckte Rolle an einer Verschiebung gehindert ist, wobei der Anschlagfinger mindestens dann, wenn er nicht bei der Mitte des Trägers zwischen zwei Rollen steht, aus dem Eingriff mit dem Anschlag lösbar und auf die entgegengesetzte Seite des Anschlages bringbar ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Klosenpapierspenders schematisch dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Klosettpapierspenders, wobei zur besseren tJbersichtlichLeit der Gehäusedeckel lediglich in strichpunkiterten Linien bzw. durchsichtig dargestellt ist,
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch den Klosettpapierspender nach der Linie 11-11 in Fig. 3 und
Fig. 3 eine Ansicht des Spenders von unten im Schnitt nach der Linie ItI-III in Fig. 2.
Der dargestellte Klosettpapierspender besitzt einen horizontal liegenden, H-förmigen Rahmen mit einem hinteren Schenkel 1 und einem vorderen Schenkel 2, die über ein Verbindungsstück 3 miteinander verbunden sind. Der hintere Schenkel 1 ist beispielsweise an einer Wand W eines Toilettenraumes durch nicht dargestellte Mittel befestigt.
Zwischen den beiden Rahmenschenkeln 1 und 2 und parallel zu denselben ist ein stabförmiges Trägerrohr 4 angeordnet, das in seiner Mitte am Verbindungsstück 3 befestigt ist. Das Trägerrohr ist auf beiden Seiten des Verbindungsstückes 3 freitragend.
In der Nähe des unteren Randes des vorderen Rahmenschenkels 2 ist ein Gehäusedeckel 5 um eine Achse 6 schwenkbar angelenkt. Der Gehäusedeckel 5 kann in der dargestellten geschlossenen Lage durch ein mit einem Schlüssel verschliessbares Schloss (nicht dargestellt) gesichert sein. Der Deckel 5 besitzt zwei Seitenwände 5', in weichen vom unteren Rand ausgehende Ausnehmun- gen zur Aufnahme der freien Enden des Trägerrohres 4 vorgesehen sind.
Die Seitenwände 5' erstrecken sich im Bereich dieser Ausnehmungen bis auf einen solchen radialen Abstand a an die freien Enden des Trägerrohres 4 heran, dass ein auf das Trägerrohr aufgesteckter, praktisch leerer Kern einer Klosettpapierrolle (nicht dargestellt) durch den gebildeten Spalt hindurch vom Trägerrohr axial abgezogen oder abgeschoben werden kann, dass aber eine volle Klosettpapierrolle auf dem Trägerrohr durch die Seitenwand 5' zurückgehalten wird.
Es ist ersichtlich, dass die beschriebene Konstruk- tion symmetrisch bezüglich einer vertikalen Mittelebene durch das Verbindungsstück 3 ist. Wenn der Gehäusedeckel 5 aus der geschlossenen Lage nach Fig. 2 im Geg,enuhrzeigersinn um die Achse 6 nach oben geklappt wird, dann können zwei Klosettpapierrollen (nicht dargestellt) von den beiden Seiten her koaxial nebeneinander auf das Trägerrohr 4 aufgesteckt werden.
Zu dem Gehäuse des dargestellten Klosettpapierspenders gehört ferner noch eine untere Abdeckwand 7, die in Führungen an den unteren Rändern der Rah menschenkei 1 und 2 geführt und parallel zum Trägerrohr 4 verschiebbar ist. Die axiale Länge der Abdeckwand 7 ist wenig grösser als die axiale Länge einer Kiosettpapierrolle. Wenn die Abdeckwand 7 wie dargestellt in ihrer linken Endstellung steht, dann verdeckt sie eine auf die linke Hälfte des Trägerrohres 4 aufgesteckte Klosettpapierroile, so dass von dieser kein Papier abgezogen werden kann. Dagegen ist dann das Gehäuse unter der Klosettpapierroile auf der rechten Hälfte des Trägerrohres 4 offen.
