Automatische Feuerwaffe
Die Erfindung bezieht sich auf eine automatische Feuerwaffe mit einer Abzugsvorrichtung und einer Schmiervorrichtung für bewegte Waffenteile.
Bei einer bekannten Feuerwaffe dieser Art wird die Schmiervorrichtung von dem bewegten Verschluss der Feuerwaffe betätigt, sodass nach jedem Schuss eine bestimmte Menge Schmiermittel den bewegten Waffenteilen zugeführt wird. In einer längeren Feuerpause kann beispielsweise durch Schwitzwasser in der Waffe das Schmiermittel völlig beseitigt werden. Vor der Abgabe des ersten Schusses einer Serie von Schüssen sind dann die bewegten Waffenteile überhaupt nicht geschmiert, was zur Folge haben kann, dass die automatische Funktion der Waffe gestört ist.
Wenn als Schmiermittel Fett verwendet wird und nach jedem Schuss geschmiert wird, besteht weiterhin die Gefahr, dass sich während einer Serie von Schüssen Fett ansammelt, welches durch die beispielsweise aus Stützriegeln bestehenden Verschlussteile eines zweiteiligen Verschlusses beim Schwenken in die Verriegelungsstellung verdrängt werden muss. Der den Zündstift tragende, die Stützklap pen schwenkende hintere Verschlussteil wird dann abgebremst, sodass die Schussgeschwindigkeit sinkt. Es ist die Aufgabe der Erfindung, diese Nachteile zu vermeiden. Erfindungsgemäss gelingt dies durch eine geimeinsame Betätigungsvorrichtung sowohl für die Ab zugsvorrichtung als auch für die Schmiervorrichtung zum Schmieren der bewegten Waffenteile vor Schussabgabe.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben. Die Figuren der Zeichnung zeigen im einzelnen:
Fig. 1: einen Längsschnitt durch den hinteren Teil einer automatischen Feuerwaffe nach Linie I-I in Fig. 2,
Fig. 2: einen Querschnitt durch eine automatische Feuerwaffe nach Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3: einen Längsschnitt nach Linie II-II in Fig. 1 mit einem sich in Fangstellung befindlichen Verschluss,
Fig. 4: eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung mit dem Verschluss in verriegelter Stellung,
Fig. 5: ein Schaltschema einer elektro-hydraulischen Betätigungsvorrichtung für die Feuerwaffe.
Gemäss Fig. 1 ist auf einen Zapfen 2 ein Gleitstück 1 aufgeschoben, welches die automatische Feuerwaffe trägt. Die Feuerwaffe besitzt im wesentlichen ein Verschlussgehäuse 3, einen in diesem axial verschiebbar gelagerten Verschluss 6, sowie eine Abzugsvorrichtung 4. Zur Schmierung des Verschlusses 6 weist die Feuerwaffe eine Schmiervorrichtung 5 auf. Die Abzugsvorrichtung 4 und die Schmiervorrichtung 5 stehen über eine Druckölleitung 49 mit einer nicht dargestellten Druckölquelle in Verbindung.
Der Verschluss 6 setzt sich aus einem Verschlusskörper 7 und aus einem zweiteiligen, eine starre Einheit bildenden Steuerschieber 10 zusammen. In dem Steuerschieber 10 ist ein Schlagbolzen 55 gelagert. Der Steuerschieber 10 mit dem Schlagbolzen 55 ist in einer Ausnehmung 8 im Verschlusskörper 7 axial verschiebbar. Durch einen Stössel 57 und eine dahinter angeordnete Pufferung 56 wird die Bewegung des Verschlusses 6 nach hinten elastisch begrenzt.
