Einäugige Spiegelreflexkamera mit Belichtnngsmessvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine einäugige Spiegelreflexkamera mit Belichtungsmessvorrichtung, deren photoelektrische Zelle im kameraseitigen Strahlengang auswechselbarer Objektive angeordnet ist, deren Objektivblenden während des Messvorganges voll geöffnet und während des Belichtungsvorganges auf einen durch den Blendenanschlagsteller vorwählbaren Blendenwert teilweise schliessbar sind, wobei die Einsteller der Belichtungsmessvorrichtung beim Ansetzen eines Objektivs sowohl mit dem obj ektivseitigen Blendenanschlagsteller zur Eingabe des vorgewählten Blendenwertes als auch mit einem Korrekturwertnocken des Objektivs zur Berücksichtigung dessen Maximalöffnung kuppelbar sind.
Bekannte Messvorrichtungen dieser Art, wie sie beispielsweise in der DDR-Patentschrift Nr. 43 102 und der britischen Patentschrift Nr. 1099172 beschrieben sind, besitzen den Vorteil, bei voll geöffneter Objektivblende das gewünschte Messergebnis zu liefern. Erforderlich dazu sind jedoch Spezialobjektive, die der kameraseitigen Belichtungsmessvorrichtung angepasste Übertragungs- und Korrekturstellen bzw. korrigierte Übertragungssteller zwecks Eingabe der vorgewählten Blendenwerte in die Belichtungsmessvorrichtung bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Maximalöffnung der Objektive aufweisen.
Herkömmliche auswechselbare Objektive, die keine der kameraseitigen Belichtungsmessvorrichtung angepasste Ubertragungs- und Korrektursteller bzw. korrigierte Übertragungssteller aufweisen, sind zwar an die Kamera ansetzbar und für die Durchführung von photographischen Aufnahmen geeignet, die für Messung bei vollgeöffneter Blende eingerichtete Belichtungsmessvorrichtung ist jedoch nicht betriebsfähig.
Aufgabe der Erfindung ist die Erweiterung des Anwendungsbereiches der B elichtungsmessvorrichtung auf auswechselbare Objektive, die keine der kameraseitigen Belichtungsmessvorrichtung angepassten tÇbertragungs- steller für Blendenwerte aufweisen, so dass die Betriebsfähigkeit der Belichtungsmessvorrichtung auch bei derartigen Objektiven erhalten bleibt.
Erfindungsgemäss wird das dadurch erreicht, dass Stellarme der Einsteller der B elichtungsmessvorrichtung in an sich bekannter Weise mittels Federkraft in Anlage mit dem objektseitigen Blendenanschlagsteller und dem Korrekturwertnocken gehalten werden und dabei aus einer Anfangsstellung herausbewegbar sind, die der Maximalöffnung ansetzbarer Objektive entspricht und dass in dieser Anfangs stellung kameraseitige Anschläge für die unter Federkraft stehenden Einsteller der Belichtungsmessvorrichtung vorgesehen sind. Auf diese Weise wird beim Abnehmen eines Spezialobjektivs die Belichtungsmessvorrichtung in ihre Grundstellung überführt, so dass die objektivseitig einstellbaren Blendenwerte durch teilweises Schliessen der Objektivblende auf den jeweils eingestellten Blendenwert von der kameraseitigen Belichtungsmessvorrichtung erfasst werden können.
Einer vorzugsweisen Ausbildung der Erfindung zufolge sind ein erster unter Federkraft stehender Einsteller der Belichtungsmessvorrichtung mit dem obj ektivseitigen Blendenanschlagsteller sowie ein zweiter unter Federkraft stehender Einsteller der Belichtungsmessvorrichtung mit dem objektivseitigen Korrekturwertnocken beim Ansetzen des Objektivs kuppelbar, wobei jedem Einsteller in seiner Anfangsstellung ein kameraseitiger Anschlag zugeordnet ist. Einer weiteren zweckmässigen Ausgestaltung der Erfindung zufolge ist ein unter Federkraft stehender Einsteller der Belichtungsmessvorrichtung mit dem einen Korrekturwertnocken aufweisenden objektivseitigen Blendenanschlagsteller beim Ansetezn des Objektivs kuppelbar, wobei dem Einsteller in seiner Anfangsstellung ein kameraseitiger Anschlag zugeordnet ist.
Vorteilhafterweise sind die kameraseitigen Anschläge justierbar ausgebildet. Die Erfindung ist durch dar gestellte und beschriebene Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2, eine Belichtungsmessvorrichtung in Verbindung mit Spezialobjektiven, die einen vom Blendenanschlagsteller getrennt angeordneten Korrekturwertnocken aufweisen;
Fig. 3 und 4 eine Belichtungsmessvorrichtung in Verbindung mit Spezialobjektiven, die einen mit dem Blendenanschlagsteller verbundenen Korrekturwertnokken aufweisen.
