Verfahren zum Kontitionieren eines pneumatischen Flockenfördersystems für Spinnereimaschinen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Konditionieren eines pneumatischen Flockenfördersystems zum Zuführen von Fasermaterial in Füllschächte, für Spinnereimaschinen, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bei der pneumatischen Flockenförderung wird das in Flocken vorliegende Fasermaterial mittels eines Transportmediums, z.B. eines Luftstroms, durch eine Leitung transportiert und in vielen Fällen einem oder mehreren an die gemeinsame, unter Überdruck stehende Transportleitung angeschlossenen Füllschächten oder dgl. zugeführt.
Das in der Leitung geförderte flockenförmige Fasermaterial zeigt jedoch kein konstantes Verhalten. So kommt es häufig vor, dass sich z.B. an den an der Transportleitung befindlichen Abzweigungen Flockenansammlungen oder Anhäufungen von Fasern bilden, was zu Stauungen führt und nicht nur der Transport, sondern insbesondere eine gleichmässige Abführung der Flocken in z.B. an die an den Abzweigungen angeschlossenen Füllschächte oder dgl. behindert wird. Es besteht die Gefahr, dass hierdurch ein gleichmässiges Ablagern des Fasermaterials in den Füllschächten oder dgl. beeinträchtigt wird, was sich bei der Weiterverarbeitung negativ auf die Nummerhaltung eines aus diesem Fasermaterial erzeugten Bandes oder Garns auswirkt.
Das Auftreten von unerwünschten Faseragglomerationen in pneumatischen Flockenfördersystemen ist am häufigsten auf die Ausbildung von elektrostatischen Ladungen zurückzuführen. Elektrostatische Ladungen können durch Reibung infolge Auftretens von Turbulenz im Transportluftstrom, Reibung zwischen den Faserflokken u. dem Luftstrom beim Übernehmen der Flocken von der flockenliefernden Maschine durch den Transportluftstrom oder auch Reibung der Faserflocken aneinander auftreten. Infolge der sich frei im Transportluftstrom bewegenden Flocken wird die elektrostatische Ladung nicht abgeführt und bleibt daher bis zur Berührung mit einem geeigneten, die elektrostatische Ladung ableitenden Material bestehen. Insbesondere werden bei ver gleichsweise trockener Transportluft bevorzugt Agglomerationen der Faserflocken beobachtet.
Aber auch zu hohe Feuchtigkeit in der Transportluft oder des Fasermaterials selbst führt zu Zusammenballungen der Faserflocken, was. wie bereits erwähnt, nicht nur Störungen im pneumatischen Fördersystem hervorruft, sondern sich vor allem ungünstig auf die Qualität des aus den Fasern erzeugten Produkts auswirkt.
Um das Auftreten derartiger Agglomerationen zu vermeiden, hat es daher nicht an Versuchen gefehlt, die Feuchtigkeit und/oder die Temperatur in pneumatischen Fördersystemen zu beeinflussen.
So ist ein Verfahren zum Öffnen und Reinigen von Baumwolle unter Benutzung von Warmluft bekanntgeworden, bei dem von aussen angesaugte und dann erwärmte Frischluft in geschlossenen Leitungen durch die einzelnen Maschinen der Anlage gedrückt wird, so dass die dabei mit der Warmluft geförderte Baumwolle während des ganzen Öffnungsvorgangs in einem gleichmässig warmen Luftstrom verbleibt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die einzelnen Fasern durch hocherhitzte Warmluft in einem sehr trockenen Medium befördert werden. das sie zwar von Schwankungen der Luftfeuchtigkeit abschliesst, zur Entstehung von Agglomerationen durch zu geringen Feuchtigkeitsgehalt des Fasermaterials infolge Verwendung von Warmluft und der damit verbundenen Gefahr der Ausbildung von elektrostatischen Ladungen jedoch jeden Anlass bietet.
Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die zum mehrmaligen Durchsetzen des Fasermaterials durch die öffner- und Reinigungsmaschinen neu anzusaugende Frischluft ergänzt werden muss, was unwirtschaftlich ist.
