Verfahren zur Herstellung von Filterstäben für Tabakwaren sowie hiernach hergestellter Filterstab
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Filterstäben für Tabakwaren, insbesondere für Zigaretten, und zwar auf solche Filterstäbe, die mindestens einen Anteil von zellulosehaltigen natürlichen und/ oder künstlichen Faserstoffen enthalten. Ferner betrifft die Erfindung einen nach diesem Verfahren hergestellten Filterstab.
Unter den bekannten Filtern für Tabakwaren und insbesondere Zigaretten bilden jene eine besondere Klasse, bei denen Kohle in geeigneter Form im Filter vorhanden ist. Bei Zigarettenfiltern handelt es sich dabei meist um sogenannte Doppel- oder Mehrfachfilter, da ein kohlehaltiges Filter nicht für das Saugende der Zigarette verwendet werden kann, dort also ein nicht kohlehaltiges Filterstück benützt werden muss.
Bei den bisher bekannten kohlehaltigen Filtern wird meist sogenannte Aktivkohle verwendet, die in hochreiner Form zur Absorption von Gasen geeignet ist. In einer Reihe von bekannten Filtern wird die Kohle als Pulver oder in feinkörniger Form auf einen Träger aufgebracht, beispielsweise auf eine zerfaserte Papierbahn oder einen Faserdocht und gelegentlich Klebemittel zur besseren Haftung der feinkörnigen Kohle auf dem Trägermaterial verwendet; derartige Kohlefilter werden meist als sogenannte Doppelfilter verwendet, bei denen der kohlehaltige Filterteil der Tabaksäule zugekehrt ist. Eine andere Bauart von Kohlefiltern verwendet grobkörniges Kohlegranulat, das meist in einer Kammer zwischen zwei nicht kohlehaltigen Filterstücken eingeschlossen ist, so dass ein Dreifachfilter entsteht.
Die Herstellung derartiger kohlehaltiger Filterstücke bereitet bedeutende Schwierigkeiten, weshalb eine ganze Reihe von Verfahren hierfür bereits vorgeschlagen wurde. Ein Nach teil besteht auch in der Notwendigkeit, dass derartige Kohlefilter in speziellen Maschinen erzeugt werden müssen, die meist nur eine geringe Produktionsgeschwindigkeit besitzen und wegen der bei ihnen auftretenden Verschmutzung in besonderen Räumen untergebracht werden müssen.
Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen, ist bereits vorgeschlagen worden, zellulosehaltige Faserstoffe wie Watte, Gewebe und lockere Filze aus Polyacrylnitril, Baumwolle, regenerierter Zellulose usw. zu verwenden und diese zu verkoken.
Es sollen hierdurch Kohlefasern hergestellt und in Filtern verwendet werden. Die Verarbeitung derartiger Kohlefasern zu Zigarettenfiltern bereitet aber die gleichen Schwierigkeiten wie die Verarbeitung von Kohlepulver oder Kohlegranulat, so dass durch diesen Vorschlag die Herstellung von kohlehaltigen Filtern nicht erleichtert wird.
Die vorliegende Erfindung stellt dagegen eine Lösung dieses Problems dar und betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Filterstäben, die mindestens einen Anteil von zellulosehaltigen natürlichen und/oder künstlichen Faserstoffen enthalten, für Tabakwaren, insbesondere für Zigaretten, und ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einem Teil der Faserstoffe vor der Verarbeitung zu Filterstäben eine Schwefelsäurekomponente beigefügt und die umhüllten Filterstäbe dann erhitzt werden, bis die Schwefelsäurekomponente mit Wasserstoff- und Hydroxilgruppen in den Faserstoffen reagiert und Kohlenstoff unter weitgehender Beibehaltung der Faserstruktur ausgeschieden wird.
Der erfindungsgemässe Filterstab für Tabakwaren, insbesondere für Zigaretten, das nach dem genannten Verfahren hergestellt wird und eine Füllung besitzt, die mindestens teilweise aus Zellulosefasern natürlicher und/oder künstlicher Herkunft besteht, ist gekennzeichnet durch den aus den Fasern ausgeschiedenen Kohlenstoff.
Die Erfindung ist nachstehend in einigen Ausführungsbeispielen anhand der in der Zeichnung gezeigten Mikrophotographie näher beschrieben, die eine längsgerillte und zerfaserte Papierbahn in 50facher Vergrösserung zeigt.
