Adressierverfahren und nach diesem Verfahren hergestellter Adressenzettel Die vorliegende Erfindung betrifft ein Adressier verfahren, sowie einen nach diesem Verfahren herge stellten Adressenzettel.
Das Adressierverfahren ist erfindungsgemäss da durch gekennzeichnet, dass auf mindestens einer Seite eines Streifens auf einem nicht porösen, sich von einem Harz leicht lösenden, oleophoben, für Infrarotstrahlen durchlässigen und sich nicht klebrig anfühlenden Ma terial Zeichen, die in ihrer Gesamtheit eine Adresse darstellen, aufgebracht werden, die aus Teilchen von mindestens teilweise verschmolzenem Harz bestehen, und dass die Zeichen durch Erhitzen und Druckanwen dung auf eine gegen den Streifen anliegende Oberfläche eines Trägers übertragen werden.
Der nach dem erwähnten Adressierverfahren her gestellte Adressenzettel ist erfindungsgemäss gekenn zeichnet durch einen Abschnitt aus einem transparenten Material und auf einer Seite des Abschnittes aufge brachten Teilchen eines mindestens teilweise verschmol zenen Harzes, die Zeichen einer Adresse bilden, welche in der Draufsicht seitenverkehrt von rechts nach links und durch das Material hindurch gesehen seitenrichtig von links nach rechts lesbar ist.
Anhand der Zeichnung soll nun in der folgenden Beschreibung die Erfindung durch Ausführungsbeispiele noch näher erläutert werden. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vor richtung und des Verfahrens zur Herstellung von Stammkarten, die in Verbindung mit dem Verfahren gebraucht werden, Fig. 2 eine Ansicht der Vorderseite einer Stamm karte, Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Vorrich tung und des Verfahrens zur Übertragung der Adressen von einer Gruppe von Stammkarten auf ein Übertra gungsband, Fig. 4 einen vergrösserten Ausschnitt aus der Drauf sicht auf einen Teil der Vorrichtung aus Fig. 3 gemäss der Linie 4-4 in Fig. 3, Fig. 5 eine Ansicht der Vorderseite eines Ab schnittes des Übertragungsbandes, Fig. 6 einen Querschnitt durch das Übertragungs band der Fig.
5 entlang der dort angegebenen Linie 6-6 und Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Vorrich tung und des Verfahrens zum Übertragen von Adressen von einem Übertragungsband auf Briefumschläge.
Das vorliegende Adressiersystem verwendet eine Stammkarte 10, wie sie in Fig. 2 wiedergegeben ist; diese Stammkarte 10 hat für gewöhnlich ein recht eckiges Format mit genormten Abmessungen, z. B. eine Länge von ungefähr 187 mm, eine Breite von ungefähr 83 mm und eine Dicke von ungefähr 0,18 mm. Die Stammkarte 10 besteht speziell aus einem Stück eines porösen Karteikartenkartons oder dergleichen, das vollständig von Kapillaren durchzogen ist. Diese Kapillaren der Stammkarte 10 enthalten eine gewisse Menge eines verdampfbaren Sensibilisators absorbiert; eine solche Karte der angegebenen Dimensionen ent hält vorzugsweise ungefähr 1 mg dieses Sensibilisators.
Wie aus Fig. 2 weiter hervorgeht, ist die Stammkarte 10 des weiteren auf der Vorderseite mit einem Standard Lochkartengitternetz versehen, das allgemein mit der Nummer 20 bezeichnet ist und aus einer Anzahl von Reihen mit Nummern besteht; in Fig. 2 sind 80 Spalten mit solchen Zahlen angedeutet. Im Gitternetz 20 ist ein Adressenfeld 30 auf der Karte 10 ausgespart, auf welches eine Adresse 40 mit einem infrarot- oder wärmeabsorbierenden Material, z. B. mit einer Druck farbe mit einem hohen Gehalt an Russ, eingetragen oder aufgedruckt werden kann.
Der Sensibilisator, der von der Stammkarte 10 aufgenommen ist, muss bestimmte spezielle Eigenschaf ten aufweisen, damit er für die zu beschreibenden Vor richtungen und Verfahren brauchbar ist. Ein bevorzug ter Sensibilisator für die Anwendung mit der Stamm karte 10 ist eine Mischung von verzweigten aliphati- schen Kohlenwasserstoffen, von welchen jedes Molekül mindestens 10 Kohlenstoffatome enthält, während die Kettenverzweigungen bis zu vier Kohlenstoffatome auf weisen.