Bei dem bekannten pneumatischen Transport von Fasern zu den Siebtrommeln einer Schlagmaschine durch erwärmte und befeuchtete Luft wird diese nach Ablegen der Fasern gefiltert und mit im wesentlichen unverändertem Wärme- und Feuchtigkeitsgehalt anstatt ins Freie in den Putzereimaschinenraum zurückgeführt, wodurch die Wärme und Feuchtigkeit im Raum, aus dem die Trans portluft zuvor entnommen wurde, aufrechterhalten bleibt. Das Verfahren konditioniert wohl den im Raum und in den Transportleitungen befindlichen Luftstrom, Schwankungen im Feuchtigkeitsgehalt der Fasern bleiben jedoch unberücksichtigt. Eine Beeinflussung der Feuchtigkeit der mit verschiedenem Feuchtigkeitsgehalt anfallenden Fasern ist durch die notwendige gleichzeitige Klimatisierung des Putzereiraums und der Transportluft und damit einer grossen umgewälzten Luftmenge zu träge und zudem unwirtschaftlich.
In einer anderen bekannten Vorrichtung zur pneumatischen Beförderung von langen Fasern werden die langen Fasern mittels eines Luftstroms einem mit einem Befeuchter ausgestatteten Mischraum zugeführt und der Transportleitung befeuchtete Zusatzluft injektorartig zugeführt. Die Befeuchtung dient hier zur besseren Durchmischung der langen Fasern. Die Zusatzluft wird unab gängig von der Feuchtigkeit der Fasern aus dem umgebonden Raum durch Injektoren angesaugt. Eine Steuerung der Konditionierung des Transportluftstroms durch die Zusatzluft zur Beeinflussung der Feuchtigkeit der Fasern macht eine Abstimmung der Injektoren aufeinander durch Messfühler erforderlich. Ein derartiges Steuersystem ist jedoch viel zu träge und, infolge der grossen angesaugten und zu klimatisierenden Luftmenge, unwirtschaftlich.
Beim bekannten Ablagern von Fasern mittels eines Luftstroms auf einer Siebtrommel, die von einem Vorreisser geliefert werden, traten Unregelmässigkeiten des abgelagerten Vlieses auf. Dieses suchte man dadurch zu beheben, dass man die Luftleitung zu einer Ringleitung ausbildete und im nicht-faserführenden Teil Mittel zum Erhitzen des Luftstroms sowie zum Einbringen von Wasser in den Luftstrom bei Erreichen einer bestimmten Lufttemperatur vorsah. Die Heizvorrichtung befand sich hierbei zusammen mit einem Temperaturmessfühler in einer an die Ringleitung angeschlossenen Zweigleitung, der die Wassereinspeisung in die Ringleitung in Abhängigkeit von der Temperatur des Transportluftstroms steuerte.
Unabhängig von der Feuchtigkeit der im faserfördernden Abschnitt der Ringleitung anfallenden Fasern wird kontinuierlich so viel Wasser eingespritzt, dass bei vorgegebener Temperatur stets kondensierte Wassernebel vorliegen, die sich auf den Fasern niederschlagen und die elektrostatischen Ladungen abführen. Einen derartig hohen Wassergehalt aufweisende Fasern lassen sich in Flockenform nicht gleichmässig in Füllschächte oder dgl.
abführen, dort ablagern und weiterverarbeiten, da sie sich zusammenballen würden. Eine Erhöhung der Temperatur des Transportluftstroms der Zweigleitung dient ebenfalls nicht dazu, den Feuchtigkeitsgehalt der Fasern zu beeinflussen, sondern zum Steuern der durch das Einspritzen oder Verdampfen von Wasser eintretenden Temperaturänderung im nicht-faserführenden Teil der Ringleitung. Der in der Zweigleitung befindliche Messfühler mit Heizung, der die Wassereinspeisung in Abhängigkeit von der Temperatur steuert, zeigt auch nicht die im faserführenden Abschnitt der Ringleitung effektiv herrschenden Temperaturwerte an.
Vielmehr ist die Transportluft durch den Wassernebel zu einem elektrostatisch ableitenden Medium geworden, das unabhängig vom Verhalten der Fasern dafür sorgt, dass elektrostatische Ladungen, die sich im faserführenden Abschnitt bilden, abgeführt werden.
