Mieder
Die Erfindung betrifft ein Mieder mit einem Rükkenteil, einem Paar elastischer Seitenteile, wobei die rückwärtigen Enden der Seitenteile mit den Seitenkanten des Rückenteils durch Rückennähte miteinander verbunden sind, und einem unelastischen Vorderteil, welches durch Vordernähte an den Vorderkanten der Seitenteile befestigt ist.
Solche Mieder enthalten im allgemeinen ein Teil, das aus elastischem Material besteht und das die ge wünschte Formkraft auf den Körper ausübt. Wegen der unterschiedlichen Körperkonturen sowie durch den besonderen Aufbau des Mieders kommt es jedoch häufig vor, dass die Form kraft ungleichmässig verteilt ist und die gewünschte Formung des betreffenden Körpergebietes nicht stattfindet. Ferner kann es gelegentlich vorkommen, Idass das Mieder am Körper herauf oder hinabrntscht, wenn das elastische Material nicht in der Lage ist, das Mieder genügend festzuhalten.
Solche Erscheinungen treten gelegentlich in der Hüftpartie oder unterhalb des Busens auf.
Manche dieser Nachteile wurden dadurch behoben, dass in den Miederwaren ein elastisches Band gemäss US-Patent Nr. 3 168 099 verwendet wurde. Gemäss diesem Patent ist ein elastisches Band von genügender Breite, beispielsweise von etwa 8 cm, vollständig um die Seiten und den Rücken des Mieders in Ider Hüftgegend geführt, und zwar frei anliegend, so dass die Wirkung unabhängig von den dFarunterlielgenden Partien gewährleistet ist. Dadurch wird eine gute Eilormwirkung des Mieders und ein guter Sitz in der Hüftgegend erreicht, sowie ein Auf- bzw.
Abwärts gleiten desselben verhindert.
Es ist Aufgabe der Erfindung, die Wirkung dieses elastischen Bandes weiterhin zu verbessern, so dass nicht nur ein guter Sitz und eine zugute Formkralft, sondern auch eine gute Unterstützung in der Rückenpartie g währleistet ist.
Eine weitere Aufgabe besteht darin, das bekannte elastische Band auch für die Partien unterhalb des Busens anzuwenden. Diese Aufgabe wird für ein eingangs zitiertes Mieder erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass ein längs des Umfanges dehnbares Band den gesamten Umfang des Mielders mit Ausnahme Ides Verderteil,s umfasst, wobei das Band aus einem Paar Seitenbändern und einem Rückenband besteht, welche die äussere Oberfläche der Seitenteile wmschliessen, dass die Enden der Seitenbänder mit Iden Vorder- und Rückennähten befestigt sind,
und dass das Rückenband auf der Innenseite des Rückenteils angeordnet ist, wobei die Enden des Rückenbandes an den Rückennähten befestigt sind.
Im folgenden werden Ausführungsbeispieile der Erfindung anhiand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Frontansicht eines als Hüftgürtel auslge- bildeten Mieders mit einem elastischen Band,
Fig. 2 die teilweise geschnittene Rückansicht des Gürtels gemäss Fig. 1,
Fig. 3 eine Schnittdarstellung, welche einen Teil der Rückenpartie gemäss Fig. 2 darstellt,
Fig. 4 den Schnitt 44 gemäss Fig. 1 mit einer schematischen Darstellung der Wirkung indes elastischen Bandes,
Fig. 5 die Frontansicht eines für den Körperteil bestimmten Mieders,
Fig.
6 eine Teilansicht der Innenseite des Mieders gemäss teig. 5,
Fig. 7 die Schnittdarsteilung 7-7 gemäss Fig. 6,
Fig. 8 die Ansicht eines als Büstenhalter aus gebilde- ten Mieders,
Fig. 9 eine Teilansicht wider Innenseite des Bürsten halters gemäss Fig. 8,
Fig. 10 die Frontansicht eines weiteren Gürtels,
Fig. 11 eine teilweise geschnittene Rückansicht des Gürtels gemäss Fig. 10 und
Fig. 12 eine Teilansicht der Innenseite des Gürtels gemäss Fig. 10 und 11.