Das Öl hat des weiteren eine API-Dichte von 36, ein spezifisches Gewicht von 0,845, eine Dichte von 0,83 g/cm3, einen Flammpunkt von ungefähr 168 C, einen Brennpunkt von ungefähr 182 C, eine Viscosität von 47 bei ungefähr 38 C, eine K.B.-Zahl von 22,5, eine strohgelbe Farbe, einen Anilinpunkt von ungefähr 86 C, einen Siedebeginn bei ungefähr 3l0 C und ein Siedeende bei ungefähr 335 C. Eine Stammkarte 10 mit den weiter vorn angegebenen Ab messungen kann von nur 0,1 mg dieses Öls bis zu 4 g Öl enthalten; es ist jedoch darauf zu achten, dass nicht zu viel Öl vorhanden ist, denn die Stammkarte darf sich nicht ölig anfühlen. Andere bevorzugte Sensibili satoren für die Stammkarte 10 sind bestimmte Alkyl ester, wie etwa Dimethylsebacat und Diäthylsebacat.
Noch weitere bevorzugte Sensibilisatoren für die Stammkarte 10 sind aromatische Ester, unter anderem Dimethylphthalat und Diäthylphthalat. Eine Stamm karte 10 mit den weiter vorn angegebenen Abmessun gen kann von 0,1 mg bis zu 4 g eines solchen Esters enthalten.
Die Stammkarte 10 hat wegen der Beschaffenheit des Karteikartenkartons, aus welchem sie besteht, und wegen der Eigenschaften und der Menge des von ihr aufgenommenen Sensibilisators, viele wichtige Vorzüge. So kann die Adresse 40 auf die Stammkarte 10 z. B. aufgedruckt, mit der Schreibmaschine oder von Hand aufgeschrieben, oder in irgend einer anderen bekannten Weise eingetragen sein, ohne dass dabei je der Gehalt an Sensibilisator stören würde. Des weiteren bleicht die Adresse 40 nicht aus, noch schmiert sie, etwa we gen des darin enthaltenen Sensibilisators ab, noch über trägt sie sich bei gestapelten Karten von der Vorder seite der einen auf die Rückseite der anderen Karte.
Weiterhin erhöht der Sensibilisator die Reibung zwi schen den Karten nicht, auch bewirkt er kein gesteiger tes gegenseitiges Anhaften der Karten, so dass die Stammkarten 10 je nach Bedarf in der üblichen Weise von Hand oder maschinell gehandhabt werden können. Der Sensibilisator ist ausserdem nicht toxisch, geruch los und auch sonst in keiner Weise unangenehm im Ge brauch. Er macht sich auch in einem Stapel von Karten nicht ungünstig bemerkbar, denn dieser wird dadurch weder weich noch instabil.
Schliesslich ist der Sensibili sator bei normalen Bedingungen nur sehr wenig flüch tig, während er im Temperaturbereich zwischen unge fähr 100 und ungefähr 160 C einen erheblichen Dampf druck aufweist, so dass er sich beim Erhitzen von der Stammkarte 10 auf eine anliegende Oberfläche in der Dampfphase übertragen lässt.
Bis zu 500 solcher Über tragungen über die Dampfphase oder Abzüge können von einer einzigen Stammkarte 10 gemacht werden, ohne dass der darin befindliche Sensibilisator ergänzt werden muss und bis zu 8 Dampfübertragungen oder Abzüge können an einem einzigen Arbeitstag gemacht werden, da der durch die Übertragungen an bestimm ten Stellen auf der Karte eingetretene Verlust an Sen sibilisator durch die Nachlieferung über die Kapillaren im Karton aus den benachbarten Bereichen sich nach einer gewissen Zeit wieder ausgeglichen hat.
In Fig. 1 ist die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zwecks Herstellung von Stammkarten 10 schematisch wiedergegeben; die Vorrichtung insgesamt ist mit der Nummer 100 bezeichnet. Zu ihr gehört ein Vorrat poröser Karteikarten-Kartons in Form einer Rolle 101, die z. B. einen Durchmesser von ungefähr 61 cm hat und von einer Achse 102- getragen wird. Eine erste Länge 105 des Karteikartenkartons von der Rolle 101 gelangt über eine Führungswalze 120 in einen Be hälter 130, in welchem sich eine Imprägnierungslösung 131 befindet, die weiter unten ausführlicher beschrie ben wird.
