Verfahren zur Herstellung von Schleifkörpern
Die schweizerische Patentschrift Nr. 481 723 betrifft Schleifkörper mit verbesserien physikalischen Eigenschaften sowie ein Verfahren zur Herstellung von Schleifkörpern, das besonders wirtschaftlich ist.
Die Schleifkörper gemäss diesem Patent sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ausser Schleifmitteln und gegebenenfalls Zuschlagstoffen ein Bindemitte, das ein Copolymerisat aus mindestens einem ungesättigten Polyesterharz und mindestens einem flüssigen foly- merisierbaren Äthylenderivat ist, und gegebenenfalls Glasfasern enthalten.
Das Verfahren zur Herstellung dieser Schleifkörper gemäss diesem Patent ist dadurch gekennzeichnet, dass man
1. zu einem unpolymerisation oder vorpolymerisierten Gemisch, das aus mindestens einem ungesättigten Polyester und mindestens einem ersten polymerisier-, baren Äthylenderivat besteht, mindestens einen Katalysator sowie gegebenenfalls leinen Beschleuniger und/oder einen Inhibitor zu'gibt, dass man
2.
die enthaltene. Mischung gegebenenfalls Imit einem unpolymerisierte.n oder vorpolymerisierten zweiten poly merisierbaren Äthylenderivat mischt, wobei das erste und zweite Athylenderivat gleich oder verschieden sein können und die beiden Vorpolymerisate in verschiededenem Ausmass vorpolymerisiert sein können, dass man
3. die nach 1. und 2. erhaltene Mischung mit, Schleifmitteln, gegebenenfalls Zuschlagstoffen und/oder Glasfasern mischt, dass man
4.
die erhaltene Masse zu Schleifkörpern formt und diese durch Copolymerisation härtet.
Es wurde nun gefunden, !dlass man wenn m'an standfeste #grüne# (ungehärtete) Scheiben herzustellen wünscht, d. h. Scheiben, die sich leicht entformen lassen, überdies festes pulverisiertes ungesättigtes Polyesterharz und/oder festes pulverisiertes Polystyrol und/ oder festes pulverisiertes Polyäthylen der Masse, die aus ungesättigtem Polyesterharz, Äthylenderivat und gegebenenfalls Schleifmittel usw. besteht, zusetzen kann, wodurch !die Viskosität derselben erhöht wird.
Das ungesättigte feste pulverisierte Polyesterharz wird in das Bindemittel einpolymerisiert, wobei es zu einem Bestandteil desselben wird und damit die Bindung verstärkt: das feste pulverisierte Polystyrol ist polymerer Füllstoff und verbessert Elastizität und Zähigkeit: (feingepulvertes Polyäthylen wirkt als Fliessmittel.
Eine stärkere Bindung der Schleifkörper, die die Anwendung höherer Drehzahlen ermöglicht, kann man durch Zusatz von Polyisocyanaten, z. B. Triisocyanaten, zu dem vorpolymerisierten Gemisch von mindestens einem ungesättigten Polyesterharz und mindestens einem flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivat erzielen. Durch Reaktion der Isocyanatgruppen mit realktionsfähigen Wasserstoffatomen d'er Polyester unter Addition wird eine stärkere Vernetzung erzielt als mit dem flüssigen Äthylenderivat allein. Dadurch wird die Zerreissfestigkeit und Abriebfestigkeit des Schleifkörpers erhöht.
Weiter werden auch Biege- und Druckfestigkeit verbessert.
Verwendet man festes, pulverisiertes ungesättigtes Polyesterharz zur Viskositätserhöhung, so kann man diesem, gegebenenfalls ansteile eines Teils des flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivats, ein mehrfach ungesättigtes festes polymerisierbares Äthylenderivat, vorzudsweise Triallylcyanurat, als Reaktionspartner zusetzen, wodurch Vernetzung und Wärmebestandligkeit gefördert werden.
