Apparatur zur Erzeugung von Mustern auf Textilmaterialien Die vorliegende Erfindung betrifft eine Apparatur zur Erzeugung von Mustern, insbesondere Farbmustern, auf Tex tilmaterialien.
In der herkömmlichen Praxis des Färbens von Stoffen, Textilmaterialien und dergleichen mit wasserlöslichen Farben durch ein fortlaufendes Verfahren, wird der Stoff durch einen eine Farbe enthaltenden Trog geführt, wodurch der Stoff so geklotzt bzw. gefärbt wird, dass er eine im wesentlichen gleichmässige Schattierung oder Intensität erhält. Bei Ent fernung des Tuches aus dem Trog ist es natürlich mit der Farblösung gesättigt, und in einigen Verfahren wird es vor der Weiterbehandlung zuerst getrocknet oder teilweise getrock net.
Werden wasserlösliche Farben in dispergierter oder pigmentartiger Form auf ein Tuch aufgebracht, so wird die überschüssige Flüssigkeit abgepresst und das Tuch zur Er zielung bester Resultate getrocknet oder teilweise getrocknet, ehe man es einer Reduktion und Weiterverarbeitung ein schliesslich dem Trocknen als Endstufe unterwirft. In jedem Fall wird die erste Trocknungsstufe durch gesteuerte Heiz- systeme ausgeführt, die aus einer Reihe von beheizten Zy lindern, Heissluftöfen oder aus einer Kombination von bei den bestehen können.
Bei diesen Systemen ist es erforderlich, dass viele der die erste Trocknungsstufe bestimmenden physi kalischen Parameter, d.h. die Temperatur, Luftgeschwindig keit, Bandgeschwindigkeit usw. sorgfältig gesteuert werden, um eine Farbwanderung zu vermeiden, die zu einer ungleich- mässigen Färbung des Tuches führen würde.
Was nun ferner die Herstellung von Tuchen betrifft, welche Muster, Dessins, plastische oder ähnliche Effekte enthalten und bei denen kontrastierende Wirkungen oder Farbschwankungen in Inten- sitäten erforderlich sind, so war es bisher üblich, diese Effekte zu erzielen, indem man verschiedenfarbige Garne in dem gewünschten Muster verwob, die Muster auf das Tuch auf druckte, Farbeffektfäden verwob und dann das Tuch über färbte oder Muster unter Anwendung starker Drucke auf prägte bzw. gaufrierte. All diese Verfahren haben sich als aufwendig in bezug auf Zeit und Geld erwiesen.
Das Phänomen der chemischen Wanderung, das im Stande der Technik abgeschwächt und gemieden worden war, kann nun mittels der erfindungsgemässen Apparatur angewendet werden, um die gewünschten Muster oder Dessins zu erzeu gen, die wie oben erwähnt, bis jetzt gewebt, gedruckt oder auf das Tuch aufgeprägt worden sind.
Die sogenannte chemische Wanderung (chemical migration) wird herbeigeführt, indem man ein feuchtes Tuch, das mit einer Farbe, einem Pigment oder einer anderen zur Veränderung der Farbe oder des plastischen Effektes des Tuches geeigneten chemischen Sub stanz getränkt worden war, mit einer das gewünschte Muster oder Dessin aufweisenden, erhitzten Matrize, Druckwalze od. dgl. in Berührung bringt.
Bei Berührung der Matrize mit dem Tuch wandert die auf oder in dem feuchten Tuch ent haltene, nicht fixierte Farbe oder chemische Substanz zur erwärmten, mit der Matrize in Berührung stehenden Ober fläche und bewirkt dadurch ein Übergewicht in der Intensität der Farbe oder der plastischen Effekte in der mit der Matrize in Berührung stehenden Oberfläche des Tuches relativ zu der mit der Matrize nicht in Berührung stehenden Oberfläche des Tuches.
In der vorliegenden Beschreibung bezieht sich der Ausdruck Farbe auf Produkte, die auf das Tuch bzw. den Stoff oder das Textilmaterial aufgebracht werden, ganz gleich, ob sie zu dem sie aufnehmenden Rohstoff in einem visuellen Farbkontrast stehen oder nicht. Abgesehen von Farben und Pigmenten können wünschenswerte Veränderungen durch die Wanderung von Harzen oder anderen chemischen Pro dukten herbeigeführt werden, die in ungefähr der gleichen Art und Weise, wie Farben und Pigmente, wandern und so einen Kontrast in der Färbung oder in bezug auf andere plastische Effekte (physical effects) in oder auf dem Tuch herbeiführen.
Die erfindungsgemässe Apparatur zur Erzeugung von Mustern, insbesondere Farbmustern, auf Textilmaterialien, ist durch Mittel zum Tränken der Textilmaterialien mit einer flüssigen, Wanderungseigenschaften aufweisenden Substanz, eine heizbare, das gewünschte Muster aufweisende Matrize und Transportmittel, um die Textilmaterialien über die und in Berührung mit der Matrize zu führen und dadurch eine Wan derung der Substanz zur Oberfläche der Textilmaterialien in den erwähnten Mustern zu erreichen, gekennzeichnet.
