Vorrichtung zur Flüssigkeitsbehandlung von strangförmigem Textilmaterial
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Flüssigkeitsbehandlung von strangförmigem Textilmaterial in einer kanalartigen, allseitig geschlossenen Behandlungszone.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung einer Vorrichtung zur Behandlung von Textilmaterial, indem Idieses durch ein flüssiges Behandw lungsbad geführt wird.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zeichnet sich aus durch einen im wesentlichen U- oder J-förmigen Behandlungskanal, dessen sich im wesentlichen nach oben erstreckende, zueinander geneigte Schenkel, die durch einen Kopfteil, der eine antreibbare Umziehhaspel oder -rolle für das Behandlungsgut enthält und mit ver schliessbaren Beschick- bzw. Entladeöffnungen für das Behandlungsgut versehen ist, miteinander verbunden sind, durch eine Umwälzung von Behandlungsflüssigkeit ermöglichende, zum Zuführen oder Abziehen der Behandlungsflüssigkeit bzw. zur Steuerung der Geschwindigkeit des Behandlungsgutes vorgesehene Mittel in Verbindung stehen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung wird nachstehend näher erläutert und anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen eingehender beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt ,durch eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf eine Transportrolle der Vorrichtung nach Fig. 1, und zwar in Richtung IV-IV von Fig. 1 gesehen,
Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch den wichtigsten Teil einer weiteren Ausführungsform einer der Fig. 1 ähnlichen Vorrichtung,
Fig. 4 und 5 Vertikalschnitte durch weitere Ausführungsbeispiele von erfindungsgemässen Vorrichtun gen
Fig. 6 und 7 Querschnlitte durch den Kanal entlang den Linien VIII-VIII bzw.
IX-IX der Vorrichtung nach Fig. 5,
Fig. 8 einen Vertikalschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung, Fig. 9 einen Ausschnitt, in vergrössertem Massstab, der Vorrichtung nach Fig. 8,
Fig. 10, 11 und 12 Vertikalschnitte durch weitere Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung,
Fig. 13 einen Vertikalschnitt durch eine letzte Ausfürhungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung und
Fig. 14 einen Schnitt entlang ,der Linie XVI-XVI von Fig. 13.
Eine für die vorliegende Erfindung typische Vorrichtung besitzt ein Bad oder einen Behälter, der einen U- oder J-förmigen Kanal aufweist; ferner besitzt die Vorrichtung Mittel, um einen Teil der sich im Behälter befindlichen Behandlungsflüssigkeit vom einen Endteil des Kanals zum anderen Endteil des Kanals zu befordern, eine Pumpeinrichtung und eine Heizeinrichtung beide im Kanal angeordnet, eine drehbar gelagerte Walze,
welche in einem oberen Teil zwischen den beiden Endteilen des Bades angeordnet ist, wobei das Textilmaterial mittels dieser drehbar gelagerten Rolle in ein Startende der Behandlungsflüssigkeit eingeführt wird, Idann zusätzlich durch einen Flüssigkeitsstrom vorwärtsgetrieben wird, welcher Strom durch die Umwälzbewegung der Umwälzmittel erzeugt wird, und dabei durch die Behandlungsflüssigkeit behandelt wird, und zwar, indem es im Strom der Behandlungsflüssigkeit mitgetragen wird, um schliesslich von der drehbar gelagerten Walze wieder aufgenommen zu werden. Die anfängliche Länge des Textilmaterials im Flüssigkeitsbad wind so gewählt, dass das Material lose gehalten ist.
das heisst, dass das Textilmaterial von der Behandlungsflüssigkeit behandelt werden kann, ohne dabei irgendwelchen wesentlichen Zugspannungen ausgesetzt zu sein.
Demzufolge können Störungen in Form von unregelmässigen Behandlungen des Textilmaterials auf ein Minimum herabgesetzt werden. Darüber hinaus können gemäss einer besonderen Ausführungsform der erfin dungsgernässen Vorrichtung die Temperatur und der Flüssigkeitsstand der Behandlungsflüssigkeit im Bad auf gleichbleibenden Werten gehalten werden, und zwar so, dass beispielsweise der obere Teil der drehbar gelagerten Walze annähernd auf gleicher Höhe mit dem Flüssigkeitsspiegel liegt, was selbstverständlich erlaubt, die Nassbehandlung des Textilmaterials unter gleichmässigen bzw. gleichförmigen Bedingungen durchzuführen.
