CH514695A - Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens - Google Patents

Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens

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CH514695A
CH514695A CH437971A CH437971A CH514695A CH 514695 A CH514695 A CH 514695A CH 437971 A CH437971 A CH 437971A CH 437971 A CH437971 A CH 437971A CH 514695 A CH514695 A CH 514695A
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Seuss Rainer
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Description


  Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens    Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung  zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens durch  Falschdrallen,     Fixieren    des falschen Dralles und Auf  wickeln des wieder aufgedrehten Fadens.  



  Bereits seit langem ist man bestrebt, vollsynthetische  Fäden, die im     normalen    Zustand eine Reihe ungünstiger  Eigenschaften, wie geringe Deckkraft, geringes Wärme  rückhaltevermögen und dgl. mehr, aufweisen, durch sog.  Texturierung in eine wolleähnliche Form zu bringen. Be  kannte Texturierverfahren sind beispielsweise das Stauch  kräuseln, das Drall- oder Falschdrallkräuseln, das Kräu  seln durch Stricken, Fixieren und Wiederaufziehen eines  Schlauches.

   Alle diese Fäden haben zwar im Vergleich  zu den nicht texturierten Fäden einen besseren Griff,  grössere Deckkraft und auch besseres Wärmerückhalte  vermögen, sie unterscheiden sich jedoch alle sehr deut  lich im Griff der     fertigen    Ware von dem Griff eines aus  Wolle oder anderen Naturfasern hergestellten Flächen  gebildes und zeigen in bezug auf die Trageigenschaften  diesen gegenüber zum Teil noch erhebliche Nachteile.  



  Diese konnten auch durch ein weiteres bekannt ge  wordenes     Verfahren    nicht beseitigt werden, bei welchem  vor einer Heizeinrichtung zwei Fäden mit unterschiedli  chen Geschwendigkeiten einer die Zusammentreffstelle  genau festlegenden Fadenführeröse zu und von dort ge  meinsam durch eine Falschdrallvorrichtung geführt wur  den. Bei diesem Verfahren drehten sich die Fäden um  einander und lagen beim Verlassen der Falschdrallspin  del wieder streng parallel, so dass sie ggf. wieder getrennt  aufgewickelt werden konnten (F.P. 1251346).  



  Die der Erfindung zugrundeliegende technische Auf  gabe     besteht    nun darin, eine Vorrichtung zu schaffen,  in der mit Hilfe der bekannten Falschdrallbehandlung  ein Garn erzeugt werden kann, welches je nach Wahl der  Betriebsbedingungen jeden beliebigen bekannten sog.  Wollegriff und zugleich erheblich verbesserte Trageigen  schaften aufweisen kann.

   Die     erfindungsgemässe    Vor  richtung ist gekennzeichnet durch eine Falschdrallvor  richtung mit einem ersten Lieferwerk für einen als Kern  faden dienenden ersten multifilen Faden, einer Fixierein-    richtung, einer Falschdrallspindel, einem zweiten, der  Falschdrallspindel nachgeschalteten Lieferwerk und einer  Aufwickeleinrichtung, welcher Falschdrallvorrichtung  mindestens eine Zufuhreinrichtung zugeordnet ist, die  dazu eingerichtet ist, dem ersten multifilen Faden inner  halb der Falschdrallstrecke einen weiteren, als Hüllfaden  dienenden multifilen Faden mindestens annähernd senk  recht zur Achse des ersten Fadens frei zuzuführen.  



  In dieser Vorrichtung kann man also dem als Kern  faden dienenden ersten multifilen Faden einen oder meh  rere weitere multifile Fäden zwischen einer vor der  Falschzwirnspindel liegenden Drallsperre und der Falsch  zwirnspindel senkrecht oder annähernd senkrecht zur  Achse des ersten Fadens frei zuführen. Der bzw. die  Hüllfäden können gezwirnt oder ungezwirnt sein, weisen  jedoch vorzugsweise keine oder nur eine schwache Dre  hung auf. In jedem Fall sollte die Zwirnung vorzugswei  se nicht oder doch nicht wesentlich über einen Zwirn  faktor von ca.     a.    = 30 hinausgehen. Die Zuführung der  Hüllfäden kann vor der Fixiereinrichtung erfolgen, vor  zugsweise erfolgt sie jedoch zwischen dem Austritt des  ersten Fadens aus der Fixiereinrichtung und dem Eintritt  desselben in die Falschzwirnspindel.