Im Behälter 130 ist eine zweite Umlenkwalze 132 angebracht, so dass sich zwischen den Walzen 120 und 132 ein weiterer Abschnitt 106 des Karteikarten kartons befindet, der zum Teil in der Imprägnierungs lösung oder -mischung 131 untergetaucht ist. Von der Umlenkwalze 132 führt ein weiterer Abschnitt 107 des Karteikartenkartons wieder nach oben zu zwei zusammenwirkenden Abquetschwalzen 121 und 122, welche die im Überschuss aufgenommene Imprägnie rungslösung von dem Karton abpressen. Die abge quetschte Lösung tropft nach unten auf eine geneigte Oberfläche 133 ab, von welcher sie in den Behälter 130 zurückfliesst.
Nach dem Verlassen der Abquetsch- walzen 121 und 122 führt ein weiterer Abschnitt 108 des Karteikartenkartons zu einer Umlenkwalze 123 und von dort mit einem Abschnitt 109 zu einer Umlenkwalze 124, von welcher ein Abschnitt 110 zu einer Umlenkwalze 125 führt. Zwischen dieser Walze 125 und einer weiteren Umlenkwalze 126 befindet sich ein Abschnitt 111 der Kartonbahn. Die verschiedenen Abschnitte 108, 109 und 110 des imprägnierten Kar tons befinden sich unter den gewöhnlichen Temperatur- und Druckbedingungen, wobei das Lösungsmittel, das einen Teil der Lösung 131 bildet, verdampft, so dass in dem Karton selbst - wie schon oben erwähnt - ledig lich der Sensibilisator zurückbleibt.
Der Abschnitt 111 des Karteikartenkartons mit dem aufgenommenen Sen sibilisator erhält durch ein Druckgerät 140, das aus einer beweglichen Type 141 und einer Andruckplatte 142 besteht, das Gitternetz 20 aufgedruckt.
Nach dem Verlassen des Druckgeräts 140 gelangt der Karton mit einem Abschnitt 112 zu einem Schneide gerät 150, das die kontinuierliche Kartonbahn in ein zelne Stammkarten 10 zerschneidet; das Schneidegerät 150 hat ein gewöhnliches Messer 151 und eine Scher- kante 152. Die geschnittenen und fertiggestellten Stammkarten werden auf einem Stapel gesammelt, der insgesamt mit der Nummer 160 bezeichnet ist.
Die Imprägnierungslösung 131 ist vorzugsweise eine Mischung des Sensibilisators, mit dem die Stammkarte 10 imprägniert werden soll, mit einem geeigneten flüch tigen Lösungsmittel; das bevorzugte Lösungsmittel ist Hexan. Das letztere ist nicht nur ein Lösungsmittel für den Sensibilisator, sondern es wird auch als eindringen des Mittel wirksam, das den Sensibilisator ins Innere des Kartons einführt und ferner die Viscosität des Sensibilisators erniedrigt, wodurch die Imprägnierung unterstützt wird. In einem bevorzugten Beispiel setzt sich die Imprägnierungslösung 131 aus 20 Gew.% Sen sibilisator und 80 Gew.% Hexan zusammen. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Imprägnierungslösung auch nur 5 Gew.% des Sensibilisators, oder aber bis zu 50 Gew.% dieses Bestandteils enthalten kann, wobei der Rest jeweils Hexan ist.
Im allgemeinen ist es nicht zweckmässig, weniger als 5 Gew.% des Sensibilisators in der Imprägnierungslösung zu verwenden. Wenn ander seits aber eine Imprägnierungslösung verwendet wird, die mehr als 50 Gew.% des Sensibilisators enthält, so fühlen sich die damit hergestellten Stammkarten 10 deutlich fettig an. An Stelle von Hexan können auch andere geeignete Lösungsmittel verwendet werden, wie z. B. Aceton, Pentan, Heptan und chlorierte Kohlen wasserstoffe, wie Dichloräthan und Trichloräthan.
Bei dem Imprägnierungsverfahren gemäss Fig. 1 ist die bevorzugte Vorschubgeschwindigkeit der Bahn des Karteikartenkartons ungefähr 3 m/sec, und zu jedem Zeitpunkt sind ungefähr 15 cm des Karteikarten kartons in der Imprägnierungslösung 131 untergetaucht; daraus ergibt sich eine Aufenthaltszeit von 1/2o Sekunde in der Imprägnierungslösung 131. Eine solche Aufent haltszeit reicht aus, um eine Sättigung des Kartons zu erzielen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass an Stelle des in Fig. 1 dargestellten Tauchverfahrens auch andere Methoden zum Aufbringen der Imprägnierungs lösung 131, wie z. B. Aufsprühen und dergleichen, an gewandt werden können.