Damit das Textilmaterial auf befriedigende Weise in die Flüssigkeit im Durchgang eingeführt werden kann, ist die Vorrichtung mit Mitteln versehen, welche einen strahlartigen Strom im flüssigen Behandlungsbad bilden, sowie Mittel, um die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes zu steuern, und Mittel, um den allzu raschen Durchgang des Textil materials durch das Bad einzuschränken. Eine solche Vorrichtung eignet sich für die verschiedensten Anwendungsgebiete, das heisst auch für verschiedenartige TextilLmaterialien, welche auf möglichst wirtschaftliche Weise einer Nassbehandlung unter- zogen werden sollen.
Die nachstehend beschriebenen Vorrichtungen eignen sich zur Behandlung jeder Art von Textilmaterial und jeder Form von Textilmaterial, wie beispielsweise von Textilmaterialien in Bandform oder auch in offenen Bahnen.
Fig. 1 der Zeichnung zeigt eine Hochdruck-Färbevorrichtung gemäss der Erfindung. Die gezeigte Färbevorrichtung besitzt einen Behälter 1 mit einem zylinldri- schen Kopfteil 14, der mit einer zylindrischen Rolle oder Winde 15 versehen ist, welche um eine horizontale Welle oder eine Antriebswelle drehbar gelagert ist, einen U-förmigen Kanal 13, welcher auf die in der Zeichnung dargestellte Weise mit dem Kopfteil 14 verbunden ist, und Mittel, um einen Teil der Behandlungsflüssigkeit in Umwälzung zu bringen, welche Mittel eine Entnahme- leitung 17 und eine Zuführleitung 18 umfassen.
Ein Wärmeaustauscher 19 ist mit einer Pumpe 20 ausgerüstet, und somit fliesst abgekühlte Flüssigkeit durch die Entnahmeleitung 17 aus dem Bad, wird im Wärmeaustauscher 19 aufgeheizt, und daran anschliessend wird die aufgeheizte Flüssigkeit durch die Zuführleitung 18 wieder dem Behälter 1 zugeführt. Eine Anzahl Durchlass- öffnungen 16 ist im Kopfteil 14 angeordnet, und zwar in solcher Weise, dass jede Durchlassöffnung direkt über dem oberen Abschnitt je eines Färbbades liegt, so dass jede Durchlassöffnung sowohl als Einfull- wie auch als Entnahmeöffnung für das Textilmaterial dienen kann.
Gemäss der vorliegenden Erfindung kann mittels der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung folgendes Verfahren durchgeführt werden: Das Verfahren besteht darin, dass zuerst eine Fliissirkeit enthaltende Zone gebildet wird, welche die Färbflüssigkeit z.
B. in einem U-- oder J-förmigen Kanal 13 enthält; dann wird ein Teil ,der Flüssigkeit aus dem oberen Endteil des Kanals 13 entnommen, und zwar über die Entnahmeleitung 17; die entnommene Flüssigkeit wird dann dem gegenüberliegenden oberen Endteil des Kanals 13 zugeführt, und zwar über die Zuführleitung 18, eine -Pumpe 20, ein Steuerventil 21 und den Wärmeaustauscher 19. wobei ein Flüssig- keitsstrom aus dem Färbmittel gebildet wird, welcher sich in Richtung gegen das Entnla,hmeende des Kanals bewegt;
das zu behandelnde Material 22 wird durch die Durchlassöffnung 16 in die Flüssigkeit enthaltende Zone mit dem Färbmittel eingeführt; das so eingeführte Tex tilmaterial 22 wird in die Flüssigkeit enthaltende Zone gebracht, und das vordere Ende des Textilmaterials wird mit dem anderen Ende des Textilmaterials verbunden, bevor letzteres über die rotierende Winde 15 gelegt wird;
; Danach wird ein endloses Materialband ge bildet, und dieses wird schliesslich durch den Kanal 13 gezogen, und zwar einerseits durch die Drehbewegung der Winde 15 und anderseits durch die sich im Kanal 13 gebildete Flüssigkeitsströmung. Die Geschwindigkeit, mit welcher das Textilmaterial durch die Färbflüssigkeit des Kanals 13 läuft, ist geringer als die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstroms, so dass eine genügend stlarke Durchtränkung des zu behandelnden Materials, das heisst ein sehr gut gefärbtes Material, erhalten wird.