Eine andere bereits bekannte Anordnung steuert den Antrieb der Flockenzufuhr für das in einer Leitung zu Kardenfüllschächten geförderte Flockenmaterial in Abhängigkeit vom Füllungsgrad der Füllschächte mittels eines Luftdruckmessgeräts. Eine Agglomeration von Faserflocken in der Leitung oder an den Abzweigungen für die Füllschächte wird hierdurch nicht verhindert. Die Anordnung regelt lediglich das An- und Abstellen des Antriebs für die Flockenzufuhr der flockenliefernden Maschine.
In einem weiteren bekannten Verfahren wird die Geschwindigkeit eines die Flocken transportierenden Luftstroms in der Transportleitung zu den Füllschächten zum Pulsieren gebracht, wobei bei kurzzeitiger hoher Luftgeschwindigkeit der Transport der Flocken in der Leitung erfolgt und Stauungen in der Leitung vermieden werden, während bei nachfolgender kurzzeitiger niedriger Geschwindigkeit eine bessere Ausscheidung und Ablage in die einzelnen Füllschächte stattfindet. Es erfolgt somit eine kurzzeitig wechselnde, schubweise und keine gleichmässige Zufuhr. Ausserdem werden an den Abzweigungen stets kleine Zusammenballungen gerade wegen der zeitweiligen Herabsetzung der Luftgeschwindigkeit zurückbleiben, da ihr Schwergewicht gegenüber den Kräften der elektrostatischen Aufladung nicht ausreicht, um in den Füllschacht herabzufallen.
Hierzu bleiben Ansatzstellen für weitere Zusammenballungen zurück, die auch durch den nachfolgenden Schub des pulsierenden Luftstroms nicht vollkommen beseitigt werden.
Ziel vorliegender Erfindung ist daher, die vorstehend aufgezeigten Nachteile der bisher bekannten Verfahren und Vorrichtungen zu beseitigen und ein mit einem pneumatischen Flockenfördersystem gefördertes Fasermaterial in der Weise zu konditionieren, dass sein Zustand den Förder- bzw. den Speisebedingungen entspricht.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Konditionieren eines pneumatischen Flockenfördersystems zum Zuführen von Fasermaterial in Füllschächte, für Spinnereimaschinen ist dadurch gekennzeichnet. dass man einen Teil der Förderluftmenge konditioniert zum flockenbeladenen Transportluftstrom zusetzt.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens besitzt eine mit einer flockenfördernden pneumatischen Transportleitung verbundene Einrichtung zum Konditionieren eines Teils der Förderluftmenge, sowie in der flockenfördernden Transportleitung einen über ein Steuerorgan mit der Einrichtung verbundenen Messfühler. Letzterer kann zum Messen der Feuchtigkeit der mit Flocken beladenen Transportluft vorgesehen sein und über das Steuerorgan zur Konditionierung der Teilmenge Luft dienen.
Die Erfindungen werden nachstehend anhand von in den beiliegenden Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispielen, bei denen Fasern einer oder mehreren Karden zugeführt werden, näher beschrieben. Es bedeuten:
Fig. 1 eine automatische Karderie in schematischer Darstellung im Aufriss,
Fig. 2 einen Grundriss derselben,
Fig. 3 eine Anlage zum Fördern von Fasern mit am Ende geschlossener Transportleitung in schematischer Darstellung im Aufriss,
Fig. 4 eine Variante im Detail von Fig. 1 oder 3 im Aufriss,
Fig. 5 eine weitere Variante im Detail von Fig. 1 oder 3 im Aufriss,
Fig. 6 eine Variante im Detail von Fig.4 im Aufriss,
Fig. 7 eine andere Variante im Detail von Fig. 1 oder 3 im Aufriss.
Gemäss Fig. 1 und 2 erhält eine faserflockenliefernde Maschine, nachstehend kurz Flockenspeiser 1 genannt, über eine Zufuhrleitung 2 von einem öffner (nicht gezeigt), pneumatisch gefördertes Fasermaterial. Diese Flocken werden zusammen mit Transportluft durch eine Leitung 3, in die ein Ventilator 4 eingesetzt ist, von letzterem in Richtung von Pfeil A angesaugt und mittels Transportluft unter Überdruck in Richtung von Pfeil B in eine hoch liegende Transportleitung 5 gefördert, die mit einem Zwischenstück 6 in einen rechteckigen Querschnitt von annähernd Kardenbreite übergeht, an die vertikale Füllschächte 7 von in einer Reihe aufgestellten Karden 8 angeschlossen sind.