   Es hat sich gezeigt,  dass die günstigste Wirkung erzielt wird, wenn die zuge  führten zweiten und weiteren Fäden, die die     Hüllfäden     beim fertigen Faden bilden,     mittels    eigener, unabhängig       antreibbarer    Lieferwerke mit einer Überlieferungsrate  von 10 bis     120;'o    und vorzugsweise 15 bis     1000/o    zuge  führt werden. Bei Verwendung mehrerer     Hüllfäden    er  folgt dabei die Zulieferung vorzugsweise mit unterschied  lichen Überlieferungsraten, wenn auch bei gleicher Zu  liefergeschwindigkeit die angestrebte Wirkung ebenfalls  erzielt werden kann und diese Arbeitsweise in besonde  ren Fällen ratsam sein kann.  



  Es ist auch möglich, den oder die     Hüllfäden    alle oder  teilweise unmittelbar vor dem Zusammentreffen mit dem  Kernfaden aufzuheizen, so dass eine gewisse Fixierung  des     Hüllfadens    erfolgt; ebenso ist es möglich, den Hüll  faden allein zu beheizen und den Kernfaden kalt zu las  sen. Im letzteren Fall besitzt der Kernfaden keine Tex-      turierung, so dass der fertige Faden ohne elastische Deh  nung ist.  



  Vorzugsweise kann der aus der Falschzwirnspindel  kommende und auf einen Wickel z.B. mit einem Ein  sprung von 3 bis     30a/,    aufgewickelte     Mischfaden    einer  zweiten     Fixierung    an sich bekannter     Art    unterzogen  werden. Anschliessend kann der Faden auf einen Dre  hungsfaktor von ca. xm = 38 bis 100 verzwirnt werden.  



  Ein unter Umständen erwünschter, sehr     unregelmäs-          siger    Effekt kann erzielt werden, wenn vorzugsweise nur  ein Hüllfaden ohne Liefereinrichtung zugeführt wird, wo.  bei dann die Drehbewegung des Kernfadens in der  Falschdrallzone selbst für den Abzug des zulaufenden  Fadens sorgen kann.  



  Desgleichen können besondere Effekte in einem ferti  gen Flächengebilde erzielt werden, wenn die Zuliefer  geschwindigkeit des Hüllfadens, die Abzugsgeschwindig  keit des nach der Falschdrallspindel angeordneten Lie  ferwerks, welches in seiner Bewegung dann vorzugs  weise mit dem Antrieb der Aufwickelvorrichtung gekop  pelt ist, die Drehzahl der Falschdrallspindel und die Zu.  liefergeschwindigkeit des Kernfadens variiert werden,  wobei entweder jede Massnahme einzeln oder mehrere  oder alle aufgezählten Massnahmen zusammen anwend  bar sind. Auch durch eine vorhergehende Zwirnung des  bzw. der Hüllfäden auf einen Zwirnfaktor bis zu ca.  xm = 30 kann auf die Eigenschaften des fertigen Fa  dens erheblicher     Einfluss    genommen werden.  



  Es     hat    sich gezeigt, dass Volumen und sog. Griff ver  änderbar sind:  a) Durch die aufgezählten verfahrenstechnischen  Massnahmen,  b) durch die Wahl des Gesamttiters,  c) durch Unterschiede in den verwendeten     Einzelti-          tern,wobei     d) bei unterschiedlichen Einzeltitern erneut verschie  dene Wirkung erzielt werden kann, wenn der Seelenfa  den oder der bzw. die Umhüllungsfäden jeweils stärkeren  Titer als der bzw. die anderen aufweist,  e) durch Zwirnung des bzw. der Hüllfäden bis zu  einem Drehfaktor von etwa am = 30, wobei sich mit  ansteigendem Zwirnfaktor eine stetige Veränderung des       Griffes    ergibt;

   er wird     härter.    Aber auch andere Eigen  schaften, wie Pillingneigung, können durch Drehung des  oder der Hüllfäden verändert werden.  



