Diazotypie-Blattmaterial
Die Erfindung betrifft Diazotypie-Blattmaterial und insbesondere die Verwendung bestimmter Cellulose äther im Diazotypiematerial.
Diazotypiematerialien besitzen einen Träger, der gewöhnlich mit einer Schicht versehen ist, die als Imprägnierung eine lichtempfindliche Diazoniumverbindung enthält. Wenn als Träger Papier verwendet wird, kann man dieses direkt mit einer lichtempfindlichen Diazoniumverbindung imprägnieren. Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung bestimmter Celluloseäther für die Bildung der Schicht, welche eine lichtempfindliche Diazoniumverbindung als Imprägnierung enthält.
Zum Kopieren von Dokumenten wird Diazotypiematerial meist für die Endkopie verwendet, kann jedoch auch zur Herstellung einer transparenten Zwischenkopie für die Herstellung weiterer Kopien verwendet werden.
Ferner wird Diazotypiematerial für Mikrofilm-Positivaufnahmen verwendet.
Bei Mikrofilmpositiven wird als Trägermaterial stets ein Filmträger bzw. eine Folie verwendet. Transparente Zwischenkopien können auf Filmträgern, lackiertem Gewebematerial für Kopierzwecke oder durchsichtig gemachtem Papier als Trägermaterial hergestellt werden.
Diazotypiematerial für dieEndkopien besitzt meist einen Papierträger.
Diazotypiematerialien gehören drei Haupttypen an.
Aus Gründen der Einfachheit wird in der folgenden Beschreibung auf die Beschreibung von Chemikalien verzichtet, die wie z. B. Antioxydationsmittel, Säurestabilisatoren, Solubilisierungsmittel und Kupplungsbeschleuniger lediglich eine Hilfswirkung aufweisen. Dies sind die Haupttypen: a) Halbtrockenes Material; hierbei trägt das Diazotypiematerial die Diazoniumkomponente und der Entwickler (Kupplungskomponente wird erst nachträglich bei der Verwendung, meist als wässrige Lösung, aufgetragen).
b) Trockenes Material; das Diazotypiematerial trägt sowohl die Diazoniumkomponente als auch die Kupp lungskomponente und die Entwicklung bei der Verwendung wird durch Behandlung mit gasförmigem Alkali, meist Ammoniak, ausgelöst.
c) Thermisches Material; das Diazotypiematerial wird wie in b) vorbereitet, doch ist die Zusammensetzung so gewählt, dass in der Schicht bei Wärmeeinwirkung alkalisches Material freigesetzt wird, das dann die Entwicklung verursacht.
Die Sensibilisatoren werden so gewählt, dass ein bestimmter Typ eines halbtrockenen, trockenen oder thermischen Materials mit bestimmten Eigenschaften, wie z. B. Lichtpausfarbe, Bleichgeschwindigkeit und Kupplungsgeschwindigkeit, erhalten wird. Bei einem gegebenen Produkt bedingt die Beschränkung der Löslichkeit der erforderlichen Diazoniumverbindungen, Kupp ler oder Hilfsstoffen auch eine Beschränkung der Auswahl der organischen, wässrig-organischen oder wässrigen Flüssigkeiten für die Herstellung der sensibilisierten Mischungen.
Der Sensibilisierungsschritt umfasst entweder eine Imprägnierung eines mit Lack beschichteten Trägers mit einer organischen, wässrig-organischen oder wässrigen Lösung der Diazoniumverbindung, allein oder mit Kupplerverbindung, oder zusammen mit anderen einfachen Chemikalien, oder eine Lackierung der Oberfläche des Trägers mit einer ähnlichen Mischung, die jedoch ein polymeres filmbildendes Material enthält.
Die Sensibilisierung durch ein Imprägnierverfahren ist nur dann möglich, wenn die mit Lack beschichtete Basis einen gewissen Quellungsgrad zeigt, der jedoch nur gering sein muss, d. h. es muss eine gewisse Empfänglichkeit für die organische, wässrig-organische oder wässrige Lösung der Sensibilisierungsstoffe aufweisen.
