Vorrichtung zur Anzeige der Temperatur des Inhaltes einer Babyflasche
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Anzeige der Temperatur des Inhaltes einer Babyflasche, mit einem auf eine Babyflasche aufsteckbaren Halter und einem am Halter befestigten Thermometer.
Es hat sich gezeigt, dass es für den Säugling sehr wichtig ist, dass er seine Nahrung mit einer Temperatur von ziemlich genau 360 C erhält. In der Regel wird die Babynahrung zunächst durch Kochen sterilisiert, vorzugsweise indem man die Babyflasche in einem Wasserbad entsprechend erhitzt. Dann wird die Babyflasche mit dem Inhalt unter dem Wasserhahn abgekühlt. Um nun die Temperatur des Flascheninhaltes zu überprüfen, drücken in der Regel die Mütter die Babyflasche an ihre Wange oder an ihre Augen. Diese Methode zur Temperaturkontrolle ist sehr subjektiv und ausserordentlich ungenau.
Bekannt ist ein Wärmemesser für den Inhalt von Säuglingsflaschen, bestehend aus einem Behälter für die Milchflasche, einem auswechselbar an dem Behälter befestigten Flüssigkeitsthermometer, dessen Flüssigkeitstasche in einem Ausschnitt liegt, und einer gegen über dem Thermometer im Innern des Behälters angeordneten, die Milchflasche an die Behälterwand drükkenden Blattfeder. Dieser Wärmemesser hat den Nachteil, dass er in seiner Grösse und Form sehr stark von den Abmessungen der Säuglingsflasche abhängig ist.
Derartige Wärmemesser können somit nur für Säuglingsflaschen mit einem ganz bestimmten Durchmesser verwendet werden. Die Temperaturmessung des Flascheninhaltes ist ungenau, da sie vom Zustand der Umgebung stark beeinflusst wird. Schliesslich müssen bei der bekannten Vorrichtung Flüssigkeitsthermometer besonderer Konstruktion verwendet werden, da das Thermometergefäss um die Wanstärke des Behälters zurückgebogen sein muss, damit eine vollkommene Berührung desselben mit der Säuglingsflasche gewährleistet ist. Daraus ergibt sich wiederum eine Verteuerung der Vorrichtung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Temperaturanzeige des Inhaltes der Babyflasche zu entwickeln, die eine hinreichend genaue Anzeige erlaubt und in ihrem Aufbau und in ihrer Handhabung einfach ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Thermometerkugel in einem Hohlraum des Halters angeordnet ist, der im Bereich der Thermometerkugel gegen die Innenseite des Halters zu eine Öffnung aufweist.
Der besondere Vorteil der Erfindung liegt darin, dass die Vorrichtung nur auf die Babyflasche aufgesteckt zu werden braucht, wenn die Temperatur des Flascheninhaltes gemessen werden soll. Diese Temperaturmessung ist unabhängig von jeden subjektiven Einflüssen. Dank des mindestens die Thermometerkugel umgebenden Hohlraums, der einen Wärmestau bewirkt, wird die Temperatur des Flascheninhaltes unabhängig von Umgebungseinflüssen zuverlässig angezeigt. Die ausserordentlich einfache Handhabung der Vorrichtung gewährleistet auch, dass die Mütter die Vorrichtung tatsächlich auch verwenden und dass das Baby seine Kost stets in der optimalen Temperatur verabreicht bekommt. Die Messung genügt den höchsten hygienischen Ansprüchen, da der Thermometer mit der Säuglingsnahrung nicht unmittelbar in Berührung kommt.
Bei der Temperaturanzeige kann ein Wärmeverlust zwischen Temperatur des Flascheninhaltes und der Thermometerflüssigkeit durch Eichung der Anliegemarke am Halter berücksichtigt werden. Der Hohlraum stellt, insbesondere, wenn er das Thermometer ganz aufnimmt, einen Schutz gegen Beschädigungen dar.
In der Zeichnung sind Ausführungsformen der Erfindung dargestellt:
Fig. 1 zeigt eine Babyflasche mit der an ihr angebrachten erfindungsgemässen Vorrichtung.
Fig. 2 zeigt eine Ansicht einer Ausführungsform der Erfindung in grösserem Massstab von vorn.
Fig. 3 zeigt die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform in einer Ansicht von hinten.
Fig. 4 zeigt einen Teil einer zweiten Ausführungsform der Erfindung in einer Ansicht von vorn.
Fig. 5 zeigt ein Einzelteil dieser Ausführungsform.
Fig. 6 zeigt einen Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 5, und
Fig. 7 zeigt die als Thermometer dienende Kapillare.
Die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen der neuen Vorrichtung weisen einen offenen Hal- ter 1 auf, dessen Enden 2 federnde Zungen bilden. Zumindest im Bereich einer Thermometerkapillaren 3 ist die Höhe des Halters etwas grösser als die Länge der Thermometerkapillare 3. Im Bereich der Federzungen 2 ist der Halter 1 niedriger als im Bereich der Thermometerkapillare 3.
Der Halter 1 weist eine Werbefläche 4 auf, die zweckmässig über den oberen Rand des Halters 1 hinaussteht und, sofern der Halter aus Kunststoff hergestellt ist, an den Halter 1 mit angespritzt ist. Im letzteren Falle hat diese Anordnung der Werbefläche Vorteil, dass eine den Werbetext tragende Platte in der Spritzform für den Halter 1 leicht ausgewechselt werden kann.