Nach Bedienung einer ersten Reihe von Karden führt die Leitung 5 über eine zweite zur ersten parallel liegenden Reihe von Karden 8', die ebenfalls durch gleiche Füllschächte 7' (Fig. 2) gespeist werden, zurück zum Flockenspeiser 1. Zwischen dem Flockenspeiser 1 und dem Ventilator 4 befindet sich ein By-pass-Kanal 9, der mittels öffnungen 10 und 11 an die Leitung 3 angeschlossen ist und durch den eine kleine Menge aus Leitung 3 abgezweigter Transportluft in Richtung der Pfeile C und D strömt. Zur Vermeidung des Eintritts von Faserflocken in den By-pass-Kanal 9 sind die Öffnungen 10 und 11 mit Sieben, Filtern, oder dgl. (nicht gezeigt) versehen.
Im By-pass-Kanal 9 ist eine an ein Wasserreservoir angeschlossene (nicht gezeigt) Düse 12 zum Einspritzen von Wasser angeordnet, die mit einem Steuerorgan 13 verbunden ist, zu dem ein vor dem Zwischenstück 6 in der flockenfördernden Transportleitung 5 angeordneter, auf Feuchtigkeit ansprechender Messfühler 14 gehört.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit der Vorrichtung gemäss Fig. 1 und 2 tritt infolge der auch im By-pass-Kanal 9 durch die Öffnungen 10 und 11 herrschenden Saugwirkung des Ventilators 4 Transportluft durch die Öffnung 10 gemäss Pfeil C in den By-pass-Kanal 9 ein, strömt durch denselben hindurch, gelangt durch die Öffnung 11 gemäss Pfeil D wieder in die Leitung 3 zurück, wo sie sich mit dem durch Pfeil A charakterisierten, mit Flocken beladenen Transportluftstrom vereinigt. Während des Durchströmens durch den By-pass-Kanal 9 wird bei zu geringem Feuchtigkeitsgehalt der mit Flocken beladenen Transportluft durch Einspritzen von Wasser mittels der Düse 12 der Feuchtigkeitsgehalt der vergleichsweise kleinen Menge abgezweigter Transportluft geändert.
Diese kleine Menge konditionierter Luft vereinigt sich nach Durchtritt durch die öffnung 11 mit dem flockenbeladenen Transportluftstrom und verändert den Feuchtigkeitsgehalt desselben.
Die Menge einzuspritzenden Wassers in die kleine Menge durch den By-pass-Kanal abgezweigter Transportluft und damit die Höhe der Konditionierung wird durch den Messfühler 14 gesteuert, der auf einen bestimmten Wert der Feuchtigkeit der Transportluft eingestellt ist. Er meldet eine Abweichung vom Sollwert dem Steuerorgan 14, das dann ein Einspritzen von Wasser durch die Düse 12 veranlasst Der Messfühler 14 wird gegebenenfalls innerhalb eines Toleranzbereichs auf einen Feuchtigkeitsgehalt der Transportluft eingestellt, bei dem keine Agglomerationen der Faserflocken in der Transportleitung oder an den Abzweigungen auftreten, was durch Prüfen des Bandgewichts des aus den Karden 8, 8' anfallenden Bandes festgestellt wird.
Mit einer Schwankung des Feuchtigkeitsgehalts der angelieferten Faserflocken und/oder der in das pneumatische Flockenfördersystem frisch angesaugten Luft tritt auch eine Schwankung des Feuchtigkeitsgehalts der Transportluft auf, die vom Messfühler 14 festgestellt gegebenenfalls ausserhalb des Toleranzbereichs über das Steuerorgan 13 durch Betätigung der Düse 12 ausgeglichen wird. Die Konditionierung erfolgt schnell und unter geringem Aufwand. Durch den Zusatz einer nur kleinen Menge vorher konditionierter Luft zum Transportluftstrom werden insbesondere kleine Schwankungen schnell ausgeglichen.