Die Sensibilisierung durch Lackierung erfordert die Zugabe von polymerem Filmbildner zu dem gegebenen wässrigen, wässrig-organischen oder organischen Medium, das zur Lösung der für das Diazotypiematerial erforderlichen Chemikalien verwendet worden ist. Es wurde gefunden, dass die oben dargelegten Schwierigkeiten vermieden oder verringert werden können, wenn man die im folgenden beschriebenen modifizierten Celluloseäther verwendet. Diese Celluloseäther können in einer Reihe von verschiedenen Wegen verwendet werden und die Erfindung kann daher unterschiedliche Ausführungsformen darstellen.
Das erfindungsgemässe Diazotypie-Blattmaterial ist gekennzeichnet durch ein Trägerblatt mit einer Schicht, die einen vernetzten Celluloseäther und eine lichtempfindliche Diazoverbindung enthält.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des oben definierten Diazotypieproduktes. Bei diesem Verfahren wird eine Schicht abgelagert, die Celluloseäther und ein Vernetzungsmittel für diesen enthält.
Diese Schicht wird auf einem blattförmigen Träger abgelagert. Die Vernetzung des Celluloseäthers wird bewirkt oder zustandekommen gelassen und darauf die Celluloseätherschicht mit einer lichtempfindlichen Diazoniumverbindung imprägniert.
Gemäss einem weiteren Merkmal bietet die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Diazotypieproduktes gemäss der eben gegebenen Definition, bei welchem Verfahren auf einem blattförmigen Träger eine Schicht abgelagert wird, die einen Celluloseäther, ein Vernetzungsmittel für diesen und eine lichtempfindliche Diazoniumverbindung enthält.
Das Trägerblatt des erfindungsgemässen Diazotypiematerials kann in erster Linie eine Kunststoffolie sein, z. B. aus Celluloseacetat, Cellulosetriacetat, Polystyrol, glasartigem Polyester, Polypropylen, Polycarbonat oder biaxial orientiertem Polyäthylenterephthalat.
Einige dieser bevorzugten Folien und insbesondere das zuletzt genannte Material erfordert eine Vorbehandlung oder Vorbeschichtung mit Quellmitteln oder mit polymeren Stoffen, ehe der Celluloseäther und das Vernetzungsmittel aufgetragen werden. Wenn die Sensibilisierung nur auf einer Seite erfolgen soll, kann das bevorzugte Folienmaterial auf der Kehrseite mit einer Vorbeschichtung versehen werden, z. B. mit Schichten aus polymeren Materialien, Schichten, die Verzahnungsoder Aufrauhungsmittel enthalten (wie dies zur Bildung von Zeichenmaterial mit guter Beschriftungsfähigkeit zweckmässig ist) oder mit antistatischen Mitteln. Dementsprechend kann das auftragen des Celluloseäthers und des Vernetzungsmittels auf die bevorzugten Folien direkt oder auf Folien erfolgen, die auf einer oder beiden Seiten vorbeschichtet worden sind.
Anderseits kann als Trägerblatt ein Papierblatt verwendet werden, das transparent oder undurchsichtig gemacht und verleimt oder nicht verleimt ist. Ferner kann hierfür auch ein derartiges Papierblatt mit einer Lackschicht verwendet werden.
Als Celluloseäther kann jeder, nach bekannten Methoden vernetzbare Hydroxylgruppen enthaltende Celluloseäther verwendet werden. Vorzugsweise wird ein Celluloseäther oder Cellulosemischäther verwendet, in welchem die Äthergruppen von Alkyl-, Hydroxyalkyloder Carboxyalkylgruppen stammen, in welchen der Alkylrest 14 C-Atome enthält und der durchschnittliche Substitutionsgrad zwischen 0,5 und 2,9 Äthergruppen pro Anhydro-Glucoseeinheit beträgt. Die Hydroxyalkyl äther werden bevorzugt und diese können gewünschtenfalls einfache Alkylgruppen enthalten, d. h. es kann sich um Cellulosemischäther handeln. Die Hydroxyalkylgruppen können Hydroxyäthyl- oder Hydroxypropylgruppen sein. Bei den Alkylgruppen kann es sich um Äthyl- oder Methylgruppen handeln.
Es ist zu bemerken, dass Celluloseäther, die Hydroxyalkylgruppen enthalten, ausserdem kurze oligomere Gruppen enthalten können, wie Hydroxyalkoxyalkylgruppen. Die Art dieser Gruppen ist vom Herstellungsverfahren abhängig.
