Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens durch Falschdrallen, Fixieren des falschen Dralles und Auf wickeln des wieder aufgedrehten Fadens.
Bereits seit langem ist man bestrebt, vollsynthetische Fäden, die im normalen Zustand eine Reihe ungünstiger Eigenschaften, wie geringe Deckkraft, geringes Wärme rückhaltevermögen und dgl. mehr, aufweisen, durch sog. Texturierung in eine wolleähnliche Form zu bringen. Be kannte Texturierverfahren sind beispielsweise das Stauch kräuseln, das Drall- oder Falschdrallkräuseln, das Kräu seln durch Stricken, Fixieren und Wiederaufziehen eines Schlauches.
Alle diese Fäden haben zwar im Vergleich zu den nicht texturierten Fäden einen besseren Griff, grössere Deckkraft und auch besseres Wärmerückhalte vermögen, sie unterscheiden sich jedoch alle sehr deut lich im Griff der fertigen Ware von dem Griff eines aus Wolle oder anderen Naturfasern hergestellten Flächen gebildes und zeigen in bezug auf die Trageigenschaften diesen gegenüber zum Teil noch erhebliche Nachteile.
Diese konnten auch durch ein weiteres bekannt ge wordenes Verfahren nicht beseitigt werden, bei welchem vor einer Heizeinrichtung zwei Fäden mit unterschiedli chen Geschwendigkeiten einer die Zusammentreffstelle genau festlegenden Fadenführeröse zu und von dort ge meinsam durch eine Falschdrallvorrichtung geführt wur den. Bei diesem Verfahren drehten sich die Fäden um einander und lagen beim Verlassen der Falschdrallspin del wieder streng parallel, so dass sie ggf. wieder getrennt aufgewickelt werden konnten (F.P. 1251346).
Die der Erfindung zugrundeliegende technische Auf gabe besteht nun darin, eine Vorrichtung zu schaffen, in der mit Hilfe der bekannten Falschdrallbehandlung ein Garn erzeugt werden kann, welches je nach Wahl der Betriebsbedingungen jeden beliebigen bekannten sog. Wollegriff und zugleich erheblich verbesserte Trageigen schaften aufweisen kann.
Die erfindungsgemässe Vor richtung ist gekennzeichnet durch eine Falschdrallvor richtung mit einem ersten Lieferwerk für einen als Kern faden dienenden ersten multifilen Faden, einer Fixierein- richtung, einer Falschdrallspindel, einem zweiten, der Falschdrallspindel nachgeschalteten Lieferwerk und einer Aufwickeleinrichtung, welcher Falschdrallvorrichtung mindestens eine Zufuhreinrichtung zugeordnet ist, die dazu eingerichtet ist, dem ersten multifilen Faden inner halb der Falschdrallstrecke einen weiteren, als Hüllfaden dienenden multifilen Faden mindestens annähernd senk recht zur Achse des ersten Fadens frei zuzuführen.
In dieser Vorrichtung kann man also dem als Kern faden dienenden ersten multifilen Faden einen oder meh rere weitere multifile Fäden zwischen einer vor der Falschzwirnspindel liegenden Drallsperre und der Falsch zwirnspindel senkrecht oder annähernd senkrecht zur Achse des ersten Fadens frei zuführen. Der bzw. die Hüllfäden können gezwirnt oder ungezwirnt sein, weisen jedoch vorzugsweise keine oder nur eine schwache Dre hung auf. In jedem Fall sollte die Zwirnung vorzugswei se nicht oder doch nicht wesentlich über einen Zwirn faktor von ca. a. = 30 hinausgehen. Die Zuführung der Hüllfäden kann vor der Fixiereinrichtung erfolgen, vor zugsweise erfolgt sie jedoch zwischen dem Austritt des ersten Fadens aus der Fixiereinrichtung und dem Eintritt desselben in die Falschzwirnspindel.
Es hat sich gezeigt, dass die günstigste Wirkung erzielt wird, wenn die zuge führten zweiten und weiteren Fäden, die die Hüllfäden beim fertigen Faden bilden, mittels eigener, unabhängig antreibbarer Lieferwerke mit einer Überlieferungsrate von 10 bis 120;'o und vorzugsweise 15 bis 1000/o zuge führt werden. Bei Verwendung mehrerer Hüllfäden er folgt dabei die Zulieferung vorzugsweise mit unterschied lichen Überlieferungsraten, wenn auch bei gleicher Zu liefergeschwindigkeit die angestrebte Wirkung ebenfalls erzielt werden kann und diese Arbeitsweise in besonde ren Fällen ratsam sein kann.