In einem teilweise dargestellten Kameragehäuse 1 (vgl. Fig. 1 und 2) ist das Galvanometer 2 um sein Gehäuse 3 drehbar gelagert. Die Drehspule des Galvanometers 2 trägt einen Zeiger 4 und ist in bekannter Weise an eine photoelektrische Zelle angeschlossen, die vom kameraseitigen Strahlengang der auswechselbaren Objektive 5 beleuchtet wird. Das Galvanometer 2 ist mit einer Stellfeder 6 belastet, die das Galvanometer 3 im Uhrzeigersinn zu drehen versucht.
Das Galvanometer 2 besitzt einen Anschlagarm 7, demgegenüber der einstellbare Anschlag 8 angeordnet ist, und einen Stellarm 9, der von den an den auswechselbaren Objektiven starr angeordneten Korrekturwertnocken 10a, 10b... 10n erfassbar ist. Die Länge der Korrekturwertnocken 10a, 10b . . . 10n entspricht der jeweiligen Maximalöffnung des Objektivs. An der lediglich der Erläuterung dienenden Skala 11 ist der durch den Korrekturwertnocken 10a, 10b... 10n der Belichtungsmessvorrichtung mitgeteilte Blendenwert der Maximalöffnung des angesetzten Objektivs ablesbar. Die Stellung des Anschlages 8 entspricht der Maximalöffnung des ansetzbaren lichtstärksten Objektivs, im vorliegenden Beispiel 1, 3 .
Gegenüber dem Zeiger 4 des Galvanometers 2 ist ein Nachführzeiger 12 konzentrisch zum Galvanometer 2 einstellbar gelagert. Eine Stellfeder 13 versucht, den Nachführzeiger 12 im Uhrzeigersinn um dessen Anfangsstellung zu drehen und dabei den Anschlagarm 14 in Anlage mit dem einstellbaren Anschlag 15 zu bringen. Die Stellung des Anschlags 15 entspricht der Maximalöffnung des ansetzbaren lichtstärksten Objektivs, im vorliegenden Fall 1, 4 . Der Stellarm 16 des Nachführzeigers 12 gegenüber der an den auswechselbaren Objektiven 5a, 5b... 5n axial beweglich gelagerten Blendenanschlagsteller 17a, 17b... 17n angeordnet.
An der Blendenskala 18 sind die durch den objektivseitigen Blendenanschlagsteller 17a, 17b... 17n sind durch Drehen der Blendenringe 18a, 18b... 18n gegenüber der objektivseitigen Blendenskalen 19a, 19b . . . 19n einstellbar.
Beim Ansetzen des Objektivs 5a (vergl.Fig.7) treffen der axial bewegliche Blendenanschlagsteller 17a und der starre Korrekturwertnocken 10a auf den Stellarm 16 des Nachführzeigers 12 bzw. den Stellarm 9 des Galvanometers 2. Dadurch werden der Nachführzeiger 12 und das Galvanometer 2 aus ihren durch die Anschläge 15 bzw. 8 definierten Anfangsstellungen entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht. Dem Galvanometer 2 wird eine durch die Länge b4 des Korrekturwertnockens 10a vorgegebene unveränderliche Stellung mitgeteilt, während der Nachführzeiger 12 entsprechend der Länge ae des Blendenanschlagstellers 17a einstellbar ist. Durch die Korrekturwertnocken 10a, lOb . . . 10n ist der Ausschlag des Zeigers 4 der Lichtstärke des jeweils angesetzten Objektivs 5a, 5b . .
. 5n angleichbar, so dass trotz unterschiedlicher Maximalöffnungen der ansetzbaren Objektive 5a, 5b . . . 5n gleiche Messergebnisse erhalten werden. Bei der eingestellten Maximalöffnung der Objektivblende gilt a2,s - b2,s = a4 - b4 = const Der helligkeitsgerechte Blendenwert ist dann vorgewählt, wenn der Nachführzeiger 12 dem Zeiger 4 des Galvanometers 2 gegenübersteht.
Beim Ansetzen eines Objektivs, das keinen mit dem kameraseitigen Nachführzeiger 12 und dem Galvanometer 2 kuppelbaren Blendenanschlagsteller 17 bzw.
