Einrichtung zum Zählen der Druckexemplare bei einer Rotationsdruckmaschine
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Zählen der Druckexemplare bei einer Rotationsdruckmaschine.
Um bei einer Rotationsdruckmaschine die genaue Zahl der Auflage feststellen zu können, ist es nötig, die Anzahl der während des gesamten Druckvorganges, insbesondere beim Anlaufen des Druckes, beim Rollenwechsel, bei einem Papierbruch usw. anfallenden Ausschussexemplare, die Makulaturen, zu kennen. Häufig benutzt man eine am Falzapparat installierte Zähleinrichtung, um die Anzahl der den Falzapparat verlassenden, fertig gefalzten Druckexemplare zu registrieren, wobei der Falzapparat nach je zehn Umdrehungen, die zehn durch den Falzapparat gelaufenen, gefalzten Druckexemplaren entsprechen, das Zählwerk der Zählereinrichtung um eine Zahl weiterschaltet. Sein Zählwerk gibt also an, wieviel Partien zu je zehn Stück den Falzapparat durchlaufen haben.
Hierbei werden von den aufeinanderfolgenden Druckexemplaren ausgelöste Impulse in einem Impulsgeber verarbeitet, der nach je zehn Druckexemplaren einen Impuls an das besagte Zählwerk liefert. Nach beendetem Druck der Auflage wird dieses wieder auf Null gestellt, um für die Zählung der nächsten Auflage bereit zu sein. Diese Zählung ist aber nur dann richtig, wenn die Papierzufuhr an der Rotationsdruckmaschine oder der Papierdurchlauf nicht unterbrochen sind, wenn also kein Rollenwechsel vorgenommen wurde oder kein Papierbruch auftrat. Sonst zählt nämlich der ununterbrochen weiterlaufende Falzapparat auch die infolge der genannten Störungen ausgebliebenen Exemplare. Darüber hinaus werden aber auch alle anfallenden Makulaturen mitgezählt. Die Zähleinrichtung zeigt also nach beendetem Druck zuviel an.
Die Abweichung der genauen Auflage der guten Druckexemplare von der durch die Zähleinrichtung angezeigten Zahl kann unter Umständen beträchtlich sein.
Auch wenn man die Makulaturen zählt, bleibt immer noch eine Differenz zur tatsächlichen Anzahl der guten Exemplare bestehen, die schwer abzuschätzen ist.
Um die geforderte Auflage tatsächlich zu erzeugen, muss daher ein genügend bemessener Sicherheitszuschlag vorgesehen werden. Da zudem übrigbleibende Exemplare dem Auftraggeber in der Regel nicht verrechnet werden können, ist diese Schätzung nicht sehr befriedigend.
Bei einer weiteren bekannten Einrichtung durchlaufen die aus dem Falzapparat kommenden Druckexemplare einen Aufstossapparat, innerhalb dessen sie automatisch gezählt werden. Damit die anfallenden Makulaturen nicht mitgezählt werden, müssen sie vor dem Aufstossapparat ausgeworfen und von Hand separat abgebündelt werden.
Hierbei ist es aber schwierig, besonders bei den heutigen schnellaufenden Maschinen, alle Makulaturen vor dem Aufstossapparat auszuscheiden. Dies wäre nur mit grossem Aufwand möglich. Es bleibt daher einer Nachkontrolle hinter dem Stapler überlassen, in den Aufstossapparat durchgerutschte Makulaturen nachträglich auszulesen und zu zählen. Die Nachteile dieser Methode sind also im wesentlichen die gleichen wie bei der erstgenannten Einrichtung.
Mit der vorliegenden Erfindung soll eine Einrichtung geschaffen werden, die die Nachteile der heute üblichen Einrichtungen nicht aufweist. Sie soll eine zuverlässige Trennung der Makulaturen von den Gutexemplaren gewährleisten und eine fortlaufende Zählung der letzteren gestatten, ohne dass zur Feststellung der Auflage erst gezählt und gerechnet werden muss.