Die zuvor im By-pass-Kanal 9 konditionierte kleine Luftmenge, die dem Transportluftstrom zugesetzt wird, ändert die Feuchtigkeit der mit Flocken beladenen Transportluft und schafft für die Faserflocken im Transportluftstrom Feuchtigkeitsbedingungen, durch welche dieselben in einen den Förder- und Speisebedingungen entsprechenden Zustand übergehen. Störungen im pneumatischen Flockenfördersystem durch Auftreten von Agglomerationen werden durch Überwachung mittels des Messfühlers 14 nicht nur automatisch behoben sondern auch verhindert.
Das gleiche gilt für Faserflocken, die sich infolge zu hohen Feuchtigkeitsgehalts zusammenballen oder -kleben. In diesem Falle wird der Messfühler 14 über das Steuerorgan 13 ein Einspritzen von Wasser in die kleine abgezweigte Luftmenge im By-pass-Kanal 9 so lange unterbinden, bis der Feuchtigkeitsgehalt der Transportluft auf dem Wert oder gegebenenfalls in dem Bereich liegt, auf den der Messfühler 14 eingestellt wurde. Bei einem weiteren Absinken der Feuchtigkeit in der Transportluft wird dann der Messfühler 14 zur Aufrechterhaltung der diesem Wert oder diesem Bereich entsprechenden Feuchtigkeit über das Steuerorgan 13 wieder Wasser durch die Düse 12 durch den By-pass-Kanal 9 einspritzen.
Zur Beeinflussung der Feuchtigkeit von Faserflocken in einem pneumatischen Flockenfördersystem eignet sich auch eine Änderung der Temperatur des Transportluftstroms, da der Feuchtigkeitsgehalt desselben bei gleichbleibendem Druck und Volumen temperaturbeständig ist.
Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens an einer Anlage, wie sie im Schweizer Patent Nr. 437 063 beschrieben ist. Ein Flockenspeiser 15 erhält über eine Zufuhrleitung 16 pneumatisch gefördertes Fasermaterial. Die Flocken werden vom Flockenspeiser 15 weg durch die Leitung 17, in die ein Ventilator 18 eingesetzt ist, von diesem zusammen mit der Transportluft in Richtung des Pfeils F angesaugt und gelangen unter Überdruck in Richtung des Pfeils D in eine hoch liegende Transportleitung 19, die mit einem Zwischenstück 20 in einen passenden Querschnitt übergeht. Die Transportleitung 19 endet an einem Füllschacht 21 einer Karde 22. Es können auch mehrere Füllschächte 21 an die Transportleitung 19 hintereinander angeschlossen werden, wobei dann der hier in Fig. 3 gezeigte Füllschacht 21 der letzte ist.
Die in den oder die Füllschächte 21 geförderte Transportluft strömt durch eine am Füllschacht 21 befindliche luftdurchlässige Trennwand 23 in einen Abströmungskanal 24 und dann in Leitung 25 in einen unter kleinerem Druck stehenden Raum. Ein zwischen dem Flockenspeiser 15 und dem Ventilator 18 an der Transportleitung 17 angeordneter und über offnungen 26 und 27 mit der Transportleitung 17 verbundener By-pass-Kanal 28 enthält anstellle der Düse 12 von Fig. 1 eine elektrische Heizeinrichtung 29, die an ein Steuerorgan 30 angeschlossen ist, zu dem ein auf Feuchtigkeit ansprechender Messfühler 31, der in der flockenführenden Transportleitung 19 gegebenenfalls bei mehreren an diese angeschlossenen Füllschächten vor dem ersten Füllschacht angeordnet ist, gehört.
Zur Vermeidung des Eintretens von Faserflocken in den By yass-Kanal 28 sind die öffaunUen 26 urkd 27 wiederum U 28 sind die Öffnunn 26 a 27 mit Sieben, Filtern oder dgl. versehen. Der Messfühler 31 misst die Feuchtigkeit im flockenbeladenen Transportluftstrom und steuert über das Steuerorgan 30 eine Temperaturänderung der Luft im By-pass-Kanal 28.