Es ist auch möglich, den oder die Hüllfäden alle oder teilweise unmittelbar vor dem Zusammentreffen mit dem Kernfaden aufzuheizen, so dass eine gewisse Fixierung des Hüllfadens erfolgt; ebenso ist es möglich, den Hüll faden allein zu beheizen und den Kernfaden kalt zu las sen. Im letzteren Fall besitzt der Kernfaden keine Tex- turierung, so dass der fertige Faden ohne elastische Deh nung ist.
Vorzugsweise kann der aus der Falschzwirnspindel kommende und auf einen Wickel z.B. mit einem Ein sprung von 3 bis 30a/, aufgewickelte Mischfaden einer zweiten Fixierung an sich bekannter Art unterzogen werden. Anschliessend kann der Faden auf einen Dre hungsfaktor von ca. xm = 38 bis 100 verzwirnt werden.
Ein unter Umständen erwünschter, sehr unregelmäs- siger Effekt kann erzielt werden, wenn vorzugsweise nur ein Hüllfaden ohne Liefereinrichtung zugeführt wird, wo. bei dann die Drehbewegung des Kernfadens in der Falschdrallzone selbst für den Abzug des zulaufenden Fadens sorgen kann.
Desgleichen können besondere Effekte in einem ferti gen Flächengebilde erzielt werden, wenn die Zuliefer geschwindigkeit des Hüllfadens, die Abzugsgeschwindig keit des nach der Falschdrallspindel angeordneten Lie ferwerks, welches in seiner Bewegung dann vorzugs weise mit dem Antrieb der Aufwickelvorrichtung gekop pelt ist, die Drehzahl der Falschdrallspindel und die Zu. liefergeschwindigkeit des Kernfadens variiert werden, wobei entweder jede Massnahme einzeln oder mehrere oder alle aufgezählten Massnahmen zusammen anwend bar sind. Auch durch eine vorhergehende Zwirnung des bzw. der Hüllfäden auf einen Zwirnfaktor bis zu ca. xm = 30 kann auf die Eigenschaften des fertigen Fa dens erheblicher Einfluss genommen werden.
Es hat sich gezeigt, dass Volumen und sog. Griff ver änderbar sind: a) Durch die aufgezählten verfahrenstechnischen Massnahmen, b) durch die Wahl des Gesamttiters, c) durch Unterschiede in den verwendeten Einzelti- tern,wobei d) bei unterschiedlichen Einzeltitern erneut verschie dene Wirkung erzielt werden kann, wenn der Seelenfa den oder der bzw. die Umhüllungsfäden jeweils stärkeren Titer als der bzw. die anderen aufweist, e) durch Zwirnung des bzw. der Hüllfäden bis zu einem Drehfaktor von etwa am = 30, wobei sich mit ansteigendem Zwirnfaktor eine stetige Veränderung des Griffes ergibt;
er wird härter. Aber auch andere Eigen schaften, wie Pillingneigung, können durch Drehung des oder der Hüllfäden verändert werden.
Dabei wurde gefunden, dass eine grundsätzliche Ab hängigkeit des sog. Standes eines fertigen Flächengebil des von der Fadenseele oder dem Kernfaden und des Griffes von der Art der Umhüllung besteht. Durch die Variation der beschriebenen Einstellungen bei der Her stellung des Fadens kann praktisch jeder Wollegriff bzw. der Griff praktisch jeder Naturfaser und insbesondere eine weite Skala von Trageigenschaften der fertigen Wa re erzielt werden.
Anhand der Zeichnung werden nachstehend Ausfüh rungsbeispiele der Vorrichtung nach der Erfindung nä her erläutert. In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 eine beispielsweise Ausführungsform der er- findungsgemässen Vorrichtung, Fig. 2 bis 4 verschiedene, durch verschiedene Einstel lungen erzielbare Garnformen, ungedreht, und zwar der Reihe nach bei 20, 50 und 1007, Überlieferung.