Die erfindungsgemässe Einrichtung besitzt eine Zählvorrichtung zur Anzeige der Umdrehungen eines der Druckmaschine nachgeschalteten Falzapparates und ist gekennzeichnet durch eine weitere Zählvorrichtung mit einem Zählwerk zur Anzeige der vom Falzapparat ausgebrachten Gutexemplare, durch eine Farbspritzeinrichtung zum Versprühen von Markierfarbe zwecks Kennzeichnung von Makukaturen, sowie durch Steuermittel zum Ein- und Ausschalten des Zählvorgangs am Zählwerk und des Sprühvorgangs an der Farbspritzeinrichtung, derart, dass während des Zählvorgangs der Sprühvorgang unterbrocheb und während des letzteren der Zählvorgang unterbrocheb ist,
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Einrichtung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht der Einrichtung in Zusammenarbeit mit dem Falzapparat und der Stapeleinrichtung und
Fig. 2 eine schematische Ansicht der Einrichtung in grösserem Massstab.
In Fig. 1 bezeichnet 1 das Gehäuse, das den Falzapparat enthält. Die aus dem Falzapparat kommenden Druckexemplare 2 werden in einem Schuppenstrom auf ein Auslegerband 3 abgelegt und nach aussen zur Kontrolle durch den Drucker und weiter in einem Aufstossapparat 4 mit einem Zählwerk für die Paketbildung geführt, die sie auf einem Förderband 5 in Form von Stapeln 6 verlassen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung befindet sich zwischen dem Gehäuse 1 des Falzapparates und dem Aufstossapparat 4. Sie weist eine Farbspritzvorrichtung 7 auf, der aus enem Farbvehälter 8 über eine Rohrleitung 9 Farbe zugeführt wird (siehe Fig. 2). Die Farbspritzvorrichtung erhält ferner über zwei weitere Rohrleitungen 10 und 11 Druckluft. Durch die untere Leitung 10, die durch ein handbetätigbares Ventil 12 abgesperrt werden kann, wird der Spritzvorrichtung die Luft zum Farbspritzen und durch die obere Leitung 11, in der ein von einem Elektromagneten 13 betätigbares Ventil 14 vorgesehen ist, Steuerluft zugeführt, die unter einen federbelasteten Kolben 15 der Spritzvorrichtung geleitet wird, um die mit dem Kolben verbundene Düsennadel 16 gegen den Widerstand der Feder 17 von ihrem Sitz in der Düse abzuheben und damit einen Spritzvorgang auszulösen.
Zur Steuerung des Spritzvorgangs dient ein Steuerkasten 18. Dieser besitzt zwei Schalter 19, 20, zwei Zählwerke 21, 22 sowie Kontrollampen 23, 24 und Schlösser 25, 26. Die Kontrollampen 23 und 24 leuchten, wenn die zugehörigen Zählwerke eingeschaltet sind, und die Schlösser 25, 26 erlauben es, die Zählwerke gegen ein missbräuchliches Einschalten zu sichern. Eine elektrische Leitung 27 führt zum Elektromagneten 13, eine weitere elektrische Leitung 28 verbindet ihn mit einem am Falzapparat installierten Impulsgeber 29, der im Takt der Umdrehungen des Falzapparates Impulse an das Zählwerk 22 liefert.
Im Betrieb der Einrichtung werden die Umdrehungen des Falzapparates ohne Rücksicht darauf, ob er gute Exemplare oder Makulatur auswirft oder leer läuft, wie bei den herkömmlichen Anlagen durch das erwähnte Zählwerk 22 angezeigt. Dieses Zählwerk 22 ist ebenso wie das zweite Zählwerk 21 doppelt vorhanden, damit bei Ausfall eines der beiden Zählwerke die Zählung nicht unterbrochen wird. Das Zählwerk 22 läuft also immer, wenn der Falzapparat in Betrieb ist. Im Gegensatz hiezu ist das Zählwerk 21 während des Betriebes der Einrichtung ein- und ausschaltbar, wozu die zwei Schalter 19 und 20 dienen.