Bevorzugt verwendet werden Hydroxypropylcelluloseäther, die gewünschtenfalls Anteile an Methylcelluloseäther enthalten. Diese Produkte werden unter folgenden Handelsbezeichnungen vertrieben: Klucel (Hercules Powder Company), Methofas (I. C. I), Methocel (Dow Limited) und Celacol (British Celanese Limited).
Obwohl zahlreiche chemisch modifizierte Celluloseprodukte eine Löslichkeit in einigen organischen Lö sungsmitteln oder in Wasser aufweisen, sind die bevorzugten Materialien der vorliegenden Erfindung in Lösungsmitteln oder in Wasser löslich. Klucel zeigt eine ausgezeichnete Lösungsfähigkeit in Wasser und ergibt in Lösungsmitteln eine Lösung, die keine durch Gelteilchen bedingte Fadenziehneigung zeigt. Einzelheiten bezüglich der Herstellung und Zusammensetzung von Celluloseäthern mit der Handelsbezeichnung Klucel sind in der britischen Patentschrift Nr. 1 028 723 und in der USA-Patentschrift Nr. 3 278 521 angegeben.
Zum Vernetzen von Celluloseäthern können viele zung von Hydroxylgruppen enthaltenden Polymeren Stoffe verwendet werden und alle an sich zur Vernetkönnen verwendet werden, z. B. die folgenden: (a) Kymene 709 (Hercules Powder Company), ein wasserlösliches kationisches Polyamidharz.
(b) Uformite 700 (Rohm und Haas), ein Harnstoff-Formaldehydkondensat.
(c) Cymel (American Cyanamid Corporation), ein Hexamethoxymethylmelamin.
(d) Zahlreiche Polymethylolverbindungen oder Formaldehydkondensate - Dimethylolharnstoff, Dimethyloläthylenharnstoff, Dimethyloläthyltriazon, Tetra-(hy droxymethyl)-phosphoniumchlorid, Di- und Tri-methylolphenol, Dimethylol-p-kresol, Trimethylolmelamin.
(e) Jede mehrbasische Carbonsäure.
(f) Carbonsäureanhydride und -dianhydride.
(g) Polyaldehyde - Glyoxal, Glutardialdehyd, Succindialdehyd, Aldehyd-Stärke.
(h) Titan- oder Zirkonium-tetraalkoxyde.
(i) Gerbsäure.
Diese Stoffe können mit einem Zusatz einer Spur als Katalysator verwendet werden. Das bevorzugte Mittel ist Glyoxal. Diese Verbindung bietet in Anteilen von 0,2 bis 5,0 /o des Gewichtes, bezogen auf den Cellulose äther, einen weiten Bereich des Vernetzungsgrades und damit der Quellung der Trägerschicht in verschiedenen Medien.
Es ist schon vorgeschlagen worden, bestimmte Celluloseäther für Diazotypiematerialien zu verwenden, doch war die technische Verwendung dieser Verbindungen nicht möglich, weil Schichten aus nicht modifiziertem Celluloseäther in wässrigen oder nicht wässrigen Lösungsmitteln erheblich quellen. Wenn z. B. Cellulose äther auf den Träger aufgeschichtet wird, ehe das Material mit Diazoniumverbindung imprägniert wird, kann die Menge der aufgenommenen Diazoniumverbindung nicht gesteuert werden. Bei Verwendung von vernetztem Celluloseäther gemäss obigen Angaben wird der Quellungsgrad des Celluloseäthers stark vermindert und die Aufnahmefähigkeit der Schicht für die Sensibilisierungslösung während des Imprägnierens kann dann gesteuert werden, um die erforderliche Beladung mit Diazoniumverbindung und anderen Chemikalien zu gewährleisten.
Ferner kann die Eindringtiefe der Chemikalien begrenzt werden. Diese Steuerung der Quellung ist auch zweckmässig, um eine Auflösung der Schicht aus Celluloseäther beim Imprägnieren durch Tauchverfahren zu vermeiden. Schliesslich ermöglicht die Steuerung des Quellungsgrades der Schicht die Erhaltung einer erheblichen Festigkeit der Schicht in mit Lösungsmittel oder Wasser befeuchtetem Zustand und liefert eine nicht klebrige Schicht während der Nassverarbeitungsschritte beim sogenannten halbtrockenen Entwicklungsverfahren.