Der Dampfdruck des Lö sungsmittels über der Imprägnierungslösung 131 muss ausreichend hoch sein, so dass praktisch das gesamte Lösungsmittel in ungefähr 1 Sekunde verdampft, so dass das Druckgerät 140 in einem Abstand von nur ungefähr 3 m vom Behälter 130 angeordnet werden kann, ohne dass befürchtet werden muss, dass das Lö sungsmittel vor Erreichen dieses Geräts nicht voll ständig verdampft ist.
In einem weiteren Arbeitsgang wird in das Adres senfeld 30 auf der Stammkarte 10 die Adresse 40 mit einem infrarotabsorbierenden Material eingetragen. Dies kann mit der Schreibmaschine, durch Drucken nach den üblichen Adressierverfahren, handschriftlich oder auf jede andere geeignete Weise erfolgen, sofern nur die Zeichen der Adresse 40 aus einem wärme- oder infra rotabsorbierenden Material bestehen.
Die auf der Stammkarte 10 befindliche Adresse wird dadurch auf ein Übertragungsband übertragen, dass ein Teil des Sensibilisators von der Stammkarte 10 in den Bereichen, die den infrarotabsorbierenden Zei chen der darauf befindlichen Adresse 40 entsprechen, auf die Oberfläche des Übertragungsbandes überdestil liert wird. Anschliessend wird das latente Bild in Form eines Sensibilisatorfilmes auf dem Übertragungsband dadurch entwickelt, dass dieses Band durch einen Pig mentkasten geführt wird, wo das Pigment von dem Sensibilisatorfilm aufgenommen wird, so dass die auf dem Band befindliche Adresse nun pigmentiert ist.
Die Vorrichtung und das Verfahren zum übertragen von Adressen von einer Anzahl Stammkarten auf ein über tragungsband sind in den Fig. 3 bis 6 dargestellt; die in Fig. 3 wiedergegebene Vorrichtung ist insgesamt mit der Nummer 200 bezeichnet. Eine Rolle 201 eines Übertragungsbandes 210 ist so an einer Achse 202 an gebracht, dass ein Abschnitt dieses Bandes über eine erste und eine zweite Umlenkwalze 203 bzw. 204 ge führt werden kann. Die Vorrichtung ist des weiteren mit einem hin und her gehenden Vorschubmechanismus 220 versehen, der mit einem Finger 221 ausgestattet ist, der jeweils in ein Loch einer ganzen Reihe von Löchern 211 eingreift, die in der Mitte des Übertragungsbandes 210 parallel zu dessen Längskanten angeordnet sind und das Band in einzelne Abschnitte unterteilt.
Dieser Vorschubmechanismus 221 bewirkt einen schrittweisen Vorschub des Übertragungsbandes 210 um gleichblei bende Strecken von links nach rechts zwischen den Walzen 203 und 204 in Fig. 3. Als weiterer Teil der Vorrichtung 200 ist ein Beschickungsgerät 230 für einen Stapel von Stammkarten einschliesslich eines Ma gazins 231 dafür und einer Rutsche 232 vorgesehen, die vom Magazin 231 zu zwei parallel zueinander und in einem gewissen Abstand voneinander angeordneten Transportbändern 233 und 234 führt, welche ihrerseits über eine grössere Zahl von Führungswalzen 235 und eine angetriebene Walze 236 laufen, die mit einer Antriebsvorrichtung 237 in Verbindung steht und die Transportbänder 233 und 234 antreibt.
Wie aus Fig. 4 zu ersehen ist, befinden sich die Transportbänder in einem gewissen Abstand voneinander und tragen Stammkarten 10 an ihren Enden, so dass das Adressen feld mit der eingetragenen Adresse 40 dadurch nicht verdeckt wird. Das Übertragunsband 210 ist genau über dem Adressenfeld 30 angeordnet und liegt gegen dieses an; diejenige Seite der Stammkarte 10, auf welcher die Adresse 40 eingetragen ist, ist nach oben gerichtet.
