Personentransportanlage zur Über- oder Unterquerung von Verkehrs- oder Wasserwegen
Die Erfindung betrifft eine Personentransportanlage zur Über- oder Unterquerung von Verkehrs- oder Wasserwegen, z. B. von Strassen, Eisenbahnen und Flüssen, die anstelle der bekannten begehbaren Fussgänger Über- oder Unterführungen vorgesehen werden kann.
Sie ist erfindungsgemäss mit einer in vertikaler und horizontaler Richtung wechselweise bewegbaren Kabine ausgerüstet, die eine bequeme und gefahrlose überfährt ermöglichen kann.
Bei oberirdisch geführter Horizontalfahrt der Kabine ist vorzugsweise ein Joch mit einem in horizontaler Richtung fahrbarem Hubwagen vorgesehen, mit dem die Kabine an den Enden des horizontalen Trägers des Joches angehoben und abgesenkt und im angehobenen Zustand längs des Trägers bewegt werden kann. Bei unterirdisch geführter Horizontalfahrt kann die Anlage einen in einem horizontalen Tunnel mit vertikalen Schächten fahrbaren Hubwagen aufweisen, mit dem die Kabine in den Schächten angehoben und abgesenkt und im abgesenkten Zustand längs des Tunnels bewegt werden kann. In beiden Fällen endet die Vertikalfahrt zweckmässig auf Flurhöhe.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 Seitenansicht einer Personentransportanlage mit oberirdischer geführter Horizontalfahrt einer Kabine,
Fig. 2 Draufsicht einer Endpartie der Anlage nach Fig. 1, mit in der Endstellung befindlichem Hubwagen,
Fig. 3 Vertikalquerschnitt nach der Linie III-IIII in Fig. 2,
Fig. 4 Horizontalquerschnitt der Kabine für die Anlage nach den Fig. 1 bis 3,
Fig. 5 Längsschnitt einer Personentransportanlage mit unterirdischer geführter Horizontalfahrt der Kabine,
Fig. 6 Vertikalquerschnitt der Anlage nach Fig. 5.
Die oberirdische Personentransportanlage nach den Fig. 1 bis 3 besteht aus einem Joch, gebildet aus den auf Säulen 1 ruhenden Tragbalken 2, mit einem Hubwagen 3 zur Fortbewegung einer Kabine 4 in vertikaler und horizontaler Richtung. Der Hubwagen 3 trägt eine Seilwinde 5, an deren Tragseil 6 die Kabine 4 aufgehängt ist. Zur Führung der Kabine 4 bei der Vertikalfahrt dienen an der Innenseite der Säulen 1 angebrachte Schienen 7, die zwischen den Führungsbacken 8 (Fig. 4) an der Kabine 4 verlaufen. Die Kabine 4 besitzt nach Fig. 4 zwei einander gegenüberliegende, wahlweise benützbare Türen 9.
Während der Horizontalfahrt sind zur Erhöhung der Sicherheit gegen Absturzgefahr und zur Entlastung des Tragseils 6 die Kabine 4 und der Hubwagen 3 gegenseitig mechanisch verriegelt. Dazu dient eine Vorrichtung aus vier am Hubwagen 3 angeordneten, horizontal schwenkbaren Tragarmen 10, die bei Nichtgebrauch quer zur Horizontalfahrtrichtung stehen (Fig. 2, oben) und zur Verriegelung um 900 gegeneinander geschwenkt werden (Fig. 2, unten), wobei sie eine auf der Oberseite der Kabine 4 angebrachte Haltevorrichtung 11 untergreifen.
Gemäss Fig. 3 sind die Tragbalken 2 verwindungssteife Blechträger 12, auf denen U-förmige Schienen 13 montiert sind, die je mit einer Fahrschiene 14 für die Fahrrollen 15 des Hubwagens 3 versehen sind. Die Fahrrollen 15 sind durch eine Welle 16 miteinander verbunden, welche von einem Motor 17 mit Getriebe und Magnetbremse angetrieben wird. Mit 18 ist eine Uberdachung der ganzen Anlage angedeutet, und 19 bezeichnet die Antriebsvorrichtungen für die schwenkbaren Tragarme 10.
Im Betrieb der beschriebenen Personentransportanlage ergibt sich folgender Bewegungsablauf: Die auf Flurhöhe stehende Kabine 4 wird zunächst bei stillstehendem Hubwagen 3 durch die Seilwinde 5 am Tragseil 6 hochgezogen, bis sie den Hubwagen 3 erreicht.