Fig. 5 und 6 zwei Garnbeispiele mit 50 bzw. 100% Überlieferung und einer Zwirndrehung von am = 65. Fig. 1 zeigt eine an sich bekannte Falschdrallvor richtung mit einem ersten Lieferwerk 2, einer Heizein- richtung 5, einem Falschdraller 10, einem zweiten Lie ferwerk 12 und einer Aufwickeleinrichtung 13, 14. Bei der dargestellten Anordnung mit von oben zulaufendem Faden sind unterhalb der Heizeinrichtung zwei Umlenk rollen 3 und 4 angeordnet, um den zulaufenden Faden in Aufwärtsrichtung umzulenken. Die Laufrichtung des Kernfadens ist jedoch ohne Bedeutung. In der Zeich nung ist sie von unten nach oben gerichtet, sie kann aber genau so gut von oben nach unten oder in anderer Rich tung verlaufen.
Dies gilt auch für die weiteren Ausfüh rungen, bei denen die Führung des Kernfadens in der Falschdrallstrecke von unten nach oben mit entsprechen der Zuführung der Hüllfäden 6 beschrieben wird.
Die etwa in Höhe der vorgesehenen Auflaufstelle(n) 9 des oder der Hüllfäden 6 angeordneten Lieferwerke 7 entsprechen vorzugsweise der Höchstzahl der zuführen den Hüllfäden. Bei Zuführung mehrerer Hüllfäden 6 fal len die Auflaufpunkte vorzugsweise nicht zusammen, sondern liegen genügend weit voneinander entfernt, um gegenseitige Störung auszuschliessen. Die Anordnung der Lieferwerke muss jedoch nicht in Höhe der Auflaufstel len) 9, die auch unterhalb der Heizeinrichtung 5 liegen könnten, erfolgen; ist die Anordnung an einer anderen Stelle zweckmässig oder notwendig, so können die zu laufenden Hüllfäden 6 in einfacher Weise über entspre chende Rollen oder Fadenführer umgelenkt werden.
Da bei ist jedoch zu beachten, dass der letzte Fadenführer vor einer Auflaufstelle 9 von dieser genügend weit ent fernt sein muss, um tatsächlich freien Zulauf der Hüll fäden 6 zum Kernfaden 1 zu gewährleisten. (Der besse ren Übersichtlichkeit wegen ist in der Zeichnung nur ein Lieferwerk 9 dargestellt). Als Mindestentfernung für den letzten Fadenführer hat sich dabei eine solche von etwa 30 bis 100 mm, abhängig von der Grösse der Überlie ferung, als zweckmässig herausgestellt. Wird eine Ent fernung von 30 mm, die an sich schon in vielen Fällen zu gering ist, unterschritten, so wird das Ergebnis zuse hends schlechter, und die angestrebte Wirkung ver schwindet bei starker Annäherung der letzten Fadenfüh rung an den Auflaufpunkt 9 weitgehend.
In der Fig. 1 ist ein bevorzugter Arbeitszustand dar gestellt, bei welchem ein Hüllfaden 6 zwischen Heizein- richtung 5 und Falschdrallzwirnspindel 10 dem Auflauf punkt 9 frei und ohne Fadenführung zwischen Liefer werk 7 und Auflaufpunkt 9 zuläuft. Für bestimmte Zwecke kann jedoch das Lieferwerk 7 ausser Betrieb bleiben, wobei dann der Faden 6 an diesem vorbei vor zugsweise durch einen in etwa gleicher Entfernung vom Auflaufpunkt 9 angeordneten Fadenführer von einer Lieferspule aus direkt zum Faden zugeführt wird.
Es hat sich gezeigt, dass bei einer solchen Arbeits weise ein Faden 15 entsteht, der eine für bestimmte Zwecke günstige unregelmässige Schwankung seiner Ei genschaften zeigt.
In gleicher Weise kann der Hüllfaden 6 (können die Hüllfäden 6) unterhalb der Heizeinrichtung 5, beispiels weise zwischen der Umlenkrolle 4 und dem Einlauf in die Heizeinrichtung 5, mit oder ohne Lieferwerk zuge führt werden. Auch hierbei entstehen abhängig von der Anzahl der zugeführten Fäden und der Überlieferungs rate Mischfäden mit vollkommen neuem und unerwarte tem Aussehen. So hat sich gezeigt, dass bei Zuführung eines Hüllfadens 6 ohne Liefereinrichtung 7 ein Faden 15 entsteht, der noppenähnlichen Charakter hat.