Infolge der durch den Ventilator 18 sowie die öffnungen 26 und 27 im By-pass-Kanal 28 herrschenden Saugwirkung tritt Transportluft gemäss Pfeil H durch die öffnung 26 in den By-pass-Kanal 28 ein, strömt durch denselben hindurch und vereinigt sich nach Durchtritt durch die Öffnung 27 gemäss Pfeil I wieder mit dem Transportluftstrom. Meldet nun der auf einen gewünschten Feuchtigkeitsgehalt der Transportluft eingestellte Messfühler 31 eine zu hohe Feuchtigkeit, so wird das Heizelement 29 über das Steuerorgan 30 in Tätigkeit gesetzt und die von der Transportluft mittels des By pass-Kanals 28 abgezweigte kleine Menge Luft erwärmt und der Transportluft durch die Öffnung 27 wieder zugesetzt.
Die auf diese Weise konditionierte kleine Menge Luft gibt ihre Wärme an die in der Transportleitung 19 mit Flocken beladene Transportluft ab, wodurch deren Feuchtigkeitsgehalt sich ändert und der Feuchtigkeitsgehalt der Flocken beeinflusst wird. Der Zeitpunkt und die Dauer der Beheizung im By-pass-Kanal 28 wird unter den gleichen Gesichtspunkten gesteuert wie das Einspritzen von Wasser gemäss dem Beispiel von Fig. 1 bzw. 2.
Fig. 4 zeigt eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, wie sie auch in Fig. 1 oder 3 verwendet werden kann, wobei die kleine zu konditionierende Luftmenge nicht vom Transportluftstrom abgezweigt sondern aus dem umgebenden Raum entnommen, konditioniert und der mit Flocken beladenen Transportluft zugesetzt wird. Die Leitung 3 der Fig. 1 oder 3 ist in Fig. 4 durch eine Leitung 32 mit einem Anschlussstutzen 33 ersetzt, durch den infolge der Saugwirkung des Ventilators 34 eine kleine Menge Luft gemäss den Pfeilen L, M und N zusätzlich zu der an der Transportleitung 32 in Richtung des Pfeils K strömenden Transportluft angesaugt wird.
In den Anschlussstutzen 33 ragt eine mit einem Wasserreservoir verbundene (nicht gezeigt) Düse 35 zum Einspritzen von Wasser hinein, wobei der Anschlussstutzen 33 so dimensioniert ist, dass nur kleine Mengen Luft aus dem umgebenden Raum zwischen dem äusseren Umfang der Düse 35 und der Innenwand des Anschlussstutzens 33 gemäss den Pfeilen M und N durchtreten können. Die Düse 35 ist mit einem Steuergerät 36 verbunden, zu dem ein auf Feuchtigkeit ansprechender Messfühler 37 gehört, welcher in der am Ventilator 34 druckseitig angeschlossenen flockenfördernden Transportleitung 38, in welcher die mit Flocken beladene Transportluft in Richtung von Pfeil 0 strömt, angeordnet ist.
Die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit dieser Vorrichtung erfolgt analog derjenigen mit der Vorrichtung gemäss Fig. 1 bzw. Fig. 2.
Fig. 5 zeigt eine Variante einer Anordnung des Bypass-Kanals 9 bzw. 28 der Fig. 1 bzw. 3, wobei sich die Ansaugöffnung 39 eines By-pass-Kanals 40 an der saugseitig an einen Ventilator 41 angeschlossenen, vom Flockenspeiser (nicht gezeigt) herkommenden Transportleitung 42 befindet, durch die eine mit Flocken beladene Transportluft in Richtung von Pfeil P strömt. Die Eintrittsöffnung 43 in die Transportleitung für die kleine im By-pass-Kanal 40 vorher konditionierte Luftmenge befindet sich an der druckseitig am Ventilator 41 angeschlossenen unter Überdruck stehenden, die Flocken in Rict\Xn nwlanx .
Eintrittsöffnung 43 ist hierbei zu einer Düse 45 ausgearbeitet, so dass die zuvor im By-pass-Kanal 40 durch eine Konditioniereinrichtung (nicht gezeigt) konditionierte kleine Menge Luft injektorartig in die druckseitig am Ventilator 41 angeschlossene Transportleitung 44 eingesaugt und ein Durchströmen des By-pass-Kanals 40 in Richtung der Pfeile R, R' bewirkt wird.
Weiterhin zeigt Fig. 6 eine Anordnung wie für den Anschlussstutzen 33 der Fig. 4, jedoch an der druckseitig an einen Ventilator angeschlossenen Transportleitung.