Die erfindungsgemässe Apparatur kann ausserdem eine Zuführungsvorrichtung zum Zuführen des Stoffes in einen Trog, welcher die Farblösung enthält (Farbe, Pigment usw.) aufweisen. Die heizbare Matrize, die das gewünschte Muster aufweist und vorzugsweise von einer Walzenvorrichtung ge bildet wird, ist vorzugsweise so ausgebildet, dass sie auf eine Temperatur im Bereich zwischen 177 und 538 C erhitzt werden kann.
Bei Betrieb der Apparatur geht man beispielsweise so vor, dass der Stoff, der im Trog mit der Färbelösung getränkt wurde, der erhitzten Matrize zugeführt wird. Bei Berührung des Stoffes mit der Matrize tritt an der mit der Matrize in Be rührung stehenden Oberfläche eine Entspannungsverdamp fung und Produktwanderung ein, wodurch die gewünschte Farbintensität, bzw. die plastischen Effekte erzielt werden.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen an einigen Ausführungsbeispielen näher erläu tert.
Fig. 1 zeigt die erfindungsgemässe Apparatur, Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der er- findungsgemässen Apparatur, Fig. 3 zeigt eine Apparatur, die zur Schaffung einer Viel zahl von Mustern geeignet ist, Fig. 4 zeigt eine Apparatur zur Aufbringung eines beid seitigen Musters oder zur Entwicklung eines einfachen Farb druckes, Fig. 5 zeigt in perspektivischer Ansicht eine ein Muster aufweisende Walze, Fig. 6 zeigt die Art von Muster, die man erhält, wenn man einen feuchten, mit einer Farbe getränkten Stoff mit der in Fig. 5 gezeigten erhitzten Walze in Berührung bringt.
Fig. 7 zeigt eine Photographie der mit der Matrize in Berührung gebrachten Seite eines Baumwollköperstoffes, der mit einer feuchten Farbe imprägniert und eine halbe Se kunde lang mit einer Gravierwalze von<B>316'C</B> in Berührung gebracht worden war, - Fig. 8 zeigt eine Photographie der Rückseite des in Fig. 7 dargestellten Stoffes.
Mit Bezug auf die Zeichnungen, in denen gleiche Bezugs zeichen die gleichen oder entsprechenden Teile bezeichnen, ist in Fig. 1 ein endloses Band von Stoff, wie ein Band von Tuch 10, z.B. aus Baumwollköper, gezeigt. Das Band wird über eine geeignete Eingangswalze 11 in einen Klotztrog bzw. Farbbehälter 12 geführt, der mit einer Farblösung gefüllt ist oder aber ein Pigment, gelöst oder dispergiert in einem geeigneten Lösungsmittel, wie Wasser, einem chemischen Lösungsmittel, od. dgl., enthält. Ob man nun eine Dispersion oder eine echte chemische Lösung verwendet, die spezielle Farbe und das verwendete Lösungsmittel werden von dem Stoff des Bandes 10 und von der zu erzielenden Farbe bzw. dem zu erzielenden plastischen Effekt abhängig sein.
Als einziges wichtiges Erfordernis wird erfindungsgemäss von der Beschaffenheit des Lösungsmittels und des Farbstoffes, Pigmentes bzw. der chemischen Substanz verlangt, dass diese nach Aufbringen auf das Band 10 die Eigenschaft aufweisen, im Band unter dem Einfluss von Wärme zu wandern. Das Band 10 wird in geeigneter Weise, wie im Stande der Technik bekannt und hier nicht im Detail zu beschreiben werden braucht, über Walzen durch den Klotztrog 12 geführt bzw. in diesem geklotzt. Bei Verlassen des Klotztroges 12 im Gebiet 10ä wird das Band 10 über ein Paar Quetschrollen 14,15 geführt, wobei ein Teil der Lösung entfernt wird, um den Feuchtigkeitsgehalt des Bandes zu steuern.
So ist bei der Stelle 10b der Feuchtigkeitsgehalt des Bandes so gesteuert, dass er bei ungefähr 75 Gewichtsprozent des Stoffes und vor zugsweise im Bereich zwischen ungefähr 30 und 125 Ge wichtsprozent des Stoffes liegt. Die Walzen 14, 15 sind vor zugsweise so angeordnet, dass die überschüssige Farblösung automatisch, z.B. durch Schwerkraft, in den Klotztrog 12 zurückgeführt wird, wie in Fig. 1 dargestellt. Nach Verlassen der Stelle 10b wird das Band 10 über eine Gruppe von Spannrollen geführt, die allgemein mit dem Be zugszeichen 17 bezeichnet sind und die auch als Kondensa toren bzw. Ausgleicher wirken, wie dem Stande der Technik bekannt ist.