Solange der Falzapparat Gutexemplare liefert, was der Kontrolleur am Auslegerband 3 durch den Augenschein feststellt, bleibt der rechte Schalter 20 mit der Aufschrift Gut eingeschaltet und das zugehörige linke Zählwerk 21, das ebenfalls zur Erhöhung der Ausfallsicherheit doppelt vorhanden ist, zählt die durchgelassenen guten Exemplare. Sobald aus irgendeinem Grunde Makulatur anfällt, betätigt der Kontrolleur den linken Schalter 19 mit der Aufschrift Mak , wodurch das linke Zählwerk 21 ausgeschaltet wird und der Elektromagnet 13 einen elektrischen Impuls erhält und das Ventil 14 öffnet, so dass Druckluft durch die Leitung 11 gelangt und den Kolben 15 der Farbspritzvorrichtung gegen den Widerstand der Feder 17 nach oben drückt.
Die Ventilnadel 16 wird damit von ihrem Sitz gehoben und durch die über die Leitung 10 einströmende Druckluft ein Farbstrahl 30 erzeugt, der die Makulaturen gut erkennbar markiert, so dass sie durch das Personal am Paketausleger leicht aussortiert werden können. Wie gesagt, ist dabei das die Gutexemplare registrierende linke Zählwerk 21 ausgeschaltet. Sobald der Falzapparat wieder gute Exemplare liefert, drückt der Kontrolleur den rechten Schalter 20 ( Gut ), worauf das elektromagnetisch betätigte Ventil 14 die Luftzufuhr über die Leitung 11 in die Farbspritzvorrichtung absperrt, so dass diese ausgeschaltet wird und gleichzeitig das linke Zählwerk 21 beginnt, weiter die durchgelaufenen Exemplare zu summieren.
Es ist ausserdem eine Vorrichtung vorgesehen, die bei einem Papierriss oder während des Anlaufens der Druckmaschine, bis die ersten gedruckten Exemplare passerhaltig sind, d. h. bis sich die Drucke der Farbformen richtig überdecken, das Zählwerk 21 für die Gutexemplare automatisch ausgeschaltet und die Farbspritzvorrichtung eingeschaltet hält. Die Farbspritzvorrichtung wird allerdings erst eingeschaltet, sobald das erste bedruckte Exemplar auf das Auslegerband und unter die Spritzvorrichtung gelangt. Sobald der Kontrolleur die ersten Gutexemplare feststellt, wird durch Betätigen des rechten Schalters 20 der Gutzähler 21 eingeschaltet und gleichzeitig die Farbmarkierung ausgeschaltet.
Die Ablesung am linken Zählwerk 21, dem Gutzähler, ergibt also die Anzahl der jeweils bereits gedruckten guten Exemplare. Es lässt sich also die Einhaltung der Auflagenziffer mit bisher nicht genannter Genauigkeit kontrollieren. Das zweite Zählwerk 22 gibt die gesamte Anzahl der Maschinenumdrehungen an, und die Differenz aus den beiden vorgenannten Anzeigen entspricht der Anzahl der Makulaturexemplare und der bei einem Papierbruch ausfallenden Exemplare.
Der oben beschriebene Vorgang der Schalterbetätigung für das Ausschalten und Auslösen des Gutzählwerks 21 bzw. Ein- und Ausschalten der Farbmarkierung läuft in gleicher Weise bei einem Rollenwechsel ab.
Wenn der Kontrolleur während eines solchen feststellt, dass das Register nicht mehr stimmt, wird der Schalter 21 ( MAK ) eingedrückt und damit die Gutzählung aus- und die Farbmarkierung eingeschaltet. Die Makulatur wird wie üblich auf einer eigens dafür bestimmten Palette gestapelt. Sobald sich die neue Bahn eingelaufen hat, das Register also wieder stimmt, wird die Farbmarkierung abgestellt und die Gutzählung in Gang gesetzt.
Gleicherweise verfährt der Kontrolleur beim Auftreten von Fehldrucken und bei einem Bahnriss oder allen sonstigen Störungen oder Unregelmässigkeiten des Betriebsablaufes, die zu Makulaturen führen oder bei denen der Druck überhaupt ganz aussetzt.
Falls die Anzeige des Gutzählwerkes die gewünschte Auflagenhöhe anzeigt, eine Nachkontrolle aber Feinmakulaturen festgestellt hat, d. h. Exemplare mit Passerdifferenzen oder Rakelstrichen, so erlaubt dieses Zählverfahren ein zahlenmässig genau erfassbares Nachdrucken. Dies war mit den bisher verwendeten Verfahren und Einrichtungen nicht möglich.