Die Noppenlänge schwankt dabei verhältnismässig stark zwischen ca 5 und ca 50 mm, ebenso wie die Abstände, jedoch ergibt sich bei Überprüfung einer grösseren Fa- denlänge eine gleichbleibende statistische Häufigkeit in bezug auf Abstand, Noppenlänge und Anzahl der Noppen pro Längeneinheit.
Gleichzeitig zeigt der aus der Falsch drallstrecke austretende Faden eine geringe Kräuseldeh- nung. Zwischen den in der Regel aus zwei Lagen des Hüllfadens gebildeten Noppen tritt deutlich die abwech selnde Rechts- und Linksdrehung des Hüllfadens um den Kernfaden an dem noch ungezwirnten Mischfaden hervor, wobei im Falle, dass der Kernfaden mit einer leichten Zwirnung zugeführt wurde, die Drehrichtung des Kernfadens überwiegt. Auch dieser Faden soll eine leichte Zwirnung zur Verbesserung seiner Schiebefestig keit erhalten, wobei jedoch der Zwirnfaktor an oder in der Nähe der unteren Grenze des angegebenen Bereiches liegen kann.
In bestimmten Fällen kann es zweckmässig sein, zwi schen den Lieferwerken 7 für die Hüllfäden 6 und dem Auflaufpunkt 9 eine weitere Heizeinrichtung anzuord nen, die im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel etwa an der mit 8 bezeichneten Stelle liegen kann. Auch hier ist jedoch darauf zu achten, dass die Entfernung ge nügt, um den auflaufenden Faden nicht an seiner typi schen Hin- und Herbewegung entlang der Achse des Kernfadens zu behindern, dass er also frei auflaufen kann.
Ein unelastischer, bzw. praktisch unelastischer Fa den entsteht dann, wenn die Heizeinrichtung 5 für den Kernfaden ausser Betrieb bleibt und lediglich der oder die zulaufenden Hüllfäden 6 vor dem Auflaufen auf den Kernfaden beheizt werden. Allerdings ist in diesem Falle die zweite Fixierung von besonderer Bedeutung, da im allgemeinen die Erhitzung der zulaufenden Hüllfäden vor dem Auflaufpunkt eine dauerhafte Fixierung der von dort ab diesen erteilten Deformationen nicht sicher gewährleistet und daher eine zweite Fixierung in den meisten Fällen zweckmässig erscheint.
Werden Heizeinrichtungen zwischen den Lieferwerken 7 für die Hüllfäden 6 und den Auflaufpunkt 9 benutzt oder soll ein besonderer Effekt dadurch erzielt werden, dass die Überlieferungsraten in mehr oder weniger un regelmässigen kurzen Zeitabständen geändert werden, so sollen die Hüllfäden auf jeden Fall mit positiver Über lieferung zulaufen, wobei im letzteren Fall Steuerein richtungen an sich bekannter Art zur Beeinflussung der Zuliefergeschwindigkeiten vorgesehen sind.
Durch Wahl der Zulaufstelle(n) vor oder hinter der Fixiereinrichtung 5, Variation der Zulaufart (mit oder ohne Lieferwerk), Variation der Überlieferungsrate in nerhalb der angegebenen Grenzen, durch das Ausmass der in der Falschdrallstrecke auf den Kernfaden aufge brachten Drehung durch Abstimmung der Abzugs geschwindigkeit des Lieferwerks 12 hinter der Falsch drallstrecke und der Drehzahl der Falschdrallspindel 10, durch die Wahl der Fixierungsart des Fadens (Ein schalten der Fixiereinrichtung 5 allein, der zwischen den Lieferwerken 7 für die Hüllfäden 6 und den Auftreff punkten liegenden Fixiereinrichtungen allein oder aller Fixiereinrichtungen), durch Auswahl des die Umhüllung bildenden Faden materials,
wobei für den Kernfaden vorzugsweise ther moplastische Fäden der bekannten Arten und für die Hüllfäden sowohl thermoplatisches als auch nicht in der Hitze fixierbares Fadenmaterial verwendet werden kann, durch den beim Aufwickeln mit Hilfe der Aufwickel einrichtung 13, 14 eingestellten Einsprung innerhalb der angegebenen Grenzen, durch die Anwendung einer zweiten Fixierung des Mischfadens, durch die Zufuhr ggf. gezwirnter Hüllfäden 6 und die Auswahl der Endzwirnung innerhalb der angege benen Grenzen ist eine ausserordentlich breite Varia tionsmöglichkeit der Wirkung des Fadens im fertigen Flächengebilde möglich.