  Dabei wurde gefunden, dass eine grundsätzliche Ab  hängigkeit des sog. Standes eines fertigen Flächengebil  des von der Fadenseele oder dem Kernfaden und des  Griffes von der Art der Umhüllung besteht. Durch die  Variation der beschriebenen Einstellungen bei der Her  stellung des Fadens kann praktisch jeder Wollegriff bzw.  der Griff praktisch jeder Naturfaser und insbesondere  eine weite Skala von Trageigenschaften der fertigen Wa  re erzielt werden.  



  Anhand der Zeichnung werden nachstehend Ausfüh  rungsbeispiele der Vorrichtung nach der Erfindung nä  her erläutert. In der Zeichnung zeigen:  Fig. 1 eine beispielsweise Ausführungsform der     er-          findungsgemässen    Vorrichtung,  Fig. 2 bis 4 verschiedene, durch verschiedene Einstel  lungen erzielbare Garnformen, ungedreht, und zwar der  Reihe nach bei 20, 50 und 1007, Überlieferung.  



  Fig. 5 und 6 zwei Garnbeispiele mit 50 bzw. 100%       Überlieferung    und einer Zwirndrehung von     am    = 65.  Fig. 1 zeigt eine an sich bekannte Falschdrallvor  richtung mit einem ersten Lieferwerk 2, einer Heizein-    richtung 5, einem Falschdraller 10, einem zweiten Lie  ferwerk 12 und einer Aufwickeleinrichtung 13, 14. Bei  der dargestellten Anordnung mit von oben zulaufendem  Faden sind unterhalb der Heizeinrichtung zwei Umlenk  rollen 3 und 4 angeordnet, um den zulaufenden Faden  in Aufwärtsrichtung umzulenken. Die Laufrichtung des  Kernfadens ist jedoch ohne Bedeutung. In der Zeich  nung ist sie von unten nach oben gerichtet, sie kann aber  genau so gut von oben nach unten oder in anderer Rich  tung verlaufen.

   Dies gilt auch für die weiteren Ausfüh  rungen, bei denen die Führung des Kernfadens in der  Falschdrallstrecke von unten nach oben mit entsprechen  der Zuführung der Hüllfäden 6 beschrieben wird.  



  Die etwa in Höhe der vorgesehenen Auflaufstelle(n)  9 des oder der Hüllfäden 6 angeordneten Lieferwerke 7  entsprechen vorzugsweise der Höchstzahl der zuführen  den Hüllfäden. Bei Zuführung mehrerer Hüllfäden 6 fal  len die Auflaufpunkte vorzugsweise nicht zusammen,  sondern liegen genügend weit voneinander entfernt, um  gegenseitige Störung auszuschliessen. Die Anordnung der  Lieferwerke muss jedoch nicht in Höhe der Auflaufstel  len) 9, die auch unterhalb der Heizeinrichtung 5 liegen  könnten, erfolgen; ist die Anordnung an einer anderen  Stelle zweckmässig oder notwendig, so können die zu  laufenden Hüllfäden 6 in einfacher Weise über entspre  chende Rollen oder Fadenführer umgelenkt werden.

   Da  bei ist jedoch zu beachten, dass der letzte Fadenführer  vor einer Auflaufstelle 9 von dieser genügend weit ent  fernt sein muss, um tatsächlich freien Zulauf der Hüll  fäden 6 zum Kernfaden 1 zu gewährleisten. (Der besse  ren Übersichtlichkeit wegen ist in der Zeichnung nur ein  Lieferwerk 9 dargestellt). Als Mindestentfernung für den  letzten Fadenführer hat sich dabei eine solche von etwa  30 bis 100 mm, abhängig von der Grösse der Überlie  ferung, als zweckmässig herausgestellt. Wird eine Ent  fernung von 30 mm, die an sich schon in vielen Fällen  zu gering ist, unterschritten, so wird     das    Ergebnis zuse  hends schlechter, und die angestrebte Wirkung ver  schwindet bei starker Annäherung der letzten Fadenfüh  rung an den Auflaufpunkt 9 weitgehend.  