Die Winde weist die Form einer drehbaren kleinen Walze 15 auf, welche fast vollständig in die im Tank bzw. Bad 1 enthaltende Flüssigkeit eintaucht, das heisst mit anderen Worten, der obere Teil der drehbaren Walze 15 ist beinahe auf gleicher Höhe wie das Niveau der Behandlungsflüssigkeit. Eine im Querschnitt dreieckige Entnahmekammer 13" liegt im Abstand unterhalb der beiden oberen Enden des Bades. Somit steht die Flüssigkeit, welche im kleinen Raum 13" enthalten ist, mit der im Durchgang enthaltenden Flüssigkeit über eine grosse Anzahl kleiner Löcher 13' in Verbindung und wird über die Entnahmeleitung 17 abgeführt.
Die Mittel, um die entnommene und wieder erhitzte Flüssigkeit ins Bad zurückzubringen, umfassen eine Führung 23, welche auf der Innenseite des oberen Endteils 13 des Durchgangs angeordnet ist, sowie ein einen Rotationskörper bildendes Kanalorgan 24, welches einen hyperbolischen Längsschnitt aufweist, und das unmittelbar unter der Führung 23 angeordnet ist, unter Belassung eines kleinen Raumes 25 zwischen dem Führungsorgan 23 und dem Element 24, sowie die Zuführleitung 18, deren eines Ende direkt mit dem kleinen Raum 25 verbunden ist, während ihr anderes Ende an einen Wärmeaustauscher 19 angeschlossen ist, der sei nersefts an die Entnahmeleitung 17 angeschlossen ist, wobei sich in letzterer eine Pumpe 20 befindet.
Wenn somit der Zuführdruck der durch die Leitung 18 zurückgeführten Flüssigkeit hoch genug ist, entsteht im Raum 25 eine strahlförmige Strömung, im folgenden kurz Strahl genlanet. Wenn somit das zu behan-deinde Textilmaterial mittels der drehbar gelagerten Rolle 15 in den oberen Teil 26 des Bades 13 eingeführt wird, wird dieses Material gezwungenermassen in den Teil 27, welcher sich direkt unterhalb des Kanalorgans 24 befindet, befördert, und zwar durch die Wirkung des Strahles der zugeführten Flüssigkeit, welche das Material nach unten zieht.
Der Druck der in den Raum 25 eingeführten Flüs sig,keit kann Imittels eines Ventils 21, das in die Zuführ leitung 18 eingebaut ist, gesteuert werden. Die Weite idies U- oder J-förmigen Durchgangs 13, durch welchen die Behandlungsflüssigkeit geleitet wird, wird gegen das obere Ende des Teils 28 des Flüssigkeitsstromes hin immer grösser, um so die Geschwindigkeit der Flüssig- keit herabzusetzen, so dass sich im oberen Endteil 28 des Flüssigkeitsstromes die Flüssigkeit sehr langsam bewegt.
Zudem ist die Umfangsgeschwindigkeit der Walze
15 so gering, dass das Textilmaterial 22 zickzackartig zugegen das obere Endteil 28 des Flüssigkeitsstromes getragen wird, und zwar trotz der starken Strömung in Teil 27 unmittelbar unterhalb des Kanalelementes 24.
Dadurch wird das Textilmaterial im Bad einem starken Flüssigkeitsstrom ausgesetzt, was mit anderen Worten Garantie dafür gibt, dass die Behandlung gut verläuft.