Die Spannrollen können unter Federbelastung stehen oder können auf andere Weise angeordnet sein, nm eine ordnungsgemässe Stellung und Spannung innerhalb des Bandes 10 aufrechtzuhalten. Das Band 10 läuft dann über eine Führungsrolle 18 a und weiterhin über ein Paar Füh rungsrollen 19a, 19b, die auf beiden Seiteneiner Matrize bzw. einer ein Muster aufweisenden Walze 20 angeordnet sind.
Die Führungsrollen 19a, 19b sind an einem Joch 21 be festigt, das quer zur Drehachse der das Muster aufweisenden Walze 20 beweglich ist, indem es z.B. auf einer in Längs richtung beweglichen Stange 22 angebracht ist, so dass das Ausmass der Berührung des Bandes 10 mit der Umfangs fläche der Musterwalze 20 gesteuert werden kann. Wird die Stange 22 in die mit gestrichelten Linien dargestellte Stellung bewegt, so dass sie auf 21 und die Führungsrollen 19a, 19b in der gestrichelt gezeichneten Stellung befinden (Fig. 1), so befindet sich das Band 10 völlig ausser Berührung mit der Musterwalze 20.
Diese Stellung wird eingenommen,. wenn die gesamte Vorrichtung hält, sei es auch nurvorübergehend, um ein Versengen des Stoffes zu verhindern, wenn dieser in Be rührung mit der Musterwalze 20 bleibt; denn das gesamte Lösungsmittel im Band 10 wird in dem Gebiet verdampfen, in dem die Musterrolle 20 mit dem Band in Berührung steht. Eine Verriegelungsvorrichtung (nicht gezeigt) könnte z. B, von der die Walze 20 unterstützenden Rolle 23 aus gesteu ert werden, wobei die Verriegelungsvorrichtung die Bewegung der Stange 22- in die gestrichelt dargestellte Stellung erlauben würde, wenn die Geschwindigkeit der Walze 20 unter einen vorbestimmten Wert fällt.
Derartige Verriegelungsvorrich- tungen sind bekannt und können durch die Zentrifugalkraft gesteuert werden, die auf die Welle 23 wirkt und von einem kleinen Schalter wahrgenommen wird, welcher ein Magnet solenoid aberregt: Wird dieser Magnetsolenoid erregt, -so hält er die Stange 22 in der mit ausgezogenen Linien darge stellten Stellung gegen die Kraft einer Feder, welche die Stange 22 in die gestrichelt angedeutete Stellung zurückzu ziehen versucht.
Eine derartige Anordnung, bei der eine Feder die Stange 22 bei Aberregung eines elektrischen Elementes von der geheizten Walze wegzubewegen versucht, ist natürlich im Betrieb auch störungsfrei.
Nach dem Verlassen der Führungsrolle 19b wird das Band über eine weitere Leerlaufrolle 18b und dann über eine allgemein mit 27 bezeichnete weitere spannungsgeregelte Anordnung geführt, deren Rollen ähnlich den Rollen 17 als Kondensatoren bzw. als Ausgleicher wirken.
Von der Rollen anordnung 27 wird dann das Band 10 mittels Rollen 28 aus der Vorrichtung zur Durchführung der vorliegenden Erfin dung abgezogen und kann dann weiteren Behandlungssta tionen zugeführt werden, z.B. den Heisslufttrocknungsöfen zum Trocknen derjenigen Teile des Stoffes, die nicht mit der Matrize in Berührung gebracht worden waren, sowie zu chemischen Behandlungsstationen oder zu Reduktionsstatio nen, wie sie in der Färbetechnik bekannt sind, um eine weitere Fixierung und Entwicklung der gewanderten Produkte zu erreichen.
Eine Form einer Musterwalze 20 ist im Detail. in Fig. 5 dargestellt. Sie besteht aus einem zylindrischen Element 30; das mit Mitteln zur Erhitzung dieses Elementes ausgestattet ist. Wie in Fig. 5 nur schematisch angedeutet ist, bestehen diese Mittel beispielsweise aus inneren elektrischen Heiz- elementen 31, 32; die in geeigneter Weise innen angeschlos sen sind und über beispielsweise Schleifringe, wie sie in der Technik bekannt sind, zu elektrischen Kontakten geführt werden, um über diese mit einer Stromquelle verbunden zu werden.
Zur Erzeugung eines Längsstreifen als Muster, wie er bei 35 in Fig. 6 dargestellt ist, wird der zylindrische Körper 30 mit einer sich um den Umfang erstreckenden Leiste 45 versehen. Wir wollen annehmen, dass das Band 10 der Fig. 6 ursprünglich eine neutrale, z. B. ungebleichte, etwas gelb liche Farbe aufweist und aus Baumwollköper besteht, der mit einem Reaktivfarbstoff, z.B. mit Genafix Türkisblau FGW gefärbt werden soll. Weitere Beispiele der Lösungen, geeigneten Temperaturen und Anwendungen werden unten angegeben. Das Band 10 wird also allgemein blau einge färbt. Die Aufbringung der Farbe kann bei Zimmertempe ratur oder aber, wie es auf dem Gebiete des Färbens üblich ist, bei erhöhten Temperaturen durchgeführt werden.