Die erfindungsgemässen Schleifkörper sind daher da durch gekennzeichnet, dass sie ausser Schleifmitteln und gegebenenfalls Zuschlagstoffen ein Bindmittel, das ein Copolymerisat aus mindestens einem ungesättigten Polyesterharz und mindestens einem flüssigen polymeri- sierbaren Äthylenderivat und gegebenenfalls einem Polyisocyanat und/oder mindestens einem mehrfach ungesättigten festen polymerisierbaren Äthylenderivat ist, und gegebenenfalls Glasfasern enthalten.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schleifkörper senkrecht zur Rotationsachse mindestens eine Lage eines Gewebes aus künstlichen Fasern, z. B. Glasfasern, oder synthetischen Fasern enthalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung dieser Schleifkörper ist dadurch gekennzeichnet, dass man
1. zu einem unpolymerisierten oder vornelymeri- sierten Gemisch, das aus mindestens einem ungesättigten Polyester und mindestens einem ersten flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivat besteht, mindestens einen Katalysator sowie gegebenenfalls einen Beschleuniger und/oder einen Inhibitor und/oder ein Polyisocyanat zugibt, dass man
2.
die erhaltene flüssige bis viskose Mischung gegebenenfalls mit einem unpolymerisierten oder vorpolymerisierten zweiten flüsigen polymerisierbaren Äthylenderivat mischt, wobei das erste und zweite Athylen- derivat gleich oder verschieden sein können und die beiden Vorpolymerisate in verschiedenem Ausmass vorpolymerisiert sein können, dass man
3. die nach 1. und 2. erhaltene flüssige bis viskose Mischung mit Schleifmitteln, gegebenenfalls Zuschlagstoffen und/oder festen ungesättigten Polyesterharzen und/oder mindestens einem festen Polymerisat eines Äthylenderivats und/oder einem mehrfach ungesättigten festen polymerisierbaren Äthylenderivat und/oder Glasfasern mischt, dass man
4.
die erhaltene Masse zu Schleifkörpern formt und durch Copolymerisation härtet.
Zu diesem Zweck kann man so vorgehen, dass man ein Gemisch aus mindestens einem ungesättigten Polyester und mindestens einem ersten flüssigen polymerisierbaren Athylenderivat vorpolymerisiert und das so erhaltene vorpolymerisierte Gemisch mit einem zweiten flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivat, wobei das erste und zweite Äthylenderivat gleich oder verschieden sein können, gegebenenfalls in Gegenwart eines Beschleunigers mischt, wobei Schleifmittel und gegebenenfalls Zusehlagstoffe und/oder feste ungesättigte Polyesterharze und/oder mindestens ein festes Polymerisat eines Äthylenderivats und/oder ein mehrfach ungesättigtes festes polymerisierbares Athylenderivat und,
oder Glasfasern in ein ei beliebigen Verfahrensstufe zugesetzt werden, und dass man die Masse formt.
Günstige Resultate erhält man auch, wenn man einreseits ein Gemisch aus mindestens einem ungesättigten Polyesterharz und mindestens einem ersten flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivat und anderseits ein zweites flüssiges polymerisierbaren Äthylenderivat, wobei das erste und zweite Äthylenderivat gleich oder verschieden sein können, getrennt und re- wünschtenfalls in verschiedenem Ausmass vorpolymerisiert, die so erhaltenen unvollständig polymerisierten Mischungen hierauf, gegebenenfalls in Gegenwart eines Beschleunigers, mischt,
wobei Schleifmfttel und gegebenenfalls Zuschlagstoffe und/oder feste ungesättigte Polyesterharze und/oder mindestens ein festes Polymerisat eines Äthylenderivats und/oder ein mehrfach ungestättigtes festes polymwerisierbares Äthylenderivat und/oder Glasfasern in einer beliebigen Verfahrensstufe zugesetzt werden, und dass man die Masse formit.