Die Vorrichtung 200 ist weiterhin mit einer Druck station 240 ausgestattet, an welcher sich eine Infrarot- Strahlungsquelle in Form einer starken Lampe 241 be findet, deren Stromversorgungsteil 242 in unmittelba rer Nähe angeordnet ist. Die Infrarotlampe 241 erhitzt bevorzugt die wärmeabsorbierende Farbe, mit welcher die Adresse 40 in das Adressenfeld 30 eingetragen ist, und bewirkt, dass ein Teil des Sensibilisators der Stamm karte 10 im Bereich der Zeichen der Adresse 40 von der Oberseite der Stammkarte 10 auf die an liegende Unterseite des Übertragungsbandes 210 über destilliert. Das auf dem Übertragungsband 210 konden sierte Öl bildet einen Film, dessen Umrisse im einzelnen den Zeichen der Adresse 40 im Adressenfeld 30 auf der Stammkarte 10 völlig entsprechen.
Nach der Belichtung durch die Lampe 241 an der Druckstation 240 werden die Stammkarten 10 in einem dafür vorgesehenen Behälter 238 aufgesammelt, und das Übertragungsband 210, auf dem sich ein latentes Bild der Adresse in Form eines darauf niedergeschla genen Sensibilisatorfilmes befindet, wird einem Pigment kasten 250 zugeführt, der ein geeignetes Pigment 251 enthält. Im einzelnen gelangt das Übertragungsband 210 von der Druckstation 240 über die Umlenkwalze 204 zur Walze 252 im Pigmentkasten, so dass der Sensibilisatorfilm auf der Unterseite des Übertragungs bandes 210 dem Pigment 251 im Pigmentkasten 250 ausgesetzt wird.
Das Übertragungsband 210, das dann an den Stellen, die den Zeichen der Adresse auf der Stammkarte 10 entsprechen, nun ein aus feinen Teilchen bestehendes Pigment trägt, wird dann an einer zweiten Infrarot-Strahlungsquelle in Form einer Lampe 253 mit einer Stromversorgung 254 vorbeigeführt. Die Lampe 253 wirkt mit einer intensiven Infrarotstrahlung auf das Band 210 ein und bringt das darauf befind liche Pigment wenigstens teilweise zum Schmelzen. Man erhält auf diese Weise ein fortlaufendes Übertra gungsband 210, das auf bestimmten Flächenabschnitten, die den Zeichen auf einer Gruppe von Stammkärten 210 entsprechen, teilweise geschmolzenes Pigmentmate rial trägt.
Zwei derartige bestimmte Zeichengruppen aus Pigmentmaterial 212 und 214 sind in Fig. 5 wieder gegeben, die einen Ausschnitt aus einem übertragungs- band mit zwei von Stammkarten 10 darauf übertra genen Adressen zeigt. Genauer gesagt bestehen die Zeichengruppe 212 aus Pigmentmaterial 215 und die Zeichengruppe 214 aus teilweise geschmolzenem Pig mentmaterial 217. Beide Pigmentierungen entsprechen den Zeichen der Adressen von zwei Stammkarten 10.
Damit die Vorrichtung 200 einwandfrei arbeiten kann, muss das übertragungsband 210 bestimmte Eigen schaften aufweisen. Bei einer bevorzugten Ausführungs form besteht das Übertragungsband 210 aus einem Pergaminpapierstreifen (das ist ein Streifen aus hoch- verdichteten Papierfasern, der mit konzentrierter Na tronlauge behandelt wurde, damit er transparent wird) als Unterlagematerial, das mindestens auf einer Seite mit einem Chromkomplex vom WERNER-Typ be schichtet ist, wie er z. B. unter dem Handelsnamen Quilon zu erhalten ist. Ein solcher Papierstreifen wird z.
B. von der Rhinelander Paper Co. unter der Bezeichnung 02S angeboten (02S ist ein auf beiden Seiten mit einem WERNERschen Chromkomplex be schichtetes Pergaminpapier). Ein aus diesen Materialien hergestelltes Übertragungsband ist nicht porös und oleophob; es ist durchlässig für infrarote Strahlung, führt sich nicht klebrig an, lässt sich von Harz gut trennen, ist für das Pigment trocken und bleibt am Briefumschlag oder einem anderen zu adressierenden Gegenstand nicht kleben, auf welche die Anschrift in der weiter unten noch zu beschriebenden Weise über tragen wird.
An Stelle des oben beschriebenen Pergamin-Unter- lagebandes kann auch ein Pergamentpapier verwendet werden, wie es z. B. von der Patterson Parchment Company unter der Markenbezeichnung TS-35 gelie fert wird; dieses trägt auf beiden Seiten einen Überzug aus einem WERNERschen Chromkomplex, wie er unter der Bezeichnung Quilon im Handel ist.
Das Pigment 251 besteht vorzugsweise aus einem Trägerkörper, modifizierenden Bestandteilen und Farb- pigmenten.