Das in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Ausführungsbeispiel, das einen Hüftgürtel zeigt, der eine beliebige Länge aufweisen kann oder die Form eines Korseletts haben kann, zeigt in erster Linie die Ausbildung der Hüftpartie.
Der Gürtel 10 besteht aus einem Vorderteil 11, das aus unelastischem Material besteht und das mit einem Reissverschluss 12 versehen sein kann, um den An- und Auskleidevorgang zu erleichtern. Ferner enthält der Gürtel ein Paar Seitenteile 13, sowie ein Rückenteil 14.
Die Vorderkanten der Seitenteile sind an den Seitenteilen des Vorderteils 11 durch Vordernähte 15 befestigt, während die hinteren Enden der Seitenteile an den seitlichen Enden des Rückenteils 14 durch Rüokennähte 16 befestigt sind. Die Seitenteile 13 bestehen aus elasti- schem Material, welches in erster Linie in horinontaler Richtung dehnbar sein kann, wie es durch die Pfeile 17 angedeutet ist.
Das Rückenteil 14 ist aus einem unteren elastischen Teil 14a und einem oberen elastischen Teil 14b zusSam- mengesetzt, wobei das untere Ende des oberen Teils an dem oberen Ende des unteren Teils durch eine Naht 18 befestigt ist. Das untere elastische Teil 14a ist in vertikaler Richtung dehnbar, wie es durch die Pfeile 19 angedeutet ist. Dieses Teil ist in horizontaler Richtung prak- tisch nichtdehnbar. Das obere elastische Teil 14b ist dagegen im wesentlichen in horizontalelr Richtung dehnbar, wie es durch die Pfeile 20 angedeutet ist.
Ein Band 21 ist um die Hüftpaffie gelegt und em- fasst den gesamten Umfang des Gürtels, mit Ausnahme des Vorderteils 11. Das Band 21 weist eine gewisse Nachgiebigkeit längs des Umfanges des Gürtels auf. Es besteht aus einem elastischen Band geeigneter Breite, beispielsweise von etwa 8 cm, und ist aus einem Paar Seitenbändern 21 a sowie einem Rückenband 21b zusammengesetzt. Die Seitenbänder 21la liegen frei auf der äusseren Oberfläche der Seitenteile 13 des Gürtels auf, wobei die vorderen Enden der Bänder 21a mit den Frontnähten 15 und die hinteren Enden mit den Rük kznnähten 16 befestigt sind.
Das Rückenband 21b liegt frei auf der inneren Oberfläche des Rückenteils 14 auf, wobei seine Enden mit den Rückennähten 16 befestigt sind, wie es aus Fig. 4 ersichtlich ist. Ausser der Befestigung mit Hilfe der Nähte 15 und 16 sind die Bänder 21 a und 2lb frei beweglich gegenüber dem Gürtel, wo durch sie sich von diesem unabhängig bewegen und aus- dehnen können. Die Rückenteile 14a und 14b sind so bemessen, dass die Naht 18, welche sie zusammenhält, längs der unteren Kante des Rückenbandes 21b oder in dessen unmittelbarer Nähe verläuft, wobei das Rückenband 21b auf der Innenseite des oberen Rückenteils 14b verläuft.
Obwohl das Rückenband 21b von dem Rükkenteil 14 mit Ausnahme der Nähte 16 getrennt ist, wird durch die Anordnung der unteren Kante des Rükkenbandes 21b in unmittelbarer Nähe des oberen Endes des in horizontaler Richtung nichtdehnbaren Rückenteiles 14a eine Dehnung des unteren Teiles des Rückenbandes 21b vermieden. Auf diese Weise wird das Band in der Hüftpartie gehalten, wodurch der Gürtel gegen aufwärts- oder abwärtsgerichtete Bewegungen gesichert ist.
Die obere Kante des Rückenlbandes 21b, welche von dem in horizontaler Richtung nichtdehnbaren Rückenteil 1 4a weiter entfernt ist kann sich dagegen frei in horizontaler Richtung mit dem Rückenteil 14b dehnen, wodurch die nötige Bewegungsfreiheit in der Hüftpartie beim Sitzen, Bücken oder Stehen der Trägerin gewährleistet ist.