Das Verfahren sei zunächst an Filterstäben erläutert, die als Füllung eine mit Längsrillen versehene und stark zerfaserte Papierbahn enthalten, wie sie beispielsweise in den schweizerischen Patenten 331545,331197,336683, 341 106, 454714 und 484743 der Anmelderin beschrieben sind. Die Verfahren und Einrichtungen sind auf diesem Fachgebiet allgemein bekannt, weshalb es genügt zu erwähnen, dass hierbei eine faserhaltige, glatte Papierbahn, mit oder ohne vorherige Anfeuchtung, beim Durchgang durch Walzen mit ineinandergreifenden Ringrippen, mit in Längsrichtungverlaufenden Ril- len versehen und dabei in Querrichtung so stark gereckt wird, dass eine Vielzahl unzusammenhängender Längsrisse mit stark zerfaserten Rändern entsteht und sowohl die Oberseite wie auch die Unterseite der längsgerillten Papierbahn mit abstehenden Fasern bedeckt ist.
Diese zerfaserte Papierbahn wird, falls erforderlich, vom überschüssigen Befeuchtungsmittel durch Trocknung befreit und kann dann entweder unmittelbar einer sogenannten Strangmaschine zur Herstellung von Filterstäben zugeführt oder zuerst zu Bobinen aufgerollt werden, die dann an einer derartigen Strangmaschine wieder abgerollt werden zwecks Herstellung der Filterstäbe.
In diesen Strangmaschinen, die auf diesem Fachgebiet allgemein bekannt sind und keiner weiteren Beschreibung bedürfen, wird die längsgerillte und zerfaserte Papierbahn in Querrichtung zusammengerafft zu einem angenähert zylindrischen Strang mit einem Durchmesser in der Grössenordnung von etwa 8 mm, der dann mit einem dünnen Papierband umhüllt und in Filterstäbe vorbestimmter Länge unterteilt wird. Für derartige, aus längsgerillten und zerfaserten Papierbahnen hergestellte Filterstäbe kann als Ausgangsmaterial entweder ungeleimtes oder einseitig geglättetes Papier mit einem Gewicht von etwa 20-50 g/m2verwendet werden, aber auch papierartig verfertigte Zellulosewatte und sogenannte Faserbahnen, die z.B. unter dem Handelsnahmen KLEENEX bekannt sind.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird bei Verwendung von solchen papierartigen und zellulosehaltigen Faserbahnen als Füllung der Filterstäbe dieser Faserbahn vor der Verarbeitung zu Filterstäben eine Schwefelsäurekomponente beigefügt und aus der so präparierten Faserbahn umhüllte Filterstäbe in der oben kurz beschriebenen Weise erzeugt. Diese Filterstäbe werden dann sofort oder zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt auf eine solche Temperatur erhitzt, dass die Schwefelsäurekomponente mit Wasserstoff- und Hydroxylgruppen in den Zellulosefasern reagiert und Kohlenstoff unterweitgehender Beibehaltung der Faserstruktur ausgeschieden wird. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verfahrens wird verdünnte Schwefelsäure der Befeuchtungsflüssigkeit beigefügt, mit der die glatte Papierbahn vor dem Einlaufen in die Rillungswalzen befeuchtet wird.
Bei Verwendung von Wasser als Befeuchtungsmittel für eine glatte Rohpapierbahn mit dem oben angegebenen Gewicht genügt bereits die Beifügung von 0,2 bis 5 Gew. % konzentrierte Schwefelsäure zum Befeuchtungswasser, um die Papierbahn so zu präparieren, dass bei der nachfolgenden Wärmebehandlung der fertigen Filterstäbe die Ausscheidung von Kohlenstoff erfolgt. Auch bei der Verwendung von leichtflüchtigen Flüssigkeiten zur Befeuchtung der Papierbahn, also beispielsweise bei Alkohol oder Azeton, kann der Gehalt an Schwefelsäure im obengenannten Bereich liegen. Natürlich könnte auch mit viel höheren Konzentrationen in der Befeuchtungsflüssigkeit gearbeitet werden, jedoch treten danii meist unerwünschte Nebenwirkungen auf, wie eine merkliche Korrosion von Maschinenteilen usw.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die gemäss dem vorliegenden Verfahren erforderliche Schwefelsäurekomponente der bereits längsgerillten und zerfaserten Papierbahn beizufügen, beispielsweise mit Wasser verdünnte Schwefelsäure auf die Papierbahn aufluspritzen oder die Papierbahn zu tauchen und anschliessend vom überschüssigen Wasser wieder zu befreien.
Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass die erforderliche Schwefelsäurekomponente bereits bei der Herstellung des zu venvendenden Papiers aus der Pulpe beigefügt werden kann, indem beispielsweise der Pulpe etwa 1 bis 2 Gew. % konzentrierte Schwefelsäure beigefügt werden.
Wird beispielsweise von einer längsgerillten und zerfaserten Papierbahn, die auf die oben beschriebene Weise hergestellt, aber noch nicht mit einer Schwefelsäurekomponente versehen wurde, ein Stück abgeschnitten und dasselbe zur Hälfte in eine Lösung von 2 Gew. % konzentrierter Schwefelsäure in Wasser eingetaucht und anschliessend durch Trocknung vom überschüssigen Wasser befreit, so lässt sich nach erfolgter Trocknung an dem Papier praktisch kein Unterschied zwischen dem getränkten und dem nicht getränkten Teil feststellen.
Wird aber dieses zur Hälfte mit einer Schwefelsäurekomponente versehene Papier bei einer Temperatur von beispielsweise 150 C während einer Dauer von 5 Minuten erhitzt, so zeigt der nicht getränkte Teil des Papiers keine Veränderungen, aber das mit einer Schwefelsäurekomponente versehene Stück hat eine tiefschwarze Färbung angenommen und zeigt kohleartiges Aussehen. Es wird angenommen, dass die Schwefelsäurekomponente bei der Erhitzung mit Wasserstoff- und Hydroxylgruppen in den Zellulosefasern reagiert, dabei Wasser bildet, das verdampft und Kohlenstoff ausgeschieden wird. Die Faserstruktur des Papiers wird aber weitgehend beibehalten.
Die beigefügte Zeichnung zeigt in starker Vergrösserung die Grenze zwischen dem getränkten und nichtgetränkten Teil eines solchen längsgerillten, zerfaserten Papierstücks und lässt deutlich erkennen, dass die Faserstruktur bei der Kohleausscheidung tatsächlich weitgehend beibehalten wird.
Es sei darauf hingewiesen, dass die gemäss dem beschriebenen Verfahren stattfindende Reaktion keineswegs einer Verkokung des Papiers entspricht, die erst bei sehr viel höheren Temperaturen unter Abgabe von Teer und ölartigen Dämpfen erfolgt. Es wird angenommen, dass bei der beschriebenen Reaktion der Schwefelsäurekomponente nur gewisse Wasserstoffgruppen und/oder Hydroxylgruppen des Zellulosemoleküls unter Ausscheidung von Kohlenstoff zu Wasser verwandelt werden und die Molekülstruktur keine grundsätzliche Änderung erfährt. Die Reaktion findet auch statt, wenn die Erhitzung im Vakuum oder in einem Schutzgas erfolgt.
Wie das beschriebene Beispiel zeigt, würde auch die Möglichkeit bestehen, die mit einer Schwefelsäurekomponente versehene längsgerillte und zerfaserte Papierbahn bereits vor deren Verarbeitung zu umhüllten Filterstäben auf eine Temperatur zu erhitzen, die eine Ausscheidung von Kohlenstoff bewirkt. Dann würde aber ein wesentlicher Nachteil der bisher bekannten Verfahren zur Herstellung kohlehaltiger Filterstäbe in Kauf genommen werden müssen, nämlich die Tatsache, dass den Strangmaschinen bereits ein kohlehaltiges Material zugeführt wird, was zu einer Verschmutzung und häufigen Betriebsunterbrüchen wegen mangelnder Festigkeit der präparierten und erhitzten Papierbahn führen würde.
Gemäss dem vorliegenden Verfahren wird vielmehr die mit einer Schwefelsäurekomponente versehene Papierbahn zunächst in Filterstäbe verarbeitet und dann in der Füllung dieser Filterstäbe, entweder sofort oder nach beliebig langer Lagerung, durch Erhitzung - vorzugsweise auf eine Temperatur von mindestens 80" C, aber unterhalb der Verkokungstemperatur - die beschriebene chemische Reaktion bewirkt und Kohlenstoff ausgeschieden. Da hierbei die Faserstruktur in der Füllung weitgehend beibehalten wird, besitzen auch die nunmehr Kohle enthaltenden Filterstäbe praktisch die gleiche Festigkeit wie vorher und ausserdem wird die aus weissem Papier bestehende Umhüllung der Filterstäbe durch die Erhitzung nicht beeinträchtigt.