Nach dem Austritt aus dem Klotztrog 12 kann das Band zwischen den Walzen 14, 15 auf einen Feuchtigkeitsgehalt von unge fähr 75 %ä bezogen auf das Gewicht des Stoffes, ausgepresst werden. Wird das Band während einer Zeitdauer von etwa einer halben Sekunde. mit der Umfangsrippe 45 bei einer Oberflächentemperatur von ungefähr 260 bis 316 C in Be rührung gebracht, so werden ungefähr 90% der Farbe von der Rückseite und von Gebieten innerhalb des Bandes an die Oberfläche des Bandes gebracht, wo sie mit der erhitzten Walze in Berührung kommen.
Auf die Vorderseite des Stoffes wird so ein dunkler türkisfarbener Streifen aufgebracht, der in Fig. 6 mit 35 bezeichnet ist. Die Rückseite des Stoffes weist in dem gleichen Gebiet, wo der dunkle Streifen sich auf der Vorderseite zeigt, einen helleren Streifen auf.
Nach dem darauffolgenden Trocknen des gesamten Stoffes, sowie der Fixierung (falls eine solche für die Farbe erforderlich ist) wird aufgrund der Farbverteilung der gleichmässige allge mein blaue Untergrund dort beibehalten, wo der Stoff mit der Rippe 45 nicht in Berührung kam, während an der Ober fläche des Stoffes der ausgedehnte und verstärkte dunkle Streifen<B>35</B> zu sehen ist.
Fig. 7 und 8 zeigen als Photographien einen Teil eines merzerisierten Baumwollköperstoffes, der nach Klotzen mit einer Reaktivfarbstoff-Lösung und nach Auspressen auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 75 % mit einer Matrize in Berührung gebracht worden war, die eine Vielzahl von Umfangsrippen verschiedener Breite aufwies. Aus Fig. 7 ist zu ersehen, dass die Gebiete, welche von den Rippen der Matrize berührt worden waren, genau begrenzt und dunkler als der Hinter grund Y sind, während die entsprechenden Gebiete X' auf der Rückseite des Stoffes heller als der Hintergrund Y' sind, wodurch die. Wanderung der Farbe an die Oberflächenge biete X, die von der Matrize berührt wurden, klar gezeigt ist.
Wünscht man sich als Muster einen dunklen Streifen, durchsetzt mit Punkten einer helleren Hintergrundfarbe, so wird auf denn zylindrischen Körper 30 eine Rippe 46 mit Öffnungen 47 angebracht (Fig. 5). Dieses Muster zeigt sich dann als dunkler Streifen 36, in dem Punkte 37 enthalten sind, welche die Farbe des Untergrundes aufweisen (Fig.6). Will man umgekehrt dunkle Punkte auf einem Stoff mit einer allgemeinen Untergrundfarbe bilden, so können Vorsprünge 48 auf das zylindrische Element 30 aufgebracht werden. Da durch werden intensivierte Punkte 38 gebildet, die sich auf der Untergrundfarbe hervorheben, wie aus Fig. 6 ersichtlich ist.
Eine geaderte bzw. gemaserte Wirkung kann erzielt werden, wenn man eine Fläche des Stoffes mit einer Leiste in Berührung bringt, die eine geriffelte bzw. gerippte Ober fläche aufweist, wie bei 49 in Fig. 5 gezeigt ist. Der Stoff wird dann Stellen mit intensivierter Farbwirkung, durchsetzt mit Stellen einer helleren neutralen Untergrundfarbe aufweisen, wie allgemein bei 39 in Fig. 6 angedeutet ist.
Die Intensität der Farbe, d.h. also das Ausmass der Wanderung der Farbstoffe oder Pigmente unter dem Eingriff der Berührung mit der beheizten Walze zur Oberfläche des Stoffes, hängt nicht nur von der Oberflächentemperatur des besonderen Matrizenmusters ab, das mit dem Stoff in Be rührung gebracht wird, sondern auch von der Zeitdauer.
Liegt die Temperatur im oberen Bereich, d. h. zwischen 260 und 538'C, so ergibt sich eine Entspannungsverdampfung bei einer Berührungszeit von ungefähr einer halben Sekunde im Falle von Baumwolle und bedeutet, dass praktisch das gesamte Farbmaterial, welches in der Stoffbahn absorbiert ist, zu der mit dem Matrizenmuster in Berührung gebrachten Oberfläche wandert. Um die Musterwalze 20 sauberzuhalten, steht sie mit einer Kratz- bzw. Drahtbürste 25 in Berührung. Aufgrund von Versuchen wurde festgestellt, dass die Über tragung von Farbe vom Stoffband auf die Musterwalze 20 umso grösser ist, je niedriger die Temperatur ist.
Bei den Höchsttemperaturen zwischen 316 und<B>538'C,</B> bei denen nur wenig oder überhaupt kein Farbstoff oder Pigmentmate rial auf die Musterwalze 20 übertragen wird, ist eine Reini gung der Walze fast nicht nötig, weil die Entspannungsver dampfung und die fast sofortige Trocknung das Pigment bzw. die Farben innerhalb des Stoffbandes bindet und eine weitere Übertragung auf die Musterwalze 20 verhindert.