Die Seilwinde 5 wird sodann stillgesetzt und die Kabine 4 am Hubwagen 3 durch Einschwenken der Tragarme 10 unter die Haltevorrichtung 11 verriegelt. In diesem Zustand erfolgt die Horizontalfahrt des Hubwagens 3 mit der an ihm fixierten Kabine 4, deren Lage während der Horizontalfahrt in Fig. 1 mit ge strichelten Linien angedeutet ist, längs den Tragbalken 2. Am anderen Ende der Balken angelangt, wird der Hubwagen 3 angehalten, die Verriegelung durch Ausschwenken der Tragarme 10 gelöst und anschlie ssend die Kabine 4 mit Hilfe der Seilwinde 5 bis auf Flurhöhe herabgelassen.
Der Bewegungsablauf erfolgt zweckmässig automatisch durch entsprechende Steuerung der Antriebsorgane für die Vertikalfahrt, für die Horizontalfahrt und für die beim Übergang von der einen zur anderen Fahrtrichtung zu betätigende Verriegelungsvorrichtung.
Die Verriegelungsvorrichtung kann anstelle von schwenkbaren Tragarmen 10 auch geradlinig verschiebbare Tragarme oder aber Klinken aufweisen.
Bei der unterirdischen Personentransportanlage nach den Fig. 5 und 6 besteht der bauliche Teil aus einem horizontalen Tunnel 20, beispielsweise eine Stra ssenbahn 21 unterquerend, mit zwei vertikalen Schächten 22. Im Boden des Tunnels 20 sind Fahrschienen 23 eingelassen, auf denen ein Hubwagen 24 mit den Fahrrollen 25 in Achsrichtung des Tunnels 20 fahrbar angeordnet ist. Zum Antrieb der Fahrrollen 25 dienen einzelne Antriebsmotoren 26. Der Hubwagen 24 ist mit einer beispielsweise hydraulisch angetriebenen Hubvorrichtung ausgerüstet, welche eine teleskopisch ausfahrbare mehrgliedrige Tragsäule 27 aufweist, die die Kabine 28 trägt. Am Hubwagen 24 sind seitliche Führungsrollen 29 angebracht, die bei der Horizontalfahrt in ortsfesten Führungsschienen 30 laufen.
Die eingezogene Trägsäule 27 (Fig. 6) ist im Hubwagen 24 vollständig versenkt und ragt unten in ein Gehäuse 31, für das ein Kanal 32 im Tunnelboden Raum bietet. Mit 33 ist ein Gehsteg bezeichnet.
Im Betrieb wird die in Fig. 5 auf Flurhöhe stehende Kabine 28 zunächst mit Hilfe der Hubvorrichtung durch Einziehen der Tragsäule 27 im Schacht 22 bis auf den Hubwagen 24 abgesenkt. An diese Vertikalbewegung schliesst sich die Horizontalfahrt an, wobei der Hubwagen 24 mit der auf ihm ruhenden Kabine 28 an das andere Ende des Tunnels 20 befördert wird. Schliesslich wird mit Hilfe der Hubvorrichtung durch Ausfahren der Tragsäule 27 die Kabine 28 aus dem diesseitigen Schacht 22 bis auf Flurhöhe angehoben.
Bevorzugte Antriebsform für die Vertikalfahrt der Kabine sind beim oberirdischen Betrieb Seilzug oder Kettenzug, Spindeln oder Zahnstangentrieb und beim unterirdischen Betrieb pneumatische oder hydraulische Aggregate. Für die Horizotalfahrt eignen sich folgende Antriebsarten: Seilwinde, Kettentrieb, Zahnstangen, pneumatisches oder hydraulisches Aggregat oder Motorantrieb mit entsprechender Bremseinrichtung.
Die oberirdische Ausführung bietet die Möglichkeit, dass ohne weiteres mehrere parallel nebeneinander laufende Anlagen gebaut werden können, um die Beförderungsfrequenz zu erhöhen. Eine oberirdische Anlage kann auch demontierbar konzipiert werden, damit sie bei Bedarf anderweitig plaziert werden kann.
Selbstverständlich lassen sich die beschriebenen Personentransportanlagen mit den bekannten und vorgeschriebenen sicherheitstechnischen Einrichtungen ausrüsten, wie sie bei ähnlichen Anlagen üblich sind.