Tierstall
Die Erfindung betrifft einen Tierstall.
Die Landwirtschaft braucht eine gegen Klimaeinflüsse geschützte und für die Produktion von Milch, Fleisch usw. rationell eingerichtete Produktionsstätte - den Stall samt guten Vorratsräumen. Konventionelle Ställe samt ihren Aufstallungen und Vorratsräumen haben den Nachteil, dass sie wenig rationelle Produktion ermöglichen. Wo man versucht hat, durch den Einbau eines Spaltenbodens oder Rostbodens die Einstreu- und die Entmistung zu ersparen, dort hat man - und das in grossen Mastbetrieben - Nachteile in der Lüftung des Stalles erlebt. Erstens haben in der Güllengrube entwickelte Gase freien Zutritt durch den Spaltenboden in den Stall, und zweitens wird bei Anwesenheit mehrerer Tiere die Stalluft sehr rasch sauerstoffarm, was dazu geführt hat, dass in vielen Fällen Erstickungen eingetreten sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tierstall zu schaffen, der den Anforderungen der Landwirtschaft hinsichtlich Rationalisierung der damit zusammenhängenden Arbeiten und Begünstigung einer gesunden Entwicklung der Tiere weitgehend entspricht.
Dies soll erfindungsgemäss dadurch erreicht werden, dass unter einem wenigstens angenähert horizontalen und ebenen Boden eine Güllengrube vorgesehen ist, dass ferner im Boden in einer Längszone eine durch einen Rost abgedeckte Rinne vorhanden ist, die in gewissen Abständen Öffnungen hat, welche in die Güllengrube münden und bei jeder von welchen eine Verschlussklappe angeordnet ist, die in Ruhelage die zugehörige Öffnung verschliesst, aber bei Belastung durch eine vorbestimmte Menge von darauf zu liegen kommenden Tierexkrementen automatisch öffnet, und dass in der Rinne mindestens ein Schieber längsverfahrbar ist, der dazu dient, Tierexkremente, die in die Rinne gelangen, in die besagten Öffnungen zu schieben.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind Mittel zur natürlichen Belüftung des Stallraumes vorhanden, welche Mittel durch Regulierklappen öffen- und schliessbare Frischlufteinlassöffnungen am einen Längsrand der Stalldecke und ebenfalls durch Regulierklappen öffenund schliessbare Verbrauchtluftauslassöffnungen am anderen Längsrand der Decke aufweisen.
Vorzugsweise ist der Boden der Güllengrube im Querschnitt dieser letzteren geneigt, und zwar nach unten zum Boden von einem oder mehreren Entleerungsschächten hin, die oben von ausserhalb des Stallraumes her zugänglich sind.
Ferner ist vorzugsweise eine neben der Rinne angeordnete Reihe von Pfosten vorhanden, die durch eine Stange miteinander verbunden sind, an welcher eine Vielzahl von Tierhalteketten mittels je eines Sohieberinges angebracht ist. Dabei ist mit Vorteil im Boden dies- und jenseits der Rinne je eine Ankerschiene versenkt angeordnet, wobei die Pfosten an der einen oder anderen dieser Ankerschienen angebracht sind.
Beiliegende Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dar. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt des Tierstalles und
Fig. 2 einen teilweisen Längsschnitt nach der Linie II-II der Fig. 1.
Der dargestellte Tierstall weist eine längliche Stallhalle 1 auf, die einen wenigstens angenähert ebenen und horizontalen Boden 2 hat; er weist ferner eine unter diesem Boden 2 gelegene Güllengrube 3 auf, deren Boden 4, im Querschnitt des Stalles gesehen, geneigt ist, und zwar nach unten zum Boden 5 von Entleerungsschächten 6 hin, die oben von ausserhalb des Stalles her entleerbar sind nach Wegnahme der Abdeckung 7. Diese im Abstand voneinander angeordneten Entleerungsschächte 6 stehen über einem unteren Teil ihrer Höhe mit der Güllengrube 3 in freier Verbindung.
Der Boden 2 hat etwa in seiner Quermitte eine sich über den grössten Teil seiner Länge erstreckende, breite Rinne 8; diese ist durch eine Vielzahl von Rosten 9 abgedeckt, die oben mit der Oberseite des Bo dens 2 bündig sind. Im Rinnenboden sind quer oder schräg verlaufende Durchlässe oder Öffnungen 10 vorgesehen, durch welche hindurch Tierexkremente in die Güllengrube 3 gelangen können. An der unteren Mündung jedes dieser Durchlässe 10 ist eine Verschliessklappe 11 vorgesehen, die um ihren einen Längsrand schwenkbar gelagert und durch einen Arm 12 mit einem Gewicht 13 verbunden ist; dieses ist so bemessen, dass normalerweise die Klappe ihre Schliesslage einnimmt, aber automatisch öffnet, sobald eine gewisse Menge von Exkrementen auf ihr aufliegt.