Die Einarbeitung des verpolymerisierten Bindmittels bzw. Bindemitelsgemisches in die Schleifmittel und Zuschlagstoffe usw. erfolgt vorzugsweise, wenn dem vorpolymerisierten Bindemittel bzw. Bindemittelgemisch bereits Katalysator zugesetzt worden ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform kann man Schleifkörper wie folgt herstellen: Es wird ein Gemisch aus mindestens einem ungesättigten Polyesterharz und und mindestens einem flüssigen polymerisierbarren Äthylenderivat, beispielsweise Styrol, unter Wärmeanwendung bei Temperaturen von über Zimmertzemperatur bis umer der Siedetemperatur des verwendeten Äthylenderivats, zweckmässigerweise zwischen etwa 35 und etwa 45 C, und durch Einwirkung von Luftsauerstoff, oxydierenden Substanzebn und/oder Licht während vorzugsweise etwa 100 bis etwa 120 Minuten vorpolymerisiert, dann auf Zimmertemperatur zurückgekühlt und damit die Polymerisation unterbrochen; auf diese Weise verbleiben polymerisationsfähige Endgruppen. die bei der endgültigen Polymerisation benötigt werden.
Es wird dann ein weiteres Gemisch aus einem flüssigen polymerisierbaren Äthylenderivat beispielsweise Styrol, und gegebenenfalls einem Beschleuniger durch Wärmeanwendung vorpolymerisiert; dieses Gemisch wird zwischen Zimmertemperatur und die Siedertemperatur des verwendeten Äthylenderivats, zweckmässigerweise zwischen etwa 50 und etwa 60 C, unter Einwirkung von Laufsauerstoff, oxydierenden Substanzen und/oder Licht, zweckmässig während zwischen etwa 20 und etwa 40 Minuten. vorzugsweise etwa 30 Minuten, erwärmt und danach auf Raumtemperatur abgekühlt.
Die Polymerisation wird dadurch unterbrochen, und es verbleiben polymerisationsfähige Endgruppen, die ebenfalls wieder zur endgül'igen Polymerisation notwendig sind.
Die so hergestellten beiden vorpolymerisierten Gemischteile werden dann zusammengegeben, mindesrtens ein Polymerisationskatalysator, beispielsweise Methyl äthylketonperoxid. Cyclohexanonperoxid. Cumolhy droperoxyd, Eenzoylperoxyd und dergleichen, und gegebenenfalls ein Inhibitor. beispielsweise Hydrochinon, zugesetzt und gründlich gemisch. Schleifmittel und Zuschlagstoffe können in einer oder mehreren beliebigen Verfahrensstufen gemeinasm oder getrennt zugegeben werden; jedoch ist es zweckmässig. die Vermischung nach der Katalysatorzugabe vorzunehmen.
Verwendet man ein Polyisocyanat, so gibi man dieses zweckmässig zu den flüssigen bis viskosen Bestandteilen, bevor der Katalysator eingemischt wird.
Verwendet man festes uni,gesättigtes Polyesterharz und oder festes Polymerisat eines Äthylenderivats und/oder ein mehrfach ungesättigtes festes polymerisierbares Athylenderivat, so mischt man solche Substanzen zweckmässigerweise in das Gemisch von flüssigen bis viskosen Bestandteilen und Schleifmitteln.
Diie nunmehr teigartige bis fleselfälige Masse wird in die vorzugsweise mit einem Trennmittel und oder einer Beilage versehene Form gefüllt. Als Trennmittel können Silikonsprühmittel, Silikonöl, Teflonspray, Kerosin, wachsartige Stoffe. Graphit usw. verwendet werd;en, als Beilage solche beispielsweise as Folie, Papier oder Vlies. Es wird unter Druck, zweckmässigerweise bei 150 bis 250 kg/om- oder mehr. vorzugsweise bei 200 kg/cm, zweckmässig kurzzeitig zwischen 1 und 60 Sekunde, gepresst.
Die Verdichtung kann auch mit einem Rüttelsystem geschehen.
