Bepflanzturm
Diese Erfindung betrifft einen Bepflanzturm, der dadurch gekennzeichnet ist, dass mehrere übereinander angeordnete Bepflanzbehälter vorhanden sind, die je eine Bodenöffnung haben und gemeinsam einen durchgehenden Feuchthaltekanal begrenzen, der ein Granulat mit offenen Poren enthält.
Auf diese Weise wird über praktisch unbegrenzte Zeiträume hinweg eine Feuchtigkeitsverteilung über verhältnismässig grosse Saugstrecken erzielt, was bisher noch nicht gelungen ist.
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand der Zeichnungen beispielsweise näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 im Längsschnitt eine Ausführungsform des Bepflanzturmes,
Fig. 2 in derselben Darstellungsweise eine zweite Ausführungsform und
Fig. 3 einen Querschnitt längs der Linie III-III in Fig. 2.
Der in Fig. 1 dargestellte Bepflanzturm weist drei gleichbeschaffene Bepflanzbehälter 1 auf, die beispielsweise aus Polystyrolschaum mit geschlossenen Poren hergestellt sind. Jeder Bepflanzbehälter 1 hat angenähert die Form eines Stumpfmantels von einem auf dem Kopf stehenden, schiefen Kegel. Vom unteren Mantelrand steht ein kegelförmiger Stutzen 3 nach unten ab, dessen Kegelwinkel kleiner ist als der des Stumpfmantels und dessen Länge grösser ist als die Stumpfhöhe; am unteren Ende weist der Stutzen 3 drei Randaussparungen in Form von einseitig offenen Schlitzen 5 auf, die sich bis über die halbe Höhe des Stutzens 3 erstrecken. Die Kegelform des Stutzens 3 erlaubt es, eine Anzahl Bepflanzbehälter 1 durch Ineinanderstecken der Stutzen 3 zu einem Turm zu verbinden.
Alle Stutzen 3 bilden dabei einen in senkrechter Richtung durchgehenden Hohlraum, der vollständig mit Blähtonkugeln 6 gefüllt ist, wie z. B. mit Leca, wodurch ein Feuchthaltekanal entsteht. Der Durchmesser der Kugeln 6 ist vorzugsweise grösser als die Breite der Schlitze 5.
Am unteren Ende des Bepflanzturms ist ein Fussteil 7 vorgesehen, der gleichzeitig als Wasserauffanggefäss dient und aus demselben Werkstoff gefertigt sein kann wie die Bepflanzbehälter 1. Der Fussteil 7 hat eine kreisförmige Bodenplatte, von deren Rand eine zylindermantelförmige Seitenwand nach oben absteht.
Von der Mitte der Bodenplatte steht gleichachsig ein angenähert rohrförmiger Zentrierstutzen 9 nach oben ab. Dieser wird gleichachsig von einem Stützaufsatz 11 in Form eines auf dem Kopfe stehenden Kegelstumpfmantels umgeben, dessen Kegelwinkel der des Stutzens 3 entspricht. Der Stützaufsatz 11 weist mehrere Durchbrüche 13 auf, die den Durchtritt von Tropfwasser aus dem Feuchthaltekanal in den Fussteil 7 erlauben.
Das obere Ende des Feuchthaltekanals ist mit einer kreisförmigen Abdeckplatte 15 aus wasserdurchlässigem Werkstoff, wie z. B. aus Kunststoffschaum, überdeckt, die sich mit ihren Rändern an der Innenwand des obersten Bepflanzbehälters 1 abstützt. Die Abdeckplatte 15 weist eine mittige hoffnung auf, die zur Führung einer in Fig. 1 mit unterbrochenen Linien eingezeichneten, mit ihrem unteren Ende im Zentrierstutzen 9 eingesteckten Stange 17 dient. Beim Fehlen der Stange 17 kann die mittige Öffnung der Abdeckplatte 15 auf bekannte Weise mit einer nicht dargestellten Tonscherbe überdeckt werden.
In der Ausführungsform der Fig. 2 haben die drei Bepflanzbehälter 101 die Form eines Zylindermantels, der beispielsweise aus Eternit hergestellt ist.
Ein Wandabschnitt des Bepflanzbehälters 101 ist mit Durchbrüchen 105 versehen. An diesem Wandabschnitt ist eine schwalbennestartig nach aussen abstehende Schale 104 angeformt. Ferner weist der Bepflanzbehälter 101 an seinem unteren Ende einen kurzen, gleichachsig nach unten abstehenden Stutzen 103 auf. Der Aussendurchmesser des Stutzens 103 ist etwas kleiner als der Innendurchmesser des Zylindermantels des Bepflanzbehälters 101, so dass alle Bepflanzbehälter 101 zur Bildung eines Turms übereinandergestapelt werden können. Der in senkrechter Richtung durch gehende, innere Hohlraum des Turms ist mit Blähtonkugeln 106 gefüllt, deren Durchmesser vorzugsweise grösser ist als die Breite der Durchbrüche 105. Der mit den Kugeln 106 gefüllte Hohlraum bildet so einen Feuchthaltekanal.