Die Anordnung des Rückenbandes 21b auf der Innenseite anstatt auf der Aussenseite des Gürtels bedeutet eine stärkere Unterstützung der Rückenpartie der Trägerin, da das Rückenband 21b mit diesem Teil m direktem Kontakt steht. Ausserdem verstärkt das Rükkenband 21b, welches unter dem Rückenteil 14b angeordnet ist, das Rückenteil und wirkt somit einem frühzeitigen Verschleiss des Gürtels entgegen. Durch die Anordnung des Bandes 21 in der Hüftlinie werden sowohl das Vorderteil 11 als auch die Seitenteile 13 und das Rückenteil 14 des Mieders oberhalb der Oberkante des Bandes 21 gehalten, wie es aus den Figuren hervorgeht.
Die Fig. 5 bis 7 zeigen einen Büstenhalter, in dem das elastische Bland eingearbeitet ist; und zwar ist in den Fig. 5 bis 7 ein für den Körperteil bestimmtes Mieder 30 gezeigt, mit einem unelastischen Vorderteil 31, einem Paar ellastischer Seiaenteile 32, die an dem Vor verteil durch Vordernähte 33 befestigt sind, und einem Rückenteil 34a, 34b aus elastischem Material, das an den Seitenteilen durch Rückennähte 35 befestigt ist. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Rückenpartie nicht aus einem Stück gearbeitet, sondern entlang der vertikalen Mittellinie mit einem Verschluss versehen.
Die beiden Rückenteile 34a und 34b können mit Hilfe von Ha- ken 36 und Ösen 37 gegeneinander befestigt werden.
Ferner enthält dieses Mieder Brustschaien 38 und eventuell Federeinsätze, die entlang der Nähte 33, 35 sowie zwischen den Seitenteilen 32 entlang der Naht 39 vorgesehen sein Ikönnen.
Am unteren Teil des Büstenhalters ist ein elastisches Band befestigt, das um den ganzen Umfang reicht, mit Ausnahme des Vorderteiles 31. Das Band besteht aus einem Paar Selitlenbändern 40a, die auf der äusseren Oberfläche der Seitenteile 32 aufliegen, sowie einem Paar Rückenbänder 40b, welche auf der Innenseite der Rückenteile 34a, 34b aufliegen. Die vorderen Enden der Seitenbänder 40a sind durch die Vordernähte 33 befestigt, während die rückwärtigen Enden dieser Bänder zusammen mit den vorderen Enden der Rückenbänder 40b mit den Rückennähten 35 befestigt sind.
Die rückwärtigen Enden der Rückenbänder 40b sind mit Hilfe einer Naht 41 an der Öffnungekante des rückwärtigen Teils befestigt. Sowohl die obere als auch die untere Kante des Bandes 40a, 40b ist gegenüber dem Mieder frei beweglich, so dass das elastische Band un abhängige Bewegungen und Ausdehnungen ausführen kann. Wenn auf dem Seitenteil 32 Abnäher 39 zur Aufnahme von Federeiniagen vorgesehen sind, können diese Nähte bis auf die Unterkante des Seitenbandes 40a geführt sein, ähnlich wie die Nähte 33 und 35, wobei die Ober- und Unterkanten der Seitenbänder 40a in horizontaler Richtung nicht am Miederteit befestigt sind.
Die Seitenteile 32 weisen vorzugsweise Unterkanten 42 auf, welche die Form eines umgekehrten flachen V haben und einen gewissen Abstand gegenüber der Unterkante der Seitenbänder 40a aufweisen, wodurch die unteren Teile Ider Seitenbändler 40a in direktem Kontakt mit dem Körper stehen, obwohl diese Bänder auf der äusseren Oberfläche der Seitenteile auflie gen. Die Rükkenbänder 40b befinden sich ebenfalls in direkten Kontakt mit dem Körper, da sie auf der Innenseite der Rük kenteile 34a, 34b angeordnet sind. Die Bänder 40b, 40a sorgen auf diese Weise für ein gutes Anliegen der Seiten- und Rückenteile des Mieders und sichern es gegen auf- oder abwärtsgerichtete Bewegungen.