In dem unter dem Rost 9 gelegenen Teil der Rinne 8 ist ein Schieber 14 in Längsrichtung der Rinne verfahrbar angeordnet. Es können anstatt dessen mehrere solche Schieber 14 im Abstand hintereinander vorgesehen sein. Im gezeigten Beispiel besteht der Schieber
14 aus einer rechteckigen Platte, die ringsherum einen nach unten abstehenden Flansch hat. Zuoberst in jedem Durchlass 10 kann ein Rost 15 vorgesehen sein, damit der Schieber 14 bei der Hin- und Herbewegung nicht hängenbleibt. Es ist ein geeigneter Mechanismus, z. B. ein Seilzug, vorgesehen, der etwa am einen Ende des Stalles betätigt werden kann, um den oder die Schieber 14 hin und her zu bewegen, damit dieser bzw.
diese die in die Rinne 8 gefallenen Exkremente zu den Durchlässen 10 bringen, durch die hindurch sie dann in die Güllengrube 3 fallen. Da die Tierhaltung in diesem Stall ohne Stroh betrieben wird, kann kein solches Stroh an den Rosten 9, 15 hängen bleiben.
Es sind Mittel zur natürlichen, zugluftfreien Belüftung des Stallraumes 1 vorgesehen. Zu diesen Mitteln gehören Frischlufteinlässe 16, die in der Decke 17 bei der einen Längswand 18 hinter einem Windschutz 19 vorgesehen und mit Regulierklappen 20 ausgerüstet sind, damit die Einlassöffnungen geschlossen oder mehr oder weniger geöffnet werden können. Für den Auslass der verbrauchten Luft sind in der Decke 1 bei der anderen Längswand 21 ähnliche, mit Regulierklappen 22 ausgerüstete und hinter einem Windschutz 23 angeordnete Durchlässe 24 vorgesehen.
Auf beiden Seiten der Rinne 8 ist im Boden 2 eine im Profil U-förmige Ankerschiene 25 eingelassen, deren Schenkel je einen mit der Bodenoberseite bündigen Innen- und Aussenflansch haben. Pfosten 26 haben je eine Ankerplatte 27 mit seitlichen Löchern; durch jedes dieser Löcher erstreckt sich der Schaft eines Schraubenbolzens, der einen T-förmigen Kopf hat, welcher die Innenflansche der Ankerschiene 25 hintergreift; die Schraubbolzen sind von oben her durch Muttern festgespannt. Die Pfosten 26 können so in einer Längsreihe wahlweise an der einen oder anderen der beiden Ankerschienen 25 befestigt werden. Oben (oder weiter unten) ist an ihnen eine sich horizontal erstreckende Stange 28 lösbar befestigt.
Ketten 29 sind oben mittels Ringen an der Stange 28 und unten mittels Platten in der Ankerschiene 25 so gehalten, dass sie sich je zwischen einem Paar benachbarter Pfosten 26 verschieben lassen. Auf jeder der Ketten 29 ist eine zusätzliche kürzere Kette 30 mittels Endringen, von denen einer karabinerartig ausgeführt ist, damit er geöffnet werden kann, verschiebbar angebracht; sie ist dazu bestimmt, auf der einen Seite um den Hals eines Tieres gelegt zu werden; dieses kann also seinen Hals in gewissen Grenzen heben und senken und auch seitlich frei bewegen, behält dabei aber seinen Kopf über einem Fressplatz 31. Dieser ist durch ein an den Pfosten 26 in Schräglage festgehaltenes Brett 32 von dem Tierstand getrennt, zu welchem der Rost 9 gehört. Zur Einbringung des Futters auf den Futterplatz 31 kann eine Fördervorrichtung (nicht gezeigt) vorgesehen sein.
Im gezeigten Beispiel sind zu diesem Zweck im unteren Teil der Wand 21 Futterdurchlassluken 33 vorgesehen, die je mit einer schwenkverstellbaren Klappe 34 ausgerüstet sind.
Der beschriebene Stall eignet sich besonders für Kühe, Stiere usw., die darin unter besonders guten hygienischen Verhältnissen gehalten werden können, und ermöglicht einen rationellen Betrieb. Die Entmistung ist besonders einfach. Die natürliche, zugluftfreie Belüftung sorgt dafür, dass die Tiere immer genügend Sauerstoff zur Verfügung haben, ohne Rücksicht auf die Verfügbarkeit von elektrischem Strom zum Betrieb einer künstlichen Lüftung. Die Luft im Stallraum wird ausserdem praktisch nicht durch Gase vereinigt, die sich in der Güllengrube 3 entwickeln; denn die Durchlässe 10 sind nur bei der Entmistung (Betätigung des oder der Schieber 14) kurzzeitig geöffnet.
Auch die streulose Haltung der Tiere auf ebenem Boden ist diesbezüglich besonders günstig. Es ist auch möglich, durch Aufstellung einer Reihe von Pfosten 26 auf beiden Seiten des Rostes 9, also über beiden Ankerschienen 25, verschieden grosse Boxen als Laufstall für verschiedene Tiere zu errichten. Der Einbau eines Futterförderers und eventuellen -verteilers, um die Fütterung vom Futterlager her zu mechanisieren, ist ohne weiteres möglich.