Die Thermometerkapillare 3 ist so am Halter 1 befestigt, dass ein guter Wärmeübergang zwischen einer Babyflasche 5 und der Kapillarkugel 6 der Thermometerkapillare gewährleistet ist. Diese Befestigung kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 und 3 weist der Halter 1 einen rohrförmigen Hohlraum 7 zur Aufnahme der Thermo meterkapillare 3 auf, der an seinem unteren Ende zur Aufnahme der Kapillarenkugel 6 eine Erweiterung 8 besitzt. Im Bereich der Erweiterung 8 ist der Hohlraum nach innen geöffnet. Der rohrförmige Teil des Hohlraumes 7 ist oben geschlossen. Die Thermometerkapillare 3 wird durch das untere offene Ende des Hohlraumes 7 eingeführt, nach ihrer Befestigung wird die untere stirnseitige Öffnung des Hohlraumes 7 durch eine kleine Platte 9 verschlossen, die beispielsweise in die Öffnung eingeklebt sein kann.
Die Thermometerkapillare ist so in dem Hohlraum 7 befestigt, dass ihre Kapillarenkugel 6 durch die Aussparung 10 in dem Halter 1 am unteren Ende des Hohlraums 7 etwas hindurchgreift, die Kapillarenkugel 6 jedoch elastisch federnd nachgeben kann. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass die Thermometerkapillare 3 nur an ihrem oberen Ende 11 in dem Hohlraum befestigt ist, beispielsweise mit irgendeinem Klebstoff an dem Halter 1 angeklebt ist oder aber, sofern der Halter 1 aus Kunststoff besteht, an diesem angeschweisst ist. Die Thermometerkapillare ist auf diese Weise allseits geschützt und im Hohlraum 7 angeordnet.
Zum Zwecke des besseren Wärmeüberganges zwischen der Flasche 5 und der Kapillarenkugel 6 kann im Bereich der Kapillarenkugel 6 eine den Wärme übergang begünstigende Masse vorgesehen sein, beispielsweise eine Blattfeder aus Metall oder ein Stückchen Metallschwamm oder dergleichen. Dies ist nicht erforderlich, wenn die Kapillarenkugel 6 einen so grossen Fedenveg durchführen kann, dass ihr Umfang durch die Aussparung 10 im Halter 1 hindurchgreift und etwas über die Rückwand des Halters 1 hinausragt.
In den Halter 1 ist eine Marke 12 eingespritzt, die die Stelle markiert, an der der Spiegel der Anzeigeflüssigkeit in der Thermometerkapillare bei einer Temperatur von 360 C steht. Diese Markierung kann durch Farbgebung besonders hervorgehoben sein.
Bei der in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist der Halter 1 einschliesslich des rohrförmigen Hohlraumes 7 aus einem Stück in Kunststoff gespritzt. Bei der in Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist dagegen dieser Halter aus zwei Einzelteilen zusammengesetzt. An der Stelle, an der die Thermometerkapillare 3 in den Halter 14 eingebaut werden soll, ist eine Vertiefung oder Ausnehmung 15 vorgesehen, in die von der Seite her Befestigungswarzen 16 und 17 hineinragen.
Ein trogförmiger Aufsatz 1S ist aus einem durchsichtigen Kunststoff hergestellt und weist Befestigungsstege 19 und 20 auf und an seinem unteren Ende eine Erweiterung 21. Die Stirnfläche 22 des trogförmigen Aufsatzes ist bei der Herstellung mit angespritzt.
Die Thermometerkapillare 3 wird mit Hilfe der Befestigungsstege 19 und 20 in dem trogförmigen Aufsatz 18 befestigt, dieser dann in die Vertiefung 15 eingesetzt und durch Klebung, Schweissung oder dergleichen befestigt. Die Befestigung der Thermometerkapillare erfolgt wiederum so, dass die Kapillarkugel 6 durch die Aussparung 23 des Halters 14 etwas hindurchtritt.
Die Wand des trogförmigen Aufsatzes 18 hat, wie Fig. 6 zeigt, den Querschnitt einer Lupe, so dass das Ablesen des die Temperatur anzeigenden Mediums in der Thermometerkapillare 3 erleichtert ist.
Beim Gebrauch wird die erfindungsgemässe Vorrichtung über eine Babyflasche geschoben, wobei dann die Kapillarkugel über eine Aussenwand der Babyflasche zur Anlage kommt oder aber nur noch einen sehr geringen Abstand von ihr aufweist. Die Thermometerkapillare zeigt dann die Temperatur der Flasche an, die mit Hilfe der Markierung 12 kann nach Eichung die Temperatur des Flascheninhaltes recht genau gemessen werden.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung umgeben die Wände des Hohlraumes die Kapillare allseitig mit Ausnahme einer Aussparung im Bereich der Kapillarenkugel; dabei weist die Kapillarenkugel einen Abstand zur Flaschenoberfläche auf. Der Abstand ist dabei so gross gewählt, dass Herstelltoleranzen, die sich auf diesen Abstand auswirken, auf die Anzeige des Thermometers keinen unzulässig grossen Einfluss ausüben. Die Wärme staut sich in dem die Kugel umgebenden Gehäuse. Auf diese Weise wird eine sehr gleichmässige Anzeige, auch bei grossen Serien erzielt. ohne dass eine Justierung oder Eichung erforderlich ist. Das Thermometer kann dabei in radialer Richtung federnd befestigt sein.
Um ein schnelles Ansprechen des Thermometers, verbunden mit einer genauen Anzeige zu erreichen, sollte die Kapillare so angebracht und die Rückwandausnehmung so gestaltet sein. dass die Kapillarenkugel an der Babyflasche anliegt.