Wendevorrichtung in einer Förderanlage zur kontinuierlichen Förderung von Gegenständen
Die Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung in einer Förderanlage zur kontinuierlichen Förderung von Gegenständen, die von etwa quaderförmiger Gestalt sind und von einer Eingangsbahn auf eine zu derselben mindestens angenähert parallele Ausgangsbahn gebracht werden sollen, unter Ausführung einer Wendung von mindestens angenähert 900, so dass die Längsdimension jedes Gegenstands auf der Ausgangsbahn quer zu derselben gerichtet ist. Derartige Wendevorrichtungen werden namentlich in Verpackungsmaschinen benützt, um Gegenstände zu wenden, die bereits in eine Verpackungsfolie eingewickelt sind, welche aber noch stirnseitig gefaltet und verklebt oder mit Vignetten versehen werden sollen.
Die hierzu erforderlichen Falt- und Kleborgane können dann einfach auf beiden Seiten der Ausgangsbahn angeordnet werden. In relativ langsam arbeitenden Maschinen, in welchen die in Entstehung begriffenen Pakete schrittweise vorgeschoben werden, bietet die Ausbildung von geeigneten Wendevorrichtungen keine Schwierigkeiten.
Anders verhält es sich, wenn die Pakete kontinuierlich gefördert werden, zumal es sich dann um Förderanlagen hoher Leistung handelt. Werden die Pakete oder eventuell andere zu wendende Gegenstände am Ende der Eingangsbahn auf einer Wendeplatte abgestellt, die dann um 900 gedreht wird und von der sie auf die Eingangsbahn gebracht werden, so sind sehr grosse Verzögerungen und Beschleunigungen der beweglichen Organe der Wendevorrichtung erforderlich, so dass dieselben einer starken Abnützung unterworfen sind; zudem braucht eine solche, recht komplizierte, teure und lärmige Konstruktion auch viel Platz.
Zur Vermeidung dieser Nachteile zeichnet sich die Wendevorrichtung nach der Erfindung dadurch aus, dass seitliche Wendeführungen vorgesehen sind, die sich an seitliche Führungen der Eingangsbahn anschliessen, auf der die Gegenstände durch Mitnehmer kontinuierlich gefördert werden, dass weitere seitliche Wendeführungen vorgesehen sind, die sich an seitliche Führungen der Ausgangsbahn anschliessen, und dass ein Mechanismus vorgesehen ist, der einen Stab aufweist, welcher periodisch im Rhythmus der Gegenstandszufuhr auf der Eingangsbahn eine kombinierte Translations- und Rotationsbewegung ausführt und sich dabei längsseitig an den durch die eingangsseitigen Wendeführungen bereits teilweise gewendeten Gegenstand anlegt und unter Mitwirkung des genannten eingangs- und ausgangsseitigen Wendeführungen dessen Wendung vervollständigt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstands schematisch dargestellt. Es ist:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Wendevorrichtung;
Fig. 2 ein Schnitt gemäss Linie II-II von Fig. 1;
Fig. 3 ein Schnitt gemäss Linie III-III von Fig. 1, und
Fig. 4 eine weitere Draufsicht auf die Wendevorrichtung in einer anderen Arbeitslage.
Die dargestellte Wendevorrichtung 1 ist dazu bestimmt, quaderförmige Pakete 2, die derselben auf einer geradlinigen Eingangsbahn 3 zugeführt werden, so auf eine geradlinige Ausgangsbahn 4 zu bringen, dass die auf der Eingangsbahn 3 in der Förderrichtung liegende Längsdimension der Pakete 2 auf der Ausgangsbahn 4 quer zur Förderrichtung liegt. Die Förderrichtungen der beiden Bahnen 3 und 4 sind im vorliegenden Fall parallel, so dass eine genaue 900 -Wendung der Pakete 2 erforderlich ist; gegebenenfalls könnte aber auch eine kleine Änderung der Förderrichtung an der Wendevorrichtung 1 vorgesehen werden.
Die Eingangsbahn 3 weist gemäss Fig. 2 einen Boden 5, eine von diesem Boden aus aufwärts ragende, seitliche Führung 6 und eine gegenüberliegende, in einem gewissen Abstand vom Boden 5 befindliche seitliche Führung 7 auf. Neben der Bahn 3 ist ein in einer Horizontalebene umlaufendes, endloses Band 8 angeordnet, das mit Mitnehmern 9 für die Pakete 2 bestückt ist, wobei diese Mitnehmer 9 unter der Führung 7 über den Boden 5 vorragen.
Die Wendevorrichtung 1 weist einen Eingangsboden 10 auf, der sich an der Stelle a-a an den Boden 5 der Eingangsbahn 3 anschliesst, eine bogenförmige seitliche Wendeführung 11, welche die Führung 6 von a bis b fortsetzt, sowie eine seitliche Wendeführung 12, welche die Führung 7 von a bis c fortsetzt und zwei entgegengesetzte Bögen 13 und 13' bildet.