Die zickzackartige Bewegung des Textilmaterials, und zwar unter geringer Zu-aj,eanspruchun.g in Kanal
13. ermögiicht, das Material durch die Walze 15 in vollständig freiem Zustand aufzunehmen, das heisst in reinem ausgebreiteten Zustand, wie beispielsweise Fig. 2 zeigt, dies, wenn es sich beim Textilmaterial um gewobenes oder gestricktes Tuch handelt, und die Bildung von Falten, welche eine gleichförmige Nassbehandlung verhindern könnten, wird damit vermieden.
Wie bereits in der Beschreibungseinleitung erwähnt wurde, kann die vorstehend beschriebene Vorrichtung zum Färben von Textilmaterialien in einer unter hohem oder normalem Druck stehenden Färbebad verwendet werden. Wenn das Textil,mlaterial unter hohem Druck gefärbt werden muss, wie beispielsweise synthetische Fasern, kann der Flüssigkeitsdruck durch an sich bekannte, beliebige Steuereinrichtung auf einen gewünschten hohen Wert gehalten werden.
So kann beispielsweise ein Kompressor verwendet werden, um Druckluft über eine Leitung 14' in das Kopfstück 14 einzuführen, wobei dann die im Kopfteil 14 enthaltene Luft auf dem gewünschten Druck gehalten werden kann, was selbstverständlich erlaubt, die Behandlungsflüssigkeit im Bad 13 ebenfalls auf einem gewünschten hohen Druck zu halten.
So wurde beispielsweise Imit Erfolg versucht, das sogenannte Hochdruck-Färbeverfahren bei hoher Tem- peratur auch zum Färben von Garnen oder Kleidern aus synthetischen Fasern anzuwenlden. Beim Hochdruck- Färbeverfahren, bei welchem das Kreisärbeverfahren zur Anwendung gelangt, wird die Färbeflüssigkeit manchmal mit zusätzlichen Mitteln verwendet, wie beispielsweise ein Dispersionsmittel, welches der Färbeflüssigkeit beigemischt ist. Eine solche Mischflüssigkeit neigt jedoch dazu, bei Temperaturen von 60 bis 900 C stark zu schäumen. Durch ,die Schaumbildung wird jedoch eine gleichförmige Färbung des im Bad enthaltenen Textilmaterials gestört.
Diese Feststellung wird auch bei anderen Nassbehandlungen, wie beispielsweise dem Zurichten oder dem Bleichen festgestellt. Die vorliegende Erfindung schafft nun auch Mittel, um den beim vorstehend genannten Verfahren gebildeten Schaum zu eliminieren. Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung, bei welcher solche Mittel eingebaut sind.
Die in Fig. 3 dargestellte Vorrichtung weist im Prinzip Idie gleiche Konstruktion auf, wie jene in Fig. 1, mit Ausnahme, dass sie mit Iden vorgenannten Mitteln ausgerüstet ist, welche einen Behälter 29 umfassen, der mit seinem unteren Ende mit dem Kopfteil 14 verbunden ist. Im Behälter 29 befindet sich ein Anti-Schaummittel, welches tropfenweise der sich im Bad 13 befindlichen Behand- lungsflüssigkeit zugeführt wird, und zwar durch die Tropfvorrichtung 30.
Wenn dieses Anti-Schaummittel der sich im Tank 1 befindlichen Behandlungsflüssigkeit zugegeben wird, wird Ider auf Ider Oberfläche der Flüssigkeit schwimmende Schaum schnell eliminiert.
Wenn ein U- oder J-förmiger Behandlungskanal mit gleichförmiger seitlicher Weite verwendet wird (sdelhe Fig. 3), um den Flüssigkeitsstrom durchzulassen, ist es notwendig, den Flüssigkeitsstrom zu steuern, um auch eine gleichförmige Wirkung der Behandlungsflüssigkeit auf das Textilmaterial zu erhalten. Bei der in Fig.
4 gezeigten Vorrichtung ist nun eine Mehrzahl von Ab- saugvorrichtungen vorgesehen, wm die Flüssigkeit, das heisst die Behandlungsflüssigkeit dem Bade zu entneh -men. Auch diese Vorrichtung ist im Prinzip gleich aufgebaut wie die Vorrichtung, die in Fig. 1 uinid 3 dargestellt ist, mit Ausnahme der gleichförmigen seitlichen Abmessungen des Bades, durch welches die Behand- lungsflüssigkeit strömt und durch eine Anzahl Absaug einrichtungen 31, 35 und 39. Die Absaugvorrichtungen 31, 35 und 39 sind über Leitungen 32, 32'; 36, 36'; 40, 40' an die Pumpe 20 angeschlossen.