Bei niedri gen Temperaturen, bei denen eine geringere Geschwindig keit bzw. eine grössere Umfangsberührungsfläche zwischen der Walze 20 und dem Band 10 erforderlich ist, ergibt sich eine stärkere Übertragung von Farbe vom Band 10 auf die Musterwalze 20. Die Drahtbürste 25 wird in geeigneter Weise angetrieben, z.B. durch den schematisch angedeuteten Riemenantrieb 26 von einer Kraftquelle 31 aus.
Die in Fig. 2 offenbarte Vorrichtung ist der in Fig. 1 ge zeigten Vorrichtung ähnlich, nur sind hier die Rollen 18a' und 18b' in senkrechter Richtung in am Unterstützungsteil 24 angebrachten Schlitzen 24a bzw. 24b verschiebbar, wo durch eine leichte Einstellung der Umfangsberührungsflächen zwischen dem Band und der Musterrolle 20 erreicht wird.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 wurde gemäss Fig. 4 abge wandelt, um kontrastierende Effekte auf beiden Seiten des Stoffes zu erzeugen. So umfasst die Vorrichtung nach Fig. 4 jeweils mit einer Reinigungsbürste 25 versehene Muster walzen 20 und 20', feste Führungsrollen 58a und 58b und all gemein mit dem Bezugszeichen 59 bezeichnete bewegliche Führungsrollen 59.
Die Führungsrollen 59 können von der oberen mit gestrichelten Linie angedeuteten und mit 59a be zeichneten Stellung in eine untere mit gestrichelten Linien angedeutete und mit 59b bezeichnete Stellung verschoben werden. Wenn deshalb das Muster bzw. die Farbintensität auf beiden Seiten des Stoffes die gleiche sein soll, so werden die Führungsrollen 59 in ihre Stellung in der Mittel zwischen den Stellungen 59a und 59b gebracht. Wenn aber die Inten sität auf einer Seite des Stoffes grösser sein soll als auf der anderen Seite, so werden die Führungsrollen 59 entweder in die obere, gestrichelt angedeutete Stellung 59a oder in die untere, gestrichelt angedeutete Stellung 59b geschoben, je nachdem, auf welcher Seite man die erhöhte Farbintensität wünscht.
Die Führungsrollen können an einer Unterstützung zwecks Bewegung innerhalb eines Schlitzes angebracht sein, ähnlich der Befestigung der Rollen 18a' bzw. 18b' nach Fig. 2, oder aber in irgendeiner dem Stande der Technik be kannten und geeigneten Art angeordnet sein.
Im folgenden werden verschiedene Beispiele für geeig nete Farben, Berührungszeiten und Oberflächentemperaturen für die Berührung zwischen dem Bandmaterial 10 und der Musterwalze 20 angegeben.
EMI0003.0054
Beispiel <SEP> l
<tb> (Reaktivfarbstoff)
<tb> Stoff: <SEP> gebleichter <SEP> merzerisierter
<tb> Baumwollköper
<tb> Lösung <SEP> in <SEP> Klotztrog <SEP> 12: <SEP> 22,4 <SEP> g/1 <SEP> Genafix <SEP> Türkisblau <SEP> FGW
EMI0004.0000
90 <SEP> g/1 <SEP> Harnstoff
<tb> 22,4 <SEP> 1/g <SEP> wasserfreies <SEP> Soda
<tb> Temperatur <SEP> der <SEP> Klotz flüssigkeit: <SEP> 430 <SEP> C
<tb> Feuchtigkeitsgehalt <SEP> des
<tb> Bandes <SEP> bei <SEP> 10b: <SEP> 75%
<tb> Berührungszeit <SEP> mit
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> eine <SEP> halbe <SEP> Sekunde
<tb> Temperatur <SEP> der
<tb> Wälze <SEP> 20:
<SEP> <B>316'</B> <SEP> C Bemerkungen: Die Ergebnisse zeigen, dass annähernd 90% der Farbe von der Rückseite des Stoffes zu dessen Vorder seite bewegt worden waren, wobei ein Farbbild an den Stellen verblieb, wo keine Berührung mit der Walze stattgefunden hatte und die Farbe nicht zur Vorderseite gewandert war, so dass sich klar sichtbare und differenzierte Kontraste ergaben. Die Rückseite des Stoffes zeigte das Muster in negativer (d.h. umgekehrter) Form (siehe Fig. 7).