Der in den Fig. 8 und 9 gezeigte Büstenhalter 30' ist im wesentlichen nach denselben Prinzipien aufgebaut wie der in den Fig. 5 bis 7 dargestellte. Der Hauptunterschied zwischen den beiden besteht im wesentlichen in den vertikalen Abmessungen, weshalb in den Fig. 8 und 9 dieselben Bezugszeichen wie in den Fig. 5 bis 7 verwendet wurden. Es sei jedoch bemerkt, dass das Band 40a, 40b, weiches bei dem in den Fig. 5 bis 7 gezeigten Miederoberteil eine Breite von etwa 8 cm aufweist, bei dem in den Fig. 8 und 9 gezeigten Büstenhlal- ter schmäler ist, beispielsweise 4 bis 5 cm. Diese Breite reicht durchaus für die oben beschriebene Funktion die; ser Bänder aus.
Bei beiden Büstenhaltern ist das Rückenteil in zwei Teile 34a und 34b aufgeteilt, um ein leichteres An- bzw.
Ausziehen desselben zu ermöglichen. Aus diesem Grund ist das mit beiden Teilen verbundene Rückenband 40b ebenfalls in zwei Teile aufgeteilt. Es ist jedoch selbstverständlich, dass der Büstenhalter auch an der Vorderselite mit einer Öffnung versehen sein kann, und dass dann die Rückenteile 34a und 34b in ein gemeinsames Teil übergehen. Inadiesem Fall besteht auch das R*k- kenband 40b aus einem einzigen Teil. Das Band ist dann in einem Stück über das Rückenteil geführt, wie es in dem Gürtel der Fig. 1 bis 4 dargestellt ist.
In den Fig. 10 bis 12 ist ein weiteres Ausführunlg6- beispiel dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel ist das Band ähnlich wie in dem Büstenhalter gemäss den Fig. 5 bis 9 anXeinem Gürtel gemäss den Fig. 1 bis 4 angeordnet. Auch in diesem Fall weist der Gürtel 10' ein unelastisches Vorderteil 11 auf, ein Paar Seitenteile 13 und ein Rückenteil 14, wie es bereits in Verbindung mit dem Gürtel 10 beschrieben worden ist.
In diesem Ausfühlrungsbeispiel ist das Band 21 direkt an der Oberkante des Mieders angeordnet, und nicht unterhalb derselben, wie es beim Gürtel 10 der Fall war. Das Band 21 umfasst den ganzen Hüftumfang mit Ausnahme des Vorderteils 11. Das Band besteht aus Seitenbändern 21a, ldie auf der äusseren Oberfläche der Seitenteile 13 aufliegen, und einem Rückenband 21b, das auf der inneren Oberfläche des Rückentelis 14 aufliegt.
Obwohl das Vorderteil 11 und das Rückenteil 14 bis an die Oberkante Ides Gürtels reichen, d. h. also bis zur Höhe Ider Oberkante des Bandes 21, sind die Seiten; teile 13 mit Kanten 43 versehen, welche die Form eines umgekehrten flachen V aufweisen. Diese Kanten weisen einen Abstand gegenüber der Oberkante des Gürtels auf, wie es aus Fig. 12 hervorgeht. Dadurch werden die oberen Teile des Seitenbandes 21a frei gelassen, so dass sie mit dem Körper direkt in Kontakt stehen können, obwohl die Seitenbänder auf Ider Aussenseite der Seitenteile anliegen.
Das Rückenband 21b befindet sich natür- lich ebenfalls in Kontakt mit dem Körper, da es auf der Innenseite des Rückenteils angeordnet ist. Die Wirkung dieser Anordnung entspricht derjenigen des Büstenhalters gemäss den Fig. 5 bis 9, mit dem Unterschied, dass in diesem Fall die Oberkante des Mieders mit dem Band versehen ist. Im Gürtel befinden sich die \(-förmigen Kanten 43 im oberen Bereich der Seitenteile 13, wo- durch der obere Teil des Seitenbandes 2 1a freigegeben wird, während beim Büstenhalter die V-förmigen Kanten 42 im unteren Bereich der Seitenteile 42 angeordnet sind und den unteren Teil des Seitenhandes 40a für den direkten Kontakt mit der Haut freigeben.