Mehrere Absperrventile 33, 37 und 41 sind in den Leitungen 32, 32'; 36, 36'; 40, 40' angeordnet. Ein weiteres Absperrventil 34 ist in Ider Entnahmeleitung 17 montiert. Je nachdem, wie stark die Absperrventile 33, 34, 37 und 41 geöffnet bzw. geschlossen sind, wird sich die Geschwindigkeit der durch den Durchgang führenden Behandlungsflüssigkeit ändern bzw.
steuern lassen, so beispielsweise, wenn die Absperrventile 33 und 34 und 37 geschlossen sind und das Absperrventil 41 offen ist, so dass die Menge der entnommenen Flüssigkeit über die Absaugeinrichtung 39 pro Zeiteinheit ungefähr gleich gross wie die Menge ,der durch die Zuführleitung 18 in den Durchgang 13 eingeführten Flüssigkeit ist, kann die sich im Raum zwischen der Absaug einrichtung 39 und dem Teil 28 Ides Bades befindliche Behandlungsflüssigkeit in stationärem Zustand gehalten werden.
In der Praxis können natürlich die Steuerventile 33, 34, 37 und 41 auf die verschiedenste Weise eingestellt werden, um die zweckmässigste Strömung im Bad zu erhalten. Wie aus ,der Zeichnung deutlich hervorgeht, dienen die Leitungen 43 und 45 sowie das Absperrventil 44, welches sich auf der Unterseite des Bades 13 befindet, dazu, nach beendigtem Arbeitsvorgang die Behandlungsflüssigkeit wegzuleiten.
Die Fig. 5, 6 und 7 zeigen weitere Ausführungsfor- men von Vorrichtungen mm Steuern Ides Zustandes der Flüssigkeitsströmung im Behandlungskanal 13. Der allgemeine Aufbau der in Fig. 5 gezeigten Vorrichtung ist im Prinzip der gleiche, wie jener der Vorrichtung nach Fig.
4, mit Ausnahme, dass die Entnahmeleitung 17' mit einer anderen Pumpe 84 in Verbindung steht, welche die entnommene Flüssigkeit einer Zuführeinrichtung 80 zuführt, welche über der Führung 23 angeord- net ist, und zwar Idurch eine Leitung 81, ein Absperr ventil 82 und eine Leitung 83. Die Strömungsrichtung d!er Flüssigkeit ist in der Zeichnung durch Pfeile angedeutet.
Fig. 8 und 9 zeigen weitere Ausführungsformen und Einrichtungen zur Steuerung des Zustandes des Flüssigkeitsstromes im Behandlungskanal 13. Der allgemeine Aufbau Ider in Fig. 8 gezeigten Vorrichtung ist im we seitlichen der gleiche, wie jener Ider Vorrichtung nach Fig. 1, mit Ausnahne der Einrichtung zum Umwälzen der Behandlungsflüssigkeit.
Beim gezeigten Beispiel bestehen die Mittel zur Zirkulation der Flüssigkeit aus einer Absaugeinrichtung 48, einer Leitung 51, einem Absperrventil 50, Leitungen 51', 62, 63 und einer Pumpe 20, einem Wärmeaustauscher 19, einer Zuführleitung 18, einem Absperrventil 21 und einer Leitung 18', welche auf die in der Zeichnung gezeigte Weise mit dem Behandlungskanal 13 verbunden ist.
