CH520092A - Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und Adriamycinon - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und AdriamycinonInfo
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- C07H15/20—Carbocyclic rings
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Description
Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und Adriamycinon Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues chemisches Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und dessen Aglykon Adriamycinon.
Adriamycin ist ein bekanntes Antibiotikum, das eine bakteriostatische und antitumorale Aktivität zeigt und zusammen mit seinen Derivaten in der belgischen Pa tentschrift Nr. 713 773 beschrieben und beansprucht wird.
Adriamycin und sein Aglykon Adriamycinon haben die folgende Strukturformel:
EMI0001.0002
worin R Wasserstoff oder
EMI0001.0004
bedeutet. In der obenangeführten belgischen Patentschrift wird ein Verfahren zur Herstellung von Adriamycin durch Anwendung des Mikroorganismus Streptomyces peucetius var. caesius beschrieben und unter Schutz gestellt.
Es wurde nun überraschenderweise ein neues Ver fahren zur Herstellung von Adriamycin und dessen Aglykon gefunden, bei dem von Daunomycin oder dessen N-Substitutionsprodukten oder seinem Aglykon Daunomycinon ausgegangen wird.
Daunomycin und dessen Aglykon Daunomycinon werden in der britischen Patentschrift Nr.<B>1003</B> 383 beschrieben.
Das erfindungsgemässe Verfahren besteht darin, dass man Daunomycin oder dessen N-Substitutionsprodukte oder Daunomycinon der folgenden Strukturformel:
EMI0001.0005
worin R' Wasserstoff oder
EMI0001.0006
bedeutet und X eine Gruppe
EMI0001.0007
darstellt, mit Brom oder Jod in einem inerten organischen Lö sungsmittel umsetzt; das erhaltene 14-Halogenderivat durch alkalische Hydrolyse in das entsprechende 14-Hydroxyderivat überführt, welches nach Abspal tung der gegebenenfalls vorhandenen Schutzgruppe der Aminogruppe des Aminozuckers isoliert und gereinigt wird. Wenn die Halogenierung mit Jod durchgeführt wird, erfolgt die Reaktion zweckmässigerweise in Ge genwart einer Base, wie Kalziumoxyd.
Besondere Arbeitsbedingungen sind nicht erforder lich; vorzugsweise wird die Reaktion bei Raumtempe ratur durchgeführt, gegebenenfalls in der Wärme, vor zugsweise in einer inerten Gasatmosphäre.
Es wurde gefunden, dass, wenn das Ausgangspro dukt Daunomycin ist, es besser ist, die Aminogruppe des Aminozuckers mit einer geeigneten Schutzgruppe, insbesondere wenn Jod als Halogenierungsmittel ver wendet wird, zu schützen.
Zur diesem Zweck wird eine bekannte Schutz gruppe verwendet, die fähig ist, eine Aminogruppe zu schützen, und zwar das Trifluoracetylderivat bzw. die entsprechende Schiffsche Base mit Salicylaldehyd.
Das Daunomycintrifluoracetylderivat kann in an sich bekannter Weise durch Reaktion des Daunomycins in Form der freien Base mit Trifluoressigsäureanhydrid in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels herge stellt werden. Die Schiffsche Base kann durch Umset zung von Daunomycinhydrochlorid mit Salicylaldehyd gewonnen werden.
Durch die obenangeführte Halogenierungsreaktion mit Brom und Jod wird das entsprechende 14-Brom- oder 14-Jodderivat erhalten. Die Behandlung mit Alkali zum entsprechenden 14-Hydroxyderivat wird vorzugs weise mit dem 14-Bromderivat durchgeführt.
Wird als Ausgangsprodukt Daunomycin, dessen Aminogruppe des Aminozuckers durch eine Schutz gruppe geschützt ist, verwendet, wird die Schutzgruppe in an sich bekannter Weise vor der Abtrennung des Endproduktes abgespalten. Insbesondere wird die Ab spaltung der Salicylidengruppe durch Säurehydrolyse des N-Salicylidenadriamycins durchgeführt, wogegen die Abspaltung der Trifluoracetylgruppe nach Behandlung des N-Trifluoracetyladriamycins am besten mit Äthyl- orthoformiat und p-Toluolsulfonsäure durchgeführt wird, um N-Trifluoracetyladriamycin-9,14-äthylortho- formiat zu gewinnen, dessen Trifluoracetylgruppe da nach durch alkalische Hydrolyse abgespalten wird.