Zur weiteren Steuerung der Quellung können ge wi.nschtenfalls zusätzliche Stoffe verwendet werden und z. B. in Anteilen von bis zu 40 O/o des Gewichtes des Celluloseäthers vorhanden sein. Beispiele für Stoffe dieser Art sind z. B. die folgenden Harze: Vinylite VAGH (Bakelite Ltd) Celluloseacetat Polyvinylformal oder -acetale Polyvinylacetat Teilweise hydrolysiertes Polyvinylacetat Copolymere von Estern der Acrylsäure oder Metha crylsäure und den freien Säuren Copolymere von Vinylidenchlorid Acrylsäure- oder Methacrylsäure-Polymere und -Copo lymere.
Zusätzlich zu den Vernetzungsmitteln und den gegebenenfalls vorhandenen polymeren Zusatzmitteln kann die Celluloseätherschicht oder die Lösung von Celluloseäther, welche Diazoniumverbindungen und andere Chemikalien für die Sensibilisierung enthält, mit Vorteil Füllstoffe, undurchsichtig machende Mittel, wie z. B.
Titandioxyd (im Fall von nicht transparenten Materialien), Verzahnungs- oder Aufrauhungsmittel, wie feinzerteiltes Siliciumdioxyd oder Glaspulver, oder Netzmittel, oder Feuchthaltemittel, wie Glycole oder Polyglycole, oder andere in der Herstellung von Diazotypiematerial und Zeichenmaterial bekanntermassen verwendete Zusatzstoffe.
Besonders vorteilhaft sind Aufrauhungsmittel, die dem Papier eine matte und nicht glänzende Oberfläche auf einer oder beiden Seiten verleihen, die mit Bleistift beschriftet werden kann.
Celluloseäther zeigen eine ausgezeichnete Haftung auf Papier, z. B. auf Transparentpapier mit einem Gewicht von 80-110 g/m2 und können auf solche Träger direkt aufgetragen werden. In den Fällen, in welchen es besonders wichtig ist, dass das Lichtpausbild des vollständig entwickelten und verarbeiteten Produktes vollständig innerhalb der Schicht aus Celluloseätherlack vorhanden ist, so dass der Träger vollständig frei von Flekken bleibt, kann der Träger mit einer dünnen Polymerschicht (die als Sperre für die Diazoniumverbindung und andere Chemikalien wirkt) vorbeschichtet werden, ehe die Sensibilisierungslösung aufgetragen wird. Diese Vorbehandlung kann durch Verwendung einer der oben im Zusammenhang mit der Begrenzung der Quellung der Celluloseätherschicht beschriebenen polymeren Materialien durchgeführt werden.
Schichten aus Celluloseäther können auf orientiertes Polyäthylenterephthalat nur nach Vorbehandlung des Grundfolienmaterials mit einer Verankerungsschicht aufgetragen werden. Geeignete Materialien sind in den Schweizer Patentschriften Nrn. 489 369 und 501 241 beschrieben. Alle diese Stoffe können verwendet werden.
So kann z. B. die Verankerungsschicht durch Vorbehandlung der Folie mit einer Lösung einer chlorhaltigen Phenolverbindung und folgendem Trocknen und Beschichten mit einer Lösung von Vinylite VAGH (eingetragene Markenbezeichnung) oder einer Lösung von Polyvinylchloracetat, und erneutem Trocknen hergestellt werden. Diese Behandlungen können kombiniert werden, um eine Verankerungsschicht vor dem Auftragen der Materialien der vorliegenden Erfindung auf die Trägerfolie zu bilden.