Am unteren Ende weist der Bepflanzturm der Fig. 2 einen topfartigen Fussteil 107 auf. Dieser hat eine zylindrische Seitenwand 108, die denselben Innendurchmesser, aber eine grössere Höhe hat als der Zylindermantel des Bepflanzgefässes 101. Die von der Seitenwand 108 begrenzte, kreisförmige Bodenplatte weist eine mittige Bodenöffnung 109 auf. Diese wird im Innern des Pflanzturms von einem nach oben abstehenden Stutzen 110 umgeben.
Ein Wandabschnitt der Seitenwand 108 weist am unteren Ende Durchbrüche 113 auf, deren Breite vorzugsweise kleiner ist als der Durchmesser der Blähtonkugeln 106. Diesem Wandabschnitt ist eine Schale 114 angeformt, die denselben Grundriss wie die schwalbennestartige Schale des Bepflanzgefässes 101, jedoch einen flachen Boden und senkrechte Seitenwände hat.
Die Durchbrüche 113 erlauben den Durchtritt von Tropfwasser aus dem Feuchthaltekanal in die Schale 114, die als Wasserauffanggefäss dient.
Das obere Ende des Feuchthaltekanals ist durch den durchbrochenen Bodenteil einer Abdeckschale 115 überdeckt, die aus demselben Werkstoff wie die Bepflanzbehälter 101 gefertigt sein kann. Die Abdeckschale 115 stützt sich auf die Oberkante des obersten Bepflanzbehälters 101 ab und hat eine mittige Boden öffnung 118.
Die Bodenöffnungen 109, 118 dienen zur axialen Führung eines Rohrs 117, mit dessen Hilfe der ganze Bepflanzturm bei Bedarf in Achsrichtung verspannt werden kann. Im letztgenannten Falle muss die Boden öffnung 109 des Fussteils 107 mittels einer nicht dargestellten Dichtungsscheibe flüssigkeitsdicht abgedichtet werden. Beim Fehlen des Rohrs 117 erfolgt diese Abdichtung durch einen elastischen Stopfen oder dergleichen.
Der Zusammenbau benötigt nach den obigen Ausführungen keine Erläuterung. Vor dem Bepflanzen werden die freien Abteile der Bepflanzbehälter 1 bzw.
der Schalen 104 der Bepflanzbehälter 101 und der Abdeckschale 115 mit Humus, Torfmull oder einen anderen Nährsubstrat gefüllt, wobei in der üblichen Weise ein Giessrand vorzusehen ist. Das Nährsubstrat muss aber die Durchbrüche 3, 103 überdecken, um die durch Verdunstung bedingten Feuchtigkeitsverluste nicht unnötig zu vergrössern. Die Bewässerung des ganzen Turms erfolgt im allgemeinen durch Begiessen des Nährsubstrats im obersten Bepflanzgefäss 1 (Fig. 1) bzw. der Abdeckschale 101 (Fig. 2). Dabei saugen sich die Blähtonkugeln 6, 106 im Feuchthaltekanal mit Wasser voll, während sich das überschüssige Wasser im Fussteil 7, 107 sammelt. Die Blähtonfüllung verteilt die Feuchtigkeit gleichmässig über sämtliche Bepflanzbehälter 1, 101 eines Turms und bewirkt eine Regulierung des Feuchtigkeitsgehalts über längere Zeiträume.
Wahlweise kann der Bepflanzturm auch durch Zulaufenlassen von Wasser in den Fussteil oder durch Verbindung des Fussteils mit einem Wassergefäss, wie z. B.
einem Wasserbecken, bewässert werden. Blähton weist nämlich auch eine hervorragende Kapillarwirkung auf, wodurch Aufstieg und Verteilung des Wassers im Feuchthaltekanal gefördert werden.
Ein Vorteil der beschriebenen Ausführungsformen besteht darin, dass sie die Bewässerung vereinfachen und den Arbeitsaufwand dafür auf ein Mindestmass verringern. Der beschriebene Bepflanzturm weist nämlich wegen der hohen Porosität des Blähtons ein erheblich gesteigertes Wasseraufnahme- und Wasserverteilungsvermögen auf, so dass ein einmal zugeführter Wasservorrat über längere Zeiträume ausreicht. Dem unterschiedlichen Wasserbedarf bzw. der unterschiedlichen Empfindlichkeit verschiedener Pflanzen gegenüber Wassermangel lässt sich auf einfache Weise dadurch Rechnung tragen, dass man sie nach Massgabe ihres Wasserbedarfs in der Reihenfolge übereinander anordnet, die dem Strömungsweg des Giesswassers entspricht.