Derartige kohlehaltige Filterstäbe sind also nach dem vorliegenden Verfahren höchst einfach wie normale Filterstäbe zu erzeugen, denn die Beifügung einer Schwefelsäurekomponente zu den zellulosehaltigen Papierbahnen ist ohne Schwierigkeiten möglich und auch die Erhitzung der fertiggestellten Filterstäbe ist einfach durchzuführen, beispielsweise unter Verwendung eines auf 120 bis 150"C erhitzten Durchlaufofens, in welchem die üblichen Behälter für solche Zigarettenfilter, die etwa 4000 Stück enthalten, während einer Zeit von etwa 5 Minuten verweilen.
Durch das vorliegende Verfahren wird offensichtlich in jeder Zellulosefaser in der Molekülstruktur reiner Kohlen stoff gebildet, der keinerlei Veränderung mehr erfährt, da die ihn erzeugende Reaktion innerhalb der Füllung der betreffenden Filterstäbe nach deren Fertigstellung stattfindet. Dementsprechend weist ein derartiger kohlehaltiger Filterstab ausgezeichnete Absorptions-Eigenschaften auf und ist bezüglich seiner Wirkung auf den durchströmenden Rauch auch den bisher üblichen, hochreine Aktivkohle verwendenden Filterstäben mindestens gleichwertig, wenn nicht überlegen.
Während bei der Herstellung von kohlehaltigen Filterstäben nach den bisher bekannten Verfahren die Gefahr besteht, dass die Aktivkohle beim Herstellungsprozess der Filterstäbe durch Verunreinigungen und eine Vergiftung der porösen Oberfläche in ihrer Aktivität beeinträchtigt wird, besteht diese Gefahr beim vorliegenden Verfahren nicht, da die Filterstäbe nach erfolgter Ausscheidung des Kohlenstoffs lediglich durch Unterteilung in einzelne Filterstäbe verarbeitet werden, was natürlich keine Beeinträchtigung der Aktivität des ausgeschiedenen Kohlenstoffs verursachen kann.
Da der Kohlenstoff ausserdem durch eine chemische Reaktion an einer Vielzahl von Punkten im Gefüge jeder einzelnen Zellulosefaser ausgeschieden wird, ist eine äusserst feine Verteilung des Kohlenstoffs innerhalb des Filterstabes gewährleistet, und die entstehenden Kohlenpartikel weisen eine viel kleinere Korngrösse auf als das bei bisher bekannten Filtern verwendete Kohlepulver.
In einem Beispiel wurde eine 26 cm breite, einseitig glatte Papierbahn von 35 g Gewicht pro m2 mit Methylalkohol angefeuchtet und durch zwei mit ineinandergreifenden Ringrippen versehenen Walzen in Längsrichtung gerillt und in Querrichtung gereckt, dann vom überschüssigen Befeuchtungsmittel befreit und unmittelbar einer Strangmaschine zugeführt zwecks Erzeugung von Filterstäben mit 8,1 mm Aussendurchmesser und 66 mm Länge. Der Zugwiderstand dieser Filterstäbe wurde in der üblichen, standartisierten Weise gemessen und aus 10 Messungen der Mittelwert gebildet. Anschliessend wurden 15 mm lange Stücke von den Filterstäben abgetrennt, an einer filterlosen Zigarette montiert und in einer standardisierten Abrauchmaschine der Nikotin- und Teergehalt im Rauch hinter dem Filter ermittelt. Auch hierbei wurde ein Mittelwert aus je 10 Abrauchversuchen gebildet.
In der nachstehenden Tabelle sind die gemessenen Werte mit DICO-N bezeichnet.
Zugwiderstand Nikotin t Teer im in mm WS Rauch pro Zigarette DICO-N 92.8 14.6 mg DICO-NK 96.4 12.2 mg
In gleicher Weise und aus dem gleichen Rohpapier wurden unter Beifügung von 2 Gew. % konzentrierter Schwefelsäure zu dem Wasser für die Befeuchtung entsprechende längsgerillte, zerfaserte Papierbahnen erzeugt und hierauf Filterstäbe für Zigaretten hergestellt und auf die oben angegebene Weise untersucht. Es konnten praktisch keine Abweichungen von den für DICO-N angegebenen Werten ermittelt werden. Ein Teil der so hergestellten Filterstäbe wurde auf eine Temperatur von 1300 C während der Dauer von 4 Minuten erhitzt, dann abgekühlt und in gleicher Weise untersucht wie oben angegeben. Die Ergebnisse sind in der Tabelle unter der Bezeichnung DICO-NK wiedergegeben.