Beispiel 1
Biaxial orientierte Folie aus Polyäthylenterephthalat mit einer Dicke von 76 Mikron wurde mit einer Verankerungsschicht durch aufeinanderfolgendes Aufschichten und Trocknen der folgenden Lösungen hergestellt: A. 2,5 g 2,4,6-Trichlorphenol
2,5 g 2,4-Dichlorphenol
100 ml Methanol B. 1,5 g Vinylite VAGH (Bakelite Ltd), technisches, teilweise hydrolysiertes Copolymer aus Vinylchlo rid und Vinylacetat,
100 ml Aceton
Die Folie wurde dann nochmals mit einer rezeptiven Schicht unter Verwendung der folgenden Lösung beschichtet:
10 g Klucel L (Hercules Powder Company) 0,05 g p-Toluolsulfonsäure 0,6 ml 300/oige wässrige Lösung von Glyoxal 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Nach 30 Min Trocknen bei 100" C wurde die Schicht zur Herstellung eines Trockenmaterials für die Ammoniakverarbeitung durch Imprägnieren mit folgender Lösung sensibilisiert:
4 g 4-Diazo-N,N-diäthylanilin-Zinkchlorid
1,3 g Resorzin
0,6 g 2,3-Dihydroxynaphthalin
1,5 g Zitronensäure
1,0 g Thioharnstoff
5,0 ml Methoxyäthylacetat 35,0 ml Methanol 10 ml Ameisensäure 50 ml Aceton
Das getrocknete Material konnte in der üblichen Weise unter Bildung von gelbbraunen Bildern guter Schärfe und guter Haftung auf der Trägerfolie verarbeitet und entwickelt werden.
Beispiel 2
Polyäthylenterephthalatfolie, die wie in Beispiel 1 vorbehandelt und mit der rezeptiven Schicht beschichtet worden war, wurde zur Herstellung eines Trockenmaterials für die Ammoniakverarbeitung durch Auftragen der folgenden Lösung sensibilisiert:
6 g 4-Diazo-N,N-diäthylanilin-Zinkchlorid
1 g 2,3-Dihydroxynapthalin-6-sulfonsäure-natrium salz
2 g Resorzin
2,5 g Zitronensäure
1,0 g Thioharnstoff 100 ml Wasser
Das getrocknete Material konnte in üblicher Weise zur Aufnahme eines Bildes verwendet werden und lieferte bei Verarbeitung in einer Ammoniakanlage ein tiefbraunes Intermediärbild mit guter Farbdichte für die Herstellung von Kopien.
Beispiel 3
Polyäthylenterephthalatfolie wurde wie in Beispiel 2, jedoch auf beiden Seiten, vorbehandelt und dann auf beiden Seiten mit einer rezeptiven Schicht aus folgender Suspension beschichtet: 10 g KlucelE
0,05 g p-Toluolsulfonsäure
1,2 ml 300/obige wässrige Lösung von Glyoxal
2,0 g Siliciumdioxyd ( Aerosil TK 800 , Degussa)
2,0 g Siliciumdioxyd ( Gasil 23 , Joseph Crossfield & BR<
Sons Ltd.) 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Die rezeptive Schicht wurde auf einer Seite mit folgender wässrigen Sensibilisierungslösung beschichtet:
:
6 g 4-Diazo-N,N-diäthylanilin-Zinkchlorid
2 g Resorzin
3 g Zitronensäure
0,5 g Thioharnstoff 100 ml Wasser
Nach dem Trocknen konnte der Film zur Aufnahme eines Bildes verwendet werden und lieferte nach dem Entwickeln in einer Ammoniakanlage gelbbraune Bilder auf einer Trägerfolie, die auf beiden Seiten eine gute Beschriftungsfähigkeit zeigte.
Beispiel 4
Biaxial orientierte Polyäthylenterephthalatfolie mit einer Dicke von 88 Mikron wurde durch Beschichten mit der folgenden Lösung und Trocknen mit einer Verankerungsschicht versehen:
5 g 2,4,5-Trichlorphenol
1,5 g Vinylite VAGH 100 ml Aceton
Der Film wurde wie in Beispiel 1 mit einer rezeptiven Schicht versehen und imprägniert.
Beispiel 5
Biaxial orientierte Polyäthylenterephthalatfolie wurde auf beiden Seiten durch Auftragen und Trocknen der folgenden Lösung nacheinander mit Verankerungsschichten versehen: A. 2 g p-Chlor-m-kresol
100 ml Aceton B. 0,75 g Polyvinylchloracetat
100 ml Aceton
Das so behandelte Material wurde auf beiden Seiten wie in Beispiel 3 mit dem Rezeptivlack beschichtet und imprägniert. Es wurde eine ausgezeichnete Haftung der Bildschicht erzielt.