Eine seitlich angeordnete Absaugeinrich,tun!g 46 ist auf ,der Aussenseite deis Bades unmittelbar unter dem Kanalelement 24 angeordnet, wobei eine Saugleitung 52 Imit der Leitung 62 in Verbindung steht, und zwar unter Zwischen- schaltung eines Absperrventils 53 und einer Leitung 52', während eine Zuführeinrichtung 47 auf der inneren Seite des Durchgangs angeordnet ist,
und zwar im rechten Schenkel, und die andere Zuführeinrichtung 49 ist ebenfalls lau± der inneren Seite des Durchgangs angeord- net, und zwar, wie die Zeichnung zeigt, im zentral gelegenen unteren Teil des Tanks (siehe Fig. 10). Die Zuführeinrichtung 47 ist über Zweigleitungen 18" und 55, ein Absperrventil 56 und eine Leitung 57 mit der Leitung 18 verbunden, während die Zuführeinrichtung 49 über die Zweigleitung 18", ein Absperrventil 58 und eine Leitung 59 mit der Zuführleitung 18 verbun- den ist.
Eine weitere Absaugeinrichtung 49' ist auf dem Tank 1 angeordnet, und zwar auf der der Zuführleitung 49 gegenüberliegenden Seite und ist über eine Leitung 60, ein Absperrventil 61 und eine Leitung 60' mit der Leitung 62 verbunden, und eine Abftihrleitung 45 ist über ein Ventil 44 und eine Leitung 43 mit der Leitung 60 verbunden.
Wie Fig. 9 deutlich zeigt, wird das Textilmaterial 22 mit der Behandlungsflüssigkeit -bombardiert , und zwar kontinuierlich, wenn das Material vor den Zuführeinrichtungen oder Absaugeinrichtungen 47, 49 bzw.
46, 48, 49' des Behandlungskanals 13 vorbeifährt.
Dank dieser Anordnung kann die Durchlaufgeschwin- digkeit des Textilmaterials gesteuert werden, wobei ein unerwünschter Kontakt des Textilmaterials mit dem Behandlungskanal 13 verhindert werden kann, und wobei vor allem eine genügende Behandlung dies Textil- materials mit der Behandlungsflüssigkeit erreicht wird.
Fig. 10 zeigt eine weitere Ausführungsform einer er findungsgemässen Vorrichtung. Der grundsätzliche Aufbau der Vorrichtung nach Fig. 10 ist im Prinzip derselbe, wie jener der Vorrichtung nach Fig. 6, mit Aus- nahme, dass direkt unterhalb des Kanalelements 24 zwei Steuerwalzen angeordnet sind.
Bei den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen der Vorrichtung (Fig. 1, 4, 5 und 8) ist die Transportgeschwindigkeit des Textilmaterials 22, verursacht durch den -Strahl der Behandlungsflüssigkeit im unteren Teil des Kanalelementes 24, abhängig von der Stärke der Strömung der Behandlungsfl-üssigkeit. Wenn jedoch, wie ibeim Beispiel nach Fig. 10.
die zwei Rollen 65, 65' angeordnet werden, kann die Dufchllaufgeschwinldi!gkeit des Textilma- terials genau gesteuert werden, -beispielsweise, wenn die Geschwindigkeit verringert werden soll. Die Walzen können eine glatte Oberfläche oder rauch eine mit Nuten versehene Oberfläche aufweisen, um auf die oben beschriebene Weise die Durchlaufgeschwindigkeit des Textilmaterials durch den Behandlungskanal 13 zu steuern.
Fig. 11 und 12 zeigen Varianten einer Vorrichtung nach Fig. 10, in weichen ein U-förmiger Behandlungska- nal (Fig. 11) und ein kreisförmiger Durchgang (Fig. 12) zur Anwendung gelangen. Üblicherweise ist es ziveck- mässig. das Niveau der Behandlungsflüssigkeit im Bad konstant zu halten, und zwar währenddem das Textil- material im Bad behandelt wird. fDie in Fig. 13 dargestellte Vorrichtung ist mit einer automatisch arbeitenden Steuereinrichtung versehen, dank weicher das Niveau der Behandlungsflüssigkeit während des Behandlungsvorganges konstant gehalten werden kann.
Im folgenden sei der Aufbau der automatischen Steuereinrich- tung näher beschrieben. Wenn das Niveau der Flüssit- keit ansteigt, wird der Schlupf zwischen der Rolle 15 und dem Textilmaterial 70 zunehmen. so dass es immer schwieriger wird, das Textillmaterial 70 durch die Rolle 15 wieder aufzunehmen. Wenn anderseits das Niveau der Flüssigkeit absinkt wird die auf das Textilmaterial von der Walze ausgeübte Spannung immer zunehmen.
