Fahrzeug mit angebautem Sprühgerät
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit angebautem Sprühgerät, das mit einer oder mehreren Spritzdüsen zum Versprühen von Chemikalien versehen ist.
Um die Pflege der fahrbahnnahen Rasenflächen entlang von Autobahnen und Strassen auf ein Minimum zu beschränken, werden seit einiger Zeit wachstumshemmende Chemikalien eingesetzt. Hierdurch soll erreicht werden, dass der Verkehr, insbesondere während der Hauptreisezeit, nicht durch Pflegemassnahmen, wie z.B. das Mähen des Grases, beeinträchtigt wird, und die Rasenflächen dennoch in gutem Pflegezustand gehalten werden. Bei dem Besprühen treten jedoch erhebliche Schwierigkeiten auf, die den Erfolg dieser Massnahme in Frage stellten. Es stellte sich heraus, dass schon geringe prozentaale Abweichungen von den vorgeschriebrnen Spritzmengen über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Ausserdem ist die Zeitspanne, während der die Besprühung erfolgversprechend vorgenommen werden kann, bedingt durch die Vegetation sehr kurz und auch wetterabhängig. Bei dem Besprühen muss ausserdem darauf geachtet werden, dass keine Abtrift in benachbarte Monokulturen auftreten kann. Dieses lässt sich nur erreichen, wenn die Chemikalien mit geringem Druck, unter 3 atü, versprüht werden und wenn mit geringer Geschwindigkeit, unter 15 km/h, gefahren wird. Besonders grosse Schwierigkeiten ergeben sich dabei aber bei der Einhaltung einer gleichmässigen niedrigen Geschwindigkeit, da die serienmässigen Geschwindigkeitsmesser bei Fahrzeugen in diesem Geschwindigkeitsbereich sehr ungenau arbeiten.
Es ist ein an einem Spezialfahrzeug angeordnetes Spritzgerät dieser Art bekanntgeworden, das die wachstumshemmenden Chemikalien aus einer seitlich angebrachten Spritzdüse aussprüht, wobei die Spritzmenge in Abhängigkeit vom zurückgelegten Weg geregelt wird, so dass dieses Fahrzeug geschwindigkeitsunabhängig arbeiten kann. Dieses Spezialfahrzeug hat jedoch den Nachteil, dass es einmal sehr teuer ist, was sich besonders deshalb ungünstig bemerkbar macht, da infolge der kurzen Zeitspanne, während der gesprüht werden muss, eine Vielzahl derartiger Fahrzeuge vorhanden sein müssen. Ausserdem erweist sich bei dem bekannten Fahrzeug als nachteilig, dass Strassenbegrenzungen oder Leitplanken an Strassenrändern oder Autobahnrändern einen Spritzschatten bilden können, in dessen Bereich die Pflanzen nicht mit den wachstumshemmenden Chemikalien besprüht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden und mit baulich möglichst einfachen Mitteln ein Fahrzug der eingangs genannten Art zu schaffen, das sehr genau arbeitet und mit dem auch weniger gut zugängliche Stellen miterfasst werden. Ausserdem soll dieses Fahrzeug nicht nur auf die Verwendung während der kurzen Spritzzeit für wachstumshemmende Chemikalien beschränkt sein, sondern darüberhinaus noch anderweitig verwendet werden können.
Die Erfindung besteht darin, dass das Fahrzeug mit einem Motordrehzahlmesser mit grosser Sichtscheibe und mit einem hochliegend angebrachten Ausleger versehen ist, der mit mindestens einem nach unten ragenden und die Spritzdüsen haltenden Arm ausgestattet ist. Durch die hohe Anordnung des Auslegers können aufragende Hindernisse wie Fahrbahnbegrenzungspfosten überfahren werden, während dennoch die Düsen sich vorteilhaft in unmittelbarer Bodennähe befinden, so dass mit dem erforderlichen geringen Druck gespritzt werden kann. Da das Sprühgerät an einem Kraftfahrzeug mit einem Motordrehzahlmesser angebaut ist, der mit einer grossen Sichtscheibe ausgerüstet ist, kann auch eine niedrige Fahrgeschwindigkeit mit sehr grosser Genauigkeit eingehalten werden so dass die Dosierung der Chemikalien auf die Pflanzen sehr gleichmässig erfolgt.