Ein Ventilator 46 saugt die von einem Flockenspeiser (nicht gezeigt) gelieferten Faserflocken zusammen mit der Transportluft durch eine Transportleitung 47 in Richtung von Pfeil S an und befördert sie mit Überdruck in einer Transportleitung 48 in Richtung von Pfeil T weiter. An der Transportleitung 48 befindet sich ein Anschlussstutzen 49, der eine mit einem Wasserreservoir verbundene (nicht gezeigt) Einspritzdüse 50 zum Einspritzen von Wasser enthält, die über ein Steuerorgan mit Messfühler (nicht gezeigt), der in der flockenführenden Transportleitung angeordnet ist, bedient wird. Der Anschlussstutzen 49 mündet in die Transportleitung 48 in Form einer Düse 51 ein.
Durch die in der Transportleitung 48 in Richtung von Pfeil T strömende mit Flocken beladene Transportluft wird die aus dem umgebenden Raum gemäss den Pfeilen U und V herkommende, zuvor durch Einspritzen von Wasser mittels der Düse 50 konditionierte kleine Luftmenge durch die Düse 51 in Richtung von Pfeil W injektorartig eingesaugt.
Die Anordnung des Messfühlers zum Messen der Feuchtigkeit ist nicht an diejenige in den Beispielen gemäss Fig. 1 und 2 gezeigte gebunden. Der Messfühler kann an irgendeiner Stelle der Transportleitung zwischen der Eintrittsöffnung für die zuvor konditionierte kleine Luftmenge und dem die Flocken in den Transportluftstrom zurückführenden System liegen. In pneumatischen Flockenförderungssystemen gemäss Fig. 3, bei denen keine Rückführung von überschüssigen Faserflocken erfolgt. wird der Messfühler in der Transportleitung zweckmässig zwischen der Eintrittsöffnung der zuvor konditionierten kleinen Luftmenge in die Transportleitung und dem Füllschacht angeordnet.
Obwohl eine Anordnung des Messfühlers in der Transportleitung an solchen Stellen zweckmässig ist, an denen der Feuchtigkeitsgehalt der Faserflocken zu Störungen führt, d.h. an Stellen, an denen unerwünschte Agglomerationen auftreten, z.B. an den Abzweigungen zu den Füllschächten, so ist aus messtechnischen Gründen eine Anordnung in der Nähe des Eintritts der zuvor konditionierten Luft in die Transportleitung vorzuziehen. Je weiter der Messfühler von dieser Eintrittsstelle der zuvor konditionierten Luft in der Transportleitung entfernt ist, umso träger, d.h. mit umso grösserer Verzögerung arbeitet das System.
Bei zu naher Anordnung an die Eintrittsöffnung werden ungenaue Messwerte erfasst, da die kleine Menge vorher konditionierter Luft, die dem mit Flocken beladenen Transportluftstrom zugesetzt wird, noch ungenügend vermischt ist, wodurch eine zuverlässige Konditionierung nicht gewährleistet ist. Es ist notwendig, dass eine ausreichende Verweilzeit für die Faserflocken in dem mit der kleinen Menge konditionierter Luft beschickten Transportluftstrom vorliegt, damit eine Beeinflussung der Faserflocken durch Austausch von Feuchtigkeit mit dem Transportluftstrom stattfindet.
Aus diesem Grunde ist eine Anordnung des Messfühlers in der injektorseitig angeschlossenen Transportleitung vorzuziehen, auch wenn in der vom Flockenspeiser zum Ventilator führenden Leitung zwischen der Eintritts öffnung der zuvor konditionierten kleinen Luftmenge in die Transportleitung und dem Ventilator noch ausreichend Platz vorhanden ist.
Fig. 7 zeigt noch eine Variante eines By-pass-Kanals einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens. Die von einem Flockenspeiser (nicht gezeigt) in eine Transportleitung 52 zusammen mit Transportluft durch einen Ventilator 53 angesaugten Faserflocken werden wieder unter Überdruck von dem Ventilator 53 in der Transportleitung 54 weiterbefördert.