Unverzüglich nach dem Pressen kann entformt werden. Ausgeformte Presskörper kann man bei Raum temperatur aushärten lassen. Will man die Hänung be- schleunigen. so kann das durch Wärmeanwepdirn,na,, e- schehen, beispielsweise im Trockenraum zwischen +40 und +500 C; man kann auch mit vorgewärmten oder beheizbaren Formen arbeiten, oder man kann die Presslinge heiss härten; beispielsweise lassen sich Schleif Harzkombination intensiv eingearbeitet, so dass sämtliche Schleifkornflächen benetzt werden.
Die so erhaltene rieselfähige Masse wird in die gegebenenfalls mit einem Trennmittel versehene Form gefüllt; man kann auch Folien-, Papier- oder Vlies- Beilagen benutzen. Mit 200 kg/am; wird während 20 bis 60 Sekunden gepresst; vorzugsweise 30 Sekunden.
Der so entstandene Pressling wind ausgeformt, auf eine flache Unterlage gelegt und in einem Trockenofen zwischen + 70 und + 1050 C gehärtet. Nach etwa
1 Stunde kann der Schleifkörper dem Trockenofen entnommen werden, und nach Abkühlung lässt er sich wie üblich abrichten.
In einer weiteren Ausführungsform werden zur mechanischen Stabilisation polyesterharzgetränkte Glasge webebeilagen benutzt (Prepregs aus Glasfasergewebe mit Taffetbindung oder Drehergewebe. Unter Drehergewebe wird ein Gewebe verstanden, bei dem je 2 oder 3 benachbarte Kettfäden umeinander geschlungen sind).
Beispiel 3 95,3 Teile Normalkoround, Korn 46
4,8 Teile Kryolith, 5 bis 30 Mikron
6,7 Teile vorpolymerisiertes Gemisch von 70 bis
75 % ungesättigten Polyesterharzen und 30 bis
25 % Styrol
3,2 Telile Triisocyanatlösu!ng wie in Beispiel 1
2,7 Teile festes pulverisiertes Polystyrol
0,15 Teile Breschleunigerlösung wie in Beispiel 1
0,21 Teile Katalisatorlösung wie in Beispiel 1
Dem vorpolymerisierten Polesterharz-Monomer Gemisch werden Beschleunigerlösung und Triisocyanatlösung zugemischt, und dann wird der Katalysator gut eingerührt.
Das Schleifkorn kommt in eine Misch- oder Kneteinrichtung, und nunmehr wird das obige Flüssigharz- gemisch zugegeben und intensiv eingearbeitet, damit sämliche Schleifkornflächen benetzt werden. Zugegeben werden dann nacheinander pulverisiertes. Polystyrol und Kryolith.
Das so erhaltene Verarbeitungsgemisch kommt in die gegebenenfalls mit einem Trennmittel und/oder einer Beilage versehene Form. Mit 200 kg/cm2 wird während 20 bis 60 Sekunden gepresst; vorzugsweise 30 Sekunden.
Der Pressling wird ausgeformt, auf eine flache Unterlage gelegt und in einem Trockenofen zwischen + 70 und + 1050 C gehärtet. Nach etwa 1 Stunde kann der Schleifkörper dem Trockenofen entnommen werden, und nach Abkühlung lässt er sich in üblicher Weise abrichten.
Die Schleifkörper können auch mit Glasgewebe- beilagen (an den Aussenseiten) oder Glasgewebeeinlagen hergestellt werden (Prepfeg).
Beispiel 4 95,3 Teile Normalkorung, Korn 46
4,8 Teile Kryolith, 5 bis 30 Mikron
6,7 Teile vorpolymerisiertes Gemisch von 70-75 % ungesättigten polyesterharzen und
30-25 % Styrol
3,2 Teile Triisocyanatlösung wie in Beispiel 1
4,8 Teile festes pulverisiertes ungesättigtes Polyester harz
0,7 Teile Triallylcyanurat
0,18 Teile Beschleunigerlösung wie in Beispiel 1
0,21 Teile Katalysator.lösung wie in Beispiel 1
Denn vorpolymerisierten Polyesterhrz-Monomer Gemisch werden Breschleunigerlösung und Triisocyanat lrösong zugemischt, und dann wird der Katalysator gut eingerührt.