Es ist ersichtlich, dass durch den ausgeschiedenen Kohlenstoff die Faserstruktur der Füllung in den Filterstäben nicht beeinträchtigt wurde, denn der Zugwiderstand der betreffenden Filterstäbe DICO-NK hat sich nicht vermindert, sondern etwas erhöht. Die vorteilhafte Wirkung des ausgeschiedenen Kohlenstoffs im Filter zeigt sich an der Tatsache, dass nunmehr im Rauch hinter dem Filter ein um 16 % niedriger Nikotin- und Teergehalt auftritt als bei den nicht behandelten Filtern DICO-N.
Das oben unter Verwendung von zellulosehaltigen, papierartigen Faserbahnen beschriebene Verfahren ist natürlich auf dieses Fasermaterial nicht beschränkt. Es wurde vielmehr festgestellt, dass das Fasermaterial entweder mindestens einen Anteil von zellulosehaltigen natürlichen Faserstoffen oder mindestens einen Anteil von zellulosehaltigen künstlichen Faserstoffen oder mindestens einen Anteil beider Arten von Faserstoffen enthalten kann.
Die Verwendung von Faservliesen mit zellulosehaltigen künstlichen Fasern für Zigarettenfilter ist bereits bekannt, beispielsweise aus den schweizerischen Patenten 351527, 356062 und 369056. Bei der Verarbeitung derartiger Faservliese zu Filterstäben kann ähnlich wie oben bereits beschrieben, dem Fasermaterial eine Schwefelsäurekomponente beigefügt werden, beispielsweise durch Aufsprühen von verdünnter Schwefelsäure und anschliessender Beseitigung überschüssigen Wassers durch Trocknung.
Werden derart hergestellte Filterstäbe einer Wärmebehandlung während der Dauer von 3 bis 6 Minuten bei einer Temperatur von über 80" C aber unterhalb der Erweichungstemperatur der Fasern unterzogen, so erfolgt eine Reaktion der Schwefelsäurekomponente mit den Wasserstoff- und Hydroxylgruppen in den zellulosehaltigen Fasern unter Ausscheidung von Kohlenstoff. Eine derartige Reaktion wurde an Faservliesen mit einem Anteil von zellulosehaltigen künstlichen Faserstoffen wie Viscose, Zelluloseazetat, regenerierter Zellulose, Zelluloseazetatbutyrat und Äthylzellulose festgestellt.
Filterstäbe mit einem Anteil von zellulosehaltigen natürlichen und/oder künstlichen Faserstoffen können auch aus einem Faserdocht hergestellt werden, der langgestreckte Fasern bzw. Fäden enthält. Ein derartiges Herstellungsverfahren ist beispielsweise im schweizerischen Patent 420 953 beschrieben, wobei vorzugsweise Viscosefasern verwendet werden.
Einem solchen Faserdocht kann die erforderliche Schwefelsäurekomponente, beispielsweise durch Versprühung verdünnter Schwefelsäure im lockeren Faserdocht, beigefügt werden. Nach Beseitigung des überschüssigen Wassers durch Trocknung des Faserdochtes werden dann in üblicher Weise umhüllte Filterstäbe erzeugt, in deren Faserfüllung bei Erhitzung auf eine Temperatur von über 80" C, aber unterhalb der Erweichungstemperatur der Fasern, die Ausscheidung von Kohlenstoff stattfindet.
In grossem Umfange werden für Zigaretten auch Filter verwendet, die aus Zelluloseazetat- insbesondere Zellulose triazetat-Fasern oder -Fäden bestehen, beispielsweise entsprechend den schweizerischen Patenten 317871, 356705 und 358025. Hierbei wird ein zusammengepresstes Band aus langgestreckten Fasern bzw. Fäden durch mechanische und pneumatische Mittel zu einem lockeren Docht verformt und diesem Docht dann ein sogenannter Weichmacher beigefügt, der die Oberfläche der Fasern erweicht,woraufhin der lockere Faserdocht zu einem angenähert zylindrischen Faserstrang von etwa 8 mm Durchmesser zusammengepresst, umhüllt und in Filterstäbe geteilt wird. Die Füllung dieser Filterstäbe stellt dann nach Trocknung des Weichmachers eine an einer Vielzahl von Kreuzungsstellen aneinander haftende Fasermasse dar.