Beispiel 6
Polyäthylenterephthalatfolie wurde durch Auftragen und Trocknen der folgenden Lösung auf beiden Seiten mit Verankerungsschichten versehen:
5 g 2,4,6-Trichlorphenol
5 g 2,4-Dichlorphenol
1,0 g Polyvinylchloracetat 100 ml Aceton
Die vorbehandelte Folie wurde durch Auftragen folgender Mischungen auf beiden Seiten sensibilisiert: 100 g KlucelL >
2 g Siliciumdioxyd ( Gasil 23 )
4 g 4-Diazo-N,NZiäthylanilin-Zinkehlorid
1 g 2,3-Dihydroxynaphthalin-6-sulfonsäure- natriumsalz
2 g Resorzin
2,5 g Zitronensäure
1,0 g Thioharnstoff
0,3 g Dimethyloläthyltriazon
5 ml Methoxyäthylacetat
10 ml Ameisensäure
50 ml Aceton
Nach dem Trocknen lieferte die beidseitig sensibilisierte Folie dunkelbraune Kopien, wenn sie bildmässig belichtet und mit Ammoniak entwickelt wurde.
Beispiel 7
Biaxial orientiertes Polyäthylenterephthalat wurde wie in Beispiel 4 mit einer Verankerungsschicht versehen; dann wurde eine rezeptive Schicht durch Aufschichten und Trocknen der folgenden Suspension aufgetragen: 10 g Klucel L
1 g Siliciumdioxyd ( Aerosil TK 800 > )
0,05 g p-Toluolsulfonsäure
0,6 ml 300/oige wässrige Glyoxallösung 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Die beschichtete Folie wurde aus wässrigem Medium sensibilisiert und lieferte ein halbtrockenes Diazotypiematerial.
Zur Imprägnierung wurde folgende Lösung verwendet:
4 g 4-Diazo-2, 5-di-n-butoxy-N-benzoylanilin
Zinkchlorid
0,2 g Zitronensäure
0,1 g Saponin 70 ml Wasser 30 ml Äthanol
Die erhaltene getrocknete Folie konnte zur Aufnahme eines Bildes und Entwicklung auf einer halbtrockenen Verarbeitungsanlage unter Verwendung des technischen Entwicklers Azoflex 105 > (Ilford Limited) verarbeitet werden und lieferte ein gut aussehendes schwarzes Bild. Die Oberfläche des verarbeiteten Materials zeigte keine Klebrigkeit und kein Vorhandensein von Entwicklersalzen.
Beispiel 8
Die vorbehandelte Folie von Beispiel 1 wurde mit einer Suspension folgender Zusammensetzung beschichtet und zur Bildung einer anhaftenden rezeptiven Schicht getrocknet: 10 g Klucel L
1 g Siliciumdioxyd ( Gasil 23 )
0,05 g p-Toluolsulfonsäure
0,4 g 300/oigewässnge Glyoxallösung 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Die Folie wurde durch Imprägnieren mit folgender Lösung sensibilisiert, wodurch ein Produkt für die halbtrockene Entwicklung erhalten wurde:
4 g 4-Diazo-2,5-diäthoxy-phenylmorpholin-Zink chlond
0,2 g Zitronensäure
0,1 g Saponin 100 ml Wasser
Der getrocknete Film wurde zur Aufnahme eines Bildes und folgender Entwicklung in einer Anlage für die halbtrockene Entwicklung verwendet. In der Anlage wurde eine dünne Schicht aus dem technischen Entwickler Azoflex 2B (Ilford Limited) aufgetragen.
Auf einem von Flecken und Klebrigkeit freien Film wurde ein braunes Bild mit guter Farbdichte für die Herstellung von Kopien erhalten.
Beispiel 9
Celluloseacetat mit einer Dicke von 89 Mikron wurde auf beiden Seiten mit folgender Mischung beschichtet:
10 g KlucelE
1 g Siliciumdioxyd ( Gasil 23 )
0,6 ml 300/oigewässnge Glyoxallösung
0,05 g p-Toluolsulfonsäure 100 Wasser
Das getrocknete Material wurde auf einer Seite mit einer wässrigen Diazoniummischung wie in Beispiel 8 imprägniert und lieferte nach dem Trocknen ein halbtrockenes Diazotypiematerial.
Beispiel 10
Biaxial orientiertes Polyäthylenterephthalat wurde wie in Beispiel 1 mit einer Verankerungsschicht versehen und dann mit einer rezeptiven Schicht aus folgender Suspension überschichtet: 10 g Methofas H. P. M.
