Schraubenzieher
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schraubenzieher für Schrauben mit einer zentralen Öffnung, von welcher abwechslungsweise radial gerichtete V-förmige Nocken und Nuten mit zur Schraubenachse parallelen Seitenwänden ausgehen.
Schrauben dieser Art besitzen eine am Schraubenkopf eingedrückte, zum Eingriff eines Schraubenziehers dienende Einsenkung, die aus einem Mittelhohiraum besteht, von dem in gleichen Winkel abständen voneinander angeordnete Nuten ausgehen, in welche vom Schraubenzieher radial nach aussen abstehende Flügel einzugreifen bestimmt sind.
Der erfindungsgemässe Schraubenzieher ist gekennzeichnet durch einen mittleren Kern und mehrere davon radial abstehende Flügel, deren Seitenflächen über ihren ganzen Bereich im wesentlichen parallel zur Längsachse des Schraubenziehers liegen und deren Dicke bemessen ist, um bei Arbeitseingriff zwischen Schraubenzieher und einer für diesen bestimmten Schraube ein Spiel von höchstens 0,025 mm zwischen den Seitenwänden der genannten Nuten und den Seitenflächen der Schraubenzieherflügel zu erhalten.
Auf diese Weise wird der erforderliche Halt des Schraubenziehers in der Ausnehmung des Schraubenkopfes allein durch den Eingriff der Flächen der Flügel an denen Ider Nuten erreicht, ohne dass am Schraubenzieher weitere Elemente zur Verbesserung seines Haltes in der genannten Einsenkung am Schraubenkopf nötig sind.
Im folgenden wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung erläutert. Darin zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf den Kopf einer Schraube nach dem Schweiss. Patent Nr. 451 605,
Fig. 2 und 3 Seiten- bzw. Endansichten des Arbeitsteiles des nach der Erfindung ausgebildeten Schrauben ziehers,
Fig. 4 die Spitze des Schraubenziehers nach den Fig. 2 und 3 in Eingriff mit dem Schraubenkopf nach Fig. 1, wobei die Spitze des Schraubenziehers geschnitten dargestellt ist, und
Fig. 5 ein Schnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 4.
Zunächst ist in Fig. 1 in Draufsicht der als Rundkopf ausgebildete Kopf einer Schraube nach dem genannten Patent Nr. 451 605 dargestellt, die aus Stahl hergestellt ist. Der Kopf ist mit 20 bezeichnet, und die den Schraubenzieher aufnehmende eingedrückte mittlere Ausnehmung ist mit 21 bezeichnet. Hinsichtlich der Ausbildung dieses Schraubenkopfes wird auf die Fig. 6-10 der erwähnten Patentschrift verwiesen. Danach weist die Ausnehmung 21 vier sich radial erstreckende und die Flügel des Schraubenziehers aufnehmende Nuten 23 auf, die kreuzförmig angeordnet sind. Zwischen je zwei Nuten 23 ist eine im allgemeinen V-förmig gestaltete Kerbe 24 vorgesehen.
Jede Nut 23 weist zwei Seitenwände 25 und 26 auf, die im wesentlichen vertikal ausgebildet sind und der Ausnahme des Drehmomentes im Sinne eines Einbzw. Herausschraubens der Schraube dienen, wenn ein entsprechender Schraubenzieher mit seinen Flügeln in die Nuten eingreift und gedreht wird.
Jede der Seitenwände 25 und 26 einer jeden Nut 23 ist eben, wobei die ein im Sinne einer Einschraubung wirkendes Drehmoment aufnehmende Seitenwand 25 leicht hinterschnitten ist, so dass die Seitenwand sich von der Nut 23 sich in Richtung auf die Spitze der Schraube wegneigt. Der Neigungswinkel dieser Hinterschneidung ist geringer als ein Winkelgrad und beträgt vorzugsweise 20 Winkelminuten bezüglich einer senkrechten Ebene, welche parallel zur Schraubenachse verläuft.