In dem Trägerrohr 4 ist ein zylindrischer Körper 8 verschiebbar und drehbar gelagert. Der Körper 8 trägt einen radial abstehenden Anschiagfinger 9, der durch einen Längsschlitz 10 in der Wand des Trägerrohres 4 hindurchtritt. In der dargestellten Normallage hängt der Anschlagfinger 9 unter der Wirkung der Schwerkraft senkrecht nach unten. Das untere Ende des Anschlagfingers 9 wirkt mit einem Anschlagblock 11 an der verschiebbaren Abdeckwand 7 zusammen. Solange der Anschlagfinger 9 in der gezeichneten Stellung steht, kann die Abdeckwand 7 nicht von einer Seite auf die andere geschoben werden, d. h. die abgedeckte Klosettpapierrolle kann nicht zugänglich gemacht werden.
Der Anschlagfinger 9 ist zwar an sich längs des Trägerrohres 4 verschiebbar; er kann jedoch offenslchtlich im wesentlichen nicht gegen eine Seite des Trägerrohres 4 verschoben werden, solange sich eine Klosettpapierrolle auf dieser Seite befindet, weil der Anschlagfinger an der Klosettpapierrolle anstösst. Erst wenn die Klosett papierrolle aufgebraucht ist, kann deren praktisch leerer Kern durch den Spalt a hindurch mittels des Anschlagfingers seitlich abgeschoben werden.
Die Wirkungsweise des Klosettpapierspenders ist die folgende:
Zunächst wird der Spender gefüllt, indem nach Öffnen des Gehäusedeckels 5 zwei Klosettpapierrollen auf die beiden Seiten des Trägerrohres 4 aufgesteckt werden, worauf der Deckel 5 wieder geschlossen wird, um die Rollen gegen Entwendung zu sichern. Der An schiagfinger 9 steht dann in der gezeichneten Lage zwischen den beiden Rollen, und die Abdeckwand 7 mit dem Anschlag 11 befindet sich auf der einen oder der anderen Seite, um eine der beiden Rollen abzudecken.
Die abgedeckte Rolle dient dann als Reserverolle, während von der anderen Rolle Papier durch die offene Gehäuseunterseite abgezogen werden kann. Der Anschlagfinger 9 verhindert, wie schon erläutert, eine Verschiebung der Abdeckwand 7 auf die andere Seite, solange die in Gebrauch stehende Rolle nicht aufgebraucht ist.
Wenn die erste Rolle aufgebraucht ist, dann kann der nächste Benützer einfach die Abdeckwand 7 auf die andere Seite schieben, um die Reserverolle freizugeben. Der Anschlagblock 11 nimmt dabei den An schiagfinger 9 mit, der seinerseits den leeren Rollenkern durch den Spalt a hindurch ausstösst. Der Anschlagfinger 9 macht jedoch im dargestellten Ausführungsbeispiel nicht die ganze Verschiebung der Abdeckwand bzw. des Anschlagblockes 11 mit. Vielmehr trifft der Anschlagfinger 9 nach einer kurzen Verschiebung auf einen schrägen Abschnitt 10' des Schlitzes 10 (Fig. 3), wodurch er (mit dem Körper 8) um die Achse des Trägerrohres 4 verschwenkt wird.
Dadurch wird das untere Ende des Anschlagfingers gegen vorn ausge- lenkt und aus dem Eingriff mit dem Anschlagblock 11 gelöst Die Abdeckwand 7 kann sich daher weiterbe wegen, während der Anschlagfinger 9 im Ende des Schlitzes 10 stehen bleibt.
Währenddem nun die zweite Rolle in Gebrauch steht, kann vom Bedienungspersonal zu irgend einem passenden Zeitpunkt eine neue Reserverolle in den Spender eingesetzt werden. Hierzu muss lediglich der Gehäusedeckel 5 geöffnet und die neue Reserverolle auf die jetzt von der Wand 7 abgedeckte leere Hälfte des Trägerrohres 4 aufgesteckt werden. Durch das Anf- stecken der neuen Reserverolle wird automatisch der im Ende des Schlitzes 10 stehende Anschlagfinger 9 zurück in die Mitte geschoben. Dabei gleitet das untere Ende des Anschlagfingers zunächst eine Strecke weit auf dem vorderen Rand 11' des Anschlagblockes 11, bis er das Ende dieses Blockes erreicht hat.