0,5 g Dimethylolharnstoff 0,05 g p-Toluolsulfonsäure
2 g Siliciumdioxyd ( Aerosil TK800 ) 90 ml Methylenchlorid 10 ml Methanol
Nach 10 Min Trocknen bei 1000 C wurde die Schicht wie in Beispiel 1 mit Lösung sensibilisiert.
Beispiel 11
Ein durchscheinendes Papier mit einem Gewicht von 80 g/m2 wurde auf einer Seite mit folgender Lösung beschichtet: 10 g KlucelL
0,012 g p-Toluolsulfonsäure
0,6 ml 300/oige wässrige Glyoxallösung 76,5 ml Aceton 13,5 ml Methanol 10 ml Methoxyäthylacetat
Dann wurde getrocknet und 15 Min auf 800 C erhitzt. Man erhielt ein Produkt mit einem Gewicht von 95 g/m2. Das lackierte Papier wurde auf der lackierten Seite mit der folgenden Lösung beschichtet und darnach getrocknet:
4 g 2, 5-Dimethoxy-4-tolylmercaptobenzol diazoniumchlorid-Zinkchlorid
0,2 g Zitronensäure 100 ml Wasser
Das sensibilisierte Produkt konnte bildmässig belichtet und nach dem Halbtrockenverfahren unter Verwendung von Azoflex 105 (Ilford Limited) als Entwickler zur Herstellung glänzender schwarzer Kopien venvendet werden.
Beispiel 12
Das durchscheinende Papier von Beispiel 11 wurde auf einer Seite mit Lösung A und auf der anderen Seite mit Lösung B beschichtet: A. 10 g KlucelE
0,012 g p-Toluolsulfonsäure
0,3 g Dimethylolharnstoff
76,5 ml Aceton
13,5 ml Methanol
10 ml Diacetonalkohol B. 10 g Klucel E
0,012 g p-Toluolsulfonsäure
0,3 g Dimethylharnstoff
76,5 ml Aceton
13,5 ml Methanol
10,0 ml Diacetonalkohol
1,0 g Siliciumdioxyd ( Gasil 64 )
1,0 g Siliciumdioxyd ( Aerosil TK800 )
Nach Trocknen und Erhitzen wog das beschichtete Produkt 110 g/m2.
Das lackierte Papier wurde auf der glänzenden Seite durch Beschichten mit der folgenden Lösung sensibilisiert und dann getrocknet:
4 g 2,5.Diäthoxy-4-morpholinbenzol-diazonium- chlorid-Zinkchlorid
0,2 g Zitronensäure 100 ml Wasser
Nach der bildmässigen Belichtung lieferte das sensibilisierte lackierte Papier nach Verarbeitung nach der halbtrockenen Methode mit Azoflex 2B (Ilford Limited) als Entwickler ein glänzendes braunes Bild. Die Kehrseite der Bildseite war matt und zeigte gute Beschriftungseigenschaften bei Verwendung von Bleistift oder Tinte bzw. Tusche.
Beispiel 13
Eine Probe aus Transparentpapier mit einem Gewicht von 90 g/m2 wurde auf einer Seite mit folgender Lösung beschichtet:
0,3 g Vinylite VAGH > 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Nach dem Trocknen wurde die beschichtete Seite mit dem hydrophilen Lack von Beispiel 1 überschichtet.
Nach dem Trocknen wog das lackierte Papier 100 gim2.
Das beschichtete Papier wurde wie in Beispiel 1 sensibilisiert und bildmässig belichtet sowie entwickelt. Das glänzende schwarze Bild konnte mit einem Federmesser oder einer Rasierklinge ohne Beschädigung des darunterliegenden Papierträgers ausradiert werden.
Beispiel 14
Transparentpapier mit einem Gewicht von 90 g/m2 wurde auf beiden Seiten mit der in Beispiel 3 beschriebenen Lösung beschichtet. Dann wurden wie in Beispiel 2 auf die einander entgegengesetzten Seiten glänzende bzw. matte Schichten aufgetragen.
Das getrocknete lackierte Papier mit einem Gesamtgewicht von 115 g/m2 wurde auf der glänzenden Seite mit folgender Lösungsmischung sensibilisiert:
4,0 g 2,5-Dimethoxy-4-tolylmercaptobenzol diazoniumchlorid-Zinkchlorid
0,5 g Zitronensäure 70 ml Methanol 20 ml Aceton 10 ml Methyläthylketon
Die Entwicklung nach dem halbtrockenen Verfahren mit Azoflex 2B > -Entwickler lieferte schwarze Bilder.