In einer Misch- oder Kneteinrichtung wird dem Schleifkorn das so erhaltene Flüssigkeitsharzgemisch zugegeben und intensiv eingearbeitet, damit sämtliche Schleifkornflächen benetzt werden. Das pulverisierte Polyesterharz wird mit dem pulverisierten Triailylcyanu- rat gemischt und der in der Mischeinrichtung befind lochen Masse untergemischt. Abschliessend wird Kryo- lith beigemengt.
Das so erhaltene Verarbeitungsgemisch kommt in die gegebenefalls mit einem Trennmittel und/oldef einer Beilage versehene Form. Mit 200 kg/cm2 wird während 20 bis 60 Sekunden gepresst; vorzugsweise 30 Sekunden.
Der Pressling wird ausgeformt, auf eine flache Unter llage gelegt und m einem Trockenofen zwischen + 70 und + 1080 C gehärte. Nach etwa 2 Stunden kann der Schleifkörper dem Trockenofen entnommen werden, und nach Abkühlung lässt er sich wie üblich abrichten.
Beispiel 5 93.5 Teile Normalkorund, Korn 46
4,8 Teile Kryolith, 5 bis 30 Mikron
6,3 Teile vorpolymerisiertes Gemisch von 70-75 % ungesättigten Polyesterharzen und
30-25 S Styrol
3,1 Teile Triisocyanatlösung wie in Beispiel 1
2,7 Teile festes pulverisiertes ungesättigtes Polyester- harz
0,8 Teile Triallylcyanurat
2,7 Teile festes pulve.risieftes Polystyrol
0,25 Teile Beschleunigerlösung wie in Beispiel 1
0,27 Teile Katalysatorlösung wie in Beispiel 1
Dem vorpolymerisierten Polyesterharz-Monomer Gemisch werden Triisocyanat- und Beschleunigerlösung zugemischt, und dann wird oder Katalysator gut eingerührt.
In einer Misch- oder Kneteinrichtung wird dem Schleifkorn das so erhaltene Flüssigharzgemisch zugegeben, und dieses wird intensiv eingearbeitet, damit sämtliche Schleifkornflächen benetzt werden.
LDas pulverisierte Polyesterharz wird mit pulverisiertem Triallylcyanurat gemischt. Dann werden pulverisiertes Polystyrol und Kryolith zugegeben. Dieses Trokkengemisch wird nun der in der Mischeinrichtung be- findlichen Masse gut untergemischt.
Das so erhaltene Verarbeitungsgemisch wird in die gegebenenfalls mit einem Trennmittel und/oder einer Beilage (Papier, Glasfasergewebe) versehene Form gefüllt und mit 200 kg/cm2 während 20 bis 60 Sekunden gepresst; vorzugswesie 30 Sekunden.
Der Pressling wird aus geformt, auf eine glatte Unterlage gelegt und in einem Trockenofen zwischen + 70 und + 1100 C gehärtet. Nach etwa 2 Stunden kann der Schleifkörper dem Trockenofen entnom men werden, und nach Abkühlung lässt er sich wie üblich abrichten.
Man kann auch mit nicht vorpolymerisierten unge sättigten Polyesterharz-Monomer-Gemischen nach den Beispielen 2 bis 5 verfahren. In den Beispielen 2 bis 5 kann man die Beschleunigerlösung auch dem Gemisch körper bestimmter Grössenordnung zwischen +70 und + 110- C im Trockenofen oder Trockenkanal in 30 Minuten härten. Auch jede andere Art der Trocknung und Härtung ist möglich.
Nach der Aushärtung werden die Schleifkörper, falls erforderlich, noch in an sich bekannter Weise abgerichtet und sind dann gebrauchsfertig.