Diese geringfügige Neigung der Seitenwand 25 bezüglich einer die Längsachse der Schraube enthaltenden Ebene dient dazu, die Tendenz des Schraubenziehers, bei Anwendung von Drehmoment aus der Schraube axial herauszukommen, zu vermindern.
Um erforderlichenfalls das Herausziehen des Schraubenziehers aus den Kreuzschlitzen der Schraube zu erleichtern, ist die Seitenwand 26 einer jeden Nut des Schraubenkopfes parallel oder zumindest im wesentlichen parallel zur gegenüberliegenden Nutwandung 25 geneigt, wobei bei einer bevorzugten Ausführung der Neigungswinkel zwischen einer Vertikalebene, welche die Längsachse der Schraube enthält, etwa 20 beträgt.
Die Kerben 24 sind beim Herstellen des Kopfes durch den Stauchvorgang erzeugt, wobei bei diesem Stauchvorgang auch die Oberfläche des Kopfes 20 gebildet wird, auf welcher die Eindrückungen 32 in die Kerben 24 münden. Die Kerben und die Eindrückungen dienen zusammen dazu, dem Metallschwund entgegenzuwirken, der bei dem Drücken des Kreuzschlitzes entsteht.
In den Fig. 2 und 3 ist das vordere, mit den Schrauben in Eingriff kommende Teil des Schraubenziehers dargestellt. Die Spitze trägt das Bezugszeichen 49, während der Schraubenzieher insgesamt mit 48 bezeichnet ist. Die Spitze weist einen Kern 50 auf, der mit vier unter gleichem Winkelabstand angeordneten radial weisenden Flügel 51 ausgestattet ist. Jeder dieser Flügel 51 dient dem Eingriff in eine der vier Nuten 23 der Ausnehmung 21 im Schraubenkopf.
Die Spitze 49 des Schraubenziehers entspricht im wesentlichen der Ausbildung dem Stauchstempel, der zur Herstellung der Schraube verwendet wird, mit der Ausnahme, dass die Flügel derart ausgebildet sind, dass das oben erwähnte Spiel zwischen den Flügeln 51 und den Seitenwandungen 25 bzw. 26 der Nuten besteht.
Bei dem Schraubenzieher nach der Erfindung sind die mit den Kerben in Eingriff gelangenden Rippen fortgelassen, die bei dem Schraubenzieher nach dem Patent Nr. 464 117 zwischen je zwei Flügeln 51 vorgesehen sind.
An den entsprechenden Stellen zwischen den Flügeln 51 ist das Werkzeug mit je einer sich in Längsrichtung erstreckenden Kehle 53 mit etwa rechtwinkeligem Querschnitt ausgebildet, wie ;dies aus den Fig. 3 und 4 deutlich sichtbar ist. Die beiden Seiten der jeweiligen Kehlen sind von den umfangsmässig gegenüberliegenden Seitenflächen 54 bzw. 55 von je zwei nebeneinanderliegenden Flügeln 51 gebildet.
Jede dieser Kehlen 53 kann von einem Fräskopf mit einem Schneidwinkel von im wesentlichen 900 hergestellt werden, wobei der tatsächliche Schneidwinkel um wenig grösser als 900 sein kann, so dass die Flügel 51 des Schraubenziehers mit den Seitenwänden 25 und 26 der Nuten im Schraubenkopf zusammenpassen.
Der Schraubenzieher ist hinsichtlich der Anordnung der Flügel 51 etwas unsymmetrisch. Diejenige Oberfläche 54 eines jeden Flügels, welche zur Übertragung des zum Einschrauben der Schraube erforderlichen Drehmomentes dient, ist gegenüber einer Ebene Ml-Ml bzw. M2-M2 (siehe Fig. 3, welche als Mittelebenen durch die Flügel betrachtet werden können und jedenfalls die Längsachse A-A des Schraubenziehers enthalten, um genau denjenigen Winkel geneigt, um den die zur Übertragung des Drehmoments im Einschraubungssinne dienende Seitenwand 25 in der Schraube bezüglich der Senkrechten geneigt ist, so dass, wenn ein Drehmoment im Sinne einer Einschraubung übertragen wird, die Oberflächen 54 am Schraubenzieher und die Oberflächen 25 an der Schraube Fläche an Fläche anliegen.