  In der Fig. 1 ist ein bevorzugter Arbeitszustand dar  gestellt, bei welchem ein Hüllfaden 6 zwischen     Heizein-          richtung    5 und Falschdrallzwirnspindel 10 dem Auflauf  punkt 9 frei und ohne Fadenführung zwischen Liefer  werk 7 und Auflaufpunkt 9 zuläuft. Für bestimmte  Zwecke kann jedoch das Lieferwerk 7 ausser Betrieb  bleiben, wobei dann der Faden 6 an diesem vorbei vor  zugsweise durch einen in etwa gleicher Entfernung vom  Auflaufpunkt 9 angeordneten Fadenführer von einer  Lieferspule aus direkt zum Faden     zugeführt    wird.  



  Es hat sich gezeigt, dass bei einer solchen Arbeits  weise ein Faden 15 entsteht, der eine für bestimmte  Zwecke günstige unregelmässige Schwankung seiner Ei  genschaften zeigt.  



  In gleicher Weise kann der     Hüllfaden    6 (können die       Hüllfäden    6) unterhalb der Heizeinrichtung 5, beispiels  weise zwischen der     Umlenkrolle    4 und dem Einlauf in  die Heizeinrichtung 5, mit oder ohne Lieferwerk zuge  führt werden. Auch hierbei entstehen abhängig von der  Anzahl der     zugeführten    Fäden und der Überlieferungs  rate Mischfäden mit vollkommen neuem und unerwarte  tem Aussehen. So hat sich gezeigt, dass bei Zuführung  eines     Hüllfadens    6 ohne Liefereinrichtung 7 ein Faden  15 entsteht, der     noppenähnlichen    Charakter hat.

   Die       Noppenlänge    schwankt dabei verhältnismässig stark  zwischen ca 5 und ca 50 mm, ebenso wie die     Abstände,     jedoch ergibt sich bei     Überprüfung    einer grösseren Fa-      denlänge eine gleichbleibende statistische Häufigkeit in  bezug auf Abstand, Noppenlänge und Anzahl der Noppen  pro Längeneinheit.

   Gleichzeitig zeigt der aus der Falsch  drallstrecke austretende Faden eine geringe     Kräuseldeh-          nung.    Zwischen den in der Regel aus zwei Lagen des  Hüllfadens gebildeten Noppen tritt deutlich die abwech  selnde Rechts- und Linksdrehung des Hüllfadens um  den Kernfaden an dem noch ungezwirnten Mischfaden  hervor, wobei im Falle, dass der Kernfaden mit einer  leichten Zwirnung zugeführt wurde, die Drehrichtung  des Kernfadens überwiegt. Auch dieser Faden soll eine  leichte Zwirnung zur Verbesserung seiner Schiebefestig  keit erhalten, wobei jedoch der Zwirnfaktor an oder in  der Nähe der unteren Grenze des angegebenen Bereiches  liegen kann.  



  In bestimmten Fällen kann es     zweckmässig    sein, zwi  schen den Lieferwerken 7 für die Hüllfäden 6 und dem  Auflaufpunkt 9 eine weitere Heizeinrichtung anzuord  nen, die im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel  etwa an der mit 8 bezeichneten Stelle liegen kann. Auch  hier ist jedoch darauf zu achten, dass die Entfernung ge  nügt, um den auflaufenden Faden nicht an seiner typi  schen Hin- und Herbewegung entlang der Achse des  Kernfadens zu behindern, dass er also frei auflaufen  kann.  



  Ein unelastischer, bzw. praktisch unelastischer Fa  den entsteht dann, wenn die Heizeinrichtung 5 für den  Kernfaden ausser Betrieb bleibt und     lediglich    der oder  die zulaufenden Hüllfäden 6 vor dem Auflaufen auf den  Kernfaden beheizt werden. Allerdings ist in diesem Falle  die zweite Fixierung von besonderer Bedeutung, da im  allgemeinen die Erhitzung der zulaufenden Hüllfäden  vor dem Auflaufpunkt eine dauerhafte Fixierung der  von dort ab diesen erteilten Deformationen nicht sicher  gewährleistet und daher eine zweite     Fixierung    in den  meisten Fällen zweckmässig erscheint.  