Für eine besondere Ausführungsform hat es sich als günstig herausgestellt, dem Verarbeitungsgemisch kleingeschnittene Glasfasern von beispielsweise 5 bis 6 mm Länge beizugeben, wodurch Verbund, Schlagzähigkeit, Beigefestigkeit und Druckfestigkeit der Schleifkörper verbessert werden.
Sofern man bei der Herstellung von Schieifkörpern Glasfasern verwendet, werden diese zweckmässigerweise erst zugegeben, nachdem die Schleif- und Zuschlag- stoffe mit dem Bindemittel benetzt worden sind; das Mischen ist nur so lange fortzusetzen, bis ein homogenes Gemisch entstanden ist, denn zu langes Mischen kann zu einer übermässigen Verkleinerung der Glasfasern und dementsprechend zu einer Verminderung der mechanischen Festigkeit der Schleifkörper führen.
Als ungesättigtes Polyesterharze kann man bei spielsweise die Polyesterharze Leguval N 20 , Legu- val N 20 kombiniert mit Leguval E 80 oder Leguval E 81 , Roskydal N 20 oder Roskydlal N 21 , Roskydal N 20 oder Roskydal N 21 kombiniert mit Roskydal W 80 oder Roskydlal W 81 (sämtlich von Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen), Vestopal H , Vestopal H kombiniert mit Vestopal W oder Vestopal M (Chemische Werke Hüls AG, Marl), Palatal P 4 , Palatal P 6 , Palatal P 4 oder Palatal P 6 kombiniert mit Palatal E 200 oder Palatal E210 ,
Palatal P 51 kombiniert mit Palatal E 210 und Palatal A 410 kombiniert mit Palatal E 200 (Badische Anilin- und Sodafabrik, Ludwigshafen) benutzen. Verwendet man Polyeserharzkombinationen, so müssen die Harztypen miteinander mischbar sein.
Als flüssiges polymerisierbares Äthylenderivat kommt vor allem Styrol in Frage.
Zur Kalthärung der Schleifkörper eigenen sich als Katalysatoren bestimmte Peroxyde, unter Umständen in Kombination mit Beschleunigern. Verwendet mlan z. B. Ketonperoxyde (Methyläthylketonperoxyd, Cyolo- hexanonperoxyd), so können als Beschleuniger Metallsalze organischer Säuren, wie Kobaltnaphthenat und Kobaltoctoat, dienen. Für Peroxde, die sich von organischen Säure ableiten, wie Benzoylperoxyd, verwendet man als Beschleuniger beispielsweise tertiäre aromatische Amine,wie Dimethyl-oder Diäthylanilin. Zur Heisshärtung eignet sich z.B. Cumolhydroperoxyd als Katalysator.
Als Inhibitoren können unter anderem mehrwertige Phenole, wie z. B. Hydrochinon, verwendet werden.
Als Polyisocyanate, insbesondere Triisocyanate, man die Markenprodukte Desmodur SL oder Desmodur L (Farbenfablriken Bayer AG, Leverkusen) verwenden.
Als Schleifmittel kommen Siliciumcarbid, Elektro- korund, Edelkorund, Quarz usw. in Frage.
Unter Zuschlagstoffen versteht man Kryolith, Pyrit, Flint, Quarzmehl und dereleichen.
Als festes Polymerisat eines Äthylenderivates kommen beispielsweise Polystyrol und/odler Polyäthylen in Betracht, wie Polystyrol EF der Basischen Anilin- und Sodafabrik, Ludwigshafen, und Polyäthylene von Shell oder von ICI.
Als mehrfach ungesättigtes festes polymerisierbares Äthylenderivate kann Triallylcyanurat eingesetzt werden. Verwendet man dieses, so darf allerdings beim Pulverisieren, Mischen usw. dessen Schmelzpunkt (26,50 C) nicht erreicht werden.
Die in den folgenden Beispielen genannten Mengen sind Gewichtsteile.