Ein aufwendiges Spezialfahrzeug ist nicht notwendig.
Um sehr hohe Hindernisse umgehen zu können, kann vorteilhaft der Ausleger mit einem Drehlager versehen sein und eine Verstelleinrichtung aufweisen, die als Schwenk- und Hubeinrichtung ausgebildet sein kann.
Zweckmässigerweise können als Verstelleinrichtung fernbedienbare Hydraulikzylinder Verwendung finden.
Durch entsprechende Verlegung von Steuerleitungen kann die Bedienung dann vom Fahrerhaus des Fahrzeuges aus erfolgen. Um eine gute und gleichmässige Besprühung der Pflanzen zu erhalten, kann jeder Arm mit einer Flachstrahldüse versehen sein. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Arme in horizontaler und vertikaler Richtung verschiebbar an dem Ausleger befestigt sind. Dadurch wird es möglich, die Arme mitsamt den Flachstrahldüsen so auszurichten, dass eine leichte Uberlappung der ausgestrahlten Chemikalien erfolgt, so dass unter Vermeidung von Spritzschatten das Besprühen sehr gleichmässig erfolgen kann.
In baulich vorteilhafter Weise können zur Versorgung der Düsen elastische Schläuche entlang des Auslegers und der Arme verlegt sein. Diese elastischen Schläuche behindern das Verstellen des Auslegers und der Arme nicht. Zweckmässigerweise können die Schläuche an ein gemeinsames Anschlussstück angeschlossen sein. Um eine gute Dosierung zu ermöglichen, kann das Anschlussstück mit vorzugsweise fernbedienbaren Steuereinrichtungen zur unabhängigen Regelung sowohl des Spritzdruckes als auch der Spritzmenge jeder Düse versehen sein. Wird eine Fernbedienung verwendet, so kann beispielsweise vom Fahrerhaus her ein genaues Anpassen des Besprühens an die gegebenen Boden- und Flächenverhältnisse erzielt werden.
Das Anschlussstück kann vorteilhaft über einen elastischen Schlauch mit dem Vorratsbehälter verbunden sein. Dabei ist es zweckmässig, wenn der Vorratsbehälter in an sich bekannter Weise mit einer Mischeinrichtung, vorzugsweise Mischdüsen, ausgerüstet ist.
In der Zeichnung ist die Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt.
Das in der Zeichnung schematisch dargestellte Kraftfahrzeug 1, das auch als Zugmaschine bezeichnet wird und eine Pritsche 2 aufweist, und beispielsweise in der Art des unter dem Namen Unimog bekannten Fahrzeugs ausgebildet ist, ist mit einem als Anbaueinheit ausgebildeten Gerät zum Besprühen von Pflanzen mit Chemikalien ausgerüstet. Das Fahrzeug weist einen Vorratsbehälter 3 auf, von dem eine an der hinteren Zapfenwelle des Fahrzeugmotors angeschlossene Pumpe 4 die Chemikalien zu einem Anschlussstück 5 fördert, das mit einer Rücklaufleitung 6 zu dem Vorratsbehälter 3 versehen ist.
Von dem Anschlussstück 5 führen Schlauchleitungen 7, 8 und 9 zu drei Spritzdüsen 10, 11 und 12, die an den in Bodennähe befindlichen Enden in etwa vertikal nach unten gerichteten Armen 13, 14 und 15 angeordnet sind, welche seitlich von dem Fahrzeug 1 an einem in etwa horizontal liegenden Ausleger 16 befestigt sind.