  Werden Heizeinrichtungen zwischen den Lieferwerken  7 für die Hüllfäden 6 und den Auflaufpunkt 9 benutzt  oder soll ein besonderer Effekt dadurch erzielt werden,  dass die Überlieferungsraten in mehr oder weniger un  regelmässigen kurzen Zeitabständen geändert werden,  so sollen die Hüllfäden auf jeden Fall mit positiver Über  lieferung zulaufen, wobei im letzteren Fall Steuerein  richtungen an sich bekannter Art zur Beeinflussung der  Zuliefergeschwindigkeiten vorgesehen sind.  



  Durch Wahl der Zulaufstelle(n) vor oder hinter der  Fixiereinrichtung 5, Variation der Zulaufart (mit oder  ohne Lieferwerk), Variation der Überlieferungsrate in  nerhalb der angegebenen Grenzen, durch das Ausmass  der in der Falschdrallstrecke auf den Kernfaden aufge  brachten Drehung durch Abstimmung der Abzugs  geschwindigkeit des Lieferwerks 12 hinter der Falsch  drallstrecke und der Drehzahl der Falschdrallspindel 10,  durch die Wahl der Fixierungsart des Fadens (Ein  schalten der Fixiereinrichtung 5 allein, der zwischen den  Lieferwerken 7 für die Hüllfäden 6 und den Auftreff  punkten liegenden Fixiereinrichtungen allein oder aller  Fixiereinrichtungen),  durch Auswahl des die Umhüllung bildenden Faden  materials,

   wobei für den Kernfaden vorzugsweise ther  moplastische Fäden der bekannten Arten und für die  Hüllfäden sowohl thermoplatisches als auch nicht in der  Hitze fixierbares Fadenmaterial verwendet werden kann,  durch den beim Aufwickeln mit Hilfe der Aufwickel  einrichtung 13, 14 eingestellten Einsprung innerhalb der  angegebenen Grenzen,    durch die Anwendung einer zweiten     Fixierung    des  Mischfadens,  durch die Zufuhr ggf. gezwirnter Hüllfäden 6 und  die Auswahl der Endzwirnung innerhalb der angege  benen Grenzen ist eine ausserordentlich breite Varia  tionsmöglichkeit der Wirkung des Fadens im fertigen       Flächengebilde    möglich.  



  Durch die     grosse    Zahl der Variationsmöglichkeiten  ergibt sich eine derartig breite Skala von verschiedenarti  gen Mischfäden, wie sie mit keiner der bisher bekannt  gewordenen Vorrichtungen erzielbar war.  



  In den Figuren 2 bis 4 sind drei Beispiele eines in der  beschriebenen Weise hergestellten Mischfadens vor der  Endzwirnung, in den Figuren 5 und 6 zwei Beispiele nach  der Endzwirnung dargestellt. Dabei wurde - um die  Deutlichkeit der Darstellung zu wahren - die Zeich  nung insoweit vereinfacht, als der Kernfaden, welcher an  sich etwa das Aussehen eines Falschdrallgarnes zeigt,  lediglich angedeutet und ausserdem auch die Darstel  lung der Hüllfäden auf das Wesentliche beschränkt wur  de.

   Tatsächlich ergibt sich insbesondere bei höheren  Überlieferungsraten beim ungezwirnten Faden ein     aus-          serordentlich    flauschiges Bild mit vollständig     unregel-          mässiger    Lagerung der meist in die     Einzelkapillaren    auf  gelösten Hüllfäden um den Kernfaden, soweit     ungedreh-          te    oder nur sehr schwach gedrehte Hüllfäden verwendet  werden.

   Jedoch auch bei der Zuführung von gezwirnten  Hüllfäden bis zu einem Zwirnfaktor von am etwa 30 ent  steht bei den Hüllfäden in der Regel kein vollständig  geschlossenes Bild; falls nicht verhältnismässig kleine  Überlieferungsraten angewendet werden; auch diese lö  sen sich zwischen geschlossenen Stellen im allgemeinen  in ihre Einzelfäden auf und zeigen ein entsprechend fülli  ges Fadenbild. In den Figuren 2 bis 6 sind die Kern  fäden mit 16 und die Hüllfäden mit 17 bezeichnet. Die  einzelnen die Hüllfäden bildenden Kapillaren sind mit  18, 19 und 20 und die Knoten mit 21 bezeichnet, wäh  rend die Schlingen der Knoten 21 mit 22 bezeichnet sind.  