Es ist sehr zweckmässig, in den Pigmentkasten 250 zum Pigment eine grössere Menge von kleinen Glas kügelchen (mit einem Durchmesser von z. B. 0,2 mm) zu geben, um ein Zusammenbacken des Pigments 251 zu verhindern und um dessen Fliessfähigkeit zu erhöhen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Pigment kasten in vibrierender Bewegung zu halten oder in das Pigment eine Umwälzvorrichtung, beispielsweise eine Schnecke einzubringen, um ein Agglomerieren des Pig ments zu verhindern.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung 200, wie sie die Fig. 3 und 4 wiedergeben, ist wie folgt: die Stammkarten 10 werden nacheinander Stück für Stück vom Stapel 231 über die Rutsche 232 den Transportbändern 233, 234 zugeführt. Zugleich wird das Übertragungsband 210 von der Rolle 201 nach unten abgewickelt und durch die Führungswalze 203 umgelenkt. Dann wird die Unterseite dieses Bandes gegen die Stammkarten 10 gepresst; die Bewegung des Übertragungsbandes 210 wird dabei durch den Bandvorschubmechanismus 220 bewirkt, von welchem der Finger 221 in die Löcher 211 im Band 210 eingreift.
Der Vorschubmechanimus 220 und der Antrieb 237 für die beiden Transportbän der 233 und 234 arbeiten intermittierend, so dass das Übertragungsband zur Ruhe kommt, wenn der dafür vorgesehene Teil über einer Adresse 40 auf einer an der Druckstation 240 darunter befindlichen Stammkarte 10 zu liegen kommt und sich genau gegenüber der Infrarotlampe 241 befindet. Das heisst, derjenige Teil des Übertragungsbandes 210, der sich zwischen zwei benachbarten Löchern 211 befindet, ist in Deckung mit der Adresse 40, die genau über der Infrarotlampe 241 liegt, wie dies aus Fig. 4 hervorgeht.
Infolge der Energiezufuhr durch die Lampe 241 verdampft ein Teil des Sensibilisators der Stammkarte 10 und konden siert auf der anliegenden Oberfläche des Übertragungs bandes 210. Die Infrarotstrahlung der Lampe 241 wird von dem Pigment der Adresse 40 sehr bevorzugt absorbiert, so dass der Sensibilisator nur von denjenigen Bereichen der Karte 10 verdampft, die durch die Zei chen der Adresse 40 bedeckt sind. Der von der Stamm karte 10 verdampfende Sensibilisator kondensiert auf der unmittelbar angrenzenden Oberfläche des Über tragungsbandes 210, auf dem sich daher ein Sensibilisa torfilm bildet, der die Adresse 40 in Form eines zu nächst latenten Bildes wiedergibt.
Der oben beschriebene Prozess wiederholt sich an der Druckstation 240 in rascher Folge, worauf das Übertragungsband 210, das auf den Feldern zwischen den Löchern 211 jeweils das latente Bild einer Adresse in Form eines Sensibilisatorfilmes enthält, in den Pig mentkasten 250 geführt wird, wo das lockere Pigment von den Sensibilisatorfilmen auf dem Band 210 auf genommen wird, so dass sich auf diesem Band 210 entwickelte Bilder der Adressen in Form, von Pig mentteilchen ergeben. Um die so entwickelten Pigment bilder dauerhafter zu machen, werden sie der Strahlung der Lampe 253 ausgesetzt, durch welche das Pigment auf eine Temperatur erhitzt wird, die etwas über dem Schmelzpunkt des Pigments, z. B. über ungefähr 107 C liegt.
Dadurch bilden sich an der Stelle der Zeichen der Adressen, die von einer Reihe von Stammkarten 10 auf das Übertragungsband 210 übertragen worden sind, zusammenhängende Bereiche von teilweise geschmolze nem Pigment.
Zur gleichen Zeit werden die benützten Stammkar ten 10 durch die Transportbänder 233, 234 in einen dafür vorgesehenen Auffangbehälter 238 weiter trans portiert. Der Sensibilisator in den Stammkarten 10, der sich in den an das darauf befindliche Adressenfeld 40 angrenzenden Bereichen befindet, wandert durch Kapillar- und osmotische Wirkung rasch in das Adres senfeld 40 ein und ergänzt den darin befindlichen Sen sibilisator-Vorrat, wodurch ermöglicht wird, von der gleichen Stammkarte schon kurze Zeit später erneut ein latentes Sensibilisatorbild der Adresse 40 auf ein anderes Übertragungsband 210 zu übertragen. Es wurde festgestellt,
dass von einer Stammkarte 10 an einem normalen Arbeitstag bis zu acht und mehr übertra- gungen vorgenommen werden können, und dass von einer einzigen Stammkarte 10 insgesamt bis zu 500 und mehr Übertragungen gemacht werden können, be vor der darin befindliche Sensibilisatorvorrat wieder ergänzt werden muss.