Durch die grosse Zahl der Variationsmöglichkeiten ergibt sich eine derartig breite Skala von verschiedenarti gen Mischfäden, wie sie mit keiner der bisher bekannt gewordenen Vorrichtungen erzielbar war.
In den Figuren 2 bis 4 sind drei Beispiele eines in der beschriebenen Weise hergestellten Mischfadens vor der Endzwirnung, in den Figuren 5 und 6 zwei Beispiele nach der Endzwirnung dargestellt. Dabei wurde - um die Deutlichkeit der Darstellung zu wahren - die Zeich nung insoweit vereinfacht, als der Kernfaden, welcher an sich etwa das Aussehen eines Falschdrallgarnes zeigt, lediglich angedeutet und ausserdem auch die Darstel lung der Hüllfäden auf das Wesentliche beschränkt wur de.
Tatsächlich ergibt sich insbesondere bei höheren Überlieferungsraten beim ungezwirnten Faden ein aus- serordentlich flauschiges Bild mit vollständig unregel- mässiger Lagerung der meist in die Einzelkapillaren auf gelösten Hüllfäden um den Kernfaden, soweit ungedreh- te oder nur sehr schwach gedrehte Hüllfäden verwendet werden.
Jedoch auch bei der Zuführung von gezwirnten Hüllfäden bis zu einem Zwirnfaktor von am etwa 30 ent steht bei den Hüllfäden in der Regel kein vollständig geschlossenes Bild; falls nicht verhältnismässig kleine Überlieferungsraten angewendet werden; auch diese lö sen sich zwischen geschlossenen Stellen im allgemeinen in ihre Einzelfäden auf und zeigen ein entsprechend fülli ges Fadenbild. In den Figuren 2 bis 6 sind die Kern fäden mit 16 und die Hüllfäden mit 17 bezeichnet. Die einzelnen die Hüllfäden bildenden Kapillaren sind mit 18, 19 und 20 und die Knoten mit 21 bezeichnet, wäh rend die Schlingen der Knoten 21 mit 22 bezeichnet sind.
Unter (c freiem Auflauf der Hüllfäden wird verstan den, dass der bzw. die Auflaufpunkte 9 der Hüllfäden 6 nicht festgelegt sein dürfen, sondern sich frei bilden müssen.
Der zur Kennzeichnung der Zwirnhöhe benutzte Zwirnfaktor am ist in der Textilindustrie allgemein be kannt und wird durch die Formel
EMI0003.0016
bestimmt, wobei n = Anzahl der Drehungen pro Längeneinheit (m), Td = Titer in den.
Es versteht sich von selbst, dass auch der Kernfaden aus mehr als einem multifiten Faden bestehen kann. Wer den dabei unterschiedliche Farben für die einzelnen Fä den gewählt, so können interessante Farbwirkungen er zielt werden. Diese lassen sich auch durch Hüllfäden un terschiedlicher Färbung erzeugen und treten verstärkt auf, wenn Kernfäden und Hüllfäden unterschiedliche Färbung aufweisen.
Beim Arbeiten mit der beschriebenen Vorrichtung hat sich eine überraschende Wirkung gezeigt. Da auch der senkrecht oder annähernd senkrecht zur Achse des Kernfadens zugeführte Hüllfaden die Falschzwirnung in der Falschzwirnstrecke mitmacht, wäre an sich zu er warten gewesen, dass die den zusammengesetzten Faden bildenden Einzelfäden nach Verlassen der Falschdrall vorrichtung wieder parallel bzw.
im wesentlichen par allel zueinander angeordnet wären, da sich bekanntlich der in der Falschdrallstrecke vorhandene Zwirn nach dem Durchlaufen der Falschzwirnspindel wieder auflöst und der Faden normalerweise hinter der Falschzwirn spindel keinen Drall oder lediglich den Drall aufweist, den er beim Einlaufen in die Falschzwirnstrecke bereits hatte. Dies ist jedoch beim in der beschriebenen Vorrich tung hergestellten Faden überraschenderweise nicht der Fall.