Das erhaltene Adriamycin-9,14-äthyl-orthoformiat gibt durch Säurehydrolyse .das freie Adriamycin.
Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren er haltene Adriamycin oder Adriamycinon wird in an sich bekannter Weise isoliert und gereinigt. Die folgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
<I>Beispiel 1</I> Adriamycin 1,30 g Daunomycinhydrochlorid in 30 ml Methyl alkohol und 100 ml wasserfreiem Dioxan werden mit 3,3 ml einer Lösung von Brom in Chloroform (10 g Brom in 100 ml Chloroform) behandelt. Nachdem das Gemisch 4 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen wurde, wird es unter vermindertem Druck zur Trockene eingedampft, der Rückstand mit 5-10 ml Chloroform aufgenommen, und 3-5 Volumen Äthyl- äther werden hinzugefügt.
1,10g Bromdaunomycinhydrochlorid werden aus gefällt und aus Chloroform-Methanol umkristallisiert; Fp. 177-178 C. Eine Lösung von 1,0 g 14 Brom- daunomycinhydrochlorid in 150 ml Methylalkohol wird mit 70 ml destilliertem Wasser behandelt, mit 0,1 n Natriumhydroxyd bis zu einem pH-Wert von 10,3 ver setzt und bei diesem pH-Wert 20 Minuten stehenge- lassen. Die Reaktion wird in einer Stickstoffatmosphäre durchgeführt.
Nach Verdünnung mit destilliertem Wasser wird die Lösung mehrmals mit Chloroform extrahiert bis zu einem völligen Verschwinden der Farbe im Lösungs mittel. Die vereinigten Chloroformextrakte werden über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet, unter vermin- dertem Druck auf ein kleines Volumen konzentriert, mit 1,8 ml 0,6n Salzsäure in wasserfreiem Methanol versetzt und mit 10 Volumina Äthyläther behandelt.
Man erhält 0,72 g eines amorphen Niederschlags, der durch Kristallisierung aus Methanol-Propanol 0,45 g Adriamycinhydrochlorid gibt, das bei 205-210 C schmilzt (mit Zersetzung).
<I>Beispiel 2</I> Adriamycinon 1 g Daunomycinon wird in 100 ml Chloroform ge löst, und 6,75 ml einer Lösung von Brom in Chloro form werden zugesetzt (2 ml Brom in 100 ml Chloro form gelöst). Nachdem das Reaktionsgemisch eine Nacht bei Raumtemperatur stehengelassen wurde, wird das erhaltene kristalline Produkt filtriert und aus Äthyl- acetat umkristallisiert. Man erhält 1 g 14-Bromdauno- mycinon, das bei 220-225 C schmilzt (mit Zerset zung); [a] D =+ l65 (c=0,1 in Dioxan).
0"1 g 14-Bromdaunomycinon wird mit 10 ml 0,1n Natriumcarbonat bei 0 C während 15 Minuten behandelt; man erhält Adriamycinon, das durch Chro matographie durch Silikagelsäule isoliert wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und Adriamycinon der Formel EMI0002.0040 worin R Wasserstoff oder EMI0002.0042 bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man Dauno- mycin oder dessen N-Substitutionsprodukte oder Dau- nomycinon der Strukturformel EMI0002.0049 worin R' Wasserstoff oder EMI0003.0000 bedeutet und X die Gruppe EMI0003.0001 darstellt, mit Brom oder Jod in einem inerten organi schen Lösungsmittel umsetzt,das so erhaltene ent sprechende 14-Halogenderivat durch alkalische Hydro lyse in das entsprechende 14-Hydroxyderivat über führt, welches nach Abspaltung der gegebenenfalls vor handenen Schutzgruppe der Aminogruppe des Amino- zuckers isoliert und gereinigt wird. II. Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I erzeugtes Adriamycin und Adriamycinon. UNTERANSPRUCH Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man das 14-Bromderivat durch al kalische Hydrolyse in das entsprechende 14-Hydroxy- derivat überführt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT1515968 | 1968-04-12 | ||
| CH557169A CH518250A (de) | 1968-04-12 | 1969-04-11 | Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und Adriamycinon |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH520092A true CH520092A (de) | 1972-03-15 |
Family
ID=25698012
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH1560071A CH520092A (de) | 1968-04-12 | 1969-04-11 | Verfahren zur Herstellung von Adriamycin und Adriamycinon |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH520092A (de) |
-
1969
- 1969-04-11 CH CH1560071A patent/CH520092A/de not_active IP Right Cessation
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