In den Fig. 5 und 6 sind Einzelheiten der Struk tur des Übertragungsbandes 210 wiedergegeben, die es aufweist, wenn sich die Adressen in Form von zu sammenhängenden Bereichen von teilweise verschmol zenem Pigment darauf befinden. In Fig. 5 ist ein Aus schnitt aus dem Übertragungsband 210, dessen Längs achse senkrecht angeordnet ist, mit drei Löchern 211 zu erkennen, zwischen denen sich die beiden Adressen felder 212 und 214 befinden. Auf dem Adressenfeld 212 befindet sich die Adresse 215 und im Feld 214 die Adresse 217; die Adressen 215 und 217 sind seiten verkehrt, d. h. von rechts nach links zu lesen.
Wie Fig. 6 wiedergibt, bestehen die Adressen 215 und 217 aus zusammenhängenden Bereichen verschmolzenen Pigments, die auf der darunter befindlichen Oberfläche des Übertragungsbandes 210 haften. Die Bereiche aus dem teilweise verschmolzenen Pigment, welche die Zei chen der Adressen 215 und 217 bilden, sind bis zu einem gewissen Grade elastisch und rückfedernd, so dass das Übertragungsband 210 wieder zu einer in Fig. 3 mit 260 bezeichneten Rolle aufgewickelt werden kann;
die Rolle 260 wird von einer Welle 261 getragen und kann mit den verschiedenen Adressen darauf (215, 217, 219 usw.) praktisch unbegrenzt gelagert und ausserdem als Handelsartikel weitergegeben werden, wenn die darauf befindlichen Adressen für den Post versand oder dergleichen gebraucht werden.
In Fig. 7 ist eine Übertragungsvorrichtung 300 sche matisch wiedergegeben, und diese Figur erläutert ein Verfahren zum Übertragen der Adressen 215, 217, 219 usw. von einem Übertragungsband 210 auf ge eignete Adressenträger, wie z. B. auf eine Reihe von Briefumschlägen 330. In der Vorrichtung 300 wird die Rolle 260 des Übertragungsbandes von einer Welle 301 getragen, so dass das Band 210 davon leicht ab gewickelt und um eine Führungswalze 302 einer Adres sierstation 310 zugeführt werden kann, wo die auf dem Band 210 befindlichen Adressen auf die Briefumschläge 330 übertragen werden. Von der Adressierstation 310 gelangt das Übertragungsband 210 über eine Umlenk walze 303 zu einer Aufwickelspule 201, die von einer Welle 304 getragen wird.
Die Briefumschläge 330 befinden sich in einem Magazin 331 und werden von diesem über eine Rutsche 332 einem Umschlagtransportmechanismus 320 zuge führt, der aus einem Transportband 321, das über mehrere Walzen 322 läuft, und einer Antriebswalze 323 besteht, die mit einem geeigneten, intermittierend arbeitenden Antriebsmechanismus 324 verbunden ist.
Der Umschlagtransportmechanismus 320 dient dazu, die Briefumschläge 330 nacheinander der Adressier station 310 zuzuführen, an welcher sich eine Heiz- vorrichtung 311 befindet, die einen erwärmten Stempel 312 gegen die Rückseite des Übertragungsbandes 210 drückt, das sich über einem Briefumschlag 330 be findet; der Umschlag 330 und das Transportband 321 werden an dieser Stelle von einer Widerlagerplatte 314 getragen. Nach dem Verlassen der Adressierstation 310 wird das Band 210 auf die Spule 201 aufgewickelt, zu welchem Zweck die Welle 304 von einem geeigneten Antrieb 305 angetrieben wird. Zugleich werden die adressierten Briefumschläge 330 in einen dafür vor gesehenen Sammelbehälter 333 gebracht.