Vielmehr wechseln in vollständig unregelmässiger Folge Längen ab, bei denen der oder die Hüllfäden in der einen und in der anderen Richtung um den Kernfa den herumlaufen. wobei in ebenfalls sehr unregelmässi- gen. mit steigender Überlieferungsrate dichter liegenden Abständen stark verwirrte Stellen auftreten, die sehr lockeres Gefüge aufweisen und als eine Art Knoten in Erscheinung treten.
Bei der Untersuchung des Vorgan ges mit Hilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera ergab sich, dass der im wesentlichen im rechten Winkel zur Fadenachse des Kernfadens zulaufende Faden dicht vor dem Auflaufpunkt in ständig wechselnder Breite auf- spleisst, und zwar in Einzelfadenbündel und teilweise auch in seine Einzelfäden. Dabei liegt der Auflaufpunkt nicht an einer Stelle fest, sondern führt ebenfalls eine ständige Auf- und Abwärtsbewegung aus, wobei in sehr unregelmässigen Abständen der hochwandernde zulau fende Faden die vorher gebildeten Wicklungen teilwei se gewissermassen überholt und dabei erneut umwickelt.
Offenbar entstehen hierbei die im fertigen Faden beob- achtbaren Knotstellen. Diese Erscheinung ist besonders deutlich zu beobachten, wenn ein Hüllfaden vor der Heiz- zone ohne eigenes Lieferwerk zugeführt wird. Es ent steht ein Noppengarn, welches in sehr unregelmässigen Abständen durch den Hüllfaden gebildete Noppen mit unterschiedlicher Länge aufweist, bei den dazwischen liegenden Fadenlängen ist vor dem anschliessenden Ver zwirnen die abwechselnde Drallrichtung besonders deut lich zu erkennen. Ausserdem kann das Garn eine leichte Kräuseldehnung zeigen, die den daraus hergestellten Flä chengebilden eine gewisse Elastizität verleiht.
Bei einer Überlieferungsrate unter ca. 300/o ist zwar zu beobachten, dass der Kernfaden in Richtung auf den zulaufenden Faden hin abgelenkt wird; der Winkel, mit dem der Umhüllungsfaden auf den Kernfaden auftrifft, bleibt aber trotzdem im wesentlichen ein rechter, ebenso sind das Aufspleissen sowohl als auch das Auf- und Ab wandern weiter zu beobachten. Die Knotenbildung durch Überwickeln vorher gebildeter Wickellagen nimmt jedoch mit geringer werdender Überlieferung ab.
Der entstehende Faden weist so, wie er aus der Falschdrallstrecke austritt, vorzugsweise eine ausser- ordentlich unregelmässige, lockere und füllige Struktur auf. die mit keinem bisher bekannt gewordenen textu- rierten Faden, einschliesslich der sog. Schlingengarne, die durch Anblasen eines nicht oder nur schwach ge drehten Fadens entstehen, verglichen werden kann. Um den im wesentlichen einem multifiten Falschdrallfaden ähnelnden Kernfaden laufen der bzw. die Umhüllungs fäden in vollkommen unregelmässiger Anordnung. Sie sind dabei im wesentlichen in ihre Einzelfäden aufgelöst, während rechts- und linksgängige Drehung um den Kern faden mit in unregelmässiger Folge dazwischenliegenden lockeren Knotstellen abwechseln.
Wenn der Faden mit Vordrehung einläuft, überwiegt diese Drehrichtung. Da bei überwiegt dann, wenn der Kernfaden mit einer Vor drehung in die Behandlungsstrecke einläuft, die dieser eigene Drehrichtung. In den Hüllfäden können auch ein zelne Schlingen und ggf. eine sehr leichte Kräuselung beobachtet werden. Ein aus diesem Rahmen fallendes Ergebnis mit nur leichten Kräuseldehnungseigenschaften und geringer Bauschigkeit, jedoch einer grossen Zahl von zwischen ca. 5 und 50 mm langen Noppen, entsteht bei freier Zuführung eines Hüllfadens ohne Lieferwerk vor der Fixiereinrichtung.