EMI0004.0003
Beispiel <SEP> 2
<tb> (Reaktivfarbstoff)
<tb> Stoff: <SEP> gebleichter <SEP> merzerisierter
<tb> Baumwollköper
<tb> Lösung <SEP> im <SEP> Klotztrog <SEP> 12: <SEP> 15 <SEP> g/1 <SEP> Genafix <SEP> Brilliantgelb <SEP> 3G
<tb> 3,74 <SEP> g/1 <SEP> Genafix <SEP> Rot <SEP> BB
<tb> 3,74g/1 <SEP> Türkisblau <SEP> FGW
<tb> 90 <SEP> g/1 <SEP> Harnstoff
<tb> 22,4 <SEP> g/1 <SEP> wasserfreie <SEP> Soda
<tb> Temperatur <SEP> der <SEP> Klotz flüssigkeit: <SEP> 430C
<tb> Feuchtigkeitsgehalt
<tb> des <SEP> Bandes <SEP> bei <SEP> 10b: <SEP> 75%
<tb> Berührungszeit <SEP> mit
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> eine <SEP> halbe <SEP> Sekunde
<tb> Temperatur <SEP> der
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> <B>3160C</B> Bemerkungen:
Die Untergrundfarbe des Stoffes ist all gemein hellbraun und die mit der Walze 20 in Berührung ge brachte Fläche wurde dunkelbraun. Die Rückseite des Stoffes ist an den Stellen, an denen eine Wanderung stattfand, gelb braun bis rötlichbraun.
Jede Art von Farbe kann für das Verfahren verwendet werden. Die Verwendung der Farbe in den Mustern oder Effekten hängt von der Substantivität der Farbe, von deren Wanderungseigenschaft, deren Fixierung am Stoff und den beförderten Grad an Farbechtheit ab. Die üblichen Küpen- farbstoffe, Schwefelfarben, Azofarbstoffe, Reaktivfarbstoffe (wie in Beispiel 1 und 2) und substäntive oder direkte Farb stoffe sind geeignet.
EMI0004.0009
Beispiel <SEP> 3
<tb> (Substantive <SEP> oder <SEP> direkte <SEP> Farbe)
<tb> Stoff: <SEP> merzerisierter <SEP> Baumwollköper
<tb> Lösung <SEP> im <SEP> Klotztrog <SEP> 12: <SEP> 15 <SEP> g/1 <SEP> Fastusol <SEP> Türkisblau
<tb> LG <SEP> 150%
<tb> Temperatur <SEP> der <SEP> Klotz flüssigkeit: <SEP> <B>710C</B>
<tb> Feuchtigkeitsgehalt <SEP> des
<tb> Bandes <SEP> bei <SEP> 10b: <SEP> 70%0
<tb> Berührungszeit <SEP> mit
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> 5 <SEP> Sekunden
<tb> Temperatur <SEP> der
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> 260 <SEP> C Bemerkungen : Es ergibt sich ein guter Kontrast zwischen den mit der Walze 20 in Berührung gebrachten Flächen des Stoffes und den mit der Walze nicht in Berührung gebrachten Flächen.
Beispiel 4 (Azofarbstoff) Stoff: merzerisierter Baumwollköper Lösung im Klotztrog 12: 7,5 g/1 Naphthol AS-SW gelöst durch Kälte Temperatur der Klotz flüssigkeit: 930C Feuchtigkeitsgehalt des Bandes bei 10b: 70% Berührungszeit mit Walze 20: 5 Sekunden Temperatur der Walze 20: 260 C Bemerkungen: Nach der Wanderung der Farbe wurde der Stoff von den Rollen (d.h. Rollen 28, Fig. 1) in eine Kopplungslösung von 4 Unzen/Gallone Echt-Rot-Salz 3GL, geführt, gespült und getrocknet. Es wurde ein guter Kontrast und eine gute Wanderung festgestellt.
EMI0004.0019
Beispiel <SEP> 5
<tb> (Schwefelfarbe)
<tb> Stoff: <SEP> merzerisierter <SEP> Baumwollköper
<tb> Lösung <SEP> im <SEP> Klotztrog <SEP> 12: <SEP> 30 <SEP> g/1 <SEP> Katigen <SEP> Grün, <SEP> hohe
<tb> Konzentration
<tb> (Zutaten <SEP> gelöst <SEP> durch
<tb> Sieden) <SEP> 30 <SEP> g/1 <SEP> Natriumsulfidflocken
<tb> 15 <SEP> g/1 <SEP> Natriumkarbonat
<tb> Feuchtigkeitsgehalt
<tb> des <SEP> Bandes <SEP> bei <SEP> 10b: <SEP> 70%
<tb> Berührungszeit <SEP> mit
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> 5 <SEP> Sekunden
<tb> Temperatur <SEP> der
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> 260 <SEP> C Bemerkungen: Nach der Wanderung des Farbstoffes wurde der Stoff gespült, mit Natriumdichromat und Essig säure oxydiert, gespült und getrocknet.
Ein klarer Kontrast wurde dort festgestellt, wo die Farbe an die Oberfläche ge wandert war.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf Küpfenfarbstoffe beschränkt. Verschiedene Arten von Farben (oder Farb stoffen) können verwendet werden, auch wenn sie in den herkömmlichen Verfahren schlechte Druck- oder Fixierungs eigenschaften aufwiesen.
