Rundkorntrieur
Gegenstand der Erfindung ist ein Rundkorntrieur mit umlaufendem Zylinder, der die Auslesezellen trägt und in dessen Innenraurn eine verstellbare Auffangmulde mit Austragsschnecke für den Aushub angebracht ist, während in dem darunter befindlichen Raum, in welchem sich vom Einlauf bis zum Auslauf das in Umwälzung befindliche Getreidepolster befindet, eine oder mehrere auf gemeinsamer Welle sitzende angetriebene Schlägerwalzen umlaufen (vergleiche die amerikanische Patentschrift Nr. 1 948 998).
Aufgabe dieser Schlägerwalzen ist es, zur Erzielung einer grösseren Leistung die sich in Schichten umwäl- zende Getreideniere zugunsten einer breiteren Beaufschlagung der Zellenfläche aufzulösen. Die Folge ist eine Leistungssteigerung, die wiederum eine grössere Befüllung der Trieurtrommel ermöglicht. Eine solche, durch Anbringung der Schlägerwalzen unter der Mulde erzielte Leistungssteigerung setzt für wirtschaftlichen Dauerbetrieb seine Erhöhung der Aufgabemenge voraus, bei welcher die Schlägerwalzen gerade diejenige Schichtdicke unter der Mulde vorfinden, welche auch eine qualitative Verbesserung der Auslesearbeit gewährleistet.
Bei den bisher seit Jahrzehnten gebräuchlichen Trieuren mit Schlägerwalzen ist diese günstigste Schichtdicke aber nicht auf der ganzen Länge des Trieurs einzuhalten. Beschicht man das Gerät nämlich mit einer solchen Getreidemenge, dass sich bei gleichmässiger Verteilung auf der ganzen Länge solche optimalen Auslesebedingungen ergeben würden, so zeigt sich, dass die Getreideanhäufung am Einlauf zu stark ist, als dass der blosse Drall der Schlägerleisten schon hier zur Wirkung kommen kann, dass anderseits aber die Polsterdicke zum Auslauf hin die optimale Stärke unterschreitet, sei es durch das natürliche Abfliessen des Getreidestromes aus dem, Trieurauslauf, sei es durch die Verringerung der Füllmenge infolge der von den Zellen erfassten und in die Mulde gehobenen Rundkörner.
Somit fand die an sich wünschenswerte hohe Aufgabenmenge ihre obere Grenze durch die Ausbildung eines zu starken Böschungswinkels am Einlauf, der durch Drosselung der Beschickung gemildert werden musste, wenn die Wirkung der Schlägerwalzen für die Verbesserung der Auslesearbeit voll ausgenutzt werden sollte.
Anderseits sind ebenfalls seit Jahrzehnten Trieure bekannt, bei denen im Interesse einer quantitativen Leistungssteigerung, also Erhöhung der Aufgabenmenge, das Beschickungsgut mittels unterhalb der Mulde angebrachter Förderschnecken gleichmässig verteilt wurde, (vergleiche die amerikanische Patentschrift Nummer 2 015 400). Der Leistungssteigerung dieser Geräte waren aber wiederum Grenzen gesetzt durch die auf der ganzen Zylinderlänge verhältnismässig beschränkte Breite der beaufschlagten Zellenfläche. Denn eine Vergrösserung dieser Breite wäre nur durch Auflösung der sich umwälzenden Getreideniere durch Schlägerwalzen möglich gewesen, für deren Anbringung unter der Mulde aber kein Platz mehr vorhanden war; denn dieser war durch die Förderschnecke besetzt.
Infolgedessen hatt sich die Fachwelt seit langem damit abgefunden, aus verschiedenen, durch die jeweilige Konstruktion des Gerätes bedingten Gründen, gewisse Grenzen der Leistungssteigerung bei Rundkorntrieuren mit umlaufendem Zellenzylinder und Auffangmulde nicht überschreiten zu können. Ziel der Erfindung ist es, ohne Vergrösserung des räumlichen oder sonstigen technischen Aufwandes trotzdem die Stundenleistung der Trieure bei gleichzeitig qualitativ hoher Auslesewirkung über die bisher als erreichbare obere Grenze angesehenen Werte wesentlich zu erhöhen.