In beiden Fällen wird auf jeden Fall die sorgfältige Be handlung darunter leiden. Zweck Ider vorgenannten Steuereinrichtung ist, solche unerwünschte Einflüsse durch ein starkes Variieren im Niveau der Behand- lungsflüssigkeit im Bad auszuschalten. Bei der Vorrich- tung nach Fig. 13 ist ein U- oder J-förmiger Behand- lungskanai vorgesehen, und ein innerer Raum 71 wird von der inneren Wand 13b des Durchgangs 13 gebildet.
Im unteren Teil der inneren Wand 13b ist eine Mehrzahl von Öffnungen 67 vorgesehen, und zwar derart, dass der innen liegende Raum 71 mit dem innen liegenden Raum des Behandlungskanals 13 verbunden ist. Ein Kompressor 68 ist über eine Leitung 72 an den Innenraum 71 angeschlossen und ist über eine Einrichtung 69 betätigt, welche das Niveau der im Tank 1 vorhandenen Behandlungsflüssigkeit feststellt. Diese Einrichtung ist im Kopfteil 14 untergebracht, wie Fig. 13 zeigt. Als Mittel zum Feststellen bzw. Überwachen des Flüssigkeitsniveaus kann jede beliebige bekannte Vorrichtung bzw. Einrichtung Verwendung finden. Der Druck im Raum 71 wird vom Kompressor 68 dauernd gesteuert.
Wenn die Überwachungseinrichtung 69 ein hohes Ni veau der Behandlungsflüssigkeit im Bad feststellt, wird das Ventil 72' in der Leitung 72 geöffnet, so dass der Druck im Raum 71 abnimmt, wobei die im Tank 1 enthaltene Flüssigkeit in den Raum 71 geleitet wird, und zwar durch die Öffnungen 67, bis die Überwachungs- einrichtung wieder den vorbestimmten Wert des Ni veaus der Flüssigkeit feststellt.
Wenn anderseits die Überwachungseinrichtung 69 einen zu niedrigen Stand der Behlan!dlungsflüssigkeit feststellt, wird der Kompressor 68 eingeschaltet und Druckluft in den Raum 71 eingeführt, um den Druck im Raum zu erhöhen, was bewirkt, dass Flüssigkeit des Raumes 71 in den Durchgang
13 gel!angt, und zwar wiederum durch die Öffnungen
67, wenn das Gleichgewicht zwischen dem Flüssigkeitsdruck im R!aulm 71 und jenem des Behandlungskanals
13 gestört ist, wobei die Zufuhr von Flüssigkeit aus dem Raum 71 in den Behandlungskanal 13 unterbro- chen wird,
wenn die Überwachun'gseinrichtun'g den vorbestimmten Flüssigkeitsstand feststellt und dabei die Zufuhr von durch den Kompressor 68 gelieferter Drucklluft unterbricht.
Aus vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass durch die Verwendung der Fiüssigkeitsstand-Steu'erein- richtung 68 ein konstanter Flüssigkeitsstand der Behandlungsflüssigkeit erhalten werden kann, was an der seits wieder eine gleichförmige Behandlung des durch die Vorrichtung durchlaufenden Textilmaterials gewährleistet.
Durch die Verwendung der in Fig. 13 dargestellten Vorrichtung kann ausserdem die erforderliche Menge an Behandlungsflüssigkeit, welche zur Behandlung des Textilmaterials gebracht wird, d. h. das Verhältnis von Behandlungsflüssigkeitsmenge zu Menge Ides zu belhandeln- den Materials auf einfache Weise gesteuert werden.
Das heisst, wenn eine grössere Menge an Textil material im Bad zu behandeln ist, wird eine grössere Menge an Behandlungsflüssigkeit im Bald erforderlich sein. Die Schlüsselstellung nimmt jedoch immer noch die Steue rung des Behandlungsflüssigkeitsstandes im Bad ein, das heisst Imit andern Worten, der oberste Teil der dreh- baren Walze 15 sollte immer auf gleicher Höhe stehen wie das Niveau der Behandlungsflüssigkeit, damit eine gleichförmige Behandlung des Materials erhalten wird, ohne dass letzteres zerknittert oder gefaltet würde.