  Unter (c freiem Auflauf   der Hüllfäden wird verstan  den, dass der bzw. die Auflaufpunkte 9 der     Hüllfäden     6 nicht festgelegt sein dürfen, sondern sich frei bilden  müssen.  



  Der zur Kennzeichnung der Zwirnhöhe benutzte  Zwirnfaktor am ist in der Textilindustrie allgemein be  kannt und wird durch die Formel  
EMI0003.0016     
    bestimmt, wobei  n = Anzahl der Drehungen pro Längeneinheit (m),       Td    =     Titer    in den.  



  Es versteht sich von selbst, dass auch der Kernfaden  aus mehr als einem multifiten Faden bestehen kann. Wer  den dabei unterschiedliche Farben für die einzelnen Fä  den gewählt, so können interessante Farbwirkungen er  zielt werden. Diese lassen sich auch durch     Hüllfäden    un  terschiedlicher Färbung erzeugen und treten verstärkt  auf, wenn Kernfäden und     Hüllfäden    unterschiedliche  Färbung aufweisen.  



  Beim Arbeiten mit der beschriebenen Vorrichtung  hat sich eine überraschende Wirkung gezeigt. Da auch  der senkrecht oder annähernd senkrecht zur Achse des  Kernfadens zugeführte     Hüllfaden    die     Falschzwirnung    in  der     Falschzwirnstrecke    mitmacht, wäre an sich zu er  warten gewesen, dass die den zusammengesetzten Faden      bildenden Einzelfäden nach Verlassen der Falschdrall  vorrichtung wieder parallel bzw.

   im wesentlichen par  allel zueinander angeordnet wären, da sich     bekanntlich     der in der Falschdrallstrecke vorhandene Zwirn nach  dem Durchlaufen der Falschzwirnspindel wieder auflöst  und der Faden     normalerweise    hinter der Falschzwirn  spindel keinen Drall oder lediglich den Drall aufweist,  den er beim Einlaufen in die Falschzwirnstrecke bereits  hatte. Dies ist jedoch beim in der beschriebenen Vorrich  tung hergestellten Faden überraschenderweise nicht der  Fall.

   Vielmehr wechseln in vollständig unregelmässiger  Folge Längen ab, bei denen der oder die Hüllfäden in  der einen und in der anderen Richtung um den Kernfa  den herumlaufen. wobei in ebenfalls sehr     unregelmässi-          gen.    mit steigender Überlieferungsrate dichter liegenden  Abständen stark     verwirrte    Stellen auftreten, die sehr  lockeres Gefüge aufweisen und als eine Art Knoten in  Erscheinung treten.

   Bei der Untersuchung     des    Vorgan  ges mit Hilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera ergab  sich, dass der im wesentlichen im rechten Winkel zur  Fadenachse des Kernfadens zulaufende Faden dicht vor  dem Auflaufpunkt in ständig wechselnder Breite     auf-          spleisst,    und zwar in Einzelfadenbündel und teilweise  auch in seine Einzelfäden. Dabei liegt der Auflaufpunkt  nicht an einer Stelle fest, sondern führt ebenfalls eine  ständige Auf- und     Abwärtsbewegung    aus, wobei in sehr  unregelmässigen Abständen der hochwandernde zulau  fende Faden die vorher gebildeten Wicklungen teilwei  se     gewissermassen    überholt und dabei erneut umwickelt.

    Offenbar entstehen hierbei die im fertigen Faden     beob-          achtbaren    Knotstellen. Diese Erscheinung ist besonders  deutlich zu beobachten, wenn ein Hüllfaden vor der     Heiz-          zone    ohne eigenes Lieferwerk zugeführt wird. Es ent  steht ein Noppengarn, welches in sehr unregelmässigen  Abständen durch den Hüllfaden gebildete Noppen mit  unterschiedlicher Länge aufweist, bei den dazwischen  liegenden Fadenlängen ist vor dem anschliessenden Ver  zwirnen die abwechselnde Drallrichtung besonders deut  lich zu erkennen. Ausserdem kann das     Garn    eine leichte  Kräuseldehnung zeigen, die den daraus hergestellten Flä  chengebilden eine gewisse Elastizität verleiht.  