Dass diese Möglichkeit entgegen bisherigen Annahmen besteht, ergab sich überraschenderweise aus der der Erfindung zugrunde liegenden Erkenntnis, dass es ausreicht, durch eine Förderschnecke beschränkter Länge den besonders steilen Böschungswinkel am Einlaufende zu beseitigen, ohne auf der gesamten übrigen Länge des Zylinders auf die Schlägerwalzen verzichten zu müssen, und dass dort nach wie vor die Herstellung optimaler Ausleseverhältnisse durch Verbreiterung der beaufschlagten Zellenfläche den bewährten Schlägerwalzen überlassen werden kann.
Um aufgrund dieser Erkenntnis das genannte Erfindungsziel auch ohne jeden zusätzlichen technischen Aufwand unter Ausnutzung der bei den bekannten Trieuren mit Schlägerwalze vorhandenen Einrichtungen verwirklichen zu können, wird erfindungsgemäss ein am Einlaufende liegender Teil der Schlägerwalzenwelle mit einer Förderschnecke für die beschleunigte axiale Ausbreitung des einlaufenden Getreides ausgerüstet.
Durch die so auf einer viel grösseren Arbeitslänge als bisher erzielte Einhaltung der optimalen Getreidepolsterdicke konnte eine unerwartet hohe Verbesserung der Arbeitsweise erzielt werden, die z. B. bei gleichbleibender Abmessung des Trieurzylinders eine Erhöhung der Stundenleistung von 25 % erbringt. Die Länge der Förderschnecke kann z. B. ein Drittel bis ein Sechstel der Arbeitslänge des Trieurzylinders betragen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist auf der Zeichnung veranschaulicht. Diese zeigt in Fig. 1 einen Längsschnitt nach der gebrochenen Schnittlinie I-I der Fig. 2, und in Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Rundkorntrieur kurz hinter dem Einlauf.
Das gewählte Ausführungsbeispiel zeigt einen Trieurzylinder mit einem Durchmesser von 70 cm und einer Länge von 300 cm, dessen Stundenleistung ohne den Einbau der neuen Förderschnecke am Einlassende etwa 10 t betrug, durch den genannten Einbau aber auf 12,5 t gesteigert werden konnte; eine gewisse Steigerung der Umlaufzahl um etwa 10% hat sich dabei als zweckmässig erwiesen.
Der durch einen nicht dargestellten Antrieb in Pfeilrichtung in Umlauf gesetzte Mantel 1, der auf seiner Innenfläche die Auslesezellen enthält, umschliesst die Auffangmulde 2 für den Aushub, in welcher die übliche Austragsschnecke 3 umläuft. Aus dem Beschikkungstrichter 4 gelangt das zu reinigende Gut in den Zylinderinnenraum und bildet dort unterhalb der Mulde ein Getreidepolster P, welches durch auf einer angetriebenen Welle 5 sitzende Schlägerwalzen 6 ständig umgerührt wird. Die Welle 5 ist im, dargestellten Ausführungsbeispiel an vier vom Muldenblech herabragenden Haltern gelagert. Das Auslesegut durchläuft langsam den Trieurzylinder und verlässt ihn am Auslauf 7.
Dabei flacht sich der im Querschnitt etwa nierenförmige Getreidekörper vom Einlauf zum Auslauf allmählich ab.
Um den sich bildenden Schüttwinkel am Einlauf möglichst schnell auf die für eine optimale Auslesewirkung günstigste Schichtdicke abzubauen, trägt die Welle 5 der Schlägenvalze an ihrer Einlaufseite eine Förderschnecke 8, die das einlaufende Gut schnell in Achsrichtung vom Eintrittsstutzen fortschiebt, so dass praktisch auf der ganzen Arbeitslänge des Zylinders die günstigste mittlere Dicke des Gutpolsters hergestellt wird, ohne dass an der Eintrittsseite durch den in Achsrichtung verlaufenden Schüttwinkel des Gutes eine Zone übermässiger, d. h. nicht zu optimaler Auslesearbeit führender Schichtdicke entsteht.