Der mittels der Öffnungen 55 und 56 mit der flockenfördernden Transportleitung 52 verbundene By-pass-Kanal 57 enthält eine Heizeinrichtung 58 und eine mit einem Wasserreservoir verbundene (nicht gezeigt) Einspritzdüse 59 für Wasser. die beide getrennt an ein Steuerorgan 60 angeschlossen sind, zu dem ein auf Feuchtigkeit ansprechender Messfühler 61 gehört, der in der flockenführenden Transportleitung 54 angeordnet ist. Die öffnungen
55 und 56 sind wiederum mit Siebplatten oder dgl.
versehen. Die Funktion des By-pass-Kanals 57 ist analog derjenigen von Fig. 1 oder 3. Bei zu geringem Feuchtig keitsgehalt der Transportluft wird durch Meldung des
Messfühlers 61 die Einspritzdüse 59 mittels des Steuer organs 60 betätigt und bei zu hohem Feuchtigkeitsgehalt abgestellt. Steigt trotz Abstellen der Einspritzdüse 59 der
Feuchtigkeitsgehalt in der Transportluft entweder durch eine angesaugte Frischluft mit ansteigendem Feuchtig keitsgehalt oder durch Anlieferung von sehr feuchtem
Fasermaterial weiter an, so wird durch den Messfühler 61 mittels des Steuerorgans 60 die Heizeinrichtung 58 betätigt. Die durch den By-pass-Kanal 57 strömende sehr kleine Luftmenge wird nun so lange erwärmt, bis der
Messfühler 61 eine seinem eingestellen Wert entsprechen de Feuchtigkeit im flockenbeladenen Transportluftstrom bildet.
Dann wird bei einem weiteren Abfallen der Feuch tigkeit wiederum über das Steuerorgan 60 die Einspritz düse 59 betätigt. Durch wechselweises An- und Abschal ten von Heizeinrichtung 58 und Einspritzdüse 59 kön nen somit auch extrem hohe Feuchtigkeitswerte im Trans portluftstrom ausgeglichen werden.
Die Anordnung der Eintrittsöffnung für die zuvor konditionierte kleine Luftmenge ist ebenfalls nicht an die in den vorstehenden Beispielen gezeigte gebunden. Die
Eintrittsöffnung kann auch in der druckseitig vom Venti lator wegführenden Transportleitung vor dem gegebenen falls ersten Füllschacht angeordnet sein, wodurch sich die
Lage des Messfühlers in günstiger Weise in Richtung des gegebenenfalls ersten Füllschachts verschieben lässt. Eine
Anordnung der Eintrittsöffnung an der druckseitig am
Ventilator angeschlossenen Transportleitung kommt je doch nur dann in Frage, wenn die zuvor konditionierte kleine Luftmenge injektorartig eingesaugt wird. wie es Fig.S und 6 zeigen. Bei Verwendung eines By-pass
Kanals 9 bzw. 28 gemäss Fig. 1 bzw. 3 liegt bei druck seitiger Anordnung sowohl der Ansaugöffnung 10 bzw.
26 als auch der Eintrittsöffnung 11 bzw. 27 die
Schwierigkeit im Freihalten der Öffnung 10 bzw. 26 von Fasermaterial, da diese infolge des in der Trans portleitung herrschenden Überdrucks durch sich an diesen festsetzendes Fasermaterial sofort verstopfen. Eine saugseitig am Ventilator gewählte Anordnung zumindest der Ansaugöffnung eines By-pass-Kanals ist vorzuziehen, da infolge des vergleichsweise sehr viel grösseren Querschnitts der Transportleistung gegenüber demjenigen des By-pass-Kanals in der Transportleitung eine viel höhere Saugwirkung vorliegt und an der Ansaugöffnung sich anstauendes Fasermaterial weggerissen wird.
Da bei dem erfindungsgemässen Verfahren zum Konditionieren der Transportluft und damit zum Beeinflussen der Feuchtigkeit der durch die Transportluft geförderten Faserflocken nur kleine Mengen Transportluft konditioniert und dem Transportluftstrom zugesetzt werden, ist das Verfahren wirtschaftlich. Es erfordert keinen zusätzlichen grossen Energieaufwand oder grosse Mengen an Konditioniermitteln, da die Korrektur auf einen zur Erreichung gewünschter Förder- und Speisebedingungen für die Faserflocken erforderlichen Sollwert der Feuchtigkeit der Transportluft Änderungen im Feuchtigkeitsgehalt nur einer kleinen Luftmenge notwendig macht.