In diesem Fall kann die überflüssige Flüssigkeit, welche bei zu hohem Flüssigkeitsstand entnommen wird, im innen liegenden Bad 71 gespeichert werden. Das heisst, wenn ein Textilmaterial grösserer Menge behandelt werden muss, ist es leicht, die in Fig. 13 gezeigte Vorrichtung zu verwenden und dabel ausgezeichnete und gleichför mige Behandlung zu erreichen.
Es ist ebenfalls bekannt, dass es dickere Innenwände des Behandlungskanals 13 braucht, um der ganzen Kon struktion genügend Festigkeit zu gelben, wenn das Bad mit rechteckigem Querschnitt verwendet wird. Aber auch ein Bad, welches gleiche Wanddicken hat wie ein Bad mit kreisförmigem Querschnitt, kann dazu verwen det werden, mit einer Einrichtung zur Steuerung des Drucl:s des Mediums verwendet zu werden, welches Medium in seinem Raum enthalten ist, der durch die Innenwand des U- oder J-förmigen Behandlungskanals definiert bzw. begrenzt wird.
Es genügt, gemäss der vorliegenden Erfindung einen Druckausgleich zwischen der Innenseite und der Aussenseite der Innenwand herzustel alten. Wenn beispielsweise angenommen wind, dass der Querschnitt ,des Behandlungskanals 13 in Fig. 13 rechteckig sei, und das Wasser in einem geschlossenen Raum vorhanden sei, welcher durch die Innenwand 13b des Durchgangs 13 gebildet ist, wird ausserhalb der Vorrichtung ein Kompressor 68 angeordnet, der mit dem geschlossenen Raum über eine Verbindungsleitung 72 in Verbindung steht.
Wenn der Luftdruck in geschlossenen Raum über dem Druck im Kopfteil 14 gehalten werden kann, ist es nicht notwendig, eine dickere Innenwand 13b zu verwenden als im vorgenannten Fall.
Die Gestehungskosten der Vorrichtung können daher gesenkt werden, indem an Materialkosten für den Tank gespart wird. Auch kann im vorgenannten Fall das Wasser weggelassen werden und einfach durch Luft ersetzt werden, ohne dass dabei die Arbeitsweise der genannten Steuereinrichtung in Frage gestellt würde.
In der ganzen vorstehenden Beschreibung wurden nur Fälle von Nassbehandlung von Textilmaterial in endloser Form beschrieben. Es ist jedoch auch möglich, die Vorrichtung so auszubilden, dass eine Anzahl von Durchgängen für Id!as Textilmaterial seitlich entlang der Antriebswelle der drehbar gelagerten Welle bzw.
Walze vorgesehen werden, um auf diese Weise eine Vorrichtung zur Behandlung von nicht endlosem Textilmaterial zu bilden, und mit diesem solches Material kontinuierlich zu behandeln. In diesem Fall wird das Textilma- terial beim ersten Durchgang durch das Bad behandelt und dann von der drehbar gelagerten Walze aufgeommen, dann für Inden zweiten Durchgang durch das Bad wieder eingeführt und danach von der drehbar gelagerten Walze wieder aufgenommen, !dann zu einem dritten Durchgang durch das Bad geführt usw.
Die Art des mit der vorstehend beschriebenen Vorrichtung zu verarbeitenden Textilmaterials ist nicht beschränkt, wie dies bei manchen anderen bisherigen Vof- richtungen zur Behandlung von Textilmaterialien der Fall ist, sondern es können beliebige Textilmaterialien, wie beispielsweise Garnbündel, gewobene Stoffe, gestrickte Stoffe usw. mittels der erfindungsgemässen Vor richtung behandelt werden. Demzufolge ist die Form des Querschnittes des Bades nicht auf die kreisförmige Form beschränkt, sondern es können beliebige andere Querschnittsformen, wie beispielsweise rechteckige Querschnitte, für das Bad bzw. den Behandlungskanal verwendet wenden.