Eine Fangnase 23 ist um eine Achse 65 unter der Wirkung einer Feder 66 bis zu einem Anschlag an einem Fanghebel 22 schwenkbar. Die Fangnase 23 rastet in eine Nut 12 eines Teiles 11 des Steuerschie bers 10 ein und hält diesen in der dargestellten Fangstellung. Die Achse 65 ist in dem Fanghebel 22 gelagert. Der Fanghebel 22 ist um eine Achse 67 gegen den Druck einer Feder 68 drehbar. Die Achse 67 ist an einem Träger 21 gelagert und der Träger 21 ist in einem Gehäuse 20 angeordnet, welches Gehäuse 20 an dem Verschlussgehäuse 3 befestigt ist. Ferner ist im Träger 21 ein Sperrschieber 24 geführt, welcher eine Öffnung 25 aufweist, in die ein Arm 28 eines Verstellhebels 27 hineinragt. Der Verstellhebel ist um eine Achse 26, welche in dem Gehäuse 20 gelagert ist, drehbar und mit seinem anderen Hebelarm 29 stützt er sich auf einer Druckplatte 30 ab.
Zwei an einem Ge häuse 35 eines Abzugszylinders 34 ortsfest und an zueinander parallelen Achsen 70, 71 gelagerte Winkelhebel 31 sind einerseits mit der Druckplatte 30 und andererseits mit einer Stange 32 gelenkig verbunden, wobei die Stange 32 sich in axialer Verlängerung einer Kolbenstange 33 des Abzugszylinders 34 erstreckt.
Eine Feder 69 ist auf die Stange 32 aufgeschoben und stützt sich einerseits an einem Absatz der Stange 32 und andererseits an dem Gehäuse 35 ab.
Teilweise aus der Fig. 1 und insbesondere aus der Fig. 2 ist der nähere Aufbau der Schmiervorrichtung 5 ersichtlich. In dem Gleitstück 1 ist eine behälterartige, im folgenden mit Vorratstank bezeichnete Ausnehmung 36 vorgesehen. Der ein Schmiermittel 37 enthaltende Vorratstank 36 ist durch einen Deckel 38 verschlossen. Eine im Innern des Vorratstankes 36 an der Wand des Gleitstückes 1 befestigte Halterung 39 dient zur Aufnahme einer Pumpe 40. Die Pumpe 40 weist ein zylinderisches Gehäuse 72 auf, in welchem ein Kolben 73 an einer Kolbenstange 42 verschiebbar ist. Die Kolbenstange 42 ist im Gleitstück 1 geführt. Zwischen einem Absatz an der Kolbenstange 42 und dem Gleitstück 1 stützt sich eine Feder 75 ab. In einem Druckzylinder 44 ist ein Steuerkolben 43 geführt, welcher in axialer Verlängerung der Kolbenstange 42 an diese anstösst.
Die Druckölleitung 49 mündet in den Druckzylinder 44.
Ein Rückschlagventil 41 verbindet das zylindrische Gehäuse 72 der Pumpe 40 mit dem Vorratstank 36.
Ein weiteres Rückschlagventil 74, bildet den Auslass der Pumpe 40. Ein auf dem V-förmig ausgebildeten Boden des Vorratstankes 36 liegendes Bodenstück 45 ist mit einem Anschlusstutzen 46 versehen, welcher über eine Anschlussdüse 47 und ein Winkelstück 48 mit dem Auslassventil 74 der Pumpe 40 verbunden ist.
Vom Anschlusstutzen 46 aus zweigt im Bodenstück 45 nach beiden Seiten je ein Kanal 50 ab, welcher zunächst durch das Gleitstück 1 und durch einen in demselben federnd gelagerten Schieber 51 führt. Der Kanal 50 verläuft dann durch eine Leiste 52 in das Verschlussgehäuse 3 und mündet schliesslich in der Ausnehmung 8 des Verschlusskörpers 7. Die am Verschlussgehäuse 3 in nicht näher dargestellter Weise befestigte Leiste 52 ist mit einer Längsnut 53 versehen, wodurch gewährleistet ist, dass bei Längsabweichungen, welche durch Rücklaufbewegungen der Waffe hervorgerufen werden, der Schmiermittelfluss nicht unterbrochen wird. Das Kanalsystem ist ferner in nicht weiter dargestellter Weise durch geeignete Abdichtungen gegen Schmiermittelverlust sowie gegen Eindringen von Staub und Wasser geschützt.