Der verringerte Arbeitsaufwand ergibt sich daraus, dass der Bepflanzturm bei strömungsmässiger Verbindung mit einem Wassergefäss überhaupt nicht, beim Fehlen derselben in grösseren Zeitabständen nur von oben bewässert werden muss. Es kann daher auch nicht vorkommen, dass einige Pflanzen eines Bepflanzturms in ihrem Wachstum zurückbleiben oder verdorren, da sie bei der Bewässerung übergangen oder benachteiligt worden sind. Der verringerte Zeitaufwand beim Bewässern der beschriebenen Ausführungsformen erfolgt also nicht auf Kosten der Pflanzenentwicklung, sondern es wird im Gegenteil auf einfachste Weise für eine Regulierung der Wasserzufuhr zu sämtlichen Pflanzen Bepflanzturms Vorsorge getroffen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Blähton im Gegensatz zu anderen Füllstoffen sehr leicht und billig, vor allem aber verrottungsfest und formbeständig ist. Der ursprüngliche Wirkungsgrad bleibt über lange Zeiträume erhalten; es sind keine aufwendigen Wartungsarbeiten erforderlich und es treten auch keine Unterbrechungen in der Wasserzufuhr zu den oberen Bepflanzbehältern auf, die auf einem Zusammensinken des Feuchtigkeitsregulators beruhren.
Diese Unterbrechungen sind gewöhnlich von aussen nicht erkennbar und äussern sich erst durch das Zurückbleiben des Wachstums in den betroffenen Bepflanzbehältern.
Die Stange 17 bzw. das Rohr 117 dient als Tragstange für ein Hinweisschild, einen Sonnenschirm, eine Lampe, eine Vogelsitzstange, einen Springbrunnen oder dergleichen. Wenn das Gewicht des zu tragenden Gegenstands die Stabilität des Bepflanzturms gefährdet, kann die Stange 17 bzw. das Rohr 117 mittels bekannter Befestigungsmittel mit mindestens der oberen Begren zungsplafte des Feuchthaltekanals verbunden werden.
Bei der Befestigung an beiden Begrenzungsplatten in der in Fig. 2 mit unterbrochenen Linien angedeuteten Art wird gleichzeitig der ganze Bepflanzturm in Achsrichtung verspannt. Der axiale Hohlraum des Rohrs 117 kann bei dieser Ausführungsform die elektrischen Leitungen aufnehmen, die zur Energieversorgung der Lampe oder des Springbrunnens erforderlich sind.
Die Ausführungsform der Fig. 2 hat den weiteren Vorteil, dass der Fussteil 114 in bezug auf den Feuchthaltekanal unsymmetrisch ausgebildet ist. Auf Grund dieser Unsymmetrie kann der Bepflanzturm raumsparend an eine Wand oder in eine Ecke gestellt werden.
Ein weiterer Vorteil der Ausführungsform der Fig. 2 besteht darin, dass die obere Abdeckung des Feuchthaltekanals durch eine Abdeckschale erfolgt, die auch gesondert als Pikierschale oder für andere Zwecke verwendet werden kann.
Die benachbarten Bepflanzbehälter sind in Fig. 1 und 2 aus Darstellungsgründen je um 1800 gegenein ander versetzt. Sie können aber um beliebige Winkel gegeneinander versetzt und somit unsymmetrisch zur Längsachse erstellt werden, was aus ästhetischen Gründen oft vorgezogen wird.
Am Boden der oberen Abdeckung des Feuchthaltekanals können Nährstoffe in schwerlöslicher Form ausgebreitet werden. Diese werden vom Giesswasser allmählich über den ganzen Bepflanzturm verteilt. Wahlweise können die Nährstoffe auch dem Blähton vor dem Brennen zugesetzt werden. Bei der sehr langsamen, oberflächlichen Verwitterung der Blähtonkugeln werden diese Nährstoffe frei und vom Giesswasser allmählich über den ganzen Bepflanzturm verteilt. Es ist auch zu beachten, dass der Ton als solcher bereits eine ganze Anzahl von Elementen enthält, die für viele Pflanzen lebenswichtig sind.
Obwohl der Feuchthaltekanal in den Ausführungsformen der Fig. 1 und 2 die Form eines senkrechtstehenden Zylinders hat, ist die Formgebung keinerlei Beschränkungen unterworfen. Auch der Bepflanzbehälter kann beispielsweise wie ein Prismenmantel geformt sein, und sein Verbindungsstutzen kann nach oben anstatt nach unten abstehen. Ferner können die Zwischenräume zwischen den Granulat-Teilchen mit anderem Werkstoff, wie z. B. mit Torfmull, ausgefüllt sein, ohne dass die Formhaltigkeit der Säule dadurch ungünstig beeinflusst wird. Das Granulat selbst kann auch aus einem anderen Werkstoff mit offenen Poren bestehen, wie z. B. aus Kunststoffschaum. Die Schäume vieler stickstoffhaltiger Kunststoffe geben bei der oberflächenlichen Zersetzung Stickstoffverbindungen ab, die die Plfanzenentwicklung fördern.
Schliesslich können die zur Aufnahme der Pflanzen bestimmten Abteile der Bepflanzbehälter mit denselben Werkstoffen gefüllt werden wie der Feuchthaltekanal.
Im letztgenannten Fall verringern sich Herstellungsaufwand und Preis des Bepflanzungsturms nach Fig. 2, da die durchbrochenen Wandabschnitte der Bepflanzbehälter 101 fortfallen können.