Beispiel 15
Eine Probe aus Transparentpapier mit einem Gewicht von 80 g/m2 wurde durch beidseitiges Beschichten mit folgender Lösung vorbehandelt:
3 g Copolymer aus Methylmethacrylat und Itacon säure in einem Molverhältnis von 90/10 85 ml Aceton 15 ml Methanol
Nach dem Trocknen wurde das Papier auf beiden Seiten mit folgender Zubereitung beschichtet:
10 g KlucelL >
3 g MethylmethacrylÅat-Itaconsäure-Copolymer
0,02 g Chloressigsäure
0,3 g Hexamethoxymethylmelamin 76,5 ml Aceton 13,5 ml Methanol 10,0 ml Methoxyäthylacetat
1,5 g Siliciumdioxyd ( Gasil 23 > )
1,5 g Siliciumdioxyd ( Aerosil TK800 > )
Nach dem Trocknen wog das lackierte Papier 110 g/m2 und wurde einseitig durch Beschichten mit folgender Zubereitung sensibilisiert:
4,0 g 4-Diäthylaminobenzol-diazoniumchlorid
Zinkchlorid
1,0 g 2,3 -Dihydroxynaphthalin-6-sulfonsäure
2,5 g Resorzin
1,5 g Zitronensäure
0,8 g Thioharnstoff 100 ml Wasser
Nach dem Trocknen wurde das sensibilisierte lakkierte Papier bildmässig belichtet und nach dem Trokkenverfahren in einer Ammoniakanlage verarbeitet. Es wurden braune Bilder mit guter Farbdichte für die Herstellung von weiteren Kopien erhalten.
Beispiel 16
Papier mit einem Gewicht von 80 g/m2 wurde beidseitig mit dem in Beispiel 1 beschriebenen Klarlack beschichtet. Das lackierte Papier wurde beidseitig mit der in Beispiel 14 beschriebenen Mischung aus Lösung sensibilisiert und lieferte ein doppelseitiges Diazotypiematerial für die Trocken- oder Ammoniakverarbeitung.
Beispiel 17
Papier mit einem Gewicht von 90 g/m2 wurde beidseitig mit Latex VL821 (I. C. I. Limited) beschichtet.
Das Produkt wurde ausserdem lackiert und sensibilisiert, und zwar im wesentlichen nach Beispiel 2, jedoch mit der Abänderung, dass die Diazoniumverbindung und die anderen Chemikalien in die hydrophile Lackschicht der Seite A eingearbeitet wurde, nicht dagegen auf der Seite B. Nach der Verarbeitung mittels eines halbtrockenen Verfahrens wurde ein braunes Bild erhalten, das leicht durch Schaben mit einem Messer ohne Beschädigung des Papierträgers entfernt werden konnte.
PATENTANSPRUCH 1 Diazotypie-Blattmaterial, gekennzeichnet durch ein Trägerblatt mit einer Schicht, die einen vernetzten Celluloseäther und eine lichtempfindliche Diazoverbindung enthält.
UNTERANSPRÜCHE
1. Material nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der vernetzte Celluloseäther Alkyl-, Hydroxyalkyl- oder Carboxyalkyläthergruppen aufweist, oder ein gemischter Celluloseäther mit solchen äther gruppen ist, wobei der durchschnittliche Substitutionsgrad zwischen 0,5 und 2,9 Äthergruppen pro Anhydroglucoseeinheit beträgt.
2. Material nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vernetzte Celluloseäther Hydroxypropylcelluloseäther ist.
3. Material nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vernetzte Celluloseäther ein gemischter Ather ist, der Hydroxypropyl und Methylgruppen aufweist.
4. Material nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die den vernetzten Celluloseäther enthaltende Schicht ein zusätzliches polymeres Material zur Steuerung der Quellung enthält.
PATENTANSPRUCH II
Verfahren zur Herstellung von Diazotypie-Blattmaterial gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man auf einem blattförmigen Träger eine Schicht, die Celluloseäther enthält, aufträgt, den Celluloseäther mit einem Vernetzungsmittel vernetzt und in der Schicht eine lichtempfindliche Diazoniumverbindung vorsieht.
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.