Gemäss Fig. 3 verlaufen die Kanäle 50 in dem Verschlussgehäuse 3 in Höhe der Waffenachse und schliessen miteinander einen nach hinten geöffneten, rechten Winkel ein. Der Steuerschieber 10 weist zwei Seitenflächen 13 und eine Vorderfläche 14 auf. Zwei Riegel 15, die Gleitflächen 16, 17 und Innenflächen 58 aufweisen, sind in dem Verschlusskörper 7 gelagert.
Gemäss Fig. 4 befindet sich der Verschlusskörper 7 in der verriegelten Stellung, wobei er an einer Schrägfläche 54 des Verschlussgehäuses 3 zur Anlage kommt und die Riegel 15 von dem Steuerschieber 10 nach aussen in Aussparungen 18 geschwenkt sind. Mit ihren Gleitflächen 16 legen sich herbei die Riegel 15 an Rastflächen 19 im Verschlussgehäuse 3 an.
Wie aus der Fig. 5 ersichtlich, erfolgt die Betäti gung der beiden Druckzylinder 34, 44 der Abzugsvorrichtung und der Schmiervorrichtung durch Einleiten von Drucköl in dieselben. Das Drucköl wird einer nicht dargestellten Druckölquelle entnommen und über eine Druckölleitung 76, ein Zweiwegeventil 59 mit Federendstellung und die Druckölleitung 49 den beiden Druckzylindern 34, 44 der Abzugsvorrichtung und Schmiervorrichtung zugeführt. Die Umschaltung des Zweiwegeventils 59 erfolgt durch Betätigen eines Magneten 62, welcher im Stromkreis einer Batterie 63 liegt. In den Stromkreis ist ein Schalter 64 gelegt, welcher den Feuerknopf der Waffe darstellt. Zum Über- lastschutz ist an die Druckölleitung 76 noch ein Druckbegrenzungventil 61 angeschaltet.
Aus dem beschriebenen Aufbau ergibt sich folgende Wirkungsweise:
Bei Betätigung des Feuerknopfes 64 der Waffe wird der Stromkreis der Batterie 63 geschlossen und der Magnet 62 erregt. Der Magnet 62 schaltet sodann das Zweiwegeventil 59 gegen Federkraft, sodass die Druckölleitung 76 mit der Druckölleitung 49 verbunden ist. Das Drucköl strömt sodann mit dem durch das Druckbegrenzungsventil 61 vorgegebenen zulässigen Druck in die Druckzylinder 34, 44 und schiebt die Kolbenstangen 33, 43 gegen die Kraft der an den Stangen 32, 42 angebrachten Federn 69, 75 nach aussen.
Wie aus der Fig. 1 hervorgeht, wird die Hubbewegung der Kolbenstange 33 über die Winkelhebel 31 in eine senkrechte Bewegung umgesetzt, sodass die sich hebende Druckplatte 30 eine Schwenkbewegung des Verstellhebels 27 bewirkt. Der infolgedessen nach vorn geschobene Sperrschieber 24 schwenkt den Fanghebel 22 entgegen der Kraft der Feder 68 im Uhrzeigersinn um die Achse 67 und dieser wiederum nimmt die an ihm anliegende Fangnase 23 mit, sodass der Verschluss 6 durch die sich aus der Nut 12 herausbewegende Fangnase 23 entriegelt wird.