Auch bei der Herstellung derartiger Filterstäbe kann gemäss dem vorliegenden Verfahren dem lockeren Faserdocht eine Schwefelsäurekomponente beigefügt werden, indem vorzugsweise nach Beifügung des Weichmachers eine verdünnte Schwefelsäurelösung im Faserdocht versprüht wird. Nach Be seitigung des überschüssigen Lösungsmittels durch Trocknung können Filterstäbe hergestellt werden, die sich praktisch nicht unterscheiden von den üblicherweise und ohne Schwefel säurekomponente erzeugten Filterstäben. Eine nachträgliche Wärmebehandlung derartiger Filterstäbe bewirkt aber eine Reaktion der Schwefelsäurekomponente mit Wasserstoff- und Hydroxylgruppen in den Zelluloseazetat- bzw. Zellulosetri azetatfasern unter Ausscheidung von Kohlenstoff, so dass kohlenstoffhaltige Filterstäbe entstehen.
Wie bereits oben erwähnt, werden kohlenstoffhaltige Filterstäbe vor allem zu sogenannten Doppelfiltern verarbeitet, bei denen das kohlehaltige Teilstück der Tabaksäule und das nichtkohlehaltige Filterstück dem Saugende der Zigarette zugekehrt ist. Hierzu sind besondere Maschinen erforderlich, die aus kohlehaltigen Filterstäben einerseits und nichtkohlehaltigen Filterstäben anderseits kombinierte Filterstäbe herstellen, bei denen aufeinanderfolgend kohlehaltige und nichtkohlehaltige Teilstücke hintereinander angeordnet sind. Das vorliegende Verfahren ermöglicht es, derartige kombinierte Filterstäbe unmittelbar und kontinuierlich aus Faserstoffen zu erzeugen.
Es besteht nämlich die einfache Möglichkeit, beispielsweise bei der Herstellung von Filterstäben aus längsgerillten, zerfaserten Papierbahnen, die Schwefelsäurekomponente nur entlang von Streifen quer zur Bahnlängsrichtung beizufügen und dazwischen Streifen frei zu lassen, so dass nach der Zusammenraffung un Umhüllung der Papierbahn zu einem endlosen Filterstrang die Füllung desselben aufeinanderfolgende Bereiche mit bzw. ohne Schwefelsäurekomponente aufweist. Wird dann dieser endlose Strang durch Unterteilung innerhalb der frei gebliebenen Bereiche zu Filterstäben verarbeitet und diese Filterstäbe der oben beschriebenen Wärmebehandlung unterworfen, so findet die beschriebene Reaktion und Ausscheidung von Kohlenstoff nur in den eine Schwefelsäurekomponente aufweisenden Bereichen statt.
Dementsprechend enthalten diese Filterstäbe dann hintereinander angeordnete kohlehaltige und nichtkohlehaltige Abschnitte in der Anordnung, wie sie für Doppelfilter für Zigaretten notwendig ist. Diese kontinuierliche Herstellung von Doppelfiltern mit einem kohlehaltigen Teilstück ist allen bisher bekannten Verfahren zur Schaffung von derartigen Doppelfiltern überlegen. Natürlich können auch Faservliese oder Faserdochte in ähnlicher Weise nur in begrenzten Querschnittbereichen mit einer Schwefelsäurekomponente versehen und dazwischenliegende Querschnittbereiche freigelassen werden, was auch hierfür die kontinuierliche Herstellung von Doppelfiltern ermöglicht.
Die zur Ausfällung von Kohlenstoff nach dem vorliegenden Verfahren erforderliche Wärmebehandlung kann, wie bereits erwähnt, auch bereits bei einer die Schwefelsäurekomponente enthaltenden Faserbahn vorgenommen werden. Es ist in diesem Falle möglich, die Faserbahn ein- oder beidseitig mit Infrarotstrahlung hoher Energie zu erhitzen; die Kohlenstoffabscheidung erfolgt dann bereits nach beispielsweise 5 bis 15 Sekunden. Hierbei kann die Bestrahlung auch auf Teilflächenbereiche begrenzt und nur dort Kohlenstoff abgeschieden werden. Auch Heisslufterhitzung oder andere Heizmethoden sind verwendbar. Bei Filterstäben, deren Füllung mit einer Schwefelsäure-Komponente versehen ist, kann ebenfalls eine Erhitzung und Kohlenstoffabscheidung nur in Teilbereichen erfolgen, beispielsweise durch entsprechende Hochfrequenzfelder.