EMI0004.0022
Beispiel <SEP> 6
<tb> (Küpenfarbe)
<tb> Stoff: <SEP> Baumwollköper
<tb> Lösung <SEP> im <SEP> Klotztrog <SEP> 12: <SEP> 45 <SEP> g/1 <SEP> Brilliant <SEP> Indigo <SEP> 4BV
<tb> 60 <SEP> g/1 <SEP> Glycerin
<tb> 97,3 <SEP> g/1 <SEP> Rongalit
<tb> 97,3 <SEP> g/1 <SEP> Pottasche
<tb> Berührungszeit <SEP> mit
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> eine <SEP> halbe <SEP> Sekunde
<tb> Temperatur <SEP> der
<tb> Walze <SEP> 20: <SEP> 316 C Bemerkungen:
Nach der Farbwanderung wurde der Stoff in neutralem Wasserdampf gealtert, oxydiert und in her- kömmlicher Weise geseift. Die Wanderung war klar erkennt lich, wobei der Untergrund ein ausgewaschenes Blau (ver blichen) und die berührten Flächen ein Marineblau auf wiesen.
Beispiel 7 (Küpfenfarbstoff) Die Zutaten und physikalischen Bedingungen waren die gleichen wie in Beispiel 6, doch wurde als Farbe statt Brilliant Indigo 413V ein Indanthren Goldgelb RK verwendet. Die Behandlung nach der Wanderung war die gleiche wie Bei spiel 6.
Beispiel 8 (Küpenfarbe) Die Zutaten und physikalischen Bedingungen waren die gleichen wie in Beispiel 6, doch wurde statt der Farbe Bril- liant Indigo 413V ein Indanthren Braun verwendet. Die Be handlung nach der Wanderung war die gleiche wie in Bei spiel 6.
Ergebnisse: Eine Wanderung war erkenntlich, wobei der Hintergrund hellbraun und die berührten Flächen dunkel braun wurden.
Beispiel 9 (Küpenfarbstoff) Die Zutaten und physikalischen Bedingungen waren die gleichen wie in Beispiel 6, doch wurde statt der Farbe Bril- liant Indigo 411V ein Algol orangefarbener Farbstoff ver wendet. Die Behandlung nach der Wanderung war die gleiche wie in Beispiel 6.
Ergebnisse: Die Wanderung war zu erkennen, wobei der Untergrund orange und die berührten Flächen dunkelbraun wurden.
Beispiel 10 (Küpenfarbstoff) Die Zutaten und physikalischen Bedingungen waren die gleichen wie in Beispiel 6, doch wurde statt Brilliant Indigo 4BV der Farbstoff Hydron-Blau verwendet. Die Behandlung nach der Wanderung war die gleiche, wie in Beispiel 6.
Ergebnisse: Eine Wanderung wurde festgestellt, der Untergrund wurde purpurn, die berührten Flächen marine blau.
Das Ausmass der erzielbaren Wanderung kann verändert werden, indem man die Temperatur an der Walze variiert. Durch geeignete Einstellmöglichkeiten oder durch die Anord nung getrennter Widerstandselemente innerhalb der Walze können verschiedene Temperaturen an der Oberfläche der Walze und an den Musterflächen erzeugt werden. Die Wir kung der Wanderung zeigt sich am deutlichsten auf der Rück seite des Stoffes. Selbst in den kühleren Bereichen, z.B. bei einer Oberflächentemperatur von nur 204 C variiert das visuelle Bild der Vorderseite nur wenig von demjenigen, bei dem eine Oberflächentemperatur von 316 V angewendet wird.
Im allgemeinen scheint es jedoch der Fall zu sein, dass bei höheren Temperaturen bessere Farbintensitäten erreicht werden können. Um mehr Farbeneffekte, z.B. mit tempera turempfindlichen Farben zu erreichen, kann man den Stoff über eine Reihe von Walzen laufen lassen, auf die verschie dene Muster aufgebracht sind oder die Kontaktstreifen bzw. Leisten aufweisen, die an anderen Stellen angebracht sind, als die Streifen oder Leisten einer anderen Walze, und welche eine andere Temperatur aufweisen. Eine Anordnung gemäss dieser Ausführungsform ist in Fig. 3 gezeigt. Das Bandmate rial 10, das von einer der Rollenkombination 17 (Fig. 1) ähnliche Spannvorrichtung kommt, wird über eine erste Kom bination 50 aus Führungswalzen und Musterwalze geführt, die z.
B. eine Temperatur von 149 C aufweisen kann. Dann wird das Band über eine danach angeordnete Kombination 51 aus Führungswalzen und Musterwalze geführt. Die Musterwalze der Kombination 51 wird auf eine unterschied liche Temperatur erhitzt, z. B. auf 204 C und die Muster walze einer weiteren Kombination 52 aus Führungswalzen und Musterwalze, über welche die Bahn anschliessend geführt wird, kann auf eine Temperatur von 260 C erhitzt sein. Jede der Musterwalzen wird mit einer Reinigungsbürste 25 ver sehen.