Neben dem Entriegelungsvorgang läuft gleichzeitig der für die Schmierung des Verschlusses 6 erforderliche Vorgang ab. Geht man davon aus, dass die Pumpe 40 (Fig. 2) mit Schmiermittel gefüllt ist, so bewirkt der vorgehende Kolben 73 ein Auspressen des Schmiermittels durch das Auslassventil 74 in das vorstehend beschriebene Kanalsystem. Das Ansaugventil 41 bleibt hierbei infolge der vorgesehenen Rücklaufsperre geschlossen. Nimmt man die Hand vom Feuerknopf 64 so wird der erwähnte Stromkreis unterbrochen und das Zweiwegeventil 59 nimmt die in der Fig. 5 dargestellte Stellung ein, in welcher das Drucköl über die Leitung 49 aus den Druckzylindern 43, 44 abfliessen kann.
Jetzt kann sich der Kolben 73 der Pumpe 40 unter der Kraft der Feder 75 zurückbewegen. Es wird ein Unterdruck in dem Pumpenzylinder 72 erzeugt, die Rücklaufsperre des Rückschlagventils 41 wird aufgehoben und es gelangt Schmiermittel aus dem Vorratstank 36 in den Pumpenzylinder 72. Zugleich verhindert nunmehr die Rücklaufsperre des Rückschlagventils 74, dass Schmiermittel aus dem Kanalsystem in die Pumpe 40 zurückgesaugt wird.
Das durch den Kanal 50 an die Schmierstelle geleitete Schmiermittel 37 tritt unter hohem Druck aus dem Kanal 50 aus, sodass es gegen die Seitenfläche 13 des
Steuerschiebers 10 gepresst wird, wobei der eine Teil des Schmiermittels 37 infolge des Aufprallwinkels ab gelenkt und gegen die Gleitfläche 16 des Riegels 15 gespreizt wird, während der andere, eine zusammen hängende Schmierschicht bildende Teil gegen die Anla geflächen 14, 17 von Steuerschieber 10 und Riegel 15 gedrückt wird.
Unter dem Einfluss einer nicht dargestellten Schliessfeder läuft der entriegelte und geschmierte Ver schless 6 nach vorn, wo er sich mit seinem Verschlusskörper 7 an der Schrägfläche 54 des Verschlussgehäuses 3 anlegt. Der weiter vorlaufende Steuerschieber 10 drückt durch Entlangg]eiten an den Gleitflächen 17 der Riegel 15 dieselben zwangsläufig in die Aussparungen 18 des Verschlussgehäuses 3 ein. Die eingerasteten, sich mit ihren geschmierten Gleitflächen 16 auf der Rastfläche 19 der Rast 18 abstützenden Riegel 15 werden durch den Steuerschieber 10 unterstellt, welcher mit Hilfe des in ihm befestigten Schlagbolzens 55 eine in der Zeichnung nicht dargestellte Patrone zündet.
Nach der Abgabe des Schusses wird der Steuerschieber 10 in weiter nicht dargestellter Weise nach hinten bewegt. Gleichzeitig drückt der Patronenboden, welcher durch den im Waffenrohr herrschenden Gasdruck belastet ist, auf den Verschlusskörper 7. Dieser Druck pflanzt sich über die Riegel 15 auf die Rastflächen 19 im Verschlussgehäuse 3 fort, und da diese Rastflächen 19 nicht selbsthemmend auf die Riegel 15 wirken, werden die Riegel 15 mit ihren Innenflächen 58 gegen die geschmierten Seitenflächen 13 des sich nach hinten bewegenden Steuerschiebers 10 gedrückt.
Wenn die Riegel 15 nicht mehr unterstellt sind durch den Steuerschieber 10, bewegen sie sich, wobei ihre Gleitflächen 16 an den Rastflächen 19 des Verschlussgehäuses 3 entlanggleiten, nach innen. Der nun entriegelte Verschluss 6 wird nun unter dem Druck der noch im Rohr befindlichen Restgase nach hinten bewegt, wo er durch den Stössel 57 der nicht näher dargestellten Pufferung 56 aufgefangen und von neuem nach vorn gestossen wird. Erst nach dem Loslassen des Feuerknopfes 64 bewegen sich alle Teile in ihre, in den Fig. 1-3 dargestellte Ausgangsstellung zurück.