  Bei einer Überlieferungsrate unter ca.     300/o    ist zwar  zu beobachten,     dass    der Kernfaden in Richtung auf den  zulaufenden Faden hin abgelenkt wird; der Winkel, mit  dem der Umhüllungsfaden auf den Kernfaden auftrifft,  bleibt aber trotzdem im wesentlichen ein rechter, ebenso  sind das Aufspleissen sowohl als auch das Auf- und Ab  wandern weiter zu beobachten. Die Knotenbildung durch  Überwickeln vorher gebildeter Wickellagen nimmt jedoch  mit geringer werdender Überlieferung ab.  



  Der entstehende Faden weist so, wie er aus der  Falschdrallstrecke austritt, vorzugsweise eine     ausser-          ordentlich        unregelmässige,    lockere und füllige Struktur  auf. die mit keinem bisher bekannt gewordenen textu-    rierten Faden, einschliesslich der sog. Schlingengarne,  die durch Anblasen eines nicht oder nur schwach ge  drehten Fadens entstehen, verglichen werden kann. Um  den im wesentlichen einem multifiten Falschdrallfaden       ähnelnden    Kernfaden laufen der bzw. die Umhüllungs  fäden in vollkommen unregelmässiger Anordnung. Sie  sind dabei im wesentlichen in ihre Einzelfäden aufgelöst,  während rechts- und linksgängige Drehung um den Kern  faden mit in unregelmässiger Folge dazwischenliegenden  lockeren Knotstellen abwechseln.

   Wenn der Faden mit  Vordrehung einläuft, überwiegt diese Drehrichtung. Da  bei überwiegt dann, wenn der Kernfaden mit einer Vor  drehung in die Behandlungsstrecke einläuft, die dieser  eigene Drehrichtung. In den Hüllfäden können auch ein  zelne Schlingen und ggf. eine sehr leichte Kräuselung  beobachtet werden. Ein aus diesem Rahmen fallendes  Ergebnis mit nur leichten Kräuseldehnungseigenschaften  und geringer Bauschigkeit, jedoch einer grossen Zahl  von zwischen ca. 5 und 50 mm langen Noppen, entsteht  bei freier Zuführung eines Hüllfadens ohne Lieferwerk  vor der Fixiereinrichtung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens durch Falschdrallen, Fixieren des falschen Dralles und Aufwickeln des wieder aufgedrahten Fa dens, gekennzeichnet durch eine Falschdrallvorrichtung mit einem ersten Lieferwerk (2) für einen als Kernfaden dienenden ersten multifiten Faden, einer Fixiereinrich tung (5), einer Falschdrallspindel (10), einem zweiten, der Falschdrallspindel nachgeschalteten Lieferwerk (12) und einer Aufwickeleinrichtung (13, 14), welcher Falsch drallvorrichtung mindestens eine Zufuhreinrichtung (7) zugeordnet ist, die dazu eingerichtet ist, dem ersten mul- tifilen Faden innerhalb der Falschdrallstrecke einen wei teren, als Hüllfaden dienenden multifiten Faden min destens annähernd senkrecht zur Achse des ersten Fa dens frei zuzuführen.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Zufuhreinrichtung (7) ein weite res unabhängig antreibbares Lieferwerk für den Hüll- faden (6) enthält. 2. Vorrichtung nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass zwischen dem Lieferwerk (7) für den Hüllfaden (6) und der Auftreffstelie (9) des frei zum Kernfaden (1) zulaufenden Hüllfadens (6) eine Heizein- richtung für den Hüllfaden angeordnet ist.
CH437971A 1969-02-19 1969-12-29 Vorrichtung zum Herstellen eines wolleähnlichen Mischfadens CH514695A (de)

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CN115058811B (zh) * 2022-07-14 2023-09-29 浙江恒祥棉纺织造有限公司 一种混纺纱线及其制备工艺

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