Die jeweils andere Fläche eines jeden Flügels, nämlich die Fläche 55 ist um denselben Winkel bezüglich der Ebenen M1-M1 oder M2-M2 geneigt, wie der Neigungswinkel der Seitenwand 26 bezüglich der Längsebene ist, so dass, wenn im Sinne eines Herausschraubens der Schraube ein Drehmoment übertragen wird, nunmehr hier eine flächige Anlage der Flächen 55 und der Flächen 26 der Nuten 23 vorliegt.
Diese etwas unsymmetrische Anordnung der beiden Flächen eines Flügels 51 ist in Fig. 5 dargestellt.
Der Umfang des Fräsers zur Ausbildung der Basis einer jeden Kehle 53 kann flach sein oder eine sich im Querschnitt nach Art eines weit geöffneten grossen V darstellen. Wenn der Schraubenzieher vier Flügel 51 aufweist, die symmetrisch um den Kern 50 angeordnet sind, und wenn die Schnittlinien, die die beiden Seitenflächen eines jeden Flügels mit einer zur Längsachse waagrechten Ebene bilden, im wesentlichen parallel sind, wie dies in Fig. 4 gezeigt ist, dann ist der Eckwinkel einer jeden Kehle 53 etwa 900, was den Vorteil bietet, dass man zur Herstellung der Kehlen und damit der Flügel einen einfacheren Fräser zum Schneiden von 900 Kerben verwenden kann.
Der Schraubenzieher wird mit solchen Abmessungen hergestellt, dass bei Eingriff in den entsprechenden Schlitz der Schraube nach dem genannten Patent die Oberflächen der Flügel bezüglich der Seitenwände der Nuten im Schraubenkopf ein Spiel haben, welches kleiner ist, als dies beim Schraubenzieher nach dem Patent Nr. 461 117 der Fall ist. Im vorliegenden Fall wird ein Spiel zwischen 0,025 und 0,0125 mm verwendet. Der Mindestspiel-Wert von 0,0125 mm ist dadurch aus der Praxis gewonnen worden, dass man festgestellt hat, dass bei kleineren Werten das Herausziehen des Schraubenziehers aus dem Schraubenkopf schwer wird.
Der Höchstwert für dieses Spiel, nämlich 0,025 mm ergibt sich daraus, dass man bei grösserem Spiel Rippen zwischen den Flügeln vorsehen muss, um sicherzustellen, dass die Achsen von Schraube und Schraubenzieher möglichst nahe beeinanderliegen und im Idealfall zusammenfallen.
Wenn man also ein Spiel zwischen den Seitenflächen der Flügel 51 und den Seitenwänden der Nuten 23 im Bereiche von 0,025 bis 0,0125 mm vorsieht, dann erhält man während des Schraubens eine genauso gute und stabile gegenseitige Halterung zwischen Schraube und Schraubenzieher, wie dies beim Schraubenzieher nach dem Patent Nr. 464 117 der Fall ist, wobei aber der zu diesem Zweck erforderliche Schraubenzieher einfacher und erheblich billiger herzustellen ist, als wenn er mit Rippen ausgestattet wäre.
Der Schraubenzieher ist weiterhin derart ausgebildet, dass seine Spitze 56, d. h. die unteren Enden der Flügel im Betrieb nicht in Eingriff mit einer der Wände in der Ausnehmung 21 des Schraubenkopfes sind.
Bei dem Schraubenzieher nach der Erfindung ist das Ineingriffkommen mit dem Schraubenkopf und die erforderliche feste Halterung zur Erzielung einer koaxialen Lage durch in Eingriffkommen zwischen den Flächen der Flügel 51 des Schraubenziehers und den Flächen der Nuten 23 gewährleistet, einschliesslich der Umfangsflächen 57 der Flügel, an der Stelle, wo diese an ihren unteren Enden in die Spitze 56 des Schraubenziehers übergehen.