Die Ausgangsbahn 4 weist gemäss Fig. 3 einen Boden 14 auf, an den sich zwei niedrige seitliche Führungen 15 und 16 anschliessen, zu denen zwei weitere Führungen 15' und 16' in einem kleinen Abstand parallel laufen.
Dieser Abstand gestattet, Mitnehmer 17, deren Enden an je einem in einer Vertikalebene umlaufenden, endlosen Band 18 befestigt sind, unter den Führungen 15' und 16' quer über dem Boden 14 anzuordnen.
Die Wendevorrichtung 1 weist auch einen Ausgangsboden 19 auf, der sich an der Stelle d-d an den Boden 14 der Ausgangsbahn 4 anschliesst, sowie eine bogenförmige seitliche Wendeführung 20, welche von d bis e die Führungen 15 und 15' verlängert, sowie eine geradlinige seitliche Wendeführung 21, die von d bis f die Führungen 16 und 16' verlängert.
Die Wendevorrichtung 1 weist schliesslich einen Kurbelschwingenmechanismus 22 auf, der aus einer Kurbel 23, einer Schwinge 24 und einem Koppelstab 25 besteht, der bei 26 bzw. 27 an die Kurbel 23 bzw. die Schwinge 24 angelenkt ist. Die Kurbel 23 sitzt auf einer Welle 28, die kontinuierlich in Synchronismus mit den endlosen Bändern 8 und 18 im Sinne des betreffenden Pfeils angetrieben wird. Die Schwinge 24 ist um einen gestellfesten Zapfen 29 schwenkbar. Der Koppelstab 25 ist über seinen Anlenkpunkt 27 an der Schwinge 24 verlängert.
Bei der Drehung der Kurbel 23 führt der Koppelstab 25 eine komplizierte, aus Translation und Rotation zusammengesetzte Bewegung aus, indem sich ein Ende desselben praktisch wie der Anlenkpunkt 26 auf einem Kreis bewegt, während sein anderes Ende sich praktisch längs der dargestellten, geschlossenen Kurve k bewegt. Ein auf der Eingangsbahn 3 vorwärts bewegtes Paket 2 wird durch seinen Mitnehmer 9 zwischen den Führungen 11 und 12 weitergeschoben, bis es in die Lage 21 kommt, in welcher es bereits eine Wendung um etwa 300 erfahren hat.
In dieser Lage 21 wird es von dem Koppelstab 25 erfasst, der sich an seine hintere Längsseite legt und es zwischen der Führung 21 und dem auf den zweiten Bogen 13' folgenden Endteil der Führung 12 weiterfördert, wodurch es weiter gewendet wird, bis es schliesslich in der Lage 22 von Fig. 4 um volle 900 gewendet worden ist. Nun wird es von einem auflaufenden Mitnehmer 17 erfasst, der es auf die Ausgangsbahn 4 bringt und auf derselben weiterfördert. Selbstverständlich sind der Koppelstab 25 und die Schwinge 24 so flach, dass sie sich zwischen dem Boden 5 und der Führung 7, sowie zwischen den Führungen 15 und 15' bewegen können.
Damit der Kurbelschwingenmechanismus 22 eine für den vorliegenden Zweck geeignete, kombinierte Translations- und Rotationsbewegung ausführt, bei welcher der Koppelstab 25 zwischen seinen in Fig. 1 und Fig. 4 gezeigten Lagen stets an der Längsseite des von ihm erfassten Paketes anliegt, ist es notwendig, einerseits den Führungen 12, 20 und 21 etwa die gezeigte Form zu geben und andererseits auch den Mechanismus 22 etwa in der gezeigten Weise zu dimensionieren. Bezeichnet man die wirksame Länge der Kurbel 23 mit r, so beträgt der Abstand der Anlenkpunkte 26 und 27 des Koppelstabes 25 angenähert 2r, die wirksame Länge der Schwinge angenähert 2,5r und der wirksame Abstand zwischen der Welle 28 und dem Zapfen 29 angenähert 3,5r.
Eine ähnliche kombinierte Translations- und Rotationsbewegung könnte man natürlich auch auf andere Weise erzielen, z.B. dadurch, dass man einen Arm schwenkbar auf einem Schieber lagert und dem Schieber in bezug auf das Gestell eine vorbestimmte Translationsbewegung, dem Stab aber in bezug auf den Schieber eine vorbestimmte Schwenkbewegung erteilt. Ein derartiger Mechanismus ist aber wesentlich komplizierter als der gezeigte Mechanismus.
Die beschriebene Wendevorrichtung ist erheblich einfacher als bekannte Wendevorrichtungen, beansprucht weniger Platz und arbeitet mit kontinuierlich fördernden Eingangs- und Ausgangsbahnen auch noch bei relativ hoher Fördergeschwindigkeit in sehr befriedigender Weise. Beispielsweise können etwa 250 Pakete oder andere Gegenstände ähnlicher Form pro Minute gewendet werden. Die Vorrichtung bedarf praktisch keiner Wartung, ihre Arbeitsweise ist leicht zu übersehen und ihre Abnützung auch bei relativ hohen Geschwindigkeiten sehr gering, auch ohne Verwendung von teuren Spezialmaterialien.