Korrekturwertnocken 10 aufweist, werden der Nachführzeiger 12 und das Galvanometer 2 infolge der Stellfedern 13 und 6 in ihre durch die Anschläge 15 und 8 definierten Anfangsstellungen bewegt. Durch teilweises Schliessen der Objektivblende kann die photoelektrische Zelle soweit abgedunkelt werden, dass der Zeiger 4 dem am Anschlag 15 anliegenden Nachführzeiger 12 gegen übersteht. Bei Koinzidenz zwischen dem feststehenden Nachführzeiger 12 und dem Zeiger 4 des Galvanometers 2 ist die helligkeitsgerechte Blendenöffnung erreicht.
Eine andere Ausführung ist in den Fig. 3 und 4 dargestellt. In einem teilweise dargestellten Kameragehäuse 20 ist das Galvanometer 21 um seine Achse 22 drehbar gelagert und nach Massgabe einer Skala 23 mit Werten für Belichtungszeiten (oder andere Belichtungsfaktoren) einstellbar. Die Drehspule des Galvanometers 21 trägt den Zeiger 24 und ist in bekannter Weise an eine photo elektrische Zelle angeschlossen, die vom kameraseitigen Strahlengang der auswechselbaren Ob jektive 25a, 25b . . . 25n beleuchtet wird.
Gegenüber dem Zeiger 24 des Galvanometers 21 ist ein Nachführzeiger 26 konzentrisch zum Galvanometer 21 einstellbar gelagert. Eine Stellfeder 27 sucht den Anschlagarm 28 gegen den einstellbaren Anschlag 29 zu legen und dabei den Nachführzeiger 26 in seine Anfangsstellung zu bewegen. Der Stellarm 30 des Nachführzeigers 26 ist gegenüber den an den auswechselbaren Objektiven 25a, 25b... 25n axial beweglich gelagerten Blendenanschlagstellern 27a, 27b . 27n angeordnet, wobei jeder der Blendenanschlagsteller einen der Maximalöffnung des Objektivs entsprechenden Korrekturwertnocken 28a, 28b... 28n aufweist.
Die Längen d der Korrekturwertnocken 28a, 28b... 28n sind so bemessen, dass ihre mit dem Stellhebel 30 des Nachführzeigers 26 zusammenarbeitenden Stirnflächen bei Einstellung der Maximalöffnung der Objektivblenden jeweils den gleichen Abstand von der Anlagefläche des Objektivs hat, d. h. die durch den Anschlag 29 definierte Anfangsstellung des Nachführzeigers 26 entspricht der Stellung, die der Nachführzeiger 26 bei der vorgewählten Maximalöffnung der Objektivblende einnimmt.
Durch einen mit den Blendenanschlagstellern 27a, 27b... 27n in Eingriff tretenden kameraseitigen Fühler 31, der mit einem Blendenanzeiger 32 gekuppelt ist, können die objektivseitig vorgewählten Blendenwerte zusätzlich angezeigt werden.
Beim Ansetzen eines der Objektive 25a, 25b...
25n drücken die mit den Blendenanschlagstellern 27a, 27b... 27n verbundenen Korrekturwertnocken 28a, 28b... 28n gegen den Stellarm 30 des Nachführzeigers 26. Im Falle der vorgewählten Maximalöffnung verharrt der Nachführzeiger 26 in der durch den Anschlag 29 festgelegten Anfangsstellung. Durch Bewegen des Blendenanschlagstellers 27a oder 27b von der der grössten Blendenöffnung entsprechenden Stellung in eine der kleineren Blendenöffnungen wird über den jeweiligen Korrekturwertnocken 28a oder 28b der Nachführzeiger 26 entgegen der Stellfeder 27 vom Anschlag 29 abgehoben. Bei dieser Bewegung der Blendenanschlagsteller 27a, 27b... 27n bleibt die Blende voll geöffnet.
Die helligkeitsgerechte Blendenöffnung ist vorgewählt, wenn der Nachführzeiger 26 dem Zeiger 24 des Galvanometers 21 gegenübersteht.
Beim Ansetzen eines Objektivs, das keinen mit dem kameraseitigen Nachführzeiger 26 kuppelbaren Blen denanschlagsteller 27a, 27b... . . 27n aufweist, bleibt der Nachführzeiger 26 in der durch den Anschlag 29 definierten Anfangs stellung stehen. Durch teilweises Schliessen der Objektivblende kann die photoelektrische Zelle soweit abgedunkelt werden, dass der Zeiger 24 des Galvanometers 21 dem Nachführzeiger 26 gegenübersteht. Bei Koinzidenz zwischen dem feststehenden Nachführzeiger 26 und dem Zeiger 24 ist die helligkeitsgerechte Blendenöffnung eingestellt.