Die allgemeine Anordnung der Kombinationen 50, 51, 52 aus Führungswalzen und Musterwalzen kann der in Fig. 1 gezeigten Anordnung ähnlich sein, mit der Ausnahme, dass eine Veränderung der Kontaktfläche nicht nur durch eine seitliche Bewegung der Führungsrollenunterstützung erreicht werden kann, sondern eine mittlere Führungswalze kann zu einem Paar Musterwalzen gehören und eine Schwenkbewe gung der diese mittleren Führungswalzen unterstützenden Joche kann vorgesehen sein.
Wie schon oben erwähnt, hängt die Dauer der Berüh rungszeit des Stoffes mit der Musterwalze von dem Ausmass der von der bzw. den erhitzten Musterwalzen auf die Ober fläche des Materials aufgestrahlten Hitze, von der Art des verwendeten Stoffes und der Menge an Feuchtigkeit ab, die durch Schnell- bzw. Entspannungsverdampfung verdampft wird und eine besondere Farbintensität durch Wanderung erzielt. In jedem Fall muss das Gewebe bzw. der Stoff bei Erreichung des Trocknungspunktes sofort von der erhitzten Oberfläche entfernt werden, um ein Versengen des Stoffes oder eine andere nachteilige Auswirkung auf den Stoff zu verhindern.
Steigt die Berührungstemperatur über etwa 427' C und nähert sich<B>538'</B> C, so wird der Feuchtigkeits gehalt innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde bis zum Trocknungspunkt verdampft, es zeigt sich kein Ver sengen bzw. keine Beschädigung der Fasern, wenn der Stoff die erhitzte Musterwalze unmittelbar nach Erreichung der 100%igen Verdampfung des Feuchtigkeitsgehaltes im Stoff verlässt. Der verwendete Stoff braucht nicht glatt zu sein; gerippte Stoffe, wie Cordsamt, können gleicherweise gemäss der vorliegenden Erfindung behandelt werden.
Bei einer solchen Behandlung wird man feststellen, dass die Fortwan- derung zu den oberen Abschnitten des Stoffes und nicht zu den dazwischenliegenden Vertiefungen stattfindet, so dass z.B. die Furchen des Cordsamtes den Hintergrund bilden, also die nichtgewanderte Farbe aufweisen. Das führt zu einer besonders hübschen Wirkung.
Die am Berührungspunkt der Musterwalze mit dem feuch ten Stoff erzeugte Ausbeute bzw. Farbintensität übertrifft die durch Druckmethoden erreichte Haftintensität. Der Grund für diese offensichtlich erhöhte Ausbeute bzw. erhöhte Farbintensität mag in der heftigen Entspannungsverdamp fung liegen, die an der Berührungsstelle der erhitzten Walze mit dem Stoff stattfindet und Wasserdämpfe hoher Tempe ratur erzeugt, die offensichtlich die Reaktion der in der Farb- lösung enthaltenen Produkte mit dem Stoff verbessern.
Das wird besonders offensichtlich, wenn auf wasserlöslichen Farb stoffen mit reduzierenden chemischen Substanzen gewonnene Färbungen auf den Stoffen bei Temperaturen zwischen 204 und 399 C durch Entspannungsverdampfung beeinflusst werden können. Durch die schnelle Verdampfung an der Berührungsstelle werden augenscheinlich die im Körper des Stoffes bzw. Tuches enthaltenen und bei diesem Punkt des Verfahrens noch nicht fixierten Farbstoffe, Pigmente oder chemischen Substanzen an die Oberfläche bewegt.
Die An häufung dieser Substanzen in den begrenzten Berührungs flächen mit der erhitzten Musterwalze, gefördert durch die schnelle Verdampfung der Feuchtigkeit, führt zu Farbinten- sitäten mit sehr hohen Ausbeuten. Eine verschiedenfarbige gesteuerte Färbung durch Wanderung von Farbstoffen und der chemischen Substanzen kann auch bei Garnen, Kett fäden, Werg oder anderen nicht verwobenen bzw. nicht ver arbeiteten Stoffen erreicht werden, die in der gleichen Weise, wie oben in bezug auf Tuche bzw.
Stoffe beschrieben wurde, verarbeitet werden. Zusätzlich können gewünschte physika lische Veränderungen in diesen Stoffen sowie in den Tuchen dadurch erreicht werden, dass man wandernde chemische Substanzen, Harze und Lösungsmittel verwendet, die keine färbenden Substanzen enthalten. Man kann z. B. eine Stoff bahn durch einen Klotztrog führen, der eine schwache Natronlauge enthält, welche zu schwach ist, um das darauf folgende Färben zu beeinflussen.
Bringt man aber eine er hitzte Matrize in der gleichen Weise auf den Stoff auf, wie sie oben im Zusammenhang mit mittels Farbstoffen geklotz- ten Tuchen beschrieben wurde, so werden durch die Wande rung zu den mit der Matrize in Berührung gebrachten Flächen und folglich durch die Konzentration der Natronlauge in diesen Flächen merzerisierende Wirkungen hervorgerufen, die - wie in der Technik bekannt ist - physikalische Veränderun gen im Stoff hervorrufen können (d.h. Plisse oder Falten) oder gegebenenfalls Farbeffekte während des nachfolgenden Färbens erzeugen.