In keiner Weise schränken die Beispiele ein, da man andere Mengen'verhältnisse anwenden kann. Die Poly esterhar2auslwahl, sowie die Verwendung von Schleifund Zuschlagstoffen, Polymerisationsbeschleunigern und Polymerisationskatalysatoren werden offengelassen.
Die Beispiele haben nur erläuternden Charakter; die Erfindung soll nicht auf diese Beispiele beschränkt sein.
In den Beispielen 2 bis 7 wird ein ungesättigter Polyester mit der Säurezahl 45 verwendet, der auf übliche Weise aus 2 Mol Maleinsäure, 1 Mol Phthalsäure und 3,2 Mol 1,2-Propylenglykol erhalten ist, wobei 70 bis 75 Teile Polyester in 30 bis 25 Teilen Styrol gelöst und durch Zusatz von 0,02 Teilen Hydrochinon stabilisiert worden sind.
Beispiel 1 95,5 Teile Normalkorund, Korn 46
4,5 Teile Kryoiith, 5 bis 30 Mikron
6,7 Teile ungesättigtes Polyesterharzgemisch, gelöst in Styrol (zwischen 70 und 75 , Polyes.er)
3,3 Teile Triisocyanatlösung (66 5') ige Lösung in
Styrol oder Äthylacetat)
0,4 Teile Beschleunigerlösung (Kobaltnaphthenat in
Styrol, 1% Metallgehalt)
0,22 Teile Katalysatorlösung (70 C Gumolhydroper- oxyd in Cumol)
Zwei handelsübliche ungesättigte Polyesterharze einer harten Type und einer weichen Type werden im Verhältnis 6:1 gemischt, Triisocyanat- und BeschReu- nigerlösunig werden zugesetzt.
Dann wird der Katalysator gut eingerührt.
Nunmehr wird das so erhaltene Flüssigkeitharz- gemisch dem Schlelfkron (Korund) intensiv eingearbei- tet. Danach wird Kryolith als Füllmittel zugegeben.
Das so erhaltene Fertiggemisch wird in die Form gefüllt, die mit einem Trenumittel oder einer Beilage versehen werden kann. Mit 200 kg/cm wird während 30 Sekunden gepresst.
Nach Ausformung wird der Formkörper auf eine glatte Unterlage gebracht und in einem Trockenofen zwischen + 70 und + 100 C gehärtet.
Der Schleifkörper kann nach Abkühlung auf Form und Dimension abgerichtet werden.
Beispiel 2 95,5 Teile Normalkorund, Korn 46
4,5 Teile Kryolith, 5 bis 30 Mikron
6,7 Teile vorpolymerisiertes Gemisch aus ungesättig ten Polyesterharzen und Styrol (70 bis 75% un gesättigte Polyesterharze)
3,3 Teile Trüsocyanatlösung wie in Beispiel 1
0,4 Teile Beschleunigerfösung wie in Beispiel 1
0,22 Teile Katalysatorlösung wie in Beispiel 1
Dem vorpolymcrisierten Polysesterharz-Monomer gemisch werden Triisocyanat- und Beschleun,igerlösung zugemischt, und dann wird die Katalysatorlösung gut eingerührt.
In einer Mischeinrichtung werden Schleifkorn und Zuschlagstoff (Kryolith) vermengt und dann die obige von ungesättigten Polyesterharzen und Styrol vor der Vorpolymerisation zusetzen.
Um erfindungsgemässe Schleifkörper herzustellen, die senkrecht zur Rotationsachse mindestens eine Lage eines Gewebes aus künstlichen Fasern, z. B. Glas oder synthetischen Fasern, enthalten, kann man als Beilage (an der Aussenseite des Schleifkörpers) und/oder Einlage ein mit mindestens einem ungesättigten Polyesterharz imprägniertes Gewebe, z.B. Glasfaser-Gewebe (Prepreg), verwenden. Die Prepregs werden mit eingepresst und einpolymerisiert.