Als Spritzdüsen 10, 11 und 12 dienen Flachstrahldüsen, die einen Strahl besitzen, dessen Ausbreitungsrichtung in Richtung des Auslegers 16 liegt. Da die Arme 13, 14 und 15 an dem Ausleger 16 horizontal verstellbar befestigt sind, können die Strahlen der Flachstrahldüsen so ausgerichtet werden, dass sie sich teilweise überlappen, wobei die Strahlen leicht versetzt zueinander angeordnet werden. Um eine lösbare Befestigungsmöglichkeit für die Arme 13, 14 und 15 zu schaffen, können die aus Rundstahl bestehenden Arme mittels Rohrklemmen an dem aus einem Rohr hergestellten Ausleger 16 befestigt sein. Ausserdem ist es möglich, die Arme 13, 14 und 15 in vertikaler Richtung verstellbar an dem Ausleger 16 zu befestigen.
Der Ausleger 116 selbst ist mit einem Drehgelenk 17 versehen und kann über einen an einen Hebelarm 18 angreifenden mit seinem anderen Ende nicht näher dargestellter Weise an dem Aufbau des Fahrzeuges 1 befestigten Hubzylinder 19 in die gestrichelt dargestellte Lage verschwenkt werden. Der Hubzylinder 19 ist zweckmässigerweise mit nicht dargestellten Steuerleitungen ausgerüstet, die bis in das Fahrerhaus des Fahrzeuges verlegt sind, so dass er von diesem aus betätigt werden kann. Die Befestigung des Auslegers 16 erfolgt an einem ebenfalls als Rohr ausgebildeten Befestigungsteil 20, das fest mit dem Fahrzeug 1 verbunden ist und symmetrisch auf der anderen Seite ein weiteres Drehgelenk 17' besitzt, an dem der Ausleger 16 ebenfalls anbringbar ist.
Das Anschlussstück 5 ist mit einem Druckminderventil und einem Manometer 21 ausgerüstet, und besitzt ausserdem noch Steuereinrichtungen, mittels welcher der Spritzdruck und die Spritzmenge jeder Spritzdüse 10, 11 und 12 unabhängig geregelt werden kann.
Die Bedienung des Sprühgerätes zum Besprühen von Pflanzen mit wachstumshemmenden Chemikalien wird bevorzugt von dem Beifahrersitz des Fahrzeuges 1 aus durchgeführt. Der Fahrer des Fahrzeuges kann über einen nicht dagestellten Motordrehzahlmesser mit gro sser Sichtscheibe die erforderlichen geringen Fahrgeschwindigkeiten sehr genau einhalten, was sehr wesentlich ist. Dabei kann zusätzlich noch vorgesehen werden, dass zur Kontrolle ein Diagrammschreiber in das Fahrzeug eingebaut wird.
Durch die hochliegende Anordnung des Auslegers 16 können noch relativ hohe Hindernisse wie z.B. Leitpfosten 22 gut überfahren werden. Durch die besondere Ausbildung der Spritzdüsen 10, 11 und 12 als Flachstrahldüsen und deren günstige Anordnung wird der Vorteil erreicht, dass keine Spritzschatten geschaffen werden und dass auch die Flächen hinter Leitplanken 23 und Leitpfosten 22 mit den wachstumshemmenden Chemikalien gut erreicht werden können. Bei Auftauchen noch höherer Hindernisse kann über den Hydraulikzylinder 19 der Ausleger 16 angehoben werden.
Dabei ist es möglich, über die Steuereinrichtungen des an dem Fahrerhaus angebrachten Anschlussstückes 5, das in der Zeichnung in grösserem Massstab dargestellt ist, die Dosierung der zu versprühenden Chemikalien genau abzustimmen und entsprechend den vorliegenden Platzverhältnissen wahlweise eine oder mehrere der Spritzdüsen 10 oder 11 oder 12 abzuschalten. Da der Ausleger 16 symmetrisch zu seinem - in der Zeichnung gesehen - linken Drehpunkt auch auf der anderen Fahrzeugseite befestigt werden kann, ist es möglich, auch auf Bundesautobahnen beim Besprühen des Grünstreifens in Richtung des jeweiligen Verkehrs zu arbeiten.
Darüberhinaus ist das Sprühgerät und das damit ausgerüstete Fahrzeug noch vielseitig verwendbar, in dem beispielsweise der Ausleger 16 in der hochgestellten Stellung zum Besprühen von Bäumen oder Gebüschen mittels einer oder mehrerer Spritzdüsen 10, 11 und 12 ausgenützt werden kann.