Dann fällt der Anschlagfinger 9 unter der Wirkung der Schwerkraft zurück in seine gezeichnete vertikale Lage, um ein Zurückschieben der Abdeckwand 7 zu verhindern, bis die in Gebrauch stehende Rolle aufgebrancht ist.
Es ist ersichtlich, dass der Spender funktionsmässig damit wieder in seiner Ausgangsstellung ist, wobei lediglich die Abdeckwand 7 auf der anderen Seite als am Anfang steht und die Plätze von Reserverolle und Gebrauchsrolle vertauscht sind. Die weitere Benützung und Bedienung des Spenders können daher wieder in gleicher Weise vor sich gehen. Eine neue Klosettpapierrolle kann vom Bedienungspersonal jeweils einfach auf die abgedeckte leere Hälfte des Trägerrohres anfge- schoben werden; ein Anfassen der in Gebrauch stehenden Rolle, welches unter Umständen unhygienisch sein könnte, ist nicht nötig.
Es ist klar, dass verschiedene Einzelheiten des dar- gestellten Klosettpapierspenders unter Beibehaltung der beschriebenen Vorteile abgeändert werden könnten.
Wesentlich ist jedenfalls axial verschiebbare, vom Träger 4 etwa radial abstehende Anschlagfinger 9, der mit dem Anschlag 11 der Abdeckwand 7 von beiden Seiten her zusammenwirken kann, um ein Verschieben der Abdeckwand auf die jeweils andere Seite zu verhindern.
Der Anschlagfinger könnte beispielsweise auch horizontal nach vorn statt vertikal nach unten ragen, und er könnte statt im Träger auch anf demselben, z.B. mittels Führungsnuten im Trägerrohr, gelagert sein. Die Drehbarkeit des Anschlagfingers um die Achse des Trägers ist nicht in allen Fällen erforderlich. Es muss lediglich dafür gesorgt sein, dass der Anschlagfinger mindestens dann, wenn er ausserhalb seiner Mittelstellung steht, aus dem Eingriff mit dem Anschlagblock 11 gelöst und auf die andere Seite des Anschlagblockes, d. h. über den Anschlagblock hinweg zurück in die Mittelstellung, gebracht werden kann, damit eine neue Klosettpapierrolle eingesetzt werden kann.
Das Lösen des Eingriffes könnte auch dadurch ermöglicht sein, dass mindestens das Ende des Anschlagfingers federnd ausgebildet oder entgegen einer Federbelastung verschiebbar ist, so dass dieses Ende in radialer oder in tangentialer Richtung vom Anschlagblock weg bewegt werden kann. Besonders einfach und vorteilhaft ist jedoch die dargestellte Konstruktion, bei welcher der Anschlagfinger 9 beim Verschieben längs des Trägers 4 mittels des schrägen Abschnitts 10' des Schlitzes 10 zwangläufig aus dem Eingriff mit dem Anschlagblock
11 gelöst wird und nach dem Einsetzen einer neuen
Rolle unter der Wirkung der Schwerkraft (gewünsch tenfalls unterstützt oder ersetzt durch eine Federbelastung) automatisch in die hier vertikale Sperrstellung zurückfällt.
l Der Anschlagfinger könnte auch bis an die Enden des Trägers 4 verschiebbar sein, was aber in der dargestellten Konstruktion nicht nötig ist.
Verschiedene nicht dargestellte Einrichtungen zur Erleichterung der Benützung können in dem Spender angeordnet werden. So könnten z. B. zum Bremsen des Kernes der jeweils in Gebrauch stehenden Rolle an dem Träger 4 Bremsklappen vorgesehen sein, die von Federn von innen gegen den Rollenkern gedrückt werden.