Beim Betrieb der Übertragungsvorrichtung 300 wer den die Adressen 215, 217, 219 usw., die sich auf der Oberfläche des Übertragungsbandes 210 befinden, mit diesem Band an die Adressierstation 310 gebracht, wobei sich die Adressen auf der Unterseite des Bandes befinden und somit nach unten weisen. Der Briefum schlag-Transportmechanismus 320 arbeitet intermittie rend, um die Briefumschläge 330, die er aus dem Magazin 331 erhält, nacheinander Stück um Stück der Adressierstation 310 zuzuführen und sie unter ein Adressenfeld z. B. 215, auf dem Übertragungsband 210 zu bringen.
Das Band 210 und der Briefumschlag halten an der Adressierstation 310 an, worauf die Heizvorrichtung 311 in Tätigkeit tritt, die den erhitzten Stempel 312 gegen die Rückseite des Bandes 210 drückt, um die zusammenhängenden Bereiche des teil weise verschmolzenen Pigments, welche die Zeichen der Adresse 215 bilden, auf eine Temperatur im Be reich ungefähr zwischen 107 und 121 C zu erhitzen und sie dabei gegen die anliegende Oberfläche des Briefumschlages 330 zu pressen. Bei diesem Arbeits gang werden die zusammenhängenden Bereiche aus teilweise verschmolzenem Pigment, welche die Zeichen der Adresse 215 bilden, praktisch vollständig von der Oberfläche des Übertragungsbandes 210 auf die an liegende Oberfläche des Briefumschlages 330 über- tragen.
Dabei wird das Pigment vollständig aufge schmolzen, so dass sich auf dem Umschlag 330 Bereiche von voll aufgeschmolzenem Pigment bilden, die den Zeichen der Adresse 40 auf der Stammkarte 10 ent sprechen, welche verwendet wurde, um auf das über tragungsband 210 die Adresse 215 aufzubringen.
Die Übertragung des Pigments vom übertragungs- band 210 auf den Briefumschlag 330, um diesen mit einer Adresse zu versehen, wird durch den Umstand sehr erleichtert, dass zwischen der Pigmentmasse und der Oberfläche des Bandes 210 praktisch keine Adhä sion besteht; es wird ja besonderer Wert darauf gelegt, dass die Oberfläche des Übertragungsbandes 210 nicht porös und oleophob ist und eine gute Trennung ermög licht. Die Oberfläche des Briefumschlages 330 dagegen hat eine gute Affinität für die Pigmentmasse, welche die Zeichen der Adresse bildet, wodurch die Übertra gung der Pigmentmasse auf diese Oberfläche sehr be günstigt wird.
Als Ergebnis dieses Arbeitsganges erhält man auf dem Umschlag 330 eine seitenrichtige, d. h. von links nach rechts zu lesende, pigmentierte Repro duktion der Adresse 40, entsprechend dem Original auf der zugehörigen Stammkarte 10. Da die Adressen auf dem Übertragungsband 210 eine nach der andern auf die Briefumschläge 330 übertragen werden, erhält man eine Reihe von Umschlägen, die mit den Adressen versehen sind, die denjenigen auf dem Stapel von Stammkarten 10 entsprechen, die im Magazin 231. vor gelegt worden waren.
Anstelle der in Fig. 7 wiedergegebenen Vorrich tung 300 kann selbstverständlich jede andere geeignete Vorrichtung zum Übertragen der Adressen vom über tragungsband 210 auf die Briefumschläge 330 ver wendet werden. Jeder Apparat, der mit einem erhitzten Stempel oder einer erhitzten Platte ausgestattet ist, welche die Pigmentmasse auf eine Temperatur im Be reich ungefähr zwischen 107 und 121 C erwärmt und mit einem entsprechenden Druck darauf einwirkt, ist für den vorliegenden Zweck geeignet.
Das Übertragungsband 210 ist vorzugsweise trans parent, so dass die in der Aufsicht auf die pigmenttra gende Seite seitenverkehrt erscheinenden Adressen, de ren Zeichen aus der teilweise verschmolzenen Pigment masse bestehen, bei der Durchsicht durch das Band von der anderen Seite her seitenrichtig zu erkennen sind. Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird das Band 210 in einzelne Abschnitte mit jeweils einer Adresse darauf zerschnitten, worauf diese Ab schnitte wie eine Klebeadresse benützt werden, indem sie, mit der Seite des Bandes 210, welche die pigmen tierten Zeichen trägt, nach unten auf dem Briefum schlag oder dergleichen befestigt werden. Zum Befesti gen dieser Adressenzettel auf dem Briefumschlag kann jedes geeignete Mittel, wie z. B. Leim oder dergleichen benützt werden.
Die Adresse ist dann durch den Adres senzettel hindurch seitenrichtig zu lesen.